Drei Thesen zu: Greuther Fürth – Hertha BSC

Drei Thesen zu: Greuther Fürth – Hertha BSC

Gegen den VfL Bochum konnten Fans von Hertha BSC eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den Auftritten der Wochen zuvor begutachten. Doch drei Punkte konnten wieder einmal nicht über die Zeit gebracht werden. Der Druck im Abstiegskampf ist damit alles andere als kleiner geworden. Mit Fürth scheint nun ein dankbarer Gegner zu kommen, liegen die Bayern doch seit Beginn der Saison abgeschlagen auf dem letzten Platz in der Bundesligatabelle. Doch auch die Fürther konnten in den letzten Wochen mit ansprechenden Leistungen punkten. Währenddessen hat Tayfun Korkut alle Hände voll mit Personalproblemen in der Verteidigung zu tun.

Wie gegen Bochum: Hertha brilliert in der ersten Halbzeit

Die erste Halbzeit gegen den Gegner aus Nordrhein-Westfalen war aus Sicht vieler Hertha-Fans die wohl beste Leistung in dieser Saison. Es gibt keinen großen Grund für Tayfun Korkut umzustellen, auch wenn ein Einsatz von Suat Serdar an Stelle Jurgen Ekkelenkamps denkbar erscheint. Die Taktik wird dieselbe wie letzte Woche sein. Offensivpower, viel Kombinationsspiel, viele Abschlüsse und darauf hoffen, dass Stevan Jovetic und Ishak Belfodil einen guten Tag erwischen.

Hertha Fürth
(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Die Fürther werden der Berliner Wucht in den ersten Minuten nur wenig entgegenzusetzen haben. Hertha wird zeigen, dass man mit der Tabellenregion Fürths rein gar nichts zu tun haben möchte. Doch anders als gegen Bochum sollte dringend mindestens ein zweites Tor erzielt werden, denn …

Fürth trifft und Hertha muss kämpfen

Voraussichtlich muss Tayfun Korkut aufgrund der Lage um verletzte und erkrankte Spieler die Abwehr umstellen und dabei möglicherweise sogar auf Akteure zurückgreifen, die zuletzt weit entfernt von einem Einsatz waren. Marvin Plattenhardt könnte sogar eine Option sein, obwohl er zuletzt nicht einmal mehr im Kader stand.

Die zusammengewürfelte Verteidigung wird mit dem Fürther Angriff ihre Probleme haben und viel Unterstützung vom defensiven Mittelfeld erhalten müssen, um einigermaßen stabil zu sein. Das gelingt zwar die meiste Zeit, doch nicht durchgehend.

(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

Fürth wird vor allem in der zweiten Halbzeit kämpfen und Chancen erarbeiten. Ein Tor wird ihnen gelingen und bis zum Schluss muss Hertha um einen Sieg zittern.

Alexander Schwolow ist wieder in Form

Der in den letzten Wochen und Monaten schwer kritisierte Torhüter, der sich viele Fehler leistete, erwischt einen guten Tag und wird gegen Fürth fehlerfrei bleiben und das Gewitter gegen ihn zumindest temporär wieder etwas beruhigen. Wie gegen Bayern München, als er neben seinem großen Fehler vor Sanés Tor ganze 14 Paraden sammeln konnte, zeigt er auch in diesem Spiel, dass er auf der Linie in der Lage ist, gute Leistungen zu zeigen.

Hertha Fürth
(Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Schwolow hilft dem Team im Spiel zu bleiben und rettet der Mannschaft einen Sieg. Seine Aufgabe wird es sein, diese Leistung in den nächsten Wochen zu bestätigen.

(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

Hertha BSC in Fürth unter Druck: Ein Sieg ist alternativlos

Hertha BSC in Fürth unter Druck: Ein Sieg ist alternativlos

Die Bundesliga-Rückrunde für Hertha startete ähnlich enttäuschend wie schon die Hinrunde und so stand die Mannschaft letzte Woche wieder stärker unter Druck mit der Erwartung zweier Pflichtsiege gegen die Aufsteiger Bochum und Fürth. Doch die Bochumer stehen mittlerweile vor unserer Hertha und haben sich im Mittelfeld der Tabelle festgesetzt. Hertha startete zwar gut in die Partie und ging in Führung, doch am Ende reichte es nur für ein Unentschieden. Folglich konnte das Polster zu den Abstiegsrängen nicht ausgeweitet werden und der Abstand zum Relegationsplatz beträgt aktuell nur noch einen Punkt. Um so wichtiger, dass die Jungs in Blau-Weiß am Samstag gegen den Tabellenletzten drei Punkte mit nach Berlin nehmen.

„Die Tabelle interessiert mich nicht“

Ein Blick auf die Tabelle zeigt normalerweise klare Verhältnisse auf. Hertha hat mit 23 Punkten mehr als doppelt so viele wie Fürth. Aber Tayfun Korkut interessiert das nicht. Und zwar aus gutem Grund. Die Franken haben die letzten vier Heimspiele nicht verloren und konnten dabei jeweils zwei Siege und Unentschieden verbuchen.

Darüber hinaus merkte unser Trainer zu Recht an, sich nicht vom Ergebnis der 1:4-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg täuschen zu lassen, denn der Tabellenletzte kassierte unglücklich Gegentore und setzte auch nach vorne einige Nadelstiche. Sie haben sich offensichtlich an das Tempo der Bundesliga gewöhnt. Ein Grund mehr für Korkut, der Mannschaft noch mal klarzumachen, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Eine Devise, die sich bei unserem Trainer als prägendes Merkmal seines Stils bemerkbar macht.

Hertha Fürth
(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Mit einem gut aufgestellten Underdog rechnen und nach einer bisher sieglosen Rückrunde die eigenen Stärken zeigen – eine durchaus schwierige Aufgabe. Doch laut Korkut war die Trainingswoche wieder gut und kein Spieler hat nachgelassen. Auch die „Verbannten“ Marco Richter, Suat Serdar und Marvin Plattenhardt haben gut mittrainiert. Für unseren Trainer ist die gute Trainingswoche Grund genug, optimistisch zu sein. Wichtig sei es jetzt nur, die gute Leistung im Training endlich in Siege umzumünzen. Ein Versprechen gab es deshalb noch: Wie werden am Samstag die drei Punkte mitnehmen.

Personal: In der Innenverteidigung wird es knapp  

Ein Blick auf das Personal lässt besonders zwei Problemstellen hervorrufen. Während mit Rune Jarstein, Oliver Christensen und Nils Körber alle Ersatztorhüter ausfallen, ist auch die Innenverteidigung aktuell ziemlich dünn besetzt. Nachdem Kapitän Dedryck Boyata schon gegen Bochum verletzt ausfiel und weiter fehlt, verletzte Marton sich Dardai am Sprunggelenk und Neuzugang Marc Oliver Kempf wurde unter der Woche positiv auf Corona getestet.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Laut Korkut hat dieser auch Symptome und so besteht zwar die Möglichkeit, ihn am Samstag freizutesten, allerdings zweifelte Korkut hier zu Recht die Sinnhaftigkeit eines Einsatzes an. Oberste Priorität ist, dass es dem Spieler gut geht. Sollte er sich gut fühlen und der Test am Samstag fällt negativ aus, müsste Kempf sich immer noch der routinemäßigen kardiologischen Untersuchung nach einer Infektion unterziehen und die Reise ins Frankenland antreten. Ein Ausfall gilt deshalb als sehr wahrscheinlich.

Interessant war außerdem Korkuts Antwort auf die Frage nach Alternativen in der Innenverteidigung. Durch die Leihe von Torunarigha nach Gent bleiben mit Stark und Gechter nur noch zwei nominelle Innenverteidiger im Kader. Ein riskantes Spiel, das der Trainer nicht mit Alternativen aus der U23, sondern Lucas Tousart und Plattenhardt als Back-Ups lösen möchte. Im Hinblick auf die ohnehin schon wackelige Defensive und fehlende Zweikampfstärke auf dem Boden und in der Luft eine durchaus bemerkenswerte Entscheidung. Drücken wir also die Daumen, dass Linus Gechter und Niklas Stark standhaft und fit bleiben.


Nach dem Unentschieden gegen Bochum ist Hertha in Fürth zum Siegen verdammt. Auf welche Duelle es am Samstag ankommt, erfahrt ihr hier.


Von Schwolow bis Lee: Fakten und Fragen zu einzelnen Spielern

Im Zuge der Fragerunde war auch unser zuletzt fehleranfällige Torhüter Alexander Schwolow Thema. Die üblichen Fragen zum Umgang der Verantwortlichen und seiner Reaktion auf die zuletzt häufigen Fehler wurden gestellt. Sowohl Korkut als auch Friedrich hatten hier klare Antworten. Trainer Korkut ist der Ansicht, Spielern in schwierigen Phasen auch Ruhe zu geben und den Raum für eigene Gedanken zu lassen. Angesichts der Erfahrung Schwolows könnte das in der aktuellen Situation der richtige Ansatz sein. Laut Friedrich arbeitet der Torhüter ununterbrochen an sich selbst und ist nach dem Training oft noch für Extraschichten im Kraftraum. Beide sind sich aber am Ende sicher: wir werden am Samstag einen gut aufgelegten “Schwolli” im Kasten erleben.

Neben unseren Torhüter waren auch Jurgen Ekkelenkamp, Serdar und Neuzugang Dongjun Lee Thema. Ekkelenkamp, der zuletzt mehr Spielpraxis bekam, macht nach Ansicht von Korkut und Friedrich eine gute Entwicklung. Wichtig sei es hier, dem Niederländer genug Zeit zu geben und möglichst wenig Druck zu machen. Ob er gegen Fürth wieder starten wird, bleibt abzuwarten. Die Fitness würde es zulassen, denn nachdem er am Mittwoch aufgrund eines Schlages auf den Knöchel das Training abbrechen musste, konnte er gestern wieder voll mitttrainieren. Im Hinspiel kam Ekkelenkamp von der Bank und erzielte seinen ersten Bundesliga-Treffer.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Ein Einsatz von Ekkelenkamp wird auch von Suat Serdar abhängen. Für viele ist der Mittelfeldspieler bisher der wertvollste Herthaner, doch gegen Bochum saß unser Neuzugang aus Schalke überraschend auf der Bank. Korkut ließ durchblicken, dass er zwar gut trainiert habe, machte seinen Einsatz aber von der Trainingsleistung aller Anwärter am Freitag abhängig.

Außerdem war auch diese Woche einer unser jüngsten Neuzugänge Lee Thema der Pressekonferenz. Laut den Verantwortlichen wurde Lee besonders gut in der Mannschaft aufgenommen. Ohne Dolmetscher und mit Gestik, Englisch und Hilfe seiner Mitspieler werden auch besonders komplizierte Spielformen schnell verständlich gemacht. Darüber hinaus hat der Verein einen Externen Helfer gefunden, der Lee bei Eingewöhnung und Kennenlernen der Stadt helfen wird. Man ist insgesamt guter Dinge, gibt aber auch dem Südkoreaner die nötige Zeit.

Wie spielt Hertha am Samstag in Fürth?

Zwar wollte Korkut keine genauen Angaben zu Startelf machen, dennoch sind aufgrund des dünnen Kaders einige Positionen eindeutig. Schwolow genießt weiter volles Vertrauen. Spielt die Mannschaft wieder im gewohnten 4-2-2-2, stellt sich besonders die Frage, ob Mittelstädt seinen Platz im Mittelfeld oder Abwehr finden wird. Die Innenverteidigung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Stark und Gechter bestehen. Serdar oder Ekkelenkamp? Auch diese Frage steht offen. Dennoch glauben wir, dass Korkut folgende Spieler auf den Platz schicken könnte:

Hertha Fürth

Der Druck ist groß. Ein Sieg wäre enorm wichtig, um für die kommenden Spiele keine Unruhe im Verein zu kreieren. Korkut und Friedrich sind wie immer zuversichtlich. Hoffen wir, dass sich dies am Samstag auch bestätigt.

(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

SpVgg Greuther Fürth gegen Hertha BSC: Drei Schlüsselduelle

SpVgg Greuther Fürth gegen Hertha BSC: Drei Schlüsselduelle

Am Samstag sind die Berliner zu Gast in Greuther Fürth. Nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen den VfL Bochum, werden dringend drei Punkte gegen den Aufsteiger benötigt. Wie das gelingen kann und auf welche Duelle es ankommt, erfahrt ihr hier.

Das Duell der Torhüter: Schwolow gegen Linde

Gegen den VfL Bochum ist es zum wiederholten Male in dieser Saison passiert: Hertha-Keeper Alexander Schwolow patzte und wehrte in der 48. Spielminute einen Schuss von Jürgen Locadia schwach ab – und genau in die Füße von VfL-Stürmer Sebastian Polter. Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Schwolow durch eigene Fehler auffiel.

Schrieb man in der vergangenen Saison noch fehlendes Torwartglück zu, weil viele Bälle einfach schwer kamen oder 60/40-Schüsse waren, die er zwar hätte halten können, nicht aber muss, sieht es in dieser Saison anders aus. Die Hertha-Gemeinschaft scheint sich auch einig zu sein und wünscht sich einen Wechsel zwischen den Pfosten. Doch daraus wird zumindest gegen Greuther Fürth erst einmal nichts.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Rune Jarstein, rehabilitiert derzeit nach einer Knie-OP und hatte lange mit den Folgen einer Corona-Erkrankung zu kämpfen, kommt für das Spiel nicht in Frage. Auch Neuverpflichtung Oliver Christensen fällt wegen muskulärer Probleme aus. Einmal mehr also, wird Alexander Schwolow das blau-weiße Tor hüten müssen.

Aber auch bei Fürth bahn sich ein Torwartwechsel an. So patzte Ex-Herthanr Sascha Burchert vor dem 1:2 und war maßgeblich an dem Gegentreffer beteiligt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Neuzugang Andreas Linde gegen die Hertha im Tor stehen wird.

Entscheidend wird also sein, wer seine Abwehr besser im Griff hat – und im Falle Schwolows, ob er sich selbst im Griff hat und eine fehlerfreie Leistung zeigen kann.


In unserem Podcast haben wir eine Torhüter-Diskussion geführt. Ist Schwolow noch die richtige Nummer eins? Könnte Christensen ihn bereits beerben? Muss man auch auf Torwarttrainer Menger blicken? Hört gerne rein!


Belfodil – tankt er Hertha zum Sieg?

Vor der Saison hätte vermutlich kaum einer gedacht, wie stark sich Ishak Belfodil bei der Hertha präsentieren würde. An nahezu jedem Angriff der Herthaner ist er beteiligt – ob im Zusammenspiel mit Zauberfuß Suat Serdar oder als Abnehmer von Stevan Jovetics Pässen und Flanken.

Fürth
(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

Nach vier Gegentoren gegen den VfL Wolfsburg wird es für die angeknackste Abwehr von Fürth also darauf ankommen, vor allem Ishak Belfodil in den Griff zu bekommen. In 15 Einsätzen traf er bisher zwei Mal und legte zwei weitere Tore auf – er wird großes Interesse daran haben, sein Konto gegen Fürth aufzustocken.

Gegen Hertha wartet ein Dreiersturm – steht die Abwehr?

Gegen Bochum präsentierte sich Neu-Herthaner Marc Oliver Kempf mit einer soliden Leistung an der Seite von Niklas Stark. Inzwischen ist aber klar: Kempf hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Somit muss die Hertha-Defensive erneut durchgewirbelt werden – wie so oft in dieser Saison.

Mit Dedryck Boyata und Marton Dardai fehlen zwei weitere Innenverteidiger. Korkut hat sich auf der Pressekonferenz bereits auf Linus Gechter als Kempf-Ersatz festgelegt. In seinen bisherigen fünf Spielen machte es der 17-Jährige meist gut. Doch gegen Greuther Fürth muss sich die Defensive auf einen Dreiersturm einstellen – das verlangt von den Verteidigern viel taktische Disziplin.

(Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Zwar ist Greuther Führt nicht für ihr Offensivspiel bekannt, doch bedeuten drei Stürmer immer, dass zu jeder Zeit einer, zwei, gar alle drei, tiefe Läufe gehen und in den Strafraum eindringen können. Gleichsam könnten alle drei auch als „Sturmtanks“ fungieren und sich als spieleinleitende Stürmer bis zur Mittellinie zurückfallen lassen. Hier wird entscheidend sein, wie die Hertha-Verteidiger samt des Mittelfelds mit den drei Stürmern umgehen werden – und ob Herthas Defensive sie händeln können.

(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

Podcast #179 Hertha, warum nicht?

Podcast #179 Hertha, warum nicht?

Nach einer begeisternden ersten Halbzeit und einer Führung, reicht gegen den Vfl Bochum doch nur zu einem 1:1 Unentschieden. Wir sprechen darüber, wie es dazu kommen konnte diskutieren über alles andere, was in dieser Woche bei Hertha BSC los war. 

Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns über eure Kommentare.

Teilt den Podcast gerne mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.

#hahohe #podcast #herthabsc #bundesliga #herthabase

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(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Herthaner im Fokus: Minischritt für Minischritt

Herthaner im Fokus: Minischritt für Minischritt

Das Glück ist des Tüchtigen. Nach dem Spiel gegen den VfL Bochum konnten sich Fans von Hertha BSC mal wieder tief im Phrasendreschen ausprobieren. Vorangegangen war eine Mannschaftsleistung, die ob der grundverschiedenen Halbzeiten kaum zu erklären war. Auf eine der besten Halbzeitleistungen der letzten Wochen oder gar Saison folgte eine ziemlich ernüchternde zweite Hälfte gegen den Aufsteiger, die wie ein Schritt zurück wirkte.

Trainer Tayfun Korkut rotierte kräftig gegenüber der Niederlage gegen den FC Bayern München vor zwei Wochen. Zunächst stellte er das System zurück auf das alte 4-2-2-2. Die Innenverteidigung bildeten wie zu erwarten Neuzugang Marc Oliver Kempf und Kapitän Niklas Stark. Santiago Ascacibar und Vladimir Darida waren für die Zentrale zuständig, während Jurgen Ekkelenkamp und Myziane Maolida auf den Außen wirkten. Im Doppelsturm fanden sich Ishak Belfodil und Stevan Jovetic wieder. Dementsprechend brachte Korkut fünf neue Spieler im Vergleich zum Spiel gegen die Bayern.

Wir schauen heute auf die Neuzugänge, den Sturm, was sich für Alternativen gefunden zu haben scheinen und welche alten Probleme der Mannschaft immer und immer wieder das Genick brechen.

Marc Oliver Kempf: Niklas Starks gesuchter Partner

Tayfun Korkut hat mal wieder das getan, was er am liebsten tut. Ein Pärchen gebildet. Nämlich aus Neuzugang Marc Oliver Kempf und dem gestrigen Mannschaftskapitän Niklas Stark. Die rohen Zahlen des Innenverteidigers, der vor nicht einmal zwei Wochen vom VfB Stuttgart nach Berlin kam, lesen sich eigentlich eher mittelmäßig. 19 seiner 47 Pässe kamen nicht beim Mitspieler an, seine Zweikampfquote von 56 Prozent ist ausbaufähig.

Doch ordnet man diese Zahlen ein, lässt sich ein durchaus gelungenes Debüt sehen. Er konnte drei Aktionen klären und zweimal seine Gegner abfangen. Gerade in der ersten Halbzeit hatten er und Niklas Stark die Offensive der Bochumer gut im Griff, ließen nur sehr wenig zu.

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(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Die Kommunikation in der Verteidigung war höher als in den letzten Spielen. Kempf koordinierte zusammen mit Stark die Defensive und zeigte, dass er ein routinierter Bundesliga-Verteidiger ist. Er klärte etliche Bälle, die die Bochumer mit langen hohen Pässen in den Strafraum zu spielen versuchten. Das Innenverteidiger-Duo konnte sich gegenseitig Sicherheit verschaffen.

Doch wie die gesamte Mannschaft ließen auch sie in der 2. Halbzeit nach. Das Gegentor in der 48. Minute war auch eine Folge ihres inkonsequenten Handelns nach dem Seitenwechsel. Gerade Sebastian Polter machte der Verteidigung nach seiner Einwechslung das Leben schwer und konnte mit seiner ersten Aktion eine Fehlerkette der Berliner ausnutzen. Doch auch im nächsten Spiel gegen Fürth ist von diesem Innenverteidiger-Duo in der Startelf auszugehen.  

Stevan Jovetic und Ishak Belfodil: Jovedil in guten wie in schlechten Zeiten

Ein Pärchen was sich bekanntlich seit vielen Monaten gefunden hat, ist das Sturmduo, bestehend aus Stevan Jovetic und Ishak Belfodil. Und nachdem dieses Duo aufgrund des verletzungsbedingten Fehlens von Jovetic und einer Corona-Infektion von Belfodil einige Wochen auseinandergerissen war, konnten sie gegen den VfL Bochum endlich wieder harmonieren.

Höhepunkt war selbstverständlich das Tor in der 23. Minute, als Jovetic einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum flankte und Belfodil mit dem Kopf ins Tor verlängerte. Doch viel mehr konnte der Algerier dem Spiel nicht beitragen. Er wurde von den Bochumern konsequent verteidigt, hatte kaum Möglichkeiten sein kreatives Spiel zu entfalten oder mit Torschüssen das gegnerische Tor wirklich in Gefahr zu bringen. Er gewann nur einen seiner sechs Zweikämpfe und verlor 16 Mal den Ball. 57 Prozent seiner Pässe fanden den Mitspieler. Nach 75 Minuten war für ihn Feierabend. Sein Tor half der Mannschaft entscheidend weiter, mehr konnte er leider nicht beitragen.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Jovetic dagegen war im Sturm ein ständiger Unruheherd. Doch seine Abschlüsse wirkten oft überhastet oder mit zu viel Frust beladen. Nach 55 Minuten versuchten er und Ekkelenkamp sich mit einem Doppelpass, nach einer Stunde wurde der Schuss des Montenegriners von Soares blockiert. In der 64. Minute verzog er um einige Meter, eine weitere Minute später scheiterte er am Bochumer Torhüter Riemann.

Es war die aktivste Phase des Stürmers, dem im Abschluss allerdings klar das Glück fehlte. Auch er verzweifelte an der gut gestaffelten Verteidigung und gewann nur 36 Prozent seiner Zweikämpfe. Immerhin konnte er 71 Prozent seiner Pässe an den Mann bringen und damit viele Bälle im Angriffsspiel verteilen. Auch dieses Duo werden wir sehr wahrscheinlich in Fürth wiedersehen.

Vladimir Darida und Santi Ascacibar: Pärchenbildung in der Zentrale

Und auch bei den beiden zentralen Mittelfeldspielern scheint Tayfun Korkut ein Duo gefunden zu haben. Durchaus überraschend verzichtete der Trainer auf Suat Serdar und vertraute dem Tschechen und dem Argentinier. Beide spielten 90 Minuten durch, bewegten sich unfassbar viel und waren nahezu überall auf dem Platz zu finden.

Vladimir Darida spulte wieder einmal mit seiner unvergleichbaren Pferdelunge 13,34 km ab und zeigte vor allem zu Beginn der Partie seine Qualitäten in der Offensive. Nach vier Minuten prüfte er mit einem wuchtigen Schuss nach zu kurzer Klärung von Verteidiger Bella-Kotchap das erste Mal Keeper Riemann. Auch in den nächsten Minuten bemühte sich der Routinier das Offensivspiel anzukurbeln. 78 Ballkontakte zeigen sein aktives Spiel, zusätzlich brachte er 80 Prozent seiner Pässe an den Mann.

Doch auch seine Konzentration nahm im Laufe des Spiels immer mehr ab. 13 Fehlpässe unterliefen ihm, nur die Hälfte seiner Zweikämpfe konnte er gewinnen. Gerade am Ende der Partie wirkte er müde und ausgelaugt und dadurch unkonzentriert. Somit konnte er seiner Mannschaft in den späteren Minuten kaum noch den gewünschten Halt geben.

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Santiago Ascacibar dagegen machte das übliche: Kratzen, kämpfen, beißen. Er grätschte Gegenspieler ab, unterband Angriffe, aber auch er musste sich gerade wegen seiner Größe öfter geschlagen geben. Gerade die zweiten Bälle im Angriffsspiel konnte er selten in Kopfballduellen festmachen und somit wenig Druck von hinten aufbauen.

Nichtsdestotrotz hatte er mit 78 Ballkontakten ebenfalls einen enormen spielerischen Anteil, konnte 81 Prozent seiner Pässe zu seinen Mitspielern bringen und gewann sieben Tacklings. Sein Kampfgeist und unermüdlicher Einsatz sind immens wichtig für das Team. Auch wenn sein Offensivspiel nicht immer Früchte trug, konnte er sich nach 15 Minuten mit einem Volleyschuss, der denkbar knapp über das Tor flog, ausprobieren. Zusätzlich bereitete er zwei Torchancen vor.

Während auch die beiden gute Chancen haben gegen Fürth zu spielen, fiel die Leistung Jurgen Ekkelenkamps, der gegen Bochum etwas glücklos agierte, ab. Womöglich die Chance für Suat Serdar, zurück in die Startelf zu rücken.

Dongjun Lee und Fredrik André Björkan: Noch überfordert, aber mit Sturm und Drang

Neben Marc Oliver Kempf durften sich auch zwei weitere Wintertransfers zeigen. Dongjun Lee, der als einziger Spieler aus dem Kader Reisestrapazen und Spiele der Nationalmannschaft in den Knochen hatte, konnte sich auf Grund guter Trainingsleistungen für den Kader empfehlen. Er kam früher als gedacht für den unauffälligen Jurgen Ekkelenkamp nach 58 Minuten.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Man merkte seine Motivation, er zeigte viel Engagement, doch Herthas erstem Südkoreaner der Vereinsgeschichte war anzumerken, dass die Bundesliga eine Umstellung für ihn bedeuten würde. Mehr als Ansätze gelangen ihm nicht. Immerhin bracht er vier seiner sieben Pässe an den Mann und gewann zwei Tacklings. Doch er verlor auch neun Bälle und konnte nur selten sein Tempo ausnutzen.

Als ihm eben jenes zu nutzen gelang, dribbelte er sich in der 80. Spielminute in den Bochumer Strafraum. Doch sowohl sein Zögern als auch seine mangelhafte Entscheidungsfindung in dieser Aktion beendeten den Angriff recht schnell. Es war ein Auftritt, der Neugier auf mehr weckt. Doch Lee wird noch einige Spiele benötigen, um mit dem körperlichen Spiel in der Bundesliga zurechtzukommen.

Fredrik André Björkan, der bereits gegen den FC Bayern München sein Debüt für Hertha BSC feiern durfte, bekam gegen Bochum nach 75 Minuten die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Ein spannender Spieler, der einen Offensivdrang hat und viele müde Abwehrketten vor Probleme stellen kann.

hertha
(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Mit Wucht und Schnelligkeit auffallend, fehlt ihm aber häufig noch die Übersicht, um eine Aktion sauber zu Ende zu spielen. Neunmal war er am Ball, drei seiner sechs Pässe kamen an, er versuchte sich mit Flanken und gestikulierte und gab erste Kommandos. Es scheint, als hätte er gute Chancen, noch mehr Minuten zu bekommen.

Alex Schwolow: Es stehen unruhige Zeiten bevor

Er macht es sich immer wieder selbst kaputt. Vor dem Spiel gegen den FC Bayern München regnete es Lobeshymnen für Schwolow, der endlich seine gewünschte Form gefunden zu haben schien. Doch trotz seiner 14 Paraden gegen den Rekordmeister, versaute er sich das Spiel mit einem kapitalen Bock. Und nun selbiges gegen den VfL Bochum.

Sein Abklatscher vor die Füße von Stürmer Polter war sicherlich nicht so ein großer Bock wie vor dem Gegentor des abstaubenden Leroy Sanés, doch wieder einmal sah der Ex-Freiburger alles andere als gut aus. Auch beim Schuss von Pantovic nur wenige Minuten nach dem Ausgleichstreffer konnte er die Situation nur im Nachfassen beruhigen. Man muss ihm zugestehen, dass der Regen ihm das Spiel schwer machte und Torhüter allgemein bei solchen Wetterbedingungen ihre Probleme haben.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Seine beste Aktion hatte er, als er gegen Sebastian Polter wach blieb und mit einem Ausflug aus dem Strafraum die Gefahr frühzeitig im Keim ersticken konnte. Doch Schwolow entwickelt sich immer mehr zum Unsicherheitsfaktor im Team. Es ist fraglich, wie lange sich das Trainerteam diese Fehler noch mit anschaut. Schwolow wäre es zu wünschen, Rückendeckung zu erhalten.

Doch ihm fehlen zunehmend die Argumente. Denn auch zum Aufbauspiel der Hertha konnte er nur wenig beitragen. Nur 42 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an. Sollte sich die Verletzungssituation bei Herthas Torhütern unter der Woche entspannen, könnte die Torhüterdebatte ein weiteres Mal entfacht werden.

Fazit: Zu wenig – der Druck wächst

Die 3.000 Zuschauer:innen im verregneten Berliner Olympiastadion sahen eine der besten ersten Halbzeiten Herthas in dieser Saison. Gerade der sich seit Wochen in guter Form befindende Maximilian Mittelstädt, der auch körperlich extrem gereift zu sein scheint, und der oft auch zurecht schwer kritisierte Myziane Maolida konnten über die Außen mit Hilfe eines technisch starken Stevan Jovetic für ein sehenswertes Angriffsspiel zu sorgen.

Doch sowohl bei den temporeichen Gegenstößen der Bochumer, als auch beim druckvollen Spiel der Westfalen im zweiten Durchgang zeigten sich Herthas Defizite im Defensivspiel. Die erste Halbzeit hätte eine große Entwicklung für die nächsten Spiele bewirken können. Einen riesigen Schritt in ruhigere Fahrgewässer.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Doch die zweite Halbzeit war Ernüchterung pur und wieder einmal passt eine klassische Fußballphrase. Denn ein Spiel hat 90 Minuten und eben nicht nur 45. Die Leistung der Hertha zeigt leider auch, dass aktuell wenig über nicht-einstudiertes geht. Die Wechsel Korkuts, der hauptsächlich Offensivkräfte von der Bank aus brachte, fruchteten kaum, brachten wenig neue Ideen und verfielen schnell in den allgemeinen Trott des Teams. Sie sorgten nahezu für etwas Unsicherheit, da die Defensive durch das Verstärken der Offensive zunehmend an Stabilität verlor.

Was bleibt, ist ein Remis gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Sollte auch gegen Fürth kein Sieg errungen werden, kann es in wenigen Wochen in Anbetracht des Spielplans in Berlin lichterloh brennen.

[Titelbild: Stuart Franklin/Getty Images]

Hertha gegen Bochum: Drei Schlüsselduelle

Hertha gegen Bochum: Drei Schlüsselduelle

In der Hinrunde gab es für Hertha im Duell bei Bochum die ersten Punkte der Saison. Und auch in der Rückrunde warten die Blau-Weißen noch auf ein Erfolgserlebnis. Doch den Aufsteiger als leichten Aufbaugegner zu sehen, wäre fatal. Denn Bochum ist in der Liga angekommen und kann seinerseits am Freitagabend einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

Schlüsselduell 1: Holtmann gegen Pekarik

Nur wenigen Fußballern wird die Ehre zuteil, die Auszeichnung „Tor des Jahres“ von der ARD zu erhalten. Der neuste Ehrenträger spielt beim VfL Bochum auf der linken Außenbahn. Der Siegtreffer aus der Hinrundenpartie gegen Mainz 05 unterstreicht all die Qualität, die Gerrit Holtmann auszeichnet. Bochums Außenspieler narrt bei seinem Siegtreffer von links kommend die gesamte Mainzer Hintermannschaft und krönt seinen Sololauf mit einem tollen Abschluss.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 35,17 km/h zählt Holtmann zu den schnellsten Spielern der Liga. Besonders beeindruckend: Er behält auch mit dem Ball am Fuß ein hohes Tempo. Deshalb ist er im Bochumer Konterspiel die wichtigste Anlaufstelle.

(Photo by Joosep Martinson/Getty Images)

Neben dem Tempo ist das Dribbling seine große Stärke. 4,39 versuchte Dribblings weist Holtmann auf 90 Minuten auf, 2,24 gelingen. Dabei umdribbelt er effektiv durchschnittlich 2,4 Spieler pro Spiel, ein Spitzenwert in Europa.

Besonders gern schließt Holtmann seine Angriffsaktionen mit einer Flanke ab. 2,56 schlägt er pro 90 Minuten. Die durchsetzungsfähigen Stürmer Sebastian Polter und Jürgen Locadia sind ideale Abnehmer.

Dass Rechtsverteidiger Peter Pekarik Temponachteile gegen den schnellen Holtmann haben wird, dürfte klar sein. Hier wird es besonders auf das gute Stellungsspiel des Routiniers ankommen. Außerdem muss der rechte offensive Außenbahnspieler, vermutlich Marco Richter, immer wieder in der Defensive aushelfen.


Der Vertrag von Pekarik läuft am Saisonende aus. In den kommenden eineinhalb Jahren sind es sogar 14 auslaufende Verträge bei Hertha. Wer sollte davon bleiben, wer gehen? Wir haben den Check gemacht.


Schlüsselduell 2: Kempf und Stark gegen Polter/Locadia

Boyata verletzt, Kempf neu gekommen, Torunarigha verliehen, M. Dardai beinahe verliehen, Stark im letzten Vertragsjahr – Auf der Innenverteidiger-Position ist dieser Tage viel Bewegung bei der Hertha. Doch mitten im Abstiegskampf gibt es keine Zeit für Eingewöhnungsphasen. Die Verteidigung muss schon gegen Bochum, im ersten Spiel nach der Transferperiode, funktionieren. Dafür soll Neuzugang Marc Oliver Kempf an der Seite von Vizekapitän Niklas Stark spielen. Gut, dass beide sich schon aus der gemeinsamen Zeit bei der Deutschen U21-Nationalmannschaft kennen. Gemeinsam holten sie 2017 den EM-Titel. Im ersten gemeinsamen Spiel auf Vereinsebene werden sie gleich mal eine schwierige Aufgabe vor sich haben.

Wie bereits angesprochen, hat der VfL die Wahl aus gleich zwei Mittelstürmern, die beide über die Physis kommen. Sebastian Polter ist mit seinen 1,91 Metern extrem unangenehm zu Verteidigen. Dabei ist er kein klassischer Abschlussstürmer, sondern spielt sehr mannschaftsdienlich. Wie zuletzt beim Unentschieden gegen den 1. FC Köln, als er Takuma Asano den entscheidenden Ausgleichstreffer auflegte. Auf immerhin noch sechs eigene Treffer kommt Polter dabei.

(Photo by Joosep Martinson/Getty Images)

Mit Jürgen Locadia hat der VfL seit diesem Winter eine weitere Alternative für das Sturmzentrum. Bei seinem ersten Startelfeinsatz gegen Köln zeigte sich auch Locadia mannschaftsdienlich, legte Holtmann mustergültig dessen Tor auf. Eigene Torgefahr entwickelte er zwar noch nicht, doch die zusätzlichen Trainingseinheiten während der Länderspielpause dürften ihn näher an die Mannschaft gebracht und noch gefährlicher gemacht haben.

Ob nun Polter, Locadia oder im Laufe des Spiels beide. Stark und Kempf müssen gegen den physisch starken Mittelsturm Bochums körperlich dagegenhalten und sich gut absprechen. Denn lässt man einem der beiden zu viel Platz oder Zeit, wird er es entweder mit einem Abschluss oder einer Vorarbeit für einen Mitspieler auszunutzen wissen.


Kempf ist einer von vier Winterneuzugängen bei Hertha. Wir haben in unserem Podcast über die vergangene Transferperiode und allgemein über den Kader gesprochen. Gerne reinhören!


Schlüsselduell 3: Belfodil und Jovetic gegen Leitsch und Bella Kotchap

Gegen Bochum darf Tayfun Korkut endlich wieder auf sein kongeniales Sturmduo Stevan Jovetic und Ishak Belfodil setzen. An Erfahrung mangelt es den beiden nicht, schließlich stehen mit ihnen über 650 Profi-Spiele im Angriff der Hertha. Ihre direkten Gegenspieler beim VfL sind davon noch weit entfernt.

Die Bochumer Innenverteidiger Maxim Leitsch (23) und Armel Bella Kotchap (20) spielen jeweils ihre erste Bundesliga-Saison. Doch dass die Bochumer mit erst 29 Gegentoren unter dem Liga-Durchschnitt liegen, ist auch ihr Verdienst.

(Photo by Joosep Martinson/Getty Images)

Für das Duo spricht, dass sie die Schwächen des jeweils anderen ergänzen. Bella Kotchap hat 7,5 klärende Aktionen pro 90 Minuten (top 4% in Europa), 2,57 Balleroberungen, und übt 13,1 Mal Druck aus. Er ist ein sehr aktiver Verteidiger und weiß, wann er einen Angriff des Gegner wie unterbinden kann. Leitsch ergänzt ihn, indem er etwa 1,64 Torschüsse pro 90 Minuten blockt (top 1% in Europa) und 1,48 erfolgreiche Tacklings liefert. Dazu kommt ebenfalls ein Top-Wert von 3,28 eroberten Bällen.

Leitsch und Bella Kotchap haben sich im Oberhaus zurechtgefunden. Doch erfahrene Spieler wie Belfodil und Jovetic können immer in der Lage sein, ihre Schwächen zu erkennen und zu nutzen. Im Kopfballspiel bietet sich etwa eine Chance für Hertha, denn während Bella Kotchap immerhin noch 69,6% seiner Luftduelle gewinnt, sind es bei Leitsch nur 48%. Hinzu kommt, dass beide im Verteidigen von Dribblings Schwächen aufzeigen – bekannterweise Stärken Belfodils und Jovetics.

[Titelbild: Martinson/Getty Images]