Herthaner im Fokus: Ernüchternder Jahresbeginn

Herthaner im Fokus: Ernüchternder Jahresbeginn

Wie schon im Hinspiel unterlag Hertha BSC dem 1. FC Köln zum Rückrundenstart mit 1:3. Ein ideenloser und auch blutleerer Auftritt sollte die Erwartungen nach dem positiven Jahresabschluss 2021 gegen Borussia Dortmund trüben. Wir blicken auf die Partie.

Aufstellung gegen Köln von Corona gezeichnet

Tayfun Korkut musste auf zahlreiche Leistungsträger verzichten. Kapitän Dedryck Boyata konnte sich zwar nach seiner Corona-Infektion freitesten, das Spiel gegen die Kölner kam für ihn allerdings noch zu früh, weshalb wie gegen Dortmund Niklas Stark und Jordan Torunarigha in der Startelf standen. Neben Deyovaisio Zeefuik und dem Neuzugang Fredrik André Bjørkan fehlte auch Ishak Belfodil wegen einer Corona-Infektion. Stevan Jovetic fällt wegen Wadenproblemen weiter aus. So kam es, dass Davie Selke und Suat Serdar für Jurgen Ekkelenkamp und Ishak Belfodil starteten.

Auch wenn dieses Spiel keinen Raum für Lobeshymnen bot, haben wir uns mit den einzelnen Spielern beschäftigt und versuchen auch das letzte bisschen an positiven Punkten aus dieser Partie zu ziehen.

Vladimir Darida: Glückliches Tor, beim Rest nur Pech

Es könnte alles so schön sein. Mit 12,84 km lief der Tscheche mal wieder am meisten. Keiner der Spieler von Hertha und Köln konnten ihm in dieser Statistik das Wasser reichen. Zusätzlich noch ein Tor per Freistoß aus großer Distanz und mit 86 Ballaktionen einer der aktivsten Herthaner.

Doch viel brachte all das nicht. Sein Freistoßtor war eher ein Zufall und dem Glück geschuldet, dass keiner der Leute, denen die Hereingabe galt, mehr an den Ball kam und diesen möglicherweise über oder neben das Tor bugsiert hätte. 81 Prozent seiner Pässe kamen an, was eine recht gute Quote ist. Doch wirklich das Spiel ankurbeln konnte er nur selten. Immerhin gelang es ihm, Maolida in der 28. Minute in Szene zu setzen, ehe dieser scheiterte.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Bis zum Ende merkte man Darida seine Mühe an, doch sowohl in der 32. Minute, als er und Mittelstädt den Einwurf der Kölner, der den Angriff zum 0:2 einleiten sollte, verschliefen, als auch in der Nachspielzeit, als er sich selbst und den Ball nicht kontrollieren konnte und Jan Thielemann praktisch zum Tor einlud, gehörten zu seinen ganz dunklen Momenten in diesem Spiel.

Maximilian Mittelstädt: Viele Aktionen, aber auch ebenso viele Fehler

Wie erwartet bekam Maximilian Mittelstädt nach seinem guten Spiel gegen Dortmund wieder den Vorzug vor Marvin Plattenhardt und stand in der Startelf.

Und auch er konnte eine Statistik für sich gewinnen. Mit 103 Ballaktionen war er am häufigsten mit dem Spielgerät in Verbindung. 45 von 54 Pässen brachte er an den Mitspieler und er gewann zehn seiner zwölf Zweikämpfe. Mittelstädt wirkte ebenfalls bemüht, biss sich aber auf seiner linken Seite gerade in der Offensive die Zähne aus. Zu wenig Durchsetzungskraft und zu wenig Offensivpower sorgten dafür, dass er keine große Hilfe im Angriffsspiel war.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Immerhin konnte er drei Mal den Ball in brenzligen Situationen klären und vier erfolgreiche Tacklings zeigen zumindest, dass er mit viel Einsatz dabei war. Doch auch er war in der 32. Minute an der Entstehung des Gegentreffers beteiligt und lies Florian Kainz unbedrängt flanken.

Myziane Maolida: Der Killerinstinkt fehlt

Ein weiteres Mal durfte sich Myziane Maolida in der Startelf präsentieren. Auf Grund der prekären Situation in der Offensive blieb Tayfun Korkut auch nur wenig Spielraum, weshalb er den Franzosen in den Sturm neben Davie Selke stellte.

In seinen 69 Minuten agierte er zwar motiviert, aber dennoch ziemlich glücklos. Im Gegensatz zu seinem Sturmpartner gelang es ihm aber zumindest Torchancen zu kreieren. Wie in der 5. Minute, als er im Strafraum aus halbrechter Position zum Schuss kam, den Ball allerdings deutlich am Tor vorbei setzte.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Ein frühes Tor hätte Hertha sicherlich gut getan, wirklich nötig wäre es allerdings in der 28. Minute gewesen. Doch nachdem er von Vladimir Darida in Szene gesetzt wurde, verschoss er aus zentraler Position ziemlich kläglich. Torhüter Marvin Schwäbe hatte keine Probleme mit dem Ball und nur wenige Momente später gingen die Domstädter in Führung.

Maolida wirkte in den meisten Situationen überhastet, fehl am Platz und konnte kaum eine Bindung zum Mittelfeld aufbauen. Er gewann zu dem nicht einen seiner vier Zweikämpfe und musste später den Platz für Kevin-Prince Boateng räumen.

Niklas Stark und Jordan Torunarigha: Zu oft unkonzentriert

Die beiden Innenverteidiger hatten einiges zu tun und kamen mit den agilen und schnellen Kölnern oft nicht zurecht. Mark Uth konnte sich nach 20 Minuten mit Schnelligkeit durch die Berliner Defensive tanken und insbesondere Torunarigha konnte bei seinen Tempodefiziten keine Hilfe sein und von Glück reden, dass Uth knapp das Tor verfehlte. Anthony Modests Wucht machte ihnen ebenfalls regelmäßig zu schaffen. Kurz vor der Halbzeit setzte er sich gegen die beiden Innenverteidiger mustergültig durch und hätte das dritte Kölner Tor schießen können, scheiterte jedoch an Schwolow.

Starks Passquote von 82 Prozent und Torunarighas von 80 Prozent waren zwar einigermaßen okay, doch insbesondere an den langen Bällen kann man erkennen, dass es den Berlinern deutlich an Ideen mangelte. Torunarigha versuchte es sechs Mal, Stark sogar elf Mal, die Stürmer in Szene zu setzen. Beide waren mit ihren Versuchen kaum ertragreich. Trotz allem gelangen ihnen zusammen 20 Klärungsaktionen, womit sie oft für Ruhe sorgten. Torunarighas Zweikampfquote von 62 Prozent ist definitiv ausbaufähig und bei der Entstehung des 0:1 war sein Einsatz zu spät.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Niklas Stark sorgte zudem für den kuriosesten Slapstick-Moment im Spiel, als er in der 67. Minute Schwolow mit einem viel zu hart geschossenen Rückpass zu einer Parade zwingen musste. Den folgenden indirekten Freistoß im Strafraum der Hertha konnte der Keeper sehenswert halten. Die Ruhe und Souveränität von Dedryck Boyata werden dringend gebraucht und aktuell schmerzlich vermisst.

Das Spiel gegen Wolfsburg kann richtungsweisend werden

Auch wenn das Team viele Ausfälle zu verkraften hatte, ist das ideenlose Offensivspiel nur schwer erklärbar. Hertha gelingt es nicht eine Serie und Konstanz aufzubauen. Auf gute Spiele folgen schwache. Und zu häufig sind es Spiele, die man überfordert und blutleer einfach hergibt.

Am Sonntag folgt das nächste Spiel. Dann gegen die tief in der Krise steckenden Wolfsburger. Es könnte richtungsweisend werden. Verliert man das Duell und die Konkurrenz punktet, würde man tief im Abstiegskampf stecken. Sollten die einstudierten Abläufe und das Zusammenspiel der Defensive und der Offensive, wie gegen Dortmund zuletzt, aber wieder funktionieren, wäre ein Sieg gegen den VfL allemal drin. Eigentlich ist dieser sogar Pflicht.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

1. FC Köln – Hertha BSC: Drei Schlüsselduelle

1. FC Köln – Hertha BSC: Drei Schlüsselduelle

Schon wieder ist ein halbes Jahr Bundesliga vorbei und so wirklich zur Ruhe kommt unsere Hertha mal wieder nur bedingt. Als unsere Alte Dame mit Neu-Manager Fredi Bobic im August gegen Köln in die Saison 2021/22 startete, war die Hoffnung auf einen positiven Umschwung groß. Doch Hertha wäre nicht Hertha, wenn das auch eingetreten wäre und spätestens nach Schließung des Transferfensters war die Euphorie aufgrund des dünnen Kaders verflogen. Mit einigen Totalausfällen gegen Bayern, Leipzig, Köpenick, Lichtblicken gegen Frankfurt, Gladbach und Dortmund und einem Trainerwechsel hat die Mannschaft die Hinrunde irgendwie überstanden. Jetzt gilt es den positiven Schwung vom Sieg gegen Dortmund mit in die Rückrunde zu nehmen und mehr Konstanz zu beweisen.

Steffen Baumgart hat den Effzeh wiederbelebt

Die Rheinländer zählen definitiv zu den Überraschungen der Hinrunde. Mit der Verpflichtung von Trainer Steffen Baumgart ist der Vereinsführung ein absoluter Glücksgriff gelungen, denn dem gebürtigen Rostocker ist es gelungen, der Mannschaft eine Spielphilosophie zu geben.

(Photo by UWE KRAFT/AFP via Getty Images)

Darüber hinaus sprechen die Zahlen für sich: Köln steht nach 17 Spieltagen mit 25 Punkten auf dem 8. Tabellenplatz. Nachdem die Mannschaft in der vergangenen Saison mit Glück in der Relegation die Klasse hielt, schielen sie aktuell eher auf die europäischen Plätze als auf die Abstiegsränge. Wir schauen, auf welche Schlüsselduelle es ankommen wird, um die formstarken Kölner zu ärgern.

Stark/Torunarigha vs. Modeste

Wenn ein Spieler vom Trainerwechsel besonders profitiert hat, dann Anthony Modeste. Der Franzose hatte seit seiner Rückkehr nach Köln nicht mehr richtig Fuß fassen können, schaffte es unter Baumgart aber, zu alter Stärke zurückzufinden. In 19 Pflichtspielen erzielte Modeste 13 Treffer und legte ein weiteres Tor auf. Dabei fiel der Stürmer besonders durch seine Kopfballstärke auf, die auch im kommenden Spiel eine Gefahr für unsere anfällige Innenverteidigung werden kann.

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(Photo by Lars Baron/Getty Images)

Durch den Corona-bedingten Ausfall von Kapitän Boyata fällt zudem eine wichtige Säule unserer Abwehr weg, die diese Tendenzen in diesem Schlüsselduell zugunsten der Rheinländer verschiebt. Aktuell gehen wir von dem Innenverteidiger-Duo Stark/ Torunarigha aus. Während Stark nur bedingt für Wucht im Zweikampf und Kopfballstärke steht, hat Jordan bisher nur selten in der Hinrunde seine unbestreitbare Defensivstärke zeigen können. Umso wichtiger ist es, dass die beiden Verteidiger gut kommunizieren, aufmerksam bei hohen Bällen sind und Modeste nie aus den Augen verlieren.

Gelingt es unserer Abwehr, den Stürmer auszuschalten, verliert Köln einen riesigen Eckpfeiler ihrer Offensive, was auch das nächste Schlüsselduell beweist.


Hertha BSC will gegen den 1. FC Köln gut in die Rückrunde starten. Wir prognostizieren, ob das gelingt und welcher Spieler dafür liefern muss.


Unausgewogenes Duell auf den Außen

Während Hertha auf den Außen eher dünn besetzt ist, ist das Offensivspiel des 1. FC Köln stark von diesen Positionen abhängig, denn genau diese Spieler füttern Modeste mit starken Flanken. Das gilt für die Außenverteidiger und die offensiven Flügelspieler.

Sowohl der „Kölsche Cafú“ Benno Schmitz als auch Ex-Nationalspieler Jonas Hector überzeugten in der Hinrunde besonders in der Offensive und legten jeweils vier Treffer auf. Ähnlich stark war Mittelfeldspieler Florian Kainz, der weitere vier Vorlagen beisteuerte. Hinzu stellen Alternativen wie Thielmann und Schaub weitere Optionen da und auch Mark Uth spielte unter Baumgart zum Ende der Hinrunde auf den Flügelpositionen. Insgesamt legten die Außenverteidiger und offensiven Flügelspieler 70 Prozent der 27 Kölner Tore auf – ein beachtlicher Wert.

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Mit diesen Statistiken kommt eine große Wucht auf unsere Außenverteidigung zu. Sollte sich Marvin Plattenhardt nicht rechtzeitig von seiner Erkältung erholen, werden voraussichtlich Maxi Mittelstädt und Peter Pekarik diese Aufgabe übernehmen. Besonders Mittelstädt überzeugte in der Hinrunde eher in der Offensive und weißte defensiv immer wieder Defizite auf. Plattenhardt machte diesen Job nicht unbedingt besser. Auch hier müssen Mittelstädt/ Plattenhardt enorm aufmerksam verteidigen und mit gutem Stellungsspiel die Flanken der Kölner Außenspieler im Optimalfall schon vorher verhindern.

Mehr Zugriff über das Zentrum

Während die Außenbahnen zum Problemfall gegen Köln werden können, bietet sich für Hertha eine Chance im zentralen Mittelfeld und der Innenverteidigung. Mit Ljubičić und Özcan spielen im defensiven Mittelfeld eher offensiv ausgerichtete Sechser/ Achter. Dementsprechend muss es Herthas schaffen, den Zugriff im zentralen Mittelfeld zu gewinnen und die Angriffe über Box-to-Box Spieler Suat Serdar einzuleiten.

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(Photo by UWE KRAFT/AFP via Getty Images)

Weiter fraglich ist Jovetić, der mit seiner starken Technik weitere Bälle gut festmachen könnte und somit besonders im Spiel gegen Köln enorm wertvoll wäre. Dennoch stehen mit Richter, Maolida, Ekkelenkamp und Belfodil Optionen zur Verfügung, die technisch auch für diese Aufgabe gewachsen sind. Hier liegt es besonders an Trainer Korkut, diese Akteure taktisch gut vorzubereiten, um die defensiven Defizite im Mittelfeld auszunutzen.

Hinzu fällt mit Abgang Czichos weitere defensive Stabilität im Abwehrzentrum weg. Innenverteidiger Kilian und Hübers sind noch nicht eingespielt. Die Kölner könnten demzufolge neben dem zentralen Mittelfeld auch in Abwehrzentrum anfällig sein.

Modeste ausschalten, Flanken verhindern und Nadelstiche in der Zentrale

Die drei Schlüsselduelle klingen auf den ersten Blick simpel. In der Realität wird diese Aufgabe für Hertha dennoch schwer. Mit der nötigen taktischen Schulung, Aufmerksamkeit und Formstärke aus dem Hinrundenabschluss gegen Dortmund haben wir trotzdem eine realistische Chance, die Punkte in Berlin zu behalten.

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Hertha BSC – 1. FC Köln: Drei Thesen

Hertha BSC – 1. FC Köln: Drei Thesen

Der 1. FC Köln zählt zu den positiven Überraschungen der bisherigen Bundesliga-Saison. Hielt man im vergangenen Jahr nur über den Umweg Relegation die Klasse, zeigt sich die Elf von Steffen Baumgart in dieser Serie grundverbessert. Die „Geißböcke“ rangieren im gesicherten Mittelfeld und dürfen sogar auf die Europapokal-Plätze schielen. Der gute Eindruck aus dem 3:1-Hinspielsieg der Kölner gegen Hertha BSC, Baumgarts erstem Liga-Spiel für seinen neuen Arbeitgeber, hat sich in den folgenden 16 Spielen bestätigt. Doch auch bei der „Alten Dame“ ist seitdem viel passiert. Grund genug, mit drei Thesen auf das anstehende Wiedersehen zum Rückrundenauftakt zu blicken.

These 1: Kein Tor für Modeste

Eng verknüpft ist der Kölner Aufschwung mit dem persönlichen Formhoch ihres Stürmers Anthony Modeste. Eigentlich galt der 33-Jährige als abgeschrieben, doch Baumgart setzte auf ihn und Modeste zahlte das Vertrauen mit elf erzielten Toren in der Hinserie zurück. Auf 0,67 expected goals + expected assists pro 90 Minuten kommt Modeste, was ihn zum torgefährlichsten Kölner macht.

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Ein Top-Stürmer in den gegnerischen Reihen: Schlechte Nachricht für die zweittoranfälligste Abwehr der Liga – möchte man meinen. Doch Herthas Abwehr bewies jüngst, dass sie es auch mit den besten Stürmern der Liga aufnehmen kann. Gelingt es der Abwehr um Niklas Stark, den Kölner Modeste mit genauso viel Leidenschaft und Disziplin zu verteidigen, wie man es bei Erling Haaland im letzten Heimspiel gegen den BVB getan hat, wird es Modeste schwer haben.

Davon ausgehend, dass die Abwehr ähnlich auftritt, lautet die erste These: Kölns Goalgetter Anthony Modeste wird gegen Hertha am Sonntag kein Tor erzielen.

These 2: Punkt(e) trotz Personalchaos

Die kurze Winterpause brachte der Bundesliga vor allem eines: Corona-Chaos. Reihenweise Spieler werden positiv getestet und müssen in Isolation. Auch bei Hertha wurde das Virus bei einigen Spielern festgestellt. Bei Linus Gechter und Ishak Belfodil zum Beispiel, die das Spiel definitiv verpassen werden. Auch auf Dedryck Boyata, Frederik Andre Bjørkan, Stevan Jovetic, Deyovaisio Zeefuik und Rune Jarstein muss Trainer Tayfun Korkut verzichten. Tendenz steigend.

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Doch auf der FC hat seine Probleme. Mit Modestes Sturmpartner Sebastian Andersson und dem zuletzt aufblühenden Kingsley Schindler fallen zwei Spieler krankheitsbedingt aus. Mit Ellyes Skhiri fehlt ein absoluter Leistungsträger, da er mit der tunesischen Nationalmannschaft beim Afrika-Cup in Kamerun weilt.

Hinzu kommt, dass Korkut zuletzt bereits eine schwierige Personalsituation zu bewältigen hatte, als er in der Englischen Woche zum Jahresabschluss zwischen dem Auftritt in Mainz und dem Heimspiel gegen Dortmund kurzfristig auf vier Spieler verzichten musste. Das Resultat: ein 3:2-Sieg mit der stärksten Saisonleistung. Daher die zweite These: Hertha wird trotz der Ausfälle punkten.


Wie Trainer Korkut das Spiel gegen Köln angehen will und wie Hertha mit der derzeitigen Corona-Situation umgeht, könnt ihr hier lesen.


These 3: Richter richtet’s

Unter Korkut hat sich in der Offensive ein Duo bewährt gemacht: Belfodil und Jovetic. Blöd nur, wenn gleich beide ausfallen. Müssen’s halt die anderen richten! Einer, dem das zuzutrauen ist, ist Top-Scorer Marco Richter (fünf Tore, eine Vorlage). Ohne die eingespielte Offensive wird seine Rolle umso wichtiger.

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Dass er in den drei jüngsten Heimspielen drei Treffer erzielt hat, dürfte Richter Aufwind geben. Mit breiter Brust und wichtiger Rolle wird es auch auf ihn ankommen. Ein zusätzlicher Ansporn dürfte sein, dass ihm der 1. FC Köln noch auf der Liste an Mannschaften fehlt, gegen die er in der Bundesliga getroffen hat. Daher lautet die dritte und letzte These: Marco Richter wird am Sonntag sein Premieren-Tor gegen Köln erzielen.

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Hertha BSC – 1. FC Köln: Rückrundenauftakt im Zeichen von Corona

Hertha BSC – 1. FC Köln: Rückrundenauftakt im Zeichen von Corona

Besser hätte der Jahresabschluss nicht laufen können. Der 3:2-Sieg gegen die Borussia aus Dortmund bescherte den Fans von Hertha BSC ein besinnliches Weihnachtsfest und ließ über die Winterpause Ruhe im Verein einkehren. Doch der durch Corona zusammengestauchte Spielplan lässt keine langen Ruhezeiten für Spieler und Fans zu, bereits am Sonntag startet Rückrunde der Bundesliga. Das Hinspiel gegen Köln fing gut an, doch bereits nach 30 Minuten brach die Mannschaft ein und lieferte den ersten von einigen Offenbarungseiden in dieser Saison. Die Hoffnung auf ein besseres Rückspiel ist seit den Auftritten unter Trainer Tayfun Korkut (47) durchaus da, doch Corona-Ausfälle dezimieren die Mannschaft. Unser Blick auf die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln.

Corona-Fälle und Verletzungen – der ausgedünnte Kader gegen Köln

Mit Dedryck Boyata (31), Deyovaisio Zeefuik (23), Fredrik Bjørkan (23), Lucas Tousart (24), Santiago Ascacibar (24), Linus Gechter (17) und Ishak Belfodil (29) gab es eine ganze Reihe von Spielern, die in den vergangenen Tagen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Und auch wenn glücklicherweise laut Fredi Bobic nur zwei der Genannten Symptome zeigen, wird es höchstwahrscheinlich keiner von ihnen schaffen, am Sonntag mit von der Partie zu sein. Boyata, Zeefuik und Bjørkan durften die Isolation allesamt verlassen, werden bis Sonntag aber nicht spielfit sein. Bei Ascacibar und Tousart besteht bis zum Köln-Spiel ebenfalls noch die Chance sich freizutesten, doch auch beim Sechser-Duo sieht es eher eng aus.

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Manager Bobic hat liefert eine gute Erklärung, warum ausgerechnet bei den Blau-Weißen so viele Corona-Fälle auftauchen: „Man muss eigentlich nicht testen, aber am Anfang hat man natürlich getestet. Normalerweise müssten wir nur Spieler testen, die ungeimpft sind.“ In der Mannschaft ist das laut seiner Aussage lediglich eine Person. Das Problem sei, wenn man einmal einen Fall habe, werde man vom Gesundheitsamt aufgefordert täglich zu testen. Diese Regelung ist gesundheitlich natürlich äußerst sinnvoll und führt dazu, dass wirklich jeder Corona-Fall innerhalb der Mannschaft und des Vereins entdeckt wird. Dass es Vereine gibt, die offiziell keinen einzigen Corona-Fall haben, kann Bobic derweil eigentlich kaum glauben.

Mit Blick auf den eigenen Verein sollen die Corona-Fälle jedoch nicht als Ausrede genutzt werden. Man müsse auf das Positive schauen und enger zusammenrücken. Formulierungen, die zwar zeigen was gemeint ist, im aktuellen Zusammenhang jedoch zumindest unglücklich gewählt sind. Auf die Nachfrage, ob die Rückkehr in „Blasen“ die Infizierungen verhindern könnten, hat der Geschäftsführer Sport eine klare Antwort: „Das können Sie nicht verhindern. Klar könntest du die Spieler ins Hotel einschließen, aber das bringt doch nichts. Am Ende des Tages wirst du es nie 100 Prozent verhindern können, und wenn es einmal drin ist dann geht’s einmal rum“.

Lichtblicke bei den Spielern, die verfügbar sind

Trainer Korkut befolgte die Aufforderung von Fredi Bobic umgehend und gab sich während der Pressekonferenz betont positiv. Man müsse halt sehr flexibel sein und sich auf Ausfälle durch Krankheiten, Verletzungen oder auch Transfers einstellen. Dafür wurden unter anderem Spieler aus der Jugend hochgeschoben. Es dürfe und werde keine Rolle spielen, welche Spieler schlussendlich zur Verfügung stehen werden, man habe genug Spieler auf dem Platz, die ihre bestmögliche Leistung abrufen werden.

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Dass zumindest einige Stützen der Mannschaft zur Verfügung stehen, dürfte Korkut deutlich freuen. Um Rechtsverteidiger Peter Pekarik beispielsweise kursierten Gerüchte, dass er ebenfalls nicht zur Verfügung stehen würde. Dem erwiderte der Trainer mit einem Lächeln auf dem Gesicht: „Dem geht’s gut, wir sind uns sehr sicher, dass der spielen kann“. Pressesprecher Max Jung schob direkt hinterher, nicht alles was durch das Internet schwirre, sei wahr.

Und auch, dass Marco Richter spielen kann, dürfte für einige Erleichterung sorgen. „Die Stärke von Marco ist seine Unberechenbarkeit“, führt Korkut aus. Der Rechtsaußen steuerte in den letzten fünf Siegen von Hertha fünf Scorerpunkte bei und ist damit einer der Aushängeschilder des relativ guten Abschlusses der Hinrunde. Jordan Torunarigha (24) solle ebenfalls so weitermachen, wie er es im letzten Spiel (gegen Dortmund) gemacht habe.

Keine Systemumstellung trotz der Ausfälle

Wer am Ende auf dem Platz steht, wird der Übungsleiter dennoch erst relativ spät entscheiden. Dass beim Spiel gegen die Domstädter am Sonntag jedoch zwei Stürmer auf dem Platz stehen werden, stehe mehr oder weniger fest. Korkut sagt dazu: „Das wollen wir, da wird sich an der Grundordnung nicht sonderlich viel ändern“.

Eine der absoluten Stärken des kommenden Gegners ist das Erzielen von Toren durch Flanken. Zielstürmer Anthony Modeste (33) erzielte bereits elf Tore in der Hinrunde steht damit auf Platz vier der Torschützenliste in der Bundesliga. Und der Trainer gibt zu: „Klar ist das auch Thema“. Aber was viel mehr Thema sei die Frage: „Was machen wir?“ Es zeigt sich erneut die Stärke des gebürtigen Stuttgarters: Der Fokus auf das eigene und aktive Spiel. Dass gerade die Flügelverteidiger wachsam sein sollten, ist dennoch unbestritten. Die Hoffnung besteht darin, dass die Mannschaft aus dem Hinspiel gelernt hat, am ersten Spieltag kassierte man alle drei Gegentore nach Hereingaben von der Seite.

(Photo by Lars Baron/Getty Images)

Und auch eine andere Stärke der Gastgeber trifft auf eine Schwäche der Gäste aus Berlin: Das Erzielen bzw. Kassieren von späten Gegentoren. Während Hertha schon acht Gegentore in der Schlussviertelstunde hinnehmen mussten, schoss Köln zehn eigene Tore in dieser Phase des Spiels. Korkut mahnt daher: „Bis zur letzten Sekunde müssen wir sehr fokussiert, sehr aufmerksam und auch in jeder Aktion konzentriert sein, das wird wichtig sein“. Der absolute Fokus sei es, das eigene Spiel auf den Platz zu bringen. Es wird sich zeigen, ob Hertha das bis zur letzten Sekunde wird durchhalten können.

Der Piatek-Wechsel und die Erwartung für die Rückrunde

Eins der größeren Themen diese Woche ist der Abgang von Krzysztof Piatek zur AC Florenz. Bobic bestätigt dies auf der Presskonferenz mehr oder weniger: „Sie haben ja schon die Fotos gesehen, dass er in Florenz ist, er ist sicher nicht da um Pizza zu essen“. Noch seien die Verträge aber nicht final unterschrieben, sobald dies passiert ist, werde man es auch offiziell vermelden. Die Verpflichtung eines neuen Stürmers ist derweil nicht geplant. Das Handy klingele trotzdem viel, laut Bobic sei man auf einem ordentlichen Weg.

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(Photo by SOEREN STACHE/POOL/AFP via Getty Images)

Hertha-Fans können also wahrscheinlich noch mit der einen oder anderen Verstärkung im Winter rechnen.
Mit Blick auf die Erwartungen in der Rückrunde hält sich der Manager zurück: „Sollen wir über die ganze Rückrunde reden? Wir wissen doch gar nicht was kommt. Wir fangen jetzt erstmal unter den gegebenen Voraussetzungen an.“

Cheftrainer Korkut lässt dennoch durchblicken: „Die Mannschaft gibt mir das Gefühl, dass sie dranbleiben will und dass jeder seinen Beitrag dazu geben will, dass es in der Rückrunde erfolgreich läuft“. Ob die Spieler diese Einstellung auf den Platz bringen können wird sich dann am Sonntag zeigen.

Eine mögliche Aufstellung für das Spiel:

Es fehlen: Rune Jarstein, Dedryck Boyata, Fredrik Bjørkan, Stevan Jovetic, Deyovaisio Zeefuik, Ishak Belfodil, Linus Gechter sowie voraussichtlich Santiago Ascacibar und Lucas Tousart.
Das Spiel ist am Sonntag um 15:30 live auf DAZN zu sehen.

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1. FC Köln – Hertha BSC: Ein Auftakt mit Fragezeichen

1. FC Köln – Hertha BSC: Ein Auftakt mit Fragezeichen

Europameisterschaft, Messi, neuer Bundestrainer. Alles schön und gut, aber ab jetzt kann sich endlich wieder dem einzig wichtigen Thema gewidmet werden: Hertha BSC. Nach einer durchaus erfolgreichen Vorbereitung und dem gänzlich ungefährdeten Kantersieg in der ersten Runde des DFB-Pokals geht es nun mit vielen neuen Gesichtern auch in der Bundesliga los. Zum Auftakt bekommt es die Alte Dame mit dem 1. FC Köln zu tun, bei dem sich im Sommer ebenfalls einiges getan hat.

Vor dem anstehenden Spiel haben wir mit Köln-Fan Eike, unter anderem bekannt aus dem gutsport Podcast, gesprochen und detaillierte Einblicke zum Geschehen rund um den “effzeh“ bekommen.

Alles neu macht der Sommer?

Hinter den Kölnern liegt eine Saison zum Vergessen, die mit dem glücklichen Ausgang der Relegation gegen Kiel dann aber doch noch ein Happy End hatte. Nur für einen kam diese Wende zu spät. Horst Heldt, seit November 2019 Geschäftsführer Sport beim “effzeh“, musste die Konsequenzen der Misere der vergangenen Monate tragen: „Im Endeffekt ist die Freistellung nur konsequent. Heldt hatte letzte Saison mehr als 20 Millionen zur Verfügung und hat nichts Vernünftiges damit angefangen. Wir haben quasi die ganze Saison ohne richtigen Mittelstürmer gespielt (zum Schluss musste der GOAT Jonas Hector dort ran).

Transfers wie Emmanuel Dennis, Max Meyer, Dimitrios Limnios oder Tolu Arokodare waren durchgängig teure Flops, die der Mannschaft aus verschiedensten Gründen nicht weiterhelfen konnten. (Wir haben gerade Limnios abgegeben, müssen aber immer noch die Hälfte seines Gehaltes zahlen. Solche Transfers). Auch die Vertragsverlängerung mit Gisdol im letzten Sommer, nach einem super glücklichen Klassenerhalt war total unnötig.“, schätzt Eike die Freistellung ein.

Steffen Baumgart kam im Sommer als neuer Trainer vom SC Paderborn (Foto: imago images via Getty images)

Während die langfristige Nachfolge für den Posten noch nicht geklärt ist – aktuell übernehmen Jörg Jakobs sowie Kölns langjähriger Torhüter Thomas Kessler den Job interimsweise – ist die andere Schlüsselposition schon seit Ende der letzten Saison besetzt. Mit Steffen Baumgart kommt ein Trainer, der für eine klare Spielidee in Form von aggressivem Pressingfußball steht und mit dieser Formel immerhin den SC Paderborn 2018 in die Bundesliga geführt hat. Angesichts des Kölner Kaders ist sich Eike unsicher, ob dieser für den Fußball von Baumgart gemacht ist, sagt aber auch: „Gegen Paderborn mit Baumgart sahen wir immer schlecht aus und ich habe daher große Hoffnungen, dass sich das auf unsere Gegner jetzt überträgt. Baumgart kommt sehr geradeaus rüber und scheint einen sehr ehrlichen Umgang mit den Spielern zu haben. Ich denke, er kann den einen oder anderen auch nochmal weiterbringen.“

Ein Kader voller Fragezeichen

Die Zusammenstellung des angesprochenen Kaders für die kommende Saison birgt dabei durchaus Risiken. So könnten Pessimisten anführen, dass die Mannschaft, die in der zurückliegenden Spielzeit fast abgestiegen wäre, nun in Form von Bornauw und Jakobs zwei der wichtigsten Spieler verloren hat und bisher keinen gleichwertigen Ersatz finden konnte. Das liegt auch daran, dass den Kölnern finanziell die Hände gebunden sind und das Transferfenster unter dem Motto steht, möglichst hohe Überschüsse zu erzielen.

So steht aktuell ein Kader, der vor allem für Ungewissheit steht. Im Tor sieht Eike den “effzeh“ in Person von Timo Horn gut aufgestellt: „Ich war, bin und bleibe ein großer Fan von Timo Horn. Er ist das, was man sich als “effzeh“ Fan wünscht. Ein richtig guter Torwart aus Köln, der nur für seinen “effzeh“ spielen will. Er hätte sicher oft schon gehen können und es woanders leichter gehabt. Leider hat er sich aber in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt, sondern ist eher stagniert. Das kreide ich aber vor allem eurem neuen Torwarttrainer Andy Menger an. Mit Uwe Gospodarek haben wir einen neuen Torwarttrainer, der Timo nochmal pushen wird und dies auch schon öffentlich kundgetan hat.“

Auch beim Mittelfeld, das mit Duda, Jonas Hector, Ellyes Skhiri – der zwar immer wieder mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht wird, aber aktuell noch im Trikot der Kölner aufläuft – und Neuzugang Mark Uth das Prunkstück der Mannschaft ist, ist Eike positiv gestimmt.

Insbesondere der Abgang von Bornauw könnte Köln in dieser Saison weh tun. (Foto: Moritz Müller, imago images via Getty images)

Weniger zuversichtlich gestaltet sich indes der Blick auf die Abwehrreihe: „Aktuell die absolute Problemzone. Bornauw als absoluter Leistungsträger fällt weg und ob Hübers ihn ersetzen kann, muss man sehen. Czichos und Mere haben leider in der letzten Saison nie durchgehend überzeugt. Auf rechts spiel wohl erstmal Ehizibue, der auch schon oft Schwächen in der Rückwärtsbewegung offenbart hat und links spielt Benno Schmitz, der eigentlich Rechtsverteidiger ist. Katterbach ist außer Form und Jannis Horn noch länger verletzt. Komplettiert wird die Abwehr durch Kingsley Schindler, der weder bei uns noch in Hannover überzeugt hat. Wenn man irgendwo aktiv werden muss, dann am ehesten in der Abwehr.“, resümiert Eike.

Auch im Sturm ist die Zusammenstellung nicht ganz ohne Risiko. Anthony Modeste ist seit seiner Rückkehr aus China meilenweit davon entfernt, die Kölner nochmal nach Europa zu schießen, wie er es 2017 getan hat. Und Sebastian Andersson, den man zur vergangenen Saison aus Köpenick verpflichtete, konnte im letzten Jahr verletzungsbedingt lediglich 50 Prozent der Spiele absolvieren. So fasst Eike zusammen: „Wenn alles gut geht, haben wir einen schlagkräftigen Sturm. Im worst case haben wir aber wieder zwei verletzte gute alte Stürmer und zwei unerfahrene junge Stürmer (Thielmann und Lemperle).“

Der Faktor Fans

Wie bei vielen Vereinen sorgt natürlich auch bei den Kölnern die Pandemie für ein großes Loch im Konto und ist damit unter anderem verantwortlich für die so komplizierte Kaderplanung in diesem Jahr. Umso wichtiger ist es, dass zum Saisonauftakt gegen Hertha 16.500 Tickets in den Verkauf gehen. Bei der Frage, an wen diese Tickets gehen, verfolgt der 1. FC Köln eine klare Linie. So sollen ab dem zweiten Heimspieltag nur noch in Ausnahmefällen Getestete ins Stadion zugelassen werden. Bereits gegen Hertha sind es nur 1.000 Tickets, die an Getestete – darunter überwiegend Kinder und Jugendliche – verkauft werden. Der Rest des Kontingents ist Geimpften oder Genesenen vorbehalten.

Eike hat hierzu eine klare Meinung, der sich der Autor uneingeschränkt anschließt: „Ich bin wirklich stolz auf meinen Verein, dass wir hier (wie bei vielen anderen gesellschaftlichen Themen) mal wieder Vorreiter sind. Ich würde mir wünschen, dass die ganze Bundesliga und andere Großveranstalter nachziehen. Wir müssen es als Gesellschaft schaffen, diejenigen vor COVID zu schützen, die sich nicht selbst schützen können, weil sie zu klein sind oder sich nicht impfen lassen können. Nur, wenn wir eine hohe Impfrate in der Gesellschaft haben, schaffen wir es, die Pandemie einzugrenzen. Die überfüllten Kinder-Krankenhäuser in vielen Bundesstaaten der USA zeigen, was passiert, wenn Menschen sich nicht impfen. Wer sich bisher nicht impfen lassen hat, das aber könnte, den muss man motivieren und ich kann mir nichts motivierenderes vorstellen als wieder beim „effzeh“ ins Stadion zu gehen.“

Für Eike ist der erste Spieltag in diesem Kontext zudem besonders motivierend, da er eine spezielle Verbindung zu Hertha hat: „Als ehemaliger Wahl-Berliner ist mir die Hertha aus unerfindlichen Gründen auch irgendwie ans Herz gewachsen. Berlin ist auf jeden Fall blau und nicht rot! Und mit der Axel-Kruse-Jugend habt ihr auch einen der coolsten Fanclubs die ich außerhalb vom „effzeh“ kenne. Ich verfolge sehr aufmerksam was die AKJ macht. Und dass die AKJ mit den Roten Böcken befreundet ist und uns per Flutschfinger die Relegation gewonnen hat, sagt eigentlich alles. Ha Ho He, Hertha und „effzeh“.“

Titelbild: imago images via Getty images