Borussia Dortmund – Hertha BSC: Der nächste Brocken nach dem Pflichtsieg

Borussia Dortmund – Hertha BSC: Der nächste Brocken nach dem Pflichtsieg

Schon erstaunlich, welche Auswirkungen so ein einfacher Sieg doch haben kann. Plötzlich scheint die Sonne viel heller, das Zwitschern der Vögel hört sich noch schöner an und am Montag war sogar Feiertag! Gut, letzteres hatte jetzt nicht unmittelbar mit dem Sieg von Hertha zu tun, aber sei’s drum. Fakt ist, dass nach dem Abpfiff am Samstagnachmittag quasi durch ganz Berlin ein kollektives Aufatmen zu hören War. Als die Mannschaft gefordert war, Charakter zu zeigen, hat sie ohne Wenn und Aber geliefert und konnte sich wieder etwas in Schlagdistanz zu den weniger bedrohlichen Tabellenregionen bringen. Wie bitter nötig diese drei Punkte waren, wird nochmal deutlicher, wenn man auf die kommenden Wochen schaut. Dort warten Gegner, die Herthas Defensive mit hoher Wahrscheinlichkeit allesamt mehr fordern werden, als es beim FCA der Fall war. Den Auftakt macht am kommenden Spieltag der frisch für das Viertelfinale der Champions League qualifizierte BVB.

Vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund haben wir mit Caroline, Redakteurin bei schwatzgelb.de gesprochen und sie unter anderem gefragt, wie sich der Spielstil des BVB seit Favres Abgang entwickelt hat.

Mit Terzic zurück auf Champions League-Kurs

Terzic und der BVB haben in den letzten Wochen wieder Grund zum Lachen (Imago Images via Getty Images)

Edin Terzic ist vielleicht das anschaulichste Beispiel dafür, wie schnell sich der Wind im Fußball doch binnen weniger Tage komplett drehen kann. Von „Dauerlösung“ bis „nicht gut genug“ war schon so ziemlich jede Schlagzeile in den vergangenen Wochen über den aktuellen Dortmunder Cheftrainer zu lesen. Aktuell spricht der Trend – trotz der jüngsten Niederlage in München – wieder für ihn. Unter seiner Regie ist der BVB sowohl im DFB-Pokal als auch in der Champions League in die nächste Runde eingezogen. Und auch in der Liga sind die Schwarz-Gelben nach zwischenzeitlicher Durststrecke mit drei Punkten Rückstand auf Platz Vier wieder auf Kurs Champions League-Qualifikation.

Daher wollten wir von Caroline wissen, was sich seit der Übernahme von Terzic auf dem Spielfeld geändert hat: „Die Spielidee von Lucien Favre war vielen schon länger ein Dorn im Auge. Es hieß: Immer geduldig bleiben, kein Tempo aufbauen, lieber noch 10 Mal hintenherum spielen, statt schnelle Konter zu fahren und den Gegner mit einem guten Umschaltspiel zu überrumpeln. Unter Terzic derweil „darf durchaus auch mal der schnellere Passweg nach vorne gesucht werden, anstatt zu warten, bis sich der Gegner in der Defensive wieder sortiert hat. Was auch im Spiel gegen Sevilla wieder deutlich wurde: Terzic ist an der Seitenlinie wesentlich aktiver als Favre. Er spricht seine Spieler direkt an, feuert sie an, motiviert sie, gibt gezielte Anweisungen, wer wie in einer bestimmten Situation zu handeln hat. Das ist sicherlich für die Spieler auch eine große Unterstützung.“

Ein entscheidendes Spiel – für beide Mannschaften

Der Ausfall von Sancho ist für den BVB kaum zu ersetzen (Maik Hölter/TEAM2sportphoto via Getty Images)

Doch so positiv der Trend unter Terzic auch ist – setzt sich dieser nicht bis zum Saisonende fort und lässt den BVB die Qualifikation für die Champions League verpassen, könnte das auch weitgreifende Auswirkungen für die darauffolgende Spielzeit haben. Schon im letzten Sommer rissen die Gerüchte um einen Abgang von Jadon Sancho nicht ab. Während Caroline beim Engländer ohnehin davon ausgeht, dass dieser unabhängig vom Ausgang der Saison im Sommer den Verein verlassen dürfte, sieht sie gerade in Bezug auf Haaland bei Erreichen von mindestens Platz Vier die Chance, ihn überzeugen zu können „noch ein Jahr in Schwarzgelb aufzulaufen.“

Dementsprechend steht also nicht nur für Hertha, die sich nach dem Sieg gegen Augsburg mit einem weiteren Punktgewinn Luft im Abstiegskampf verschaffen können, viel auf dem Spiel, gerade auch aus wirtschaftlicher Sicht, wie Caroline einordnet: „Der Druck, sich für die Champions League zu qualifizieren, lässt sich nicht von der Hand weisen. Finanziell dürfte das Saisonziel ohnehin fest eingeplant sein – schließlich kann es nicht der Anspruch von Borussia Dortmund sein, außerhalb der Top 4 zu landen. Zudem bleiben andere wichtige Einnahmequellen speziell rund um die Spieltage in Zeiten leerer Stadien während der Corona-Pandemie aus.

Umso bitterer ist es aus schwarz-gelber Sicht, dass bei der Mission Champions League Jadon Sancho verletzungsbedingt einige Wochen nicht zur Verfügung stehen wird: „Sein Ausfall wiegt auch deshalb so schwer, weil es an Alternativen mangelt. Hazard kommt gerade erst von einer langwierigen Verletzungspause zurück. Reyna fehlte zuletzt ebenfalls und hat zudem mit Formschwäche zu kämpfen. Von der Verpflichtung von Julian Brandt hat man sich in Dortmund definitiv mehr versprochen“, ergänzt Caroline. So geht der BVB also personell alles andere als sorgenlos ins Abendspiel am Samstag. Auf blau-weißer Seite sieht die Personallage indes allerdings auch nicht wesentlich erfreulicher aus.

Hertha weiter ohne Cunha – aber mit Dilrosun?

Während beim BVB mit Jadon Sancho der neben Haaland wohl aktuell wichtigste Spieler im Kader ausfällt, plagt sich Hertha mit der Verletzung Matheus Cunhas mit derselben Sorge herum. Der Brasilianer, der bei der 2:5-Niederlage im Hinspiel noch beide Treffer erzielte, wird auch am Samstag noch nicht zur Verfügung stehen können, ebenso wenig wie Sami Khedira und der langzeitverletzte Dedryck Boyata. Neuzugang Radonjic hat derweil seine Leistenprobleme auskuriert und konnte unter der Woche wieder voll beim Training mitwirken. Eine Option für den Kader könnte auch der sehnsüchtig erwartete Javairo Dilrosun sein. Der Niederländer war schon Anfang letzter Woche wieder ins Teamtraining eingestiegen und könnte nun, mit einer zusätzlichen Woche Vorbereitung, wieder eine Option für Pal Dardai sein. Angesichts der Personalsorgen, insbesondere in der Offensive, könnte man diese Rückkehr kaum hoch genug einschätzen.

Titelbild: nordphotox xEngler nph00076 via Getty Images

Hertha BSC – FC Augsburg: Das erste Endspiel

Hertha BSC – FC Augsburg: Das erste Endspiel

Viel Aufwand, kein Ertrag. So lassen sich inzwischen alle Auftritte Herthas der letzten Wochen zusammenfassen. Auch gegen den VfL Wolfsburg, das defensivstärkste Team der Liga, gelang es Hertha ein ums andere Mal, gefährlich nach vorn zu kombinieren. In einer gerechten Welt hätte es zudem im Laufe der ersten Spielhälfte Elfmeter für ein Foul an Matheus Cunha geben müssen – aber das Leben ist nun mal kein Konjunktiv und schon gar nicht gerecht. Und so befindet sich die „Alte Dame“ weiterhin mittendrin im Schlamassel. Zuletzt konnte sich die geschundene Fanseele zumindest damit trösten, dass Gegner der Größenordnung Wolfsburg, Bayern, Frankfurt etc. nun mal nicht die Kragenweite Herthas sind und die Siege woanders geholt werden müssen. Dieses „Woanders“ ist Augsburg. Am Samstagnachmittag wird sich also entscheiden, wie sehr das Team von Pal Dardai Abstiegskampf kann. Alles andere als drei Zähler, zumal mit Leverkusen und Dortmund als nachfolgende Gegner vor der Brust, könnte dem Hauch von Aufbruchstimmung seit Pal Dardais Rückkehr ein jähes Ende bereiten.

Für unseren aktuellen Vorbericht haben wir Augsburg-Experte Andreas befragt, der uns unter anderem Einblicke in die Spielweise des FCA gibt.

Viel Ernüchterung nach kurzer Euphorie

Gikiewicz und Caligiuri waren Augsburgs Königstransfers im Sommer (Quelle: xkolbert-press/UlrichxGamelx via Getty Images)

Viele staunten nicht schlecht, als der FCA im Sommer auf einen Schlag die Verpflichtungen von Tobias Strobl, Rafal Gikiewicz und Daniel Caliguiri bekanntgab. Besonders die beiden Letztgenannten ließen gehörig aufhorchen und angesichts der sportlichen Lage des Ex-Vereins von Caliguiri wird sich die eine oder andere sicher fragen, wie sinnvoll es war, den Leistungsträger ziehen zu lassen.

Des einen Leid, des anderen Freud, denn beim FCA fügten sich beide sofort nahtlos ein und gelten seither für Andreas „sportlich und in der Mannschaft als absolute Gerüst-Spieler.“ Und so sah es zu Saisonbeginn gar so aus, als könnten die Neuzugänge den FCA zu neuen Höhen verhelfen. Nach Siegen gegen Union und den BVB standen für die Fuggerstädter nach zwei Spielen sechs Punkte zu Buche. Die Anfangseuphorie sollte jedoch schnell der etwas graueren Realität weichen. Zwar konnte sich Augsburg mit dem Sieg gegen Mainz am vergangenen Wochenende vorerst der gröbsten Abstiegssorgen entledigen und steht mit acht Punkten vor Hertha vergleichsweise gesichert dar. Aus neutraler und wohl auch aus Fansicht schwer zu ertragen, ist aber die Art und Weise, wie sich das Team von Heiko Herrlich diesen Vorsprung erarbeitet hat.

Herrlichs uneingelöstes Versprechen

Der Fußball, den Heiko Herrlich spielen lässt, wird dem Namen des FCA-Trainers aktuell nicht gerecht. (Quelle: Poolfoto Peter Schatz / Pool via Getty Images)

Denn Liebhaber der Fußballästhetik stehen bei Betrachtung der Spiele des FCA nicht gerade in Verdacht, ins Schwärmen zu geraten. So steht man immerhin defensiv stabil und hat mit 35 Gegentoren eine der besseren Hinterreihen der Liga. Im Spiel nach vorn sind die Partien allerdings alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. So sagt Andreas, dass man auch im Spiel gegen Mainz „mit Ballbesitz weiterhin wenig anfangen“ konnte. All das mutet insofern etwas merkwürdig an, als dass Herrlich „mit dem Grundtenor antrat, dass seine Mannschaften etwas mit dem Ball anzufangen wissen. Diesen Beweis ist er in Augsburg nachhaltig noch schuldig geblieben. Bei allem Pragmatismus muss da mehr kommen, um an eine Märchenzukunft glauben zu können.“, so Andreas angesprochen auf die Frage, inwiefern Heiko Herrlich auch der Trainer für die nächsten Jahre sein soll, wie es Stefan Reuter, Geschäftsführer des FCA, jüngst bekräftigte.

Die mangelhafte Kreativität im Spiel nach vorn scheint aber zumindest nicht unbemerkt geblieben zu sein. So verstärkten sich die Schwaben im Winter mit Lászlo Bénes, den man von Borussia Möchengladbach auslieh und der dem Mittelfeld mehr „spielerische Elemente“, wie Andreas es sagt, verleihen soll. Der FCA-Experte ordnet aber gleichzeitig ein, dass die „Eingewöhnung aber noch andauere“.

Hertha muss eine harte (Zirbel-)Nuss knacken

Im Hinblick darauf, dass Pal Dardai vor allem im Umschaltspiel Herthas Stärke sieht, ist Augsburg nicht gerade der Gegner, der dieser Spielweise entgegenkommt. Allzu viele gegnerische Angriffe, aus denen Hertha seinerseits Konterversuche starten kann, wird Herrlichs Mannschaft kaum fahren. Hertha muss es also gelingen, gegen eine tiefstehende Mannschaft Chancen zu kreieren. Wie gerufen kommt da die Nachricht aus dem Lazarett, dass Javairo Dilrosun wieder fit ist und ebenso wie Marvin Plattenhardt und Jordan Torunarigha am Samstagnachmittag im Aufgebot stehen könnte. Ein Comeback Dilrosuns wäre doppelt wichtig, da in Cunha, Randonjic und Leckie drei Offensivkräfte angeschlagen nicht zur Verfügung stehen werden. Selbiges gilt auch für Sami Khedira.  

Um den Ausfällen im Angriff beizukommen, wird es, wie Dardai bereits bestätigte, zu einer Doppelspitze aus Cordoba und Piatek kommen. Diesen Ansatz wählte der Ungar bereits in der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg, als er nach Cunhas Herausnahme umstellen musste. Auch wenn die „Alte Dame“ im zweiten Abschnitt weiterhin torlos blieb, so machten die Ansätze dennoch Lust auf mehr. Nur werden allein Ansätze nicht reichen, um die Klasse zu halten. Der Druck liegt ganz klar aufseiten der Hausherren.

Quelle Titelbild: Poolfoto WITTERS via Getty Images

VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Im Duell bei den Unüberwindbaren

VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Im Duell bei den Unüberwindbaren

Die Luft am Tabellenende wird zunehmend dünner. Durch den Sieg von Mainz 05 in Mönchengladnach am vergangenen Samstag trennt Hertha nur noch ein mickriger Zähler vom direkten Abstiegsplatz. Die punktgleichen Arminen haben zudem noch das Nachholspiel gegen Bremen in der Hinterhand, durch das sie demnach im schlimmsten Fall auf drei Punkte davonziehen können. Für Hertha, die nunmehr seit acht Spielen sieglos sind, wird es allerhöchste Zeit, dieser Serie ein Ende zu setzen. Doch der Spielplan meint es bei dieser Mission gerade alles andere als gut mit der „Alten Dame“. Nach Leipzig bekommt es die Mannschaft von Pal Dardai am Samstag mit dem hinter Frankfurt formstärksten Team der Liga zu tun – dem VfL Wolfsburg.

Um einen Einblick in die Situation beim VfL zu bekommen, haben wir mit Wolfsburg-Experte Dennis gesprochen, der uns unter anderem erzählt, was der große Trumpf der Wolfsburger in dieser Saison ist.

Die Null muss stehen

Neuzugang Lacroix hat großen Anteil an Wolfsburgs stabiler Defensive. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Bei der Suche nach Gründen, wieso es aktuell angenehmere Gegner als den VfL gibt, muss man nicht allzu tief graben. Kein einziges Mal musste Koen Casteels in den zurückliegenden sechs Partien hinter sich greifen. Was Wolfsburg aktuell so stark macht und auf Platz Drei in der Tabelle rangieren lässt, liegt also auf der Hand. Lediglich Leipzig kann mit einem Gegentor weniger eine noch stabilere Defensive aufweisen.

Für Dennis hängt dieser Umstand auch ganz stark mit einem ehemaligen Herthaner zusammen: „Das sind mehrere Faktoren, die da reinspielen. Einerseits die große Eingespieltheit – wir spielen seit einigen Spielen mehr oder weniger durchgängig mit derselben Startaufstellung, was sich ja gegen die Hertha jetzt erstmals wieder ändern wird. Jay Brooks, der wirklich eine beeindruckende Entwicklung gemacht hat, ist leider gelbgesperrt.

Anderseits ist es die Einsatzbereitschaft der ganzen Mannschaft. Man ist in den Bereichen der Lauf- und Sprintbereitschaft ligaweit vorne mit dabei, alle wissen genau, wo sie hinlaufen müssen, die Mechanismen innerhalb der Mannschaft funktionieren blind, Schlager und Arnold im Verbund mit der Innenverteidigung machen das Zentrum sehr, sehr gut dicht. Die Außenspieler in beiden Reihen sind zweikampfstark, einsatzfreudig und auch da funktioniert die Abstimmung richtig, richtig gut.“

Auch Neuzugang Lacroix, den man im Sommer für mittlerweile läppisch wirkende 5 Millionen Euro aus der zweiten französischen Liga geholt hat, spielt dabei eine wichtige Rolle und sei “brutal eingeschlagen“, wie Dennis sagt. Der Franzose drängte sich von Beginn an auf und stand bislang in 19 von 22 Ligaspielen in der Startelf.

Nur Wout Weghorst ist unverzichtbar

Die Ausgewogenheit des Kaders ist Wolfsburgs großer Trumpf. (Photo by Friedemann Vogel – Pool via Getty Images)

Doch auch fernab der Defensivabteilung fällt es aktuell schwer, eine Schwäche im von Jürg Schmadtke zusammengestellten Kader ausfindig zu machen. Zwar gab es im November letzten Jahres Dissonanzen zwischen dem Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke und Oliver Glasner, da Letzterer öffentlich seinen Unmut bekundete, keinen weiteren, temporeichen Außenspieler bekommen zu haben. So musste Oliver Glasner improvisieren und den eigentlich für die eine Position weiter hinten vorgesehenen Baku auf die rechte Offensivseite beordern. Dieser macht seine Sache seitdem zwar äußerst überzeugend. Dennoch sagt Dennis: „[…] ich finde nach wie vor, dass [Glasner] da nicht unrecht hat. Klar, letzte Woche hat Renato Steffen zwei wichtige Tore gemacht, auch Ridle Baku hat schon 4 Saisontreffer, so dass das gut abgefangen wird, aber es würde wirklich nicht schaden, diesen Wunsch umzusetzen. Ich gehe auch davon aus, dass dieser Wunsch des Trainers im Sommer sicher bedacht wird.“

Aber selbst für diese nach VfL-Maßstab unzureichend besetzte Position haben die „Wölfe“ mit „Brekalo, Victor, Philipp und Mehmedi starke Alternativen“. Optionen, von denen Hertha auf der Außenposition nur träumen könnte. Auch in den weiteren Mannschaftsteilen ist es den Verantwortlichen beeindruckend gelungen, sowohl in der Spitze als auch in der Breite Qualität zu holen: „Auf den Aussen hinten spielen momentan Mbabu und Otavio, die das wirklich gut machen“  

Auch im zentralen Mittelfeld muss sich Wolfsburg nicht vor allzu vielen Vereinen in der Bundesliga verstecken: „Spieler wie Arnold und Schlager (endlich, endlich komplett fit, nach dem Knöchelbruch in der letzten Saison) sind sicher nicht zu ersetzen – aber mit Gerhardt und dem Kapitän Guilavogui stehen hervorragende Ersatzspieler parat.“ Einzig das Sturmzentrum, in dem man mit Wout Weghorst an der Spitze der Nahrungskette einen der treffsichersten Spieler der Liga hat, würde bei einem Ausfall des Niederländers wohl Bauchschmerzen bereiten: „Hier ist der Qualitätsverlust sicher am höchsten“, ordnet Dennis ein.

Kein Spiel für Ballbesitzfanatiker

Doch trotz dieser Ausgewogenheit im Kader zeigt ein Blick auf die erzielten Tore, dass der Ruf von Glasner nach weiteren Verstärkungen durchaus seine Berechtigung hat. Hinter Wout Weghorst, der auf starke 14 Treffer in dieser Spielzeit kommt, ist Renato Steffen mit fünf Toren bereits der zweitgefährlichste Akteur im Kader. Gerade, wenn der VfL das Spiel machen muss, fiel es in der letzten Spielzeit oft schwer, sich Chancen herauszuspielen. Laut Dennis hat sich das Team in dieser Hinsicht weiterentwickelt: „Deutlich ist, dass die Mannschaft durch den hohen Einsatz und das Pressing auch gegen tiefstehende Gegner, Chancen kreieren kann. Das war letzte Saison noch ein klares Problem, das ist wesentlich besser geworden.“

Gleichzeitig bemerkt er aber auch, dass in der Offensive noch Luft nach oben besteht: „Es sind aber trotzdem nur 35 Tore – nicht die Welt für eine Mannschaft, die in den Europapokal will. Die Abläufe und Mechanismen werden besser, die Ruhe und das Bewusstsein, dass die Abwehr aktuell dicht hält, machen es aber leichter und gegen Bielefeld beispielsweise wurden ja auch wirklich schöne Tore erzielt. Es ist noch reichlich Potential da, aber die Mannschaft arbeitet daran.“

Da Hertha auf der anderen Seite sein Heil unter Pal Dardai in erster Linie im Umschaltspiel sucht, ist keine Partie mit langen Ballbesitzphasen zu erwarten. Aus blau-weißer Sicht wird es vor allem darauf angekommen, sich aus dem hohen Pressing der Wolfsburger zu befreien. Wie man das nicht macht, zeigten Guendouzi und Co. am letzten Sonntag schon sehr eindrucksvoll gegen Leipzig. An genügend Videomaterial dürfte es Pal Dardai also nicht mangeln.

Herthas Hoffen auf den „Krieger“

Nach dem zwar engagierten, aber letztlich einmal wieder punktlosen Auftritt gegen Leipzig, ruht die Last der Hoffnungen im blau-weißen Lager vor allem auf dem nach Muskelfaserriss wiedergenesenen Jhon Cordoba. Angesprochen auf den „Krieger“, wie ihn Pal Dardai in der jüngsten Pressekonferenz nannte, kam der Ungar aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Ob es aber für einen Startelfeinsatz reicht, ließ Dardai noch offen. Wieviel zusätzlichen Schub Jhon Cordoba dem Team geben kann, war eindrucksvoll am 14. Spieltag gegen Schalke zu beobachten, als der Angreifer, ebenfalls nach Verletzungspause, in die Startelf zurückkehrte und prompt seinen Treffer zum 3:0-Sieg beisteuerte. Dies war im Übrigen gleichzeitig der letzte Sieg der „Alten Dame“. Wenn das kein gutes Omen ist.

Quelle Titelbild: Photo by Odd Andersen – AFP via Getty Images

Hertha BSC – Leipzig: Im Duell mit dem letzten Bayernjäger

Hertha BSC – Leipzig: Im Duell mit dem letzten Bayernjäger

Da ist Hertha so gerade noch mit einem blauen Auge davongekommen – und das in doppelter Hinsicht. Am vergangenen Spieltag – dem dritten seit der Rückkehr von Pal Dardai – reichte es nach desolater erster Halbzeit immerhin noch zu einem Remis gegen den VfB Stuttgart. Zwei Tage darauf war man nach einer 3:1-Führung von Arminia Bielefeld in München zwischenzeitig dennoch auf dem Relegationsplatz wiederzufinden. Eine Leistungssteigerung der Bayern inklusive des folgenden Ausgleichs verhinderte das Schlimmste, jedenfalls vorerst. Denn Bielefeld hat weiterhin das Nachholspiel gegen Werder Bremen in der Rückhand. Hertha tut also gut daran, schleunigst zu punkten. Dass ausgerechnet in dieser Situation der Tabellenzweite Leipzig ins Olympiastadion kommt, ist nicht gerade dankbar.

Vor der anstehen Partie gegen die Sachsen haben wir Leipzig-Experte Kai Bieler gesprochen, der uns unter anderem erzählt, was Teams wie Frankfurt und Wolfsburg der Mannschaft von Julian Nagelsmann voraus haben.

Leipzig als letzter Konkurrent für Bayern?

Leipzig ist mit fünf Punkten Rückstand auf Bayern noch dabei im Rennen um den Titel. (Photo by ANNEGRET HILSE / POOL / AFP via Getty Images)

Spricht man dieser Tage von der nicht enden wollenden nationalen Dominanz der Bayern, gingen die Blicke derer, die sich etwas Abwechslung an der Tabellenspitze wünschen, in der Vergangenheit immer häufiger nach Leipzig denn nach Dortmund. Die Sachsen sind auf gutem Wege, dem BVB den Rang als Nummer zwei der Liga abzulaufen. Spätestens mit der Verpflichtung von Nagelsmann, an dem auch Dortmund zu dessen Hoffenheimer Zeiten starkes Interesse hatte, wurde dieser Anspruch untermauert.

Schon in Nagelsmanns erster Saison sah es so aus, als könnte der ganz große Coup gelingen. Mit vier Punkten Vorsprung vor dem Branchenprimus aus München beendete Leipzig als Herbstmeister die Hinrunde. Am Ende lief man nach einer an den Ansprüchen gemessen enttäuschenden Rückrunde lediglich auf Platz Drei mit 16 Zählern Rückstand ein.

Eine vertane Chance, von der man im Sommer nicht unbedingt dachte, dass sie so schnell wiederkommen könnte. Immerhin verlor man mit Timo Werner und Patrik Schick 38 Saisontore. Und dennoch bleibt nach 22 Spieltagen zu konstatieren, dass die Meisterschaft, auch wenn dazu einiges zusammenkommen muss, bei fünf Punkten Differenz zu den Bayern noch keinesfalls abgeschrieben werden muss. Durch den Ausrutscher vom FCB gegen Bielefeld ist wieder etwas Spannung in die Gemengelage gekommen. Hinzu kommt, dass sich Leipzig durch die 0:2-Niederlage im Hinspiel des Champions League-Achtelfinals gegen Liverpool vermutlich demnächst auf einen Wettbewerb weniger konzentrieren muss. Es ist also alles anbereitet für eine spannende Rückrunde.

Die eine (entscheidende) Schwäche im Leipziger Kader

Die Neuzugägen rund um Alexander Sörloth schlagen bislang noch nicht ein. (Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)

Dass es diese fünf Punkte Rückstand sind und Leipzig aktuell nicht von der Spitze aus das Treiben beobachtet, liegt aus Sicht von Kai neben „unnötigen Punktverlusten gegen Köln, Mainz und Wolfsburg“ an der Tatsache, dass den Sachsen ein „erfolgreicher Stürmer wie Lewandowski, Silva, Haaland oder Weghorst“ fehlt. Während die angesprochenen Kandidaten allesamt für 20 plus X Tore (im Falle von Lewandowskis aktueller Quote eher 40 plus X) gut sind, geht der Mannschaft von Julian Nagelsmann solch ein Spieler komplett abhanden.

Bis auf Rang 28 muss man sich durch die Torjägerliste navigieren, um mit Marcel Sabitzer, der zusammen mit Angelino, Forsberg, Nkunku und Poulsen bei vier geschossenen Toren steht, den treffsichersten Leipziger zu finden. So stellt Kai ernüchtert fest: „Mittlerweile ist das Fehlen eines treffsicheren Mittelstürmers im Kader nicht mehr wegzudiskutieren. In der bisherigen Saison hat man sich die drittmeisten Torchancen erspielt (425), daraus aber nur 37 Tore erzielt. Zum Vergleich: Der FC Bayern machte aus 460 Chancen 61 Tore. Dieses Defizit verhindert ganz klar alle weitergehenden Titelambitionen.“

Nun ist es aber keinesfalls so, als wären die Leipziger Verantwortlichen sehenden Auges in diese Problematik hineingeraten. Dass es nach den Abgängen von Schick und allen voran natürlich Timo Werner Zugänge im Sturm braucht, wurde sehr wohl erkannt. So investierte Leipzig unter anderem 20 Millionen Euro in den Norweger Alexander Sörloth, der in der vergangenen Saison mit 24 Toren in 34 Spielen immerhin Torschützenkönig in der Türkei wurde. Von diesem Torinstinkt ist, seit er das Trikot der Sachsen trägt, allerdings nichts zu erkennen, wie Kai resümiert: „Der Norweger erzielte in 19 Einsätzen erst ein einziges Tor. Er wirkt zwar zunehmend besser eingebunden in die Abläufe auf dem Platz, vergibt seine wenigen Chancen auf fast schon tragisch-komische Art und Weise. Hier an einen späten Durchbruch zu glauben, fällt mir zusehends schwer.“

Die fehlende Breite als Vorteil für Hertha?

Doch Sörloth ist nicht der einzige Neuzugang, der bislang nicht zu überzeugen weiß. Generell lässt sich konstatieren, dass die angedachten Verstärkungen dieser Bezeichnung aktuell noch nicht gerecht werden. So fasst Kai zusammen, dass „weder im letzten Bundesliga-Spiel gegen Augsburg noch gegen Liverpool in der Champions League einer der Neuzugänge in der Startaufstellung stand. Sowohl Hwang mit ganzen 142 Einsatzminuten als auch Samardzic (177). Kluivert (344) und Henrichs (344) konnten bisher aufgrund von Verletzungen in besonderer Weise auf sich aufmerksam machen. Abschreiben würde ich deshalb aber noch keinen der vier.“

Zumindest für den kommenden Spieltag zeichnet sich also nicht ab, dass einer der Neuzugänge seinen großen Durchbruch erleben wird. Nach dem kraftraubenden Spiel gegen Liverpool am Dienstag könnte hierin ein kleiner Hoffnungsschimmer für Hertha bestehen, da Nagelsmann zumindest auf ein paar Positionen wird rotieren müssen.

Leipzigs Dominanz = Herthas Chance?

Während sich Leipzig also erst ab Mittwoch intensiv in der Trainingsarbeit mit Hertha beschäftigt haben dürfte, konnte Pal Dardai die gesamte Woche mit dem Fokus auf das Team von Julian Nagelsmann ausrichten. Nimmt man die bisherigen Partien gegen Frankfurt, Bayern und Stuttgart als Schablone, könnte den Berlinern Leipzig sogar liegen. Während gegen Stuttgart, die nicht gerade bekannt dafür sind, das Spiel selbst zu machen, nach vorne lange wenig bis gar nichts zustandekam, gelang es Hertha gegen Frankfurt und Bayern, als man sich auf das von Dardai forcierte Umschaltspiel konzentrieren konnte, immer wieder, sich gefährlich vor das Tor zu kombinieren.

Da Hertha auch gegen Leipzig nicht in die Verlegenheit kommen wird, allzu oft aus eigenem Ballbesitz heraus etwas zu kreieren, könnte dies eine Chance für das Team von Pal Dardai sein. So oder so – Punkte müssen schleunigst her.

Quelle Titelbild: Photo by Odd Andersen – AFP via Getty Images

Vorschau: VfB Stuttgart – Hertha BSC: Sind aller guten Dinge drei?

Vorschau: VfB Stuttgart – Hertha BSC: Sind aller guten Dinge drei?

Zum Auftakt seiner erneuten Amtsführung gab es für Pal Dardai zwei Niederlagen. Weder gegen Eintracht Frankfurt, noch gegen den FC Bayern München konnte gepunktet werden. Nun steht das dritte Spiel in der Saison mit Dardai als Trainer an, gegen den VfB Stuttgart. Doch was können wir von den Schwaben erwarten – und was von Hertha?

Darüber haben wir mit den Stuttgart-Experten Sebastian Rose und Andreas Zweigle von vertikalpass.de gesprochen.

Der VfB Stuttgart spielt so, wie man es von einem Aufsteiger nicht unbedingt erwartet. Ihr Spiel ist von frischem, torhungrigem Offensivfußball durch junge Charaktere geprägt. Zurück in der ersten Bundesliga präsentieren sich die Schwaben, als wären sie nie weggewesen. Zurecht haben sie sich in der aktuellen Saison im Mittelfeld etabliert.

Starker VfB: Davor muss sich Hertha in Acht nehmen

„Viele Spieler haben den nächsten Schritt gemacht“, sagen die Stuttgart-Experten Sebastian Rose und Andreas Zweigle über ihre Mannschaft. Einige sogar den Übernächsten, finden sie. Etwa Mateo Klimowicz oder Tanguy Coulibaly, die in der zweiten Bundesliga kaum eine Rolle gespielt hätten – nun aber beide einen Dauerplatz in der Startelf inne haben.

Eine große Stärke von Stuttgart und „den jungen Wilden“ liege darin, dass die Mannschaft nie aufgeben würde. „Auch bei Rückständen nicht“, sagen die Beiden. Aber wie es oft bei einer jungen Mannschaft ist, so schwankt auch bei den Schwaben die Formkurve häufig. Als Beleg dienen dabei das letzte Spiel, eine 2:5-Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Auch gegen Bielefeld unterlag man mit 0:3 deutlich. Wohingegen die Schwaben zu Hause gegen Gladbach einen Punkt holen und Borussia Dortmund auswärts mit 5:1 besiegen konnten.

(Photo by Focke Strangmann – Pool/Getty Images)

Der VfB spielt flexiblen Offensivfußball, mit schnellen Spielern, die immer wieder in die Tiefe stoßen und so Gegenspieler an sich binden. „Das Team such immer die spielerische Lösung und glaubt immer an den Erfolg“, sagen Sebastian Rose und Andreas Zweigle. Vom tiefstehendem Aufsteiger, welcher mit langen Bällen in die Spitze operiert, kann hier nicht die Rede sein.

„Wenn das Team Raum für sein schnelles Umschaltspiel bekommt, dann ist der VfB nur sehr schwer zu verteidigen“, sagen die Beiden. Denn dann geht es mit schnellen Pässen von hinten nach vorne – Konterfußball, der gekonnt ist. Stuttgart funktioniert vor allem als „Underdog“, wenn der Gegner den Ball hat und das Spiel zu lenken gedenkt. Dann aber grätscht das kompakte Mittelfeld der Schwaben am liebsten zu, geht aggressiv in das Pressing und erobert sich den Ball, um ihn schnell und direkt in die Spitzen zu spielen.

Für Hertha ist der VfB Stuttgart ein durchaus ungemütlicher Gegner, liegen den Berlinern doch selbst auch Mannschaften eher, die selbst das Spiel gestalten. Rückt Hertha in diese Rolle, weiß das Team zu oft zu wenig mit dem Ball anzufangen.

Was für ein Spiel werden wir also sehen?

Skeptisch betrachtet wird es ein Spiel bestehend aus dem Mittelfeld beider Teams und einer großen Portion Langeweile. Läuft es klassisch, findet Hertha nicht die Lücken in der Abwehr des Gegners und schiebt den Ball dauerhaft hin und her, von der einen Seite zur Anderen – und zum Torwart, vermutlich Rune Jarstein. Auch Stuttgart wird es dann schwer haben, gegen eine tiefe und dichtstehende Berliner Abwehr. Aber, es kann auch alles anders laufen.

„Als Problemzone hat sich in den letzten Spielen die rechte Defensivseite entpuppt“, sagen die zwei Experten. Weder Pascal Stenzel noch Dinos Mavropanos haben sich hier dauerhaft beweisen können. Und die favorisierte Dreierkette in der Abwehr könnte für die schnelle und technisch starke Offensive der Berliner wie gerufen kommen.

(Photo by STEFANIE LOOS/AFP via Getty Images)

Gespannt sein darf man in jedem Fall auf die Aufstellung von Pal Dardai. Sowohl gegen Frankfurt als auch gegen Bayern wusste er mit einigen Änderungen zu überraschen. Darüber zu spekulieren wie gespielt wird, scheint deshalb sehr (wage)mutig. Also wieder zum VfB:

Mit Nicolas Gonzales fällt der drittbeste Scorer des Teams aus. Sorgen bereitet das Sebastian Rose und Andreas Zweigle aber nicht. „Er fehlte bereits zu Beginn der Saison und die Mannschaft konnte das gut kompensieren“, sagen sie. Etwa durch Sasa Kalajdzic, der ein gänzlich anderer Spielertyp sei und vor allem durch seine hohe Körpergröße von zwei Metern und dem einergehendem Kopfballspiel auffallen würde. Bekanntlich sind die Berliner bei Standards auch durchaus anfällig. Dennoch „sollte er nicht nur auf sein Kopfballspiel reduziert werden“, sagen die beiden weiter. Kalajdzic könne vielseitig einsetzbar sein, etwa im Kombinationsspiel oder auch als „klassischer Wanderspieler“, der die Meter macht und ins Gegenpressing geht. „Acht Tore sprechen für sich“, fassen die Beiden über ihn zusammen.

Und die Beiden haben eine Warnung an die Berliner Mannschaft: „Im Prinzip aber müsst ihr auf alle aufpassen, nur unseren Keeper Kobel könnt ihr ungedeckt lassen“, sagen sie. Na dann.

Ascacibar und Khedira an alter Wirkungsstätte

Angesprochen auf die Hertha, nennen die Beiden Matheus Cunha. „Er scheint euer Unterschiedsspieler zu sein“, sagen sie. Und nach seiner verpassten Chance in den Schlussminuten gegen Bayern und weiteren Spielen, in denen Cunha eben nicht den Unterschied gemacht hat, wird er heiß darauf sein, gegen Stuttgart etwas wieder gut zu machen.

Auch Santiago Ascacibar wird vermutlich wieder spielen. Dardai steht einfach auf Kämpfer und jene, die mit Herzblut und Leidenschaft dabei sind, also auch die nötige Härte mit sich bringen. Gegen Bayern überzeugte der „junge Skjelbred“, wie ihn Dardai taufte, mit starken Tacklings, Grätschen und wusste es gut, die Lücken zu schließen. Wer weiß, was dem Ex-Stuttgarter gegen seinen alten Verein noch so einfällt.

Zu überzeugen wusste vor allem auch Neuzugang Nemanja Radonjic. Gegen Bayern wurde er zwar erst in der 63. Minute eingewechselt, überzeugte in der guten halben Stunde aber mit extrem starken Dribblings auf seiner linken Seite, welche teilweise sogar die Bayern-Defensive schwindelig werden lies. Ihm könnte gegen Stuttgart gar ein Startelfeinsatz winken. Anders als Sami Khedira, dem man die viele Zeit ohne Spiele bei Juventus Turin ansah. Gleichsam spürte man aber auch seine Präsenz auf dem Platz – die Antwort ist ja: Er kann der Leader sein, den Hertha brauchte. 99 Spiele hat er in der Bundesliga schon auf dem Buckel – 98 davon beim VfB Stuttgart. Vielleicht folgt gegen sie mit einer Einwechslung sein 100.

Foto: xMatthiasxKochx/IMAGO

Schlussendlich prognostizieren die Beiden kein schönes Spiel. Eben weil beide Teams sich gegenseitig neutralisieren könnten und es beiden Teams schwer fällt, das Spiel über den eigenen Ballbesitz heraus gefährlich zu gestalten. „Am Ende wird es aber zwei zu eins für den VfB ausgehen“, glauben sie. Doch das prognostizierte Tor für Hertha, solle dabei ein ganz besonderes sein. „Den Treffer für die Hertha erzielt natürlich Sami Khedira in seinem 100. Bundesligaeinsatz.

[Titelbild: Photo by Maja Hitij/Getty Images]

Vorschau: Hertha BSC – FC Bayern München: Mach‘s noch einmal, Pál

Vorschau: Hertha BSC – FC Bayern München: Mach‘s noch einmal, Pál

Trotz im Ergebnis verdienter Niederlage hat Pál Dárdai schon im Spiel gegen Eintracht Frankfurt gezeigt, dass die von Nostalgie angefeuerte Euphorie der Hertha-Fans nicht ganz unberechtigt war. Das Auftreten der Mannschaft gegen formstarke Frankfurter machte durchaus Hoffnung für die Zukunft. Aber Herthas größter Feind scheint jetzt der Spielplan. Denn in den nächsten Spielen trifft man auf die großen Namen des deutschen Fußballs und RaBa Leipzig. Am Freitagabend wartet zu ungewöhnlicher Anstoßzeit schon um 20 Uhr der FC Bayern München.

Wir haben Bayern-Experte Justin Kraft von FC-Bayern-Blog Miasanrot.de gefragt, wie es um den FC Bayern steht und wo sich Hertha Chancen bieten könnten.

„Formschwach“ zur Meisterschaft

30-maliger Deutscher Meister, mittlerweile 20-facher Pokalsieger, amtierender Champions League-Sieger. Viel mehr braucht es nicht, um den FC Bayern München zu beschreiben. Auch in dieser eng getakteten Corona-Saison stehen die Bayern schon wieder mit sieben Punkten Vorsprung uneinholbar an der Spitze, es winkt die neunte Meisterschaft in Folge.

Dabei war in den letzten Wochen und Monaten doch immer wieder von einer Formschwäche die Rede? Davon weiß die Tabelle nichts. Neben zugegeben glanzloseren, aber eben doch siegreichen Partien, wurden zuletzt die Gegner aus Herthas Tabellenregion auch wieder etwas deutlicher in die Schranken gewiesen.

(Photo by Adam Pretty/Getty Images)

Bayern-Experte Justin Kraft sagt dazu: „Es stimmt, dass die letzten Gegner nicht zu den Top-Teams der Liga gehören. Hertha gehört im Moment aber auch nicht dazu. Demnach erwarte ich schon, dass die Bayern dieses Spiel mit viel Raumkontrolle und einem klaren Chancenplus abschließen werden. […] Gegen Hoffenheim gab es einige Momente, in denen das Spiel hätte anders laufen können.“

„Und warum sollte Hertha das nicht auch gelingen? Bayern ist zwar auf gutem Wege, sich in eine Art Flow zu spielen und Stück für Stück das nötige Selbstverständnis zurückzuerlangen, um Spiele (auch deutlich) zu gewinnen, aber sie sind noch ein Stück entfernt von der Souveränität des vergangenen Sommers, wo sie in nahezu keinem Bundesliga-Spiel Momente aufkamen ließen, in denen der Gegner sich ernsthafte Hoffnungen machen konnte.“

Unruhen? Ärger?! Spannungen?!? Eher nicht

Im neuen Jahr begleiten den Verein dazu (vermeintliche) Unruhen. So tauchte Corentin Tolisso mitten im Lockdown plötzlich mit einem neuem Tattoo auf – das kommt Hertha-Fans doch bekannt vor. „Selbstverständlich ist die Aktion von Tolisso […] mehr als ärgerlich. Ein Klub wie der FC Bayern wird damit aber umgehen können und das auch verkraften“, sieht Justin keine atmosphärischen Probleme.

Zu guter Letzt kamen Gerüchte zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Trainer Hansi Flick[1]  auf. Hasan vs. Hansi – hapert‘s heftig? Eher nicht, verrät uns Justin: „Wie so oft wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen. Ich bin ganz sicher, dass Salihamidzic und Flick unterschiedliche Ansichten haben, was den Kader angeht. Das liegt größtenteils auch an der Perspektive. Natürlich schaut der eine eher auf die wirtschaftlichen Aspekte, während der andere vor allem auf das sportliche Geschehen schaut. Dafür ist man schließlich auch ein Team: […] Wichtig ist, dass beide trotzdem in eine Richtung arbeiten und ich habe nicht das Gefühl, dass das beim FC Bayern aktuell nicht der Fall ist. […] Den Umständen entsprechend macht der FC Bayern aber einen richtig guten Job. Ich rechne deshalb nicht damit, dass die kleinen Reibereien zu größeren Konsequenzen führen.“

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Also doch keine störenden Unruhen beim FC Hollywood. Dafür schürten die Münchner bei den Hertha-Fans kurzzeitig Panik, als bekannt wurde, dass die Bayern auf die Idee gekommen seien, dass mit dem Herthaner Eigengewächs Luca Netz ein guter Fang für die Zukunft gelingen könne.

Doch das scheint vorerst vom Tisch, weiß auch Justin: „Netz ist ein toller Spieler und hat das Talent, es weit zu bringen. Dass der FC Bayern da interessiert ist, wundert mich nicht. Mit Torben Rhein konnte man ja vor einigen Jahren schon einen talentierten Herthaner abwerben. […] Aus meinem Berliner Umfeld höre ich schon seit einigen Wochen, dass Netz‘ Vertrag kurz vor der Verlängerung stehe und meinen Informationen nach ist Bayern schon mal bei ihm abgeblitzt. Aber so ist das Geschäft. Bayern wird nicht jeden Spieler verpflichten können und das ist auch gut so. Ich denke, Netz wird bei Hertha gute nächste Schritte machen.“ Vielleicht auch schon wieder gegen den FC Bayern.

Bayern scheint sportlich also aus dem kleineren Tal gelangt zu sein und auch von Unruhe dürfte angesichts des kürzlich vollzogenen Komplettaustauschs der handelnden Personen eher bei Hertha etwas zu spüren sein. Darf man sich dennoch Hoffnung auf Zählbares gegen die Bayern machen?

Angstgegner Dárdai?

Rückkehrer Dárdai konnte der Alten Dame trotz Niederlage gegen Frankfurt durchaus schon wieder Leben einhauchen. Außerdem sieht seine Bilanz gegen den FC Bayern gar nicht mal so schlecht aus – in vier der letzten sechs Partien verließ Hertha dabei nicht als Verlierer den Platz. Bayern-Experte Justin: „Das ist eine interessante Statistik, die ich so zunächst gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Allerdings muss man einschränken, dass Dárdai aus seinen zehn Duellen mit Bayern nur eines gewinnen konnte und die letzten beiden verloren wurden. Der Angstgegner-Ruf muss also neu bewiesen werden. Grundsätzlich sind Spiele bei Hertha BSC aber fast immer kompliziert gewesen für die Bayern.“

Dardais Fußball stand in der Vergangenheit für Solidität statt Spektakel. Das sieht auch Justin so: „Aggressivität, defensive Stabilität, schnörkelloses Umschaltspiel und mitunter eine absurde Effizienz vor dem Tor. Teilweise hat Hertha aus 0 Abschlüssen ein Tor gemacht – Hoffenheim lässt grüßen. […]

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Bayern darf die Qualität Herthas keinesfalls unterschätzen. Es wird darum gehen, den kompakten Block des Gegners ständig in Bewegung zu halten. Ein Schlüsselspieler dafür ist Thomas Müller, der mit seinen Läufen und Pässen aktuell nahezu jede Defensive fast im Alleingang aushebeln kann. Er wird auch gegen Hertha viel unterwegs sein, immer wieder Räume für sich selbst oder seine Mitspieler öffnen und dann kommt es darauf an, mit welcher Schärfe und Präzision die Bayern diese bespielen.“ Für den Primus bahnt sich also ein Geduldspiel an. Für Hertha wird es auf der anderen Seite darum gehen, die Konzentration hochzuhalten und so möglichst keine Fehler zu machen.

Offensiv dürfte Hertha wie schon gegen Frankfurt größtenteils auf Konter über die schnellen Stürmer setzen. Damit hatte die Bayern-Abwehr in der Hinrunde ab und an Probleme und auch Dodi Lukébakio dürfte sich mit einem Lächeln an eine vogelwilde Münchener Hintermannschaft zu Düsseldorfer Zeiten erinnern.

Bayerns Abwehrprobleme – Ein Prozess

Justin fasst mögliche Schwächen der bajuwarischen Defensive zusammen: „Es gab eine Phase in der Hinrunde, da war die ganze Mannschaft nicht gut aufeinander abgestimmt und dementsprechend kam es auch zu Missverständnissen in der Innenverteidigung. Das lag aber auch an der ständigen Rotation. Seit Flick wieder auf das Duo Alaba/Boateng setzt, hat sich das reduziert. Beide werden meinem Eindruck nach von Spiel zu Spiel stabiler und sind für sich genommen in guter Verfassung.

Viel problematischer sehe ich die Außenverteidiger-Positionen. Hier sind Pavard und Davies nach wie vor in einer Formkrise. Gegen Hoffenheim schafften die Bayern es kaum, auch nur eine Flanke oder Kombination von außen im Ansatz zu verteidigen. Wenn dann in 90 Minuten der Ball zehn Mal gefährlich in deinen Strafraum fliegt, hast du als Innenverteidiger zwangsweise irgendwann einen schwachen Moment. Egal, ob du Alaba, van Dijk oder Beckenbauer bist.

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Es ging von Anfang an darum, die Mannschaft zu stabilisieren und dann sehen die Innenverteidiger automatisch wieder besser aus. Zu diesem Prozess zählt, dass einer der beiden Außenverteidiger (meistens der Rechtsverteidiger) nun konsequenter in einer Art Dreierkette absichert. Dadurch gab es weniger Momente, in denen ein langer Ball die ganze Abwehr ausgehebelt hat. Für Hertha wird es demnach vor allem darauf ankommen, die Außenverteidiger in Eins-gegen-eins-Duelle zu bringen und von den Flügeln nach innen durchzubrechen oder per Flanke erfolgreich zu sein. Drei-Tore-Lukébakio kann mit seinem Tempo, seiner Physis und seinem Gespür für Tore gegen die Bayern natürlich trotzdem eine große Gefahr darstellen.“

Aussichtslos ist die Lage für Hertha also auch nicht. Zugutekommen könnte dabei auch der Corona-bedingte Ausfall Leon Goretzkas.

Wie wird Goretzka ersetzt?

Wird Goretzka wie in der letzten Woche wieder von Sommer-Verpflichtung Marc Roca vertreten oder darf Tolisso nach seinem Tattoo-Fauxpas ran? Und wie schlagen sich die anderen Sommerneuzugänge?

Justin hat für uns eine ausführlichere Antwort auf diese Fragen gefunden: „Gegen Hoffenheim konnte Roca durchaus überzeugen – allerdings im Kontext seiner aktuellen Situation. […] Mit 24 Jahren ist er immer noch ein junger Spieler, von dem man nicht uneingeschränkt erwarten sollte, dass er sofort ankommt. […] Roca hat vor allem gegen den Ball Probleme, sich an Intensität und Laufwege anzupassen. Er rückt oft zu schnell oder zu langsam heraus, verpasst es, Druck auf den Ball auszuüben oder lässt sich einfach überrennen. Das liegt nicht daran, dass er es nicht besser kann, sondern schlicht daran, dass ihm und Flick die Zeit fehlen. […]

Tolisso konnte als Goretzka-Ersatz zwar auch nicht überzeugen, hat aber immerhin die wichtigsten taktischen Abläufe verinnerlicht und macht weniger Fehler, was die Orientierung gegen den Ball und in Umschaltmomenten angeht. Das wird den Unterschied gemacht haben. Gegen Hertha könnte Roca aber tatsächlich erneut eine Chance bekommen, wenn Tolisso nach seinem Tattoo-Gate zurückkehren sollte.

Bayerns Neuzugänge – Noch nicht angekommen

Was für Roca gilt, gilt natürlich für alle Neuen. Je mehr Zeit vergeht, umso besser funktionieren auch einzelne Abläufe. […] Nüchtern betrachtet hat keiner von den Last-Minute-Einkäufen bisher funktioniert. Das ist für den Status-quo ein großes Problem, weil Flick nur dann unbesorgt im größeren Stil wechseln kann, wenn seine Mannschaft hoch führt. Mittelfristig sollte man Spieler wie Roca oder Choupo-Moting aber nicht fallen lassen. Letzterer ist ohnehin nur für die wenigen Augenblicke gedacht, in denen Lewandowski mal pausiert, während ersterer sich noch weiterentwickeln wird.

Von Costa hat man sich eine Art Perišić-Effekt erhofft – also dass der Spieler ohne große Eingewöhnung sofort auf Bundesliga-Niveau funktioniert. Das trat nicht ein, aber die Leihe wird sowieso im Sommer beendet und dann redet kaum mehr jemand darüber. Vom vierten Flügelspieler ist der Erfolg des FCB nicht abhängig.

Sarr ist tatsächlich der einzige Transfer, der mich mit vielen Fragezeichen zurücklässt. Zwar bin ich nach wie vor der Meinung, dass auch er weiterhin eine faire Chance erhalten sollte, aber ich sehe noch nicht die nötige Qualität, die ein Rechtsverteidiger bei den Bayern braucht. Das ist deshalb so ärgerlich, weil Pavard schon länger in einem Formtief ist.

Sané ist der Neuzugang, den ich am unkritischsten sehe. […] Wenn das aktuell der Sané ist, der noch lange nicht bei 100 % ist, dann freue ich mich umso mehr auf den Top-Sané. […] Die meisten seiner Schwächen resultieren aus Momenten, in denen er eine falsche Entscheidung auf den Platz trifft. […] Bei den Bayern spielt er meist stark eingerückt im Halbraum, muss viele Bälle mit dem Rücken zum Tor kontrollieren und kann seltener sein Tempo von außen einbringen. Darüber hinaus fehlt ihm meist die Unterstützung eines hinter- oder vorderlaufenden Rechtsverteidigers. Ich denke, dass ihn die aktuelle Phase stärker und besser machen wird. […] Und wenn wir ganz ehrlich sind, ist das auch Kritik auf sehr hohem Niveau. Seine Torbeteiligungsquote ist jetzt schon sehr stark und spätestens wenn er eine ganze Vorbereitung mit dem Team hatte, wird er einen Sprung nach vorn machen. Da bin ich sicher.“

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Die meisten Bayern-Neuzugänge haben also noch nicht wirklich überzeugt, kommen aber so langsam ins Rollen.

Kurzfristig ist der bisher mäßige Erfolg aber ohnehin noch nicht ins Kontor geschlagen. Denn die Bayern-Achse der letzten Jahre liefert noch immer Spiel für Spiel ab – trotz anstehender Klub-WM auch gegen Hertha, vermutet Justin: „Flick hat im neuen Jahr recht konsequent an der Achse seines Teams festgehalten. Wenn er rotiert hat, dann auf den Außenbahnen. Hier könnte ich mir vorstellen, dass Hernández für Davies beginnt. Vorne wird vermutlich der Würfel darüber entscheiden, welcher der drei Flügelspieler startet und hinten rechts rechne ich eher mit Pavard als mit Süle, wobei letzterer bewiesen hat, dass er eine Option ist. Insbesondere die so wichtige Achse aus Neuer, Innenverteidigern, Kimmich, Müller und Lewandowski wird Flick tendenziell aber nicht verändern.“

Und bei Hertha?

Und wie geht Hertha die Partie an? Am Deadline Day wurden mit Sami Khedira und Leihspieler Nemanja Radonjić noch zwei Last-Minute-Neuzugänge präsentiert, die offensichtliche Schwachstellen beheben sollen. Während Radonjić aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls Javairo Dilrosuns der einzige gelernte Linksaußen im Kader ist, tummeln sich auf Khediras Position im zentralen Mittelfeld einige Konkurrenten. Der deutsche, spanische, italienische und Weltmeister könnte deswegen vor allem als Leader und Mentalitätsspieler gefragt sein.

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Fraglich, ob die beiden Wintertransfers nach weniger als einer Trainingswoche schon gegen München beginnen dürfen. Abseits davon hat Dárdai eigentlich wenig Grund, System oder Personal zu wechseln. So fällt Jhon Córdoba weiterhin aus, weswegen Krzysztof Piątek seinen ordentlichen Auftritt gegen Frankfurt und die lobenden Worte Dárdais bestätigen darf. Auch Trainerliebling Marvin Plattenhardt fehlt weiter. Maxi Mittelstädt könnte diesmal gegenüber dem jungen und unerfahrenen Luca Netz den Vorzug und so die Möglichkeit bekommen, seine unglückliche Aktion in der Schlussminute des Hinspiels vergessen zu machen.

Die dárdaische Euphorie ist noch nicht verflogen, die Bayern scheinen in dieser Saison schlagbar und Dárdai sah gegen Bayern sowieso immer wieder gut aus. Aber es bleibt der FC Bayern. Und so warnt uns Justin eindrücklich: „Prozente rausnehmen werden die Bayern […] keinesfalls.“

[Titelbild: Photo by Sebastian Widmann/Getty Images]