Herthaner im Fokus: VfL Wolfsburg – Hertha BSC

Herthaner im Fokus: VfL Wolfsburg – Hertha BSC

Dass der VfL Wolfsburg eigentlich keine richtige Torchance im Heimspiel gegen Hertha hatte und trotzdem gewinnt, ist nicht nur Pal Dardai negativ aufgefallen. Es ist einfach unfassbar, wie viel Hertha richtig gemacht hat und das Spiel trotzdem wegen einiger unglücklicher Aktionen verliert. Allerdings hat auch das Wolfsburg-Spiel wieder gezeigt, welche strukturellen Probleme Hertha hat. Die Herthaner im Fokus.

Lukas Klünter – Pechvogel und Leistungsträger zugleich

Lukas Klünter steht symbolisch für das, was Hertha am heutigen Samstag in Wolfsburg passiert ist. Erneut hat Klünter insbesondere durch seine Schnelligkeit für extrem viel Stabilität in Herthas Abwehr gesorgt. Wolfsburgs Konterspiel war auch und vielleicht gerade wegen Klünter quasi tot. Renato Steffen, Weghorst und Ottavio wurden auf dem Weg zum Tor mehrfach von Klünter eingeholt und gestoppt. Im Gegensatz zum Leipzig-Spiel setzte Klünter am heutigen Samstag sogar einige wenige Akzente nach vorne.

Foto: IMAGO

Und trotzdem wird der Ex-Kölner mit einem schlechten Gefühl in den ICE Richtung Heimat steigen, weil er in der 38. Minute ein extrem unglückliches Eigentor erzielte. Ohne jeglichen Gegnerkontakt lief Klünter bei einem Tempo-Gegenstoß der Wolfsburger wieder einmal in den Strafraum ein und lenkte eine Flanke von der rechten Angriffsseite unhaltbar ins Tor. Dass Klünter auch beim 2:0 unter dem Ball durchsprang und Lacroix nach einer Ecke so ein Tor ermöglichte, befleckt seine eigentlich sehr gute Leistung. Es hat Symbolcharakter.

Maxi Mittelstädt – Es wird langsam

Grundsätzlich wünschen wir natürlich allen Hertha-Spielern Erfolg. Aber bei Maxi Mittelstädt freut man sich in diesen Tagen ganz besonders über Positivmeldungen. Nach teils schlechten Leistungen unter Bruno Labbadia wurde der gebürtige Potsdamer in den „sozialen“ Netzwerken teils widerlich beleidigt. In dieser Woche meldete er sich mit anderen Fußballprofis in einem bewegenden Video-Statement zu Wort, in dem die Spieler auf das Hatespeech-Problem im Internet aufmerksam machten.

Mittelstädts Leistungen sind unter Pal Dardai in den vergangenen Wochen konstant besser geworden – im Wolfsburg-Spiel war Maxi heute einer der besten Herthaner. Ähnlich wie Klünter war Mittelstädt in einigen wichtigen Situationen einfach immer einen Tick vor dem grün-weißen Angreifer am Ball – wie beispielsweise kurz vor dem ersten Gegentreffer, als Yannick Gerhardt einen gefährlichen, öffnenden Pass in Richtung Weghorst spielte. Maxi war allerdings vor Weghorst am Ball und klärte. Ganze sechs Bälle fing der 23-Jährige ab – Topwert aller in dem Spiel eingesetzten Spieler. Hinzukommen drei Klärungen und zwei erfolgreiche Tacklings. Mittelstädt war stets auf der Höhe und damit ein absoluter Sicherheitsfaktor.

Foto: IMAGO

Auch bei Mittelstädt wäre es aber schön, wenn mehr Offensivszenen kämen. Eines von Herthas größten Problemen ist der Mangel an Flanken – mit Cordoba und Piatek hatte Hertha in der zweiten Hälfte zwei klassische Strafraumstürmer auf dem Feld, es kamen aber nur sehr wenige Flanken in den 16er. Mittelstädt darf in den kommenden Spielen gerne helfen, das zu ändern. Schafft sich Mittelstädt auch das noch drauf, ist er nicht mehr wegzudenken.

Vladimir Darida – Fehlende Genauigkeit

Ebenfalls symbolisch stand Vladimir Darida heute Nachmittag für ein weiteres Problem, das Hertha seit Wochen plagt: die fehlende Präzision. Insbesondere in der ersten Halbzeit – ab der gegnerischen Hälfte – kamen so unglaublich viele Bälle wegen schlampig gespielter Pässe nicht an.

(Photo by Focke Strangmann – Pool/Getty Images)

Dass Darida mit einer Passquote von nur 52 Prozent fast 20 Prozent unter der Quote des gesamten Teams liegt, zeigt zudem, wie viel beim Tschechen heute daneben ging. Selbst bei Herthas größter Chance in der 58. Minute kann man Darida ankreiden, dass er nicht genau genug vorgegangen ist. Denn seine Flanke von der linken Seite auf einen eigentlich komplett freistehenden Zeefuik wird nur gefährlich, weil der Wolfsburger Pongracic diese unglücklich umleitet.

Und dann war da noch …

Matheus Cunha und Sami Khedira: Es passt leider zu diesem Spiel, dass sich mit Cunha und Khedira heute zwei wichtige Herthaner verletzt haben. Khedira machte sein erstes Spiel von Anfang an im Hertha-Dress und half dabei, die Defensive zu stabilisieren. Dass er nun eine muskuläre Verletzung hat, weist möglicherweise darauf hin, dass er nach seiner langen Fußballpause körperlich noch nicht auf Bundesliganiveau ist.

Auch Cunha blieb in der 2. Halbzeit ohne Gegnereinwirkung auf dem Boden sitzen und fasste sich an den Oberschenkel. Beide werden, wie bereits bestätigt, gegen den FC Augsburg fehlen. Die einzig positive Botschaft: Auch ohne Cunha schaffte es Hertha in der zweiten Halbzeit Druck auf Wolfsburg auszuüben.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Jhon Cordoba: Dieser Druck in Halbzeit zwei geht eigentlich alleine auf das Konto von Jhon Cordoba. Wurde es gefährlich, war Cordoba in fast allen Fällen irgendwie mit dabei. Schön ist, dass Cordoba mit einigen gefährlichen, tiefen Bällen aus dem zentralen Mittelfeld versorgt wurde. Klar ist aber, dass der Kolumbianer mehr Bälle braucht, insbesondere über die Außen. Auf den Mittelstürmer wird es gegen Augsburg ankommen.

Fazit: „Ohne große Torchance gewinnen die 2:0“

Es klingt komisch, aber auch im fünften Spiel unter Pal Dardai hat Hertha wieder einen Fortschritt gemacht. Die Mannschaft hat also in den letzten Spielen den Top drei der Bundesliga zumindest phasenweise Paroli bieten können und hätte sich eigentlich Punkte aus diesen Spielen verdient gehabt.

Insbesondere die Defensive steht mit Niklas Stark, Marton Dardai und Lukas Klünter derzeit recht stabil. Sowohl bei der Zweikampfquote (51 Prozent) als auch bei der Laufleistung (114 Kilometer) lag Hertha vor Wolfsburg. Und dass die Blau-Weißen mit neun Torschüssen nur zwei Mal weniger aufs gegnerische Tor geschossen haben als der Sieger dieser Partie, zeigt, wie nah die Leistung der Herthaner an der von Wolfsburg war. Und so trifft Dardais Zitat aus der Überschrift leider voll zu – das Ergebnis spiegelt wieder einmal nicht das Spiel wieder.

Neben den oben beschriebenen Problemen mit Flanken und Fehlpässen hat das heutige Spiel aber eine weitere Schwäche Herthas weiter zementiert: die Standardsituationen. Hertha ist nicht nur die einzige Mannschaft der Liga, die im Angriff in dieser Situation noch kein Tor nach einem Standard erzielt hat. Hinzu kommt, dass man mit 18 Gegentreffern nach ruhenden Bällen Vorletzter ist in der Tabelle der Standard-Tor-Empfänger. All das wäre an sich nicht schlimm, wenn die Mannschaft aus dem Spiel heraus treffen würde, doch auch das passiert seit Wochen nicht wirklich. Gerade deswegen sollte Pal unter der Woche dringend an den Ecken und Freistößen arbeiten. Denn wenn Mainz morgen gegen Augsburg gewinnt, Bielefeld im Nachholspiel gegen Bremen punktet und wir in der kommenden Woche keinen Dreier gegen Augsburg holen, wird es dunkel im Tabellenkeller.

[Titelbild: IMAGO]

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – Leipzig

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – Leipzig

Es ist ja nicht schlecht, was Hertha zurzeit spielt. Sowohl dem FC Bayern als auch RB Leipzig konnte man insbesondere im Mittelfeld Paroli bieten. Aber in einer entscheidenden Disziplin des Fußballspielens versagt Hertha seit Wochen: im Toreschießen. Mit Blick auf die Leistung der Einzelspieler gab es am heutigen Sonntagnachmittag erfreuliche Überraschungen, aber auch fragwürdige Personalentscheidungen. Die Herthaner im Fokus.

Marton Dardai – Viele kluge Spieleröffnungen

Es ist schon ärgerlich, dass sich Pal Dardai im Sky-Interview vor dem Spiel dafür rechtfertigen muss, dass er seinen 19-jährigen Sohn von Anfang an spielen lässt. Es war nicht Dardai, sondern Bruno Labbadia, der Marton Dardai zu seinem Debüt verhalf. Und wenn man sich die mangelhafte Spieleröffnung Omar Alderetes in den vergangenen Spielen anschaute, war es einfach Zeit für einen neuen Impuls. Glücklicherweise rechtfertigte Marton Dardai seinen Einsatz dann aber auch selbst – durch eine hervorragende Leistung.

Foto: xMatthiasxKochx/IMAGO

Gerade da, wo Alderete schwächelt, punktet Dardai: Jede Spieleröffnung wirkte überlegt und sinnvoll. War ein langer Schlag entlang der Linie sinnvoll, kam der lange Schlag. Bat sich am gegnerischen Strafraum eine direkte Anspielmöglichkeit, spielte Dardai die Offensivspieler auch gerne mal flach an und leitete so Offensivaktionen ein. Dardai spielte jene Bälle auch größtenteils sehr sauber zum Mitspieler. Defensiv ließ er nichts anbrennen, ein sehr souveräner Auftritt.

Als einzige offene Frage bleibt, wieso Dardai als neuer Ecken- und teils auch Freistoßbeauftragter in Szene gesetzt wurde. Hertha hat nach wie vor null Standardtore auf dem Konto – sowohl Ecken als auch Freistöße sind frappierend schwach. Marton Dardai änderte daran nichts.

Lukas Klünter – Speedy Gonzalez (aber nur nach hinten)

Mit knapp 35,5 km/h war Lukas Klünter heute mit Abstand der schnellste Spieler auf dem Platz. Dieser Wert sagt an sich wenig aus. Allerdings sorgte Klünters Geschwindigkeit heute dafür, dass einer der besten Leipziger abgekocht wurde: Angelino. Und damit ging Pal Dardais Plan auf der rechten Abwehrseite bestens auf. Angelino war in mehreren Situationen sichtlich genervt, weil er immer wieder von Klünter überlaufen wurde. Schade ist natürlich, dass der Ex-Kölner nach vorne so gut wie keine Akzente setzte, was aber sicherlich mit seiner Rolle am Sonntag zu tun hatte.

Dodi Lukébakio – Mehr ist immer noch zu wenig

In der ersten Halbzeit gab es einige Aktionen, in denen man den Eindruck gewinnen konnte, dass Dodi Lukébakio Lust hat mitzuspielen. Einmal setzte er sich im Zweikampf über die rechte Angriffsseite durch, zwei weitere Male tauchte er im Angriffszentrum gefährlich auf. Das war’s dann aber auch schon.

(Photo by SOEREN STACHE/POOL/AFP via Getty Images)

Wenn der Belgier sich wenigstens bemühen würde, wäre ja klar, dass er früher oder später aus seinem Leistungstief wieder herauskommt. Wie schlecht Lukébakios Arbeitsmoral derzeit ist, zeigte sich symbolisch an seinem Abseitsverhalten. In aller Ruhe trabte er mehrfach aus dem Abseits heraus – sogar der Sky-Moderator bat den Belgier „sein Verhalten dringend zu ändern“. Von sechs Abseitsstellungen verursachte Lukébakio vier. Und dies nicht, weil er zu früh in eine gefährliche Situation starten wollte, sondern weil er locker-lässig in der verbotenen Zone herumjoggte und dabei nicht rechtzeitig sah, dass seine Mitspieler einen Pass in die Tiefe spielen wollte.

Man fragt sich, was Dardai und Labbadia in den Trainingseinheiten von Lukébakio sehen, das ihm jede Woche einen Startelfeinsatz einbringt. Ja, er zeigte mehr als noch zuletzt, aber das ist immer noch zu wenig.

Und da war da noch …

Matthew Leckie – Auch die Zuneigung von Herthas Übungsleitern für Matthew Leckie ist unergründlich. Im Gegensatz zu Lukébakio scheut der Australier keinen Zweikampf und hat auch heute wieder einige wichtige Mittelfeldduelle gewonnen. Seine Zweikampfquote (67 Prozent) belegt das. Aber gerade auf den Außenbahnen benötigt eine wettbewerbsfähige Bundesligamannschaft kreative Spieler, die auch mal auf Verdacht in die offenen Räume auf den Flügeln laufen. All das tat Leckie nicht. Die Anzahl seiner Flanken: Null. In 72 Spielen für Hertha erzielte Leckie acht Treffer und legte sechs weitere vor. Das ist zu wenig, um einem Gegner wie Leipzig gefährlich werden zu können, auch wenn Dardais Taktikplan mit Leckie als Angelino-Bewacher gut aufging.

(Photo by ANNEGRET HILSE/POOL/AFP via Getty Images)

Matheus Cunha – Auch mit einer mittelmäßigen Leistung ist Cunha immer noch der beste Fußballer in Herthas Reihen. Auch heute gingen fast alle gefährlichen Situationen über den Brasilianer. Cunha hat einen Zug zum Tor, den kein anderer Herthaspieler derzeit vorweisen kann. Schön ist auch, dass er Ex-Leipziger mit Ball am Fuß nicht sofort fallen lässt, wenn er Gegnerkontakt in der Nähe des Strafraums hat. Allerdings hat auch Cunha derzeit die Krätze am Fuß. So wie schon gegen den FC Bayern tauchte er auch heute wieder in mehreren Szenen alle vor Leipzigs Torhüter Gulaszci auf, konnte aber nichts Zählbares umsetzen. Das ist einerseits traurig, weil Hertha einfach so sehr von Cunhas Toren lebt und zweitens weil er in der Hinrunde aus komplexeren Situationen heraus Tore erzielte. Wie sehr ihm die derzeitige Situation zusetzt, zeigte sich in der Halbzeit, als er mit seinem ehemaligen Trainer Julian Nagelsmann auf der Rolltreppe stand. Nagelsmann versuchte offensichtlich Konversation zu betreiben. Cunha antwortete nicht und blickte deprimiert auf den Boden.

Fazit – Einfach zu wenig

Gegen Bayern „ordentlich gespielt“ zu haben und im heutigen Leipzig-Spiel „viele Strafraumszenen herausgearbeitet“ zu haben, ist einfach zu wenig. Seit Jahresbeginn erzielte Hertha in acht Spielen sechs Tore – drei davon gegen taumelnde Schalker. War es unter Labbadia immer wieder die Abwehr, die Gegentore herschenkte, ist es derzeit der Angriff der bestenfalls glücklos agiert – wenn man auf Dodi Lukébakio schaut, ist das Adjektiv „lustlos“ sogar angebrachter. Die sich verschiebenden Schwächen in Herthas Mannschaftsteilen zeigen einfach, wie unausgewogen das Team zusammengestellt wurde. Herthas Ineffizienz macht Angst – auch weil die Abstiegskonkurrenten Mainz, Bielefeld und Kökn in den vergangenen Wochen insbesondere gegen die starken Teams der Liga punkteten.

[Titelbild: Pool/Filip Singer – Pool/Getty Images]

Herthaner im Fokus: VfB Stuttgart – Hertha BSC

Herthaner im Fokus: VfB Stuttgart – Hertha BSC

So wirklich zufrieden kann Hertha BSC mit dem Punktgewinn beim VfB Stuttgart nicht sein. Wie schon öfters in dieser Saison kamen die Berliner in der ersten Halbzeit nicht in die Partie. Nach einer grausigen Leistung in Halbzeit eins lief man lange einem Rückstand hinterher, bevor der junge Luca Netz doch noch einen Auswärtspunkt sicherte. Wie jede Woche versuchen wir etwas detaillierter auf einzelne Spielerleistungen einzugehen.

Herthas Problem ist jedoch schon länger die Tatsache, dass Individualitäten an sich nichts bedeuten, wenn die Profis sich nicht als Mannschaft verstehen. Auch unter Pal Dardai hat sich eines noch nicht verändert: Hertha BSC ist noch keine Einheit auf dem Platz. In Stuttgart war die erste Halbzeit ein kollektives Versagen. Wir versuchen trotzdem auf individuelle Spielerleistungen einzugehen.

Mannschaftspressing Fehlanzeige – Defensive Standardschwäche

Eigentlich sah es in den ersten Minuten nicht verkehrt aus. Hertha übte in den ersten Momenten des Spiels ein hohes Pressing auf die Stuttgarter Spieler aus, an dem sich alle Blau-Weißen beteiligten. So wurde der Spielaufbau des VfBs schon in deren Hälfte des Feldes gestört, Herthas Profis trauten sich Vorstöße zu und konnten mehrere Bälle erobern.

Doch nach etwa zehn Minuten verschwand dieses Mannschaftspressing von Hertha fast komplett. Von Minute zu Minute wurde die Defensive immer individueller geführt. Nur noch einzelne Spieler pressten die Schwaben und wurden dabei relativ einfach umspielt. Dies führte dazu, dass die Gastgeber immer besser ins Spiel kamen und deutlich dominanter auftraten als die Gäste. Herthas Verteidiger waren zunehmend im Blickpunkt. Peter Pekarik und Maximilian Mittelstädt kamen in der ersten Halbzeit nur zu wenigen Vorstößen, die auch schnell verpufften.

Foto: IMAGO

Herthas Innenverteidigung blieb trotz allem weitestgehend stabil und erlaubte sich nur wenige grobe Fehler. Auffällig war in beiden Halbzeiten, dass der Spielaufbau von Hinten oft von Omar Alderete übernommen wurde. Dieser hatte jedoch große Schwierigkeiten, seine Mitspieler zu finden. Immer wieder musste er lange Bälle schlagen, die nur selten ankamen. Zudem verlor er den Ball gleich zwei Mal in gefährlicher Lage vor dem eigenen Strafraum, was zu Chancen für den VfB führte.

In der wohl schlechtesten Phase, die Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit, war Pal Dardais Team insbesondere defensiv schwach. Defensivstandards wurden außergewöhnlich schlecht verteidigt. Mehrmals standen bei Eckbällen und Freistöße gleich zwei oder sogar drei gegnerische Spieler frei im Strafraum und konnten auf Jarsteins Kasten köpfen. So war es keine große Überraschung mehr, als Sasa Kalajdzic in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit völlig frei zum Flugkopfball kam und traf. Hertha ging mal wieder mit einem Rückstand in die Halbzeitpause.

Steigerung in Halbzeit zwei – Eiskalt eingenetzt

In der zweiten Halbzeit hatte Hertha BSC deutlich mehr Spielanteile. Dadurch wurde auch die Defensive entlastet und Herthas Außenverteidiger konnten etwas mehr Vorstöße riskieren. Vor allem Maximilian Mittelstädt wurde auf seiner linken Seite aktiver. Dieser versuchte einige Vorstöße und schlug einige Flanken. Dabei fehlte erneut die Präzision, sodass er trotz großen Aufwands kaum eine Chance einleiten konnte. Seine Passquote (nur 67 Prozent) war am Ende leider eine der schwächsten auf dem Platz. Auch seine Zweikampfquote war mit 42 Prozent nicht besonders zufriedenstellend. Im Vergleich wies der etwas defensiver agierende Peter Pekarik eine Passquote von 86% auf.

Beide Verteidiger wurden schließlich zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt. Mathew Leckie und Luca Netz kamen in die Partie. Der 17-Jährige krönte sich nach nur drei Minuten zum jüngsten Torschützen der Hertha-Geschichte. Sein etwas glücklicher Treffer zum Punktgewinn kommt dabei nicht allzu überraschend. Schon in seinen ersten Einsätzen für die Profis war er insbesondere durch seine gefährlichen Vorstöße aufgefallen.

(Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Obwohl der junge Berliner noch am Anfang seiner Entwicklung steht, wird ihn sein erstes Bundesligator sicherlich beflügeln. Seine Sorglosigkeit tat jedenfalls seiner Mannschaft in der Schlussphase gut und sorgte dafür, dass die „alte Dame“ nicht erneut mit leeren Händen nach Hause fliegen musste.

Hört auch im Hertha Base Podcast rein: in der aktuellen Folge besprechen wir das Auswärtsspiel in Stuttgart!

Khediras Einwechslung bringt neuen Schwung

Ausschlaggebend dafür war auch ein gewisser Sami Khedira. Der 33-Jährige schlug die Vorlage für seinen fast doppelt so jungen Mitspieler. Erst in der 58. Minute wurde er für Santiago Ascacibar eingewechselt. Der Südamerikaner zeigte sich wie schon gegen Eintracht Frankfurt und FC Bayern München bissig und fleißig.

Foto: Matthias Hangst/Getty Images

Allerdings ging er genauso wie seine Mitspieler in der ersten Halbzeit komplett unter. Ascacibar gewann nur wenige Zweikämpfe (Zweikampfquote 29 Prozent) und stand oft nicht richtig. Außerdem erlaubte er sich Foulspiele in Strafraumnähe, die zu gefährlichen Freistöße für seinen Ex-Klub führten. Auch Matteo Guendouzi hatte große Schwierigkeiten, auf der offensiven zentralen Mittelfeldposition für Aufsehen zu sorgen. Das tat der Franzose vielmehr im negativen Sinne, da er sich einige schmerzhafte Ballverluste erlaubte.

Die Einwechslung von Sami Khedira brachte sofort eine spürbare Dominanz und Ruhe zurück in das zentrale Mittelfeld. Der Weltmeister hatte fast genauso viele Ballaktionen wie Ascacibar (mit weniger Spielzeit) und zeigte sich dafür zweikampfstark und passgenau. Einige Bälle des VfBs konnte er abfangen. Seine fehlende Spritzigkeit und Geschwindigkeit machte er mit gutem Stellungsspiel wieder wett. Hinzu kommt seine so wichtige, aber auch etwas zufällige Torvorlage für Netz.

Herthas Suche nach der Achse

Außerdem gab er Lucas Tousart (von Sky-Kommentatoren neuerdings „Nicolas Toussart“ getauft) mehr Sicherheit. Der Franzose war bis dahin im Vergleich zu seinen Mitspielern im zentralen Mittelfeld einer der aktivsten. Er führte viele Zweikämpfe und unterbrach einige Angriffe der Schwaben.

Er steigerte sich aber nach der Einwechslung von Khedira nochmal spürbar und konnte mehr Akzente nach vorne setzen. In der Schlussphase (85.) beispielsweise, als er einen Konter mit einleitete und Nemanja Radonjic in die Spitze schicken konnte. Am Ende war er mit 12,87 gelaufene Kilometer auch der laufstärkste Spieler auf dem Platz.

Herthas Achse steht also weiterhin nicht fest. Lucas Tousart dürfte wohl nach zuletzt drei guten Auftritten in Folge gesetzt sein. Matteo Guendouzi strahlte hingegen zuletzt weniger Frische und Spielwitz als noch vor einigen Monaten aus. Die neue Rolle von Sami Khedira könnte da ein wichtiger Faktor werden. Dessen Präsenz scheint seine Mitspieler zu beflügeln und zumindest ein wenig Ruhe in das Chaos zu bringen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wer sich im zentralen Mittelfeld endgültig durchsetzen kann. Dardai muss mal wieder Lego spielen.

Matheus Cunha – Weiter glücklos

Endgültig durchgesetzt hat sich Matheus Cunha bei Hertha schon lange. Doch der wohl gefährlichste Spieler in den Berliner Reihen wartet mittlerweile schon seit November 2020 auf einen eigenen Treffer. Nachdem er kurz vor Ende der Partie gegen Bayern schon eine Riesenmöglichkeit vergeben hatte, bekam er auch in Stuttgart einige Möglichkeiten. Viele dieser Möglichkeiten leitete er selbst ein.

Der Brasilianer war erneut ein Aktivposten, war für seine Gegenspieler nur sehr schwer zu halten und zeigte sich auch im Pressing und in Defensivzweikämpfen sehr fleißig. Er gewann die meisten Berliner Zweikämpfe (22) und war erneut mit Abstand der Spieler auf dem Platz mit den meisten erfolgreichen Dribblings (8). Was bei ihm erneut fehlte, war der Glück im Abschluss.

(Photo by RALPH ORLOWSKI/POOL/AFP via Getty Images)

Lob gab es diese Woche dafür vom neuen Mitspieler Sami Khedira: „Matheus Cunha ist ein unfassbarer Fußballer“. Doch gerade im Abstiegskampf wird seine Qualität auch zu Toren führen müssen. Die Enttäuschung über die vergebenen Chancen war Matheus Cunha immer wieder anzumerken. Gegen den Ex-Club Leipzig bekommt der 21-Jährige die nächste Chance, die Durststrecke zu beenden.

Nemanja Radonjic – noch kein Durchbruch

Ebenfalls enttäuscht von der eigenen Leistung dürfte Nemanja Radonjic sein. Der Neuzugang war wie schon im ersten Einsatz gegen Bayern in einigen Szenen zu sehen. Dass Geschwindigkeit allein nicht zum Erfolg führt, ist selbstverständlich. Warum der junge Flügelstürmer allerdings auf seine stärkste Waffe im entscheidenden Moment verzichtete, bleibt ein Rätsel. Gleich zwei Mal lief der Serbe gegen Stuttgart mit dem Tempo eines Windhundes seinen Gegenspielern davon, beide Male stoppte er jedoch völlig unerklärlich ab und ging ins Dribbling.

Somit gab er seinen Vorsprung freiwillig auf und schaffte sich unnötige Hindernisse. Dazu verstolperte er mehrere Bälle und war mitverantwortlich dafür, dass Herthas Angriffe in der Schlussphase zu oft nicht zu Ende gebracht wurden. Womöglich bremste ihn auch eine leichte Verletzung. Über die vergebenen Chancen dürfte er sich trotzdem tierisch ärgern.

Lukebakio mehr Flamingo als Känguru

Wer „tierisch“ liest, musste diese Woche schnell an Pal Dardai denken. Dieser gab in der Pressekonferenz einen kleinen Exkurs über Kängurus und erklärte, welche Gemeinsamkeiten dieses Tier mit Dodi Lukebakio hat. Ähnlich wie ein rotes Känguru also, soll Dodi Lukebakio sein. Da müssen wir ihm leider widersprechen. Auch wir bei Hertha BASE sind nämlich echte Tierexperten.

Kängurus sind kräftige Tiere, die sich nur schwer aus dem Gleichgewicht bringen lassen und zum Teil auch durch ihre Körpergröße bedrohlich wirken können. Was die Physis angeht, ähnelt Dodi Lukebakio in der Tierwelt vielleicht eher dem Flamingo, der mit einem Fuß sein ganzes Körpergewicht hält. Ein solches kann man durch einen kleinen Schubser schon aus dem Weg räumen. Wie auch in so vielen Partien in dieser Spielzeit konnte sich der Belgier nämlich körperlich nie gegen seine Gegenspieler durchsetzen.

Foto: IMAGO

Die vom Cheftrainer gelobte Geschwindigkeit des Angreifers konnte dieser ebenfalls nur selten unter Beweis stellen. Zu oft stand am Ende eines Vorstoßes nur ein einfacher Ballverlust. Zu oft war schnell die Enttäuschung in seinem Gesicht zu lesen. Allgemein war die Körpersprache von Dodi Lukebakio wieder alles andere als inspirierend. Seine Mitspieler wird er damit sicher nicht mitreißen können. Ob Flamingo oder Känguru: der belgische Nationalspieler spielt bisher eine höchst enttäuschende Saison.

Alligatoren oder Schafe und Lämmer – Hertha braucht einen Leitwolf

Lukebakio ist nicht der Einzige, der bisher in dieser Saison seine Charakterstärke vermissen lässt. Pal Dardai muss nicht wie befürchtet „20 Alligatoren“ managen, doch eine Mannschaft voller Schafe und Lämmer möchte ein Trainer sicherlich auch nicht haben. Momentan ist die blau-weiße Truppe noch ein bunter Haufen völlig unterschiedlicher Spieler und Charakter, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Die fehlende Kohäsion der Spieler untereinander war in der ersten Halbzeit gegen Stuttgart stark zu spüren. Dabei sah das Team weniger nach einer hungrigen Wolfsmeute und eher wie die Arche Noah aus.

Vielleicht kann ein Alpha-Tier, ein Leitwolf diese Meute doch noch vereinen. Die Hoffnung auf eine zufriedenstellende Saison ist nach den letzten Ergebnissen jedenfalls verschwunden. Jetzt bleibt noch die Hoffnung, den kompletten Absturz zu verhindern. Dafür wird die „alte Dame“ auch im schweren Programm der nächsten Wochen punkten müssen.

*Titelbild: IMAGO

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – FC Bayern München

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – FC Bayern München

Ein bisschen Hoffnung hat man ja doch immer, wenn Hertha gegen die Bayern spielt. Obwohl wir gestern 0:1 verloren haben, hat sich diese Hoffnung erfüllt. Denn insbesondere in der zweiten Halbzeit zeigte Hertha ein tolles Umschaltspiel und hätte sich ein Unentschieden eigentlich verdient. Auch in den Leistungen mehrerer Einzelspieler sieht man schon nach zwei Spielen unter Pal Dardai einen deutlichen Fortschritt. Die Herthaner im Fokus.

Nemanja Radonjic – Herthas neuer Unterschiedsspieler

Einen Tag nachdem der Serbe Nemanja Radonjic zu Hertha wechselte, verkündete sein früherer Trainer André Villas-Boas seinen Rücktritt bei Olympique Marseille. Villas-Boas begründete seinen Rücktritt öffentlichkeitswirksam unter anderem damit, dass man ihn vor der Leihe Radonjics nicht konsultiert habe – er hätte dies wohl nicht befürwortet. Obwohl Radonjic gegen die Bayern nur etwa 20 Minuten mitspielen durfte, kann man Villas-Boas‘ Ärger verstehen.

(Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Radonjic ist wieselflink, mutig in den Zweikämpfen, zieht von seiner linken Außenbahn in Robben-Manier gerne in die Mitte und sorgt somit für ein Element, das Hertha in den vergangenen Monaten so sehr fehlte: Druck auf der Außenbahn. Radonjic erinnert ein wenig an die ersten Spiele von Javairo Dilrosun bei Hertha – der junge Niederländer glänzte damals über die linke Außenbahn, legte mehrere Tore vor und erzielte auch einige Treffer.

Es bleibt nur zu hoffen, dass Radonjic – oder „Blitzkugel“, wie ihn Dardai nach dem Spiel nannte – im Gegensatz zu Dilrosun diesen ersten Eindruck verstetigen kann. Denn: Viel Zeit zur Akklimatisierung hat der junge Serbe nicht. Es bleiben 14 Spiele, in denen Hertha mit Radonjics Hilfe unbedingt punkten muss.

Maximilian Mittelstädt – Was für ein Fortschritt

Ich muss es zugeben – obwohl mir Maxi Mittelstädt sehr sympathisch ist, war ich über seine erneute Nominierung für die Startelf etwas verärgert. Denn in den vergangenen Monaten wirkte Herthas Nachwuchsspieler oft zu behäbig, kam in vielen Zweikämpfen zu spät und verschuldete so leider auch ein paar Gegentore. Er wirkte schlicht gehemmt.

Doch am gestrigen Freitagabend zeigte Maxi ein ganz anderes Gesicht. Er hatte Selbstvertrauen. Insbesondere in Herthas Drangphase in der zweiten Halbzeit gewann Maxi im Mittelfeld mehrere wichtige Zweikämpfe und leitete so direkte Gegenangriffe ein – die einzige Art und Weise, wie man gegen die Bayern punkten kann. Auch im eigenen 16er wirkte Mittelstädt – kurz nach Beginn der Partie klärte er eine extrem gefährliche Situation gegen Serge Gnabry. Vier Tacklings, zwei abgefangene Bälle und sechs Klärungen unterstreichen seinen hervorragenden Auftritt.

Foto: xMatthiasxKochx/IMAGO

Mittelstädt hatte unter der Woche seinen Instagram-Account gelöscht. Dass ihm die in den sozialen Medien geäußerte Kritik zu nah ging, ist nicht auszuschließen. In einem Video-Interview hatte er dies auch kürzlich angedeutet: auch Fußballprofis seien Menschen, sagte Mittelstädt mit Blick auf die ihm entgegen gebrachte Kritik.

Klar ist: Im Zeitalter der „sozialen“ Medien sind die Profis (leider) ungefilterter, unfairer und oft auch unflätiger Kritik ausgesetzt. Man wünscht sich für Maxi, dass ihm sein neuer Trainer weiter dabei hilft, wieder mutiger zu werden, damit er auch in Herthas Offensive wieder selbstbewusst Nadelstiche setzen kann.

Dodi Lukébakio – Nur eine kleine Verbesserung

Klar – man kann Torchancen vergeben. Das Problem ist nur, dass man gegen die Bayern nicht allzu viele bekommt. Und insofern schmerzt es mit einer Nacht Abstand schon, dass Dodi und Cunha gestern zwei Chancen vergaben, die sie einfach machen müssen.

So wir alle anderen Herthaner hat sich auch Lukébakio gesteigert. Am deutlichsten zeigte sich dies etwa zehn Minuten nach Wiederanpfiff, als Lukébakio nach einem Sprint in die Defensive auf einmal am eigenen Strafraum eine gefährliche Situation gegen Gnabry entschärfte – noch vor zwei Wochen wäre dies wohl undenkbar gewesen.

Foto: IMAGO

Trotzdem bleibt leider ein negativer Gesamteindruck – Dodi taucht in vielen Spielphasen einfach komplett ab und trabt bestenfalls mit. Pal Dardai muss Lukébakios Waffen – sein Spielwitz und seine Schnelligkeit – schnellstmöglich reaktivieren.

Und dann waren da noch …

Jordan Torunarigha: Gute Besserung, hoffentlich ist es nichts Schlimmes. Du wirst gebraucht!

Rune Jarstein: Alexander Schwolow ist ein toller Torwart, keine Frage. In seinen Spielen für Hertha hat der Ex-Freiburger auch keine Patzer eingebracht und unnötige Tore verschuldet. Aber seien wir ehrlich: Er hatte auch wenige bis gar keine Glanzparaden. Herthas Goalie-Oldie Jarstein hatte diese in den vergangenen beiden Spielen. Trotz dreier Gegentore landete Jarstein wegen mehrerer Rettungsaktionen in der „kicker“ Elf des Tages und am gestrigen Abend parierte er einen Elfmeter gegen Robert Lewandowski – ein höchst seltenes Phänomen. Kurzum: Ein weiterer genialer Schachzug von Pal Dardai war es, Jarstein zu reaktivieren!

Sami Khedira: Es ist schon ein komisches Gefühl, Sami Khedira im Hertha-Trikot agieren zu können. Khedira gehört zu den bestdekorierten deutschen Fußballspielern. Er ist Weltmeister, Champions-League-Sieger und gewann die nationalen Meisterschaften in Deutschland, Spanien und Italien. Sein Einsatz am gestrigen Abend war zu kurz, um ihn fair bewerten zu können. Klar ist aber, dass Khedira in den Tagen vor dem Bayern-Spiel glaubhaft vermittelte, dass er Hertha helfen will. Eine Hilfe, die wir gerne annehmen – auf allen seinen Erfahrungsebenen.

Fazit – Die Mannschaft lebt

Der wahre Star am gestrigen Abend war die Mannschaft. Die Statistiken zeigen, dass Hertha das Spiel gegen die Bayern nicht nur annahm, sondern auch klug gestaltete. Die Blau-Weißen liefen insgesamt knapp vier Kilometer mehr als die Bayern, hatten mit rund 80 Prozent eine gute Passquote, schossen zehn Mal aufs Tor, spielten weniger Fehlpässe als die Bayern und hatten mit rund 50 Prozent fast dieselbe Zweikampfquote wie der Gegner.

Foto: IMAGO

Aber nicht nur quantitativ machte Hertha ein gutes Spiel. Auch die Qualität überzeugte. Nach dem Rückstand ließ sich das Team nicht fallen, sondern startete in der 2. Halbzeit eine tolle Angriffsserie. Leider können wir uns von dem Spiel wenig kaufen, Hertha braucht mit Blick auf die Tabellensituation Punkte. Insofern gibt es nur ein Manko, das nach dem gestrigen Freitagabend bleibt: die Chancenverwertung!

[Titelbild: JOHN MACDOUGALL/POOL/AFP via Getty Images]

Herthaner im Fokus: Eintracht Frankfurt – Hertha BSC

Herthaner im Fokus: Eintracht Frankfurt – Hertha BSC

Nach wenigen Tagen im Amt war es „Spiel Eins“ für Pal Dardai. Und bei seinem Comeback änderte er die Startaufstellung kräftig durch. Deshalb schauen wir in unserer Bewertung auch vor allem auf die „neuen“ Spieler. Insgesamt zeigte das Team eine engagierte und kämpferische Leistung. Aber, wie so oft in dieser Saison, präsentierte sich die Mannschaft vor allem in der Defensive stark anfällig.

Rune Jarstein bewahrte das Team lange mit herausragenden Paraden vor einem Rückstand. Letztlich musste er aber dennoch drei mal hinter sich greifen. Eintracht Frankfurt springt mit dem Sieg auf den dritten Tabellenplatz – und Hertha BSC ist endgültig im Abstiegskampf angekommen.

Wir schauen auf einige ausgewählte Herthaner nach diesem Spiel.

Rune Jarstein – Er kann es noch!

Der Startelfeinsatz von Rune Jarstein für Alexander Schwolow war vermutlich die größte Überraschung zu Beginn des Spieltags. Doch rechtfertigte Jarstein das Vertrauen von Trainer Pal Dardai. Immer wieder glänzte er mit herausragenden Paraden und bewahrte die Mannschaft schon in der ersten Halbzeit vor einem Rückstand. Etwa in der 28. Minute, in der Frankfurts Kamada vor Jarstein auftauchte und aus kurzer Distanz abschloss. Blitzartig tauchte Jarstein ab und parierte den Schuss.

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Dem 36-jährigen Routinier war die lange Zeit auf der Bank nicht anzumerken. Er strahlte viel Ruhe und Konzentration aus. Doch wird er auch mit seiner Verteidigung sprechen müssen – letztlich im Stich gelassen und ohne eigene Schuld, musste er drei mal hinter sich greifen. „Ich glaube, Rune war gut, er hat der Mannschaft gut getan“, sagte Dardai nach dem Spiel. Ob der Norweger auch im kommenden Spiel wieder ran darf, wird noch abzuwarten sein, seine Leistung hat es aber nicht unwahrscheinlicher gemacht.

Santiago Ascacibar – Auffällig unauffällig

Viel war im blau-weißen Trikot noch nicht vom 1,68 Meter kleinen Argentinier zu sehen. Lange Zeit ist Santiago Ascacibar verletzungsbedingt ausgefallen, war er fit, wurde er nicht berücksichtigt. Unter Dardai hat er nun seine Chance bekommen. Vermutlich auch, weil Ascacibar bekannt als Kämpfer ist, als einer, der auch mal dreckig ist und leidenschaftlich spielt.

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Zumindest mit seinen Laufdaten bestätigte er die Entscheidung. Kein Herthaner ist weitere Wege gegangen als er (fast 12 Kilometer). Nach hinten stellte er die Passwege oft gut zu und präsentierte ein solides Stellungsspiel. Nach vorne hin ging bei ihm aber auch wenig. Auch wenn dies primär nicht seine Aufgabe ist. Doch gute Ansätze waren zu sehen – mit mehr Spielpraxis, wer weiß, wie wichtig er noch werden kann. Seine kämpferischen Attribute sind es im Abstiegskampf allemal.

Zusammen mit Tousart hatte es der 23-Jährige gut verstanden, die offensiven Mittelfeldspieler Frankfurts, Kamada und Younes, zu bearbeiten. Drei Tacklings und vier abgefangene ´Bälle unterstreichen seinen Eifer und die permanent hohe Aufmerksamkeit. Dardais Bewertung: „Herz, Leidenschaft, Balleroberung, Wege machen. Er steht immer auf. Ich glaube, er hat auch eine gute Leistung gebracht.“

Lukas Klünter – engagiert, spielerisch aber limitiert

Auf der rechten Seite von Lukas Klünter herrschte Dauerbetrieb. Immer wieder tauchte vor allem Filip Kostic vor ihm auf und ging gegen Klünter ins Tempodribbling. Nicht selten verlor Klünter das Duell und die Frankfurter konnten in die Mitte flanken. Etwa bei der postwendenden Antwort zum 1:1, nachdem die Berliner kurz vorher erst in Führung gegangen sind. Kostic konnte seine Flanke an Klünter vorbei bringen und spielte sie perfekt auf den Kopf von Andre Silva.

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Allerdings dürfte hier vor allem auch Jordan Torunarigha die größte Schuld treffen. Er ließ Silva einen kurzen Moment aus dem Augen, so dass dieser sich absetzen und einnetzen konnte. Oft war Klünter auch sein spielerisches Limit anzusetzen. Im Spielaufbau ging wenig bis gar nichts, immer wieder suchte er stattdessen den Rückpass. Teilweise wirkte er mit dem Ball am Fuß gar überfordert, anstatt seinen Körper so zu drehen und zu bewegen, das Pässe nach vorne oder auf kurze Distanz ins Mittelfeld möglich wären.

Der Einsatz stimmte beim Saisondebütanten allemal, jedoch sind in diesem Spiel zu viele Defizite auf einmal ersichtlich geworden.

Luca Netz – technisch fein, aber das Stellungsspiel

Es war der zweite Startelfeinsatz in Folge für den erst 17-Jährigen. Und oft zeigte er sein Talent. Schon gegen Bremen waren seine Laufwege in der Offensive eine Gefahr. Zudem spielt er präzise Flanken. Offensiv hat Netz alles, was ein moderner Außenverteidiger braucht.

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Doch in der Defensive entstehen zu oft Lücken, weil er zu weit weg von seinem Gegenspieler steht. Gegen Frankfurt entstand deshalb keine Gefahr, doch vielleicht auch deshalb, weil Dardai ihn zur Halbzeit auf der Bank ließ und Maxi Mittelstädt einwechselte, welcher wiederum beim 1:2-Gegentor nicht gut aussah. Auch offensiv traf das Eigengewächs zu viele Fehlentscheidung, beispielsweise als er beim Stand von 0:0 lieber selbst abschloss, als die vielen freien Mitspieler vor dem Tor anzuspielen. Hinzu kamen einige ungenaue Pässe und Ballverluste.

Vor allem offensiv kann Netz ein Gewinn sein. Und in einer wackelnden und sich stets ändernden Defensive Routine zu bekommen, ist auch schwer. Das Potenzial ist eindeutig da, nun muss sich an das Bundesliga-Niveau, das volle Aufmerksamkeit und Handlungsschnelligkeit voraussetzt, gewöhnt werden.

Und insgesamt?

Wie Eingangs erwähnt spielte Hertha durchaus engagiert. Während das Mittelfeld mit Tousart und Ascacibar als Sechser und einem offensiverem Guendouzi gefestigter wirkten, bleibt vor allem aber die Abwehr ein Problem. Hätte Jarstein nicht oft genug glänzend pariert, hätte das Ergebnis noch deutlicher sein können. Lobende Worte gibt es an dieser Stelle (und der Redakteur kann es selbst kaum glauben) für den Spielaufbau von Niklas Stark. Bei seinen Pässen nach vorne traute er sich mehr, auch mal etwas Risiko und es gelang. Oft traute er sich gar bis über die MIttellinie, sind doch sonst eher Rückpässe sein großes Markenzeichen.

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Auch Krzysztof Piatek zeigte wieder, warum Hertha ihn gebrauchen kann. Sein Anlaufverhalten war zwar recht verhalten, doch sein Tor beschreibt einen Strafraumstürmer, wie der Pole es ist, perfekt. Ohne viel Kontakt und Zeit den Abschluss suchen – und drin ist das Ding. Dodi Lukebakio ist schon seit Wochen ein Schatten seiner selbst. Leider fällt er mehr dadurch auf, Bälle zu verstolpern und sie zu verlieren, als mit seinen möglichen schnellen Tempodribblings und seinem guten Schuss. Vor allem Dilrosun wird als Alternative für die Außen schmerzlich vermisst.

In den kommenden Spielen trifft Hertha auf spielstarke Gegner, kommende Woche etwa auf gegen Bayern München. Für Hertha-Fans könnten die nächsten Wochen nicht weniger schmerzvoll werden, als schon die gesamte Saison. Doch präsentierte sich Hertha gegen starke Teams selbst auch immer passabel. Wer weiß, wo Dardai und sein Team den Gegnern vielleicht wichtige Punkte im Abstiegskampf abluchsen können.

[Titelbild: Photo by Alex Grimm/Getty Images]

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – TSG Hoffenheim

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – TSG Hoffenheim

Mit einer am Ende deutlichen 0:3-Heimniederlage gegen Hoffenheim beendet Hertha BSC die Hinrunde der Saison 2020/2021. Nach einer ordentlichen Anfangsphase (inklusive verschossenem Elfmeter) verpassten es die Berliner, mit letzter Konsequenz auf die Führung zu drücken. Nach einer knappen halben Stunde kamen die Gäste zur schmeichelhaften Führung, im Anschluss gelang Hertha kaum noch etwas.

Bereits nach den beiden letzten Auftritten auf der Alm in Bielefeld (0:1) und gegen den 1. FC Köln (0:0) waren bei den meisten Hertha-Fans die Erwartungen für das Spiel gegen die ebenfalls kriselnden Hoffenheimer (ein Sieg in den letzten sechs Bundesliga-Spielen) gering. Und Hertha wurde einmal mehr seinem Ruf als „Aufbaugegner“ gerecht – individuell gab es dabei nur wenige Lichtblicke.

Maximilian Mittelstädt – nicht wirklich besser als Plattenhardt

Eine Entscheidung Labbadias, die schon in den vergangenen Monaten immer wieder für Diskussionen sorgte, war die Bevorzugung von Marvin Plattenhardt auf der Linksverteidigerposition. Plattenhardt wurde trotz durchwachsener Leistungen immer wieder Maxi Mittelstädt vorgezogen – dabei waren viele Hertha-Fans der Meinung, dass Mittelstädt sich insbesondere zu Saisonbeginn ordentlich präsentiert hatte.

Durch Plattenhardts Verletzung durfte Mittelstädt gegen Hoffenheim zum zweiten Mal hintereinander von Beginn an ran, das Fazit fällt eher weniger gut aus.

In der Anfangsphase war Mittelstädt unauffällig: Defensiv könnte man das durchaus als Kompliment auffassen, allerdings übten die Gäste auch nur wenig Druck aus, Hertha hatte Ballbesitzanteile von über 70 Prozent.

Und auch offensiv war Mittelstädt quasi unsichtbar. Guendouzi übernahm im Aufbau seine Position hinten links – wohin Mittelstädt auf diese Rochade hin verschwand, war nicht immer leicht festzustellen. Nach einer knappen halben Stunde setzte er mal Córdoba mit einer Flanke in Szene, der Kolumbianer köpfte allerdings über den Kasten. Kurz nach der Halbzeit wiederholte sich dieses Muster: Am Hoffenheimer Strafraum bekam Mittelstädt von Guendouzi den Ball, fand mit seiner Flanke Córdoba – und dieser setzte seinen Kopfball übers Tor.

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Bei der Entstehung des ersten Gegentores machte Mittelstädt eine unglückliche Figur. Er rückte aus der Viererkette, um den Ballführenden Baumgartner unter Druck zu setzen – kam dabei allerdings zu spät und öffnete so den Raum für den Torschützen Sebastian Rudy.

Insbesondere sein zu Saisonbeginn besserer Offensivoutput im Vergleich mit Plattenhardt wurde Mittelstädt hoch angerechnet, gegen Hoffenheim war davon allerdings nur wenig zu sehen. Defensiv unterliefen Herthas Eigengewächs eigentlich keine großen Fehler, trotzdem sprach seine Auswechslung nach 60 Minuten Bände für seine Leistung. Auch weil der erst 17-jährige Luca Netz keinen Deut schlechter machte.

Omar Alderete – Das Thema mit den Ansätzen

In der Hertha-Innenverteidigung lief einmal mehr der Paraguayer Omar Alderete neben Kapitän Niklas Stark auf. Defensiv waren beide in der Anfangsphase kaum gefordert, dafür aber umso mehr im Spielaufbau. Dabei übernahm Alderete einmal mehr den risikoreicheren Part, und zumindest in der ersten halben Stunde war er ein ums andere Mal der X-Faktor in Herthas Spielaufbau: Mit flachen Pässen ins Zentrum auf Cunha, eine der beiden Spitzen oder Guendouzi gelang es ihm gleich mehrere Male, zumindest eine der Hoffenheimer Verteidigungslinien zu überspielen.

Allerdings schlichen sich auch hin und wieder kleinere Fehler ins Spiel Alderetes – einmal vertändelte er in zentraler Lage fast den Ball an einen Hoffenheimer, aus einem Fehlpass nah am eigenen Tor konnten die Hoffenheimer kein Kapital schlagen. Und auch eine Situation, in der Alderete seinen Gegenspieler mit etwas übertriebenem Körpereinsatz „rammte“ und abdrängte, dürfte für die eine oder andere gehobene Augenbraue gesorgt haben.

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In der zweiten Halbzeit waren aber auch bei Alderete jegliche spielerische Anlagen verschwunden, die man in der ersten Hälfte noch bestaunen durfte. Wie auch sein Nebenmann Stark agierte Alderete meistens nach der Devise „lang und weit bringt Sicherheit“, wenn keine einfache Lösung in Sicht war.

Defensiv war der Paraguayer eigentlich nur beim 0:1 zu weit von seinem Gegenspieler entfernt, sonst konnte der Neuzugang die eine oder andere brenzlige Situation bereinigen. Gleichzeitig strahlte er mit seiner etwas aggressiveren Spielweise aber auch nicht unbedingt Ruhe aus.

Dodi Lukébakio – symptomatisch für eine ganze Saison

Nach einigen enttäuschenden Auftritten zuletzt hatte Labbadia mit der Rückkehr von Matheus Cunha die Möglichkeit, Dodi Lukébakio zunächst einmal auf der Bank zu lassen. Nach seiner Einwechslung gelang es dem Belgier allerdings nicht mehr, noch etwas Nennenswertes zu Herthas Offensivbemühungen beizutragen.

Wie so oft in den vergangenen Wochen ging in seinen knapp 30 Minuten auf dem Platz quasi keine Gefahr von Lukébakio aus. Mit seiner ersten Aktion rutschte er auf dem Rasen des Olympiastadions weg – direkt in einen Hoffenheimer Gegenspieler, eine (etwas harte) gelbe Karte war die Konsequenz.

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Und auch beim 0:2 demonstrierte Lukébakio einmal mehr eine seiner gravierendsten Schwächen: Schon in der Entstehung war er zu weit von seinem Gegenspieler entfernt, woraufhin dieser den Ball relativ unbedrängt in den Rückraum zurücklegen konnte. Allerdings hatte Lukébakio den Spieler schon bis zur Grundlinie verfolgt – und weil er sich im Anschluss nicht schnell genug wieder nach vorne bewegte, hob er das Abseits des Torschützen Kramaric auf.

Mit seinem Joker-Einsatz sollte Lukébakio wohl eigentlich zeigen, warum er in Zukunft wieder die richtige Wahl für die Hertha-Startelf wäre. Mit diesem Auftritt ist ihm das aber sicherlich nicht gelungen – eher im Gegenteil.

Lucas Tousart – endlich Stütze und Ballverteiler

Wenn es dann doch noch eine positiv hervorzuhebende Leistung an diesem aus Hertha-Sicht sehr tristen Abend gab, war das mit Sicherheit Lucas Tousart. Der Franzose scheint nach seiner Verletzung immer besser in Tritt zu kommen, gegen Hoffenheim machte er trotz seiner schwachen Mitspieler ein ordentliches Spiel und zeigte, warum Hertha ihn geholt haben könnte.

Foto: IMAGO

Immer wieder konnte Tousart das Spiel erfolgreich verlagern, insbesondere seine hohen Seitenwechsel auf die aufgerückten Außenverteidiger deuteten seine Klasse hier und da an. In einigen Situationen zeigte sich der Franzose aber auch als kombinationssicher, löste unter Mithilfe seiner Nebenleute die eine oder andere Pressingsituation.

Nach dem Seitenwechsel war Tousart dann vor allem als Organisator zwischen den beiden Hertha-Innenverteidigern gefragt. Als Sechser wusste der Franzose in den vergangenen Wochen mit dem Ball deutlich mehr zu überzeugen als zuvor Niklas Stark – sehr wahrscheinlich, dass Tousart auch nach der Genesung von Dedryck Boyata weiterhin Herthas defensiver Mittelfeldspieler Nummer eins bleibt.

Und dann waren da noch …

Deyovaisio Zeefuik, der nach seiner Einwechslung zur Halbzeit defensiv nicht wirklich auf der Höhe wirkte und offensiv zumindest zwei haarsträubende Fehlpässe spielte.

Krzysztof Piatek, der in der ersten Viertelstunde Herthas beste Tormöglichkeit vom Punkt vergab. Danach wirkte der Pole engagiert – und profitierte durchaus von Sturmpartner Jhon Córdoba, er wirkte besser ins Hertha-Spiel eingebunden als in seinen Einsätzen als alleinige Spitze.

Matheus Cunha, der Herthas Offensive eben auch nicht immer retten kann – gegen Hoffenheim erwischte der Brasilianer wieder einen schlechteren Tag, ließ sich durch viele kleine Nickligkeiten der Gegner provozieren und rieb sich daraufhin in Diskussionen auf.

Mattéo Guendouzi, bei dem im Spielverlauf der Verzweiflungspegel ins Unermessliche stieg – in der Schlussphase versuchte der Franzose, es mit allen allein aufzunehmen und ein Solo-Tor à la Cunha zu erzielen. War dabei aber eher weniger erfolgreich und konnte Herthas Spiel auch sonst nicht die Struktur geben, für die er in seinen ersten Spielen gesorgt hatte.

Das Fazit fällt nach dem Spiel gegen Hoffenheim ernüchternd aus – es wird sich wohl etwas ändern müssen bei Hertha BSC, damit sich langfristige Verbesserungen einstellen. Punkt.

[Titelbild: Photo by Boris Streubel/Getty Images]