Es sind einmal mehr wilde Zeiten in Berlin. Der Verein kommt kaum zur Ruhe und Fredi Bobic baut fleißig am Kader. Doch um entscheidend das Team umzubauen, müssen alte Strukturen aufgerissen und auch Mut bewiesen werden. An der Personalie des derzeit verletzten Kapitäns Dedryck Boyata wird schnell klar, dass bei Hertha BSC kein Spieler unersetzlich ist und jeder sich in der schwierigen Zeit beweisen muss. Fredi Bobic stellte deshalb zuletzt den gesamten Kader auf den Prüfstand. Sämtliche Vertragsgespräche liegen aktuell auf Eis und dabei gibt es eine ganze Menge an Spielern, deren Verträge 2022 bzw. 2023 auslaufen.
Wir haben uns mit den Kandidaten beschäftigt und wägen ab, bei wem eine Vertragsverlängerung sinnvoll wäre, wer in einer anderen Position im Verein passen würde und bei wem ein Transfer das sinnvollste wäre.
Niklas Stark – bis 2022
Niklas Stark ist einer der größten Namen im Team der Hertha. Der 1,90 Meter große Innenverteidiger ist seit 2015 dabei und absolvierte seitdem wettbewerbsübergreifend 189 Pflichtspiele für die Alte Dame. 168 davon in der Bundesliga. Er ist Führungsspieler und hinter Dedryck Boyata Vizekapitän. Der ehemalige Nürnberger ist stets Interviewpartner der Medien und Sprachrohr der Mannschaft. Unter dem ehemaligen Nationaltrainer Joachim Löw durfte er für die deutsche Nationalmannschaft debütieren.
Doch so schön das alles klingen mag, so sehr steht er auch in der Kritik. Seine Leistungen in dieser Saison sind durchwachsen. Sie schwanken zu sehr und auch die in den letzten Monaten sehr zähen Verhandlungen zeigen, dass weder die Verantwortlichen im Verein noch er selbst um jeden Preis eine Verlängerung anstreben. Auch weil der Anspruch von Niklas Stark mittlerweile einer ist, dem Hertha BSC nicht mehr gerecht werden kann. Um möglicherweise wieder Chancen zu bekommen, in der Nationalmannschaft spielen zu können, braucht er einen Verein, der regelmäßig um das europäische Geschäft spielt.
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Der Verein könnte bei einem Abgang weiter am Umbau der Hierarchie in der Mannschaft arbeiten und jüngeren Spielern, wie Marton Dardai und Linus Gechter, mehr Chancen einräumen. Sollte sich Niklas Stark in der Rückrunde nicht entscheidend entwickeln oder die Harmonie aus frühen Jugendnationalmannschaften mit Neuzugang Marc-Oliver Kempf verflogen sein, wäre eine Trennung im Sommer für alle Seiten ein sinnvoller Schritt.
Lukas Klünter – bis 2022
Im Sommer 2018 kam Lukas Klünter vom 1. FC Köln, wo er auf der rechten Abwehrseite, als einer der schnellsten Spieler der Liga, für Aufsehen sorgte. Zwei Millionen Euro zahlte Michael Preetz damals, um dem Team mehr Tempo zu verschaffen und den nach Leverkusen verkauften Mitchell Weiser zu ersetzen.
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Dreieinhalb Jahre später liest sich die Bilanz recht ernüchternd. In 49 Einsätzen in der Bundesliga bereitete er zwei Tore vor. Immer wieder bremsten ihn schwere Verletzungen aus, wie 2018 zu Beginn seines Engagements ein Muskelbündelriss oder zu Beginn der aktuellen Saison, als er sich am 4. Spieltag in Bochum an der Schulter verletzte und erst zur Rückrunde zurückkam. Seine Leistungen sind in nur seltenen Fällen eine Rechtfertigung für die Startelf.
Lukas Klünter wird dieses Jahr 26 Jahre alt und steht somit auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Wenn er das Bedürfnis hat regelmäßige Einsätze zu bekommen, sollte er sich nach einem neuen Verein umschauen. Auch um aus seiner Komfortzone zu kommen.
Kevin-Prince Boateng – bis 2022
Als gebürtiger Berliner und aus der Jugend stammender Herthaner genießt Boateng eine Sonderstellung im Verein, womit er auch gerne kokettiert. Im Sommer 2021 kam er ablösefrei nachdem sich Fredi Bobic bei ihm gemeldet hatte. Neben witzigen Social Media Content, wie Frotzeleien mit Athletik-Trainer Kuchno oder dem damaligen Union-Spieler Kruse, war er für Stimmung und Motivation zuständig. Er freundete sich mit Neuzugängen an, versuchte Davie Selke aus seinem sportlichen Tief zu helfen, motivierte beispielsweise Marco Richter vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, der prompt sehenswert das Siegtor erzielte. Zusätzlich spielt er bei jedem Spiel den Co-Trainer, gibt taktische Anweisungen und unterstützt auch dabei seine Mitspieler.
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Wenn er selbst das Spielfeld betritt, sieht man oft einen enormen Qualitätsanstieg. Er ist nicht mehr der größte Läufer, doch jede Aktion, die er am Ball hat, ist durchdacht und würde der Mannschaft riesig helfen, wären nur weitere Spieler auf seinem fußballerischen und taktischen Niveau im Team. Doch Boatengs Körper ist bei weitem nicht mehr der, den er noch vor ein paar Jahren hatte und ihn zum FC Barcelona oder Eintracht Frankfurt brachte. Von 20 möglichen Bundesligaspielen kommt er in dieser Saison auf zwölf Einsätze. Der längste Auftritt datierte vom 5. Spieltag gegen die Spvgg Fürth, als er eine Stunde durchhielt. Meistens ging es nicht über Kurzeinsätze hinaus.
Sollten sowohl Verein als auch Spieler mit der aktuellen Situation zufrieden sein, wäre eine Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr eine Option. Kevin-Prince Boateng stellt keinen Startelf-Anspruch, wäre für die Team-Chemie aber weiterhin ein Baustein. Aber egal, ob als Bundesligaspieler oder nicht, der Verein sollte sich bemühen, ihn in irgendeiner Form zu binden. Vielleicht wäre auch ein Platz im Trainerteam, wie ihn Vedad Ibisevic schon hat, möglich.
Peter Pekarik – bis 2022
Der Slowake wird im Oktober 36 Jahre alt und ist in seinem 10. Jahr für Hertha BSC. In der Zeit bestritt der Rechtsverteidiger 205 Pflichtspiele für die Berliner. 169 Spiele waren es in der Bundesliga. Nach so einer langen Zeit im Verein gilt Pekarik mittlerweile als Vereinslegende.
Nachdem er über viele Jahre seine Arbeit grundsolide verrichtete, sich nie beschwerte, wenn er für eine Weile auf der Bank Platz nehmen musste und in den letzten Jahren sogar mit Toren für Aufmerksamkeit sorgte, wirkt er zunehmend überfordert mit Gegnern, die auch nur etwas Tempo in ihrem Spiel haben. Doch es ist eher Herthas schwacher Transferausbeute in der Verteidigung zuzuschreiben, dass Pekarik bis heute immer wieder eine Alternative ist.
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Laut Fredi Bobic gilt er auch nicht als Lautsprecher im Team. Trotzdem könnte er mit seiner Erfahrung jüngeren Mitspielern weiterhelfen. Hertha braucht dringend einen starken Rechtsverteidiger für die Startelf. Peter Pekarik sollte höchstens nur noch Ersatz sein. Im Optimalfall hört der Routinier im Sommer mit seiner aktiven Karriere auf und bleibt dem Verein in einer anderen Funktion erhalten.
Der Teenager ist eine der großen Entdeckungen der Hertha in dieser Saison und ein Hoffnungsträger in den stürmischen Zeiten. Seine ersten Auftritte versprechen eine große Zukunft. Dafür braucht er Spiele, Spiele, Spiele. Diese würde er bei Bestätigung seiner Leistungen definitiv bekommen, vor allem wenn Hertha mit einer Dreierkette auflaufen sollte.
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Aktuell besitzt er noch einen Jugendvertrag, der per Option um zwei Jahre verlängert werden kann. Das Ziehen der Option gilt als sicher. Allerdings sollten die Verantwortlichen zeitnahe in Vertragsverhandlungen einsteigen, um dem Talent einen geeigneten, langfristigen Vertrag zu geben, nachdem man selbiges beim letzten Talent, Luca Netz, verschlafen hatte.
Nils-Jonathan Körber – bis 2022
In den letzten Jahren konnten sich keine Eigengewächse der Hertha auf der Torhüter-Position durchsetzen. Und danach sieht es auch weiterhin aus. Körber droht der Weg, den auch schon Dennis Smarsch und Marius Gersbeck gegangen sind. Als eigentlich große Talente auf der Torhüterposition, ohne Chance am Stammpersonal vorbeizukommen.
Körber, der in den Jahren bei Osnabrück seine Qualität zeigen konnte, kam für Hertha noch nicht einmal zum Zug. In der Hierarchie der Torhüter befindet er sich aktuell auf Platz vier hinter Alexander Schwolow, Oliver Christensen und Rune Jarstein.
Im Sommer könnte es auf der Position Bewegung geben. Schwolow steht in der Kritik und könnte den Platz als Nummer eins verlieren. Christensen gilt als starker Herausforderer. Fraglich ist, ob Jarstein nach seinen Corona-Nachwirkungen jemals wieder Bundesliga spielen kann. Wenn der Verein Körber einen gerechten Zweikampf mit Christensen ermöglichen würde, wäre eine Verlängerung denkbar.
Allerdings stehen zu viele Konjunktive rund um das Thema Torhüter bei Hertha. Eine Luftveränderung um endlich regelmäßig spielen zu können, wäre für Nils-Jonathan Körber das sinnvollste.
Ishak Belfodil – bis 2022
Der Algerier gehört zu den unterschätztesten Stürmern der Bundesliga. Das ist zumindest die Meinung von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann, unter dem Ishak Belfodil in Hoffenheim seine stärkste Saison in der Bundesliga gespielt hatte.
Zunächst wurde er als Paniktransfer abgestempelt und galt als Sinnbild für den unruhigen Transfersommer in Berlin. Fredi Bobic stattete ihn mit einem Einjahresvertrag aus. Belfodil wusste sich für das Vertrauen mit Leistung zu bedanken. Mittlerweile gilt er als einer der besten Spieler der Hertha. Die Zahlen fehlen zwar noch, aber wegzudenken aus dem Berliner Spiel ist er aktuell nicht.
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Insbesondere im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern, wie Stevan Jovetic oder Suat Serdar belebt er die Offensive der Herthaner. Eine Verlängerung um mindestens ein weiteres Jahr wäre sowohl für ihn, als auch für die Mannschaft eine schöne Sache und würde allen Beteiligten guttun.
Maximilian Mittelstädt – bis 2023
Maximilian Mittelstädt galt 2015 als großes Talent auf der linken Seite der Hertha. Pal Dardai setzte ihn damals sowohl in der Defensive als auch in der Offensive ein.
Doch die erhofften Leistungsexplosionen blieben aus und aus dem ehemaligen U-Nationalmannschaftsspieler entwickelte sich ein durchschnittlicher Bundesligaspieler. auf der linken Seite wechselte er sich praktisch ohne nennenswerten Konkurrenzkampf mit Marvin Plattenhardt ständig ab. Wettbewerbsübergreifend kommt er auf 128 Spiele für Hertha.
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Wäre Mittelstädt nicht aus der Jugend der Hertha und dadurch einen Welpenschutz genießen, wäre er wahrscheinlich schon früher auf dem Abstellgleis gewesen. Er strahlt weder nennenswerte Torgefahr aus, noch durchgehende Sicherheit in der Verteidigung.
Aber die Leistungen der letzten Wochen lassen aufhorchen und hoffen. Er scheint sich in den Monaten der Krise aus der Komfortzone begeben zu haben und zeigt mit seinem aktiveren Spielstil mehr Einsatz und Führungsstärke. Kann er diese Form in der Rückrunde bestätigen, sollte Fredi Bobic mit ihm Gespräche über eine Vertragsverlängerung führen.
Marvin Plattenhardt – bis 2023
2014 kam der Linksverteidiger vom 1. FC Nürnberg und arbeitete sich mit starken Leistungen von der 2. Mannschaft der Hertha bis in die deutsche Nationalmannschaft. 2017 gewann er mit einem aufstrebenden Team den Confederations-Cup, 2018 war er im Kader der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland. Beim ersten Gruppenspiel gegen Mexiko kam er sogar zum Einsatz.
Mittlerweile hat er 199 Pflichtspiele für Hertha BSC absolviert. Doch wie bei Maximilian Mittelstädt stagnierten seine Leistungen zum Teil über Jahre. Seit der Weltmeisterschaft 2018 ist er praktisch durchgehend im Formtief. Die Zeiten in den er einer der gefürchtetsten Freistoßschützen der Liga war und Vereine aus England zweistellige Millionenbeträge boten, sind lange vorbei.
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Er ist kein Führungsspieler und bietet der Mannschaft aktuell nichts, um sie voranzubringen. Trotz der schwachen Jahre von Hertha betonte der 30-Jährige öfter wie glücklich er in Berlin ist und dass er sich ein Karriereende bei Hertha durchaus vorstellen könnte. So sympathisch solche Aussagen sein mögen, so sehr zeugen sie auch von einer viel zu großen Komfortzone, in der sich Plattenhardt seit Jahren befindet. Für beide Seiten wäre es das Beste, sich im Sommer zu trennen.
Vladimir Darida – bis 2023
Seit seinem Wechsel vom SC Freiburg 2015 hat der Tscheche Höhen und Tiefen bei Hertha durchgemacht. Über 174 Mal lief er wettbewerbsübergreifend für Hertha BSC auf. Mal war er unumstrittener Stammspieler, mal litt er unter langfristigen Verletzungen, aktuell unter einem Formtief. Als Pferdelunge und Laufwunder hat Darida in den vergangenen Jahren einen bleibenden Eindruck hinterlassen und sogar den Bundesliga-Rekord mit den meisten Kilometern Laufleistung pro Spiel gebrochen.
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Doch trotz seines Alters und seiner langjährigen Teamzugehörigkeit ist Vladimir Darida kein Lautsprecher oder Führungsspieler, was auch Fredi Bobic schon kritisch angesprochen hatte. Bei den technischen Schwierigkeiten und der geringen Funktion für den Spielaufbau ist Darida keine Hilfe für die Startelf. Sollte sich Darida aber mit der Rolle des Ersatzspielers zufrieden geben und sich beispielsweise als eine Art Mentor um jüngere Spieler kümmern, spricht nichts dagegen, ihn bis 2023 zu behalten.
Sollte der 31-Jährige aber den Anspruch haben regelmäßig zu spielen, wäre ein Wechsel ratsam. Das Standing in der Bundesliga und im Ausland hätte er allemal. Aber auch er würde charakterlich für eine Position innerhalb des Vereins nach seiner aktiven Spielerkarriere in Frage kommen.
Stevan Jovetic – bis 2023
Sein Wechsel im letzten Sommer hat sich bezahlt gemacht. Mit fünf Toren ist er zusammen mit Marco Richter der torgefährlichste Spieler im Team. Ein großes Problem ist aktuell die daraus resultierende Abhängigkeit vom 32-jährigen Stürmer. Denn bisher konnte er in lediglich 11 der 20 Bundesligapartien mitwirken. Der Montenegriner ist extrem verletzungsanfällig.
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Doch ähnlich wie bei Ishak Belfodil und Kevin-Prince Boateng hebt sich seine Leistung vom Durchschnitt der Mannschaft ab. Ist er fit und in Form, ist er eine absolute Waffe und kann einem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Bei ihm steht man aktuell nicht unter Zeitdruck. Man sollte abwarten, wie sich seine Leistungen und der Körper in den nächsten eineinhalb Jahren entwickeln. Am Ende der nächsten Saison würde Jovetic auf die 34 Jahre zugehen.
Schön wären sowohl ein schönes Ende des Kapitels, als auch eine Verlängerung, sollte es sich für alle Beteiligten dann noch lohnen.
Davie Selke – bis 2023
Der mittlerweile 27-jährige Mittelstürmer lässt seit Jahren Bundesliganiveau vermissen. Auch die Leihe an seine alte Wirkungsstätte nach Bremen endete alles andere als erfolgreich.
In der aktuellen Saison kommt er auf wettbewerbsübergreifend 17 Einsätze, viele davon nur über wenige Minuten. Auch wenn man ihm Motivation und Einsatz nicht absprechen kann, fehlt ihm Qualität in Technik und Torabschluss. Erst zwei Saisontore sind ihm gelungen, eins davon im Pokal gegen den unterklassigen SV Meppen.
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Es ist bekannt, dass Fredi Bobic den ehemaligen U-Nationalmannschaftsspieler verkaufen möchte. Sollte nicht ein unerwarteter Qualitätsanstieg geschehen, wird das im Sommer 2022 auch geschehen.
Jonas Michelbrink – bis 2023
Mit seinen 20 Jahren gilt Jonas Michelbrink noch als Talent und genießt Welpenschutz. Bisher kam er unter Pal Dardai am Ende der Saison 2020/2021 zu zwei Kurzeinsätzen. Ansonsten spielt der Nachwuchsspieler regelmäßig für die 2. Mannschaft.
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Eine Verlängerung wäre denkbar, wenn man ihn für ein bis zwei Jahre verleihen würde, um ihm Spielpraxis zu ermöglichen. In einem Team, das kein stabiles Gerüst verfügt, dürfte er aktuell keine Chance auf Einsatzzeiten haben.
Rune Jarstein – bis 2023
Der Norweger kam in der Saison 2013/2014 zunächst als Ersatztorwart für Thomas Kraft. 2015 verdrängte er diesen und blieb über fünf Jahre Herthas unumstrittener Stammkeeper. Seine Leistungen zählten zwischenzeitlich zu den besseren der Liga.
2020 wurde er als Nummer eins von Alexander Schwolow abgelöst, den er in der Rückrunde unter den zurückgekehrten Pal Dardai wiederum verdrängte. Mit 179 Spielen für Hertha gehört er ins Regal der Torwartgrößen Christian Fiedler und Gabor Kiraly, die ebenfalls über viele Jahre das Tor in Berlin hüteten.
(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
Doch seine schwere Corona-Infektionen und die folgenden Nachwirkungen setzten ihm schwer zu und machen seit Monaten ein Comeback unmöglich. Mittlerweile befindet er sich im Aufbautraining, doch es darf bezweifelt werden, dass er jemals zu alter Form zurückkehrt.
Als mittlerweile 37-Jähriger befindet er sich im Spätherbst der Karriere. Als dritter Torhüter könnte er seinen Mitspielern den Rücken freihalten. Eine mögliche Anstellung nach seiner Karriere wurde schon häufiger besprochen. Sollten alle Beteiligten sich eine Zusammenarbeit vorstellen, wäre er 2023 ein Kandidat für den Posten des Torwarttrainers.
Das Transferfenster ist zu. Wir besprechen die letzten Aktivitäten von Hertha BSC auf dem Spielermarkt und werfen nochmal einen Blick auf das Team, welches den Abstieg verhindern soll. Wie sieht unsere Aufstellung aus? Was hätten wir uns noch gewünscht? Wir sprechen drüber.
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Diese Saison ist für Hertha BSC schon lange das, was die Fans spätestens seit dem verkorksten letzten Tag der Sommertransferperiode befürchteten – die nächste Übergangssaison.Nachdem Klublegende Pal Dárdai mangels Weiterentwicklung der Mannschaft und Einigkeit über den zu beschreitenden Weg im Herbst durch Tayfun Korkut ersetzt wurde, stabilisierte sich die Mannschaft zwar zunächst, spielt aber dennoch gegen den Abstieg.
Wie haben Korkuts Maßnahmen bisher gefruchtet? Wird die Herangehensweise durch die Winterneuzugänge noch einmal verändert? Und was bringt die Rückrunde?
Neuer Trainer, alte Probleme
Direkt nach seiner Installation etablierte Korkut sein favorisiertes 4-4-2 mit zwei Sechsern. Und schon im ersten Spiel seiner Amtszeit zeigte sich ein offensiver Spielfluss, der zuletzt unter Dárdai schmerzlich vermisst wurde. Und das lag in erster Linie am neuen „Traumduo“ am Hertha-Himmel – Stevan Jovetic und Ishak Belfodil, boulevardesk teils als „Jovedil“ betitelt, wirbelten clever umeinander herum, erspielten sich in teils sehenswerten Kombinationen Torchancen und zeigten jeweils, dass sie fußballerisch in einer anderen Liga als Herthas sonstige Offensivkräfte anzusiedeln sind.
Womit auch schon ein Problem der neuen Formation zutage tritt. Fehlt einer der beiden, zuletzt häufig Jovetic, verletzt, kann der Ersatz nicht mit dem gleichen Spielwitz und derselben Spielintelligenz aufwarten, sei es Myziane Maolida, Marco Richter oder Davie Selke.
(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Kommen aus dem Sturmduo heraus keine ernstzunehmenden Offensivimpulse, lahmt Herthas Offensivspiel sichtlich. Mangels Flügelspielern im Kader kommen über die Außen kaum einmal gefährliche Flankenläufe. Aus dem Mittelfeld kann nur eine Einzelleistung von Suat Serdar für Überraschung in der Defensivreihe des Gegners sorgen.
Und so sahen die letzten Wochen und Spiele leider wieder verdächtig nach Dárdai-Ball aus, die Offensivbemühungen waren zu ausrechenbar und ungefährlich und verliefen so im Sande. Und defensiv wurde die eigentlich vorhandene Grundstabilität von einzelnen individuellen und kollektiven Schnitzern konterkariert.
Bjørkan erzeugte bei seinen wenigen Spielminuten gegen Bayern mehr Offensivpower und belebte Herthas Angriffsbemühungen. Setzt Korkut in den nächsten Spielen vermehrt auf ihn, könnte Mittelstädt auch eine Position nach vorne rücken und als linker Mittelfeldspieler etwas mehr bewegen als die zurzeit aushelfenden Notnägel aus dem zentralen Mittelfeld wie Vladimir Darida oder Suat Serdar, der zentral dringender benötigt wird.
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Auch abseits der Bjørkan-Verpflichtung war wieder viel Bewegung im Hertha-Kader. So kamen neben dem norwegischen Linksverteidiger noch Dongjun Lee, ein 24-jähriger Rechtsaußen, sowie der Innenverteidiger Marc Oliver Kempf aus Stuttgart. Quasi positionsgetreu verließen dafür Jordan Torunarigha auf Leihbasis sowie Dennis Jastrzembski den Verein. Dazu wurden auch Deyovaisio Zeefuik und Krzysztof Piątek mit Kaufoptionen verliehen. Dem Vernehmen nach möchte Hertha auf genau diesen Positionen im Winter nochmal nachlegen und hat noch einen Rechtsverteidiger sowie einen Mittelstürmer im Visier.
Angesichts dessen liegt es nahe, dass Korkut an seinem 4-4-2 festhalten wird, wenngleich eine Umstellung auf Dreierkette mit dem vorhandenen Personal ebenfalls möglich wäre. So schickte Korkut gegen Bayern eine defensiv eingestellte Mannschaft mit Fünferkette auf das Feld, die den Tabellenführer aber auch kaum aufhalten konnte. Das etwas biedere 4-4-2 sorgt für eine stabile Defensive, bringt aber nur begrenzt Offensivgefahr mit sich.
Mit den neuen Kräften kann etwas frischer Wind in Herthas Spiel kommen. Man darf allerdings auch nicht zu viel erwarten und muss gerade bei den Verpflichtungen aus dem Ausland mit Anpassungsschwierigkeiten rechnen.
Richtungsweisende Wochen für Hertha
Hertha aber muss sofort liefern. In den nächsten beiden Spielen geht es mit Bochum und Fürth gegen die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller. Immerhin ist mit Stevan Jovetic Herthas Schlüsselspieler wieder fit.
Unabhängig der Punkteausbeute aus den beiden Partien müssen wir uns auf eine lange Saison einstellen. Mit dem Pokal-Aus ist auch die letzte Chance auf eine versöhnliche Spielzeit vertan. Es wird bis zum Ende um den Nichtabstieg gehen. Hoffnung machen da insbesondere die schlechten Leistungen der direkten Konkurrenten. Aber man darf sich nicht auf andere verlassen.
Es bleibt zu hoffen, dass aus der nächsten Übergangs- diesmal keine Untergangssaison wird.
Im Januar zeigten sich in der sportlichen Situation bei der Hertha und beim Wetter in der Hauptstadt erstaunlich viele Parallelen. Meistens grau, oft ungemütlich, nur wenige Lichtblicke. Doch, um im Bild zu bleiben, ein Sonnenstrahl zeigte sich bei den Blau-Weißen dann doch, nämlich hinten links: Maximilian Mittelstädt ist Hertha BASE-Herthaner des Monats.
Mittelstädt in einem schwachen Monat nach der Beste
Mittelstädt stand in allen vier Partien als Linksverteidiger in der Startelf, gehörte stets zu den besseren Herthanern. Besonders, dass er inzwischen regelmäßig gute Leistungen bringt und sich damit in der Startelf festgespielt zu haben scheint, beeindruckt derzeit.
Unter Pal Dardai genoss Mittelstädt gerade zu Saisonbeginn wenig Vertrauen, stand am achten Spieltag erst zum zweiten Mal in der Startelf. „Maxi mit durchweg ordentlichen Auftritten seit einigen Wochen“, findet auch Twitter-User @pearlissimus, „Konstanz kannte man von ihm vorher nicht unbedingt. Klasse, dass er einen Schritt nach vorn gemacht zu haben scheint.“
Mittelstädt hat sich in vielen Bereichen verbessert
Lobende Worte erhält Mittelstädt auch von @welshgreeny: „Was ich besonders interessant finde, ist die Tatsache, dass viele, mich eingeschlossen, ihn letztes Jahr um diese Zeit häufig kritisiert haben, einfach, weil sein Defensivverhalten wirklich nicht gut war. An dieser Stelle muss einfach gesagt werden, dass Maxi in diesem Jahr einen riesigen Sprung getan hat und seine Leistungen sich ordentlich gesteigert haben.“
Diese Steigerung drückt sich auch in Zahlen aus. Drei abgefangene Bälle liefert Mittelstädt in dieser Saison pro 90 Minuten in der Liga, dem gegenüber standen in der Vorsaison 2,6. Besonders im Vergleich zu Konkurrent Marvin Plattenhardt zeigt sich „Mittis“ Stärke, denn der kommt hier nur auf einen Wert von 0,93/90 Min.
(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Eine weitere deutliche Steigerung zeigt Mittelstädt bei angekommenen Pässen unter Druck. 9,75 bringt Mittelstädt in dieser Saison pro 90 Minuten, in der vergangenen Spielzeit waren es 7,61. In dieser Statistik zählt Mittelstädt zu den besten fünf Prozent der Außenverteidiger in der Bundesliga.
Ebenfalls zu den Top-Außenverteidigern der Liga zählt Mittelstädt, was das Ausüben von Drucksituationen mit unmittelbarem Ballgewinn angeht. Sechs pro 90 Minuten erreicht Mittelstädt, letzte Saison waren es noch 4,91. „Ich hoffe er macht so weiter, denn so macht er Spaß!“, wünscht sich deshalb vermutlich nicht nur @7V3X_. „Mitti hat sich wirklich positiv entwickelt. Das macht Hoffnung.“, findet @KriszioSven.
Mittelstädt durch Bjørkan motiviert?
„Da hat der Björkan-Transfer Wirkung gezeigt, bevor der überhaupt zu uns gestoßen ist“, glaubt @belapsr. In der Tat hat Hertha auf Mittelstädts Position mit Fredrik Andre Björkan zur Rückrunde eine weitere Alternative. Verstecken muss sich Mittelstädt aber vor keinem mehr.
Zu Saisonbeginn wurden ihm Plattenhardt und Dennis Jastrzembski (inzwischen bei Slask Breslau) oft vorgezogen, doch Mittelstädt hat sich durchgesetzt und unterstrichen, dass er auch diesen Konkurrenzkampf annehmen kann und derzeit kein Interesse daran hat, seinen Stammplatz wieder abzugeben.
Wir besprechen die Niederlage gegen den FC Bayern München, müssen aber auch über den Besuch der Ultras beim Training der Mannschaft reden und es gib ein Update zu Demirovic. Ach ja, und Lukas meinte “Playoff-Wochenende”, aber sein Mund wollte das nicht sagen. 😉
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Eine in allen Belangen negative und leider auch denkwürdige Woche der Hertha geht mit einer deutlichen 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern München zu Ende. Nach dem Ausscheiden im Pokal gegen den Lokalrivalen aus Köpenick und einer lautstarken Aussprache mit Teilen der Fanszene stand das Spiel gegen den Rekordmeister im Zeichen des Engagements und der Schadensbegrenzung.
Gegen die Münchner wählte Trainer Tayfun Korkut eine deutlich defensivere Variante als zuletzt und stellte sein System auf ein 5-3-2 um. Aufgrund des Fehlens von Niklas Stark, der schon im Derby angeschlagen den Platz verlassen musste, rückte Marton Dardai in die Startelf. Es war der erste Auftritt, den das Hertha-Eigengewächs unter Tayfun Korkut bekam. Zusammen mit Kapitän Dedryck Boyata und dem Startelf-Debütanten Linus Gechter stellte er die Innenverteidigung. Peter Pekarik und Maximilian Mittelstädt kümmerten sich, wie zuletzt regelmäßig, um die Außenverteidigung. Vladimir Darida, Lucas Tousart und Suat Serdar sollten die Mitte dicht machen. Myziane Maolida und Ishak Belfodil waren die anzuspielenden Akteure im Sturm.
Wir schauen auf hoffnungsvolle Entwicklungen, ein Spiegelbild der Saison und das was der Hertha in der Offensive fehlt.
Maximilian Mittelstädt: Eine erkennbare Entwicklung
Maximilian Mittelstädt hatte zuletzt sämtliche Spiele über die volle Distanz bestreiten dürfen. So war es nach den zuletzt zu kräftezehrenden Wochen ihm zugestanden, dass er die letzte halbe Stunde des Spiels von der Bank aus betrachten durfte. Mit Frederik Andre Bjørkan ist seit neuestem nicht nur ein Konkurrent, sondern zunächst einmal eine sinnvolle Entlastung für den ehemaligen Juniorenspieler der Hertha, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive vorhanden.
Mittelstädt machte da weiter, wo er gegen Union Berlin aufgehört hatte. Er beackerte seine linke Seite, hatte aber mit Serge Gnabry allerlei zu tun und seine Schwierigkeiten. Er gewann nur drei seiner zehn Zweikämpfe. Beim 0:1 konnten er und Marton Dardai Corentin Tolisso nicht entscheidend am Abschluss hindern. Auch wenn man hier ganz klar Peter Pekarik in die Kritik nehmen muss, der exemplarisch in dieser Situation seine Probleme mit Robert Lewandowski und dem flankenden Kingsley Coman hatte.
(Photo by Maja Hitij/Getty Images)
Trotzdem konnte auch er seinen Stempel der Abwehr aufdrücken und machte es gerade Robert Lewandowski im Abwehrverbund nicht leicht. Drei Aktionen konnte er klären und im Verlaufe der Partie traute er sich zu drei Dribblings, von denen zwei gelingen sollten. In der 52. Minute hätte er seine durchaus engagierte Leistung mit einem Assist krönen können, doch Vladimir Darida konnte die Riesenchance zum Anschlusstreffer nach feiner Flanke von links nicht nutzen und setzte das Spielgerät aus kürzester Entfernung am Pfosten vorbei.
Maximilian Mittelstädt selbst, der mit 42 Ballaktionen wieder einen recht hohen Anteil am Spiel der Hertha hatte, hat in den letzten Wochen, so scheint es, eine Entwicklung durchgemacht. Der Welpenschutz ist vorbei und der Status als Eigengewächs der Hertha hilft nicht mehr viel. Auch wenn seine fußballerischen Qualitäten auf einem höheren Niveau limitiert sind, entwickelt er sich mehr und mehr zum Kämpfer des Teams und versteckt sich nicht mehr hinter anderen vermeintlichen Leitwölfen.
Linus Gechter: Solides Startelfdebüt
Der 17-jährige Linus Gechter hätte sich sicherlich angenehmere Gegner vorstellen können für seine ersten kompletten 90 Minuten Bundesliga-Fußball. Aber wie es jeder aus dem beruflichen Alltag kennt, ist ins kalte Wasser geworfen zu werfen, meist die beste Feuerprobe.
Im Dreiergespann mit Boyata und Dardai war ihm anzumerken, dass ihm der gemeinsame Auftritt in der Verteidigung Sicherheit verschaffte. Er konnte zwar bei keinem der Gegentore großartig eingreifen, vielleicht hätte er in der ein oder anderen Aktion Boyata unterstützen können. Er selbst war 47 Mal am Ball, was vor allem dem vorsichtigen Aufbauspiel der Hertha zuzuschreiben war. 64 Prozent seiner Pässe brachte er an den Mann, 15 Mal versuchte sich Gechter mit langen Bällen, nur vier kamen an. Diese Bälle waren meistens die letzte Möglichkeit, sich aus dem Pressing der Bayern zu befreien. Fünf Klärungsaktionen kamen hinzu.
(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
Dabei war seine Rettungstat auf der Linie in der 77. Minute nach einem feinen Lupfer von Serge Gnabry die spektakulärste. Auch der Offensive konnte er nochmal helfen, auch wenn die Aktion schon geklärt zu sein schien. In der 80. Spielminute wollte er mit einem langen Ball Stevan Jovetic und Jurgen Ekkelenkamp in Szene setzen. Verteidiger Dayot Upamecano bekam zwar den Ball, ermöglichte durch seinen schwachen Rückpass auf Manuel Neuer aber den Ehrentreffer.
Kurzum, Gechter macht seine Arbeit grundsolide und durfte nach dem Spiel sogar zum Interview antreten.
Alexander Schwolow: Ein Spiegelbild
Torhüter Alexander Schwolow hat es nicht leicht in Berlin. Immer wieder steht er in der Kritik und das auch oft zurecht. Doch in den letzten Wochen schienen sich seine Leistungen gefestigt zu haben. Gegen den VfL Wolfsburg zeigte er eine hervorragende Leistung, blieb sogar ohne Gegentor, im Derby konnte er auch immerhin zwei bis drei Großchancen vereiteln und bei den Gegentoren herzlich wenig eingreifen.
Das Spiel gegen die Bayern war seine nächste Chance, sich auszuzeichnen. Und das gelang ihm auch zunächst. Der Keeper bekam auch einiges zu tun, er wurde zu 14 Paraden gezwungen. Weltklasse waren dabei seine Aktionen gegen Lewandowskis Hackenabschluss in der 20. Minute und in der 36. Minute nach dem der Pole freistehend flach abschloss. Auch bei Distanzschüssen konnte er sich auszeichnen, wie in der 10. Minute gegen Kingsley Coman und Leroy Sané in der 47. Minute.
(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
Natürlich hatte er bei mehreren Aktionen gegen Thomas Müller auch ein wenig Glück, dass diesem das nötige Zielwasser fehlte, doch es schien so, als würde Schwolow ein weiteres hervorragendes Spiel abliefern. Zusätzlich war er 64 Mal am Ball und oft gesuchte Anspielperson im Spielaufbau bzw. der Ballsicherung. Doch den positiven Eindruck machte er selbst zunichte. Seinen viel zu kurzen Pass auf Linus Gechter wusste der wache Leroy Sané eiskalt auszunutzen, um auf 0:3 zu erhöhen. Sehr bitter und bezeichnend für die Hertha in diesen Tagen.
Eine engagierte Leistung und am Ende doch wieder ein brachialer Patzer. Und mittlerweile geschieht dies fast wöchentlich. Im Endeffekt war Schwolow nur ein Spiegelbild der gesamten Mannschaft in den letzten Wochen.
Ishak Belfodil, Jurgen Ekkelenkamp und Stevan Jovetic: Fit und in Form offensive Waffen
Er hat es mal wieder getan. Das dritte Saisontor Jurgen Ekkelenkamps und damit das dritte Tor als Joker des jungen Niederländers. Wie schon bei seinen ersten beiden Toren in der Hinrunde gegen Fürth und Frankfurt brauchte er kaum Eingewöhnungszeit und erzielte mit seiner ersten Aktion einen Treffer.
Sobald die beiden Spieler auf dem Feld stehen und im Fall von Stevan Jovetic mit Ishak Belfodil, der ein weiteres Mal einer der gefährlichsten und spielstärksten Spieler der Mannschaft war, harmonieren, ist in Herthas Offensive ein erheblicher Qualitätsanstieg zu bemerken. Ishak Belfodil hatte in der 21. Minute die Möglichkeit per Kopf den Führungstreffer zu erzielen, leitete in der 52. Minute die Großchance Daridas ein und bewies immer wieder seine technischen Fähigkeiten.
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Doch der besagte Qualitätsanstieg konnte im Endeffekt den Bayern nicht genug anhaben und war auch nur punktuell zu sehen. Zusätzlich fehlt der Mannschaft im Abschluss das nötige Glück. Im Abstiegskampf ist das zu wenig.
Fazit: Die Woche dringend abhaken und die Pause nutzen
Das Spiel gegen den FC Bayern München war ein Bonusspiel und offenbarte einen Klassenunterschied. Das 1:4 hätte durchaus noch höher ausfallen können, im Endeffekt kann man sich bei Torhüter Schwolow bedanken, dass nicht noch weitere Gegentore das sowieso schon sehr schwache Torverhältnis verschlechtern.
Die Mannschaft, das Trainerteam und die Vereinsführung müssen diese schwarze Woche dringend abhaken. Probleme mit den Fans, die Derby-Niederlage und die Situation in der Liga, nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen, stellen den Verein und das Team vor eine große Herausforderung. Man muss hoffen, dass der Schaden der letzten Tage nicht einen weiteren Tiefpunkt darstellt, sondern den endgültigen. Denn sollte es noch schlimmer um Hertha BSC werden, kann es zur unaufhaltsamen Abwärtsspirale führen.
Die Länderspielpause kann der Alten Dame guttun, um etwas zur Ruhe zu kommen und danach sich auf die wichtigen Spiele im Abstiegskampf vorzubereiten.
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