Die Länderspielpause hätte Hertha BSC etwas Ruhe bringen können. Doch spätestens am Dienstagabend, mit der Vertragsauflösung von Carsten Schmidt, war wieder große Aufregung zu spüren. Trotzdem läuft die Saison unaufhaltsam weiter und sowohl Fans als auch Mannschaft dürfen (oder müssen) sich bereits am Samstag wieder mit Fußball beschäftigen. Hertha BSC ist zu Gast bei Eintracht Frankfurt, und hat nur wenig Selbstvertrauen im Gepäck.Gebeutelt nach dem 0:6 Debakel in Leipzig und der Heimniederlage gegen den SC Freiburg steht die Elf von Pal Dardai wieder einmal unter Druck. Wir blicken auf die Kaderoptionen bei Hertha, auf Rückkehrer und Ausfälle sowie auf die Situation bei den Gastgebern.
Herthas Nationalspieler – ohne große Verluste
Auch wenn Länderspielpausen bei Fans nicht gerade beliebt sind, war es gerade für Stevan Jovetic und Krzysztof Piatek wichtig, dringend benötigte Spielpraxis zu sammeln. Herthas Kapitän Dedryck Boyata hingegen kam für Belgien nicht zum Einsatz. Dafür konnten Piatek und Ekkelenkamp durch eigene Treffer Selbstvertrauen tanken.
Wenn verletzungsanfällige oder kürzlich wieder genesene Spieler wie Boyata, Piatek oder Jovetic auf Länderspielreise sind, ist man als Hertha-Fan erst beruhigt, wenn die Spieler wieder gesund und fit zurück in Berlin sind. Dieses Mal kamen die Nationalspieler glücklicherweise ohne nennenswerte Verletzungen nach Hause.
Das wird insbesondere im Hinblick auf die Verletztenmisere der vergangenen Wochen guttun. So hat Pal Dardai in der Offensive deutlich mehr Optionen im Kader als noch vor einigen Spieltagen. Myziane Maolida feierte seine Rückkehr im Mannschaftstraining und dürfte sich Hoffnungen auf eine Einwechslung gegen Frankfurt machen.
Frage nach Herthas Defensive – Wer soll es richten?
Doch die Personalsituation in der Defensive bleibt suboptimal, auch wenn die Rückkehr von einigen Spielern im Mannschaftstraining schon bald zu erwarten ist. Für Jordan Torunarigha, Marton Dardai und Deyo Zeefuik sollte die Auswärtsfahrt noch keine Option sein. Auch Linus Gechter und Lukas Klünter werden fehlen.
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Da gerade die Defensive in dieser Saison nicht funktioniert, bleiben die Sorgen im Hinblick auf die nächste Bundesligapartie dieselben. Hinzu kommt das Problem, dass es bei der „alten Dame“ vorprogrammierte Wechsel gibt. Spieler wie Boyata, Boateng oder auch Jovetic haben aktuell nicht 90 Minuten in den Beinen. Wenn diese Spieler also in der Startelf stehen, muss Herthas Trainerteam bereits drei feste Wechsel einplanen, und kann auf Verletzungen und taktische Umstellungen im Laufe der Partie weniger gut reagieren.
Doch wer überhaupt gegen Frankfurt startet, ist noch unsicher. Die vielen Ausfälle und taktische Umstellungen in den ersten Saisonspielen sorgen dafür, dass sich bisher keine zentrale Achse, geschweige denn eine Startelf etablieren konnte. Ob Herthas Chefcoach angesichts der Personallage in der Innenverteidigung weiter an einer Dreierkette festhält, ist fraglich.
Hertha mit wenig Selbstvertrauen – Boateng mit ehrlichen Worten
Doch Herthas Probleme liegen bekanntlich nicht nur auf individueller oder taktischer Ebene. Die letzten Wochen dürften das ohnehin niedrige Selbstvertrauen der Blau-Weißen nicht gerade gestärkt haben. Selbstvertrauen dürfte beim Gegner hingegen ein Stichwort sein. Die Eintracht konnte Zuhause in der letzten Partie den FC Bayern München bezwingen und gleichzeitig Hertha in der Tabelle überholen.
Immerhin zeigte sich Ex-Frankfurter Kevin-Prince Boateng in einer Medienrunde im Laufe der Woche nicht nur ehrlich, sondern auch verantwortungsbewusst: „Ich probiere alles, gebe Vollgas und gehe an meine Grenzen – körperlich und mental. Ich bin 24 Stunden dran. Ich schlafe manchmal nicht, wenn wir ehrlich sind, weil ich wirklich daran arbeite, was man besser machen kann.“
Zu seiner Rückkehr in alter Wirkungsstätte sagt der 34-Jährige: „Es ist ein Spiel, was wir gewinnen müssen, was wir gewinnen wollen. Wir können uns vor dem Spiel, nach dem Spiel umarmen, aber im Spiel wird es keine Freunde geben.“
Rückkehr zur Eintracht für Bobic – Frankfurt stabiler als Hertha
Boateng ist dabei nicht der einzige Herthaner, der aufgrund seiner Vergangenheit besonders gerne in Frankfurt gewinnen würde. Auch für Fredi Bobic sollte die Partie am Main einen besonderen Beigeschmack haben. Die Abwesenheit der Frankfurter Ultra-Szene am Wochenende wird ihn dabei wohl nicht gerade traurig machen.
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Tabellarisch scheint die Eintracht in Reichweite zu sein. Doch ein Duell in Augenhöhe dürfte es eher nicht sein. Die Frankfurter haben zwar nicht den besten Saisonstart hingelegt, verloren jedoch nur ihre erste Partie gegen Borussia Dortmund. Anders als Hertha schaffte es die Eintracht sowohl gegen Wolfsburg als auch gegen Köln zu punkten. Die drei Punkte gegen Bayern waren die ersten für die Hessen.
Frankfurt musste mit einigen Problemen im Kader klarkommen, insbesondere mit Vertragsstreitigkeiten mit Amin Younes und Filip Kostic. Letzterer zeigte sich jedoch gegen den Rekordmeister treffsicher und wird auch gegen Hertha eine wichtige Waffe werden. So hat man das Gefühl, dass die “Adler” im Gegensatz zu Hertha nun ins Rollen kommen könnten. Dafür bräuchte es jedoch einen Heimsieg gegen die “alte Dame” – ob Hertha ihnen diesen Gefallen tut?
Kann sich Frankfurt vom „Bayernbesieger-Fluch“ lösen?
Viel Optimismus kann man als Anhänger*in Herthas aktuell nicht aufbringen. Ein Auswärtssieg in Frankfurt scheint erneut eine Herkules-Aufgabe zu sein. Dabei werden die kommenden Aufgaben nicht leichter. Hertha sollte also unbedingt punkten, um der „roten Zone“ der Tabelle fernzubleiben.
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Gute Nachrichten für Hertha-Fans gibt es immerhin. Frankfurts Stürmer Rafael Borré muss noch spät in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ein Länderspiel in Südamerika spielen. Ob er rechtzeitig zurück sein wird, und in welcher körperlichen Verfassung, ist unklar. Zudem ist die Offensive der Eintracht deutlich schwächer als im Vorjahr aufgestellt. Schließlich müssten die Hausherren auch noch hoffen, nicht vom „Bayernbesieger-Fluch“ getroffen zu werden: Teams, die den Rekordmeister überraschend schlagen, haben in den letzten Jahren regelmäßig im nächsten Spiel eine Niederlage kassieren müssen.
Fluch hin- oder -her: Dardais Mannschaft wird sich körperlich zeigen müssen, um gegen die physisch starken Frankfurter zu bestehen. Gerade im zentralen Mittelfeld wird vieles entschieden werden. Dort liegen die Hoffnungen der Blau-Weißen weiterhin auf Suat Serdar. Aber vielleicht hat sich Prince Boateng sein erstes Tor nach seiner Rückkehr gegen die Eintracht aufgehoben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Nach zwei Siegen gegen die Aufsteiger Bochum und Fürth hat Hertha gegen RB Leipzig eine deftige 0:6-Niederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft war den Leipzigern in allen Belangen so sehr unterlegen, dass man sich erneut fragen muss, ob dieser Kader überhaupt bundesligatauglich ist. Auffällig schlecht waren nicht nur die Spielerleistungen – auch einige Trainerentscheidungen schwächen Herthas Performance.
Es reicht hinten und vorne nicht
Schon nach der 0:5-Niederlage gegen Bayern München musste man sich fragen, ob Herthas Kader die Belastungsproben dieser Bundesligasaison übersteht. Die beiden Siege gegen Fürth und Bochum hatten die Diskussion um die Qualität des Teams zuletzt wieder etwas beruhigt. Aber die Daten des Leipzig-Spiels zeigen, wie sehr Hertha weiterhin entfernt ist vom gehobenen Bundesliga-Niveau.
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Das Team von Pal Dardai lief rund fünf Kilometer weniger als der Gegner, spielte knapp 90 Fehlpässe (Passquote: 73 Prozent), schoss nur viermal aufs gegnerische Tor, hatte einen Ballbesitz von 39 Prozent, verlor im Schnitt sechs von zehn Zweikämpfen und lieferte rund 40 Sprints weniger ab als Leipzig. Insbesondere auf den Außenbahnen, wo sich Hertha trotz mehrerer Abgänge im Sommer nicht ausreichend verstärkt hatte, wurden die Berliner von RB Leipzig schlichtweg überrannt.
Marvin Plattenhardt – Völlig überfordert
Marvin Plattenhardt war auf seiner linken Abwehrseite mit den beiden Leipzigern Mukiele und Nkunku völlig überfordert. Der Herthaner verlor nicht nur mehrere entscheidende Sprintduelle, sondern machte auch in Kopfballduellen und sonstigen Zweikämpfen eine äußerst unglückliche Figur. Die spielklugen Leipziger entdeckten diese Schwachstelle schnell für sich und spielten ihre tiefen Bälle immer gezielt zwischen Plattenhardt und die Innenverteidigung. Schon nach dem 1:0 durch Nkunku, als der Leipziger Plattenhardt schlichtweg stehenließ, war klar, dass Hertha über die linke Seite mehr als anfällig ist.
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Viel erschreckender als Plattenhardts Leistung ist der Mangel an Alternativen: Herthas Nachwuchshoffnung Luca Netz spielt jetzt in Gladbach, Maxi Mittelstädt zeigt ähnlich wie Plattenhardt derzeit nur schwache Leistungen und Jordan Torunarigha ist in der Innenverteidigung besser aufgehoben, derzeit aber ohnehin verletzt.
Herthas Neuzugang Jurgen Ekkelenkamp ist in der berühmten Ajax-Schule fußballerisch groß geworden. Die Ajax-Nachwuchsspieler sind bekannt für ihre brillanten technischen Fähigkeiten und ihre Spielintelligenz – allerdings auch für einen sehr Ballbesitz-geprägten und dominanten Fußball. Gegen den Aufsteiger Fürth hatte Ekkelenkamp dies exzellent unter Beweis gestellt. Hertha drückte die gesamte zweite Halbzeit über – viele Angriffe liefen über den Niederländer.
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Gegen Leipzig wiederum stand Hertha dauerhaft unter Druck: Schon nach wenigen Pässen hatten sich die Leipziger den Ball wieder zurückerobert, Hertha konnte eigentlich in keiner Sequenz des Spiels so etwas wie ein eigenes Spiel entfalten. Ekkelenkamp kam mit dieser Situation nicht klar. Von einem erfahrenen „Zehner“ müsste man erwarten können, dass er dem Spiel auch in solchen Drucksituationen seinen Stempel aufdrückt. Das hat der Niederländer nicht ansatzweise geschafft, was möglicherweise auch mit der taktischen Aufstellung der Mannschaft zu tun hat – womit wir beim nächsten Thema wären …
Pal Dardai – Zweifelhafte Entscheidungen und Äußerungen
Dass Hertha gegen Leipzig nie ins Spiel kam, könnte auch an der taktischen Aufstellung gelegen haben. Die beiden spielstarken Zentral-Spieler Serdar und Ekkelenkamp mussten hinter Davie Selke mehr oder weniger über die Außenbahnen kommen. Das Zentrum besetzte Dardai hingegen mit einem formschwachen Vladimir Darida und Santiago Ascacibar – beide sind nicht gerade für ein explosives, kreatives Konterspiel bekannt. Aber genau das hätte Hertha im Zentrum gebraucht, um überhaupt eine Chance zu haben.
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Insofern ist es wenig verwunderlich, dass nicht nur Ekkelenkamp sondern auch Serdar kein Faktor im Leipzig-Spiel war. Leider ist die Aufstellung im Leipzig-Spiel nicht die erste fragwürdige Entscheidung Dardais in dieser Saison gewesen. Gegen Bochum startete überraschend Dennis Jastrzembski auf der linken Seite, musste nach einer schwachen Leistung früh ausgewechselt werden. Die beiden spielstarken Neuzugänge Myziane Maolida und Jurgen Ekkelenkamp ließ Dardai in ihren ersten Spielen auffällig lange auf der Bank schmoren und warum der quirlige und flinke Marco Richter gegen Leipzig nicht Davie Selke bevorzugt wurde, versteht auch niemand – schließlich war Richter nach seinen Einwechslungen stets ein Unruhefaktor im gegnerischen Strafraum.
Auch über Dardais Spieleinschätzungen und Äußerungen muss man sich des Öfteren wundern. Dass der Ungar öffentlich seinen Job zur Verfügung stellte, war nur ein Beispiel für Dardais teils kontraproduktives Auftreten. Als Hertha-Fan kann man Dardais „Wir müssen das akzeptieren“-Spruch nach so desolaten Leistungen nicht mehr hören. Eine knappe Niederlage nach einem umkämpften Spiel gegen die Sachsen hätte man gut akzeptieren können. Aber warum müssen der Verein und die Fans immer wieder komplette Zusammenbrüche akzeptieren? Das kann nicht der Anspruch einer Bundesliga-Mannschaft sein. Auch Dardais Einschätzung, dass Hertha gegen Leipzig gut ins Spiel gekommen sei, ist einfach nicht nachzuvollziehen.
Und dann waren da noch …
Krzysztof Piatek: Die einzige erfreuliche Meldung vom Samstag war das Comeback von Piatek. Länger als vier Monate war der polnische Angreifer verletzt. Natürlich konnte auch Piatek nach seiner Einwechslung in der 84. Spielminute nichts mehr am Ausgang des Spiels ändern. Dass er aber wieder zu seinem Faktor in Herthas Angriff werden kann, bewies er kurz vor Abpfiff, als er den Ball an der Strafraumkante bekam und ohne langes Zögern einen wuchtigen Schuss abfeuerte. Schnörkellose Torgefahr – das ist Piateks Stärke.
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Kai Dittmann: Die Sky-Moderatoren haben in der Regel fast eine Woche lang Zeit, sich auf ein Bundesligaspiel vorzubereiten. Zu dieser Vorbereitung könnte es gehören, dass sich die Kommentatoren über die Aussprache der Spielernamen informieren. Kai Dittmann scheint dies als nicht allzu wichtig zu empfinden. Denn zum wiederholten Male nannte er Herthas Rechtsaußen Deyovaisio Zeefuik „Zefack“, was konstant an eine englischsprachige Schimpfwort-Phrase erinnerte. Das nervt!
Fazit
Herthas Management hat als Jahresziel ausgerufen, dass man eine „Saison der Stabilität“ spielen wolle. Nach sechs Spieltagen muss man das Fazit ziehen, dass dies bei Weitem bislang nicht erreicht wurde. Dank der beiden Siege gegen Fürth und Bochum steht das Team zwar nicht auf den Abstiegsrängen.
Herthas Auftreten ist allerdings alles andere als stabil. Kein Team hat bislang mehr Gegentore (18 an der Zahl) hinnehmen müssen und streckenweise fällt die Mannschaft komplett in sich zusammen. Hinzu kommt, dass man sich immer mehr um die Kader-Zusammenstellung sorgen muss. Die Ausfälle in der Abwehr der vergangenen Wochen haben Hertha in einen personellen Engpass geführt und auf den Außenbahnen hat das Team noch nicht einmal im fitten Zustand Spieler, die ein schnelles, aggressives Spiel aufziehen können, bei dem der Gegner früh attackiert wird.
Es ist ruhig geworden an der Spree. Dem gruseligen Saisonstart mit drei Niederlagen aus den ersten drei Partien folgten nun zwei Pflichtsiege gegen die Aufsteiger aus Bochum und Fürth, dank derer man verhindern konnte, schon früh dem weiteren Teilnehmerfeld hinterherlaufen zu müssen. Die Hoffnung besteht, dass dieser so unausgeglichene Kader, der sich erst noch finden muss, nun über diese Ergebnisse das dringend nötige Selbstvertrauen geholt hat, um auch gegen qualitativ hochwertigere Gegner bestehen zu können. Den ersten Beweis für diese These tritt das Team von Pal Dardai am Samstag in Leipzig an.
In Vorbereitung auf das Spiel haben wir mit Leipzig-Experte Kai gesprochen, der uns die Hintergründe zum missratenen Saisonauftakt erklärt.
Der Nächste bitte
Viele staunten nicht schlecht, als in der Saison 2016/2017 plötzlich ein neuer Bayern-Jäger die Liga in Aufruhr versetzte. Der Aufsteiger aus Leipzig schaffte es in der Debütsaison, mit Hochgeschwindigkeits-Pressingfußball auf Platz Zwei vorzustürmen. Mit Ausnahme des zweiten Jahres stand seitdem am Ende jeder Saison ein Champions League-Platz zu Buche, letztes Jahr gar erneut die Vizemeisterschaft. Da man sich im selben Zeitraum darauf verlassen konnte, dass der natürliche Verfolger Dortmund es regelmäßig fertigbrachte, gegen Vereine wie Augsburg oder Freiburg zu verlieren, schien Leipzig – mit freundlicher Unterstützung eines zahlungskräftigen Österreichers – die einzige Mannschaft, die die Dominanz aus München brechen könnte. Jener Gedanke dürfte seit diesem Sommer obsolet sein.
Insbesondere der Abgang von Trainer Nagelsmann hinterlässt eine große Lücke in Leipzig. (Foto: Tim Rehbein RHR FOTO, imago images via Getty images)
Hat der Branchenprimus aus dem Süden bislang die Finger von Spielern aus der Messestadt gelassen, wurde in diesem Sommer wieder die altbewährte Hoeneß-Taktik aus der Schublade geholt, die auch schon Mannschaften wie Werder Bremen, Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen zu spüren bekamen: Sobald dem FC Bayern jemand auf nationaler Ebene zu nahe kommt, wird er eben leergekauft.
War man beim BVB immerhin noch so großzügig, die drei wichtigsten Akteure (Hummels, Götze, Lewandowski) über drei Saisons verteilt nach München zu lotsen, ging man bei den Leipzigern etwas rabiater vor und holte in einem Sommer den Trainer, den Kapitän sowie den Abwehrchef an die Isar.
Und so sehr man die Bayern dafür kritisieren kann, den nationalen Wettbewerb auf Spitzenebene seit Jahren faktisch außer Kraft zu setzen, so sehr zeigt der Blick auf die aktuelle Tabelle: Es funktioniert.
Die Rückkehr zum alten Weg
Nach der großen Abwanderung gen Süden war Leipzig also zum Handeln gezwungen und reagierte auf etwas ernüchternde Art und Weise. Denn nach harten Verhandlungen mit der Zweigstelle aus Salzburg besetzte man die vakante Trainerstelle mit Jesse Marsch, der vor seiner Versetzung in die Mozartstadt bereits in Leipzig als Co-Trainer unter Ralf Rangnick arbeitete. Sowohl den Abgang von Nagelsmann als auch dessen Nachfolgebesetzung sieht Kai sehr kritisch:
„Ehrlich gesagt kann ich den Schritt des Vereins nicht nachvollziehen. Der erste Fehler war, Nagelsmann inklusive seines gesamten Staffs vor Vertragsende und ohne Ausstiegsklausel zum größten sportlichen Wettbewerber ziehen zu lassen.
Marsch war dann aufgrund seiner vorherigen Stationen im RB-Fußballkosmos in Salzburg, New York und Leipzig sicher eine naheliegende Lösung. Aber aus meiner Sicht nicht die beste. Man hatte Nagelsmann geholt, um das Team taktisch zu einem europäischen Spitzenklub weiterzuentwickeln und einen Titel zu holen. Die Mission wurde unerfüllt abgebrochen und jetzt soll es eine Art „Zurück in die Zukunft“-Move richten. Ich halte das für eine Sackgasse.“
Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis
Was sicherlich für Marsch gesprochen hat, ist, dass man weiß, was man bekommt. Als Mitarbeiter, der seit 2014 im Konzern tätig ist, kennt er die Methoden in-und auswendig und hat sie bereits an den Standorten New York und Salzburg erfolgreich implementiert. In Leipzig indes stößt er damit bislang noch auf Widerstände: „In der Theorie steht Jesse Marsch für den klassischen RB-Stil mit einem starken Fokus auf Gegenpressing, Zentrumsorientierung sowie schnellen, vertikalen Kombinationen nach Ballgewinn. Aktuell ist davon – mit Ausnahme des Stuttgarts-Spiels – nur in Ansätzen etwas zu sehen. Das Team scheint noch sehr im Niemandsland zwischen dem Ballbesitz-System von Nagelsmann und der neuen, alten Spielidee von Marsch gefangen.“, ordnet Kai ein.
Neu-Coach Jesse Marsch leidet noch unter Startschwierigkeiten (Foto: imago images via Getty images)
Insbesondere die für Leipzig eigentlich völlig untypische defensive Anfälligkeit bereitet Kai zudem Sorgen: „ […] Im Ergebnis lässt Leipzig, das unter Rangnick und Nagelsmann die stärkste Defensive der Liga hatte, aktuell die zweitmeisten Großchancen zu. Gleichzeitig setzt sich die schlechte Chancenverwertung auch in dieser Saison fort. Ganze sechs Tore aus 96 Torschüssen sind mit 6,3 Prozent die schlechteste Quote aller Bundesligisten.“
Ein wesentlicher Grund für die aufgezeigten Schwächen ist neben den noch nicht greifenden, taktischen Anpassungen sicherlich auch auf personeller Ebene zu finden. So wurde neben Dayot Upamecano in Ibrahima Konaté der zweite hochveranlagte Innenverteidiger verkauft. Aus Kais Sicht ist das „zusammen mit dem geplatzten Transfer von Lacroix aus Wolfsburg ein klares Manko der Transferperiode. Die fehlende Geschwindigkeit in der Innenverteidigung ist ein Grund für die aktuell katastrophale Restfeldverteidigung und die Gegentorflut gegen Bayern und ManCity.“
Dennoch ist es keineswegs so, als würde Hertha am Samstag auf ein Team aus Hobbykickern treffen. Auch in diesem Sommer gelang es Leipzig wieder, einige hochveranlagte Spieler in die Messestadt zu lotsen: „Mit Gvardiol, Simakan, Brobbey und Moriba hat man spannende junge Spieler mit viel Wertsteigerungspotenzial verpflichtet. Etwas aus der Rolle fällt da die Verpflichtung von André Silva aus Frankfurt, einem gestandenen Stürmer, der mit 28 Toren in der vergangenen Saison seine Qualitäten bereits auf Bundesliganiveau unter Beweis gestellt hat.“
Mit halber Kraft zum Angstgegner Leipzig
Blickt man auf die Situation in Leipzig, ist man also geneigt, zu resümieren, dass ein Sieg für Hertha wohl selten wahrscheinlicher war als an diesem sechsten Spieltag. Wäre da nur nicht die Verletztensituation. Neben Stefan Jovetic stehen auch Lukas Klünter. Dedryck Boyata, Jordan Torunarigha sowie Nezugang Myziane Maolida nicht zur Verfügung.
Wie lange es für Krzystof Piatek und Marton Dardai reichen wird, wollte Trainer Dardai bei der Pressekonferenz am Donnerstag noch nicht preisgeben. Ob die Statistik von acht Niederlagen in zehn Spielen gegen die Leipziger aufgehübscht werden kann, ist also einmal mehr zumindest fraglich.
Nach den Siegen gegen die Aufsteiger Bochum und Fürth ist Hertha BSC nicht nur punkte- sondern auch leistungsmäßig in der Saison angekommen. Insbesondere die Leistung beim gestrigen Sieg gegen die Spielvereinigung Fürth macht Hoffnung darauf, dass in der fast komplett neu zusammengesetzten Mannschaft ein neuer Kampfgeist entsteht. Die Herthaner im Fokus.
Hertha wird zu einer Einheit
Die Transferstrategie von Fredi Bobic im jüngst beendeten Transferfenster war deutlich zu erkennen: Die sportlichen und psychologischen Bremser durch sogenannte Mentalitätsspieler ergänzen, um in einer neu zusammengestellten Mannschaft einen neuen Siegeswillen zu erzeugen. Wenn man sich Herthas Hauptproblem der vergangenen Monate anschaut – die fehlende Überzeugung – ist das sicherlich ein nachvollziehbarer Weg. Nach zwei gewonnen Spielen ist es vielleicht zu früh Bobic zu bescheinigen, dass er mit diesem Vorgehen Erfolg hat.
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Allerdings zeigen sich erste positive Ansätze: Auch wenn Hertha gegen Bochum und Fürth über weite Strecken spielerisch so gar nicht glänzte, glaubte das Team an ein für sie positives Ende. Das liegt sowohl daran, dass auf dem Platz endlich mehr und besser miteinander geredet wird. Aber auch daran, dass einzelne Spieler in den wichtigen Spielmomenten Verantwortung übernommen haben.
Jurgen Ekkelenkamp – Was für ein Einstand!
Einer dieser Spieler ist der Niederländer Jurgen Ekkelenkamp. Für den 21-jährigen Neueinkauf war es sicherlich keine einfache Situation gleich im ersten Spiel für Hertha beim Spielstand von 0:1 gegen den Aufsteiger Fürth eingewechselt zu werden. Aber Ekkelenkamp hatte Lust auf Fußball, nahm die Situation an und legte sofort los. Natürlich war sein Kopfballtor – Herthas erstes Ecken-Tor nach gefühlten zehn Jahren – beeindruckend.
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Noch viel überzeugender war aber, dass der Niederländer etwa 40 Sekunden zuvor am eigenen Strafraum den Ball eroberte und ein paar Pässe später gegen drei Fürther einen extrem öffnenden Pass spielte, der Davie Selke in eine Abschlusssituation brachte. Dass Ekkelenkamp sich auch mit dem Unentschieden nicht zufriedengeben wollte, konnte man auch beim 2:1-Siegtreffer sehen, als er erneut zur richtigen Zeit am richtigen Fleck war – ob nun Eigentor oder nicht.
Man kann nur hoffen, dass sich die Mentalität von Herthas neuem „Zehner“ auf den Rest des Teams überträgt. Seine Klasse hat er nun schon einmal mehr als nur andeuten können.
Lucas Tousart – Endlich ein Faktor in Herthas Spiel
Ekkelenkamp war nicht der einzige, der am gestrigen Freitagabend unbedingt drei Punkte holen wollte. Nach vielen erfolglosen Versuchen war auch Lucas Tousart gestern ein sehr wichtiger Faktor in Herthas Spiel. Obwohl es weiterhin schwer ist, einzelne Situationen im Spiel auszumachen, in denen Tousart spielentscheidende Aktionen hatte, war er gestern unheimlich wichtig.
Denn der Franzose hatte einen guten Riecher dafür, wann und wo in der Nähe des eigenen Strafraums gefährliche Situationen entstehen könnten. In den allermeisten Fällen gewann Tousart diese Zweikämpfe dann auch und bediente Suat Serdar, um Angriffe einzuleiten. Dass Tousart mit knapp zwölf gelaufenen Kilometern gestern Herthas laufstärkster Akteur war, beweist, dass der Franzose gestern Überzeugungstäter war.
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Weiterhin ist sein einziges Manko das Offensivspiel. Eine Aktion im gegnerischen Strafraum ist sicherlich nicht genug. Wenn man bedenkt, dass Tousart diese eigentlich gefährliche Situation durch einen massiven Fehlpass an die Wand fuhr, wird noch klarer, dass der Franzose im Offensivspiel Nachholbedarf hat.
Die für einen zentralen Mittelfeldspieler eher schwache Passquote von rund 70 Prozent belegt auch, dass Tousart noch präziser werden muss. Insbesondere in Drucksituationen unterlaufen ihm einige Fehlpässe. Gegen den Ball war es aber ein starker und damit wichtiger Auftritt.
Deyovaisio Zeefuik – Endlich wieder wichtig
73. Spielminute: Aus dem Fürther Mittelfeld wird ein langer Ball auf den linken Außenspieler Abiama geschlagen, der alleine vor Herthas Keeper Schwolow steht, doch aus dem Nichts erreicht Zeefuik die Szene und spitzelt in letzter Sekunde den Ball weg.
Das ist als Außenverteidiger eigentlich seine Aufgabe, müsste man meinen. Doch der Niederländer war in den Minuten zuvor bestimmt fünf Mal die Linie hoch- und runtergesprintet, um die Mittelstürmer mit Flanken zu bedienen. Zeefuik hatte mit rund 11,4 Kilometern Herthas zweitstärkste Laufleistung und lag kurz vor Ende des Spiels mit Krämpfen auf dem Boden. Alleine dieses Bild zeigte, wie sehr die Mannschaft und insbesondere Zeefuik diesen Sieg wollten. Beeindruckend an Zeefuik ist auch seine unheimliche Sprungkraft: Im Vergleich zu vielen Strafraumstürmern ist der Niederländer eher kleingewachsen, viele dieser Kopfballduelle gewinnt er allerdings, um nur wenige Sekunden später am gegnerischen Strafraum eine gefährliche Flanke zu schlagen.
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Der von Zeefuik verursachte Elfmeter weist allerdings auf eine Schwäche des niederländischen U21-Nationalspielers hin. Teils ist Zeefuik recht ungeschickt bzw. unkonzentriert in Zweikämpfen. Gerade im eigenen Strafraum sollte er mit mehr Bedacht in Duelle gehen. Dennoch: In dieser Form ist der 23-Jährige nicht wegzudenken. Zeefuik steht für die Dynamik, Wucht und den Willen, den es so unbedingt braucht.
Und dann waren da noch …
Niklas Stark – Sehr schön zu sehen, wie Niklas Stark die Situation des Abwehrchefs übernahm, nachdem Herthas Kapitän Boyata verletzt ausgewechselt werden musste. Rechts und links an seiner Seite standen mit Marton Dardai und Linus Gechter zwei unerfahrene, junge Bundesligaspieler. Beide machten ihre Sache auch so gut, weil Leader wie Stark und Boateng stetig mit ihnen redeten und beispielsweise nach Stellungsfehlern korrigierten. Auch mit Schwolow stand Stark des Öfteren im Gespräch. Dass Stark nach 30 Minuten von Boyata nicht nur das Abwehrzentrum sondern auch die Kapitänsbinde übernahm, zeigt, welche Rolle er in der zusammenfindenden Mannschaft spielt.
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Die Verletzungen – Herthas Verletzungsmisere setzt sich fort. Nach den beiden Abwehrspielern Jordan Torunarigha und Lukas Klünter, die sich vergangene Woche in Bochum verletzten, sind nun auch noch Myziane Maolida und Dedryck Boyata verletzt. Wie bei Torunarigha handelt es sich um Muskelverletzungen? Hat Hertha etwa ein Belastungsproblem?
Fazit: In der Saison angekommen
Es war schön zu sehen, dass Hertha gegen Fürth nach einer spielerisch enttäuschenden ersten Halbzeit und dem Rückstand zurückkam. Es wäre auch sehr enttäuschend gewesen, wenn Hertha dieses Spiel nicht gewonnen hätte. Schließlich sprechen fast alle wichtigen Spielwerte für die Berliner. Lediglich bei der Laufleistung und der Zweikampfquote lagen die Franken als Team leicht vor Hertha.
Schön wäre es, wenn sich rund um die Mittelfeldachse Tousart-Boateng–Serdar-Ekkelenkamp ein Team bildet, das den motivierten und kämpferischen Eindruck aus dem Fürth-Spiel auch in den kommenden Wochen bestätigt.
Hertha muss nach dem verkorksten Saisonstart dringend punkten. Das Spiel gegen Greuther Fürth wird wegweisend sein – geht der Blick für die Berliner nach oben oder nach unten? Doch auch die Kleeblätter stehen schon jetzt mit dem Rücken zur Wand. Es könnte eine Schlammschlacht werden.
Für das Spiel am Freitagabend haben wir uns mit Fürth-Experte Michael Fischer ausgetauscht. Dieser ist Sportredakteur bei den Nürnberger Nachrichten und dort zuständig für die ständige Berichterstattung zum “Kleeblatt”.
Trotz Sieg gegen Bochum ein schlechter Saisonstart
Nur drei Punkte aus vier Spielen – das ist für Hertha zu wenig. Selbst das ausgesprochene Ziel einer ruhigen Saison mit Platz in der Mittelfeldtabelle scheint gegenwärtig schwierig zu erreichen. Viel eher wird sich so mancher Fan auf eine ähnlich turbulente Spielzeit wie die Vergangene eingestellt haben. Das Spiel gegen Greuther Fürth ist demnach immens wichtig, um die Mittelfeldplätze nicht aus den Augen zu verlieren – und um nicht final im Abstiegskampf dieser so frühen Saison anzukommen.
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Doch was gibt den Hertha-Anhängern Hoffnung für das Spiel gegen die Kleeblätter? Ehrlicherweise relativ wenig. Bis auf die erste erste halbe Stunde gegen Köln spielte Hertha bisher ernüchternd. Die Defensive wackelt wie eh und je und auch das offensive Spiel wirkt weiterhin ideenlos und ohne Zug zum Tor. Doch: Aufsteiger Fürth kämpft gegenwärtig mit ähnlichen Problemen. So haben sie in dieser Saison gemeinsam mit Hertha elf Gegentore kassiert – Tiefwert in der Liga. Und auch das offensive Spiel mit lediglich zwei Toren kann den Hertha-Fans Hoffnung geben.
Hertha droht gegen Fürth ein K(r)ampfspiel
Es ist weiterhin schwer zu prognostizieren, wie Hertha spielen wird. Zwar trainierten Selke, Piatek und Plattenhardt nach ihren Verletzung in dieser Woche erstmals wieder. Doch auch wenn es für das Spiel gegen Fürth reichen sollte, werden sie Zeit brauchen, bis sie wieder bei 100 Prozent sind. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Marton Dardai – dieser würde wohl durch den jungen Linus Gechter ersetzt werden, der gegen Bochum sein Profidebüt feierte. Auch beim Leader Boateng hat es bisher nie zu den vollen 90 Minuten gereicht. Selbst die Formation scheint noch nicht klar – Hertha könnte mit startete mit einer Fünfer- oder Viererkette auflaufen.
So kann bisher auch kaum prognostiziert werden, ob Hertha versuchen wird, das Spiel zu machen oder – so wie gegen Aufsteiger Bochum – versuchen wird, hinten stabil zu stehen und auf Chancen zu lauern. Doch auch wenn Fürths Abwehr ähnliche Probleme wie die der Berliner hat – solche Einladungen wie gegen Bochum, als Serdar zwei Mal in aller Ruhe einnetzen konnte, wird es wohl nicht wieder geben.
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Zu erwarten ist, dass es von beiden Mannschaften ein vorsichtiges Spiel wird, wissen Beide doch um ihre Anfälligkeit in der Defensive. Wie so oft bei Hertha ist das wenig attraktiv – doch scheut Dardai das große Risiko. In Anbetracht der Abwehr, kann man ihm das vermutlich nicht vorwerfen.
Eine andere These ist, dass es nicht zur erwarteten Schlammschlacht kommt. So könnten besonders die Neuzugänge noch nicht vom Hertha-Blues infiziert sein. Suat Serdar scheint es bisher zumindest noch nicht und agiert mit zielstrebigen Pässen in die Tiefe und klugen raumgewinnenden Laufwegen. Ähnliches erhofft man sich von Ekkelenkamp, der gegen Fürth zum Einsatz kommen könnte. Vorne könnte dann etwa Maolida als flinker und wendiger Abnehmer der Pässe bereit stehen.
Junge, unerfahrene, aber kämpferische Kleeblätter
Auch Fürth-Experte Michael Fischer glaubt eher an ein Kampfspiel, „weil beide Mannschaften nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen“, wie er sagt. Seine Mannschaft sieht er in einem 4-4-2 antreten. Mit dieser Formation ist die Mannschaft aufgestiegen und „das spielstarke Mittelfeld war das Herzstück des Erfolges“, sagt Michael. Mit Sechser Anton Stach und Zehner Sebastian Ernst haben die Kleeblätter jedoch zwei Stützen des Mittelfelds verloren. Paul Seguin und Julian Green (beide Achter) seien laut Michael bisher noch kein gleichwertiger Ersatz. „Beide kämpfen noch ein bisschen mit dem Tempo und der Robustheit in Liga Eins“, sagt er. Hier könnten vor allem die bissigen Ascacibar und Boateng dem Fürther Mittelfeld gehörig Druck machen.
Neben dem Mittelfeld brillierten in der Aufstiegssaison laut Michael vor allem die Außenverteidiger, etwa der zu Hoffenheim abgewanderte David Raum. 15 Assists steuerte er in der Aufstiegssaison bei. „Oft hat man mit den vier Mittelfeldspielern eine Seite überladen und dann die Seitenverlagerung gewählt, wo die Außenverteidiger dann Räume hatten und die Stürmer in der Mitte dann verwandelten“, sagt er.
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Am letzten Spieltag gegen Wolfsburg hätten die Kleeblätter aber etwas für sie untypisches gemacht. So stellten sie als zweite Sturmspitze neben Hrgota den am Deadline-Day verpflichteten Hünen Itten auf. Er soll als Wandspieler fungieren, „um nicht so viel Energie im Spielaufbau zu verschwenden und keine gefährlichen Ballverluste nahe des eigenen Tores zu provozieren“, wie Fürths Trainer, Stefan Leitl, sagt. Laut Michael sei das bisher jedoch nur mäßig erfolgreich gewesen.
„Auch, weil die Raumbesetzung für die zweiten Bälle nicht optimal war“, wie er sagt. Gegen Hertha jedoch, könnte das besser funktionieren. Die Offensive ist nicht für ein Fehler provozierendes Pressing bekannt – schon gar nicht ohne Selke. Auch die zweiten Bälle landen zu selten bei der Hertha, hier ist ein hohes Fußball-IQ, schnelles Denken, Handeln und Entschiedenheit von Nöten, was den Berlinern aktuell nicht unbedingt nachgesagt wird.
Fürth versucht sich gegen Hertha im Kontern
Angst vor den Berlinern hat Michael auf jeden Fall nicht. Das Spiel gegen Bochum hat er nebenbei laufen gelassen und „überzeugt hat mich das so gar nicht“, sagt er. Er prognostiziert, dass seine Fürther zunächst darauf bedacht sein werden, nicht wieder in einen frühen Rückstand zu geraten. Ligaübergreifend kassierte man acht Mal in Folge das 0:1. „Man wird wohl eher auf die Chance nach schnellem Umschalten aus sein“, sagt er. Zumindest sei das im Training diese Woche geübt worden. Da Hertha nun auch nicht für das offensive Feuerwerk bekannt ist, könnte es wohl doch auf die befürchtete Schlammschlacht hinaus laufen.
Jedoch ist das auch nur zweitrangig, insofern zumindest das Ergebnis stimmt, etwa wie gegen Bochum. „1:2“ tippt Michael, womit er Hertha endgültig in den Abstiegskampf befördern würde. Tipp des Hertha-Base-Redakteurs: Ein genauso dreckiges 3:1 wie gegen Bochum – und ein Platz in der Sonne im unteren Mittelfeld.
Nach einer chancenlosen Partie gegen Bayern München und einem ernüchternden Deadline Day galt es für Hertha BSC, die Länderspielpause zu nutzen und gegen den VfL Bochum die ersten Punkte dieser Saison einzufahren, um einen Katastrophenstart zu vermeiden.Das gelang immerhin. Spielerisch bot Hertha aber über die gesamten 90 Minuten magere Kost. Es wird wohl eine lange Saison…
Wir blicken auf einige Herthaner bei diesem wichtigen 3:1-Auswärtssieg.
Dennis Jastrzembski – DJ der leisen Töne
Der 21-jährige Leihrückkehrer war sicherlich die große Überraschung in der Hertha-Startelf gegen Bochum. Auf der linken Seite der Fünferkette erhielt er den Vorzug vor dem formschwachen Maxi Mittelstädt; Marvin Plattenhardt fehlte verletzt. Jastrzembski ist als gelernter Außenstürmer dabei sicherlich auch die offensivstärkere Option. Aber eben auch eine defensiv wackligere und so überraschte es kaum, dass die ersten Angriffsversuche der Bochumer über seine linke Seite kamen und direkt in einem gelbwürdigen Foul nach nicht einmal zwei Minuten mündeten.
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In der Folge bekam Jastrzembski häufiger Unterstützung in der Defensivarbeit von Lucas Tousart, der dafür in der Mitte etwas mehr Platz anbieten musste. Auch Marco Richter half, der in potenziellen Umschaltmomenten dann ab und an selbst vorne fehlte.
Offensiv präsentierte sich Jastrzembski etwas beweglicher als die beiden Linksverteidiger-Alternativen Maxi Mittelstädt oder Marvin Plattenhardt. Er blieb aber trotz einiger zaghafter Anläufe insgesamt ohne Durchschlagskraft und entscheidende Ideen. Mit einem seiner weiten Einwurf leitete er immerhin das 2:0 durch Suat Serdar ein.
“Jatze” weder fatal, noch berauschend
Zur Halbzeit wurde Jastrzembski gegen Maxi Mittelstädt ausgetauscht, um defensiv mehr Sicherheit zu bewirken und die bis dato eher unverdiente 2:0-Führung über die Zeit zu bringen.
Alles in allem ein okayer Auftritt vom jungen Außenstürmer auf ungewohnter Position. Die defensiven Problemen waren erwartbar, werden in der Bundesliga von spielstärkeren Mannschaften aber auch deutlich härter bestraft.
Ob Pál Dárdai am Freitag im Olympiastadion gegen Fürth Jasztrembski wieder das Vertrauen schenkt und gegen den vermeintlich schwächsten Gegner auf mehr Offensivpower setzt, bleibt abzuwarten. Sein Auftritt war weder besonders berauschend, noch besonders fatal. Kontrahent Mittelstädt hat sich allerdings in Hälfte Zwei auch nicht aufdrängen können. Und da Plattenhardt nach wie vor verletzt ist, könnte diese ungewöhnliche Besetzung der linken Außenposition gegen Fürth seine Fortsetzung finden.
Suat Serdar – Der Goal-aus-dem-Nichts-Getter
Wie schon gegen Köln begann Suat Serdar für Hertha in Bochum als rechter Part eines Dreiersturms. Wie schon gegen Köln funktionierte das überhaupt nicht. Serdar bekam keine Bälle, weil Hertha das anfängliche Pressing der Bochumer kaum auflösen konnte. Darüber hinaus kamen Lucas Tousart und Vladimir Darida im Zentrum nicht wirklich ins Spiel. In der Folge hing eigentlich die gesamte Offensive in der Luft.
Dem Herthaner Mittelfeld fehlte ein Ballverteiler, ein Box-To-Box-Spieler, der das Spiel aufzieht und den Ball auch mal nach vorn treibt – also ein Spieler wie Serdar, der eigentlich auch für genau diese Aufgaben geholt worden war. Das sah wohl auch Pál Dárdai so und stellt Hertha Mitte der ersten Hälfte auf ein 3-5-2 um. Serdar bot er so zentraler auf einer Achterposition auf, um genau dieses Defizit zu beheben.
Folgerichtig, dass Serdar dann in Minute 37 nach einem schönen Ballgewinn von Niklas Stark mit seiner ersten Aktion des Spiels von der Achterposition aus den Ball aufnahm, Richtung Tor zog, schließlich mit einem Haken drei Bochumer Verteidiger stehen ließ und mit einem schönen Abschluss von der 16er-Linie ins lange Eck auf 1:0 stellte.
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Die Bochumer waren angesichts des bisherigen Spielverlaufs zurecht konsterniert. Und ihr Unglück steigerte sich noch, als sich die Bochumer Hintermannschaft in der 43. Minute nach einem Einwurf Jastrzembskis derart dilettantisch anstellte, dass der Ball plötzlich unbegleitet im Fünfer frei vor Serdar lag und dieser nur noch einzuschieben brauchte.
So stand der 24-Jährige plötzlich unverhofft mit einem Doppelpack da, der sich nach Herthas Offensivvortrag in Hälfte eins eigentlich so gar nicht angedeutet hatte.
Schluss mit den Serdar-Experimenten
In der zweiten Hälfte konzentrierte sich Hertha gegen Bochum auf das Verteidigen dieses Vorsprungs. So tauchte auch Serdar wie die meisten seiner Kollegen weitestgehend ab und verrichtete vorrangig seine defensiven Aufgaben. Hertha konnte dadurch allerdings kaum einmal für Entlastung sorgen und der Bochumer Druck erhöhte sich umso mehr, als Simon Zoller in der 59. Minute zum Anschluss traf. Schlussendlich rettete eine weitere Einzelaktion von Myziane Maolida die glanzlosen, so wichtigen drei Punkte.
Nachdem das Experiment Serdar auf Rechtsaußen bereits zum zweiten Mal so gar keine Früchte trug, dürfte sich der ehemalige Gelsenkirchener gegen Greuther Fürth hoffentlich auf seiner angestammten Position im zentralen Mittelfeld wiederfinden. Die Fürther dürften als Tabellenletzter im Auswärtsspiel in Berlin wohl größtenteils auf eine stabile Defensive und Herthas fehlende Kreativität setzen, um Punkte aus der Hauptstadt zu entführen.
Entsprechend könnte Serdar die wichtige Rolle als Taktgeber und Ballverteiler zukommen. Darüber hinaus darf er gern auch in Einzelaktionen seine Torgefahr wieder aufblitzen lassen. Denn das sich Hertha gegen die Fürther Defensive reihenweise schön durchkombiniert, ist nach den letzten Spielen nicht zu erwarten.
Myziane Maolida – Ein Ballkontakt reicht
Der französische Neuzugang kam zwei Wochen nach seinem Deadline Day-Transfer erwartungsgemäß noch nicht von Beginn an zum Einsatz. In der 57. Minute war es dann aber soweit, Pál Dárdai erhoffte sich von dem Wechsel offensive Entlastung und brachte Myziane Maolida gegen Bochum so zu seinem Hertha-Debüt.
Zu einem denkbar undankbaren Zeitpunkt, denn Hertha hatte sich in Hälfte zwei immer weiter zurückgezogen, das Offensivspiel mehr oder weniger eingestellt und sah sich zunehmendem Bochumer Druck ausgesetzt.. Und so hing Maolida neben Belfodil erst einmal in der Luft und schaute seinen Teamkollegen beim unzureichenden Klären von Hereingaben zu.
Als endlich einmal ein Ball seinen Weg in die Bochumer Hälfte fand, nahm Maolida mit seinem gefühlt (und möglicherweise tatsächlich) ersten Ballkontakt in der 78. Minute Tempo auf, zog dribbelnd von rechts ins Zentrum Richtung Tor, schüttelte den offensichtlich angeschlagenen Armel Bella-Kotchap ab und wurde auch von den übrigen Bochumer Abwehrspielern nicht attackiert. Diese Chance ließ sich Maolida nicht nehmen und schloss aus zentraler Position 16 Meter vor dem Tor mit seinem schwachen linken Fuß ins rechte untere Eck ab.
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Damit war der Deckel drauf. Die Partie verflachte in der Folge. Maolida durfte sich noch einige Male in Laufduelle stürzen und in der letzten Minute beinahe ein spektakuläres Distanztor von Lucas Tousart bestaunen. VfL-Keeper Manuel Riemann konnte seinen Annahme-Patzer aber auf der Linie noch ausbügeln.
Wie macht sich Maolida gegen tiefstehende Gegner?
Aus Maolidas Sicht ist ihm sein Debüt dank des Treffers gelungen. Abseits des Treffers war ehrlicherweise aber noch nicht so viel zu sehen, was insbesondere an dem Mangel an Zuspielen lag. In den knapp 30 Minuten auf dem Platz bekam er aber kaum einen Ball und war in der Offensive spätestens seit der Auswechslung Belfodils völlig allein auf weiter Flur.
Und so wird es spannend, wie er sich präsentieren kann, wenn Hertha nicht auf Konter setzt, sondern gegen einen kompakt verteidigenden Gegner das Spiel machen muss. Dribblingstärke, offensives Kombinationsspiel und Abschlussstärke kann er vermutlich schon beim Heimspiel gegen den neuen Tabellenletzten Greuther Fürth am Freitagabend unter Beweis stellen. Sollte es nicht für die Startelf reichen, wird er wohl wieder als Joker zum Zug kommen. Und so hoffentlich an den ordentlichen ersten Eindruck aus dem Bochum-Spiel anknüpfen.
System – Aufstellung, wechsel dich
Hertha begann in einem 3-4-3 mit Suat Serdar auf dem rechten Flügel und Dennis Jastrzembski auf der linken Schiene.
Anders als vom DAZN-Kommentator vehement behauptet, ist das grundsätzlich erstmal eine eher offensivere Aufstellung als das alternative 3-5-2, in dem sich ein zentraler Mitelfeldspieler mehr um defensive Absicherung kümmern kann. Dazu hatte mit DJ auf der linken Schiene ein gelernter Außenstürmer auch Defensivaufgaben zu verrichten.
Trotzdem lahmte Herthas Offensivspiel total. Das lag in erster Linie daran, dass die laufstarken Sechser Lucas Tousart und Vladimir Darida zwar viel unterwegs waren, aber nicht die richtigen Räume bespielten. So kam der Ball überhaupt nicht ins Angriffsdrittel. Hertha konnte sich häufig schon nicht in der Dreierkette nicht aus dem Bochumer Pressing befreien. Man versuchte sich in langen Bällen, die regelmäßig bei einem Bochumer Spieler landeten.
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So stellte Dárdai zur Mitte der ersten Hälfte auf ein 3-5-2 um und zog Suat Serdar auf die Achterposition zurück. Zwar dominierte Hertha das Spiel auch jetzt nicht und tat sich in offensiven Kombinationen noch immer sehr schwer, fand aber immerhin statt. Und kam so zwar insgesamt unverdient, aber vielleicht auch nicht ganz zufällig zu den zwei Treffern durch Serdar.
Bis auf drei Punkte kann Hertha wenig aus Bochum mitnehmen
Zur Halbzeit musste Dárdai auf den verletzungsbedingten Ausfall von Jordan Torunarigha reagieren. Er brachte den erst 17-jährigen Linus Gechter zu seinem Bundesliga-Debüt. Vielleicht auch deswegen wechselte Herthas Coach zusätzlich noch den defensiv anfälligeren Jastrzembski aus und brachte dafür den erfahreneren Maxi Mittelstädt. Das Team war in der Folge sehr darauf bedacht, das Ergebnis zu sichern und stellte die Offensivbemühungen praktisch ein. Die Bochumer fühlten sich mit dem Ballbesitz zunehmend wohler und so kam es in der 59. Minute, wie es kommen musste und der Anschlusstreffer fiel.
In der Folge wirkte Hertha stark verunsichert und der Ausgleich schien nur noch eine Frage der Zeit. Dárdai reagierte in der 73. Minute, indem er Ishak Belfodil vom Platz nahm und dafür Kevin-Prince Boateng brachte und so auf ein 5-4-1 umstellte. Das wohl defensivstmögliche System brachte nach vorne schließlich überhaupt keine Entlastung mehr. Bis Maolida das Spiel mit seiner Einzelaktion entschied und die Partie vor sich hinplätschernd auf das Ende zuging.
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Dárdai sagte nach dem Spiel im Fernsehinterview, dass das Team in den letzten zwei Wochen mit vielen neuen Systemen und Anweisungen konfrontiert war und er dafür eigentlich zufrieden sei. Der Erfolg mag ihm recht geben, es kann allerdings nicht der Anspruch von Hertha BSC sein, sich mit Einzelaktionen und individuellen Fehlern des Gegners in Bochum zu einem Auswärtssieg zu zittern. Entsprechend muss sich Hertha gegen Greuther Fürth anders präsentieren.
Denn Fürth dürfte in fremdem Stadion deutlich passiver auftreten und Hertha das Toreschießen schwer machen. Anders als die Bochumer wird Fürth wohl auch kaum den Ball übernehmen und sich etwas locken lassen. Es heißt dann für Hertha, spielerische Lösungen zu finden. Woher die innerhalb einer Woche kommen sollen, bleibt eher fraglich. Myziane Maolida zeigte Ansätze, auch Hoffnungsträger Jurgen Ekkelenkamp dürfte wenigstens als Einwechselspieler zu seinem Debüt kommen. Ob das gegen bisher zugegeben ebenfalls sehr schwache Fürther reicht?
Und dann war da noch:
Marco Richter, der viel unterwegs war, offensiv wie seine Teamkollegen aber in der Luft hing. Mangels Anspielen und zur Unterstützung von DJ war Richter auch öfters defensiv zu finden, fehlte bei Ballgewinnen dann für den Umschaltmoment wieder in der Offensive. Nach einer etwas auffälligeren Anfangsphase wurde er immer unsichtbarer, umso mehr Bochum den Ball kontrollierte. Der Wille war deutlich zu erkennen, Laufbereitschaft und Elan stimmen. Sofern Herthas Offensivspiel demnächst etwas Fahrt aufnimmt, könnten auch seine spielerischen Qualitäten zum tragen kommen.
Ishak Belfodil, der im Sturmzentrum kaum Bälle erhielt und mit den wenigen, die ankamen, nicht viel anfangen konnte. Der Algerier wühlte vor dem 2:0 beim Einwurf im gegnerischen Sechzehner (Bochum-Trainer Thomas Reis sah ein „klares Foul“ – nein) und wurde in der 73. Minute der taktischen Maßgabe völliger Defensive geopfert und ausgewechselt. Gegen Fürth dürfte er mangels Alternativen wieder ein Startelfkandidat sein.
Linus Gechter, der 17-jährige Innenverteidiger, der nach der Pause für den verletzten Jordan Torunarigha ins Spiel kam und sein Bundesliga-Debüt feierte. Schon in der Vorbereitung war Gechter in allen Testspielen bis auf das abschließende gegen Gaziantep eingesetzt worden. Die Nervosität war ihm dennoch anzumerken, beim Gegentreffer sah auch er nicht gut aus. Nichtsdestotrotz ein Meilenstein und ein weiterer vielversprechender Spieler aus der Akademie. Glückwunsch und wir freuen uns auf mehr, Linus!
Foto: xSebastianxRäppold/MatthiasxKochx/IMAGO
Eduard Löwen, der von Hertha an Bochum verliehene „Standardspezialist“, der alle ruhenden Bälle bei den Bochumern zu verantworten hatte. Doch keinen einzigen davon konnte er halbwegs gefährlich an den eigenen Mann oder aufs Tor bringen. In einer Szene köpfte Maxi Mittelstädt nach Freistoßhereingabe des Leih-Herthaners beinahe ein Eigentor – bezeichnend. Ansonsten lieferte Löwen ein ordentliches Spiel im zentralen Mittelfeld ab. An den Standards muss er aber dringend wieder etwas feilen.
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