Porträt – Wer ist Tayfun Korkut?

Porträt – Wer ist Tayfun Korkut?

Mit Tayfun Korkut hat Hertha am Montag den sechsten Trainer in rund 2,5 Jahren vorgestellt. Der gebürtige Stuttgarter war als Spieler hauptsächlich in der Türkei und Spanien aktiv und als Trainer zuletzt drei Jahre arbeitslos. Seine bisherigen Bundesliga-Tätigkeiten zeigen, dass Korkut Teams recht schnell positiv beeinflussen kann. Sie zeigen aber auch, dass nach Diesen Hochphasen teils verheerende Abstürze folgten.

Korkut: Eng mit Joachim Löw verbunden

Tayfun Korkut wuchs als Sohn türkischer Gastarbeiter in einem Vorort von Stuttgart auf. Fußballerisch wurde er bei den Stuttgarter Kickers ausgebildet. Bei den „Kickers“ schaffte es Korkut mit 20 Jahren in die erste Mannschaft, die damals in der Regionalliga kickte. Zur damaligen Zeit traf er erstmals auf seinen neuen Chef: Fredi Bobic – drei Jahre älter als Korkut – spielte zwischen 1992 und 1994 in der Profimannschaft der Stuttgarter Kickers, bevor er zum Stadtrivalen VfB Stuttgart wechselte.

Korkuts Karriere nahm einen anderen Lauf. Schon sehr früh wechselte der damals 21-Jährige in die Türkei zu Fenerbahce Istanbul. Der Deutschtürke wurde im defensiv-zentralen und rechten Mittelfeld eingesetzt und zum Stammspieler in Istanbul. In 145 Spielen schoss er zwölf Tore für Fenerbahce. Ebenfalls 1995 bestritt er sein erstes Spiel für die Nationalmannschaft der Türkei. 41 weitere Einsätze im Trikot der Türkei sollten mit insgesamt zwei Treffern folgen, unter anderem bei der EM in England (1996) und der EM in Belgien/den Niederlanden wirkte er mit.

Foto: Mark Thompson /Allsport

In seiner Zeit in der Türkei machte Korkut die Bekanntschaft eines Trainers, zu dem er bis heute ein „sehr enges“ Verhältnis hat, wie er berichtet. Joachim Löw. Der spätere Weltmeistertrainer trainierte Fenerbahce in der Saison 1998/99. Gemeinsam gewannen Löw und Korkut den türkischen Pokal und schrammten nur knapp an der Meisterschaft vorbei.

Warum musste Pal Dardai gehen? Ist Tayfun Korkut die richtige Wahl? Wie ist die Arbeit von Fredi Bobic bislang zu bewerten? Jetzt unsere Analyse zum Trainerwechsel im Hertha BASE Podcast hören!

Korkuts Sprach-Kenntnisse könnten Hertha helfen

Im Jahr 2000 wechselte Korkut dann nach Spanien, wo er zunächst drei Jahre bei Real Sociedad San Sebastian und später für ein Jahr bei Espanyol Barcelona spielte. Aus Hertha-Sicht sind diese knapp vier Jahre in Spanien von großer Bedeutung: Wie in unser Sprach-Analyse bereits berichtet, sprechen viele Hertha-Spieler romanische Sprachen, wie beispielsweise Spanisch und Französisch.

Auf der heutigen PK betonte auch Bobic, dass Korkuts Sprachkenntnisse in der Kommunikation mit der Mannschaft von Vorteil sein könnten. Bis heute fühlt sich Korkut in Spanien zuhause, sagte er vor einigen Jahren in einem Interview. Nach einer weiteren Station bei Besiktas Istanbul beendete Korkut seine Spielerkarriere schließlich im Jahr 2006 bei Genclerbirligi Ankara.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Korkuts Trainerkarriere begann im Jugendbereich. Zunächst trainierte er die A-Jugend von San Sebastian, bevor er zurück nach Deutschland kehrte, um die B-Jugend der TSG Hoffenheim zu übernehmen. In Hoffenheim verbrachte Korkut zwar nur eine Saison, machte hier aber auch dort wichtige Bekanntschaften. Profi-Trainer war damals Ralf Rangnick, A-Jugend-Trainer war Markus Gisdol und in seiner Mannschaft spielten unter anderem Seat Kolasinac und Kenan Karaman. Korkut belegte den achten Bundesliga-Platz der Staffel Süd/Südwest mit seiner Mannschaft.

Erste Trainerstationen gemeinsam mit Bobic und Aracic

Nach dieser Saison kam es zum zweiten Aufeinandertreffen mit Bobic. Herthas heutiger Geschäftsführer war im Juli 2010 zum Sportdirektor des VfB Stuttgart berufen worden. Eine seiner ersten Tätigkeiten: Tayfun Korkut für die A-Jugend des VfB abwerben. Auch hier war Korkut wieder erfolgreich und wurde in seiner Bundesliga-Staffel Vierter.

Wie schon als Spieler wechselte Korkut im Januar 2012 dann aber auch als Trainer zunächst ins Ausland, um als Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft seinen ersten Profi-Vertrag im Trainerbereich zu unterzeichnen. Die Türkei hatte wenige Wochen zuvor die Qualifikation für die EM 2012 verpasst. Gemeinsam mit Abdullah Avci sollte Korkut die Türkei zur WM 2014 führen – diese Mission missglückte allerdings. Weil das Team in der Qualifikation schon früh hinter den Erwartungen zurückblieb, wurden Avci und Korkut entlassen.

Nur wenige Wochen später, im Dezember 2013, sollte Korkut dann aber seinen bislang erfolgreichsten Trainerposten antreten – bei Hannover 96 in der Bundesliga. Dort lernte er auch Herthas heutigen Kaderplaner Dirk Dufner kennen. 96 stand mit 18 Punkten zum damaligen Zeitpunkt auf dem 13. Tabellenplatz. In der Rückrunde schaffte es der Deutschtürke dann allerdings, dem Team neues Leben einzuhauchen. 24 Punkte holte Hannover in der Rückrunde und wurde Zehnter. Die Hinrunde der darauffolgenden Saison verlief mit erneuten 24 Zählern ebenso erfreulich.

Dann allerdings begann eine Niederlagenserie: Am vorletzten Spieltag stand Korkuts Mannschaft mitten im Abstiegskampf und musste um den Ligaerhalt zittern. Nur drei Tage vor Saison beurlaubte der Verein Korkut. Nach einem Jahr ohne Anstellungen heuerte Korkut dann beim damaligen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern an. Schon nach der Hinrunde ging man aber getrennte Wege: Der FCK befand sich damals nur wenige Punkte entfernt von den Abstiegsrängen.

Fan-Austritte nach Korkut-Verpflichtung in Stuttgart

Im März 2017 übernahm Korkut dann eine ähnliche Aufgabe wie nun bei Hertha. Bis zum Saisonende sollte er die Mannschaft von Bayer 04 in höhere Tabellenregionen führen. Bayer hatte kurz zuvor Roger Schmidt als Trainer entlassen, weil sich die Werkself rund um den 10. Tabellenplatz festgespielt hatte – zu wenig für Leverkusener Ansprüche. Mit Korkut wurde es allerdings noch schlechter: Am letzten Spieltag konnte man Hertha zwar mit 6:2 besiegen, landete aber schlussendlich auf Rang 12. Korkuts kurzer Vertrag wurde nicht verlängert.

Bei seiner nächsten Trainerstation in Stuttgart (ab Januar 2018) zeigte sich ein ähnliches Muster wie in Hannover. Korkut übernahm den VfB im unteren Tabellendrittel und führte das Team direkt zum Erfolg: Aus den verbleibenden 14 Spielen holte er damals 31 Punkte, darunter ein 4:1-Sieg in München. Stuttgart verpasste nur knapp die europäischen Ränge, Korkuts Vertrag wurde um zwei Jahre verlängert. Auch in diesem Fall folgte dann aber ein Absturz: In der Folgesaison sammelten Korkut und der VfB aus den ersten sieben Ligaspielen nur fünf Zähler, der VfB war Letzter, Korkut wurde entlassen. Insgesamt war Korkuts Tätigkeit für den VfB ein Wechselbad der Gefühle. Kurz nach seiner Einstellung kündigten zahlreiche Fans ihre Mitgliedschaft – auch weil sie nicht davon überzeugt waren, dass Korkut nach recht erfolglosen Stationen in Hannover und Leverkusen den Klassenerhalt schaffen würde.

korkut hertha
(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

In den vergangenen drei Jahren war Korkut ohne Trainerjob. Auf der heutigen Hertha-Pressekonferenz erklärte er, dass er sich in dieser Zeit viel um seine drei Kinder gekümmert habe, aber auch „ohne Druck“ dem Ligageschehen gefolgt sei. Er starte den neuen Job nun „voller Energie“. „Es tut gut, hier zu sitzen“, so Korkut wörtlich. Welche fußballerischen Strategien der Deutschtürke bei Hertha einschlagen wird, wollte Korkut nicht verraten. Nur so viel: „Der Ansatz ist immer gleich: Spiele gewinnen!“ Bei seinen erfolgreichen Trainerstationen zeichnete sich Korkut allerdings dadurch aus, dass er jeweils brüchige Abwehrketten stabilisierte. Interessant ist auch, dass er insbesondere beim VfB des Öfteren zwei Strafraumstürmer aufstellte, was bei Hertha in der Regel nicht praktiziert wird.

Herthas personifizierter Derby-Albtraum wird Co-Trainer

Beachtenswert ist übrigens auch die Einstellung von Ilja Aracic, der ab sofort Co-Trainer bei Hertha ist. Aracic fügte Hertha im Jahr 1998 eine der empfindlichsten Derby-Niederlagen zu – im Trikot von Tennis Borussia. Im DFB-Pokal-Viertelfinale schoss er beim 4:2 für TeBe zwei Tore.

Kurze Zeit später wechselte er dann aber zu Hertha und spielte dort unter Jürgen Röber zwei sehr erfolgreiche Saisons, unter anderem in der Champions League. Korkut und Aracic lernten sich 2012 beim VfB Stuttgart kennen – Aracic übernahm nach Korkuts Abgang in die Türkei die A-Jugend des VfB.

Am kommenden Wochenende steht für Herthas neue Trainingsleiter somit gleich ein besonderes Spiel ins Haus: Denn nach wie vor wohnt ein Großteil seiner Familie in unmittelbarer Nähe zum Stuttgarter Stadion.

[Titelbild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images]

Podcast #171 Man kennt sich

Podcast #171 Man kennt sich

Pal Dardai ist Geschichte bei Hertha BSC. Der neue Cheftrainer Tayfun Korkut ist bereits vorgestellt. Dazu geben wir unsere Einordnung ab und sprechen natürlich auch noch über die spät verschenkten 2 Punkte gegen Augsburg. Außerdem wird es noch investigativ. Viel Spaß!

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(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

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Von Dardai zu Korkut: Der nächste Versuch, ein normaler Bundesligist zu werden

Von Dardai zu Korkut: Der nächste Versuch, ein normaler Bundesligist zu werden

Am heutigen Morgen schlug das Thema ein wie eine Bombe. Pal Dardai ist nicht mehr länger Trainer von Hertha BSC. Mit einer Meldung auf der Homepage kamen die Berliner mit dieser Nachricht um die Ecke. Im selben Atemzug wird Tayfun Korkut als Nachfolger präsentiert. Ein Mann, der das letzte Mal 2018 einen Job im Fußball-Business hatte. Es stellen sich viele Fragen, ob Antworten gefunden werden, muss die Zukunft sagen.

Hertha BSC und der Berliner Winter: Zu viele Gemeinsamkeiten

Die Zeiten sind grau, kalt und es wirkt wie eine schier unendliche Periode, die nicht enden mag. Die Berliner Millionenstadt wird zunehmend stiller und ungemütlicher, am Wochenende gesellte sich zu den eisigen Temperaturen auch noch der erste Schneefall dazu.

Als jemand, der in Berlin lebt, hat man hier aktuell nicht viel zu lachen. Irgendwie wirkt alles etwas betäubter und dunkler als sonst. Als Fan von Hertha BSC prasseln diese Gefühle praktisch doppelt ein. Der Klub macht seit mittlerweile zwei Jahren einen nicht wirklich zielführenden Eindruck. Um den Verein herrscht eine dunkle Stimmung, die niemand so wirklich im Stande zu sein scheint, aufzuhellen.

(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

Am heutigen Morgen erlangte all das ein neuen unrühmlichen Höhepunkt. Hertha BSC trennte sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Pal Dardai und seinen Co-Trainern Andreas „Zecke“ Neuendorf und Admir Hamzagic. Haben der Alten Dame zuvor bereits Kopf und Gesicht gefehlt, wurde nun das Herz entfernt.

Fredi Bobic: Mehr Business als Feingefühl

Am frühen Morgen teilte Geschäftsführer Sport Fredi Bobic Pal Dardai und dem Trainerteam mit, dass sie mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben freigestellt sein würden. Die Nachfolge war schnell, dem Vernehmen nach schon vor der Entlassung, gefunden. Mit Tayfun Korkut und dem ehemaligen Herthaner Ilija Aracic (von 1999 – 2000 25 Bundesligaspiele für Hertha BSC) als Co-Trainer präsentierte Fredi Bobic ein Team, welches streitbar ist und zunächst mit immens kritischen Augen von der Fanbase und der Medienwelt gesehen wird.

Fredi Bobic zeigte auf der Vorstellungspressekonferenz ein gefasstes und überzeugtes Gesicht. Er bedankte sich beim scheidenden Trainerteam und sprühte vor Optimismus und war bemüht Tayfun Korkut als neuen starken Mann zu präsentieren.

dardai korkut
(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Es zeigt, wie sehr sich der Wind in der Hauptstadt gedreht hat. Während noch vor einem Jahr Michael Preetz als emotionaler Mann die Geschicke leitete, sich zunehmend emotional in Pressekonferenzen gab und seine Liebe zur Hertha nicht leugnete, vermittelt sein Nachfolger einen Eindruck als fokussierter, aber eiskalter Manager.

Nach einer denkwürdigen Transferphase im Sommer ist es die nächste Situation, in der Fredi Bobic im Mittelpunkt steht und nicht gerade mit Sympathiepunkten überhäuft wird. Doch das scheint ihm egal zu sein. Seine Überzeugung steht über dem Bedürfnis, beliebt bei den Fans zu sein.

Jetzt unsere Podcast-Folge mit Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hören, in der wir u.a. über die bislang mangelhafte Kommunikation zwischen Verein und Investor sprechen!

Tayfun Korkut: Ungewöhnliche Wahl, aber möglicherweise unterschätzt

Die unpopuläre Entscheidung, Tayfun Korkut zum neuen Cheftrainer zu machen, sorgt im kurzlebigen Fußballgeschäft zunächst für Häme und Spott. Doch das interessiert Fredi Bobic nicht, der seit mehreren Wochen seine Entscheidung Pal Dardai zu entlassen, getroffen zu haben scheint.

Und wie schon in der Transferphase sorgen seine Entscheidungen keinesfalls für Luftsprünge und Aufbruchsstimmung. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das überhaupt nötig ist. Auch laut Fredi Bobic sei die Mannschaft in Takt, brauche lediglich nur Orientierung. Entscheidend ist also, dass die neue Lösung viel mehr nach innen, als nach außen wirkt. Tayfun Korkut hat sich über die Jahre in Fußball-Deutschland einen Namen gemacht. Leider keinen guten. Stationen bei Hannover und Kaiserslautern waren praktisch zum Scheitern verurteilt, bei Leverkusen gelangen ihm in elf Bundesligaspielen lediglich zwei Siege.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Hoffnung bietet allerdings seine letzte Station in der Bundesliga. Nämlich beim VfB Stuttgart. 2018 übernahm Korkut den VfB nach 20 Spieltagen auf Platz 14 und im tiefen Abstiegskampf. Mit 31 Punkten aus 14 Spielen starteten er und die Mannschaft eine furiose Aufholjagd, die am Ende beinahe mit der Qualifikation zur Europa League endete. Wobei auch hier viele VfB-Fans einordnend behaupten, dass wenig Plan und viel Glück von großer Bedeutung waren.

Fazit: Eine Patrone, die ein Risiko birgt und sitzen muss

Fredi Bobic geht ein enormes Risiko. Die Mannschaft, die auch nach seinen eigenen Worten intakt ist, muss sich in einer brenzligen Situation auf etwas neues einstellen. Versteckte Energien könnten freigesetzt werden. Genauso besteht allerdings das Risiko, dass die Verkrampfung im Hertha-Spiel vertieft und eine Weiterentwicklung blockiert.

Außerdem stellt sich die Frage, ob die Zeit in Stuttgart nur eine Nebelkerze war oder sich Korkut in seiner Karriere weiterentwickelt hat und nun die Chance nutzen kann, endgültig aus der Schublade des chronisch erfolglosen Trainers zu steigen. Sollte das klappen, haben Hertha-Fans im Berliner Winter eine Sorge weniger.

Titelbild: [Christian Kaspar-Bartke/Getty Images]

HB#170 mit Werner Gegenbauer

HB#170 mit Werner Gegenbauer

Wir hatten die Möglichkeit mit unserem Präsidenten Werner Gegenbauer über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft von Hertha BSC zu sprechen. Dabei gab es spannende Aussagen unter anderem zur Kommunikation mit Lars Windhorst, dem Festhalten an Preetz nach dem zweiten Abstieg und dem Umbruch in der Geschäftsführung. 

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Podcast #169 Tagesform

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Wir müssen über die desolate Leistung im Derby reden. Außerdem bequatschen wir, wie es jetzt weitergehen soll und noch alle anderen wichtigen Hertha News und Gerüchte der vergangenen Woche. 

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Herthaner im Fokus: Ein Derby zum Vergessen

Herthaner im Fokus: Ein Derby zum Vergessen

Das erste von drei Berliner Derbys in dieser Saison ist gespielt. In einer fragwürdiger Weise ausverkauftem Alten Försterei erlebte Hertha (mal wieder) ein uninspiriertes Duell gegen den Rivalen aus Köpenick. Wir wollen dennoch den Blick auf einige Herthaner und die wirklich wenigen Lichtblicke dieses Spiels werfen.

Peter Pekarik: Noch einer der besten

Dass hier der Name von Pekarik auftaucht ist symptomatisch für Hertha. Dass der Slowake auch mit 35 Jahren Stammspieler ist und dabei mit die besten Leistungen zeigt, lässt tief in die Kaderzusammenstellung der letzten Jahre blicken. Auch gegen Union war der dienstälteste Herthaner einer der auffälligsten Spieler der Blau-Weißen, hielt die rechte Seite dicht, wagte gelegentliche Vorstöße bis tief in die gegnerische Hälfte und flankte drei Mal.

(Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Mit 29 von 33 angekommenen Pässen (88%) strahlte er zudem etwas Sicherheit aus. Krönung seiner Leistung war das aufgrund von Piateks Abseitsstellungen ein paar Spielsituationen vorher aberkannte Tor, welches den Spielverlauf potential hätte stark verändern können. Acht Ballverluste und nur 50% gewonnene Zweikämpfe (2 von 4) zeigen allerdings auch, dass Pekarik kein rundum gelungenes Spiel ablieferte.

Im Vergleich zu seinen Kollegen stach er dennoch in seinem Gesamteindruck positiv hervor. In der 70. Minute musste er aufgrund einer Systemumstellung den Platz für Jastrzembski machen.

Suat Serdar: Ohne ihn geht nichts

Und täglich grüßt das Serdar-Tier. Wie so oft war Suat Serdar der mit Abstand auffälligste Herthaner und wenn überhaupt etwas in der Offensive passierte, hatte Serdar seine Füße im Spiel.

Er gab zwei von acht Torschüssen ab, spielte zwei Schlüsselpässe und kurbelte das Spiel aus der Mitte heraus an. Er war es auch, der Pekarik in der 37. Minute in Szene setzte und dieser die bis dahin beste Chance im Spiel hatte (was ebenfalls noch einmal die gute Leistung von Pekarik hervorhebt). Mit nur vier von 15 gewonnen Duellen (27%) und einer Passquote von 59% (13 von 22) zeigte aber auch Serdar nicht sein bestes Spiel im Hertha-Dress.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Es bleibt dennoch festzuhalten, dass ohne ihn das im Koma liegende Offensivspiel der „Alten Dame“ ohne Zweifel endgültig tot wäre und der ehemalige Nationalspieler eines der ganz wenigen belebenden Elemente und absoluter Schlüsselspieler in dieser Saison ist. Er tut einem beinahe schon leid.

Santiago Ascacibar: So geht Derby

Es gibt kaum einen Spieler in Herthas Kader, der für ein Derby so sehr wie gemacht zu sein scheint, wie Santi Ascacibar. Und das zeigte sich einmal mehr in seinen überragenden Statistiken.

Mit 86 Pässen spielt er die zweitmeisten (nur Dardai hatte vier mehr), von denen 57 angekommen sind (84%). Auch von seinen langen Pässen landeten vier bei seinen Mitspielern Zudem hat der Argentinier trotz seine geringen Körpergröße fünf von sieben Kopfduellen gewonnen, im Gegenzug jedoch nur vier von neun Bodenduellen. Ein geklärter Ball, fünf abgefangene Bälle und ein Tackle unterstreichen seine ansonsten solide Defensivleistung allerdings, die bei nur ein Foul zudem äußerst fair stattfand.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Wenn der 24-Jährige weiterhin solche Leistungen abruft, wird es für Lucas Tousart zunehmend schwerer, seinen Stammplatz auf der Sechs zurückzuerobern, solange Dardai nicht wie heute mit einer Doppelsechs spielt.

Im Gegenzug zu vielen seiner Teamkollegen wirkte „Santi“ wie einer der wenigen, der erkannt hat welch eminent wichtiges Spiel heute stattfand und agierte bissig und kämpferisch, konnte sich alleine aber auch nicht mehr gegen die Niederlage stemmen.

Und dann waren da noch …

Marton Dardai: Nachdem Dardai schon am letzten Spieltag durch ein Foul in der Nachspielzeit den Leverkusener Ausgleich (mit-)verursachte, läutete er die gestrige Niederlage durch einen haarsträubenden Fehler in der 9. Minute ein. Der 19-Jährige ist vergleichsweise neu in der Bundesliga, „Wachstumsschmerzen“ sind daher zu erwarten und gehören ein Stück weit dazu. Hinzukommt, dass Dardai zuletzt immer wieder körperlich bedingt ausfiel – in der Länderspielpause musste er mit Erkältung von der U21 abreisen – und dadurch wenig Rhythmus hat.

hertha union
(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Maxi Mittelstädt: Zeigt auf der offensiven linken Außenbahn weiterhin seine gute Form, schlug drei Flanken und hatte eine Passquote von 74%. Wenn in der 1. Halbzeit offensiv etwas passierte, so war es meist über Mittelstädt. Warum er in der 60. Minute weichen musste, erschließt sich von Außen nicht. Vermutlich, weil auch seine offensiven Ideen zu nichts führten.

Alexander Schwolow: Obwohl Schwolow auch in dieser Saison noch nicht 100% in Berlin angekommen zu sein scheint, lieferte er heute ein solides Spiel ab. Für die zwei Gegentore trug er keine Verantwortung. Gegen Kruse hielt er zwei Mal sehr stark und durch ein gut antizipiertes Herauslaufen in der 70. Minute konnte er ein 1 gegen 1 in einer Unioner Kontersituation präventiv verhindern.

[Titelbild: Martin Rose/Getty Images]