Drei Thesen zu: Hertha BSC gegen Bayern München

Drei Thesen zu: Hertha BSC gegen Bayern München

Die massive Enttäuschung der Pokal-Derbyniederlage im eigenen Stadion ist gerade mal vier Tage her und Hertha BSC muss gegen keinen Geringeren als Rekordmeister Bayern München antreten. Eine Mammutaufgabe, denn die formschwachen Berliner brauchen gegen die Bayern einen ausnahmslos perfekten Tag, um etwas Zählbares mitzunehmen. In Anbetracht der verlorenen Stadtmeisterschaft und der damit verbundenen Stimmung keine guten Voraussetzungen für das Spiel gegen den stärksten Gegner der Saison.

Doch Zweckoptimismus kann in den schwersten Situationen helfen. Auch wenn es nicht einfach war, Hoffnungsschimmer für die kommende Partie zu finden. Hier sind drei ansatzweise positive Thesen für das Spiel gegen Bayern München.  

These 1: Hertha geht gegen Bayern nicht baden

Eine steile These, die gleichzeitig nicht besonders viel Vorfreude auf das kommende Spiel macht. Aber gegen Bayern ist die Wahrscheinlichkeit immer hoch, eine richtige Packung zu kassieren. Das wird am Sonntag nicht passieren.

Anders als im Hinspiel sieht Hertha gegen den Tabellenführer und andere Topteams besser aus als erwartet. Nicht zuletzt gegen die Dortmunder ist es der Mannschaft gelungen, eine gute Leistung zu zeigen und die Punkte sogar in Berlin zu behalten. Die Mannschaft steht jetzt mit einem Punkt aus den ersten drei Pflichtspielen in der Rückrunde mit dem Rücken zur Wand und wird dieser Form trotzen.

hertha bayern
(Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Niemand rechnet mit einer Leistungsexplosion. Niemand rechnet mit einem Sieg. Ein passender Moment, denn unter unmittelbarem Druck zerbrach die Mannschaft in dieser Saison oft. Ohne hohe Erwartungen wird Hertha befreiter aufspielen.

These 2: Jovetic und Belfodil werden das Offensivspiel wiederbeleben

Wenn zwei Spieler in der Offensive diese Saison für Gefahr gesorgt haben, dann unser Dreamteam aus Stevan Jovetic und Ishak Belfodil. Doch der verletzungsanfällige Montenegriner fiel in den letzten vier Spielen aus und auch Belfodil musste Corona-bedingt aussetzen.

Dementsprechend wenig inspirierend und eher planlos sahen viele offensiven Bemühungen in den letzten Spielen aus. Jetzt sind beide wiedervereint und im Gegensatz zur wackeligen Defensive macht die personelle Situation vorne wieder mehr Hoffnung.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Gegen Upamecano, Süle und Neuer wird es besonders schwer, für Gefahr zu sorgen. Doch die Harmonie und Abstimmung zwischen den beiden Offensivakteuren könnte ein Lichtblick für die Blau-Weißen sein, um entscheidende Nadelstiche bei den Münchnern zu setzen.


Nach dem verlorenen Derby wartet mit dem FC Bayern eine Herkulesaufgabe auf Hertha BSC. Wir analyisieren, worauf es in der Partie ankommt.


These 3: Der falsche (richtige) Zeitpunkt

Die Hoffnung durch die beiden Rückkehrer ist aufgrund des Zeitpunkts des Spiels schnell verflogen. Möchte man meinen. Nach zahlreichen Corona-Fällen im Kader der Bayern stehen Sané, Upamecano, Kimmich und Neuer wieder voll zur Verfügung. Spieler wie Tolisso machen weitere Ausfälle vergessen. Nachdem die Bayern den halben Kader mit Jugendspieler auffüllen mussten, sind viele wichtige Säulen zurück – zum falschen Zeitpunkt, pünktlich gegen die Hertha.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Doch personell sind die Bayern immer noch nicht optimal aufgestellt und hier liegt Herthas Chance. Nagelsmann hat auf der PK angemerkt, dass sowohl Sané als auch Tolisso zwar wieder voll dabei können, dennoch nicht bei 100 Prozent sind. Hinzu kommt der verletzungsbedingte Ausfall von Goretzka und auch Davies steht aufgrund von Herzproblemen nach seiner Corona-Infektion nicht zur Verfügung. Die Einsatzfähigkeit des etatmäßigen Ersatz Hernandez ist auch unwahrscheinlich.

Zwar sollte ein Topteam solche Hürden kompensieren können, eine Chance bietet sich für die angeschlagenen Berliner hier trotzdem, die Bayern nicht in ihrer besten Form etwas zu ärgern.

[Titelbild: Matthias Hangst/Getty Images]

Drei Thesen zum Spiel: Hertha BSC gegen Union Berlin

Drei Thesen zum Spiel: Hertha BSC gegen Union Berlin

Flutlicht, ein neuer grüner Rasen und das Hauptstadt-Derby zur besten Sendezeit: Am Mittwoch empfängt die Hertha den Stadtrivalen Union Berlin zum DFB-Pokal-Fight im heimischen Olympiastadion.

Wie gewohnt präsentiert Hertha BASE dazu drei Thesen. Hinweis: Keine der Thesen beanspruchen eine Gültigkeit, jedoch basieren sie auf fundierten Argumenten. Auf geht’s, zur ersten – steilen – These.

Verliert Hertha, ist Union endgültig die neue Nummer Eins in Berlin

Aua. Jedem blau-weißen Fan wird dieser Satz im gleichfarbigen Herzen schmerzen. Leider ist die Aussage aber nicht unbegründet.

Zwar bestreiten die Köpenicker erst ihre dritte Saison im deutschen Fußball-Oberhaus – doch schon vergangene Saison beendete man die Spielzeit auf dem siebten Platz, und damit vor Hertha (Platz 14.). In der Saison 2019/2020 fiel lag man nur einen Platz hinter der Hertha, aus auf Tabellenplatz elf.

Doch in der vergangenen Saison, vor allem auch in dieser, spielt Union schlichtweg erfolgreicher. Auch das Derby in der Hinrunde konnte Union mit 2:0 gewinnen. Und nun hat Union die Hertha auch noch bei den Mitgliederzahlen überholt (40.725 zu 40.224). In den letzten zwei Jahren gibt es kaum ein Argument mehr, weshalb Union nicht die neue „Nummer Eins“ in der Stadt sein sollte – sportliche schon gar nicht.

Photo by DAVID GANNON/AFP via Getty Images)

Lediglich ein einziges Argument spricht für die Hertha: Die jahrelange – auch trotz Abstiege – Bundesliga-Präsenz, die Union Berlin nicht bieten kann. Es ist auch kein schwaches Argument. Schließlich ist es bei weitem keine Selbstverständlichkeit, über Jahrzehnte – teils sogar erfolgreich – in der ersten Bundesliga zu spielen. Allerdings bemisst sich der Fußball selten an der Vergangenheit, sondern an der Gegenwart – und die dominiert Union Berlin.

Sollten die Köpenicker also auch noch ausgerechnet das Derby im DFB-Pokal gewinnen, kann durchaus von eine Ablösung in der Stadt gesprochen werden. Aus blau-weißer Sicht gilt es, dieses Schreckensszenario unbedingt zu verhindern!


Auf welche Duelle es im Derby ankommen kann, und warum der Verlust zweier Leistungsträger Unions dabei zu Herthas Vorteil werden kann, lest ihr hier.


Erst Union, dann Bayern – eine Niederlage im DFB-Pokal würde die Stimmung kippen lassen

Gegen den FC Bayern München darf verloren werden. Hertha-Fans werden gegen den Rekordmeister nie einen Sieg warten – es darf aber bitte gekämpft, geackert und gerackert werden. Demnach ist die Aussage nicht zu steil, dass es am Wochenende in der Bundesliga gegen Bayern wohl eine Niederlage geben wird.

Umso wichtiger ist ein Sieg im Derby gegen Union Berlin. Beide Spiele zu verlieren, würde die Stimmung bei den Fans und in der schnelllebigen Berliner Medienblase wohl vollends kippen lassen. Zumal die Niederlage um Rückrundenauftkagt gegen den 1. FC Köln weiterhin schmerzt – auch gegen den VFL Wolfsburg konnten die Berliner nicht überzeugen.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Eine erneute Trainerdiskussion kann sich Hertha gegenwärtig eigentlich nicht leisten, zumal es unter Taifun Korkut spielerisch deutlich besser aussieht, als noch unter Pal Dardai. Sollte Hertha im Derby verlieren, würde vermutlich auch Fredi Bobic ins Kreuzfeuer geraten. Noch scheinen ihm fans und Medien Zeit zu geben, gerade was Transfers angeht – es scheint, als wolle man vor allem den Sommer abwarten.

Diesen Kredit behält er aber auch nur, wenn es sportlich „solide“ läuft – was bei einer Niederlage gegen Union schlichtweg nicht mehr der Fall wäre.

Boateng wird zum Derbyhelden!

Zum Abschluss zweier eher mürrischer Thesen, gibt es eine letzte und hoffnungsvollere Aussage: Hertha-Eigengewächs Kevin-Prince Boateng, der, mit der tätowierten Hertha-Fahne auf dem Herzen, wird das entscheidende Tor gegen Union Berlin im DFB-Pokal schießen!

(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

Bisher hat man sportlich noch nicht viel von ihm mitbekommen – umso mehr Zeit wird es langsam, oder? Dieses wunderschöne blau-weiße Szenario würde jeder Hertha-Seele gut tun. Der Fußball schreibt oft die kitschigsten Geschichten – Und wer weiß: Im Fußball, allen voran im Pokal, ist doch alles möglich.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Drei Thesen

VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Drei Thesen

Der VfL Wolfsburg steckt seit Wochen in einer tiefen Krise. Die letzten sechs Bundesligaspiele verlor der VfL allesamt, wettbewerbsübergreifend sind es sogar schon acht Niederlagen in Folge. Der Stuhl des erst Ende Oktober verpflichteten Trainers Florian Kohfeldt wackelt gewaltig. Die Niedersachsen sind weit entfernt von ihrer gewünschten Tabellenregion, den internationalen Plätzen, und drohen im Abstiegskampf zu versinken. Spannend wird zu sehen sein, ob der verliehene Dodi Lukebakio nach seiner Corona bedingten Quarantäne zum Einsatz kommen wird und gegen Hertha für Torgefahr sorgen kann.

These 1: Hertha wird kein Aufbaugegner

In der Vergangenheit hatte man als Fan der Hertha oft das Gefühl lediglich ein Aufbaugegner zu sein und krisengebeutelte Vereine zurück in die Erfolgsspur zu führen. Diese Saison ist das anders. Gegen fast jede Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte konnte die Mannschaft von Tayfun Korkut punkten. Vier Siegen stehen zwei Remis gegenüber.

Ausgerechnet gegen den VfL gab es im Hinspiel eine Niederlage. Allerdings waren die Vorzeichen damals nicht vergleichbar mit den heutigen. Schließlich war die Mannschaft aus der Autostadt Champions-League-Teilnehmer. Hertha wird sich keine Blöße geben. Mindestens ein Punkt ist drin.

These 2: Konterfußball liegt Hertha

Der VfL Wolfsburg wird versuchen das Spiel zu machen. Mit ihrer individuell sehr starken Offensive haben sie auch jeden Grund dazu. Die Stürmer werden gesucht und in Szene gesetzt. Steht die Verteidigung um Niklas Stark und möglicherweise den wiedergenesenen Dedryck Boyata gut, kann Hertha mit  konzentrierten Umschaltspiel eiskalte Angriffe starten.

Die Konter können über schnelle und kreative Spieler, wie Marco Richter oder Myziane Maolida, geführt werden. Erwischt Davie Selke einen guten Tag ist er in der Spitze der optimale Anspielpartner und kann für Torgefahr sorgen.

These 3: Belfodil, der Joker

Sollten Davie Selke und Myziane Maolida nicht den entscheidenden Treffer erzielen können, schaffen sie es immerhin die Abwehrspieler des VfL Wolfsburgs sowohl physisch, als auch psychisch zu ermüden. für die letzte halbe Stunde wäre dann Ishak Belfodil eine Variante, die Tayfun Korkut auf der Bank hätte.

Nachdem der Algerier gegen den 1. FC Köln schmerzlich vermisst wurde, wird er nach seiner Quarantäne als Joker kommen, der schon müden nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzenden Wolfsburger Verteidigung das Leben schwer machen und das spielentscheidende Tor erzielen.

(Photo by JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images)

Hertha BSC – 1. FC Köln: Drei Thesen

Hertha BSC – 1. FC Köln: Drei Thesen

Der 1. FC Köln zählt zu den positiven Überraschungen der bisherigen Bundesliga-Saison. Hielt man im vergangenen Jahr nur über den Umweg Relegation die Klasse, zeigt sich die Elf von Steffen Baumgart in dieser Serie grundverbessert. Die „Geißböcke“ rangieren im gesicherten Mittelfeld und dürfen sogar auf die Europapokal-Plätze schielen. Der gute Eindruck aus dem 3:1-Hinspielsieg der Kölner gegen Hertha BSC, Baumgarts erstem Liga-Spiel für seinen neuen Arbeitgeber, hat sich in den folgenden 16 Spielen bestätigt. Doch auch bei der „Alten Dame“ ist seitdem viel passiert. Grund genug, mit drei Thesen auf das anstehende Wiedersehen zum Rückrundenauftakt zu blicken.

These 1: Kein Tor für Modeste

Eng verknüpft ist der Kölner Aufschwung mit dem persönlichen Formhoch ihres Stürmers Anthony Modeste. Eigentlich galt der 33-Jährige als abgeschrieben, doch Baumgart setzte auf ihn und Modeste zahlte das Vertrauen mit elf erzielten Toren in der Hinserie zurück. Auf 0,67 expected goals + expected assists pro 90 Minuten kommt Modeste, was ihn zum torgefährlichsten Kölner macht.

(Photo by UWE KRAFT/AFP via Getty Images)

Ein Top-Stürmer in den gegnerischen Reihen: Schlechte Nachricht für die zweittoranfälligste Abwehr der Liga – möchte man meinen. Doch Herthas Abwehr bewies jüngst, dass sie es auch mit den besten Stürmern der Liga aufnehmen kann. Gelingt es der Abwehr um Niklas Stark, den Kölner Modeste mit genauso viel Leidenschaft und Disziplin zu verteidigen, wie man es bei Erling Haaland im letzten Heimspiel gegen den BVB getan hat, wird es Modeste schwer haben.

Davon ausgehend, dass die Abwehr ähnlich auftritt, lautet die erste These: Kölns Goalgetter Anthony Modeste wird gegen Hertha am Sonntag kein Tor erzielen.

These 2: Punkt(e) trotz Personalchaos

Die kurze Winterpause brachte der Bundesliga vor allem eines: Corona-Chaos. Reihenweise Spieler werden positiv getestet und müssen in Isolation. Auch bei Hertha wurde das Virus bei einigen Spielern festgestellt. Bei Linus Gechter und Ishak Belfodil zum Beispiel, die das Spiel definitiv verpassen werden. Auch auf Dedryck Boyata, Frederik Andre Bjørkan, Stevan Jovetic, Deyovaisio Zeefuik und Rune Jarstein muss Trainer Tayfun Korkut verzichten. Tendenz steigend.

(Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Doch auf der FC hat seine Probleme. Mit Modestes Sturmpartner Sebastian Andersson und dem zuletzt aufblühenden Kingsley Schindler fallen zwei Spieler krankheitsbedingt aus. Mit Ellyes Skhiri fehlt ein absoluter Leistungsträger, da er mit der tunesischen Nationalmannschaft beim Afrika-Cup in Kamerun weilt.

Hinzu kommt, dass Korkut zuletzt bereits eine schwierige Personalsituation zu bewältigen hatte, als er in der Englischen Woche zum Jahresabschluss zwischen dem Auftritt in Mainz und dem Heimspiel gegen Dortmund kurzfristig auf vier Spieler verzichten musste. Das Resultat: ein 3:2-Sieg mit der stärksten Saisonleistung. Daher die zweite These: Hertha wird trotz der Ausfälle punkten.


Wie Trainer Korkut das Spiel gegen Köln angehen will und wie Hertha mit der derzeitigen Corona-Situation umgeht, könnt ihr hier lesen.


These 3: Richter richtet’s

Unter Korkut hat sich in der Offensive ein Duo bewährt gemacht: Belfodil und Jovetic. Blöd nur, wenn gleich beide ausfallen. Müssen’s halt die anderen richten! Einer, dem das zuzutrauen ist, ist Top-Scorer Marco Richter (fünf Tore, eine Vorlage). Ohne die eingespielte Offensive wird seine Rolle umso wichtiger.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Dass er in den drei jüngsten Heimspielen drei Treffer erzielt hat, dürfte Richter Aufwind geben. Mit breiter Brust und wichtiger Rolle wird es auch auf ihn ankommen. Ein zusätzlicher Ansporn dürfte sein, dass ihm der 1. FC Köln noch auf der Liste an Mannschaften fehlt, gegen die er in der Bundesliga getroffen hat. Daher lautet die dritte und letzte These: Marco Richter wird am Sonntag sein Premieren-Tor gegen Köln erzielen.

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Hertha BSC – Borussia Dortmund: Drei Thesen zum Spiel

Hertha BSC – Borussia Dortmund: Drei Thesen zum Spiel

Die englische Woche und damit auch die Hinrunde der Fußball Bundesliga enden. Nach zwei soliden bis guten Spielen musste Hertha unter der Woche eine harte Klatsche in Mainz einstecken. Sich weiter von den gefährlichen Abstiegsrängen zu distanzieren gelang nicht und die Nullfünfer legten Herthas Schwächen gnadenlos offen. Um nun ein einigermaßen ruhiges Weihnachten feiern zu können, muss ein akzeptabler Auftritt am Samstag-Abend gegen Borussia Dortmund her. Ein Gegner, der selber nicht in seiner besten Phase zu sein scheint, doch natürlich alles andere als im Vorbeigehen zu schlagen ist.

These 1: Hertha wird gegen Dortmund zum Favoritenschreck

Auch wenn es gegen den FC Bayern München und RB Leipzig in dieser Saison herbe Niederlagen gab, hielt die Alte Dame gegen vermeintlich stärkere Gegner oft lange mit, war zum Teil die bessere Mannschaft und sammelte auch Punkte – so zu sehen gegen Leverkusen, Gladbach oder Frankfurt. Die Frage, wie attraktiv der Fußball war, bei einem Punktgewinn gegen die Borussen, sollte sich nicht stellen.

Die Berliner sind nach den ersten drei Spielen unter Tayfun Korkut noch nicht wirklich einzuschätzen und damit schwer für den Gegner auszurechnen.

hertha dortmund
(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Ein nach nur kurzer Zeit schon wieder ramponierter Rasen im Berliner Olympiastadion, Temperaturen um den Gefrierpunkt und ein Borussia Dortmund, welches alles andere als in der gewünschten Form ist und Hertha nach den letzten Leistungen unterschätzen könnte, lassen die Möglichkeit zu, dass Blau-Weißen hier punkten werden.


Nach zwei ordentlichen Auftritten fiel Hertha BSC beim FSV Mainz 05 völlig auseinander. Ein Offenbarungseid, der viele Fragen aufwirft.


These 2: Hertha verstärkt gegen Dortmund die Außen

Mit vier zentralen Spielern startete die Mannschaft gegen Mainz 05. Das Spiel kann man durchaus als vercoacht werten. Schließlich war mit Marvin Plattenhardt und Deovaisio Zeefuik die Außenverteidigung viel zu dünn besetzt. Beide waren komplett überfordert und das Ergebnis ist bekannt.

Es wäre kurios, wenn Korkut gegen schnelle Gegenspieler wie Thorgan Hazard, Julian Brandt und Marco Reus auf dieselbe Taktik setzen würde. Peter Pekarik kehrt zurück in die Startelf und verdrängt den in den letzten zwei Spielen schwachen Zeefuik zurück auf die Bank.

BERLIN, GERMANY – NOVEMBER 07: Peter Pekarik of Hertha BSC runs with the ball during the Bundesliga match between Hertha BSC and Bayer 04 Leverkusen at Olympiastadion on November 07, 2021 in Berlin, Germany. (Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Marco Richter und möglicherweise Maximilian Mittelstädt, der bisher noch keine Minute unter Korkut spielen durfte und vielleicht überraschend aufgestellt werden könnte, würden die Außen sowohl defensiv als auch offensiv unterstützen.

Myziane Maolida wäre ebenfalls eine Alternative. Dieser hatte sich mit seinen Einsätzen in den letzten Spielen allerdings nicht wirklich für weitere empfohlen.

These 3: Ideenlos + ideenlos = Punktgewinn für Hertha

Bei Borussia Dortmund herrscht aktuell keine gute Stimmung. Das frühe Ausscheiden in der Champions League und die jetzt schon nur noch sehr geringen Chancen den FC Bayern München noch von der Tabellenspitze zu stoßen, lassen die Gemüter etwas geknickt zurück. Und auch das recht öde und ideenlose Spiel unter Trainer Marco Rose lässt im Ruhrpott niemanden zu Luftsprüngen verleiten.

hertha dortmund
(Photo by Friedemann Vogel – Pool/Getty Images)

Die Offensive des BVBs darf man selbstverständlich nicht unterschätzen, doch in ihrer aktuellen Form scheint sie definitiv zu verteidigen zu sein. Kompakt stehen und vehementer Zweikampfeinsatz sollten der Schlüssel sein um einiges in diesem Spiel zu ermöglichen. Die Offensive der Hertha, der bei einem Fehlen von Suat Serdar und Stevan Jovetic die größte Qualität fehlen würde, wird es gegen die Abwehr der Dortmunder nicht leicht haben.

Allerdings nicht unbedingt wegen der Qualität dieser, eher wegen der fehlenden Qualität in Herthas Offensive. Trotz allem würde dieses ideenlose Spiel bei einem Blick auf die Begegnungen mit Borussia Mönchengladbach oder Bayer Leverkusen für Hertha nicht unbedingt schlecht sein.

[Titelbild: Lars Baron/Getty Images]

FSV Mainz 05 – Hertha BSC: Drei Thesen zum Spiel

FSV Mainz 05 – Hertha BSC: Drei Thesen zum Spiel

Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Serie konnte unsere Hertha im Abstiegskampf mit dem Heimdreier gegen Arminia Bielefeld ein wichtiges Erfolgserlebnis einfahren und einen direkten Konkurrenten distanzieren. Doch auch andere Kellerkinder stockten ihr Punktekonto auf. Und so bleibt der Blick bei weiterhin nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz nach unten gerichtet. Umso wichtiger, nun den ordentlichen Start von Neu-Trainer Tayfun Korkut fortzusetzen und beim nächsten nominell ebenbürtigen Team zu punkten.

Dienstag ist die alte Dame in Mainz zu Gast und könnte mit einem Sieg sogar punktetechnisch zu den Nullfünfern aufschließen. Unsere drei Thesen zu diesem Duell.

These 1: Never change a running system

Zwei Spiele, vier Punkte – kaum ein Grund für Korkut, größere Anpassungen vorzunehmen. Und so wird er auch im Auswärtsspiel am Dienstagabend die erfolgsbewährte Grundformation des 4-4-2 beibehalten. Personell dürfte die selbe Elf beginnen wie zuletzt gegen Bielefeld. Ansonsten wird in einer englischen Woche gern durchgewechselt, doch es drängt sich der Eindruck auf, dass Korkut der erfolgreichen Elf vertraut.

Im Vergleich zum Stuttgart-Spiel setzte Korkut gegen Bielefeld im Vierer-Mittelfeld allerdings auf den genesenen Suat Serdar statt des glücklosen Myziane Maolida. So ersetzte er einen klaren Flügelspieler durch einen zentralen Mittelfeldmann.

Eine weise Entscheidung, war doch gegen Stuttgart Herthas Zentrale zu oft verwaist und gegen mehrere Angreifer auf sich allein gestellt. Dies zeigte sich insbesondere beim Konter zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung der Stuttgarter.

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(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Mit der Hereingabe von Serdar kam nun ein weiterer zentral orientierter Spieler dazu, der dieses Problem beheben konnte. Der Plan, das Zentrum dicht zu machen, funktionierte zwar gegen wenig kreative und tempoarme Bielefelder. Es birgt aber das Risiko, dass ein clevererer Gegner über die nunmehr unterbesetzten Flügel Herthas Defensive zu knacken versuchen dürfte. Für die zentrumsorientierten Spieler bedeutet das hohe Laufarbeit, da sie sowohl defensiv als auch offensiv Mitte wie Außen abdecken müssen. So kann es auf den defensiven Außen häufiger mal zu Überzahlsituationen der gegnerischen Angreifer kommen.

Ein Umstand, den sich insbesondere das variable Mainzer Sturmduo aus Karim Onisiwo und Jonny Burkardt gegen die nicht besonders temporeichen Marvin Plattenhardt und Peter Pekarik oder den im Zweikampf häufig zu stümperhaften Zeefuik zunutze machen dürfte.

These 2: Auch gegen Mainz funktioniert der Oldie-Sturm

Es hatte sich gegen Stuttgart angedeutet und nun gegen Bielefeld fortgesetzt – Hertha hat ein neues Sturmduo. Stevan Jovetic und Ishak Belfodil harmonieren unverhofft gut und verleihen Hertha dabei so etwas wie Offensivgefahr. Und auch gegen Mainz werden sich die beiden gefährlich vor den gegnerischen Kasten durchkombinieren.

Stevan Jovetic lässt zurzeit die Herzen der Hertha-Fans höher schlagen. Hat er den Ball und führt ihn vor sich her am Fuß, scheint eine geniale Idee nicht weit. Dabei treibt sich Jovetic nicht nur im Sturmzentrum herum, sondern holt sich immer wieder auch Bälle auf den Außenpositionen. Oder er stößt in Freiräume zwischen den gegnerischen Verteidigungsketten, um mit dem Ball aufzudrehen und mit etwas Tempo auf den gegnerischen Verteidiger zuzudribbeln oder auch zielstrebig und clever den Abschluss zu suchen.

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(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Belfodil hingegen ist der etwas positionstreuere Zielspieler. Er kann nach Anspielen den Ball ordentlich festmachen und behauptet sich auch mit Gegenspieler im Rücken. Er kann, selbst wenn ihm das Tempo sichtlich fehlt, auch ein paar Schritte ins Dribbling gehen und auf den durchstoßenden Jovetic oder nachrückende Mittelfeldspieler wie Marco Richter, Suat Serdar oder Jurgen Ekkelenkamp ablegen und sie so in Abschlusssituationen bringen.

Nachdem Belfodil gegen Stuttgart ein eigener Treffer noch vom VAR aberkannt wurde, könnte sein zweieinhalb Jahre währender Tor-Knoten jetzt endlich platzen. Allerdings – wer auflegt oder trifft, ist uns eigentlich egal. Ein Scorer aus dem Oldie-Duo wird aber dabei sein!

These 3: Und trotzdem coacht Bo Svensson Korkut aus

Unser abschließende Blick richtet sich auf den Gegner. Die Mainzer leisteten am Wochenende starke Gegenwehr bei Bayern München und unterlagen nach zwischenzeitlicher Führung und couragierter Leistung nur knapp mit 2:1. Kein Zufall, stellt Mainz doch gemeinsam mit Bayern die zweitbeste Defensive der Liga und steht auch sonst mit Platz acht ordentlich da.

In der 1. Bundesliga wohlgemerkt – ein Umstand, den sich selbst eingefleischte Mainz-Fans vor knapp einem Jahr kaum vorstellen konnten. Als Bo Svensson nach dem 14. Spieltag der letzten Saison die Nullfünfer übernahm, standen diese mit nur sechs Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz (noch hinter der rückblickend historisch schlechten Mannschaft aus Gelsenkirchen). Was folgte, war eine beispiellose Aufholjagd, die in der besten Rückrunde der Mainzer Bundesliga-Historie mündete und in dieser Saison seine Fortsetzung fand.

(Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Der Erfolg hängt eng mit Cheftrainer Svensson zusammen. Er setzt auf ein kompaktes System, fand für seine offensive Idee schnell die richtige Mischung an variablen Angreifern und bereitet seine Mannschaft optimal auf jeden Gegner vor. Er orientiert sich dabei effektiv an den Stärken und Schwächen des jeweiligen Kontrahenten und ärgert mit seinen cleveren Matchplänen auch den ein oder anderen großen Namen.

Ein Vorteil für Hertha dürfte aber darin bestehen, dass die Herangehensweise der Herthaner unter dem neuen Coach Korkut insgesamt noch recht unbekannt und wenig vorhersebar ist. Klar ist, dass Svensson in seiner Spielvorbereitung besonderes Augenmerk auf Jovetic und Belfodil legen dürfte. Und sich für die zwei etwas Kluges überlegt.

Mainz ist formstark und taktisch immer wieder optimal auf den Gegner eingestellt. Doch auch Hertha scheint unter Korkut eine bessere Balance zwischen defensiver Kompaktheit und offensiver Durchschlagskraft gefunden zu haben. Dennoch – aus Mainz nehmen wir höchstens einen Punkt mit.

[Titelbild: Alex Grimm/Getty Images]