Marton Dardai – Zwischen Bundesligadebüt und Regionalligaunterbrechung

Marton Dardai – Zwischen Bundesligadebüt und Regionalligaunterbrechung

Beim Auswärtsspiel gegen Augsburg dürfte Marton Dardai erstmals in das Rampenlicht der Bundesliga treten und sein Profidebüt feiern. Zwar kam er erst in den letzten Minuten des Spiels auf den Platz, ein besonderer Moment in seiner Fußballerkarriere wird es aber trotzdem gewesen sein. Wir werfen einen genaueren Blick auf die letzten Monate, den Spielstil und die aktuelle Situation des 18-jährigen Sohns von Ex-Trainer Pal Dardai.

Ein turbulentes Jahr

Auch für Marton Dardai wird das Jahr 2020 turbulent gewesen sein. Das vermutlich nicht nur weil er, wie viele andere mit den Umständen der Corona-Pandemie konfrontiert wurde, sondern auch weil sportlich für ihn Einiges passierte. Zu Jahresbeginn durfte Dardai zum ersten Mal für die U23 in der Regionalliga auflaufen. Zuvor hatte er anderthalb Jahre sehr erfolgreich bei der U19 gespielt. Dort führte er das Team teilweise als Kapitän auf den Platz und löste sein Ticket für die Teilnahme an der U17-Europameisterschaft mit der deutschen Jugendnationalmannschaft.

In den Jugendwettbewerben wurde im Frühjahr der Spielbetrieb eingestellt und bei Herthas Bundesliga-Mannschaft übernahm Bruno Labbadia im April den Trainerposten. Als der Trainingsbetrieb langsam wieder in Kleingruppen aufgenommen wurde, bildete das Team rund um Labbadia auch eine Gruppe mit acht Jugendspielern, die sich das Trainerteam mal genauer anschauen wollte. Darunter auch Marton Dardai.

Foto: IMAGO

In den letzten neun Bundesligapartien der Saison saß Dardai dann sechsmal auf der Bank und gehörte nun zum erweiterten Kader der Profis. Er scheint also einen positiven Eindruck bei Labbadia hinterlassen zu haben, denn dieser ermöglichte ihm den rasanten Aufstieg von der U19 (über die U23) zu den Profis in nur wenigen Monaten. Die Sommervorbereitung machte Dardai dann ebenfalls bei der ersten Mannschaft mit und trainierte auch in den letzten Monaten bei nahezu jeder Einheit unter Labbadia mit. Spielpraxis sammelt er hingegen bei der zweiten Mannschaft. Dort steht er regelmäßig mit seinem älteren Bruder Palko auf dem Platz. Marton Dardai zeigte gute Trainingsleistungen und hat sich laut Labbadia in einigen Bereichen zuletzt auch noch individuell verbessert. So kam es nun am siebten Spieltag zu seinem Debüt, das der Cheftrainer als „eine logische Folge“ (kicker) sieht.

Ruhig und Spielstark

Marton Dardai spielt am liebsten auf der linken Innenverteidigerposition und lief dort auch die meiste Zeit in den Jugendmannschaften auf. Auf dem Spielfeld ist er sehr weit für sein Alter (18 Jahre) und im Jugendbereich dürfte er auch immer wieder die Rolle des Kapitäns einnehmen. Er kann ein Team anführen und scheut sich nicht davor, es mit lauten Kommandos anzuleiten. Auch mit seiner Spielweise zeigt er sich sehr reif. Gegen den Ball löst er Situationen zumeist sehr souverän und glänzt mit gutem Stellungsspiel. Sein Zweikampfverhalten war in den U-Mannschaften nicht allzu auffällig, aber über die letzten Monate hat er vor allem körperlich nochmal zugelegt. Er wirkt zudem selten nervös, sondern strahlt in den meisten Situationen eine große Ruhe aus und hat ein gutes Kopfballspiel.

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Seine größte Stärke ist aber sein Spielaufbau mit seinem überdurchschnittlich guten linken Fuß. Der zweitjüngste Dardai-Sohn zeigt stets eine gute Übersicht und findet seine Mitspieler fast überall auf dem Feld. Er kann gute linienbrechende Schnittstellenpässe, aber auch lange Bälle hinter die letzte Kette spielen. Genauso liegen ihm Verlagerungen und schnelle Pässe in den Lauf. Sein Passspiel kann den Spielaufbau einer Mannschaft enorm beleben. Typisch für ihn ist außerdem, dass er gegen tiefstehende Jugendmannschaften auch gerne mal etwas weiter vorne auftauchte und aus der zweiten Reihe abzog.

Insgesamt lässt sich Marton Dardai als ein sehr ruhiger und spielstarker Innenverteidiger beschreiben.

Es ist kompliziert

Auch wenn das Bundesliga-Debüt anderes vermuten lässt, ist die Situation für Marton Dardai bei den Profis nicht leicht. Auf seiner Position hat er mit Omar Alderete und Jordan Torunarigha zwei Spieler vor sich, die zuletzt zu überzeugen wussten und wohl den Platz in der linken Innenverteidigung zunächst unter sich ausmachen werden. Ob er in naher Zukunft zu weiteren, eventuell auch längeren Einsätzen kommen wird, hängt dabei also unter anderem von der Verletzungssituation und Faktoren, die er selbst nicht beeinflussen kann ab. Das weiß auch Bruno Labbadia und meint: „Sein Bundesliga-Debüt war jetzt nur der kleine Anfang. Der weitere Weg wird noch ein Stück dauern.“

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Erschwerend kommt für Dardai und die anderen Talente nun noch hinzu, dass die Saison in der Regionalliga unterbrochen wurde. Die für Talente und ihre Entwicklung so wichtige Spielzeit wird für den 18-Jährigen also vorerst wegfallen. Insgesamt also keine einfachen Umstände für den jungen Innenverteidiger. Der erste Einsatz unter Labbadia lässt sich so auch als eine Art Motivationsanschub für die schwierigen nächsten Wochen und Monate sehen. Für Dardai gilt also weiterhin: geduldig sein und hart arbeiten. Sollte die Profimannschaft in den nächsten Monaten konstanter gute Ergebnisse einfahren, wird es Bruno Labbadia sicherlich auch leichter fallen, den jungen Spielern mehr Spielzeit zu geben.

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Omar Alderete – mehr als nur ein Rekik-Ersatz?

Omar Alderete – mehr als nur ein Rekik-Ersatz?

Etwas überraschend kam es am Deadline-Day auch in Herthas Innenverteidigung noch zu Veränderungen. Karim Rekik wechselte zum Europa-League-Sieger nach Sevilla, als Ersatz verpflichtete Hertha den paraguayischen Nationalspieler Omar Alderete aus Basel.

Basel-Experte und Opta-Mitarbeiter Chris Eggenberger beantwortete unsere Fragen zu Omar Alderete.

Alderete bringt Wucht mit

HERTHA BASE: Was sind deiner Meinung nach Alderetes größte Stärken?

Chris: „Alderete hatte in der letzten Saison eines der, wenn nicht das beste Kopfballspiel aller Verteidiger in der Schweizer Super League. Er gewann 71% seiner Kopfballduelle, zweitbester Wert aller Verteidiger der Liga. Seine Zweikampfquote von 64% war Bestwert aller regelmäßig eingesetzten FCB-Spieler. Zudem verzeichnete er die Bestwerte für Ballgewinne und Klärungsaktionen pro Spiel beim FC Basel.“

Neben Dedryck Boyata und Jordan Torunarigha bekommt Hertha demnach also einen dritten, sehr zweikampfstarken Spieler für die eigene Innenverteidigung. Für Trainer Bruno Labbadia dürfte das eine Erleichterung darstellen. Karim Rekik schien in seinen letzten Einsätzen für Hertha BSC insbesondere in diesem Bereich fehleranfällig, obwohl Zweikampfverhalten und Kopfballstärke eigentlich zu den wichtigsten Qualitäten eines Innenverteidigers zählen.

Und in welchen Bereichen liegen seine Schwächen? Wo ist noch Verbesserungsbedarf vorhanden?

„Arbeiten muss er meiner Meinung nach noch am einfachen Passspiel, er hatte in der letzten Saison nur 77% Passquote. Er nimmt gerne Risiken in Kauf, zum Beispiel bricht er gerne im Aufbauspiel mit dem Ball ins Mittelfeld und spielt viele Pässe ins finale Platzdrittel, was beim in vielen Spielen hoch stehenden FC Basel ein Vorteil war. Man hat manchmal das Gefühl, er will zu sehr nicht den einfachen Querpass spielen, was ihn in einer besseren Liga fehleranfällig machen könnte.“

Auch das kennt man bei Hertha mittlerweile gut – von Torunarigha, bei dem Vorstöße bis tief in die gegnerische Hälfte genauso zur Tagesordnung gehören. Trotzdem lag Torunarighas Passquote in der vergangenen Saison mit 85% deutlich höher. Herthas Eigengewächs scheint seine Vorstöße mittlerweile eher gezielt einzusetzen, wie Alderete sich bei Hertha einfügt, wird man sehen.

Foto: IMAGO

Kann Alderete Hertha sofort weiterhelfen, oder braucht er erst noch eine Eingewöhnungszeit?

„Beim FC Basel stand Alderete vom 1. Spieltag an in der Startelf und war von dieser auch schnell nicht mehr wegzudenken. Dafür war er von Anfang an individuell zu gut. In Basel hatte er 2019/20 aber auch die komplette Vorbereitung absolviert. Nun in der schon laufenden Saison zur Hertha zu stoßen, dürfte nicht ganz so einfach sein, fußballerisch traue ich es ihm aber absolut zu. Aufgrund des vollen Terminplans und der Verletzung von Torunarigha wird er Spielzeit bekommen, eine langsame Heranführung an die Bundesliga würde ihm aber sicher helfen.“

Dass Alderete schon im kommenden Spiel gegen den VfB Stuttgart in der Startelf steht, ist eher unwahrscheinlich. In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch gab der Paraguayer noch sein Pflichtspieldebüt als Nationalspieler und stößt damit erst kurz vor dem Spiel gegen den VfB erstmals zum Kader. In den darauffolgenden Spielen dürfte er aber zu einer realistischen Option werden – Torunarigha ist verletzt, Niklas Stark könnte dann wieder ins Mittelfeld vorrücken und Alderete den linken Innenverteidiger neben Kapitän Boyata geben.

„In einem Interview hat Alderete erzählt, dass er in Basel viel Zeit mit seinem paraguayischen Teamkollegen Blas Riveros verbrachte. Auch aufgrund der Sprachbarriere, die immer noch da zu sein scheint, dürften Cordoba und Ascacibar für ihn wichtig sein für die Eingewöhnung.“

Kartensammler Alderete

Alderete hat erst eine Saison in Europa gespielt – hältst du die Ablöse von 6,5 Millionen Euro trotzdem für einen fairen Preis?

„Alderete hat in der Europa League mit Basel auf sich aufmerksam gemacht und war ein unverzichtbarer Teil der besten Defensive in der Schweizer Liga. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Hertha nicht der einzige Interessent an ihm war. Ich traue ihm absolut zu, in ein paar Jahren Stammspieler bei einem überdurchschnittlichen Bundesligateam wie der Hertha zu sein. Daher geht ein Preis im mittleren einstelligen Millionenbereich meiner Meinung nach absolut in Ordnung. Wenn er sein Potenzial irgendwann einmal voll erreicht, liegt auch ein lukrativer Transfer zu einem Topklub in Europa im Bereich des Möglichen.“

In 54 Pflichtspielen für Basel handelte sich Alderete 13 gelbe Karten ein, dazu kommen noch drei Platzverweise. Ist der Paraguayer auf dem Platz ein Heißsporn oder hat er die Karten eher einem ungestümen Zweikampfverhalten zu verdanken?

„Die Antwort liegt wohl irgendwo zwischen Heißsporn und dem Zweikampfverhalten. Die gesamte Basler Mannschaft war in der vergangenen Saison anfällig für Karten. Bei der hohen Abseitslinie der Basler war bestimmt auch das eine oder andere taktische Foul dabei, das zu einer Gelben führte. Alderete muss aber sicher noch an seiner Coolness arbeiten, zwei seiner Platzverweise kassierte er zum Beispiel in den Schlussminute in Ligaspielen, die Basel verlor.“

Wirklich aussagekräftig dürfte Alderetes Karten-Statistik wohl aufgrund der Basler Spielweise nicht sein – und auch die mangelnde Coolness könnte eine positive Seite haben: Hertha fehlen insbesondere auf dem Platz Leader, die die Mannschaft mitreißen – und dabei eben vielleicht auch ab und zu über die Stränge schlagen.

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Wie taktisch variabel ist Alderete? In welchen Systemen kann er eingesetzt werden, und auf welchen Positionen?

„In Basel hat man ihn eigentlich nur als Innenverteidiger gesehen, meistens zur Linken seines IV-Kollegen Eray Cömert in einer Viererkette. Das sehe ich auch als seine stärkste Position, viel taktische Variabilität musste er in Basel nicht zeigen. In der Theorie sollte ihm als Linksfuß auch die linke Position einer Dreierkette liegen, dafür fehlt mir bei ihm aber aktuell noch die Qualität im Passspiel und etwas Tempo. In der Mitte einer Dreier- oder Fünferkette könnte er hingegen funktionieren, er könnte dann auch seine Vorstöße ins Mittelfeld einbringen.“

Wenn Hertha in Zukunft also auch mal mit drei Innenverteidigern auflaufen möchte, könnte Alderete als zentraler Innenverteidiger auflaufen – links dürfte in solch einer Konstellation wohl Torunarigha die Nase dank seiner Qualitäten mit dem Ball und auch seines Tempos vorn haben. Aber auch im Zentrum wäre er wohlmöglich nicht die erste Wahl, mit Boyata stünde dort auch eine andere Alternative bereit.

Der schwierige Übergang in die Bundesliga

Erst ein Jahr hat Alderete in Europa gespielt, jetzt wechselt er von einer doch eher kleineren Liga in die Bundesliga, eine der größten der Welt. Wird die Umstellung (höheres Niveau und Tempo) ihm eher Probleme bereiten oder passt er sich schnell an neue Gegebenheiten an?

„Ich habe das Gefühl, dass der Unterschied zwischen der Schweizer Super League und den Top-Ligen in den letzten Jahren recht stark gewachsen ist, so konnte sich z.B. ein Marek Suchy, den Alderete in Basel ersetzte, beim FC Augsburg nicht durchsetzen. Auch Kasim Adams, 2018 für 8 Millionen von Bern nach Hoffenheim, konnte sich noch nicht durchsetzen. Mit Manuel Akanji gibt es aber absolut auch noch positive Beispiele. Bei Alderete sehe ich eigentlich keine Gefahr, ich schätze ihn zum Beispiel stärker ein als Adams.

In der Bundesliga wird er Risiken in seinem Spielstil minimieren müssen und gegen schwächere Gegner muss auch sein Passspiel besser werden. Er hat auf jeden Fall die Fähigkeiten, sich an die Bundesliga anzupassen, meiner Meinung nach auch recht schnell. Er wird aber wie jeder andere unerfahrene Spieler Fehler machen.“

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Gibt es ein Spiel von Alderete, dass dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

„Eher einzelne Aktionen als Spiele. Zum Beispiel in der 90. Minute im Spitzenspiel gegen YB, als er nach einem Foul Gelb sah und dann im Frust den Ball wegschlug und Gelb-Rot sah. Aus positiver Sicht kommt mir sein “Lieblingstrick” in den Sinn, den Ball einmal über den Gegner lupfen und ab die Post nach vorne. Das ist als Innenverteidiger gefährlich, aber wenn’s funktioniert ein Highlight.“

(Die genannten Daten stammen von sofascore.com)

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Herthas U23 – Wie schlägt sich Berlins Zukunft?

Herthas U23 – Wie schlägt sich Berlins Zukunft?

Während die erste Bundesliga bisher nur zum dritten Spieltag fortgeschritten ist, spielte die Truppe von Andreas „Zecke“ Neuendorf in der Regionalliga bereits gegen neun verschiedene Gegner aus dem Nordosten Deutschlands. Zeit für einen Blick auf den Saisonstart, den Kader und einige Einzelspieler der U23.

Noch läuft nicht alles

Bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC hat sicherlich die Weiterentwicklung der Jugendspieler Vorrang gegenüber dem sportlichen Erfolg. Dennoch wollen wir hier einen kurzen Blick auf die gesamtmannschaftliche Lage in der Anfangsphase der Regionalligasaison werfen.  Schaut man auf die Ergebnisse der ersten neun Spiele bis zur Länderspielpause, deutet sich ein recht durchwachsener Saisonbeginn an. Drei Siege, drei Niederlagen und drei Remis bei einem Torverhältnis von elf geschossenen zu viertzehn kassierten Toren konnte die U23 verbuchen. Anders als in der vergangenen Saison, in die man mit sechs Siegen aus den ersten sieben Spielen sehr erfolgreich gestartet war, glich die Anfangsphase dieser Saison eher einem Auf und Ab. Denn den zwei siegreichen ersten Spielen folgte eine Phase aus sechs Spielen in denen man sieglos blieb, darunter auch eine 2:5-Niederlage gegen den Berliner AK. Zuletzt konnte man sich wieder etwas fangen und die Spiele vor der Unterbrechung etwas erfolgreicher gestalten. Dennoch läuft in einigen Bereichen noch nicht alles wie gewünscht.

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Ein paar mögliche Ursachen und Umstände dafür, dass bei der Mannschaft von Andreas „Zecke“ Neuendorf noch nicht alles optimal läuft, lassen sich aber herausarbeiten. Ein Grund dafür mag sicherlich der Umbruch im Kader sein, der in diesem Jahr besonders groß war. Insgesamt sieben Spieler aus der U19 sind nun fester Bestandteil der zweiten Mannschaft und müssen sich teilweise erst an den Männerfußball in der Regionalliga gewöhnen. In der verkürzten Vorbereitung fehlte außerdem Zeit, um sich als Team besser zusammenzufügen und das Zusammenspiel zu verbessern. Das Resultat: in der Mannschaft fehlt es an Abstimmung und man ist auf dem Platz noch nicht so gut aufeinander eingespielt. Ganz ähnliche Probleme also wie in der Profimannschaft von Bruno Labbadia.

Dass viele junge Spieler die Vorbereitung nicht in der zweiten Mannschaft mitmachten, sondern zunächst bei den Profis trainierten und teilweise eher spontan zum Team stoßen, mag ein weitere Ursache für dieses Problem sein. Darunter litt auch das Offensivspiel der Mannschaft, bei dem viel Wert auf gut abgestimmte und schnelle Kombinationen gesetzt wird. Man zeigte zwar fast nie eine schlechte Leistung, doch die aus den vergangenen Jahren bekannte offensive Wucht und Dominanz konnte man bis jetzt kaum zeigen. Trotz mehr Ballbesitz blieb man oft zu ungefährlich und zeigte sich defensiv wiederum anfällig. Die Länderspielunterbrechung könnte der zweiten Mannschaft hier jetzt entgegenkommen. Zwar muss man auch einige Spieler für die Jugendnationalmannschaften abstellen, jedoch ist die Zahl der Spieler hier deutlich geringer als beim Team von Bruno Labbadia. So kann man die Trainingszeit gut nutzen, um besser als Team zusammenzuwachsen und die Abstimmung zu verbessern, sodass man in der Tabelle wieder etwas nach oben klettert.

Erwartbare Inkonstanz

Der kleinere Leistungseinbruch soll hier aber auch gar nicht größer gemacht werden, als er war. In einer Krise befindet sich die Mannschaft keineswegs und eine gewisse Inkonstanz war sogar zu erwarten. Denn die Mannschaft ist das jüngste Team der Liga und gleicht in vielen Teilen eher einer U21 als einer U23. So ist nach dieser ersten Saisonphase unter den zehn Spielern mit den meisten Einsatzminuten nur ein Spieler gewesen, der älter als 21 ist. Und das ist der 30-jährige Kapitän Tony Fuchs. 16 Spieler aus dem Kader sind 19 Jahre alt oder jünger. Ein so junges Team darf Fehler machen. 

Umso erstaunlicher ist es, dass man weiterhin nahezu jeden Gegner, was die Ballbesitz und Passzahlen angeht, dominiert. Und das gegen Spieler, die zum Teil zehn Jahre älter und körperlich deutlich weiter und robuster sind. Nur an offensiver Durchschlagskraft und Effizienz vor dem Tor mangelt es dem Team aktuell ein wenig. Aber auch das ist wenig überraschend, da der Toptorschütze der letzten Saison, Muhammed Kiprit, zum Drittligisten Uerdingen wechselte und Jessic Ngankam, Spieler mit den meisten Scorerpunkten in der letzten Saison, zuletzt vor allem bei den Profis zu finden war. Nachrückende Spieler benötigen meist etwas Zeit, um sich an das gesteigerte Niveau zu gewöhnen. Geduld ist gefragt und die bringt Trainer „Zecke“ Neuendorf mit.

Auffällige Einzelspieler

Abgänge und Umbruch bedeuten auch es gibt einige neue Gesichter, die sich nun in der Mannschaft von Zecke Neuendorf zeigen können. Wir wollen nun einen kurzen Blick auf einige Einzelspieler werfen, die über die letzten Wochen aufgefallen sind oder neu im Team sind.

Jonas Michelbrink

Michelbrink ist einer von nur drei Spielern, die bisher in jedem Spiel der Saison auf dem Platz standen. Diese Zeit nutzte er gut und machte mächtig auf sich aufmerksam. Michelbrink spielt in der U23 auf der Zehn und war in der letzten Saison Stammspieler in der U19. Dort stand er aber immer ein wenig im Schatten von Lazar Samardzic. Nun nutzte der 19-Jährige seine Chance und konnte besonders zu Saisonbeginn seine Stärken fantastisch auf den Platz bringen. Der gebürtige Hannoveraner bringt eine tolle Technik sowie eine gute und vor allem enge Ballführung mit. Das macht ihn für seine Gegenspieler schwer zu greifen und er kann sich auch im dicht besetzten Zentrum mit Ball am Fuß behaupten.

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Außerdem verfügt er über eine gute Übersicht. Immer wieder gelingt es ihm mit seinem starken rechten Fuß seine Mitspieler gut einzusetzen und Gefahrensituationen zu kreieren. Wenn sich die Gelegenheit bietet, setzt Michelbrink auch gerne mal zu einem Dribbling an. Wie zum Beispiel am dritten Spieltag beim Auswärtsspiel gegen Chemie Leipzig als er mit einem tollen Dribbling an seinem Gegenspieler vorbeiging und so von links in den Strafraum eindringen konnte. Kurz vor dem Tor legte er dann überlegt zu Muhammed Kiprit rüber, der dann zum 1:0 verwandeln konnte.

In den letzten Spielen zeigte Jonas Michelbrink sich nicht mehr ganz so auffällig, gehörte aber definitiv zu den besseren Spielern im Team. Insgesamt ist Michelbrink aber ein Spieler, der das Offensivspiel der U23 mit seiner Kreativität beleben kann und dem zurzeit recht dezimierten Regionalligapublikum mit seinen Aktionen immer wieder ein Raunen entlockt. Schafft er es, sich auch in schwierigen Spielen noch mehr zu zeigen, kann man mit einer tollen Saison bei der U23 von ihm rechnen. Seine gute Leistung wurde nun auch von Cheftrainer Bruno Labbadia honoriert indem er Michelbrink während der Länderspielpause erste Trainingseinheiten bei den Profis mitmachen ließ.

Luca Netz

Netz gilt als eines der größten Talente bei Hertha und sogar in Deutschland. Hinter ihm liegt ein turbulenter Sommer mit einer Verletzung, einer Auszeichnung mit der Fritz-Walter-Medaille und seiner ersten Saisonvorbereitung bei den Profis. Als die Saison bei den dann Profis begann, sammelte Luca Netz seine ersten Einsätze bei der zweiten Mannschaft, um Spielpraxis zu bekommen. Netz ist der einzige Spieler aus dem 2003er-Jahrgang im Team von „Zecke“ Neuendorf und er könnte mit seinen 17 Jahren eigentlich noch bei der U17 spielen.

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Drei Spiele machte der Linksverteidiger bisher in der Regionalliga und konnte seine Qualitäten bereits recht gut einbringen. Er ist ein Linksverteidiger, der sich sehr gerne am Offensivspiel beteiligt und immer wieder tief in der gegnerischen Hälfte zu finden ist. Mit Ball sucht er gerne den direkten Weg in den Sechzehner, auch mal mit einem cleveren Dribbling, oder zur Grundlinie. So kommt er gut in Positionen aus denen er gefährliche Hereingaben ins Zentrum spielen kann. Besonders im Spiel gegen den Chemnitzer FC am 8. Spieltag konnte mehrfach solche Hereingaben von ihm beobachten. Halbherzige Halbraumflanken sieht man also von ihm eher weniger.

Um rechtzeitig wieder auf seine Position im Spiel gegen den Ball zu kommen, verfügt er über das nötige Tempo und ist außerdem recht laufstark. Er muss bei seiner Defensivarbeit aber noch etwas konsequenter werden. Die Regionalliga ist da sicher ein guter Zwischenschritt für ihn, um auch sein Zweikampfverhalten noch zu verbessern.

Ruwen Werthmüller

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Werthmüller kam genau wie Michelbrink dieses Jahr von der U19 zur zweiten Mannschaft von Hertha BSC und stand ebenfalls bisher in jedem Spiel auf dem Platz. Er spielt bevorzugt im Sturmzentrum oder auf der linken Außenbahn. Seine größte Stärke ist sicherlich seine hohe Endgeschwindigkeit gepaart mit einem guten Antritt. So kann er immer wieder zu gefährlichen Tiefenläufen ansetzten und sorgt besonders dann für Gefahr, wenn er mit hoher Geschwindigkeit auf das gegnerische Tor oder die Abwehr zu laufen kann. Wie zum Beispiel am ersten Spieltag, als Lok Leipzig in der Schlussphase noch einmal Druck machte, aber der eingewechselte Werthmüller bei einem Konter denn Ball entscheidend in Richtung des Strafraums trieb und so das entschiedene 3:1 vorbereitete.

Da Hertha jedoch sehr häufig gegen tiefstehende Gegner spielt, kommt es nicht allzu oft zu solchen Situationen. Das Kombinationsspiel und die Technik gehören nicht zu Werthmüllers größten Stärken. So gab es Spiele, in denen er kaum auffiel und wenig Gefahr ausstrahlte. Und auch vor dem Tor muss der Schweizer noch effizienter werden. Unter Trainer Neuendorf erhält die nötige Spielpraxis, um sich in diesen Bereichen noch zu verbessern und weiterzuentwickeln.

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Mattéo Guendouzi – Viel Talent, wenig Selbstbeherrschung

Mattéo Guendouzi – Viel Talent, wenig Selbstbeherrschung

Lange galt Jeff Reine-Adelaide als potenzieller Neuzugang für Herthas zentrales Mittelfeld, am Deadline-Day präsentierte der Verein dann aber einen anderen Franzosen als Verstärkung für das zentrale Mittelfeld: Mattéo Guendouzi kommt leihweise für ein Jahr von Arsenal zu Hertha, knapp anderhalb Millionen Euro Leihgebühr werden für den französischen U21-Nationalspieler fällig.

Arsenal-Experte Chris McCarty von neunzigplus.de beantwortete unsere Fragen zu Guendouzi.

HERTHA BASE: Was sind Guendouzis größte Stärken? Wie kann er Hertha weiterhelfen?

Chris: „Seine größte Stärke ist sicherlich sein Selbstbewusstsein. Guendouzi traut sich alles zu, egal gegen wen. Er hat ein sehr gutes Auge und einen großen Passradius, kann dabei durch Diagonalbälle und Schnittstellen-Pässe selbst aus der Tiefe kreative Impulse liefern. Darüber hinaus ist er sehr ballsicher, kann das Spielgerät durch seine Physis hervorragend abschirmen und zieht durch eine gewisse Schlitzohrigkeit sehr viele Fouls.“

Mit seiner durchaus etwas offensiveren Ausrichtung passt Guendouzi gut in das Anforderungsprofil, dass man bei Hertha definiert hatte: Neben Lucas Tousart wollte man auch unbedingt noch einen etwas offensiv orientierteren Mittelfeldspieler verpflichten.

Und was sind seine größten Schwächen?

„Seine größte Stärke ist auch seine größte Schwäche: Sein Selbstbewusstsein. Das führt zu herausragenden Momenten, aber vereinzelt auch zu vermeidbaren Ballverlusten. In seinem Spiel ohne den Ball lässt die Spielintelligenz sehr nach. Er agiert oftmals zu ballfixiert, naiv und neigt dazu, gefährliche Situationen zu spät zu erkennen.“

Mit dem Kopf durch die Wand – vereinzelt kennt man diesen Ansatz bei Hertha BSC schon, auch Matheus Cunha agiert an weniger guten Tagen mitunter kopflos. Auch Guendouzi dürfte daher ein Spieler sein, den Bruno Labbadia ab und zu einbremsen muss.

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Kann Guendouzi Hertha sofort weiterhelfen, oder braucht er erst noch eine Eingewöhnungszeit?

„Garantieren kann man das natürlich nicht, aber er scheint aufgrund seines Ehrgeizes ein Typ zu sein, der keinerlei Eingewöhnungszeit benötigt. 2018 wechselte er aus der zweiten französischen Liga zum FC Arsenal und verzichtete auf die U19-EM, um sich in der Vorbereitung in die Stammelf zu spielen. Kaum einer hatte ihn auf dem Zettel, am ersten Spieltag der Premier League stand er gegen Manchester City in der Startelf.“

Nach seiner Vertragsunterschrift ging es für Guendouzi allerdings zur U21-Nationalmannschaft, ein Startelfeinsatz gegen Stuttgart scheint deswegen eher unwahrscheinlich – wenn Niklas Stark, Lucas Tousart und Vladimir Darida fit bleiben.

In welchen Systemen und auf welchen Positionen kommt Guendouzi gut klar? Und wo überzeugt er eher weniger?

„Guendouzis Stärken kommen am besten auf der Acht oder der Doppelsechs zur Geltung. Dort kann er Spielintelligenz, Pressingresistenz, Passspiel und zuweilen auch seinen Drive im Spiel nach vorne sehr gut einsetzen. Als alleiniger Sechser fehlt ihm zu sehr das defensive Bewusstsein.“

In Labbadias 4-3-3 bzw. 4-3-1-2 kommen für Guendouzi also jeweils die beiden Achterpositionen infrage. Bisher spielten dort Lucas Tousart und Vladimir Darida – Tousart könnte nun allerdings auf die Sechs rücken, da Niklas Stark in den kommenden Wochen den ausfallenden Jordan Torunarigha in der Innenverteidigung ersetzen muss. Dann wäre Guendouzi wohl die erste Option, um die freie Achterposition zu übernehmen.

Lucas Tousart, Vladimir Darida und Niklas Stark, dazu Eduard Löwen und Santiago Ascasibar, Herthas Mittelfeld ist nun relativ breit besetzt. Welche Rolle traust Du Guendouzi zu – von Schlüsselspieler bis Rotationsspieler?

„Guendouzis Erwartungshaltung wird sein, auf Anhieb Stammspieler zu werden. Ich würde nicht gegen ihn wetten. Im Gegenteil, ich traue ihm zu, direkt zu begeistern. Um Leistungsträger zu werden, wird er aber an seinen Fehlern arbeiten müssen, die man ihm in der Honeymoonphase noch verzeiht.  Bei Arsenal tat er dahingehend zu wenig.“

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Hertha sucht nach Spielern, die auf dem Platz vorangehen und die Mannschaft führen – Guendouzi ist zwar noch jung, aber könnte er mit seiner Erfahrung trotzdem eine solche Rolle einnehmen?

Guendouzi ist kein Spieler, der sich versteckt, dafür ist er zu ehrgeizig. Selbst wenn es bei der Mannschaft oder ihm persönlich schlecht läuft, wird er versuchen, das zu ändern und vorneweg marschieren. Um ein tatsächlicher Leader zu sein, fehlt es ihm allerdings wohl an der Reife und den Führungsqualitäten.“

Nicht nur mit seiner Körpersprache und seinem Wille wird Guendouzi sich demnach gut in das einfügen, was man in dieser Saison bisher von Hertha gesehen hat: Eine junge, teilweise blauäugig agierende Mannschaft – die allerdings immer weiterkämpft und nicht aufgibt.

In der Vergangenheit fiel Guendouzi immer wieder auch durch zu emotionales und unfaires Verhalten auf dem Platz auf. Meinst du, er bekommt das besser unter Kontrolle?

„Das ist schwer, zu sagen. Es ist jedenfalls beunruhigend, dass er mit nur 21 Jahren und trotz seines großen Talents bei zwei Klubs und unter zwei Trainern aus dem Kader flog. Das ist die größte Schattenseite seines Selbstbewusstseins. Stößt er auf Widerstand oder Kritik, ob bei Gegner, Mitspieler oder gar Trainer, kann er die Kontrolle verlieren. Und das leider ohne Einsicht. Die Hoffnung liegt darin, dass er noch jung ist und daher reifen kann. Ob er das wird, steht in den Sternen.“

Michael Preetz und Bruno Labbadia dürften sich allerdings im Voraus bewusst gewesen sein, dass sie sich mit Guendouzi einen Spieler in den Kader holen, der Unruhe in die Mannschaft bringen kann. Die einjährige Leihe minimiert das Risiko – und da sich im Rest des Kaders bisher wenig Konfliktpotenzial andeutet, könnte Guendouzi auch von einer ruhigen Atmosphäre innerhalb der Mannschaft profitieren.

Foto: IMAGO

Wie würdest du Herthas Chancen bewerten, Guendouzi auch über die einjährige Leihe hinaus zu halten?

„Das hängt vor allem davon ab, wie er sich während der Leihe präsentiert und damit sind nicht nur die Leistungen auf dem Platz gemeint. Guendouzis Talent ist bekannt und trotzdem tat sich Arsenal diesen Sommer schwer, ihn los zu werden. Kann er seinen Ruf wiederherstellen, dürften andere Kaliber dazwischenfunken. Im Norden Londons liegt Stand heute wohl zu viel verbrannte Erde für eine Wiedervereinigung.“

Wenn Guendouzi bei Hertha an seine besten Zeiten anknüpfen kann, wird er wohl kaum länger als ein Jahr in Berlin bleiben. In diesem Fall würde aber auch Hertha einen guten Deal machen – ein guter Guendouzi würde dem Verein ein entscheidendes Stück weiterhelfen, die anderthalb Millionen Euro Leihgebühr wären dann wohl eher ein Schnäppchen.

Gibt es ein Spiel von Guendouzi, dass dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

„Es war womöglich nicht seine beste Leistung, aber besonders beeindruckte er mich im März 2019 auswärts bei Manchester City. Arsenal agierte lethargisch, regelrecht ängstlich. Aber da war dieser 19-Jährige, der mit breiter Brust durch das Mittelfeld marschierte und versuchte, Gündogan, David Silva und De Bruyne das Spiel aus den Händen zu reißen. Er forderte permanent den Ball, ging weite Wege und stemmte sich gegen die Niederlage. Die Gunners verloren am Ende zwar das Spiel, aber Guendouzi hinterließ an diesem Tag einen bleibenden Eindruck. Nicht nur bei den Arsenal-Fans.“

Präsenz auf dem Platz war auch bei Hertha jüngst ein Thema nach der Heim-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Mit Guendouzi hat Labbadia nun eine Mittelfeld-Option mehr, und an guten Tagen wird Guendouzi Hertha mit Sicherheit weiterhelfen.

[Titelbild: IMAGO]

Jhon Córdoba – wuchtig, willig, wichtig?

Jhon Córdoba – wuchtig, willig, wichtig?

Lange hat Bruno Labbadia warten müssen, nun ist er endlich da: In Jhon Córdoba hat Hertha knapp zwei Wochen vor Schließen des Transferfensters den notwendigen Ibisevic-Ersatz für das Sturmzentrum gefunden. Knapp 15 Millionen kostet der Kolumbianer, bei dessen Entscheidung für Hertha BSC wohl auch sein Landsmann und ehemaliger Berliner Adrián Ramos eine Rolle gespielt hat.

Thomas Reinscheid (auf Twitter @koelnsued), Chefredakteur von effzeh.com, beantwortete unsere Fragen zu Neuzugang Jhon Córdoba.

HERTHA BASE: Was sind deiner Meinung nach Córdobas größte Stärken auf dem Platz? Was kann man sich von ihm erhoffen?

Thomas: „Seine größte Stärke ist definitiv die extrem starke Physis. Córdoba weiß sich im direkten Duell sehr gut zu behaupten und hat dann auch die Dynamik und die Wucht, das für gefährliche Situationen zu nutzen. Dazu hat er sich in der Vergangenheit taktisch und auch spielerisch weiterentwickelt, so dass er auch neben seiner Körperlichkeit zu einem wichtigen Spieler beim FC geworden war.“

Foto: IMAGO

Nach den Abgängen von Vedad Ibisevic und Davie Selke in diesem Jahr vermisste Labbadia exakt diesen Spielertypen bisher im Hertha-Kader: Präsent, torgefährlich, bundesligaerfahren. Sebastian Haller oder auch der Wolfsburger Wout Weghorst waren bei Hertha gehandelt worden, mit Córdoba kommt nun ein ähnlicher Spieler, der in den Planungen des Trainer-Teams eine gewichtige Rolle einnehmen könnte.

Mit 27 Jahren ist Córdoba nicht mehr der Jüngste – und passt eigentlich auch nicht so richtig an Herthas Anforderungsprofil für Neuzugänge. Warum hat Hertha Cordoba trotzdem geholt?

„Ich denke, dass Córdoba dem Hertha-Angriff eine Dimension hinzufügt, die bisher aus der Ferne eingeschätzt komplett fehlt. Piatek ist in meinen Augen weniger der Wandspieler, weniger die physisch starke Ein-Mann-Büffelherde, die nun dem Kader zur Verfügung steht. Dazu hat Córdoba jede Menge Bundesliga-Erfahrung, seine Qualitäten auf diesem Niveau schon nachgewiesen und war durch die vertragliche und finanzielle Situation schlichtweg verfügbar für die Hertha. Es hatte mich schon gewundert, dass in der Hauptstadt so lange mit diesem Transfer gewartet wurde.“

Tatsächlich wurde der Kolumbianer bereits früher in diesem Sommer mit der alten Dame in Verbindung gebracht. Ein Grund für das Abwarten könnte die Transfer-Taktik von Michael Preetz gewesen sein, der auf fallende Preise zum Ende der Transferperiode setzen wollte. Mit Córdoba wurde es zumindest im Sturmzentrum nun ein Spieler, den Hertha wohl schon länger auf dem Radar hatte (laut kicker bereits seit 2017), durch die Verrechnung mit Ondrej Duda wurde der neue Stürmer letztlich für Hertha aber deutlich erschwinglicher.

Wo liegen denn seine Schwächen?

„Er ist im schnelleren Kombinationsspiel häufig überfordert, da er technisch nicht der allerbeste Akteur ist. Darüber hinaus reibt er sich durch die vielen Zweikämpfen oft mit Gegenspielern und Schiedsrichtern auf.“

Foto: IMAGO

Auch in diesem Sinne ist Córdoba also der perfekte Ibisevic-Ersatz. Auf dem Platz ist er ein unangenehmer Gegenspieler, der auch gerne mal über die Grenzen des erlaubten hinausschießt. Im Gegensatz zum Bosnier kennt der Kolumbianer aber auch Grenzen: In seinen bisherigen 99 Bundesliga-Einsätzen sah er zwar schon 16 gelbe Karten, handelte sich aber nur einen Platzverweis ein.

Im Prinzip folgt Córdoba bei Hertha auf Ibisevic, der als Kapitän einer der wichtigsten Führungsspieler war. Man sucht im Moment nach einer neuen Achse und Spielern, die auf dem Platz Verantwortung übernehmen. Könnte Córdoba eine solche Rolle übernehmen?

„Nein. Also sofern nicht Führung durch Leistung gemeint ist. Für alles andere ist Jhon nicht der Typ, dazu spricht er nach sechs Jahren in Deutschland immer noch nicht wirklich Deutsch und auch kaum Englisch. Das macht es natürlich schwierig, Verantwortung zu übernehmen, die über die eigene Leistung hinausgeht.“

Trotz seines – im Vergleich zum Rest des Kaders gehobenen – Alters und seiner umfassenden Bundesliga-Erfahrung wird Córdoba also nicht auch noch das Führungsspieler-Loch füllen können. Diese Verantwortung werden andere übernehmen müssen, die Rückkehr der Stamminnenverteidigung gegen Bremen machte in dieser Hinsicht aber Hoffnung.

Die Niederlage im Pokal gegen Braunschweig hat deutlich gemacht, dass Hertha auch Neuzugänge braucht, die sofort ankommen und einschlagen. Könnte das bei Córdoba klappen – oder braucht er erstmal eine Eingewöhnungszeit?

„Wenn es darum geht, ihn sinnvoll ins Spiel und in eine taktische Grundordnung einzubinden, dürfte es einige Zeit brauchen, bis Córdoba bei der Hertha angekommen ist. Wenn es aber darum geht, seine Physis einzubringen, dürfte er derzeit nahezu bei 100 Prozent sein. Córdoba hat beim FC die komplette Vorbereitung absolviert, musste nur kurz wegen vermeintlicher Muskelprobleme aussetzen. Einzig das Pokalspiel geht ihm ab – dass das aber nicht unbedingt eine notwendige Erfahrung ist, muss ich euch Berlinern ja nicht sagen!“

Bei seinem Debüt gegen Werder Bremen bestätigte Córdoba ebendiese These – nach seiner Einwechslung in der 61. Minute nutzte er seine Physis zunächst, um das 3:0 durch Matheus Cunha einzuleiten. Mit seinem Treffer zum 4:1-Entstand setzte er das Sahnehäubchen auf sein starkes Debüt, trotzdem dürfte er ähnlich wie Deyovaisio Zeefuik noch etwas Zeit zur Gewöhnung an Herthas System benötigen. Als Joker – das zeigte der Kolumbianer gegen Bremen – kann Córdoba Hertha aber schon jetzt weiterhelfen. Es ist aber schon jetzt absehbar, dass der 27-Jährige sich auf Dauer wohl kaum mit einer Reservisten-Rolle zufriedengeben dürfte.

Mit Krzysztof Piatek steht aber auch ein weiterer Stürmer mit Stammspieler-Ansprüchen bereit. Was traust du Córdoba in diesem Duell um einen Stammplatz zu?

„Das kommt schlichtweg darauf an, welche Art von Fußball die Hertha unter Bruno Labbadia spielen will. Dafür bin ich viel zu weit weg, um da eine Einschätzung zu wagen. Piatek und Córdoba sind derart verschiedene Spielertypen, die auch nebeneinander agieren könnten. Es muss also kein „Entweder/Oder“ sein, auch wenn Córdoba mit einem Zwei-Mann-Sturm immer etwas fremdelte. Müsste ich tippen, würde ich sagen, dass Cordoba aufgrund seiner Wucht und der Arbeit gegen den Ball eher auswärts und gegen bessere Teams den Vorzug erhalten dürfte.“

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Beim Bundesliga-Auftakt im Weser-Stadion trat Hertha direkt mit solch einem Doppelsturm an, Dodi Lúkebakio spielte an der Seite von Piatek. In diesem 4-3-1-2-System ist aber kein Platz für klassische Flügelspieler – mit Lukébakio oder Leckie pushen dann andere Spieler den Konkurrenzkampf im Sturmzentrum. In jedem Falle wird der Córdoba-Transfer also einen erheblichen Einfluss auf den Konkurrenzkampf in der blau-weißen Offensive haben.

Gibt es ein Spiel von Córdoba, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

„Ich werde es nicht leugnen: Sein Führungstreffer im Emirates beim FC Arsenal wird ewig in Erinnerung bleiben. Ansonsten bleibt mir vor allem eine weitere Szene im Gedächtnis: Sein Tor gegen Bielefeld im Heimspiel in der 2. Bundesliga, als er gefühlt mit der ganzen Arminia-Defensive auf dem Rücken einen 50-Meter-Sprint anzog und diesen mit einem starken Abschluss veredelte. Nur um euch zu ärgern, nenne ich natürlich noch seinen Auftritt beim 5:0-Auswärtssieg in der vergangenen Saison bei Hertha BSC.“

Aus knapp 35 Metern hatte Córdoba den Effzeh in dessen letzter Europapokal-Saison 2017/2018 in Führung gebracht. In derselben Spielzeit war übrigens auch Hertha BSC zuletzt in der Europa League vertreten – und es ist das klare Ziel des Vereins, dies innerhalb der Laufzeit des Córdoba-Deals (bis 2024) erneut zu schaffen.

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Neue Leader für die Hertha

Neue Leader für die Hertha

Nach den Abgängen von Routiniers wie Vedad Ibisevic und Per Skjelbred klafft eine Führungslücke im Kader von Hertha BSC. Welche Spieler könnten nun Verantwortung übernehmen und was macht einen Führungsspieler überhaupt aus? Eine Analyse.

Nach der fast schon vernichtenden 0:4-Testspiel-Niederlage gegen die PSV Eindhoven blieben vor allem ratlose Gesichter zurück. Schließlich sollte nach der turbulenten vorherigen Saison alles anders und endlich die europäischen Qualifikationsplätze anvisiert werden. Auch wenn Testspiele nicht auf die Goldwaage zu legen sind, identifizierte Trainer Bruno Labbadia schnell eine Baustelle im Mannschaftsgefüge: „Das Krasseste fand ich, wie ruhig wir von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz waren.“ Mangelnden Kommunikation als Grund der Niederlage oder zumindest ihrer Höhe sollte ein Grund zum Nachdenken sein, denn während man ein Spielsystem schnell umstellen kann, ist das Fehlen eines Kommunikationsklimas oder eines Leaders, der dieses herstellt, etwas, was wesentlich schwieriger zu etablieren ist.

Kraft, Skjelbred, Kalou und Ibisevic hinterlassen Lücke

Unter den zahlreichen Abgängen der letzten Saison befanden sich mit Per Skjelbred, Salomon Kalou, Vedad Ibisevic und Thomas Kraft vier verdiente Hertha-Spieler, die unfassbar wichtig für diesen psychologischen Aspekt des Spiels waren.

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Skjelbred hat sich auf dem Platz stets aufgerieben. Kalou war nicht nur auf dem Feld mit den entscheidenden Toren zur Stelle, sondern auch wenn es um seine Mitspieler ging. Legendär seine Rolex-Tor-Wette mit Duda, die der Slowake verdient für sich entscheiden konnte. Ex-Kapitän Ibisevic war, auch wenn er zuletzt immer häufiger von der Bank kam oder nicht durchspielte, ein wichtiger spielerischer und mentaler Faktor. Das ging so weit, dass er Hoffnungsträger wie Davie Selke oder Krzysztof Piatek ihrerseits auf die Bank verwies. „Vedad Ibisevic war ein Achsenspieler, der einfach führt“, so Labbadia, „und genauso war Per Skjelbred ein Anstecker.” Auch Thomas Kraft trug seinerseits zum Klassenerhalt der Hertha bei. Von Klinsmann noch den fehlenden Mehrwert bescheinigt, coachte er im Rückspiel gegen Düsseldorf seine Mannschaft fast im Alleingang zum glücklichen 3:3 Unentschieden.

Diese vier Hertha-Veteranen haben also definitiv eine Lücke im Mannschaftsgefüge hinterlassen. Das wird noch deutlicher wenn man bedenkt, dass mit Ibisevic der amtierende Kapitän die Mannschaft verlassen hat. Bruno Labbadia steht also vor der Herausforderung die Mannschaft sowohl auf als auch neben dem Platz neu zu strukturieren.

Was macht einen Leader aus?

Zahlreiche Namen für die Kapitänsnachfolge geistern bisweilen durch die Medien. Die Sache scheint nicht so klar, auch wenn man bedenkt, dass zahlreiche der kolportierten Kandidaten beim Spiel gegen Eindhoven auf dem Platz standen und dort nur bedingt überzeugen konnten. Doch was zeichnet einen erfolgreichen Leader überhaupt aus?

Das Alter kommt einem zunächst in den Sinn. Doch das Lebensalter ist nie eine kausale Variable, sondern stets als bloße Orientierungsgröße zu verstehen. In der Tat erscheint Erfahrung die wichtigere Eigenschaft zu sein. Klar hängen Alter und Spielerfahrung oft zusammen, doch auch jungen Spielern wie Joshua Kimmich, die aber bereits vergleichsweise viele Spiele absolviert haben, wird eine gewisse Führungsqualität attestiert. Vereinszugehörigkeit ist selbstverständlich auch ein wichtiger Gesichtspunkt, doch es scheint Spieler zu geben, die sich auf Anhieb eingewöhnen und Verantwortung übernehmen.

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Dedryck Boyata ist an dieser Stelle als aktuelles Beispiel zu nennen. Die schnelle Adaptation des Belgiers zeigt, dass auch die Persönlichkeit eine entscheidende Rolle spielt. Nicht jeder Spieler ist dafür geeignet eine Führungsrolle zu übernehmen. Umgekehrt gibt es einzelne Spieler, die sobald sie auf dem Platz stehen, sofort zu den aktivsten Kommunikatoren gehören. In einem jüngst von der „Zeit“ veröffentlichen Transkript des Spiels Dortmund-Bayern fiel – neben der beeindruckenden Trivialität der Kommandos – auf, dass ein Spieler, wie Mo Dahoud, der eigentlich schon auf dem Abstellgleis geparkt war, anstandslos zu den lautesten Spielern zählte.

Ein weitere wichtiger Faktor ist natürlich die Sprache auf dem Platz. Dabei ist es nicht unbedingt nötig, fehlerfrei Schiller rezitieren zu können, doch das Selbstbewusstsein eines Spielers und die Integration in die Mannschaft dürfte mit der Beherrschung der Sprache zusammenfallen. Das stellt insbesondere ausländische Transfers vor eine Herausforderung, wenn sie nicht, wie der bereits erwähnte Boyata Natural Born Leader oder des Englischen mächtig sind.

Was braucht die Mannschaft?

Bruno Labbadia muss seine Mannschaftsaufstellung also auch nach gruppenpsychologischen Gesichtspunkten gestalten. Dabei kann es zum Beispiel hilfreich sein Spieler aufzustellen, die schon lange zusammenspielen (Torunarigha/Maier/Mittelstädt), die gleiche Sprache sprechen (Redan/Zeefuik/Dilrosun/Rekik) oder sich um die Mannschaft verdient gemacht haben (Darida/Pekarik). Hinzukommt, dass die entsprechenden Spieler auch ein gewisses Maß an Leistung bringen müssen. Das betrifft im speziellen Niklas Stark. Der schon als Nachfolger von Ibisevic gehandelte Innenverteidiger hat eine Saison zum Vergessen hinter sich und seinen Stammplatz an Boyata und Torunarigha verloren. Vielleicht ist seine neue, ihm unter Labbadia zugedachte Position des tiefen Sechsers dazu geeignet, ihn zu alter Stärke und Präsenz zurückzuführen.

Eine unter professionellen Rugby-Spielern durchgeführte Studie konnte zeigen, dass ein Mannschaftskapitän ein vielfältiges Anforderungsprofil erfüllen muss (Cotterill & Cheetham, 2016). Neben seiner Rolle auf dem Platz muss er auch gewisse soziale Fähigkeiten mitbringen und als Schnittstelle zum Trainer und seinen Vorstellungen fungieren. Labbadia, der die Mannschaft erst seit kurzem trainiert und zudem in einer schwierigen Phase übernommen hat, tut also gut daran sich mit der Auswahl seines Kapitäns Zeit zu lassen bis er die Mannschaft vollkommen kennt.

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Dabei darf er aber nicht vergessen, dass eine Mannschaft ein komplexes Gefüge vieler Bedürfnisse ist. Eine andere Studie aus dem Jahr 2014 konnte zeigen, dass unter den circa 4.500 befragten Spielern und Coaches, der Kapitän einer Mannschaft nicht immer als Leader wahrgenommen wird (Fransen et al., 2014). Das hebt die Bedeutung der so wichtigen informellen Leader, gerne auch mal als „Kabinenspieler“ titulierten Akteure hervor. Lukas Podolski bei der WM 2014 ist hier sicher ein hervorragendes Beispiel. Ein weiteres Exemplar ist Thomas Müller, der nicht müde wurde bei der WM 2018 seine Mitspieler weiter anzutreiben, auch wenn man schon 0:2 gegen Südkorea zurücklag und das Ausscheiden so gut wie sicher war.

Besonders junge Spiele sind besonders pflegebedürftig und ruhen sich gerne mal auf ihren scheinbaren Erfolg aus. Will Hertha wirklich eine junge und entwicklungsfähige Mannschaft aufbauen, ist es umso wichtiger, dass es Spieler und Verantwortliche gibt, die einen guten Draht zu den Stars von Morgen haben und sie antreiben, ihr Potential auszuschöpfen. Hierbei ist eine unterstützende Haltung wesentlich besser geeignet als eine rüde und abweisende (Fransen et al., 2018). 

Geld allein reicht nicht

Will Hertha die hochgesteckten Ziele erreichen, reichen die Windhorst-Millionen alleine nicht aus. Sie müssen vielmehr in kluge und durchdachte Transfers investiert werden. Auf und neben dem Platz muss eine Mannschaft stehen, die die Vision des Vereins und des Trainers teilt und in der Lage ist, sich auch in schwierigen Zeiten selbst aus dem Sumpf zu ziehen. 

Dabei sind spezielle Stellen, wie die für Arne Friedrich (mittlerweile Sportdirektor) extra geschaffene Position des „Performance Managers“ sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Die wenigen Informationen über seine Arbeitsweise deutete daraufhin, dass die Bedürfnisse und Beziehungen der Spieler durchaus ernstgenommen wurden. Alles in allem ist es der Mannschaft und den vorrangig jungen Spielern zu wünschen, dass sie in einer unterstützenden und wachstumsorientierten Umgebung Fußball spielen können. Davon profitieren nicht nur die Spieler, sondern auch der Verein, der sein Image als sicherer Hafen für junge Talente weiter ausbauen kann. Hier baut Trainer Labbadia bereits vor, indem er immer wieder betont, eine “neue Achse” aufbauen zu müssen und dass dieser Prozess ein schwieriger wie langwieriger sei. Damit moderiert der Übungsleiter eine gesunde Erwartungshaltung und Geduld.

Die neue Spielzeit verspricht wegweisend für Hertha zu werden. Millionen wurden investiert, neue spannende Spieler und Trainer geholt und Erwartungen formuliert. Es ist nun an allen Beteiligten auf und neben dem Platz den Worten und dem Geld, Taten folgen zu lassen. Erfahrene und geachtete Spieler müssen das Heft in die Hand nehmen und anleiten. Es ist dabei am Trainerteam, die Stellschrauben so zu drehen, dass das möglichst ungehindert möglich ist. Ein wichtiger Schritt dabei ist der Etablierung einer offenen und konstruktiven Kommunikation. Die geschieht möglichst nicht über Facebook-Live und Sport Bild, sondern findet vorrangig dort statt, wo sie hingehört und wo die Spiele letztendlich auch entschieden werden: auf dem Platz.

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