Hertha BSC – Arminia Bielefeld: Drei Schlüsselduelle

Hertha BSC – Arminia Bielefeld: Drei Schlüsselduelle

Das verflixte zweite Jahr. Für viele Aufsteiger ist es das Schwerste. Auch für die Bielefelder, die in der vergangenen Saison am letzten Spieltag den Klassenerhalt sicherten, scheint es ein langes Jahr zu werden. Derzeit steht das Team von Trainer Frank Kramer auf Abstiegsplatz 17. Dass man nach zehn sieglosen Spielen zu Saisonbeginn allerdings derzeit wieder Anschluss an die Plätze außerhalb der Abstiegszone hält, liegt an einer Trendwende ab dem 11. Spieltag, die eng mit einer Systemumstellung verknüpft ist.

Schlüsselduell 1: Wimmer und Okugawa gegen Plattenhardt und Pekarik

Bielefeld startete in einem klassischen 4-4-2 in die Saison und reagierte auf die ersten sieglosen Spiele mit einem 4-2-3-1. Weil man weiterhin sieglos blieb, probierte Kramer ein defensiv kompakteres 3-5-2. Auch das System sorgte nicht für die gewünschte Stabilität, sodass man zum 4-2-3-1 zurückkehrte. In diesem System scheint sich Bielefeld inzwischen gefunden zu haben.

Zwei Schlüsselspieler im System sind die offensiven Außenspieler. Auf der linken Seite ist Masaya Okugawa gesetzt, rechts Patrick Wimmer. Beide Spieler trumpfen derzeit auf, haben ihre Stärken in Eins-gegen-eins. Besonders viel Gefahr geht von Wimmer aus, der in der aktuellen Spielzeit 0,22 expected Assists auf 90 Minuten vorweist – ein Wert, den im eigenen Team und auch bei Hertha niemand überbieten kann. Okugawa kommt entgegen Wimmer auch über die eigene Torgefahr. Drei Tore erzielte er bisher, ein Weiteres hat er vorgelegt. Erst zehn Tore hat Bielefeld in der Liga geschossen, was den Wert der vier Scorer Okugawas unterstreicht.

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(Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Gegen die beiden spielstarken Offensivspieler werden Herthas Außenverteidiger Peter Pekarik und Marvin Plattenhardt gefordert sein. Wichtig wird aber auch die Unterstützung der offensiven Außenspieler sein. Insbesondere Myziane Maolida, falls er wieder starten sollte, muss sich hier steigern und Plattenhardt unterstützen, denn auf ihrer Seite ist mit Wimmer Bielefelds Unterschiedsspieler. Über die rechte Seite liefen bis dato 39 Prozent der Bielefelder Angriffe.


Tayfun Korkut startete als neuer Hertha-Trainer mit einem wilden Unentschieden gegen VfB Stuttgart. Wieder konnten die Berliner nach starker Aufholjagd nicht gewinnen. Platzt gegen die Arminia aus Bielefeld endlich der Knoten? Unsere drei Thesen zum Spiel.


Schlüsselduell 2: Jovetic und Belfodil gegen Pieper

Er zählte zu den Shootingstars der letzten Saison und wurde im Sommer als Stammspieler mit der Deutschen U21-Nationalmannschaft Europameister: Bielefelds Innenverteidiger Amos Pieper. Doch in dieser Saison schleichen sich immer wieder Unkonzentriertheiten und Fehler in das Spiel Piepers ein.

Etwa beim Gastspiel in Köpenick beim 1. FC Union, als er beim 1:0-Siegtreffer der Unioner gegen Sheraldo Becker nicht entschlossen genug verteidigte. Oder bei der 1:2-Niederlage in Mainz, als der Mainzer Siegtreffer infolge eines verunglückten Rückpasses von Pieper auf seinen Torhüter Stefan Ortega folgte. Auch beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg war er am entscheidenden Gegentor beteiligt, als er unter Bedrängnis im Aufbauspiel einen Fehlpass spielte.

Erfahrene Spieler wie Stevan Jovetic oder Ishak Belfodil können solche Fehler erzwingen. In den richtigen Momenten Druck auszuüben, kann ein Mittel sein, um die Bielefelder Hintermannschaft zu knacken, ohne vorher eigens das Spiel aufbauen zu müssen.

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(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Auch im gegnerischen Tempodribbling offenbarte die Bielefelder Viererkette in dieser Saison Schwächen, gerade Jovetic kann hier mutig vorangehen und über eine Einzelaktion zum Torabschluss kommen. Trotz der aufgezählten Fehler sei auch vor der Qualität von Pieper gewarnt, 102 gegnerische Pässe hat er in dieser Saison bereits in der eigenen Hälfte abgefangen – Ligahöchstwert.

Schlüsselduell 3: Serdar gegen Prietl

Will man Bielefeld aus dem Spiel heraus im Zentrum knacken, muss Hertha dabei an Kapitän Manuel Prietl vorbei. Der 30-Jährige hat in dieser Saison noch keine Minute verpasst und ist besonders defensiv extrem wichtig. Prietl macht ligaweit die zweitmeisten Tacklings, gewinnt dabei die viertmeisten. Wird beispielsweise Suat Serdar also wiederkommen und im Zentrum spielen, sollte er auf Prietl ganz besonders achten. Hier müsste er auf die Unterstützung seiner spielstarken Mitspieler wie Jovetic oder Belfodil setzen, um das Bielefelder Zentrum spielerisch auszuhebeln.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Ferner muss Hertha im Zentrum auch defensiv immer aufmerksam bleiben. Bei aller angesprochenen Torgefahr, die Bielefeld von den Flügeln ausstrahlen kann, bleibt festzuhalten, dass sie in Summe die torungefährlichste Mannschaft der Liga sind. Ein Grund dafür ist, dass die Arminen im Angriffsspiel mitunter hektisch werden und früh zum Abschluss kommen. Durchschnittlich schießen sie aus 18 Metern aufs Tor, einen höheren Wert weist kein Bundesligist auf. Es wird also im defensiven Mittelfeld Herthas wichtig, die Bielefelder in Szenen zu bringen, wo sie ohne große Chance auf einen Torerfolg zum Abschluss kommen müssen.

Ein Schlüsselduell im zentralen Mittelfeld könnte hier Alessandro Schöpf gegen Santiago Ascacibar lauten, doch stellvertretend für die entscheidenden Momente im Mittelfeld haben wir uns für das Duell Serdar gegen Prietl entschieden.

[Titelbild: Filip Singer – Pool/Getty Images]

Hertha vs. Bielefeld: Wie Korkut wirken will

Hertha vs. Bielefeld: Wie Korkut wirken will

Am kommenden Wochenende steht Tayfun Korkuts zweites Bundesligaspiel als Hertha-Trainer an. Als erste systematische Veränderung zeichnet sich ab, dass Korkut dauerhaft mir zwei Spitzen spielen lassen will. Ziel ist es, Herthas Offensive neues Leben einzuhauchen. Im zentralen Mittelfeld geht dadurch aber ein Platz verloren. Das kann gut gehen, muss es aber nicht.

Serdar & Tousart zurück: Stau im zentralen Mittelfeld

Was seine Strategien und Taktiken betrifft, will sich Tayfun Korkut weiterhin nicht in die Karten schauen lassen. Auch vor seinem zweiten Hertha-Spiel (am kommenden Samstag im Olympiastadion um 15:30 Uhr gegen Arminia Bielefeld) wollte sich Herthas neuer Trainer nicht genauer dazu äußern, welche Spieler er in welcher Formation auf den Platz schicken wird. Dass Suat Serdar und Lucas Tousart nun wieder fit sind, eröffnen Korkut „Optionen“ – ob einer von beiden oder sogar beide Spielen, dazu wollte er sich aber nicht äußern.

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Eines scheint sich aber jetzt schon abzuzeichnen: In Herthas zentralem Mittelfeld scheint nun regelmäßig ein Platz weniger verfügbar zu sein. Denn: Korkut schickt seine Mannschaften fast traditionell mit zwei Stürmern auf den Platz. Im Stuttgart-Spiel starteten Ishak Belfodil und Stevan Jovetic gemeinsam im Sturm. Beide machten ein gutes Spiel, beide sorgten dafür, dass Hertha schlichtweg mehr Szenen im gegnerischen Strafraum hatte.

Genau das hatten die Blau-Weißen auch bitter nötig: Hertha hatte bislang die wenigsten Strafraumszene der Liga und hat mit 15 Treffern eine der schlechtesten Torausbeuten vorzuweisen. Und so kommt Korkut völlig richtig zu dem Schluss, dass man nicht einfach nur Ballbesitz habe, sondern auch „gefährlichen Ballbesitz“.


Pal Dardai musste erneut gehen. Doch er und Hertha BSC gehören einfach zusammen – das zeigt seine gesamte Vita. Wir blicken zurück.


Korkut muss das 4-4-2 defensiv stabiler kriegen

Korkuts Offensivkonzept geht aber zulasten der defensiven Stabilität. Denn: Durch den zweiten Stürmer hat ein zentraler Mittelfeldspieler weniger Platz in der Startelf. Gegen Stuttgart spielten Vladimir Darida und Santiago Ascacibar im zentralen Mittelfeld.

Unter Dardai wäre dann noch ein weiterer, offensiver Platz offen gewesen, den oftmals Suat Serdar einnahm. Bleibt Korkut bei seiner Zwei-Stürmer-Taktik, muss also entweder einer der beiden „Sechser“ für Serdar weichen oder Hertha spielt weiterhin mit zwei defensiven, zentralen Mittelfeldspielern (zum Beispiel Tousart/Ascacibar) und verzichtet auf Serdar – aufgrund dessen Klasse ist dies aber recht unwahrscheinlich.

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(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

In jedem Fall bringt diese Taktik auch ein gewisses Risiko mit sich: Denn die Unterbesetzung in der Zentrale könnte in mangelnder Kompaktheit und Stabilität resultieren. Genauso ist es auch im Stuttgart-Spiel passiert: Hertha wurde zweimal eiskalt ausgekontert und hatte in der Mitte wenig Gegenwehr zu bieten.

Eine Möglichkeit, dieses Problem anzugehen, wäre ein Formationswechsel. Korkut hat in der Vergangenheit nicht nur das flache 4-4-2 spielen lassen, sondern auch in einer Raute aufgestellt. Damit schafft man zum einen mehr defensive Stabilität, zum anderen würden auch gleich mehrere zentrale Mittelfeldspieler in diesem System Platz finden. Dafür müsste Hertha die offensiven Flügelspieler aufgeben, die in dieser Saison aber ohnehin eine Schwachstelle darstellen, zumal ein Marco Richter auch als Halbstürmer fungieren kann.

Gegen Bielefeld: Zwischen Geduld und Zielstrebigkeit

Korkut sagte auf der Pressekonferenz am Donnerstag, dass diese „defensiven Schwierigkeiten“ in dieser Woche thematisiert worden seien. Wie genau er mit seinen Spielen über die Abwehrschwächen gesprochen habe, wollte er aber wieder nicht verraten und flüchtete sich in Allgemeinplätze: „Es geht darum, dass wir uns aufeinander verlassen können. Wir müssen die Fehler aus unserem Spiel verbannen“, so Herthas neuer Coach.

Korkut geht jedenfalls davon aus, dass Hertha ein „sehr unbequemer Gegner“ erwarte, der kompakt und leidenschaftlich verteidige. Man müsse geduldig und zielstrebig zugleich sein, so Korkut. Damit dürfte Korkut richtig liegen. Denn Bielefeld hat zwar erst 10 Tore erzielt – aber auch erst 20 kassiert. Insofern ist Herthas neue Doppelspitze am Wochenende gefragt.

[Titelbild: Alexander Hassenstein/Getty Images]

Hertha vs. Stuttgart: Ergibt Korkuts Spielerprofil-Orientierung bei Hertha Sinn?

Hertha vs. Stuttgart: Ergibt Korkuts Spielerprofil-Orientierung bei Hertha Sinn?

Nach den ersten Diensttagen und zwei Pressekonferenzen mit Tayfun Korkut als neuem Hertha-Coach ist noch vieles im Unklaren, was Herthas neue Spielweise betrifft. Eines zeigt sich aber klar: Korkut will der Mannschaft kein Spielsystem aufdrücken, sondern vielmehr ein System schaffen, das sich an den individuellen Stärken der Spieler orientiert. Ob ihm das gelingt, ist fraglich. Schließlich fehlt Hertha insbesondere eines: der rote Faden in der Kaderzusammenstellung.

Korkut ist verschlossener als Dardai

Seit wenigen Tagen ist Tayfun Korkut neuer Hertha-Trainer. In diesen Tagen hat Korkut zwei Pressekonferenzen gegeben. Schon jetzt zeigt sich: Journalisten werden es nicht mehr so einfach haben wie noch mit Pal Dardai. Denn Pal geriet auf den Pressekonferenzen, die jeweils wenige Tage vor dem Bundesligaspieltag stattfinden, regelmäßig ins Plaudern.

Sehr offen redete er beispielsweise über Schwächephase von Spielern, Inhalte von Gesprächen, die er mit Einzelspielern führte und philosophierte auch gerne über seine Rolle und Zukunft im Verein. Dass sich Krzystof Piatek beispielsweise aktiver ins Spiel einmischen soll oder Myziane Maolida zu wenig Einsatz zeigt, sind alles Einschätzungen, die Pal offen teilte.

(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Tayfun Korkut hingegen lässt sich nicht in die Karten schauen. Auf der heutigen Pressekonferenz äußerte er sich größtenteils in vagen Floskeln. Er sprach davon, dass sich nach den ersten Einheiten einiges bestätigt habe, was er schon vorher beobachtet hatte und dass er die einzelnen Stärken der Spieler besser kennengelernt habe. Wo genau diese liegen und welche Erkenntnisse er bislang gewinnen konnte, diese Fragen wollte Herthas neuer Coach nicht beantworten. „Wenn wir jetzt über Details sprechen, dann sitzen wir den ganzen Tag hier“, so Korkut.

Die Spielidee hänge sehr davon ab, was die Spieler können

Und so muss man wohl ab jetzt zwischen den Zeilen lesen, um zu verstehen, in welche Richtung die Mannschaft unter Korkuts Leitung geht. Auffällig war beispielsweise, dass Korkut erneut erwähnte, wie wichtig es ihm sei, die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler kennenzulernen. „Es geht darum, was die Jungs können, welche Qualitäten sie haben, wo sie hinpassen.”

Die Spielidee hänge sehr viel davon ab, was die Spieler können. Heißt übersetzt: Korkut hat keine sture Spielidee, die er der Mannschaft überstülpen will. Vielmehr möchte er flexibel darauf reagieren, welche Eigenschaften die Akteure mit sich bringen und daraus quasi ein Hertha-eigenes Spielkonzept basteln.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

So weit, so gut. Die Frage ist nur, ob und wie ihm das gerade bei Hertha gelingen kann. Die Blau-Weißen hatten in den vergangenen 2,5 Jahren sechs Trainer und auch in den Führungspositionen einige Personalwechsel. Viele Spieler wurden noch von Michael Preetz nach Berlin geholt, es folgte eine sehr kurze, aber sehr prägnante Einkaufsphase, in die Jürgen Klinsmann eingeschaltet war und seit einigen Monaten ist nun das Gespann Fredi Bobic/Dirk Dufner für die Kaderzusammenstellung verantwortlich.

Klar ist also: In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat es keinen roten Faden bei der Kaderplanung gegeben. Unterschiedliche Ideen wurden umgesetzt, divergierenden Plänen wurde nachgegangen. Das zeigt sich auch in Herthas Spiel: Insbesondere in der vergangenen Saison wirkte es oft so, dass es im Team an Kommunikation fehle. Erst am heutigen Freitag hat Fredi Bobic in einem Interview erklärt, dass er oft den Eindruck habe, dass „jeder für sich“ spielt und kämpft.


Er galt zwischenzeitlich als gescheitert. Doch mittlerweile spielt sich Hany Mukhtar wieder in den Fokus. Was macht das ehemalige Berliner Juwel eigentlich?


Viererkette und mehr Ballbesitz

Bei einer Sache legte sich Korkut dann aber doch fest: In der Abwehr wird er auf eine Viererkette setzen. Unter Dardai spielte Hertha auch oft mit drei Verteidigern, wobei die äußeren Mittelfeldspieler sich in die Kette zurückzogen, wenn der Gegner im Ballbesitz ist.

Korkut deutete zudem an, dass das Spiel mehr auf Ballbesitz geprägt werden solle. Es gehe ihm ums „Ball wollen“, so der neue Hertha-Trainer. Schließlich könne man nur Tore schießen, wenn man vorher den Ball erobert habe. Nötig hat Hertha Verbesserungen in diesem Bereich allemal: Kein Bundesliga-Team hat so wenige Ballaktionen im generischen Strafraum wie Hertha. Es wäre schön, wenn Korkut dies gelingt – schließlich steigert sich somit auch die Attraktivität des Spiels.

Was das Personal betrifft, gibt es gute Nachrichten. Kapitän Dedryck Boyata ist nach seiner Sperre zurück. Verletzt fehlen derzeit nur Lukas Klünter, Marton Dardai und Rune Jarstein.

[Titelbild: Alex Grimm/Getty Images]

1. FC Union Berlin – Hertha BSC: Ein Derby mit Geschmäckle

1. FC Union Berlin – Hertha BSC: Ein Derby mit Geschmäckle

Was den Fußball so besonders macht, sind die Geschichten, die er schreibt. Das Derby zwischen Hertha und Union hat derer zuhauf. Auch das diesjährige Aufeinandertreffen der Lokalrivalen steht den vergangenen Partien in nichts nach und sorgt schon weit vor Anpfiff für ordentlich Gesprächsbedarf – allerdings nicht auf sportlicher Ebene. Am Dienstag beschloss die Berliner Senatsverwaltung, dass das Spiel am Samstag um 18.30 unter Vollauslastung stattfinden darf. An sich keine große Neuigkeit, wäre da nicht eine seit knapp zwei Jahren andauernde Pandemie, die hierzulande aktuell täglich neue Höchstzahlen in Sachen Infektionen hervorruft. Zwar ist das Ganze zumindest mit der Prämisse versehen, dass sich, wie bei allen Großveranstaltungen, nur Geimpfte und Genesene unter den Zuschauer*innen befinden dürfen. Allein die Tatsache, dass es lediglich einen Appell der Vereine sowie auch vonseiten der Polizei gibt, sich testen zu lassen, zeigt aber, wie absurd und aus gesundheitlicher Sicht unverantwortlich es ist, unter diesen Bedingungen eine Ansammlung von über 22.000 Menschen zuzulassen. Nun soll dies keine Anklage an jene sein, die sich auf das Spiel freuen und sich am Samstag auf den Weg ins Stadion an der Alten Försterei machen. Auch der Autor dieser Zeilen wird sich um 18.30 im Auswärtsblock befinden. Es soll lediglich eine Einordnung sein, welche Sonderrolle der Fußball mal wieder spielt. In diesem Sinne, bevor es um das Sportliche geht, noch ein letzter Aufruf. Wenn ihr am Samstag ins Stadion oder wo auch immer hingeht, lasst euch testen. Eine Impfung schützt vor Infektion nicht, also tut euch selbst und euren Mitmenschen den Gefallen und bleibt auf der sicheren Seite.

Genug der Vorrede, nun zum Sportlichen. Hierfür haben wir im Vorfeld mit Till Oppermann, Redakteur beim rbb und Anhänger des 1. FC Union gesprochen und uns erklären lassen, wieso die Köpenicker auch in dieser Saison wieder die Erwartungen übertreffen.

Wann kommt der Einbruch?

Auch im dritten Bundesligajahr hat Union allen Grund zum Jubeln. (Foto: Adam Pretty/Getty Images)

Für Aufsteiger im klassischen Sinne – sprich Vereine, die nicht, wie beispielsweise Köln, Stuttgart oder auch Hertha qua ihrer finanziellen Übermacht eigentlich als Erstligist zweiter Klasse verbucht werden – gilt nach einer allgemeingültigen Fußballweisheit, dass das zweite Jahr nach dem Emporkommen immer das Schwerste ist. Bekanntermaßen bestätigen Ausnahmen die Regel und so hat Union Berlin, statt im zweiten Jahr ins Taumeln zu geraten, gar noch einen draufgesetzt und sich mit Platz 7 für den europäischen Wettbewerb qualifiziert. „Jetzt muss es doch aber mal bergab gehen“, mag manch einer mit Blick auf die nun im dritten Jahr anstehende Dreifachbelastung gedacht haben. Nach rund einem Drittel der Saison ist man in der Conference League zwar auf dem letzten Platz der Gruppe E, im nationalen Geschäft läuft es aber weiterhin wie geschmiert. Rang 8 in der Liga und im DFB-Pokal ebenfalls noch vertreten – liest sich nicht allzu schlecht für einen Verein, dem vor zweieinhalb Jahren alle prognostiziert haben, dass die erste Liga nur ein temporäres Vergnügen wäre.

Mit klugen Transfers Stück für Stück nach oben

Dass es für die Köpenicker seit dem Aufstieg derart rund läuft, liegt unter anderem daran, dass es Union sehr gut versteht, Jahr für Jahr auf dem Transfermarkt die richtigen Schlüsse aus der Vorsaison beziehungsweise den anstehenden Herausforderungen zu ziehen. Nachdem man im ersten Jahr vor allem dank herausragender Standards die Klasse hielt, aus dem Spiel aber nur selten etwas kreierte, verpflichtete man im Sommer darauf unter anderem Max Kruse und konnte dem eigenen Spiel plötzlich gänzlich neue Elemente hinzufügen.

In diesem Sommer galt es, den kommenden drei Hochzeiten, auf denen getanzt wird, Rechnung zu tragen und den Kader zu verbreitern. Dementsprechend kann auch die so dringend notwendige Rotation durchgeführt werden: „Urs Fischers Belastungssteuerung sieht vor, dass zwischen den Spielen auf vielen Positionen rotiert wird. So kommen auch Spieler wie Voglsammer, Behrens, Jaeckel und Möhwald auf zahlreiche Einsätze, obwohl sie eigentlich nicht zur ersten Elf gehören. Das beste Beispiel dafür ist Timo Puchacz. Der Linksverteidiger spielt in der Bundesliga quasi keine Rolle, darf aber im Europapokal jedes Spiel starten.“, beschreibt Till das Kadermanagement.

Mit sieben Toren liegt Taiwo Awoniyi auf Platz 5 der Torjägerliste. (Photo by Reinaldo Coddou H./Getty Images)

Doch nicht nur in der Breite hat sich Union gut aufgestellt. Die 1A-Elf ist inzwischen eine, um die nicht wenige Bundesliga-Trainer Urs Fischer beneiden dürften. Auch dank der Neuzugänge, wie Till einordnet: „Natürlich muss man Rekordtransfer Taiwo Awoniyi nennen. Der Torjäger war zwar schon letzte Saison zur Leihe bei Union, aber in dieser Saison gehört er zu den besten Stürmern der Bundesliga. Die größte positive Überraschung der letzten Wochen ist ein Ex-Herthaner: Nachdem Union gerade zu Beginn der Saison im Mittelfeld nach Robert Andrichs Abgang große Probleme hatte, wird Genki Haraguchi mehr und mehr zu einem der wichtigsten Spieler im Kader. Neben seiner offensiven Kreativität überzeugt er auch gegen den Ball durch giftige Zweikämpfe und ein taktisch kluges Anlaufverhalten.“ Diese Entwicklung haben nun tatsächlich nicht allzu viele kommen sehen.

Welches Derbygesicht zeigt Hertha?

Vor dem Hintergrund jener sportlichen Entwicklung bei Union und der nahezu diametral verlaufenen Kurve bei Hertha ist die Favoritenrolle, so sehr das aus blau-weißer Sicht schmerzen mag, bei Union zu verorten. Während bei Hertha insbesondere im Spiel nach vorn noch viel von der individuellen Klasse Einzelner abhängt, wirkt das Spiel der Eisernen flüssiger und eingespielter. Dennoch findet Till, dass auch Union aktuell noch Defizite offenbart: „Die größte Schwäche im Kader ist meiner Auffassung nach die Kreativität und Übersicht im offensiven Passspiel. Immer wieder vertändelt Union gute Konterchancen und es gelingt noch zu selten im letzten Drittel durch die Mitte zu guten Chancen zu kommen. Weil Max Kruse noch nicht in seiner besten Form ist und mit Verletzungen zu kämpfen hat, ist ungewiss, ob sich das schon gegen Hertha ändert.“

Inwieweit Hertha von dieser Schwäche profieren kann, liegt vor allem daran, welches Derbygesicht das Team zeigen wird. Erinnert man sich im Rahmen von Heimspielen insbesondere gern an das 4:0 aus der Saison 19/20, tut sich die Alte Dame in der Alten Försterei traditionell schwer. Gerade die letzten beiden Auftritte mit einem eher schmeichelhaftem 1:1 sowie einer 0:1-Niederlage rufen nicht unbedingt nach Wiederholungsbedarf.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer auf einen besseren Auftritt ist indes, dass Stefan Jovetic nach seiner Corona-Infektion am Donnerstag freigetestet wurde und damit, wie Pal Dardai in der Pressekonferenz bestätigte, auch eine Option für den Kader darstellt.

*Titelbild: Clemens Bilan – Pool/Getty Images

Hertha BSC – Leverkusen: November-Blues oder Überraschungserfolg?

Hertha BSC – Leverkusen: November-Blues oder Überraschungserfolg?

Die Fahrt nach Sinsheim am vergangenen Freitag war eine zum Vergessen. Denn neben dem Spiel selbst verlor man auch Kapitän Boyata, der von der DFL für drei Spiele aus dem Verkehr gezogen wurde. Insbesondere aufgrund der zuletzt wieder stark gestiegenen Form des Belgiers schmerzt dieser Ausfall. Ebenso schmerzhaft ist der Blick auf die prognostizierte Zuschaueranzahl vor dem anstehenden Spiel mit Leverkusen. So rechnet Hertha laut eigener Aussage mit 20.000 Zuschauern, gleichwohl nach dem letzten Beschluss des Senats 37.500 Personen zugelassen wären. Über die Gründe zu spekulieren, ist an dieser Stelle müßig. Tatsache ist, dass ein Hexenkessel nicht erwartet werden darf. Hoffnung macht indes, dass nicht nur Hertha aktuell an der einen oder anderen Front mit Problemen zu kämpfen hat. Auch der kommende Gegner ist von der guten Laune, die noch vor ein paar Wochen herrschte, inzwischen ein ganzes Stück entfernt.

Zusammen mit Timo vom Bayer 04 Blog werfen wir einen Blick auf die Situation in Leverkusen und beleuchten die Gründe für die jüngste Ergebniskrise.

Der Nächste bitte

Seoanes Fußball passt ins Anforderungsprofil von Leverkusen. (Foto: Fran Santiago/Getty Images)

Der zurückliegende Sommer war erneut ein Beweis dafür, dass, wer Planungssicherheit und langfristige Jobperspektiven anstrebt, als Cheftrainer in der Fußball-Bundesliga denkbar schlecht aufgehoben ist. Ganze acht Mannschaften wechselten nach der letzten Spielzeit ihren Übungsleiter. Eine davon war auch Leverkusen, die sich – auch das ist in den letzten Jahren zum Trend unter den Bundesligisten geworden – in der Schweiz bedienten. Nach drei Meisterschaften in Serie mit den Young Boys Bern hat sich der vielumworbene Gerardo Seoane für einen Umzug an den Rhein entschieden.

Was die Verantwortlichen unter anderem überzeugt haben dürfte, ist Seoanes klare Spielidee, die Timo folgendermaßen zusammenfasst: „Seoane steht für attraktiven, offensiven Fußball, sonst würde er auch nicht zur Leverkusener DNA passen. Sein Anspruch ist es aber, in der Herangehensweise flexibler zu sein, womit er sich von einigen seiner Vorgänger unterscheidet. Gut beobachten lässt sich dies in der Anfangsphase, wo Leverkusen ein sehr intensives, aggressives Pressing spielt und damit auch sehr erfolgreich ist, denn keine Bundesligamannschaft erzielte mehr Tore in der Anfangsviertelstunde. Oftmals mit einer Führung im Rücken lässt die Mannschaft es dann ruhiger angehen, steht tiefer und baut auf die schnellen Flügelspieler und den Umschaltmoment.“

Diese Methode hat insbesondere in der Frühphase der Saison gefruchtet, als man aus den ersten sieben Spielen 16 Punkte holte und unter anderem Borussia Mönchengladbach mit 4:0 überrollte. In der Folge begann jedoch auch die Kehrseite der Medaille hervor zu blitzen: „Aber es gibt auch noch einige Spielsituationen auf die scheinbar eine Antwort fehlt. Um eine flexible Mannschaft zu sein, reicht es nicht, zwei Herangehensweisen gut zu beherrschen. Gegen den 1. FC Köln ließ sich beispielsweise beobachten, dass kein vernünftiges Ballbesitzspiel gelingt, um ein Ergebnis auch mal herunterzuspielen, insbesondere wenn der Gegner einen durch eigenes Pressing mal selbst unter Druck setzt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg war Bayer von deren Umstellung überfordert und fand darauf keine Antwort. Solche Beispiele lassen sich vielfach finden.“

Es war einmal ein Bayernjäger

Zuletzt müsste Leverkusen schmerzhafte Rückschläge hinnehmen – unter anderem beim Pokalaus gegen den KSC (Foto: Joosep Martinson/Getty Images)

Die angesprochene Kehrseite wurde dabei insbesondere an den drei jüngsten Spieltagen deutlich. Nach Spieltag 7 war man noch punktgleich mit dem Primus aus München. Es folgte das direkte Aufeinandertreffen und der kurze Funken Hoffnung, durch Leverkusens Zutun vielleicht zumindest für ein paar Wochen die Illusion von so etwas wie Spannung an der Tabellenspitze erleben zu dürfen. 37 Minuten dauerte es, bis die Bayern 5:0 in Leverkusen führten und damit jenen naiven Gedanken mit Anlauf zunichtemachten.

Und nicht nur mit der vermeidlichen Spannung der Liga, sondern auch mit Leverkusen selbst scheint diese Klatsche etwas gemacht zu haben: Auch die nächsten beiden Bundesligaspiele verliefen mit einem 2:2 in Köln nach 2:0-Führung und einem 0:2 gegen Wolfsburg enttäuschend. Dazu schied man vor anderthalb Wochen zu allem Überfluss auch noch gegen den Karlsruher SC im DFB-Pokal aus.

Für Timo ist die jüngste Niederlagenserie „in ihrer Deutlichkeit und in ihrem Ausmaß schon überraschend, in den einzelnen Ursachen weniger. Zuletzt kamen viele Probleme zusammen, die einzeln betrachtet zuvor aber schon erkennbar waren. Dazu zählen u.a. defensive Abstimmungsprobleme, verstärkt dadurch, dass in der Vierkette, noch stärker aber im Mittelfeld, oftmals verschiedene Spieler in verschiedensten Kombinationen zusammengespielt haben. Offensiv hatte Leverkusen zu Beginn eine überragende Effizienz, da war klar, dass sich dies irgendwann wieder normalisieren würde. Nun ist sie allerdings zuletzt gleich ins komplette Gegenteil umgeschlagen, die Verletzung von Patrik Schick kommt nun erschwerend dazu.“

Zumindest im letzten Spiel – Leverkusen trat unter der Woche in der Europa League gegen Betis Sevilla an – gelang es ganz gut, das Fehlen von Stürmerstar Schick zu kompensieren. Mit 4:0 feierte Leverkusen einen deutlichen Sieg, der laut Timo nun dazu dienen muss, der zuletzt verunsicherten Mannschaft wieder mehr Ruhe zu geben.

Mit (fast) voller Mannstärke in den Sonntag

Hertha muss dementsprechend also darauf hoffen, dass die Leverkusener Medaille am Sonntag auf die richtige Seite fällt. Während das Team dabei – wie eingangs erläutert – nur zu einem überschaubaren Teil auf die Unterstützung von den Rängen zählen kann, gibt zumindest die personelle Situation Grund zur Zuversicht. Neben dem langzeitverletzten Lukas Klünter und dem gesperrten Boyata kann Pal Dardai auf all seine Spieler zurückgreifen. Vielleicht kann Hertha also dem drohenden November-Blues trotzen und erstmals ein Team aus den Champions League-Rängen Punkte abknüpfen.

*Titelbild: Maja Hitij/Getty Images

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach: Kann Hertha eine Serie starten?

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach: Kann Hertha eine Serie starten?

Gegen die Eintracht aus Frankfurt zeigte Hertha BSC die bisher beste Saisonleistung. Doch kann das gegen die Borussia bestätigt werden? Gladbach ist schwach in die Saison gestartet – das kann gut oder schlecht für die Berliner Mannschaft sein.

Im Vorfeld der Partie haben wir mit Gladbach-Expertin Yvonne Marjan über die neue Ausrichtung unter Trainer Adi Hütter, den Entwicklungsstand und Luca Netz gesprochen.

Ein ähnlicher Ansatz?

Hoch anlaufen, vehement pressen, Passwege zustellen und den Gegner zu langen Bällen zwingen, samt eines schnellen Umschalt- und Konterspiels: Gegen Eintracht Frankfurt besinnten sich die Berliner Mannschaft auf Tugenden, die ihr in den vergangenen Jahren gut zu Gesicht stand.

Hertha spielte zumeist dann stark, wenn sie die Gegner tief in der eigenen Hälfte pressten und bei Ballgewinn in der eigenen Spielhälfte schnell umschalteten. Nun trifft Hertha auf ein angeschlagenes Gladbach – das eben jenen Spielstil ebenfalls favorisiert.

Angeschlagenes und verändertes Gladbach

Auch Gladbach spielte in den vergangenen Jahren ein laufintensives, pressingstarkes Spiel, samt schnellen Pässen in die Spitze, bei eigenem Ballgewinn. Und das durchaus erfolgreich. Nunmehr sitzt Adi Hütter auf der Trainerbank – und so richtig scheint die Mannschaft noch nicht in Fahrt gekommen zu sein.

Die deutlichste Änderung im Gladbacher-Spiel zeigt sich in der Defensive. Spielten die Fohlen in den vergangenen Jahren zumeist in einer Viererkette, greift man nun auf drei Innenverteidiger und zwei defensiven Schienenspielern zurück. „Unser Problem war in der vergangenen Saison die Flut auf Gegentoren“, weiß Gladbach-Expertin Yvonne Marjan. Dies abzustellen, sei das erste Ziel von Hütter gewesen. So kassierten die Fohlen in acht Spielen lediglich elf Gegentreffer.

(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Doch birgt das auch seine Schattenseiten. Denn gleichzeitig schossen die Fohlen nur zehn Tore. „Dadurch leidet erst einmal das Spielerische und es fehlt an Torgefahr“, stellt auch Yvonne fest. Doch steckt die Gladbacher Mannschaft voller individuell starker Spieler. So scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie anfangen zu zünden.

So nennt Yvonne etwa Jonas Hofmann, der diese Saison bereits drei Mal einnetzte. Auch Breel Embolo und Lars Stindl sind für ihre offensiven Stärken bekannt. Doch für wichtiger erachtet Yvonne gegenwärtig den erst 20-jährigen Kouadio Krone, „der sich ganz klar zu einem Schlüsselspieler entwickelt“, wie sie sagt.

Mit dem zehnten Tabellenplatz aber werden die Gladbacher alles andere als zufrieden sein und gegen Hertha womöglich offensiver aufgestellt sein.

Zwei Spielweisen, aber drei Punkte werden nur einmal vergeben

Wie Hertha agieren wird, kann gegenwärtig nur gewürfelt werden. Viele Fans werden hoffen, dass sie an die Spielweise wie gegen Frankfurt anknüpfen wird. Doch ist Pal Dardai auch Liebhaber davon, die gegnerische Mannschaft erst ab der Mittellinie anzulaufen und viel Raum in der eigenen Hälfte zu überlassen. Um hinten dich zu stehen und mit langen Bällen nach vorne Akzente zu setzen. Entscheidend wird sein, wie Dardai aufstellen wird.

Gegen Gladbach könnte sich ein bissiges Mittelfeld als gewinnbringend erweisen. Mit laufstarken Spielern, die das Gladbacher Umschaltspiel schon im Ansatz zerstören und die keinen Zweikämpfen aus dem Weg gehen. Das Dreiermittelfeld aus Santiago Ascacibar, Vladimir Darida und Suat Serdar brachte genau diese Tugenden in Frankfurt auf den Platz und dürfte daher wohl wieder starten.

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Vorstellbar ist aber auch, dass Edel-Joker Ekkelenkamp in die Startelf rückt. Auch Jovetic und Maolida sind Optionen – das System Gladbachs wäre dann gespiegelt und man würde mit einem spielstarken Mittelfeld schnell in die offensive vordringen wollen.

„Ich nehme Hertha als sehr unangenehmen Gegner war“, sagt Yvonne. So sei nie klar, was einen erwartet. Unrecht hat sie damit nicht. Dennoch ist sie optimistisch: „Sorge habe ich zwar nicht, aber eine gewisse Anspannung ist schon da. Unterschätzen wird man Hertha auf keinen Fall – darf man auch nicht“, sagt sie.

Und Luca Netz?

Im Sommer musste Hertha mit Luca Netz einen bitteren Abgang hinnehmen. Das Eigengewächs verließ Berlin für vier Millionen Euro Richtung Mönchengladbach. Das ehemalige Berliner Top-Talent scheint in Gladbach angekommen zu sein. „Er hat sich schnell in das Team integriert und hat gezeigt, dass er durchaus eine Verstärkung sein kann“, sagt Yvonne.

(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Auch offensiv sehe sein Spiel gut aus. In sechs Spielen konnte er bisher eine Vorlage liefern. Doch ist Konkurrent Bensebaini inzwischen wieder im Mannschaftstraining. Ist er wieder vollends fit, glaubt Yvonne, dass Netz für ihn weichen muss. „Ich sehe seine Zeit erst in der nächsten Saison“, sagt sie.

Ihre Hoffnung für das Spiel ist, dass sich Hertha nicht hinten reinstellt. „Wenn beide Teams mit der selben Spielidee ins Duell gehen, wie am letzten Spieltag, wird es unterhaltsam“, sagt sie. Für das Spiel wünscht sie sich zwar ein 2:0 für Gladbach, „ich fürchte aber fast, dass wir das erste Unentschieden der Saison für die Hertha sehen werden: 1:1“, sagt sie. Nehmen wir.

Titelbild: Clemens Bilan – Pool/Getty Images