Herthaner im Fokus: Hertha BSC – Viktoria Köln

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – Viktoria Köln

Es geht wieder los. Endlich! Endlich? Die Aussicht auf weitere Bundesligaspiele vor leeren Rängen lässt anders als in bisherigen Sommerpausen nicht unbedingt das Wasser im Munde zusammenlaufen, doch die Welt dreht sich weiter und König Fußball regiert noch immer. So stand am Freitagnachmittag auch für unsere Hertha in Vorbereitung auf die Saison 2020/21 das erste (externe) Testspiel an. Gegner im Amateurstadion war die Viktoria aus Köln.

Und wie immer heißt Vorbereitung und Transferphase auch neue und altbekannte Gesichter auf dem Platz begrüßen – einige haben wir für euch bei diesem Damenduell in den Fokus genommen.

Deyovaisio Zeefuik – Die Lösung auf rechts?

Der niederländische Rechtsverteidiger kam in der Sommerpause nach längerem Hickhack vom FC Groningen und soll die bisherige Schwachstelle in der Viererkette beheben. Und nach zaghaften Anfangsminuten zeigte „Deyo“ auch wofür man ihn geholt hat. Im Zusammenspiel mit Dodi Lukébakio schaltete sich der Abwehrmann mehrmals mit in die Offensive ein und konnte mit seiner Schnelligkeit den Kölner Linksverteidiger vor Probleme stellen.

Foto: IMAGO

Zwar fehlte ihm bei seinem Flankenversuch in der 15. Minute noch ein wenig die Übersicht, doch schon in Minute 29 wurde es nach einem Doppelpass mit Lukébakio gefährlich bis ihn schlussendlich ein eigener Stolperer stoppte. Zwei Zeigerumdrehungen später war der Niederländer schon wieder am rechten Kölner Strafraumeck unterwegs und brachte mit einem schönen Pass in den Rückraum Krzysztof Piątek in Position, der sich aber ein wenig festlief. Schnurstracks nahm sich „Deyo“ selbst der Sache an, setzte nach und konnte die Chance am Leben erhalten, wenngleich Piąteks anschließende Flanke auf Jessic Ngankam zu ungenau kam.

Vor defensive Aufgaben wurde Zeefuik zu keiner Zeit gestellt, da werden naturgemäß ganz andere Kaliber auf ihn zukommen. Aber die angekündigten Offensivläufe, die Hertha in der letzten Post-Lazaro-Saison so vermisst hat, blitzten schon jetzt immer wieder auf und wurden im Laufe der Halbzeit immer koordinierter und vielversprechender. Trainer Bruno Labbadia war mit seinem neuen Rechtsverteidiger durchaus zufrieden, monierte aber das Zusammenspiel mit Lukébakio: “Das lag aber zum Teil auch an Dodi, weil er sich nicht gut bewegt und zu wenige Räume aufgemacht hat. Hinten hat Deyo seinen Laden im Griff, das Spiel nach vorn müssen wir entwickeln.”

Der Mann hat jedenfalls Lust auf Ausflüge und dabei reden wir nicht vom Sonntagspicknick. Es wird spannend, wie er sich in den nächsten Wochen und in der Bundesliga präsentieren kann.

Ondrej Duda – Neuer Trainer, Altes Glück?

Nach der starken Vorsaison kam Ondrej Duda in der Spielzeit 2019/20 nicht mehr wirklich zum Zug und „floh“ im Winter vor Renovator Klinsmann, der bei seiner „Fußballidee“ keine Verwendung mehr für den Slowaken fand, zum englischen Abstiegskandidaten Norwich City. Nachdem Norwich schließlich auch rechnerisch sicher den Gang in die englische Zweitklassigkeit antreten musste, kam Duda vorzeitig von der Leihe zurück, um rechtzeitig mit Hertha in die Vorbereitung zu starten und sich unter dem für ihn neuen Trainer Labbadia präsentieren zu können.

Foto: IMAGO

Und so durfte er in der zweiten Halbzeit im 4-2-3-1 die Zehnerposition übernehmen und war dabei einer der auffälligsten Spieler. Anders als seine Kollegen in Halbzeit eins suchte er auch mal vor dem Sechzehner den Abschluss und war dabei in bester Duda-Manier in Minute 55 nach einem kleinen Haken und in der 83. Minute mit einem Volley nach abgewehrter Flanke äußerst gefährlich.

Auch sonst war der 25-Jährige überall präsent, holte sich Bälle wahlweise zwischen den Innenverteidigern oder auf der Linksaußen-Position ab und suchte immer wieder schnell den Weg in die Spitze, was in der 77. Minute mit dem Hackenpass auf Javairo Dilrosun im Strafraum fast zum Erfolg führte. Dessen Hackenverlängerung auf Daishawn Redan versiegte aber irgendwo in den Kölner Abwehrbeinen. Auch bei Duda sah Labbadia noch Verbesserungsbedarf – “Ondrej muss noch ein Stück präsenter werden und das Spiel im vorderen Drittel noch mehr leiten – und noch mehr Tempowechsel drin haben” – allerdings verbuchen wir das mal unter den Motivationstricks.

Denn insgesamt hinterließ Duda einen sehr ordentlichen Eindruck und zeigte sich in passabler Frühform. Es bleibt zu hoffen, dass Labbadia anders als Klinsmann Verwendung für den Hertha-Topscorer 2018/19 findet und Duda sich weiter mit Lust und Laune dem Konkurrenzkampf um die offensiven Positionen stellt. Vielleicht lässt sich ja einer der Teamkollegen dazu bewegen, Duda für zehn geschossene Tore eine frische Rolex in Aussicht zu stellen.

Arne Maier – Jetzt oder Nie

Herthas Top-Talent, das im Winter noch überraschend mit Wechselabsichten in die Schlagzeilen geriet und in der Rückrunde nach längerer Verletzungspause nicht so richtig in Tritt kam, durfte sich in der Startelf an der Seite von Santiago Ascacíbar als offensiver Part der Doppelsechs beweisen.

Im Wechsel mit dem Argentinier schob Arne Maier bei Spielaufbau des Drittligisten aus dem 4-2-3-1 vor bis auf den gegnerischen Sechser, um diesen ordentlich unter Druck zu setzen, sodass Hertha im Pressing teilweise im 4-1-4-1 auf die Kölner Defensivreihen zukam. Schon früh versuchte Maier das Spiel an sich zu reißen, forderte einige Pässe, war ruhig und souverän am Ball und spielte mehrere sehenswerte Seitenverlagerungen in die Spitze, wie in der 14. Minute, als sein gut getimter Ball von Torunarigha nicht gut kontrolliert werden konnte und so die Kölner Abwehr genügend Zeit zum Formieren bekam. Auch später blieb auffällig, dass Ascacíbar und Maier sich sowohl im Pressing als auch im eigenen Spielaufbau häufig abwechselten, wobei dem Herthaner Eigengewächs dabei die „spektakuläreren“, raumbringenderen Pässe überlassen blieben.

Foto; IMAGO

Grundsätzlich funktionierte die Absprache und das Zusammenspiel auf der Doppelsechs ordentlich, Köln geriet aber durch die beiden nicht wirklich unter Druck, was vielmehr aber auch damit zusammenhängen mag, dass Matheus Cunha auf der 10 bis zur 40. Minute einen schwachen Auftritt hinlegte und sowohl offensiv als auch defensiv kaum etwas zustande brachte.

Arne Maier hingegen arbeitet sich so langsam aber sicher wieder an seine Form heran, die ihn vor seiner Verletzung im Frühling 2019 zum Stammspieler bei Hertha machte. Die Verantwortlichen um Michael Preetz, Arne Friedrich und Labbadia scheinen ihm aufgezeigt zu haben, mit ihm weiter geduldig auf seine Topform hinarbeiten zu wollen und in ihm noch immer ein wichtiges Puzzleteil für Herthas Zukunft zu sehen. Zumindest sind keine neuen Abwanderungsgedanken publik geworden, die anderes vermuten lassen.

Nichtsdestotrotz steht Maier vor einer wichtigen Saison. Es liegt an ihm, trotz seines noch jungen Alters jetzt den nächsten Schritt zu gehen und den Talent-Status abzustreifen, um sich bei Hertha zu etablieren und vielleicht auch für größere Vereine interessant zu machen, wie es sein Karriereplan wohl vorsieht. Sofern er verletzungsfrei bleibt, könnte er trotz der großen Konkurrenz im Mittelfeld und den Transfergerüchten um einen weiteren zentralen Mittelfeldspieler genau diesen Schritt gehen und dem Spiel der Hertha neben einem defensiveren Abräumer wie Ascacíbar oder Lucas Tousart offensiv seinen Stempel aufdrücken.

Mit Labbadia hat Arne Maier einen selbsterklärten Förderer der Jugend an der Seitenlinie. Die oft zitierte Tür steht also auf – und Maier muss durch – jetzt oder vielleicht nie.

Und dann war da noch:

Dodi Lukébakio, der mit seinen Dribblings in Halbzeit eins für die meisten der wenigen kreativen Offensivmomente im letzten gegnerischen Drittel sorgte. Das Zusammenspiel mit Neuzugang Zeefuik hakte noch hier und da, dieses Duo sollte man aber aufgrund der immensen Dynamik im Auge behalten. In der 41. Minute drosch er die Kugel nach Vorarbeit von Cunha frei vor Mielitz zum 1:0 ins kurze Eck.

Matheus Cunha, der mit seiner ersten gelungenen Aktion direkt das Tor von Lukebakio vorbereitete. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf er dann nach Vorlage von Piątek beinahe selbst. Insgesamt dieses Mal trotzdem weniger Genie als Wahnsinn.

Alexander Schwolow, der mit einer nahezu 100 %-igen Passquote bestach. Seine Torwarthandschuhe hätte er für den Einsatz aber zuhause lassen können.

Daishawn Redan, der stets bemühte Stürmer, der sich in der 79. Spielminute nach starkem Labbadiola’schem Pressingballgewinn durch Dilrosun über die Zwischenstation Leckie mit dem 2:0-Schlusstreffer in die Torschützenliste eintragen durfte.

Lucas Tousart, der dritte „Leihrückkehrer“, der defensiv kaum gefordert wurde, offensiv mit einigen Seitenwechseln seine Übersicht bewies und sich kaum anmerken ließ, dass er zurzeit vielleicht doch lieber gegen Juve und ManCity spielen würde. Ein ordentlicher Ersteindruck, auch aufgrund des Faktes, dass der Franzose zuvor vier Monate nicht mehr Fußball gespielt hatte. Sein erwachsenes Spiel und der Drang, auch mal in den gegnerischen Strafraum zu stürmen, gefielen.

[Titelbild: IMAGO]

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Mittelfeld

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Mittelfeld

„Wenn du ein gutes Mittelfeld hast, hast du ein gutes Team“, sagte einmal Casemiro, Mittelfeldspieler bei Real Madrid. Er muss es wissen, denn Real Madrid ist zuletzt erneut spanischer Meister geworden. Eigentlich wissen das auch die meisten, die sich mit Fußball länger befassen, denn insbesondere das zentrale Mittefeld ist das Herzstück einer Fußballmannschaft. Im nächsten Teil unserer Artikelserie geht es genau darum. Wie verlief die Saison für Herthas zentrale Mittelfeldspieler? Wie ist der Stand aktuell und wo ist noch Bedarf?

Mehrere Spieler im Mittelfeld sorgten bei der „alten Dame“ in der vergangenen Saison für Gesprächsstoff. Ob Marko Grujic mit blauem Auge zum Saisonstart, der Abgang von Eduard Löwen nach nur sechs Monaten in Berlin, die Rückkehr in Topform von Vladimir Darida oder auch der Abschied von Per Skjelbred: es war einiges los im „Herzstück“ der Hertha-Mannschaft. Da Mittelfeldspieler ganz besonders im Zusammenhang mit Ihren Mitspielern zu bewerten sind, wollen wir dieses Mal zunächst chronologisch vorgehen.

Saisonstart mit Grujic, Duda und Löwen

Erst Jubel, dann Schmerz beim Treffer von Marko Grujic. (Foto: Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Die älteren unter uns werden sich erinnern – denn dieser Saisonstart gegen den FC Bayern München ist gefühlt bereits 50 Jahre her. Marko Grujic krönte gegen den Rekordmeister während der Saisoneröffnung eine gute Leistung mit einem Tor. Im Adrenalinschub bemerkte er erst beim Jubeln, dass es ihn im Zweikampf mit Weltmeister Benjamin Pavard am Auge erwischt hatte und er ein blaues Auge davontragen würde.

Im Kader mit dabei waren in München übrigens Eduard Löwen und Sidney Friede. Beide spielten in dieser Hinrunde jedoch kaum bis gar keine Rolle und verließen die „alte Dame“ im Winter. In der Startelf stand dafür Ondrej Duda. Der Slowake fand nach einer überragenden Spielzeit 2018/19 allerdings nicht richtig zu seiner Form, profitierte sicherlich auch nicht vom Trainerwechsel. In den ersten fünf Partien (nur vier Punkte) spielte er von Beginn an, wurde beim ersten Saisonsieg gegen den SC Paderborn dann zur Halbzeit ausgewechselt.

Es folgten nur noch knapp 90 Minuten Einsatzzeit bevor er unter Jürgen Klinsmann nicht mal mehr im Kader stand. Er wurde im Winter zu Norwich City ausgeliehen, wo er jedoch nach dem „Re-Start“ nicht mehr erste Wahl war. Seine Zeit in der Premier League verlief zusammengefasst eher unglücklich, sein Verein musste absteigen und er selbst blieb ohne Erfolg (null Tore, null Vorlagen).

Skjelbreds Rückkehr, Grujic ohne Konstanz

Per Skjelbred war nicht als Stammspieler erwartet, meldete sich aber eindrucksvoll zurück. (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Während Hertha unter Ante Covic zu Saisonbeginn vor sich hinkriselte, arbeitete sich nach den ersten zwei Niederlagen ein Spieler zurück in die Startelf, der im Sommer schon fast abgeschrieben wurde. Per Skjelbred stand am vierten Spieltag wieder in der Startelf und spielte eine wichtige Rolle im Laufe der Saison. Dabei übernahm er die defensive Rolle im zentralen Mittelfeld neben Marko Grujic. Die Offensivere Position davor gab Duda an Vladimir Darida ab. Der Tscheche wurde daraufhin eine der wenigen Konstanten im Spiel der „alten Dame“.

Anders verlief es für Marko Grujic. Dieser bekam zwar regelmäßig seine Einsätze, konnte allerdings nicht konstant seine Leistung abrufen. Teilweise blitze seine Qualitäten auf, wie beispielweise im Spiel gegen die Eintracht aus Frankfurt (2:2, ein Tor, eine Vorlage), in vielen anderen Spielen allerdings fiel er durch zu langsames Agieren, Foulspiele und Unkonzentriertheiten auf, die mitunter auch zu Gegentreffern führten. Die chaotische Zeit unter und nach Jürgen Klinsmann brachte auch beim Serben viel Unsicherheit. Die ständigen Wechsel in der Zentrale (mal spielte Skjelbred, mal Darida neben Grujic) halfen dabei sicherlich auch nicht.

Im Winter kam Klinsmanns Wunschspieler Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart und übernahm für die letzten Partien seines Trainers die Position des klassischen Sechsers. Der Argentinier kam in einer denkbar ungünstigen Zeit an, in welcher der Hauptstadtclub immer mehr im Chaos versank. Nach dem „Re-Start“ zog sich der 23-Jährige eine schwere Fußprellung und fiel für die restlichen Spiele aus. Allerdings muss man dem “Giftzwerg” zugute halten, dass er seine Aufgabe in den wenigen Spielen zufriedenstellend erledigte und noch zu den positiven Erscheinungen der Mannschaft gehörte.

Neues Selbstvertrauen im Mittelfeld unter Bruno Labbadia

Vladimir Darida für Labbadia nicht wegzudenken. (Foto: Lars Baron/Getty Images)

Als es dann wieder mit der Bundesliga losging und Hertha BSC unter Bruno Labbadia eindrucksvoll nach nur wenigen Spielen den Klassenerhalt sicher machte, glänzte ein Spieler ganz besonders. Die „Lunge der Liga“ Vladimir Darida sammelte nicht nur Rekorde durch seine Laufleistungen, er überzeugte auch spielerisch und gab der gesamten Mannschaft Sicherheit.  Dabei übernahm er erneut den etwas offensiveren Part zwischen „klassischer Zehn“ und „Achter“. Es war zu spüren, dass der 29-Jährige dann besonders stark ist, wenn er im System mit drei zentralen Mittelfeldspielern den offensiveren Part übernehmen kann. Auch das Pressing unter Bruno Labbadia passt perfekt zum Mittelfeld-Allrounder. Insgesamt konnte er drei Treffer erzielen und fünf weitere vorlegen.

Dabei unterstützt wurde er von einem wieder erstarkten Marko Grujic, der sich zu Saisonende nochmal spürbar verbessert zeigte. Auch Per Skjelbred zeigte starke Leistungen, bevor er aufgrund einer Verletzung ausfiel und erst in der letzten Partie einen Kurzeinsatz zum Abschied bekam. Arne Maier fiel fast die gesamte Hinrunde wegen einer Knieverletzung aus, kam aber trotz einer für ihn eher unrühmlichen Transferperiode in der Rückrunde zu vier Startelf- und acht Kurzeinsätzen. Niklas Stark musste auf der „Sechs“ für kurze Zeit aushelfen und sogar Lazar Samardzic feierte sein Debüt.

Die Saison fand also auch im zentralen Mittelfeld ein versöhnliches Ende, brachte aber auch für die Sommerpause viele Fragen mit sich, angesichts der vielen anstehenden Wechsel. Von den im Laufe unseres Rückblicks genannten Spielern sind einige keine Option mehr für die nächste Saison: Eduard Löwen, Per Skjelbred und Sidney Friede sind definitiv nicht mehr im Kader. Auch Marko Grujic ist nach Liverpool zurückgekehrt. Es steht noch nicht fest, ob ihn Hertha erneut für eine Saison an die Spree locken kann, oder ihn womöglich sogar fest verpflichtet. Was bleiben bei Hertha also für Optionen?

Offensive Optionen im Zentralen Mittelfeld

Dudas Rückkehr mit Fragezeichen. (Foto: Tim Keeton/Pool/AFP via Getty Images)

Mit Vladimir Darida wird glücklicherweise aus Hertha-Sicht weiter zu rechnen sein. Derzeit sollen die Verantwortlichen ein Angebot zur frühzeitigen Verlängerung für den Tschechen erarbeiten, dessen Vertrag aktuell noch bis 2021 läuft. Ein Verbleib ist also hochwahrscheinlich, Cheftrainer Labbadia stellte bereits klar, dass er auf den Laufstarken Spieler setzt. Die Blau-Weißen haben also mit ihm eine sehr gute Option für alle zentralen Positionen, wobei er insbesondere als offensiverer „Achter“ glänzen könnte.

Eine weitere Option für das offensive zentrale Mittelfeld wird der Rückkehrer Ondrej Duda sein. Dieser bleibt aber ein großes Fragezeichen, da er sich zunächst im Labbadia-System zurechtfinden muss. Da er bisher nur in einer Saison bei Hertha BSC so richtig einschlagen konnte, ist es schwierig ihn als „sichere“ Lösung anzusehen. Winterneuzugang und neuer Publikumsliebling Matheus Cunha ist als Offensiv-Allrounder zwar grundsätzlich auch als „Zehner“ denkbar. Im System unter Bruno Labbadia ist er jedoch eher als hängende Spitze oder frei in der Offensive gesetzt worden. Den Brasilianer besprechen wir in unserer Artikelserie, wenn wir bei Herthas Sturm angelangen.

Schließlich könnte auch der junge Lazar Samardzic in der neuen Saison eine Chance bekommen, sich zu zeigen. Der 18-Jährige machte sein Bundesligadebüt im Derby gegen Union Berlin (4:0) und bekam zwei weitere Kurzeinsätze. Der gebürtige Berliner gilt als Riesentalent, trat jedoch zuletzt für Hertha Fans eher negativ in Erscheinung: angeblich wolle er oder seine Berater einen Wechsel im Sommer forcieren. Sollte er jedoch bleiben, wäre sein Profil besonders interessant, da er auf seiner Position momentan nicht die größte Konkurrenz hat.

Maiers Rückkehr – Tousart und Ascacibar mit Rückstand

Tousart hat monatelang nicht mehr gespielt. (Foto: Philippe Desmazes/AFP via Getty Images)

Für die defensiveren Aufgaben steht wieder Arne Maier zur Verfügung. Verletzungen warfen den 21-Jährigen in dieser Saison zurück und bremsten seine bisher rasante Entwicklung im Profibereich. Sollte er jedoch fit bleiben und eine komplette Sommervorbereitung unter Bruno Labbadia absolvieren geht er mit einer sehr guten Ausgangslage in die neue Saison. Noch wichtiger als seine Qualitäten im defensiven Mittelfeld ist seine Fähigkeit, auf der „Acht“ eine Verbindung zwischen Defensive und Offensive herzustellen. Dafür wird er in Topform aufspielen müssen und einen defensiv aufgestellten Mitspieler im Mittelfeld als Absicherung brauchen, um im den Rücken freizuhalten.

Mit Lucas Tousart hat sich die „alte Dame“ einen Spieler für die kommende Saison geholt, der genau diese Absicherung herstellen kann. Er bringt nämlich Zweikampfstärke, Physische Präsenz, bedingungsloser Einsatz und Qualität mit. Über seine Stärken und Schwächen haben wir bereits im Januar einen längeren Artikel geschrieben: hier. Allerdings kommt der Franzose nicht gerade unter optimalen Umständen in die Hauptstadt an. Durch die frühzeitige Beendigung des Ligabetriebs in Frankreich und die anstehende Sommerpause fehlen ihm monatelange Spielpraxis. Er wird viele anspruchsvolle Trainingseinheiten unter Bruno Labbadia benötigen, um den Fitness-Rückstand aufzuholen und wieder auf Topniveau zu kommen. Schließlich wird er sich an die neue Liga, Mannschaft und Heimat gewöhnen müssen.

Es ist also eher unwahrscheinlich, zum Saisonstart einen topfitten und gut aufgestellten Lucas Tousart zu erwarten, sowohl Fans als auch Verein werden da geduldig sein müssen. Ähnliches wird mit Abstrichen auch für Santiago Ascacibar gelten: Die Corona-Pause und seine anschließende Verletzung werden zu einem ähnlichen Fitness-Zustand geführt haben. Seine Qualitäten als klassischer Sechser könnten allerdings im Verlauf der kommenden Saison, vor allem im Hinblick auf den Abgang von Per Skjelbred, besonders wertvoll werden.

Braucht Hertha noch Verstärkung?

Auch Santiago Ascacibar hat lange gefehlt. (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Sowohl im offensiven, als auch im defensiven zentralen Mittelfeld gibt es also einige Unsicherheiten. Zwar klingt es zunächst sinnvoll, einen kreativen, offensivstarken zentralen Mittelfeldspieler zu holen, da es gerade dort nicht viele klare Optionen gibt. Doch mit der Rückkehr von Ondrej Duda, der Hochform von Vladimir Darida und den Qualitäten von Matheus Cunha ist die Baustelle in diesem Sommer womöglich etwas weiter hinten anzustellen.

Sowohl Ascacibar als Tousart sind für harte Zweikämpfe bekannt und sammeln regelmäßig Karten. Gelb- und womöglich auch Rot-Sperren sind vorprogrammiert, sodass die Möglichkeit besteht, dass beide zur selben Zeit nicht zur Verfügung stehen. Niklas Stark ist da sicherlich eine Option, um im defensiven Mittelfeld auszuhelfen, wenn in der Innenverteidigung kein Engpass besteht. Der junge Julian Albrecht aus der eigenen Jugend könnte ebenfalls seine Chance bekommen. Doch ein weiterer Spieler, der sowohl defensiv wie auch offensiv aushelfen könnte, würde eine mögliche Schwachstelle im „Herzstück“ der Mannschaft verhindern.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Hertha sehr daran interessiert ist, Marko Grujic wieder zur Verfügung zu haben. Der 24-Jährige kennt mittlerweile sowohl die Bundesliga als auch seine Mitspieler bestens und wäre sofort eine Verstärkung, so inkonstant diese sein mag. Wenn ein gutes Mittelfeld ein gutes Team bedeutet, wird Hertha jedenfalls auch im zentralen Mittelfeld sehr überlegt agieren müssen, um angemessen gerüstet für die neue Spielzeit zu sein. Andernfalls werden auch potenzielle millionenschwere Einkäufe im Sturm nicht ausreichen, um endlich eine sorgenfreie Spielzeit von Hertha BSC zu erleben.

Die wichtigsten Gerüchte um weitere Kandidaten im zentralen Mittelfeld könnt ihr in unserer Gerüchteküche verfolgen!

Zwei Länder, zwei Welten – Fußballende in Frankreich

Zwei Länder, zwei Welten – Fußballende in Frankreich

Die französische Ligue 1 ist beendet – dies wurde am 30.04.2020 offiziell. Knapp eine Woche später gab die DFL bekannt, dass die Bundesliga noch in diesem Monat wieder starten soll. Deutschland und Frankreich trennen weder Ozean noch riesengroße Distanz, trotzdem könnte die aktuelle Lage in beiden professionellen Fußballligen unterschiedlicher nicht sein. Woran das liegt, wie die Ligue 1 beendet wurde und was die Konsequenzen für Vereine und Fans sind wollen wir uns heute anschauen.

Wir wagen den Blick raus aus der Hauptstadt und rüber nach Frankreich. Dort lebt unser Ansprechpartner für französischen Fußball, der Olympique-Lyonnais-Experte Idèr, der uns seine Eindrücke schildern wird. Er ist Redakteur beim Blog „Coeur de Gones“ und beantwortete bereits im Januar unsere Fragen zu Lucas Tousart. Auch um Herthas Neuzugang wird es heute gehen, denn mit dem Ende der Ligue 1 ist noch lange nicht alles um seine Situation geklärt.

Idèrs Antworten gab er uns auf Französisch. Die Zitate sind also frei von unserem Redakteur Chris übersetzt.

Ausgangssperren und Trainingsverbot

Dass Frankreich deutlich härter als Deutschland von Covid-19 betroffen ist, ist bekannt. Während in Deutschland schon die ersten Fußballspieler wieder in kleinen Gruppen auf dem Platz standen, galten (und gelten immer noch) im Nachbarland strenge Ausgangssperren und Kontaktverbote. An Kleingruppentraining war vergangene Woche gar nicht zu denken, denn wie auch der Rest der Bevölkerung müssen die Spieler noch konsequent Zuhause bleiben und können nur zum Einkaufen das Haus verlassen.

Hertha-Neuzugang Tousart nahm die Ausgangssperre an seinen Geburtstag Ende April mit Humor.

„Jeder bleibt Zuhause“, beschreibt Idèr, „Ab dem 11. Mai wird voraussichtlich die strenge Ausgangssperre enden, die seit dem 17. März in Frankreich besteht. Aber Mannschaftssportarten sowie Versammlungen von mehr als zehn Personen werden verboten bleiben. Es ist schwierig zu wissen, wie unter diesen Umständen wieder trainiert werden soll. Die Mehrheit der Vereine sollte aber im Juni wieder mit dem Training loslegen.“

Wie auch in Deutschland zeigten trotz Ausgangssperre die meisten Fangruppen große Solidarität und unterstützten ihre Mitmenschen durch verschiedene Aktionen. Idèr erzählt: „Das Engagement der Fangruppen in Lyon für bedürftige Personen besteht bereits seit vielen Jahren. Es gab zuletzt einige Spenden unserer Fangruppen an den Krankenhäusern der Stadt. Auch der Verein hat durch seine Stiftung zur Finanzierung der Krankenpflege beigetragen. Dass nicht alles öffentlich wurde, freut mich: Bedürftigen Personen zu helfen, sollte keine Trophäe sein, sondern eine Selbstverständlichkeit.“

Politik am Ursprung für das Saisonende

In dieser äußerst schwierigen Lage war auch Uneinigkeit in den Vereinsführungen zu spüren, es fehlte ein klares Konzept für eine schnelle Wiederaufnahme. Es war von Streitigkeiten zwischen Vereinspräsidenten zu hören, von fehlender Geschlossenheit. Nach einigen Wochen Unklarheit war es dann am 28. April soweit. Premierminister Édouard Philippe verkündete in einer Rede vor der Nationalversammlung, dass die professionellen Fußballmeisterschaften erst im September wieder starten würde und eine Wiederaufnahme im Juni oder Juli nicht möglich sei.

Am 30.04.2020 gab die LFP die Entscheidung bekannt. (Foto: Franck Fife / AFP/ Getty Images)

Mit dieser Entscheidung der Politik war bereits jegliche Hoffnung, die Saison 2019/2020 noch zu Ende zu spielen, dahin. Tatsächlich ging es nur noch darum zu entscheiden, in welcher Form die Saison abgeschlossen werden würde.

Zwei Tage später tagte der Verwaltungsrat der LFP (“Ligue de Football Professionnel”, Französisches Pendant der DFL) und die Ligasaison war offiziell beendet. Der Paris Saint-Germain ist Meister, auch Absteiger und internationale Teilnehmer sind klar. Allen Vereinen drohen durch die fehlenden TV-Einnahmen Verluste in Millionenhöhe, die Existenz einiger Vereine muss durch eine Riesenanleihe seitens der LFP (224,5 Millionen Euro) gesichert werden.

Ermittlung der Abschlusstabelle durch Leistungsindex

Zur Ermittlung der Abschlusstabelle gab es mehrere Optionen. Nach einer Wahl innerhalb der LFP wurde die Punktezahl der Vereine anhand eines Leistungsindexes berechnet, welcher auf die Anzahl der in allen gespielten Spielen erzielten Punkte basiert. Eine Lösung die zwar vergleichsweise fair ist, jedoch noch lange nicht alle Vereine zufriedenstellt.

„Amiens steigt in der Ligue 2 ab, obwohl sie noch theoretisch 30 Punkte zur Rettung holen könnten“, schildert uns unser Experte. „In der Ligue 2 hingegen werden Clermont, Troyes und Ajaccio den Aufstieg nicht schaffen, obwohl nur wenige Punkte zu den Aufstiegsplätzen fehlten. Diese Entscheidung ist für einige vorteilhaft, für viele anderen ein großer Nachteil. Dass die benachteiligten Vereine eine Entschädigung fordern, ist für mich nachvollziehbar.”

Lyon Präsident Aulas mit lautem Protest gegen die Entscheidung der Politik und Liga. (Foto: REMY GABALDA / AFP/Getty Images)

Bei einer anderen Lösung hätte ein Verein den geringen Abstand zu den europäischen Plätzen aufholen können: ausgerechnet der Olympique Lyonnais. Lyons Präsident Jean-Michel Aulas, der dafür bekannt ist, die Interessen seines Vereines öffentlich vehement und nicht immer sehr objektiv zu verteidigen, gab zuletzt zahlreiche Interviews, um sich lautstark zu beschweren. Er sprach von einer verfrühten Entscheidung, von einer Benachteiligung, und drohte mit rechtlichen Schritten.

Wie die Chancen einer solchen Klage aussehen, schätzt Idèr so ein: „Dass die Gremien Ihre Entscheidung ändern scheint mir eher kompliziert zu sein: Die Regierung hat bei dieser Entscheidung mitgewirkt, es wurde abgestimmt und die Verträge mit den TV-Anbietern wurden beendet.“ OL habe höchstens Chancen Schadensersatz zu erhalten.

Offene Fragen um Pokalfinalen und Champions League

Trotzdem betont Aulas, dass die Entscheidung der Regierung und der Fußballliga verfrüht sei und dass man noch immer die Entscheidung ändern könne. Dabei sprach er den Plan der UEFA an, die laufende Champions-League-Saison in der ersten Augustwoche fortsetzen zu wollen. Die französischen Vereine (OL und PSG), die noch im Rennen sind, hätten demzufolge einen riesigen Nachteil gegenüber ihren Gegnern. Tatsächlich würden französische Vereine im August dann etwa fünf Monate lang keine Spiele bestritten haben und wären somit nur bedingt wettbewerbsfähig.

Lucas Tousart als Torschütze gegen Juventus in der Champions League. (Foto: Franck Fife / AFP / Getty Images)

Für Idèr ist das weitere Geschehen in der Champions League nur Nebensache: „Dieses Rückspiel gegen Juventus Turin scheint mir im Moment aktuell nicht die erste Sorge von OL zu sein.“ Lyon steht auch noch im Ligapokalfinale gegen Paris Saint-Germain und könnte durch einen Sieg theoretisch doch noch die Qualifikation zur Europa League erreichen. Wann und ob dieses Finale gespielt werden wird, steht aber ebenfalls noch in den Sternen.

„Natürlich hoffen die Gremien, dass die Finalspiele Anfang August gespielt werden können. Der vorläufige Spielplan für die kommende Saison ist noch lange nicht entschieden und in dieser Gesundheitskrise sind die Wahrheiten von heute noch lange nicht die von morgen.“, sagt Idèr dazu und spricht auch das Problem der Planungssicherheit an. „(…) die Vereine, die theoretisch noch einen Sieg im Pokalfinale holen könnten, werden allerdings deutlich früher als August wissen müssen, ob sie dadurch auch ein Ticket für die Europa League ziehen. Diese Final-Spiele werden meiner Meinung nach niemals gespielt werden, oder zumindest nicht rechtzeitig.”

UEFA muss Tousart-Fall klären

Eine der großen offenen Fragen ist außerdem, was mit Spielern passiert, deren Verträge im Sommer auslaufen oder für die bereits, wie bei Lucas Tousart, ein Wechsel feststeht. Sollten noch Spiele im Pokal oder in der Champions League anstehen, stellt sich noch die Frage, ob diese Spiele mit oder ohne diese Spieler erfolgen. Besonders für diejenigen mit auslaufenden Verträgen ist die Lage zum Teil sehr beunruhigend. In vielen Vereinen bekommen die Spieler von den Verantwortlichen kaum bis keine Informationen und wissen nicht, wie es im Sommer für sie weitergeht.

Ob Lucas Tousart noch einmal im OL Trikot spielen wird ist unklar. (Foto: Franck Fife / AFP / Getty Images)

Auch für Herthas Neuzugang wäre es bitter, das Rückspiel gegen Juventus Turin zu verpassen. Schließlich war Tousart der Torschütze zum 1:0-Sieg im Hinspiel und damit maßgeblich daran beteiligt, dass Lyon noch gute Karten fürs Weiterkommen hat. Unsere Frage, ob der Mittelfeldspieler jetzt am 1. Juli wie vereinbart in Berlin ankommt, kann unser Lyon-Experte leider nicht abschließend beantworten. Auch das sei noch nicht abschließend geklärt. „Auch hier sorgt die Tatsache, dass nicht alle nationalen Meisterschaften dieselbe Entscheidung getroffen haben, für Komplikationen. Die UEFA wird das entscheiden müssen, aber tatsächlich wissen wir nicht wie lange Tousart noch für Lyon auflaufen darf.“

„Wir hoffen, dass wir Lucas entsprechend der Leihvereinbarung zum 1. Juli bei uns begrüßen können“, sagte Michael Preetz dazu. Fakt ist: Lucas Tousart ist bei Hertha BSC unter Vertrag und lediglich an Lyon ausgeliehen. Sollte die UEFA keine Ausnahmeregelung finden, würde im Zweifel die Leihvereinbarung entscheidend sein, und Lyon müsste ab dem 1. Juli auf den Mittelfeldspieler verzichten.

Fanreaktionen in Frankreich

Doch wie ist die Fanreaktion bei OL und in Frankreich? Grundsätzlich zeigt sich bei vielen Fans Verständnis für den Saisonabbruch, doch auch hier gehen die Meinungen auseinander: „Auf der einen Seite ist das Ungerechtigkeitsgefühl: Warum sollten wir nächste Saison nicht europäisch spielen, obwohl wir noch in der Champions League im Rennen sind und im Ligapokalfinale stehen (…)? Auf der anderen Seite sehen es die Lyon-Fans auch nüchtern: Wenn wir keine so unregelmäßige Saison, mit sehr schlechten Ergebnissen gegen schwächere und bloß durchschnittlichen gegen stärkere Teams gespielt hätten, wären wir jetzt nicht in dieser Lage.“

(Photo by Franck Fife / AFP / Getty Images)

Auch der Start in Deutschland lässt die Fans in Frankreich nicht kalt. In sozialen Netzwerken schauen einige Sehnsüchtig zur Bundesliga, andere hingegen fürchten ein Nachteil für die französische Liga. Wir haben Idèr gefragt, was er davon hält:

„Es ist sicherlich ein Risiko, wieder die Bundesliga zu starten. Was wird man sagen, wenn in einem Monat 20 Prozent der Bundesligaspieler am Coronavirus erkrankt sind? Man wird sagen, es sei verrückt gewesen wieder loszulegen. Aber wenn alles gut geht und keiner krank wird, werden Fans in Frankreich den Gremien sagen: „Seht ihr? In Deutschland haben Sie wieder gespielt und alles ist gut gelaufen!” Man wird erst im Nachhinein sehen, wer von Deutschland oder Frankreich am Ende mit der Entscheidung richtig liegt.“

Seiner Meinung nach werden vor allem ökonomische Gründe entscheidend sein. Eines scheint aber international gleich zu bleiben – keiner scheint große Lust auf Geisterspiele zu haben: „(…) Ich glaube nicht an Fußball ohne Zuschauer. Die Entscheidung, mit leeren Rängen zu spielen, kann für mich nur eine Übergangslösung sein.“

Lucas Tousart – Wieso, weshalb, warum?

Lucas Tousart – Wieso, weshalb, warum?

Die Verpflichtung von Lucas Tousart bringt viele Fragen mit sich, die ohne interne Informationen nur schwer für Fans zu beantworten sind. Ist er die hohe Ablösesumme wert? Wieso kommt der Franzose erst im Sommer zu Hertha? Warum wollten ihn zahlreiche Fans in Lyon nicht mehr? Welche Rolle kann er bei Hertha einnehmen?

Wir widmen uns im nachfolgenden Text zunächst der Vorgeschichte von Lucas Tousart, bevor wir versuchen, einige dieser Fragen bestmöglich zu beantworten. Dafür haben wir uns bei “Coeur de Gone“, einem der größten Fanblogs rund um den Olympique Lyonnais, Verstärkung geholt. Idèr, der sein Club schon sehr lange intensiv verfolgt, gab uns viele nützliche Informationen rund um Lucas Tousart und dessen Laufbahn in Lyon. Seine Antworten gab er uns auf Französisch. Die Zitate sind also frei von unserem Redakteur Chris übersetzt.

Von der Reserve zum Stammspieler

Bevor wir uns den Fragen widmen, wollen wir uns die Laufbahn des neuen Rekordtransfers von Hertha BSC genauer anschauen. Wie er sehr jung zu „OL“ (Olympique Lyonnais) kam, seine Chance nutze in die Profi-Startelf zu kommen und sich zum Stammspieler etablierte. Das alles erzählt uns Idèr: „Als er 2015 bei uns angekommen ist, war er zuerst lange bei der Reserve (U23). Danach hat er in der Saison 2016/2017 angefangen stark aufzuspielen. Maxime Gonalons, damals der Stammspieler auf seiner Position, bekam eine rote Karte und vier Spiele Sperre im Spiel gegen Bordeaux. Tousart wurde daraufhin regelmäßig eingesetzt, konnte sehr gute Leistungen zeigen. Er brachte genau die Frische und Energie, die Gonalons zuletzt fehlte.”

“So stark war die Leistung von Tousart in dieser Zeit, dass ihn sein Trainer Genesio nicht mehr aus der Startelf nahm, auch nicht als Gonalons zurückkehrte. Dieser war als Kapitän nicht wegzudenken, sodass beide Spieler nunmehr als „Doppel-Sechs“ sehr erfolgreich agierten. Später wechselte Gonalons und Tousart wurde zum unumstrittenen Stammspieler. Zunächst mit viel Erfolg, dann jedoch leidete seine Entwicklung unter der fehlenden Konkurrenz.“

Tousart wurde als Kapitän von Frankreichs U19 Europameister (Foto: Daniel Roland/AFP/Getty Images)

Während er sich in der Ligue 1 hocharbeitete, glänzte Herthas Neuzugang schon im frühen Alter in der Junioren-Nationalmannschaft Frankreichs. Er gewann 2016 als Kapitän der U19 zusammen mit Spielern wie Kylian Mbappé, Markus Thuram und Amine Harit die Europameisterschaft. Er ist auch aktuell der meistberufene Spieler der U19 Frankreichs, mit 21 Spielen. Im Sommer 2019 trug er erneut die Kapitänsbinde, dieses Mal bei der U21-EM, und führte seine Mannschaft bis ins Halbfinale, wo man sich allerdings gegen Spanien geschlagen geben musste.

Schwierige Saison für OL und Tousart

Dann kam die Saison 2019/20. Eine Saison, die für Lyon alles andere als gut begann. Man verpflichtete die Clublegende Juninho als Sportdirektor und wechselte den Trainer. Bruno Génésio musste gehen und wurde von Sylvinho ersetzt.

„Der Sportdirektor Juninho erklärte zum Saisonstart, dass er auf der Position von Tousart Neuverpflichtungen holen wolle. Dieser aber zauberte im August förmlich, insbesondere gegen Monaco (0:3 Sieg der Lyonnais, wo Lucas Tousart sogar ein Tor erzielte). Letzten Endes wurde Thiago Mendes rekrutiert (für 22 Millionen Euro), der aber keine Leistung brachte. Der Stammplatz von Tousart war also weiterhin nicht in Gefahr.“

Der Saisonstart verlief noch gut für Tousart und OL. (Foto: Valery Hache/AFP/Getty Images)

So spielte Tousart also auch fast jede Partie, konnte aber nicht die Negativserie seines Vereins verhindern. Lyon spielte monatelang schwach und im Oktober war nach weniger als sechs Monaten für Neutrainer Sylvinho Schluss. Rudi Garcia übernahm die Verantwortung und setzte ebenfalls auf Tousart. Aktuell läuft es deutlich besser für Lyon, die Negativserie hat aber viel Zeit und Punkte gekostet. Ganze fünf Punkte trennen die Lyonnais noch von Platz drei in der Ligue 1.

„Warum wollen ihn so viele OL-Fans wechseln sehen?”

Wie also festgestellt, setzte sich Lucas Tousart recht zügig als Stammspieler durch, war in den Junioren-Nationalmannschaften einer der wichtigsten Spieler Frankreichs und ließ sich auch nicht im Konkurrenzkampf hängen. Warum also wird Herthas Neuzugang dann von so vielen Lyon-Anhänger verspottet und zum Teil sogar in sozialen Netzwerken als Witzfigur betrachtet? Wir haben diese Frage auch Idèr gestellt:

„ (Tousart) ist jung, aber mit einer Entwicklung, die seit etwa zwei Jahren stockt. Technisch ist er nicht sehr stark. Er hat auch Schwierigkeiten im Spiel nach vorne, sucht oft auf den Seiten und hinter ihm Anspielstationen.“

„In den Spielen, wo OL den Ball hat und das Spiel machen muss, hat er Schwierigkeiten, das Offensivspiel zu organisieren, obwohl er auf einer Position ist, in der er ein Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft sein müsste. Man hört oft, dass seine Abwesenheit im Ligaspiel gegen Marseille (1:2 Niederlage) ein Zeichen dafür ist, dass er unumstritten sein sollte. Ich bin nicht ganz einverstanden. Außerdem: wenn er gegen Marseille gefehlt hat, dann nicht aufgrund einer Verletzung, sondern weil er wegen zu vielen gelben Karten gesperrt war: ein Sinnbild dafür, wie viele Fouls er begeht.“

Kritikpunkt: Tousart sieht viele Karten. (Foto: Anne-Christine Poujoulat/AFP/Getty Images)

Hauptkritikpunkt der Fans ist jedoch das, was im Fußball immer zuerst auffällt: technische Defizite. „Seine Schwächen im technischen Bereich hindern ihn daran, sich vom gegnerischen Pressing zu lösen und nach vorne zu gehen.“ Sein Rolle ist zwar eher in der Stabilität und Kompaktheit im zentralen Mittelfeld, doch viele Lyon-Fans waren insbesondere in den schlechten Phasen ihrer Mannschaft auf der Suche nach einem Sündenbock.

Dass Tousart in einer schlecht funktionierenden und verunsicherten Mannschaft Schwierigkeiten hatte, nach vorne zu arbeiten, ist eine Sache, die man kritisieren kann. Sich nur darauf zu fokussieren, wäre aber auch zu engstirnig. Gerade auf der defensiven Position im zentralen Mittelfeld sind die meisten Aspekte des Spiels unsichtbar. Ob das Positionsspiel, das Spiel gegen den Ball und die physische Präsenz: diese Aspekte sind schwieriger für Fans zu erkennen als eine schlechte Ballannahme oder misslungene Dribblings.

Auch Idèr gibt zu: „Alles ist nicht so schlecht, wie teilweise dargestellt. (…) Er könnte sich woanders zeigen, aber ich glaube er hat in Lyon eine Art „Plateau“ erreicht, da der theoretische Spielstil des Vereins nicht unbedingt zu seinen primären Stärken passt.“

„25 Millionen Euro? Ist er die hohe Ablöse wert?“

Wer sich über hohe Ablösesummen im aktuellen Fußball ärgert, wird viele Nerven verlieren. Tatsächlich steigen diese Summen immer weiter, und auch Hertha BSC ist da nicht isoliert zu betrachten. Betrachtet man den Marktwert von Lucas Tousart auf transfermarkt.de, kommt man auf rund 20 Millionen Euro.

Tousart beim Tor gegen den FC Barcelona (Foto: Josep Lago/AFP/Getty Images)

Für einen 22-jährigen zentralen Mittelfeldspieler, der bereits jetzt viele Jahre Profifußball-Erfahrung hat, ist dies nicht unüblich. Insgesamt weist der junge Mittelfeldspieler 108 Spiele in der Ligue 1 (drei Tore, drei Vorlagen), 16 in der Europa League (Ein Treffer, eine Vorlage) und sogar 14 in der Champions League (Ein Treffer, eine Vorlage) auf. Um einen Vergleich bei Hertha BSC zu machen: Arne Maiers Marktwert auf transfermarkt.de beträgt ebenfalls 20 Millionen Euro. Seine Bilanz beträgt 44 Bundesligaspiele (keine Tore, eine Vorlage) und drei Internationale Partien (in der Europa League). Maier ist aber mit seinen 21 Jahren noch ein dreiviertel Jahr jünger.

Der genaue Kaufpreis ist beim Transfer von Tousart zu Hertha BSC nicht bekannt. Er soll aber um die 25 Millionen Euro betragen. Dass ein junger Spieler mit viel Potenzial über Marktwert verkauft wird, ist leider insbesondere im Wintertransfermarkt üblich. Als Hertha-Fan kann man sich darüber ärgern, als Lyon-Fan darüber freuen. Doch unverhältnismäßig hoch ist die Summe nicht, man kann sie mit einem Wort beschreiben: Marktüblich.

Jean-Michel Aulas, der Präsident von „OL“, ist dafür bekannt, seine jungen Spieler für sehr hohe Ablösesummen zu verkaufen. Er hat einen Ruf, besonders hartnäckig in Transferverhandlungen zu sein. Im letzten Sommer beispielsweise wechselte Tanguy Ndombélé von „OL“ zu Tottenham Hotspurs. Die Ablösesumme ging sogar bis etwa 60 Millionen Euro.

„Warum erst im Sommer? Hertha braucht ihn jetzt!“

Viele waren darüber überrascht, dass Lucas Tousart zwar bereits bei Hertha BSC unter Vertrag steht, allerdings erst im Sommer in der Hauptstadt zur Verfügung stehen wird. Für den Rest der Saison wird er weiter in Lyon als Leihspieler spielen. Dies hat zwei Gründe:

Der erste Grund ist, dass wie bereits angesprochen Jean-Michel Aulas gut verhandeln kann und Lyon Lucas Tousart für den Rest der Saison noch braucht. Seine Konkurrenz konnte bisher nicht überzeugen und auch der junge Maxence Caqueret weist mit seinen 19 Jahren noch nicht die gleiche Sicherheit auf. „OL“ wollte sich also nicht schon im Winter von Tousart trennen. Es ist also davon auszugehen, dass Hertha Tousart gar nicht erst bekommen hätte, hätte man der anschließenden Leihe für die Rückrunde nicht zugestimmt. Ein saurer Apfel, in den Preetz und co. wohl beißen mussten.

Doch auch für Hertha ergibt der Deal Sinn. Aktuell ist der Kader der Berliner sehr groß und die Unzufriedenheit mancher Spieler kommt immer mehr zum Vorschein. In dieser komplizierten Lage noch einen weiteren Spieler mit Stammelfansprüchen zu holen, würde noch mehr Unruhe schaffen. Im Sommer werden allerdings einige Spieler gehen, allen voran Marko Grujic, dessen Leihe bei Hertha BSC endet. Auch Per Skjelbred wird wohl den Haupstadtclub verlassen, sodass gleich zwei zentrale Mittelfeldspieler weniger im Kader stünden. Manager Michael Preetz sagte zum Deal: „Diese Verpflichtung ist ein Vorgriff auf den Sommer und ein Investment in die Zukunft von Hertha BSC“.

„Kommt Tousart als Ersatz für Arne Maier?“

Gerade als die Verpflichtung von Lucas Tousart offiziell wurde, äußerte sich Arne Maier in den Medien und forderte einen Wechsel. Ob es sich da tatsächlich um eine tiefe Unzufriedenheit handelt, eine Flucht vor Konkurrenzkampf oder um Gehaltsverhandlungen geht, ist den meisten Fans unklar.

Michael Preetz jedoch äußerte sich diese Woche deutlich dazu, dass die Verpflichtung von Lucas Tousart keineswegs regelmäßige Einsätze von Arne Maier gefährde. Im Gegenteil: der Franzose sei als Ersatz für den Abgang von Marko Grujic gedacht. Preetz bestätigte außerdem auch, dass Tousart und Maier unterschiedliche Spielertypen sind und nicht dieselbe Position auf dem Platz haben.

Tatsächlich hat Lucas Tousart eher eine defensive Rolle und Arne Maier eher eine strategische, offensivere Aufgabe. Der 22-Jährige Franzose kommt also gerade nicht als Ersatz für Arne Maier, sondern könnte ein gutes Pendant sein.

„Wie stark ist er überhaupt? Warum will ihn Hertha unbedingt?“

Unser Lyon-Experte Idès sagt zu den Stärken von Tousart: „Er ist ein körperlich starker Spieler, gut in den Zweikämpfen und mit einer guten Mentalität. (…) In den schwierigen Spielen, besonders auswärts, sind seine Power und seine Durchsetzungskraft unheimlich wertvoll.“

Herthas Neuzugang glänz mit Zweikampfstärke und Robustheit. (Foto: Carlos Costa/AFP/Getty Images)

Auf seiner Position im defensiven Mittelfeld bringt Tousart also genau das mit, was überaus wichtig ist. Robustheit, Handlungsschnelligkeit und Spielintelligenz zeichnen ihn aus. Er ist ein Spieler, der eine Sache wie kaum einer in Lyon beherrscht: das Kämpfen. Auch wenn es nicht seine primäre Stärke ist, weiß er auch wo das Tor steht, trifft gerne auch aus der Distanz oder gibt Vorlagen. Sogar im Camp Nou gegen den FC Barcelona gelang ihm ein Treffer.

Dazu kommt seine Erfahrung. Wie bereits festgestellt, bringt der Franzose trotz seines jungen Alters große Routine mit. Durch diese vielen absolvierten Spiele wird er im Mittelfeld von Hertha BSC in einer jungen Mannschaft die nötige Ruhe und Gelassenheit einbringen. Auch seine Erfahrung in der Junioren-Nationalmannschaft könnte sehr wertvoll werden. Das langjährige Tragen der Kapitänsbinde zeigt, dass Verantwortung übernehmen kann und ein wahrer Charakter-Spieler ist. Bei den Blau-Weißen gibt es nicht allzu viele Führungsspieler und mit Skjelbred und Ibisevic könnten weiterer dieser Sorte im Sommer gehen. Tousart könnte diese Lücke füllen.

Für Idèr glänzt der U19-Europameister vor allem dann, wenn er gefordert wird: „Ich denke vor allem, dass er ein guter Spieler ist wenn er in einer Konkurrenzsituation gestellt wird. Sobald er in seiner Komfortzone ist, wie seit etwa zwei Jahren in Lyon, steigert er sich weniger.“ Komfortzonen gibt es in neuen Klubs nicht, egal wie teuer die Ablöse war. Tousart wird sich zwischen starken zentralen Mittelfeldspielern wiederfinden und sich seinen Platz erkämpfen müssen. Die Ausgangslage erscheint also perfekt, damit sich der Franzose auch spielerisch weiterentwickelt.

Was für den 22-Jährigen auch spricht, ist, dass er bisher jeden seiner Trainer überzeugen konnte. In den letzten Jahren musste er unter drei verschiedenen Trainern agieren, dazu die Übungsleiter in den Jugend-Nationalmannschaften und bekam immer seine Einsätze. Es ist eine Sache, wenn Fans und Beobachter von außerhalb über Spieler urteilen, eine ganz Andere wenn es seine Trainer sind, die deutlich näher dran stehen und die Qualitäten am besten beurteilen können.

Insgesamt können sich Hertha-Fans über einen kampfstarken und durchsetzungsfähigen Spieler freuen, der gerade im Konkurrenzkampf aufblüht, sich nicht aufgibt und mit seinen 22 Jahren noch viel Entwicklungspotenzial hat.

Wo wird er im Spielsystem von Hertha BSC spielen?

Foto: Loic Venance/AFP/Getty Images

Mit seinen angesprochenen Schwächen und Qualitäten wird er vor allem eine Option im defensiveren Mittelfeld sein, bestenfalls als Sechser, notfalls auch als Achter. Der Franzose kann im System mit zwei Sechsern spielen, oder die Rolle als alleiniger defensiven Mittelfeldspieler übernehmen. Hertha spielte zuletzt immer wieder mit drei zentralen Spielern im Mittelfeld. Zwei mit einer eher defensiveren Rolle, einer eher offensiv. Genau dieses System kennt der U19-Europameister auswendig und würde sich da perfekt einordnen können. Als Schalter zwischen den sehr defensiven Santiago Ascacibar und einen offensiveren Arne Maier oder Vladimir Darida wäre er ähnlich wie Grujic sehr wertvoll.

Idèr sagt zum Mittelfeldmann weiter: „Er ist keineswegs ein schlechter Spieler, aber er würde sich sicherlich wohler und wichtiger in einer weniger dominanten Mannschaft fühlen. In der Liga muss „OL“ gegen 90 Prozent der Mannschaften das Spiel machen. Das ist nicht seine Stärke. Seine Power und seine Zweikampfstärke würden ihn aber in einer weniger spielerischen Mannschaft zum sehr guten Spieler machen.”

So sehr sich Hertha BSC ein attraktives Offensivspiel wünscht: um die spielerische Entwicklung voranzutreiben, braucht es die nötige Stabilität. Ansonsten ist die Gefahr groß, komplett zusammenzufallen, wie zu Beginn der Saison unter Ante Covic. Ohne das Fundament lässt sich kein Haus bauen. Genau dafür wird Lucas Tousart unglaublich wertvoll werden. Und auch darauf können sich die Hertha-Fans im Sommer bereits freuen.