Drei Thesen zu Hertha BSC – 1. FSV Mainz 05

Drei Thesen zu Hertha BSC – 1. FSV Mainz 05

Bundesliga-Topspiel am 33. Spieltag. Hertha BSC empfängt im Berliner Olympiastadion den 1. FSV Mainz 05 und kann den letzten Schritt im Kampf um den Klassenerhalt gehen. Nachdem Arminia Bielefeld am Freitagabend gegen den VfL Bochum verloren hatte, ist zumindest schon einmal der direkte Abstieg abgewendet. Auf das Ergebnis der Stuttgarter am Sonntag in München kann und will man sich nicht verlassen, der Klassenerhalt soll vor prächtiger Kulisse im eigenen Wohnzimmer gefeiert werden. Das sind unsere drei Thesen für das Spiel.

Das Spiel wird dreckig

Die Mainzer, deren Saison sich frühzeitig Richtung Mittelfeld ebnete, rutschten in den letzten Wochen in eine Abwärtsspirale, die die guten Leistungen in dieser Saison trübten. Der Sieg gegen die müden und lustlosen Meister-Bayern am letzten Wochenende war dann aber noch die Kirsche auf der im Endeffekt vollkommen akzeptablen Spielzeit.

Gegen die „Alte Dame“ werden die Mainzer versuchen, die großartige Atmosphäre im Stadion zu genießen, das Spiel auf sich zukommen lassen und es nicht nötig haben, die Hertha großartig in ihrer eigenen Hälfte einzuschnüren. Die Berliner müssen das Spiel machen, sich auf ihre Stärken und einfachen Spielzüge verlassen, um etwas mitnehmen zu können. Es wird ein Kampf gegen eine Mainzer Team sein, das Fehler eiskalt ausnutzen wird.

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(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Im Hinspiel ging die Mannschaft mit 0:4 unter. Auch ein Zeugnis der Vercoachung Tayfun Korkuts. Viel zur Spielgestaltung werden die Rheinhessen nicht beitragen, was Hertha das Leben schwer machen wird.

Hertha – Mainz: Das Spiel endet knapp

Wir werden kein Torfestival zu sehen bekommen. Womöglich wird ein einziges Tor das Spiel entscheiden. Keiner wird es wagen ins offene Messer zu rennen und große Risiken einzugehen. Hertha muss sich dringend auf die gefährlichen Mainzer Stürmer einstellen. Ein Siegtreffer von Karim Onisiwo würde leider zu gut ins Klischee der Hertha-Niederlagen passen.

Selbst muss man sich wie in den Spielen zuvor auf einfache Spielzüge konzentrieren, Standardsituationen nutzen und das Glück vor dem Tor erzwingen. Für die Hertha kann das Spiel zu einer Geduldsprobe werden, die Charakter, Disziplin und Psyche fordern wird.


Mit einem Heimsieg zur besten Spielzeit um 18:30 Uhr kann Hertha BSC am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 den Klassenerhalt sichern. Worauf es ankommt, lest ihr hier.


Raffael gegen Hoffenheim, Belfodil gegen Stuttgart und heute…?

In den vergangenen Jahren hat die Hertha eines bewiesen. Mit negativem Druck können die Blau-Weißen umgehen. Der dritte Abstiegskampf hintereinander. Während Herthaner Mannschaften sich immer im Kampf um die internationalen Plätze schwertaten, konnten sie in den unteren Tabellenregionen dem Tod immer wieder von der Klinge springen. So wird es auch gegen die Mainzer sein. Angetrieben von knapp 70.000 Fans müssen die Spieler die Situation positiv annehmen.

(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Springt der Funken über, kann wie gegen Stuttgart eine großartige Stimmung entstehen, die sich mit dem Kampf und der Leidenschaft des Teams vermischt. Das Potential, den Tag zu einem Goldenen zu machen, ist riesig. Wir werden einen ikonischen Moment für jeden Zuschauer sehen. Ähnlich wie bei Raffaels Lauf auf das leere Hoffenheimer Tor 2012 oder Ishak Belfodil gegen Stuttgart, könnte es auch heute zu einem Moment der emotionalen Explosion kommen.

[Titelbild: Maja Hitij/Getty Images]

Drei Thesen für Arminia Bielefeld – Hertha BSC

Drei Thesen für Arminia Bielefeld – Hertha BSC

Euphorie in der Hauptstadt: Nach zuletzt zwei Siegen in Serie ist der Klassenerhalt nach einer lange Zeit ernüchternden Saison plötzlich zum Greifen nah. Schon am Sonnabend kann Hertha einen großen Schritt in Richtung Ligaverbleib machen, sogar der direkte Klassenerhalt ist bereits möglich. Doch dafür ist nicht nur entscheidend, wie das Gastspiel Herthas bei Arminia Bielefeld endet.

Auf einen möglichen Verlauf der Ereignisse am Sonnabend blicken wir mit drei Thesen.

These 1: Die Null bei Hertha bleibt stehen

Dreimal spielte Hertha in dieser Saison zu null – bis Felix Magath und Mark Fotheringham das Team ab dem 27. Spieltag übernahmen. Seither folgten in fünf Spielen drei weitere ohne Gegentor. Die Abwehr zeigt sich stabilisiert und wesentlich konstanter. Es scheint ihr gut zu tun, dass statt ständiger Rotation eine klare Hierarchie gilt. In der Innenverteidigung sind Dedryck Boyata und Marc Oliver Kempf gesetzt, außen verteidigen Marvin Plattenhardt und Peter Pekarik. Dahinter steht Marcel Lotka zwischen den Pfosten.

Die Null hinten zu halten, sollte gegen Bielefeld oberste Priorität haben. Denn während die Arminen dringend gewinnen müssen, um eine Restchance auf den Klassenerhalt zu wahren, wäre für Hertha bei vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und der Aussicht auf das anstehende Heimspiel gegen form- und auswärtsschwache Mainzer ein Unentschieden schon als großer Schritt einzustufen.

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(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Der Druck liegt bei der Arminia, die ihrerseits nicht für Torgefahr stehen. Die wenigsten geschossenen Tore (24) sind kein Produkt des Zufalls, auch in der Tabelle der Expected Goals liegen die Ostwestfalen auf Platz 18 der Liga (33,26 xG).

Mit Fabian Klos fehlt dem Team von Interimstrainer Marco Kostmann der Zielspieler im Mittelsturm. Der beste Torschütze Masaya Okugawa wartet seit dem 19. Februar auf ein Tor.

Daher die These: Die Null zu halten, wird bei Hertha oberste Priorität haben und auch gelingen. Im sechsten Anlauf unter Magath bleibt die Alte Dame zum vierten Mal ohne Gegentreffer.

These 2: Wie im Hinspiel: Tor(e) nach der Pause

Wie man es gegen Bielefeld angehen kann, zeigte Hertha, noch unter Tayfun Korkut, in der Hinrunde. Harmlose Bielefelder hielten die Blau-Weißen weitestgehend vom eigenen Tor fern. Wie es im Abstiegskampf oft nunmal so ist, gab es seitens der Hertha allerdings auch kein Chancenfestival.

Doch nach dem Seitenwechsel war Hertha zielstrebiger und belohnte sich. Stevan Jovetic traf in der 53. Minute auf Vorarbeit von Ishak Belfodil und Davie Selke markierte in der Nachspielzeit den 2:0-Endstand.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Ein Spielverlauf, wie er auch im Rückspiel denkbar ist. Denn der Druck liegt, wie in These 1 dargestellt, bei den Gastgebern. Hertha kann sich aufs Verteidigen konzentrieren und darauf warten, dass die Offensivbemühungen Bielefelds intensiver werden, sich dafür aber hinten auch mehr Räume bieten.

Mit fortlaufender Spieldauer muss Bielefeld mutiger werden. Hier liegt Herthas Chance. Daher die These: Offensiv werden die Herthaner zwar zu Beginn nicht viel stattfinden und nicht wie zuletzt gegen Stuttgart früh in Führung gehen, doch später im Spiel werden sie die sich bietenden Räume nutzen und treffen.

These 3: Ein großer Schritt, aber noch keine Klarheit

Treffen die ersten beiden Thesen tatsächlich ein, macht Hertha einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. Bielefeld stünde dann neun Punkte hinter der Hertha – bei noch sechs auszuspielenden. Vom Relegationsplatz würde dann weiterhin der VfB Stuttgart grüßen. Und die müssten punkten, um Hertha rein rechnerisch noch überholen zu können.

Alle Augen nach Stuttgart also. Die empfangen parallel zum Spiel zwischen Bielefeld und Hertha den VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen sind derzeit so etwas wie die Wundertüte der Liga. Spielten sie letzte Woche Mainz 05 regelrecht an die Wand und führten zur Pause bereits mit 5:0, waren es in der Woche zuvor die Wölfe, die sich in Dortmund katastrophal präsentierten und mit einem 0:5-Rückstand in die Pause gingen. Davor siegte das Team von Trainer Florian Kohfeldt mit 4:0 gegen Bielefeld, verlor jedoch 0:3 gegen Augsburg.

BERLIN, GERMANY – APRIL 24: Ishak Belfodil of Hertha Berlin celebrates their side’s win with teammates after the final whistle of the Bundesliga match between Hertha BSC and VfB Stuttgart at Olympiastadion on April 24, 2022 in Berlin, Germany. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Welches Gesicht sie am Sonnabend gegen den VfB zeigen, steht in den Sternen. Doch der Druckabfall nach den wichtigen Punkten gegen Mainz dürfte groß sein. Gleichzeitig ist ein Sieg für Stuttgart beinahe Pflicht, um Bielefeld nicht an sich rankommen zu lassen. Denn in der Woche darauf spielt der VfB bei den Bayern, während es Bielefeld mit Bochum zu tun bekommt. Sich darauf zu verlassen, dass dann die wichtigen Punkte geholt werden, wäre wohl fatal.

Daher die These: Der Hertha-Sieg gegen Bielefeld wird zwar ein großer Schritt, doch weil der VfB parallel ebenfalls gewinnt, wird der Klassenerhalt rechnerisch nicht klar gemacht. Eine mögliche Party muss noch verschoben werden.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Drei Thesen für Hertha BSC – VfB Stuttgart

Drei Thesen für Hertha BSC – VfB Stuttgart

Das erste „Finale“ hat Hertha für sich entscheiden können. Mit dem knappen 1:0 Erfolg in Augburg verbesserte die „alte Dame“ ihre Ausgangsposition gegenüber der Konkurrenz im Abstiegskampf. Doch am Wochenende wird die Partie wohl noch entscheidender, noch wichtiger. Bevor es für die Elf von Felix Magath nach Bielefeld geht, muss sie zunächst gegen den VfB Stuttgart Zuhause bestehen. Ein „Sechs-Punkte-Spiel“, ein „Abstiegskracher“ – wie auch immer man es nennen möchte: Hertha muss es unbedingt schaffen, im Heimspiel einen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen.

Bevor es auf dem Platz wieder um alles geht, stellen wir nochmal 3 Thesen zum Spiel Hertha BSC – VfB Stuttgart auf.

Davie Selke steht für Hertha in der Startelf – und trifft nicht

Wenn man ehrlich ist: Herthas Sturm ist aktuell nur bedingt Bundesliga-tauglich. Herthas bester Torschütze Stevan Jovetic (6 Bundesliga-Treffer) ist mal wieder nicht fit und Ishak Belfodil wurde zuletzt aufgrund seiner fehlenden Einsatzbereitschaft vom Cheftrainer aus dem Kader geschmissen. Zwar ist der Algerier bereits zurück im Mannschaftstraining, ob er wieder in die Startelf rotiert, ist allerdings zweifelhaft.

Toller Einsatz aber zu selten erfolgreich – Davie Selke bei seinem Treffer gegen Arminia Bielefeld in der Hinrunde 2021. (Foto: Matthias Kern/Getty Images)

Deshalb wird man wohl erneut Davie Selke in der Sturmspitze sehen. Der großgewachsene Mittelstürmer hat wahrlich keine grandiose Bilanz, ist mit seinen zwei Bundesligatreffern diese Saison nicht gerade eine Tormaschine. Was ihm allerdings ganz sicher nicht fehlt, ist Einsatzbereitschaft, was er auch im Spiel gegen den FC Augsburg unter Beweis stellte. Und genau deshalb wird er wohl wieder seine Chance bekommen. Nur wahrscheinlich wieder ohne Torerfolg. Was auch nicht schlimm ist … solange bei Hertha andere treffen.

Santiago Ascacibar und Lucas Tousart– die Löwen brüllen weiter

Zwei weitere Spieler, die über Einsatzbereitschaft kommen, sind Santiago Ascacibar und Lucas Tousart. Kein Wunder also, dass sie beide aktuell unumstrittene Stammspieler sind. Bisher setzte Felix Magath jedes Spiel auf das Duo. Beide tragen auch den Spitznamen „Löwe“, zumindest nannte so Pal Dardai den französischen Mittelfeldspieler, während bei Ascacibar die argentinischen Wurzeln zu „El León“ führten.

Unter Magath immer zusammen in der Startelf – Santiago Ascacíbar und Lucas Tousart (Foto: John Macdougall/AFP via Getty Images)

Der Turban-Träger vom Augsburg-Spiel wurde zuletzt nicht nur in den Medien für sein entschlossenes Auftreten gelobt, sondern auch vom eigenen Trainerteam. Gegen den Ex-Club sollte der Argentinier besonders motiviert und voller Tatendrang sein. Die gegen Augsburg sehr stabile Zentrale mit Ascacibar und Tousart wird wohl auch am Sonntag wieder zu sehen sein. Es bleibt zu hoffen, dass sie auch im so wichtigen Heimspiel ihrem Ruf als kämpferische Raubtiere gerecht werden.

Stuttgart bleibt im Jahr 2022 sieglos – zumindest Auswärts

Zum Abschluss lehnen wir uns mal weit aus dem Fenster und wagen eine optimistische These: der VfB Stuttgart wird die Auswärts-Sieglos-Serie in 2022 fortführen. Aus den letzten Spielen auf fremdem Platz konnten die Schwaben nur vier Punkte holen (4 Remis, 3 Niederlagen). In Bieleld spielten sie 1:1, in Mainz nur 0:0. In den letzten beiden Partien konnte Stuttgart keinen Treffer erzielen. Zugegeben: Herthas Bilanz sieht nicht viel besser aus. Doch die Berliner holten immerhin aus den letzten vier Spielen zwei Siege und erzielten jedes Mal mindestens einen Treffer.

Überhaupt schoss Hertha in dieser Saison bisher in jedem Heimspiel ein Tor oder mehr. So bleibt die Hoffnung, dass auch am Sonntag die Auswärtsmannschaft keine drei Punkte holt. Ganz klar: ein Sieg gegen Stuttgart wäre für Hertha fast schon der entscheidende Rettungsschlag. Doch auch ein Remis könnte immerhin dafür sorgen, dass die Blau-Weißen in der Tabelle auf dem rettenden Ufer bleibt. Bleibt also nur Punkten. Irgendwie. Und das Tor treffen. Sowieso.

Titelbild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Drei Thesen für FC Augsburg – Hertha BSC

Drei Thesen für FC Augsburg – Hertha BSC

Auf nach Bayern zum richtungsweisenden Duell gegen die Fuggerstädter. Die Schwaben, die sich in diesem Spiel aller Abstiegssorgen entledigen könnten, werden hochmotiviert gegen Hertha BSC sein und der „Alten Dame“ das Leben schwer machen. Als Herthaner muss man hoffen, dass die Einstellung gegen den FC Augsburg eine andere sein wird, als zuletzt im Derby und dass man sich auch bei Nackenschlägen nicht hängen lässt.

Für das erste von fünf Rettungs – oder Abschiedsspielen haben wir drei Thesen aufgestellt.

Marco Richter brilliert

Die zuletzt schwache Offensive wird gegen den FC Augsburg durch Marco Richter mit mehr Torgefahr versehen. Dank einer starken Hinrunde steht Richter in der Bundesliga bei fünf Toren für Hertha, was ihn zum erfolgreichsten Torschützen hinter Stevan Jovetic macht in dieser Saison. Problem: Alle Tore erzielte er in der Hinrunde, seitdem kam praktisch nichts mehr.

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(Photo by UWE KRAFT/AFP via Getty Images)

Gegen seinen Ex-Club wird Magath auf den Mann setzen, der bereits im Hinspiel erfolgreich war. Ex-Club und zuletzt wenig Spielzeit sorgen für eine gute Mischung aus Wut, Trotz und Motivation beim Ex-U-Nationalspieler. Er wird das offensive Spiel der Hertha ankurbeln, Chancen erarbeiten und an mindestens einem Hertha-Treffer beteiligt sein.


Der 30. Spieltag, Hertha BSC braucht dringend drei Punkte. Drei Faktoren entscheiden, ob Hertha zählbares gegen den FC Augsburg mitnimmt.


Augsburg muss nicht – Hertha kann nicht

Wir müssen uns auf einen spielerisch sehr müden Kick einstellen. Die Augsburger, die dem Klassenerhalt in den letzten Wochen ein ganzes Stück näher gekommen sind, werden sich zunächst um eine stabile Defensive bemühen. Mehr müssen sie momentan nicht tun. Punktuell werden sie es mit Kontern oder einem eigenen Spielaufbau versuchen.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Der Hertha den Ball und das Spiel zu überlassen, könnte für die Bayern möglicherweise der Schlüssel sein. Die Berliner werden Schwierigkeiten haben ein kreatives Spiel auf die Beine zu stellen und mehrmals an sich selbst bzw. der nicht vorhandenen spielerischen Qualität scheitern. Mehr als zwei Tore werden wir nicht sehen und keine Mannschaft wird auf eine zweistellige Anzahl an Torschüssen kommen.

Ob Rettungs- oder Abschiedstournee entscheidet sich nicht heute

Bielefeld spielt gegen wütende Münchener, Stuttgart gegen befreit aufspielende Mainzer. Die Mannschaft hat nach der Derby-Schmach etwas gutzumachen. Wobei sie eigentlich eher für die gesamte Saison etwas gutzumachen hat. Ein Sieg gegen den FC Augsburg wäre immens wichtig und könnte die Karten im Abstiegskampf neu mischen und bei Hertha für die nächsten Wochen neue Kräfte freisetzen.

Doch egal wie das Spiel heute ausgeht, es wird in keiner Weise entscheidend und nicht einmal relevant für die nächsten Wochen werden. Die Mannschaft wird auch jetzt noch nicht den Ernst der Lage begriffen haben und erst gegen Stuttgart und Bielefeld sich wirklich etwas ausrechnen.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Eine Niederlage mehr oder weniger könnte zwar in der Endabrechnung von entscheidender Bedeutung sein, ob das aber auch die Spieler so sehen, darf bezweifelt werden.

[Titelbild: Matthias Kern/Getty Images]

Drei Thesen zu Hertha BSC – 1. FC Union Berlin

Drei Thesen zu Hertha BSC – 1. FC Union Berlin

Es ist einer der Tage, die man sich als Fußballfan und heute insbesondere als Berliner Fußballfan nur wünschen kann. Ein volles Olympiastadion, eine Fußballparty und 90 Minuten Leidenschaft mit viel Rivalität. Und trotzdem muss es Hertha in der aktuellen Situation wie ein gewöhnliches Bundesligaspiel sehen. Wir haben drei Thesen zum Stadtderby.

Das Trainergespann kann Derby

Ein starkes und emotionales Spiel mit 3:0 Toren gegen Hoffenheim, eine knappe 1:2 Niederlage in Leverkusen.  Das ist der bisherige Arbeitsnachweis unter Felix Magath und Mark Fotheringham. Gegen die Hoffenheimer schafften es die Fans und Spieler miteinander zu harmonieren und den Funken überspringen zu lassen. Lange nicht mehr gab es so eine gute Stimmung im Olympiastadion. Und das lag nicht zuletzt auch an dem Mentalitätsmonster Mark Fotheringham. Ihm und dem gefühlten Co-Trainer Vedad Ibisevic wird es gelingen die Galligkeit und den Spirit, den es für ein Derby brauch, bei den Spielern zu entfachen. Felix Magath, als Gegenpol, der schon viele Derbyschlachten geschlagen hat, wird mit Ruhe für Ausgleich sorgen und Übermotivation zu verhindern wissen.

Spielerisch kein Leckerbissen

Weder Union Berlin noch Hertha BSC haben diese Saison die Sterne vom Himmel gespielt. Den Köpenickern ist das herzlich egal, sie haben trotzdem wieder beste Chancen nach Europa zu kommen. Trotzdem schwächelt Union in dieser Saison insbesondere gegen Mannschaften, die nur minimal individuell besser aufgestellt sind, als sie selbst. Es wird lange ein ausgeglichenes Duell sein, was nicht mit spielerischen Leckerbissen, traumhaften Kombinationen oder feinen Okocha-Tricks besticht. Den entscheidenden Treffer werden wir nach einer Standardsituation und bzw. oder einem individuellen Fehler sehen.

Berlin bekommt sein verdientes Fußballfest

Über zwei Jahre Pandemie, kaum Fans im Stadion. Nach neun Jahren wird sich das Stadion wieder für ein Stadtderby füllen. Seit dem Unioner Aufstieg fanden die Spiele im Olympiastadion vor gar keinen oder lediglich ein paar wenigen Fans statt. Viele Vereine bekamen bereits ihre Spiele vor vollem Haus und ihre Derbys, die sie zu Fußballfesten machten. Nun ist Berlin an der Reihe. Choreographien, Pyrotechnik, lautstarkes Anfeuern und große Emotionen werden heute für einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher des Berliner Derbys sorgen.

AFP PHOTO / ODD ANDERSEN

Drei Thesen zu Bayer Leverkusen – Hertha BSC

Drei Thesen zu Bayer Leverkusen – Hertha BSC

Die letzte Länderspielpause der Saison hat ein Ende gefunden und die Bundesliga geht endlich weiter. Für Hertha geht es im Saisonendspurt um alles. Ob man absteigt oder am Ende (erneut) den Klassenerhalt feiert, könnte den Verein sportlich, finanziell und vom Ansehen her auf die nächsten Jahre beeinflussen. Doch genug Pathos für diese Einleitung, los geht’s in die letzten Spiele dieser Saison. Den Anfang macht das Rückspiel gegen Bayer Leverkusen. Mit dabei sind ein begeisternder Co-Trainer, ein geschwächtes Top-Team und ein wieder stark aufspielender Sommerzugang.

These 1: Fotheringham wird trotz Magath-Premiere im Rampenlicht stehen

Der eine oder die andere mag es vielleicht bis heute noch immer nicht hundertprozentig glauben können, dass ausgerechnet Felix Magath unsere Hertha trainiert. Und wenn er am Samstag nach überstandener Corona-Infektion endlich das erste Mal an der Seitenlinie der „Alten Dame“ steht, werden viele Kameras auf ihn gerichtet sein.

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(Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Es ist allerdings davon auszugehen, dass der ehemalige Meistermacher genau wie im Training eher stiller Beobachter am Rand sein wird. Doch ruhig wird es in der Coaching-Area trotzdem nicht sein. Co-Trainer Mark Fotheringham wird die Mannschaft wie bereits gegen Hoffenheim ständig anpeitschen, ermahnen und motivieren. Und Magath damit während der 90 Minuten fast schon wieder vergessen machen.

These 2: Ersatzgeschwächtes Leverkusen wird keine drei Punkte zu Hause behalten können

Leverkusen spielt auch dieses Jahr um die Champions League mit. Dafür verantwortlich ist vor allem die furiose Offensive rund im Moussa Diaby und Co. Doch die Werkself wird gegen Hertha auf einige Stammspieler verzichten müssen: Strippenzieher Florian Wirtz fällt mit Kreuzbandriss aus, Patrik Schick ist nach seinem Muskelfaserriss noch nicht wieder vollständig einsatzbereit. Mit Amine Adli fällt aufgrund seines Sehnenrisses ein weiterer offensiver Gefahrenherd aus.

(Photo by UWE KRAFT/AFP via Getty Images)

Und auch defensiv fehlt für Leverkusen wichtiges Personal: Abräumer Kerem Demirbay (Gelbsperre) sowie die beiden etatmäßigen Rechtsverteidiger Jeremy Frimpong (Syndesmosebandriss) und Timothy Fosu-Mensah (Oberschenkelverletzung) stehen alle nicht zur Verfügung. Da Hertha im Gegensatz fast aus dem Vollen schöpfen kann, werden wir mindestens einen Punkt mit nach Berlin nehmen.

Thema 3: Suat Serdar dreht auf

Er scheint unter Felix Magath wieder richtig aufzublühen: Sommerneuzugang Suat Serdar. Der 24-jährige ist laut Medienberichten im Training absolut motiviert und macht klar, warum man ihn geholt hat.

In der Sommervorbereitung zeigte er, warum er der Mannschaft helfen kann. Mit Balleroberungen, Dribblings in die gegnerische Hälfte und immer wieder gefährlichen Torabschlüssen sollte er Herthas lahmen Mittelfeld ein spielerisches Herz geben.

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(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Während er zu Beginn der Saison noch glänzte, fiel er mit zunehmender Spielanzahl immer weiter ab. Gegen Leverkusen findet er zu alter Stärke zurück und wird mindestens einen Scorer liefern.

[Titelbild: Boris Streubel/Getty Images]