Kaderanalyse 2020/21 – Herthas Mittelstürmer

Kaderanalyse 2020/21 – Herthas Mittelstürmer

Endlich ist die Alptraum-Saison 2020/2021 vorbei. Nach einer hochemotionalen Schlussphase gab es doch noch ein „Happy End“ für Hertha BSC. Diese verrückte Spielzeit haben wir sehr ausführlich in unserer Saisonrückblick-Podcastfolge besprochen. Doch jetzt wollen wir uns der Kaderanalyse widmen. Dabei gehen wir nicht nur auf die abgelaufene Saison ein, sondern werfen auch einen Blick nach vorne. Welche Kaderstellen müssen Bobic, Dufner, Friedrich und co. noch dringend bearbeiten? Wo hat man Bedarf, welche Spieler werden wohl den Verein verlassen?

Im sechsten und letzten Teil unserer Kaderanalyse widmen wir uns dem Mittelsturm. Wie haben sich Herthas Stürmer geschlagen und wie sieht die Lage für die neue Spielzeit aus?

Piatek und Córdoba – der unmögliche Vergleich

Foto: Matthias Koch / IMAGO

Wenn eine Mannschaft zwei so gute Stürmer wie Krzysztof Piatek und Jhon Córdoba in den eigenen Reihen hat, dann ist das grundsätzlich ein großes Glück. Auch wenn beide Spieler in ihrer Spielart und Rolle im Spielsystem völlig unterschiedlich sind, bringen sie eine große Qualität mit. Beide wurden für hohe Ablösesummen verpflichtet und mussten dementsprechend mit hohen Erwartungen in die Saison starten. Im Nachhinein muss man leider feststellen, dass die abgelaufene Spielzeit weder für den einen noch für den anderen optimal verlief.

Am Ende zählen bei Mittelstürmern die Torausbeute sowie die Anzahl der Torvorlagen: daran werden solche Spieler gemessen. Doch gerade da ist es unmöglich herauszustellen, wer von beiden Torjägern die bessere Saison spielte. Nicht nur wiesen beide jeweils sieben Tore und zwei Torvorlagen auf, sie erreichten diesen Wert auch in ähnlicher Spielzeit (Piatek 1.632 Minuten, Córdoba 1.541).

Zwar bewiesen beide ihre Stärken und ihr Torhunger, leider wurden sie immer wieder im Laufe der Saison zurückgeworfen und litten auch darunter, dass ihre Mannschaft so gut wie nie als Team funktionierte.

Jhon Córdoba – Fitness als Leistungsbarometer

Foto: Matthias Koch / IMAGO

So war es bei Jhon Córdoba die körperliche Fitness, die ihn im Laufe der Saison bremste. Erst verpasste er einen Großteil der Hinrunde aufgrund einer Bänderverletzung. Dann kehrte er erst 2021 zurück und stand in der wohl schwächsten Phase von Hertha (15. Bis 18. Spieltag) wieder in der Startelf. Ausgerechnet die ersten Spiele unter Cheftrainer Pal Dardai verpasste er erneut aufgrund eines Muskelfaserrisses.

Dass Dardai, sobald diese Verletzung auskuriert war, erneut auf den Kolumbianer setzte, kam nicht überraschend. Vom Spielertyp passte er genau zum neuen Trainerteam: „Er ist ein Krieger, tut 90 Minuten lang alles für sein Team.“, hieß es von Pal Dardai. „Vor einigen Jahren haben wir im Olympiastadion gesessen, ich habe versucht, ihn herzulocken. Aber wir hatten nicht genug Geld.“

Im Verlauf der Saison war mehrmals zu spüren, dass der 28-Jährige seiner Mannschaft bei seinen Einsätzen gut tat. Gerade seine Arbeit in der Sicherung von langen Bällen, seine körperliche Präsenz und sein Zug zum Tor waren wertvolle Elemente. Trotzdem kam er auch aufgrund seiner Ausfälle und die Schwierigkeiten seines Teams nicht wirklich dazu, einen Lauf zu starten. Am Ende verletzte er sich in der entscheidenden Phase erneut am Sprunggelenk und fiel für die letzten Saisonspiele aus.

Für die neue Spielzeit wird der Kolumbianer mit großer Sicherheit eine zentrale Rolle spielen. Ein Hauptaugenmerk wird dabei jedoch weiterhin die Fitness sein. Wenn der 28-Jährige über eine längere Zeit in Form bleibt, könnte er die Offensive von Hertha BSC auch in 2021/22 seinen Stempel aufdrücken.

Krzysztof Piatek – Hertha Edeljoker und Derbyheld

Foto: IMAGO

Etwas anders wird das Fazit bei Krzysztof Piatek ausfallen. Der Pole wurde über die gesamte Saison viel kritisiert, teilweise auch ohne sportlichen Grund. Wie beispielsweise ein Tousart wird der Ex-Mailänder stets ein seiner immens hohen Ablösesumme gemessen. Tatsächlich schien er, anders als sein Sturmpartner Córdoba, weniger gut zum Spielsystem seines Teams zu passen. Dass er dabei trotzdem immer wieder Torgefahr ausstrahlte und genauso gefährlich wurde wie der Kolumbianer wurde zu oft außer Acht gelassen.

Die hohe Ablösesumme und die hohen Erwartungen konnte der Pole bisher in der Höhe zwar nicht rechtfertigen. Doch individuelle Leistungen sind (wie wir bereits mehrmals im Verlauf unserer Kaderanalyse feststellen konnten) immer im Zusammenhang zu sehen: auch Piatek musste in einer schlecht zusammengestellten und dysfunktionalen Mannschaft agieren. Keine optimalen Zustände also, um als Torschütze und Vollstrecker zu glänzen. In einigen Partien bekam er so gut wie keine Bälle und kaum Möglichkeiten, seine Qualitäten in Szene zu setzen.

Immerhin erlebte der 25-Jährige einige Höhepunkte. Nach Sasa Kalajdzic war er in der abgelaufenen Saison der zweitbeste Joker der Bundesliga mit vier Treffern und zwei Vorlagen nach einer Einwechslung. Dazu konnte er ausgerechnet im Derby gegen Union Berlin beim 3:1 Erfolg von Hertha BSC seinen ersten Bundesliga-Doppelpack feiern.

Besonders bitter sollte es für Piatek zum Saisonende werden. Aufgrund einer Fraktur im Sprunggelenk im Spiel in Gelsenkirchen war nicht nur die Saison für ihn vorbei. Auch eine EM-Teilnahme wurde damit unmöglich. Nach dieser Verletzung ist trotz angeblichem Interesse von italienischen Vereinen wohl davon auszugehen, dass der Pole auch nächste Saison für Hertha stürmen wird. Wenn er zeitnah wieder gesund wird und voll in die Vorbereitung starten kann, hat der „Pistolero“ dann in der neuen Spielzeit genug Zeit um alle Zweifel aus dem Weg zu räumen.

Davie Selke – die unerwartete Rückkehr zu Hertha

Foto: nordphoto GmbH / gumzmedia / IMAGO

Lange hatten sich Fans von Werder Bremen darüber geärgert, wie hoch die Ablöse für Davie Selke kosten würde, sollten es die „grün-weißen“ am Ende doch schaffen, die Klasse zu halten. Zu selten konnte sich der 26-Jährige in anderthalb Saisons bei Werder Bremen als Torschütze auszeichnen. Nur drei Bundesligatore erzielte der 1,94 Meter große Stürmer in dieser Zeit.

Dass er ausgerechnet zwei dieser drei Treffer gegen Hertha erzielte, gehörte wohl auch zur traurigen Ironie dazu, die Davie Selke begleitete. Am letzten Spieltag rutschte Werder Bremen auf den vorletzten Tabellenplatz ab und Davie Selkes Rückkehr zu Hertha BSC wurde offiziell. Nun müssen die Hertha-Verantwortlichen auf die hohe Ablöse für Davie Selke verzichten. Doch seine Rückkehr bedeutet auch eine weitere Option für den Berliner Sturm in der neuen Saison.

Unter Pal Dardai konnte sich zwar Selke selten gegen seinen damaligen Konkurrenten im Sturm Vedad Ibisevic durchsetzen. Trotzdem erlebte er auch starke Phasen bei Hertha BSC, insbesondere in der Saison 2017/2018, wo er mit 14 Pflichtspieltoren und vier Vorlagen glänzte. Was also für viele eine Ironie des Schicksals zu sein scheint, könnte für den 26-Jährigen noch zur großen Chance werden.

Die Erwartungen und der Druck in Berlin werden geringer sein, als in Bremen in der vergangenen Saison. Nimmt Davie Selke die neue Situation und den Konkurrenzkampf sofort an, hat er eine gute Chance, seine Situation nochmal umzudrehen. Sein Cheftrainer bei der „alten Dame“ ist bereit ihm diese Chance zu geben: „Er ist ein feiner, fleißiger Junge. Hier hat er funktioniert. Ich würde nie sagen: Davie kann nicht helfen.“

Jessic Ngankam – Klassenerhalt-Held vor Ausleihe

Foto: Christopher Neundorf/Kirchner-Media/pool / IMAGO

Vom Sympathie-Faktor ist wohl Jessic Ngankam ganz oben auf der Liste der Hertha-Fans. Von der Jugend über die U23 dann zu den Profis, um sein erstes Profitor gegen Manuel Neuer zu erzielen. Schließlich die verrückte Schlussphase der Saison und das Spiel in Gelsenkirchen, wo Ngankam beim 2:1 zum Helden wurde und den Klassenerhalt wohl sicherte. Die Jubelbilder des 20-Jährigen werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Doch diese Schlussphase kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Saison aus individueller Sicht für Ngankam keineswegs positiv verlief. Nur 284 gespielte Minuten bei den Profis, und das obwohl gerade in der Offensive bei Hertha BSC diese Saison phasenweise kaum etwas lief, können nicht zufriedenstellen. Besonders angesichts des Potenzials des gebürtigen Berliners ist eine solch geringe Spielzeit fast schon zu schade.

In der neuen Spielzeit wird die Konkurrenz sicher nicht kleiner geworden sein. Die bereits angesprochene Rückkehr von Selke sorgt sogar für mehr Konkurrenz in der Sturmspitze. Ähnlich denken wohl die Hertha-Verantwortlichen, die ihrem Schützling mehr Spielpraxis bieten wollen. Ngankam soll laut einigen Gerüchten für die neue Saison verliehen werden.

Was sportlich sicherlich Sinn ergeben, jedoch einen bitteren Beigeschmack hinterlassen würde. Schließlich verzichtet man ungerne auf den Spieler, der einem noch zum Saisonende so starke Glücksmomente bereiten konnte.

Daishawn Redan ohne Zukunft? Konkurrenz im Hertha-Sturm

Fraglich wird auch sein, was aus Daishawn Redan (20) wird, der in der abgelaufenen Saison nur 95 Spielminuten bei den Profis bekam. Zwar wurde er nochmal im letzten Spieltag gegen Hoffenheim eingewechselt. Auch bei ihm ist aber zu bezweifeln, dass er mehr Spielzeit in 2021/22 bekommen könnte.

Mit einem bis 2024 laufenden Vertrag ist eine erneute Leihe grundsätzlich denkbar. Ein Verkauf des jungen Niederländers wäre allerdings auch nicht überraschend. Talentierte junge Stürmer haben die „blau-weißen“ in der eigenen Jugend auch noch, Ruwen Werthmüller (20) und Marten Winkler (18). Letzterer feierte sogar einen sehr kurzen Profidebüt gegen den 1. FC Köln.

Der Mittelsturm bei Hertha BSC ist also für die neue Saison bereits jetzt sehr gut besetzt. Eine Verpflichtung auf dieser Position scheint unwahrscheinlich. Sollte es doch zu einem Abgang eines der genannten Spieler kommen, würde sich die Situation etwas ändern. Man kann jetzt schon gespannt sein, wer ab August für die „alte Dame“ die Tore schießen wird.

Titelbild: Matthias Koch/ IMAGO

Kaderanalyse 2020/2021 – Herthas Torhüter

Kaderanalyse 2020/2021 – Herthas Torhüter

Endlich ist die Alptraum-Saison 2020/2021 vorbei. Nach einer hochemotionalen Schlussphase gab es doch noch ein „Happy End“ für Hertha BSC. Diese verrückte Spielzeit haben wir sehr ausführlich in unserer Saisonrückblick-Podcastfolge besprochen. Doch jetzt wollen wir uns der Kaderanalyse widmen. Dabei gehen wir nicht nur auf die abgelaufene Saison ein, sondern werfen auch einen Blick nach vorne. Welche Kaderstellen müssen Bobic, Dufner, Friedrich und co. noch dringend bearbeiten? Wo hat man Bedarf, welche Spieler werden wohl den Verein verlassen?

Den Anfang machen wir mit der Torhüter-Position. Wie verlief die Saison unserer Keeper und wie gestaltet es sich für die neue Spielzeit? Spoiler-Alert: eine echte Torhüterdiskussion wird es bei Hertha diesen Sommer mit großer Sicherheit nicht geben.

Alexander Schwolow – Feuertaufe in der ersten Herthasaison

Foto: IMAGO

Wie alle Neuzugänge von Hertha BSC im letzten Sommer muss es sicher auch bei Alexander Schwolow Phasen gegeben haben, in denen er sich gefragt hat: „Warum habe ich mir das angetan?“. Seine erste Spielzeit verlief ein wenig wie eine „Feuertaufe“. Nichts lief im Team, eine echte Katastrophen-Saison. Immerhin wird Herthas Nummer „1“ sich seinen Fast-Arbeitgeber aus Gelsenkirchen anschauen und feststellen, dass es ihn auch deutlich schlimmer hätte erwischen können.

Die erfolglose Saison seines Teams hat Schwolow wahrlich nicht zu verantworten. Der 29-Jährige zeigte kaum schlechte Spiele, hielt auch in Herthas schlechten Phasen ordentlich und war nie schuld an einer Niederlage. So gab es vom Neuzugang keine schweren Böcke wie sie noch in der Saison 2019/2020 von Rune Jarstein zu sehen waren.

Zu oft allerdings musste er hinter sich greifen, zu oft musste er seine Mitspieler schütteln, die sich mal wieder nicht an taktische Vorgaben hielten. Dass er charakterstark und mannschaftsdienlich ist, zeigte er auch, als er nach Pal Dardais Rückkehr als Cheftrainer zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen musste. Vom ehemaligen Freiburger war nur positives zu hören, er akzeptierte die Entscheidung und lieferte nach Rune Jarsteins Erkrankung wohl seine besten Saisonleistungen ab. Auch der Torwarttrainer-Wechsel beunruhigte den gebürtigen Wiesbadener nicht.

Foto: IMAGO/Ottmar Winter pool via Fotoagentur SVEN SIMON

Am Ende konnte er acht Mal in der Saison seine weiße Weste behalten, hatte mit 63,9% Paradenquote allerdings eine eher unterdurchschnittliche Bilanz. Individuell konnte er zwar nur in wenigen Spielen wirklich glänzen, zeigte jedoch auch, dass er kein Unsicherheitsfaktor ist. In Herthas starken Phase nach dem „Re-Start“ war auch zu spüren, dass der 29-Jährige zum Leistungsträger wurde.

Bereits in der neuen Saison könnte Schwolow also zum Führungsspieler werden. Jedenfalls geht er zweifellos als Stammkeeper in eine Spielzeit, die hoffentlich auch ihm mehr Glücksmomente schenken wird.

Rune Jarstein – Die Krake bleibt Hertha treu

Die Saison wird Rune Jarstein sicher nicht schnell wieder vergessen. Auch für den Norweger gab es einige Höhe- und Tiefpunkte. Dabei sprach nach der Verpflichtung von Alexander Schwolow im Sommer 2020 eigentlich einiges dafür, dass Jarstein die Saison auf der Bank verbringen würde. Auch sollte es wohl die letzte Saison bei Hertha BSC werden: als 36-Jähriger Ersatzkeeper mit auslaufendem Vertrag war mit einem Verbleib nicht wirklich zu rechnen. So begann auch tatsächlich die Bundesligaspielzeit. Schwolow wurde Stammkeeper, Jarstein nur Nummer zwei.

Foto: IMAGO

Im Winter folgten von Boulevard-Zeitungen schon die Gerüchte, er sei unzufrieden mit seiner Rolle als Reservist und wolle Hertha verlassen. Dazu sollte es aber nicht kommen. Wir hatten bereits in unserer Kaderanalyse 2019/2020 letzten Sommer zu Jarstein geschrieben: „Abgeschrieben wurde er bei Hertha BSC schließlich schon einmal, und meldete sich eindrucksvoll zurück.“ Das sollte sich auch im Jahr 2021 wiederholen, als Pal Dardai zurückkehrte und ihn sofort wieder in den Kasten stellte. Dies erklärte Dardai damit, dass Schwolow zuletzt einfach keinen Torwartglück gehabt habe.

Rune Jarstein absolvierte acht Spiele, zeigte dabei sehr gute Paraden und bewies eindrucksvoll, dass er auch mit 36 Jahren ein bundesligatauglicher Torhüter ist. Womöglich hätte er auch die restliche Saison als erste Wahl im Tor absolviert. Leider zwang ihn seine schwere Covid-19 Erkrankung zum Saisonende. Auch die Petry-Affäre wird für den Norweger nicht leicht gewesen sein. Zsolt Petry war wohl Jarsteins größter Verteidiger. „Ich habe Zsolt viel zu verdanken, ohne ihn wäre ich nicht der Torhüter, der ich bin. Ohne ihn wäre ich nicht mehr in Berlin“, hieß es vom Torhüter noch vor nicht allzu langer Zeit.

Trotzdem endete diese schwierige Saison für Herthas „Krake“ versöhnlich. Ein neuer Arbeitsvertrag bis 2023 wurde unterschrieben. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich bei Hertha BSC und in Berlin total wohl fühle. Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie.“, so Jarstein selbst. Mit dieser Entscheidung will Hertha vor allem auch die Hierarchie, Struktur und Atmosphäre im Team stärken.

Arne Friedrich begründete es wie folgt: „Rune ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits. Mit seiner Erfahrung und seinem Stellenwert im Team ist er extrem wichtig für uns“. In der kommenden Spielzeit wird er allerdings auch wieder auf der Bank Platz nehmen müssen. „Alex ist die Nummer 1, ihm gehört die Zukunft“, sagte Herthas Cheftrainer dazu.

Nils Körber – Für eine Nummer drei zu gut?

Foto: IMAGO

Unklar ist, wie es mit Nils Körber weitergeht. Herthas Torhütertalent bekam keinen einzigen Einsatz bei den Profis diese Saison, blieb die klare Nummer drei in der Torhüterhierarchie. Nur als Rune Jarstein aufgrund seiner Erkrankung ausfiel, war er als Ersatz für Schwolow mit im Kader. In der letzten Partie gegen Hoffenheim fiel er aus, weil er sich am Ellbogen operieren lassen musste.

Sportdirektor Arne Friedrich deutete zwar darauf hin, dass der gebürtige Berliner ebenfalls bei Hertha BSC bleiben solle. Auch soll sein Vertrag, wie zunächst angenommen, nicht schon im Sommer sondern erst 2022 auslaufen. Doch ob ein Verbleib sowohl für Hertha als auch für Körber Sinn gibt, ist unklar. Als klare Nummer drei kann er sich wohl in der neuen Spielzeit nach Jarsteins Vertragsverlängerung ebenso wenig Hoffnungen auf Einsätze machen wie in der abgelaufenen.

Dabei ist Körber zweifellos ein guter Torhüter, mit viel Talent und Entwicklungsmöglichkeiten. Nicht umsonst wurde er im Sommer von Trainer Bruno Labbadia gelobt: „Es ist ein harter Dreikampf, weil auch Nils Druck macht“. Es wäre also fast zu schade, eine weitere Saison auf der Tribüne verbringen zu müssen. Eine Vertragsverlängerung mit anschließender Leihe wäre zwar eine Lösung. Doch bei Hertha warten auch schon andere junge Torhütertalente auf ihre Chance.

So wäre Nils Körber eigentlich eher zu wünschen, dass er einen ähnlichen Weg einschlägt wie Marius Gersbeck. Der 25-Jährige ging nach seiner Zeit bei den Hertha-Profis und mehreren Leihen zum befreundeten Verein Karlsruher SC und erkämpfte sich mit der Zeit den Posten als Stammtorhüter. Zuletzt wurde er sogar nach starken Leistungen vom Kicker zum zweitbesten Torhüter der zweiten Bundesliga gekürt.

In der Hinterhand hat Hertha BSC auch Marcel Lotka (20 Jahre) und Florian Palmowski (19), dessen Vertrag langfristig verlängert wurde. Hertha BSC hat also keineswegs ein Torwart-Problem, höchstens ein Luxusproblem bezüglich der Talente: zurzeit gibt es kaum einen Weg, dass sich diese ernsthaft bei den Profis durchsetzen könnten. Immerhin ist das eine Position, die Fredi Bobic und co. diesen Sommer nicht vor allzu viel Arbeit stellen wird. Baustellen gibt es im Kader woanders. Nur ein Torwarttrainer bei den Profis fehlt Hertha noch.

Titelbild: IMAGO

Hertha BSC: Mit letzter Kraft zum Klassenerhalt

Hertha BSC: Mit letzter Kraft zum Klassenerhalt

Wer als Hertha-Fan nach dem Spiel in Gelsenkirchen noch Nerven übrig hatte, muss wohl Superkräfte haben. Nach sechs Minuten Nachspielzeit in Unterzahl und trotz einer Riesenmöglichkeit für die Hausherren schafften es die Profis der „alten Dame“, den knappen 2:1-Auswärtssieg zu sichern. So haben sie einen vielleicht entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt geschafft. Doch bevor Hertha seinen Profis das Denkmal bauen kann muss noch eine Partie überstanden werden. Am Samstag um 15h30 empfängt Hertha BSC den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf 1. FC Köln.

Krimi an der Ruhr – Jessic Ngankam rettet Hertha

Foto: Ulrich Hufnagel / Hufnagel PR / POOL /IMAGO

19:54 in der Veltins-Arena: während Kapitän Dedryck Boyata erschöpft zu Boden sank, kniete Jessic Ngankam auf dem Platz und brüllte sich die Seele aus dem Leib. Hochemotional reagierten sämtliche Hertha-Profis, eine große Last schien von ihren Schultern zu fallen.

Dass in dieser Partie sehr viel auf dem Spiel stand, war zu erkennen. So bekamen die Fans beider Lager auch leider kein schönes Fußballspiel zu sehen. Beide Seiten erlaubten sich grobe Fehler in der Spielfeldbesetzung und im Passspiel. Die Spannung stieg im Laufe des Spiels jedoch spürbar immer mehr an und erreichte ihren Höhepunkt nach der Führung durch Hertha-Eigengewächs Jessic Ngankam in der 74. Minute.

Ganze sechs Minuten Nachspielzeit mussten dann die Spieler von Pal Dardai ertragen, um die knappe Führung zu verteidigen. Der Doppel-Pfostentreffer durch Gelsenkirchen brachte dann noch alle Herthaner*innen an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Der Abpfiff fühlte sich dann an wie eine große Erlösung. Und ausgerechnet der gebürtige Berliner und ewige Herthaner Jessic Ngankam sorgte für den vielleicht entscheidenden Treffer zum Klassenerhalt.

Spielerisch schwach – Beide Teams mit Ausfällen

Die Ausgangslage ließ kein Fußball-Feuerwerk erwarten. Mehrere Covid-19 Fälle im Königsblauen Lager sorgten für viel Aufruhr, das Spiel wurde jedoch nicht abgesagt. Trotzdem wurde die Vorbereitung beider Teams dadurch nicht leichter.

Zudem zeigte sich Hertha BSC nach vielen Spielen in kürzester Zeit sehr verletzungsgeschwächt. Zu der ohnehin langen Liste der Ausfälle gesellte sich nach der Partie am Sonntag auch Jhon Córdoba, dessen Saisonaus bekannt wurde. Zudem war klar, dass den Hertha-Profis langsam die Frische ausgehen würde. Schließlich schleppten die „Blau-Weißen“ auch noch viel mentalen Druck mit sich, und das seit der ersten Minute.

Durch die Personalsituation fanden sich auch Spieler in der Startelf wieder, die zuletzt nur wenig oder keine Spielpraxis bekamen. Mathew Leckie stand in der Startelf und fand nie wirklich in die Partie. Obwohl er sich sehr bemühte, verhielt er sich nicht positionsgetreu und spielte vogelwild, behinderte teilweise seinen eigenen Mitspieler Krzysztof Piatek.

Kampf, Leidenschaft und gute Standards

Foto: Tim Rehbein/RHR-FOTO/Pool by Hor /IMAGO

Ganz anders trat der wiedergenesene Marvin Plattenhardt auf. Dessen Standards wurden im Laufe des Spiels sehr wertvoll, nicht nur bei seiner Freistoßvorlage zum 1:1 Ausgleich, und erinnerten an die besten Zeiten unter Pal Dardai.

Allgemein war zu spüren, dass einige Spieler versuchten, spielerische Schwächen mit Kampf und Leidenschaft auszugleichen. Dedryck Boyata zum Beispiel sorgte kurz nach seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 per Aussetzer fast für eine erneute Führung für den Club aus Gelsenkirchen. Im Laufe des Spiels aber war der Belgier immer wieder in Luftzweikämpfen der einzige Sieger und hatte per Kopf eine gute Chance zum 2:1.

Besonders auch Spieler wie Lucas Tousart, Peter Pekarik und die später eingewechselten Santiago Ascacibar, Jonas Michelbrink und Jessic Ngankam warfen alles rein. Sie zeigten sich in jeder Situation bissig, bewiesen den nötigen Kampfgeist, um im Abstiegskampf die Punkte zu erzwingen. So schaffte es Hertha, gegen zugegeben erneut schwache Gelsenkirchener mit einer mäßigen Leistung am Ende durch Kampf und Geduld zu bestehen.

Über das Spiel und aktuelle Hertha-Themen haben Lukas, Marc und Alex auch in unserer neuen Podcast-Folge gesprochen!

Hertha zahlt hohen Preis – Saisonaus für Piatek

Foto: Ulrich Hufnagel / Hufnagel PR / POOL /IMAGO

Doch die „alte Dame“ musste einen hohen Preis für diese drei Punkte zahlen. Nach der bereits angesprochenen Verletzung von Córdoba steht jetzt auch das Saisonaus von Sturmpartner Piatek fest, der eine Fraktur im Sprunggelenk erlitt.

Bezeichnend für den Kampfgeist im Team ist auch, wie der Pole trotz seiner Verletzung noch wenige Minuten weiterspielte und sogar eine Großchance per Kopf hatte, bevor er mit großen Schmerzen ausgewechselt werden musste. Für ihn kam der Torschütze Jessic Ngankam in die Partie, der wohl auch eine Option für die letzten zwei Pflichtspiele von Hertha sein wird.

Nicht nur durch Verletzungen schwächte sich Hertha. Dodi Lukebakio, der sich gerade erst nach seiner Covid-19 Infektion zurückgemeldet hatte, holte sich die gelb-rote Karte und fehlt im letzten Heimspiel gegen Köln. Das erfreute seinen Trainer Pal Dardai nicht gerade: „Das war blödsinnig und unnötig, das akzeptiere ich nicht. Jetzt kommt der böse Trainer zu ihm. Irgendwann reicht es mit nett sein.“ Ebenfalls ausfallen wird Dauerläufer Vladimir Darida. Der Tscheche holte sich seine fünfte gelbe Karte ab.

Angeschlagene Hertha empfängt den 1. FC Köln

Insgesamt fehlen also Hertha Stand jetzt bereits sicher 7 Spieler für die Partie gegen den 1. FC Köln. Fraglich sind außerdem noch Marton Dardai, Sami Khedira, Matheus Cunha und Maximilian Mittelstädt. Doch ausgerechnet in wenigen Tagen steht das wichtigste Spiel an, das Hertha noch bestreiten wird.

Foto: IMAGO

Der 1. FC Köln konnte aus den letzten drei Partien sechs Punkte holen, verlor am Sonntag zwar deutlich, allerdings eher unglücklich gegen den SC Freiburg mit 1:4. Davor war eine deutliche Formsteigerung bei den Kölnern zu spüren. Besonders Spieler wie Jonas Hector und Ex-Herthaner Ondrej Duda spielten zuletzt sehr stark auf und erzielten wichtige Tore.

Anders als Hertha blieben die Rheinländer in den letzten Wochen von Verletzungen verschont und können jetzt gut erholt in die Partie am Samstag gehen. Einzig Jonas Hector ist leicht angeschlagen, soll aber auch für Samstag eine Option sein. Physisch hat also ganz klar der „Effzeh“ einen Vorteil. Doch mental hat Hertha BSC jetzt wohl die Nase vorn.

Der 1. FC Köln steht nämlich mit dem Rücken zur Wand und muss am Samstag unbedingt siegen, um den vorletzten Tabellenplatz zu verlassen. Hertha kann also grundsätzlich das 0:0 wie eine Führung verteidigen, muss allerdings aufpassen, die Offensive des Gegners nicht in Schwung kommen zu lassen.

Hertha mit letzter Kraft zum Klassenerhalt

Sicher ist Hertha BSC trotz fünf Punkten Vorsprung keineswegs. Köln empfängt am letzten Spieltag Gelsenkirchen und hat somit höchstwahrscheinlich noch drei Punkte sicher. Ein Remis am Samstag würde Hertha reichen, um Köln sicher hinter sich zu lassen und somit den direkten Abstieg zu vermeiden. Damit wäre auch fast die Relegation vermieden: durch das Duell am Wochenende zwischen Augsburg und Bremen nimmt sich die Konkurrenz Punkte weg. Durch die bessere Tordifferenz hat die „alte Dame“ auch ein Ass im Ärmel.

Die Chancen stehen jedenfalls für Hertha BSC nach dem Sieg am Mittwoch gut. Doch so gebeutelt, müde und personell angespannt wie die Hauptstädter jetzt sind, wird es gegen Köln am Samstag eine Herkulesaufgabe werden. Hertha wird nochmal alles reinwerfen müssen, um diese letzte große Aufgabe zu bestehen.

Durch die Ausfälle wird Hertha vor allem offensiv auf junge Spieler wie Ngankam und Michelbrink setzen müssen. „Die Zukunft gehört Berlin“ heißt es so schön – passend also, wenn gerade die eigenen Jugendspieler für den Klassenerhalt sorgen würden.

(Titelbild: Maik Hölter/TEAM2sportphoto/IMAGO)

Zwischen zwei Spielen – Hertha hofft auf Siegesserie

Zwischen zwei Spielen – Hertha hofft auf Siegesserie

Am liebsten hätten die Profis von Hertha BSC nach dem so erlösenden 3:0 Erfolg im Heimspiel gegen den SC Freiburg ordentlich gefeiert. Doch am nächsten Morgen ging bereits die Vorbereitung auf das nächste Spiel los. Im „Monsterprogramm“ kann man sich nun mal nicht lange mit Erfolgen oder Misserfolgen beschäftigen. Zu nah ist die nächste Herausforderung, zu wenig Zeit bleibt zwischen den Partien. Der nächste Gegner heißt Arminia Bielefeld, das Spiel am Sonntagabend könnte dabei entscheidend für das Schicksal im Abstiegskampf werden.

Komplettrotation – 9 Wechsel vor Freiburg

Anders als viele (unsere Redaktion eingeschlossen) erwartet hatten, nahm Cheftrainer Pal Dardai bereits im zweiten Nachholspiel eine (fast) komplette Rotation vor. Neun der zehn Feldspieler wurden aus der Startelf ausgewechselt. Nur Matteo Guendouzi stand wie schon gegen den FSV Mainz 05 von Beginn an auf dem Platz. Auch die gesamte Defensive wurde verändert.

Foto: Matthias Koch / IMAGO

In der Pressekonferenz vor der Partie hatte es Dardai bereits angedeutet. Einige seiner Spieler hätten noch zwei Tage nach der Partie in Mainz Muskelkater und -Schmerzen verspürt. Die zwei Wochen Trainingspause und das erste Spiel nach wenigen Trainingseinheiten hätten sich bemerkbar gemacht. Da sich Hertha im so engen Spielplan kaum Muskelverletzungen erlauben kann – auch keine leichten – ging Dardai auf Nummer sicher.

Dass es Sinn ergab, wurde bei Sami Khedira deutlich: der Weltmeister musste früher als erwartet eingewechselt werden um den schwer am Fuß verletzten Matteo Guendouzi zu ersetzen. Kurz vor Schluss musste der 34-Jährige mit einer Muskelverhärtung runter. Ähnliches hätten die Blau-Weißen bei einigen Stammspielern des Mainz-Spiels erwarten können.

Systemwechsel – von der Dreierkette zur Viererkette

Auch das System wurde für das Duell gegen die Breisgauer geändert. Hertha spielte im 4-2-3-1, mit Krzysztof Piatek als einzige Sturmspitze. Die drei zentralen Mittelfeldspieler bewegten sich dabei sehr gut, ließen sich auch in einigen Situationen auf den Außen fallen, um Vorstöße der Außenverteidiger abzusichern. Auch die Außenspieler Javairo Dilrosun und Nemanja Radonjic arbeiteten viel mit nach Hinten.

Foto: Matthias Koch / IMAGO

Dies nutzten Peter Pekarik und Jordan Torunarigha aus, besonders zu sehen war dies in der Entstehung vom 1:0. In dieser Spielsituation hatten Matteo Guendouzi und Jordan Torunarigha die Positionen getauscht. Auch beim 2:0 fand sich Peter Pekarik in Mittelstürmer-Position im gegnerischen Strafraum wieder, um die Flanke einzuköpfen.

Der SC Freiburg machte es zu Spielbeginn ähnlich wie Mainz und presste die Berliner sehr früh und sehr hoch. Anders als am Montag blieben die Spieler der „alten Dame“ aber ruhig und konzentriert. Alexander Schwolow hatte dadurch in der Anfangsphase der Partie sehr viele Ballkontakte. Auffällig war auch, dass Hertha BSC in der zentrale sehr präsent war. Viele lange Bälle in die Mitte des Platzes erreichten somit Hertha-Spieler. Besonders Vladimir Darida fiel durch herausragende Ballannahmen und -Sicherungen auf. Der Tscheche zeigte ein sehr gutes Spiel.

Optimaler Spielverlauf – Hertha mit Selbstvertrauen

Diese Präsenz im zentralen Mittelfeld stellte die Gäste vor Schwierigkeiten im Spielaufbau. Die Breisgauer kamen vor allem durch Standards und Fernschüsse zu Möglichkeiten. Die hohen Hereingaben konnten die Berliner durch Dedryck Boyata und Omar Alderete fast immer hinausköpfen.

Foto: Matthias Koch / IMAGO

Die bereits erwähnte Variabilität und Mobilität bewies Hertha auch beim 1:0, als sich Torunarigha in zentraler Position wiederfand und den Abschluss suchte. Den abgewehrten Ball konnte dann Piatek verwerten und somit seinen Fehlschuss gegen Mainz wiedergutmachen. Auch beim 2:0 war Jordan Torunarigha beteiligt. Einen clever geworfenen Ball per Einwurf konnte Santiago Ascacibar zentral behaupten. Dessen Anspiel fand Nemanja Radonjic, der sich sehenswert gegen Philipp Lienhart durchsetzte und eine schöne Flanke in die Mitte schlug. Diese verwertete Peter Pekarik per Kopfball und setzte seine verrückte Saison mit 4 Pflichtspieltoren fort.

Mit der Führung im Rücken agierten die Hertha Profis spürbar sicherer, hatten die Partie weitestgehend unter Kontrolle. Erst in der zweiten Halbzeit steigerten sich die Breisgauer. Bereits in der 48. Minute erspielten sie sich nach Standard eine Großchance. Nach und nach bauten sie noch mehr Druck auf. Herthas Trainerstab reagierte und wechselte Matheus Cunha und Jhon Cordoba ein.

Ausblick in Richtung Sonntag – Hertha mit erneuter Rotation

Diese brachten frischen Wind und neue Frische, die zu einigen Kontersituationen führten. Nemanja Radonjic hatte dadurch auch deutlich mehr Räume und war besonders in der zweiten Halbzeit viel zu sehen. Dabei konnte er sich nach gescheiterten Konterversuchen doch noch belohnen und das 3:0 per schönem Sololauf erzielen.

So waren die drei Punkte gesichert. Hertha blieb mittlerweile im fünften Spiel in Folge ungeschlagen. In zwei Nachholspielen schafften sie es, zunächst einmal den vorletzten Tabellenplatz zu verlassen und aufgrund der Tordifferenz gleich drei Teams hinter sich zu lassen.

Diese so wichtigen drei Punkte gegen Freiburg wird Hertha jedoch am Sonntagabend gegen Bielefeld veredeln müssen. Sollten sich die Spieler der „alten Dame“ auch im zweiten Heimspiel in Folge behaupten und den Sieg holen, hätten sie die direkten Abstiegsplätze fast schon sicher hinter sich gelassen.

Ein großer Vorteil in der grundsätzlich sehr schwierigen Lage der Berliner wird sein, dass Pal Dardai durch die Rotation gegen Freiburg vielen Spielern eine Pause geben konnte. Stammspieler wie Marton Dardai, Maximilian Mittelstädt und Lucas Tousart blieben 90 Minuten auf der Bank. Vizekapitän Niklas Stark, Deyovaisio Zeefuik, Matheus Cunha und Jhon Cordoba spielten nicht mehr als eine halbe Stunde. Diese Spieler werden wohl gegen Bielefeld wieder in die Stammelf rotieren.

Nicht zu unterschätzen – Arminia Bielefeld mit Stärken

Eine erneut große Rotation also soll die nötige Frische gegen körperlich sehr gut aufgestellte Bielefelder bringen. Diese haben sich unter Neutrainer Frank Kramer zuletzt stabilisiert. In den letzten fünf Spielen holten sie acht Punkte und verloren nur das letzte Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Foto: IMAGO

Spieler wie Ritsu Doan, Fabian Klos oder Andreas Voglsammer sind besonders gefährlich, defensiv bleibt Bielefeld meistens sehr stabil, steht für geschlossene Teamleistungen. Hertha-Leihgabe Arne Maier bekam mit dem neuen Trainer eine neue Chance und wurde schnell zu einer zentralen Figur des Bielefelder Spiels. Durch die Pause werden die Spieler des Aufsteigers sicherlich frisch und fit sein, was ein Vorteil gegenüber Hertha sein könnte.

Was für Hertha spricht, ist sicherlich die Bilanz der Ostwestfalen. Auswärts konnten sie diese Saison nur zwei Siege holen: im Dezember in Gelsenkirchen und im März überraschend in Leverkusen. Im Letzten Auswärtsspiel in Gladbach verloren sie sogar mit 0:5. Viele Tore schießt die Arminia auch nur selten. Nur in zwei Spielen (gegen den VfB Stuttgart und FC Bayern München) gelang ihnen mehr als zwei Treffer. Die allermeisten Spiele endeten mit einem oder keinem Treffer durch Bielefeld.

Pflichtsieg für den Klassenerhalt – Hertha hofft auf Befreiung

So oder so: ein Sieg ist für Hertha BSC am Sonntag Pflicht. Die Blau-Weißen sind trotz „Monsterspielplan“ und fehlender Frische im Aufwind und könnten mit dem zweiten Heimsieg in vier Tagen einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen. Noch halten die Spieler körperlich den Rhythmus durch und zeigen auch mentale Stärken, die sie in der Hinrunde noch schmerzlich vermissen ließen.

Foto: Matthias Koch / IMAGO

Matteo Guendouzi wird leider diese Saison nicht mehr für Hertha auflaufen können. Sami Khedira wird am Sonntag durch seine Muskelverletzung womöglich nicht zur Verfügung stehen, sollte aber eine Option für das Spiel in Gelsenkirchen werden. Vieles wird am Sonntag davon abhängen, ob sich die Form der zuletzt immer stärker werdenden Spieler auch weiter entwickelt.

Es spricht also einiges dafür, dass Hertha BSC genau im richtigen Zeitpunkt eine positive Serie starten kann. Doch dafür müsste etwas geschafft werden, was bisher in dieser Saison nie funktionierte. Hertha müsste zwei Siege in Folge holen. Immerhin: zwei Heimspiele in Folge schafften sie bereits (2:1 gegen den FC Augsburg und 3:0 gegen Bayer Leverkusen). Wenn das nochmal gelingt, ist die Katastrophen-Saison so gut wie gerettet.

(Titelbild: Matthias Koch / IMAGO)

Wie übersteht Hertha BSC das „Monsterprogramm“?

Wie übersteht Hertha BSC das „Monsterprogramm“?

Endlich war es wieder soweit: am Freitag war die Mannschaft von Hertha BSC wieder auf dem Trainingsplatz. Zwei lange Wochen in Quarantäne waren überstanden. Doch auf die Freude und die Erleichterung folgen jetzt harte Wochen: sechs wichtige Spiele in 20 Tagen. In dieser Zeit wird die Mannschaft von Pál Dárdai alles tun müssen, um wieder aus der Abstiegszone herauszukommen.

Wir versuchen, Herthas Ausgangslage vor dem „Re-Start“ am Montag zu analysieren. Dabei gehen wir nicht nur auf die „alte Dame“ ein. Wir blicken auch auf andere Teams, die eine ähnliche Situation durchmachen und gehen dabei ganz besonders auf unsere Freunde vom Karlsruher SC ein. Dabei unterstützt uns Boris (@gradinho97 bei Twitter) vom Wildpark-Bruddler-Podcast.

Quarantäne bei Hertha BSC – Muskelkater und Fanrückhalt

Gefaulenzt haben die Hertha-Profis trotz Quarantäne sicherlich nicht. Auch die Isolation schützte sie nicht vor den intensiven Einheiten von Fitnesscoach Henrik Kuchno. Das Trainerteam musste sogar nach wenigen Tagen die Intensität des Trainings anpassen, da manche Spieler über Muskelkater und sogar Muskelschmerzen klagten.

In dieser schwierigen Phase zeigte sich besonders auch der Fanrückhalt. In Form mehrerer kleineren Aktionen wie zum Beispiel die Postkarten für erkrankte Teammitglieder oder die Videobotschaften über „GemeinsamHertha“ stellten sich Fans hinter ihre Mannschaft und versprachen ihr volle Unterstützung.

Nun sind fast alle Profis zurück auf dem Platz. Am Freitag leitete Cheftrainer Pal Dardai nach überstandener Covid-19 Infektion die Trainingseinheit. Dieser brachte es auf dem Punkt: „Wir haben zuletzt viel gearbeitet auf Fahrrädern, Laufbändern und mit Thera-Bändern für Stabilisationsübungen. Aber das ist nicht der wahre Fußball. Fußballer wollen auf dem grünen Rasen arbeiten.“

Auch nach der Rückkehr im Mannschaftstraining werden die richtige Trainingsintensität, die richtigen Maßnahmen gesucht. Arne Friedrich machte sich da bei den Methoden anderer Vereine schlau, die mit einem ähnlichen Spielplan umgehen müssen. Schließlich ist Hertha nicht allein im Profifußball mit einer solchen Herausforderung. Der Karlsruher SC, SV Sandhausen oder auch Holstein Kiel mussten ebenfalls in Quarantäne.

Ein blau-weißes Beispiel – Wie ging der KSC mit der Situation um?

Ähnlich wie Arne Friedrich haben wir uns auch auf der Suche nach ähnlichen Eindrücken gemacht, um besser vorausschauen zu können. Dafür haben wir uns bei unseren Freunden aus Karlsruhe Unterstützung geholt, in Person von Boris, co-Host vom absolut hörenswerten Podcast „Die Wildpark-Bruddler„.

Ähnlich wie den Hertha-Profis ging es den Spielern vom KSC in ihrer Quarantäne: „Alle Spieler haben logischerweise ihre Trainingspläne bekommen, hinzu gab’s Spinning Räder für alle! Man versuchte, die Spieler zuhause so gut wie möglich vorzubereiten. Der ein oder andere hat zuhause mehr Platz, einen Garten oder ein eigenes „Gym“ in einem Zimmer. Untereinander gab es auch eine Core-Challenge, welche der Verein gepostet hat falls Fans die Challenge selber machen wollten.“

Foto: IMAGO Images

Eine Komplettrotation gab es auch beim KSC in den Nachholspielen bisher nicht. Nur punktuell wurde rotiert, wie uns unser Experte erzählt: „Auch aufgrund von ein paar Ausfällen musste ja rotiert werden. Wimmer kam zum Beispiel zu mehr Einsätzen, auch Gordon hat wieder gespielt.“

Die wenigen Trainingstagen und vielen Spiele scheinen der Motivation der Spieler jedenfalls nicht geschadet zu haben: „Ansonsten fanden die Spieler es nicht so schlimm, mehr zu Spielen und weniger zu trainieren. Alle waren sehr hungrig wieder auf den Platz zu kommen und zu spielen! Sah nicht so aus, als ob man sich beschwert hat. Vielleicht hat das aber auch damit zu tun, dass der Klassenerhalt Gott sei Dank schon sicher war!“

Was Hertha-Fans Mut machen kann: eine große Schwächung des Teams nach der Quarantäne war für Boris nicht erkennbar: „Ich finde, in den letzten Spielen sahen wir jetzt nicht unbedingt „schwächer“ aus! Die Jungs sind fit!“ Angesprochen auf die vielen Unentschieden seines Teams sagt uns Boris noch: „Es scheint manchmal auch so, als wäre die Luft bisschen raus gegangen nachdem die 40ger Marke geknackt wurde. Das ist aber wie gesagt Meckern auf hohem Niveau. Was wir diese Saison auf den Platz gebracht haben, hätte nach der letzten Saison niemand gedacht. Ich bin mega zufrieden mit dieser Saison, und die Mannschaft macht einfach richtig Spaß!“

Muss man Angst vorm Beispiel Dynamo Dresden haben?

Die Zwangspause scheint also keinen großen Schatten auf die Saison des KSC geworfen zu haben. Ganz anders verlief vergangene Saison die Situation für Dynamo Dresden, die am Ende in die dritte Liga absteigen mussten. Doch müssen Hertha-Fans wirklich Angst haben vor einem ähnlichen Szenario?

Die Situation von Dresden damals war deutlich kritischer. Ganze acht Spiele musste man im Dreitagesrhythmus bestreiten. Und das bereits auf dem letzten Tabellenplatz. Dynamo musste also zwei Plätze aufholen, um sich noch in die Relegation zu retten. Anders als Hertha BSC, die erst auf dem direkten Abstiegsplatz runterrutschen mussten, als sie in Quarantäne waren, war Dynamo bereits seit dem 15. Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz.

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Die Quarantäne erfolgte jedoch zum schlimmsten Zeitpunkt: der Klub aus Dresden hatte gerade zwei Siege in Folge geholt und schien im Aufschwung zu sein. In den angesprochenen acht Spielen unter Extrembedingungen nach der Quarantäne holte Dresden nur sieben Punkte. Im Durchschnitt also etwas weniger als ein Punkt pro Spiel, wobei bei so wenigen Spielen ein solcher Durchschnitt nur bedingt aussagekräftig ist.

Man kann also guter Hoffnung sein, dass es bei Hertha etwas anders läuft. Zumindest sind beide Situationen nicht 1:1 vergleichbar. Trotzdem wird es, wie uns Boris beim KSC darstellte, auch in Berlin Änderungen in der Mannschaft geben müssen, um mit der neuen Herausforderung klarzukommen.

Viele Fragezeichen bei Hertha BSC – Klarheit nur beim Torhüter

Wie diese Änderungen aussehen werden, ist schwer vorauszuschauen. Durch die erhöhte Verletzungsgefahr der Spieler bei einem so knappen Spielplan kann sich die Lage täglich verändern. Definitiv nicht zur Verfügung wird Rune Jarstein stehen, dessen auslaufender Vertrag bei Hertha BSC verlängert werden soll. Der Norweger erholt sich weiterhin von seiner schweren Covid-19-Erkrankung.

Rotation auf der Torhüter-Position sollte es also wohl bis auf Sperren oder Verletzungen nicht geben. Alexander Schwolow wird gesetzt sein, im Notfall steht der junge Nils Körber bereit. Auf allen anderen Positionen jedoch findet man einige Fragezeichen. Unklar ist zum Beispiel, wann die beiden an Covid-19 erkrankten Spieler Marvin Plattenhardt und Dodi Lukebakio wieder trainieren dürfen. Ihre Fitness wird zum Thema werden: seit ihrer Infektion galt für beide Spieler absolutes Sportverbot.

Zusätzlich gab es zuletzt Gerüchte rund um einen Abgang von Mathew Leckie. Die Polyvalenz des Australiers auf der rechten Seite wäre jedoch wertvoll, um ein wenig mehr Frische ins Berliner Spiel bringen zu können. Immerhin fanden sich wichtige Elemente wieder am Freitag im Teamtraining wieder: Kapitän Dedryck Boyata zum Beispiel.

„Monsterprogramm“ – wie ein großes Turnier bestreiten

Auch Sami Khedira wird eine Kernrolle spielen. Durch seine Erfahrung, auch mit großen Turnieren, kann er der jungen Hertha-Mannschaft einiges mitgeben. Schließlich ist dieser Dreitagesrhythmus nichts Unbekanntes für ihn. So etwas ähnliches kennt er bereits von der Europa- und Weltmeisterschaft.

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Auch dort spielen Leistungsträger nämlich in kürzester Zeit mehrere wichtige Spiele. Auch dort ist die Rotation nur limitiert und Trainingsmöglichkeiten begrenzt. Katastrophen-Szenarien sind also eher nicht angebracht. So äußerte sich Khedira nach dem Training am Freitag:

„Es wird ein Monsterprogramm werden. Da heißt es, viel und schnell regenerieren, das letzte Spiel schnell abhaken, sich auf den nächsten Gegner fokussieren, gut schlafen, viel trinken, pflegen, professionell leben. Aber wir haben so gearbeitet, dass wir das Level trotzdem halten können.“

Auch beim Weltmeister wird die körperliche Verfassung ausschlaggebend sein. Er wird ganz sicher nicht jede Partie von Beginn an bestreiten können. Doch auch seine Mitspieler auf den zentralen Positionen werden nach wenigen Spielen Schwierigkeiten haben, die nötige Frische aufzubringen.

Zentrale Achse soll bleiben – Komplettrotation utopisch

Denn wie wir bereits beim KSC festgestellt haben: eine „Komplettrotation“ von Spiel zu Spiel ist auch bei der „alten Dame“ völlig utopisch. Trotz Verletzungsrisiko ist eine stabile zentrale Achse besonders wichtig, um gerade Stabilität und Sicherheit auszustrahlen. Gerade dies gestaltet sich bei so vielen Partien in so wenig Zeit schwierig.

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Zu dieser Achse gehören nämlich nicht nur zentrale Mittelfeldspieler. Auch die Innenverteidiger und mindestens ein Zielspieler im Sturm sollten so oft wie möglich in der Startelf gleichbleiben. Nur so bilden sich Automatismen, die für Konstanz in der Leistung einer Mannschaft führen. Problematisch: abgesehen von potenziellen Verletzungen und Sperren gehören die Spieler dieser „Achse“ zu den Dauerläufer der Mannschaft. 

Besonders kritisch wird es bei den Spielern, die fast jedes Spiel über elf Kilometer rennen. Insbesondere die zentralen Mittelfeldspieler und die Innenverteidiger laufen eine unheimlich große Distanz. Dieses Laufpensum alle drei Tage zu leisten wird auch für Laufmonster wie Vladimir Darida schwierig werden. Auf dieser Position müsste also grundsätzlich jede Wechselmöglichkeit ausgeschöpft werden.

Doch gerade da sind Wechsel in engen Spielen eher riskant. Spieler wie Lucas Tousart, Niklas Stark, Vladimir Darida, Marton Dardai, Matheus Cunha und Jhon Cordoba könnten die allermeisten Partien von Beginn an bestreiten. Im Laufe der Partie werden je nach Spielstand Wechselmöglichkeiten extrem wertvoll werden. Laufstarke Spieler hat Hertha BSC schließlich genug.

Teilrotation und Wechsel – Frische einbringen, Stabilität erhalten

Wie also könnte Hertha die nötige Frische einbringen, ohne dafür die Stabilität zu opfern? Zusätzlich zu der angesprochenen zentralen Achse wird auf einzelnen Positionen eine Rotation schwierig werden. Durch die Ausfälle von Dodi Lukebakio, Marvin Plattenhardt und Luca Netz ist auf der linken Verteidigerposition sowie auf der rechten Außenbahn nicht mehr allzu viel Kaderbreite.

Einige Spieler könnten dadurch auf einer weniger beliebten Position spielen. Jordan Torunarigha wird man beispielsweise mit großer Wahrscheinlichkeit mal auf der linken Verteidigerseite spielen sehen. Deyovaisio Zeefuik könnte man auch offensiv auf dem rechten Flügel sehen. Zudem wird die Mannschaft im Spielsystem flexibel bleiben müssen.

Schließlich könnten die Blau-Weißen noch einen Vorteil haben. Spieler, die zuletzt wenig zum Zuge kamen, könnten durch die Rotation und den vielen Wechsel deutlich mehr Einsatzminuten erhalten. Spieler wie Matthew Leckie, Dedryck Boyata, Omar Alderete, Jessic Ngankam, Eduard Löwen oder auch Daishawn Redan könnten sich wieder in Form spielen und damit Hertha BSC helfen. Womöglich könnten auch Spieler wie Javairo Dilrosun und Nemanja Radonjic wieder in der Offensive eine größere Rolle spielen.

Durch ein komplettes Ausschöpfen der Wechselmöglichkeiten und ein intelligentes „Teilrotieren“ von Spiel zu Spiel kann das Trainerteam also vermeiden, dass die Leistungsträger körperlich nicht mehr mithalten. Dazu könnten einzelne Spieler die Lage nutzen, um im Team doch noch eine größere Rolle zu übernehmen. Die Möglichkeiten sind also da für Hertha.

Kämpfen und Siegen – Hertha BSC vor einer großen Schlacht

Ein erhöhtes Verletzungsrisiko wird zum Alltag der „alten Dame“ gehören, das scheint unvermeidbar. Doch zwei komplette Teams, wie zuletzt diskutiert, wird Hertha nicht brauchen. Abschließend kann man also sagen: eine gleichbleibende Startelf wird es von Spiel zu Spiel nicht geben. Ein „Kern“ der Mannschaft von etwa 14-15 Spielern wird abwechselnd immer wieder starten. Die restlichen Spieler werden durch ihre Einsätze die dringend notwendige Frische einbringen müssen.

Es kommen auf alle Spieler, Trainer und Fans hochemotionale Wochen zu. Gerade jetzt werden Rückschläge sowie Erfolge schnell wieder abgehakt werden müssen, um jeglichen Fokus auf die nächste Aufgabe setzen zu können. Dabei wird die Mannschaft von Pal Dardai nur bestehen können, wenn sie die Aufgabe als Team annimmt und solidarisch statt eigenwillig agiert.

Hertha BSC steht vor einer großen Schlacht, dessen Ausgang noch völlig offen ist. Passend dazu war die Botschaft der Hertha-Ultras auf dem Trainingsgelände: „Kämpfen und Siegen – für Hertha“. Abgestiegen ist die Mannschaft jedenfalls noch lange nicht. Dafür hat sie noch zu viel selbst in der Hand … oder auf dem Fuß.

Titelbild: IMAGO Images