Podcast #186 mit Fabian Drescher

Podcast #186 mit Fabian Drescher

Lukas hat das Coronavirus erwischt und trotzdem liefern wir euch natürlich die versprochene Folge mit Fabian Drescher, Präsidiumsmitglied bei Hertha BSC. Steven und Marc sprechen mit ihm über seine Arbeit im Gremium und wer eigentlich wo was zu sagen und zu tun hat. Die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung wird dabei nur von uns und nicht von Fabian kommentiert. Es geht vor allem darum zu verstehen, welche Kompetenzen das Präsidium und welchen Einfluss es auf das sportliche Geschehen hat. 

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(Photo by ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images)

Podcast #184 Felix Magath

Podcast #184 Felix Magath

Hertha BSC hat mal wieder einen neuen Cheftrainer. Puma, Marc und Lukas besprechen diese Trainerentscheidung, die Ereignisse der kompletten letzten Woche und natürlich auch die Leistung des vergangenen Spiels. Kann Magath die Mannschaft vor dem Abstieg retten? An welchen Punkten sollte er jetzt ansetzen? Was passiert mit Bobic, wenn sein zweiter Trainer nicht zündet? All diese Fragen versuchen wir zu beantworten. Dabei wird es zwischendurch auch emotional. Es ist einfach nicht leicht gerade einen klaren Gedanken zu all dem zu fassen, geschweige denn diesen dann im Podcast zu kommunizieren. 

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(Photo by Christopher Lee/Getty Images)

Felix Magath – Altmeister trifft auf „Alte Dame“

Felix Magath – Altmeister trifft auf „Alte Dame“

Es sind wilde Zeiten bei Hertha BSC. Trainer Tayfun Korkut wurde nach nur nach nur 14 Spielen entlassen. Mit Felix Magath kehrt ein alter Hase zurück auf die Trainerbank in der Bundesliga. Eine Lösung, mit der wohl niemand gerechnet hat. Fredi Bobic muss derweil endlich zeigen, dass er die richtigen Entscheidungen trifft, sonst wird man im Sommer vor der Mission „Direkter Wiederaufstieg“ stehen.

Unsere erste Einschätzung nach Magaths Antritts-Pressekonferenz

Ein kleines mediales Beben

Es war DIE Meldung in Fußballdeutschland am späten Sonntagabend: Trainerlegende Felix Magath kehrt in die Bundesliga zurück. Er soll die abstiegsbedrohte „Alte Dame“ vor dem Gang in die zweite Liga bewahren und damit Stand jetzt ein kleines Fußballwunder bewirken. Dies ist Magath natürlich auch bewusst: „Es geht darum, dass der Klub in einer Situation ist, wo er breite Unterstützung braucht.“ Dabei nimmt er einerseits die Mannschaft, andererseits aber auch das gesamte Umfeld inklusive Fans in die Pflicht: „Jeder muss da mitmachen. Jeder sollte in den letzten acht Spielen mithelfen, dass dieser Verein in der Bundesliga bleibt.

magath
(Photo credit should read PATRIK STOLLARZ/AFP via Getty Images)

Der erste Eindruck von Magath selbst ist durchaus ein positiver: Entspannt und schmunzelnd sitzt er da, vielleicht genießt er auch ein klein wenig den Rummel um seine Person nach Jahren der Abstinenz in Deutschlands höchster Spielklasse. Dass die Rückkehr nicht unbedingt geplant war, gibt Magath unumwunden zu. Gleichzeitig stellt er aber klar: „Ich kann nicht anders. Ich bin Fußballer, ich will Fußball, ich liebe Fußball“. Er habe sein gesamtes Leben fast nichts anderes gemacht. Vielleicht braucht die Mannschaft nach dem zwar sympathischen und netten, aber eben nicht gerade emotionalen Korkut genauso so einen Typ.

Mannschaft erfährt von Magath aus den Medien

Wie die erste Reaktion ebenjener Mannschaft auf die Verkündung ihres neuen Cheftrainers war, kann man nur ahnen. Manager Bobic teilte den Spielern am Sonntagvormittag mit, dass ab der kommenden Woche ein neuer Übungsleiter auf dem Schenckendorffplatz das Sagen haben würde, wer genau das sein wird, ließ er dabei jedoch noch offen. „Schaut immer auf eure Handys, weil da guckt ihr oft rauf“ waren die Worte, mit denen er denen er sie anschließend in den trainingsfreien Montag schickte.

Nach der Verkündung dürfte dann vor allem das Handy von Peter Pekarik geglüht haben. Der Routinier arbeitete bereits 2009 mit Felix Magath zusammen, damals wurde man Deutscher Meister. „Ich denke mal, dass sich der ein oder andere Spieler jetzt schon bei ihm erkundigt hat, wie schön das in den nächsten Tagen wird“ vermutet auch Magath, der sich nach diesem Satz süffisant schmunzelnd zurücklehnte. Eine Verhaltensweise, die bei der Mannschaft in der näheren Zukunft sicher nicht auftreten wird.

Diese Trainerentscheidung von Bobic muss sitzen

Nach der dringend benötigten Trennung von Tayfun Korkut muss Bobic sich zunehmend die Frage stellen lassen, ob er die richtigen Entscheidungen trifft. „Man kennt sich natürlich über die Jahre“ ist beim Sportvorstand der „Alten Dame“ ein Muster, dass sich auch in der Verpflichtung von Magath findet.

Dass der neue Trainer jedoch ein ganz anderer ist als der letzte, steht nicht zur Debatte. „Wir brauchen einen Trainer mit einer starken Persönlichkeit, jemand der sich für Disziplin einsetzt und eine klare und harte Hand zeigt“, erläutert Bobic. Charaktereigenschaften die wohl auf keinen so sehr zutreffen, wie auf Felix Magath.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Doch klar ist auch, sollte auch der bereits zweite Trainerwechsel der laufenden Saison scheitern, muss sich der Manager damit auseinandersetzen, dass er der Verein in die zweite Liga geführt und damit auch seinen letzten verbliebenen Kredit bei den Fans vollständig verspielt hat.

Die berüchtigten Trainingsmethoden des Felix M.

Von Medien und Fans zum Teil „Quälix“ genannt, gibt es kaum einen Trainer, der mehr auf körperliche Arbeit und Disziplin setzt als Felix Magath. Er rechtfertigt diesen Ansatz: „Disziplin gehört halt nun mal zum Sport, das habe ich doch nicht erfunden. Und wenn man Mannschaftssport betreibt, dass muss man halt auf den Mitspieler Rücksicht nehmen.“ Und er schiebt nach: „Die Spieler müssen begreifen, dass Disziplin zum Mannschaftssport gehört.“

Mit Blick auf den von außen gesehen gefühlt immer noch fehlenden Mannschaftsgeist bei Hertha könnte Magath eventuell genau der Trainer sein, den es braucht, um dieses Problem zu beheben. Auf die Nachfrage, welchen Wert er auf die Infrastruktur des Trainingsgeländes legt, antwortet der neue Übungsleiter: „Es war mir immer völlig egal, ob nur ein Hang oder eine Treppe da war oder ob dann ein Hügel gebaut wurde. Es ging immer nur darum, die Spieler optimal zu trainieren.“ Eins scheint aber klar zu sein: genau wie die Spieler bei seinen vergangenen Stationen werden sich auch die Herthaner auf kräftezehrende Einheiten einstellen dürfen.

Mark Fotheringham wird Co-Trainer unter Magath

Unterstützt wird Magath dabei von Mark Fotheringham, den er aus seiner Zeit beim FC Fulham noch kennt: „Ich habe bei der Auswahl Wert darauf gelegt, dass ich einen Mann an meiner Seite habe, der ein bisschen jünger als ich ist und näher an den Spielern dran ist.“ Fotheringham könne aufgrund seiner bisherigen Co-Trainer Station in Karlsruhe und Ingolstadt außerdem perfekt deutsch sprechen.

Man darf also auf das erste Spiel unter dem neuen Trainer am kommenden Wochenende gegen die TSG Hoffenheim gespannt sein, auch mit einem Punkt wäre Magath für den Beginn zufrieden. Ob in der anschließend stattfindenden Länderspielpause ein Trainingslager stattfindet, überlässt der Coach, erneut mit einem Schmunzeln, derweil den Akteuren auf dem Feld: „Wenn die Spieler mich darum bitten, dann würde ich das machen.“ Die Fans würden das den Spielern nach den letzten Auftritten sicherlich gönnen.

[Titelbild: Jamie McDonald/Getty Images]

Herthaner im Fokus: Korkut provozierte seinen Rauswurf

Herthaner im Fokus: Korkut provozierte seinen Rauswurf

Tayfun Korkut ist nicht mehr. Die Rausschmiss hat sich bereits länger angedeutet, der finale Todesstoß war jedoch der apathische Auftritt Herthas bei Borussia Mönchengladbach. 0:2 verlieren die Berliner und man wird das Gefühl nicht los, dass es mit Ansage passiert ist. Wir blicken auf das Spiel, einzelne Akteure und den am Sonntag entlassenen Trainer.

Korkut wählte mit der Mauertaktik sein eigenes Ende

Ein Krisenduell, was in den Gazetten zuvor bereits als Schicksalsspiel für die jeweiligen Trainer betitelt wurde – und die Qualität des Spiels zeigte, das nicht gelogen wurde und es sich genau darum handelte. Borussia Mönchengladbach empfing unsere Hertha. Zwei der größten Schießbuden der Liga, die in den letzten Wochen viele Niederlagen und noch mehr Gegentore kassierten.

Während der eine Trainer, Adi Hütter, Corona-bedingt kaum in sein Schicksal eingreifen und nicht an der Seitenlinie stehen konnte, begann der andere, Tayfun Korkut, das Spiel mit einer stark umgebauten Mannschaft und rief mit dem 5-3-2 eigentlich nur eine einzige Devise aus: Eine stabile Defensive, alles andere sollte erstmal anscheinend egal sein. Im Tor stand wie zuletzt wieder das Talent Marcel Lotka, was überraschend war, da sich der Stammtorhüter Alexander Schwolow nach seiner Corona-Infektion wieder ins Mannschaftstraining begeben konnte.

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(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Die Fünferkette bot ebenfalls die ein oder andere Überraschung. Kapitän Dedryck Boyata wurde für seine grausame Leistung gegen Frankfurt lediglich mit einem Platz auf der Bank bedacht, Marc Oliver Kempf, Niklas Stark und Linus Gechter bildeten die Innenverteidigung. Peter Pekarik war als rechter Schienenspieler eingeplant, auf der linken Seite Marvin Plattenhardt. Auch hier kann man nur munkeln, weshalb er den Vorzug vor dem wohl besten Herthaner der letzten Monate, Maximilian Mittelstädt, bekam. Das Mittelfeld, bestehend aus Vladimir Darida, Santi Ascacibar und Lucas Tousart sollte einzig und allein zu defensiven Stabilität dienen, großartige Beiträge in der Offensive konnten sie auch nicht bieten. In der Spitze stellte Tayfun Korkut mit Davie Selke und Ishak Belfodil zwei Stürmer, die regelrecht vom Rest der Mannschaft isoliert waren, auf.

Auf dem Papier steht letztendlich nach der 0:2-Niederlage in Mönchengladbach die 7. Niederlage im 9. Spiel der Rückrunde. Wir schauen heute auf den verpufften Systemwechsel, fragen uns nach welchem Prinzip die Spieler für den Kader ausgewählt werden und wer dringend endlich spielen muss und das auch auf der richtigen Position, um endlich dem Team entscheidend im Abstiegskampf helfen zu können.

Marvin Plattenhardt und Peter Pekarik: Völlig verloren auf ihren Posten

Es ist keine Neuigkeit, dass Peter Pekariks und Marvin Plattenhardts Qualitäten in der Offensive stark begrenzt sind. Auch ein Tayfun Korkut sollte das wissen. Wenn es ihm bewusst war, dann stellt sich die Frage, weshalb die beiden als Schienenspieler im 5-3-2- respektive 3-5-2-System fungieren sollten. Möglicherweise war deren beider einzige Aufgabe lediglich in der Defensive auszuhelfen. Aber auch dabei sahen sie gegen das Tempo von Marcus Thuram und Allassane Plea ziemlich alt aus.

Bisher waren Maximilian Mittelstädt und Fredrik-André Bjørkan zumindest in dieser Funktion die bessere Wahl. Bjørkan stand das zweite Spiel in Folge nicht einmal im Kader. Mittelstädt, der sich in jedem Spiel aufreibt, der aktivste und beste Herthaner der letzten Woche und Monate war und mittlerweile ein Führungsspieler des Teams ist, musste 90 Minuten auf der Bank sitzen. Weshalb ist bisher ungeklärt.

(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Und dabei hat Marvin Plattenhardt sogar relativ okay gespielt. Zumindest wenn man ihn mit dem Durchschnitt des Teams vergleicht. 83 Prozent seiner Pässe sind angekommen, nur vier verfehlten sein Ziel. Zwei seiner drei Zweikämpfe gewann er und seine Eckstöße hatten eine bessere Qualität als zuletzt. Nur leider war es das im Endeffekt schon. 16 Ballverluste sind einfach zu viel gegen eine Offensive, wie die Gladbacher haben. Er biss sich an seinen Flankenversuchen die Zähne aus, sobald er auch nur etwas bedrängt wurde. Sein fehlendes Tempo machte es ihn kaum möglich für Ertrag zu sorgen.

Peter Pekarik kann einen leidtun. Mittlerweile wirkt es so, als würde er entweder an seinen Gegenspielern zerschellen oder beim kleinsten Tempounterschied kaum noch Chancen haben eine bundesligataugliche Performance zu zeigen. Er hatte 37 Aktionen, zwölf seiner 17 Pässe kamen an, aber auch er hatte elf Ballverluste und seine gefährlichste Aktion und damit einziger zu erwähnender offensiver Beitrag stammt aus der 56. Minute, als seine Flanke verunglückte und Sommer kurz eingreifen musste. Nach einer Stunde wurde er für den Jungspund Anton Kade ausgewechselt. Weshalb dieser der erste Auswechselspieler war, ist eine weitere Frage, die sich beim Blick auf die Reservebank ebenfalls stellt.

Marc Oliver Kempf: Irgendwo zwischen Übermut und Übermotivation

Es war im Winter ein eigentlich sinnvoller Transfer. Ein gestandener Verteidiger mit Bundesliga-Erfahrung. Doch mittlerweile muss man konstatieren, dass er eher für Unglück als Stabilität sorgt. Wenn er gerade nicht gesperrt, verletzt oder erkrankt fehlt, dann ist er leider viel zu häufig an Gegentreffern, Elfmetern oder völlig verkorksten Situationen beteiligt. Auch wenn sein Mut hilfreich sein kann, ist er aktuell eher Risiko, als Mehrwert für das Team.

Seine beste Aktion leistete Kempf tatsächlich in der Offensive, nachdem er in der 54. Minuten nach einer Ecke von Marvin Plattenhardt zum Kopfball kam und damit Keeper Yann Sommer zu einer Parade zwang. Es war die beste Phase der Herthaner und die einzigen wenigen Minuten, in denen ein Tor möglich gewesen wäre. Stattdessen kassierte Hertha nur wenige Minuten später das zweite Gegentor.

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(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

In der Verteidigung hatte Kempf wieder einige Probleme. 15 Ballverluste, 13 Fehlpässe und nur drei von sieben siegreiche Zweikämpfe sind Zahlen, die in einer Dreier-Innenverteidigung eigentlich nicht zu rechtfertigen sind. Wie kann es sein, dass man sich sobald Kempf am Ball ist, Sorgen machen muss, um das was in wenigen Sekunden geschehen könnte? Wieder leistete er sich haarsträubende Fehler im Aufbauspiel und lud die Gegner praktisch zu Angriffen ein.

Sein schwaches Einsteigen gegen Marcus Thuram im Strafraum in der 23. Minute war für ihn und Hertha einfach bezeichnend. Auch wenn der Franzose die Einladung zum Foul dankend annahm, passt es perfekt ins Bild, was die Berliner Verteidigung zeichnet. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte er bei der nächsten Aktion gegen Thuram sogar Glück, dass der Schiri weiterspielen ließ.

Ishak Belfodil und Davie Selke: Bemüht, aber kaum eingebunden

Es tat weh, den beiden zuzuschauen. Einsatz und Leidenschaft war ihnen nicht abzusprechen, keine Frage, aber die Chancen, die sie sich mit endlos viel Mühe erarbeiteten mussten, waren erst einmal rar gesät und qualitativ einfach nicht brauchbar. Und das liegt nicht einmal an ihrer Qualität, sondern daran, dass aufgrund der Ultra-Defensive kaum ein Angriff überhaupt erst aufgebaut werden konnte. Davie Selke tat sich wie immer schwer, sobald er länger mit dem Ball umgehen musste. 

Möglicherweise wäre die Selke-Belfodil-Aktion in der 45. Minute eine durchaus sehenswerte geworden, wenn nicht – und das gehört zum Pech im Abstiegskampf wohl leider dazu – Schiri Badstübner den Ball abgekriegt hätte. Gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit mühte sich Selke in Kombination mit Suat Serdar, doch in der 47. Minute wurde sein Versuch schnell geblockt. Ansonsten spulte er für einen Stürmer mit über neun Kilometern in 75 Minuten Spielzeit eine durchaus respektable Strecke ab. 38 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er. Zu wenig gegen eine Mönchengladbacher Verteidigung, die sicherlich nicht in Bestform ist.

(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Ishak Belfodil, der spielerisch bekanntlich mehr drauf hat, als Davie Selke, versuchte sich wie so oft den Ball aus der Tiefe und aus Positionen zu holen, die eigentlich alles andere als sein Territorium darstellen. Sein Distanzschuss aus der 75. Minute war allerdings das einzige ernstzunehmende Ausrufezeichen des Algeriers und es glich fast schon einem Verzweiflungsschuss. Auch er kam kaum durch die Verteidigung, war nicht so stark wie sonst im Eins gegen Eins und war viel zu viel damit beschäftigt Bälle zu bekommen, als zu spielen und zu tragen. Am Ende hatte er 35 Aktionen, spielte 23 Pässe, von denen 16 bei seinen Mitspielern ankamen. Aber bei diesem System sind die Stürmer im Endeffekt einfach die bemitleidenswertesten.

Jurgen Ekkelenkamp, Suat Serdar und Marco Richter: Bitte lasst sie spielen!

Das Spiel des Trios bietet Hoffnung, alle drei gaben Schüsse ab, sorgten zumindest für etwas Gefahr. Kaum war Jurgen Ekkelenkamp am Ball, traf er die Latte, wie bei seinem abgefälschten Schuss in der 77. Minute.

Suat Serdar, der zur Halbzeit für den schwachen Santi Ascacibar kam, zügelte merklich das Offensivspiel an. Im Endeffekt mit keinem Ertrag, aber er deutete häufig an, warum er eigentlich so wichtig für die Mannschaft ist.

Marco Richter, der eines der größten Korkut-Opfer ist, bemühte sich, war im Endeffekt aber glücklos im Abschluss.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Alle drei Spieler zeigen wie wichtig und eigentlich unverzichtbar sie für das Spiel der Hertha sind. Der Kader bietet dieses Jahr nicht viel, weshalb die Qualitäten dringend vollends ausgeschöpft werden müssen, um irgendwie Spiele zu gewinnen und die Klasse zu halten.

Tayfun Korkuts Tage sind gezählt und das Spiel war eine Provokation

Mittlerweile ist das Aus von Korkut beschlossene Sache – wenig verwunderlich.

Die Art und Weise, wie Korkut das Team für dieses Spiel eingestellt hatte, glich einer Provokation. Das Spiel des Gegners mit einer stabilen Defensive zu zerstören, konnte selbst Pal Dardai besser und unter ihm gab es zumindest etwas Ertrag. Es glich einem absoluten Nicht-Angriffspakt. Suat Serdar und Marco Richter schienen zum Ende hin noch einmal eine Abreibung vom Trainer bekommen zu haben. Ein neuer Trainer sollte das Team und die Spieler auf ihre Stärken einschwören. Etwas, was noch vor ein paar Monaten auch Korkut mit der Mannschaft vorhatte. Gelungen ist es ihm in gar keiner Form.

Egal wer es wird, es bleiben acht extrem schwierige Endspiele, um die Liga zu halten. Und Fredi Bobic muss sich und seine Entscheidungsfindung sehr stark hinterfragen.  

[Titelbild: TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images]

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach: Drei legendäre Duelle

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach: Drei legendäre Duelle

Wenn Hertha am Sonnabend im Topspiel bei Borussia Mönchengladbach zu Gast sein wird, steht vor allem für die Trainer Adi Hütter (der coronabedingt gar nicht vor Ort sein wird) und Tayfun Korkut viel auf dem Spiel. Schließlich gilt bei beiden intern als kommuniziert, dass sie im Falle einer Niederlage einer Entlassung nahe stehen. Nach zuletzt acht sieglosen Spielen in der Liga hat Korkut im Vorfeld noch weniger Argumente, die für ein Abwenden des eigenen Schicksals sprechen, als sein Gegenüber.

Dabei hat zumindest die Vergangenheit gezeigt: Gegen Gladbach ist Hertha in der Lage, Großes auf den Platz zu bringen. Wir blicken auf drei legendäre Duelle zwischen der Elf vom Niederrhein und der “Alten Dame“.

29. März 1969: Hertha 2:1 Mönchengladbach

Auf einem direkten Abstiegsplatz steht Hertha vor dem 28. Spieltag im März 1969 und mit Mönchengladbach kommt ein Meisterschafts-Anwärter zu Gast ins Olympiastadion.

Doch die müssen auf Günther Netzer verzichten und Hertha weiß es auszunutzen, dass das Mittelfeld der Gäste daher neu formiert ist. Nach 18 Minuten bringt Arno Steffenhagen die kampfstarken Berliner per linkem Außenrist in Führung. Und Gladbach findet gegen gut sortierte Gastgeber vor der Pause keine passende Antwort.

Erst in der 60. Minute lassen die Gladbacher ihre Klasse aufblitzen. Herbert Laumen steckt auf Berti Vogts durch und der trifft zum 1:1. Für Hertha kein allzu großer Rückschlag: Nur 60 Sekunden später köpft Hermann Bredenfeld einen Freistoß von Rudolf Kröner ein und trifft zum 2:1-Endstand.

“Es war kein hochklassiges Spiel”, weiß auch Hertha-Trainer Helmut Kronsbein, “aber ein großer Kampf. Unsere Abwehr trug durch genaues Decken entscheidend zum Erfolg bei.”

Ein entscheidender Sieg, Hertha lässt ein Unentschieden und drei Siege folgen und hält am Ende die Klasse.

02. Oktober 1998: Hertha 4:1 Gladbach

Jubiläum für Michael Preetz: Am 7. Spieltag der Saison 1998/99 absolviert der Angreifer sein 100. Bundesliga-Spiel. Hertha scheint ihm zum Hundertsten einen Sieg schenken zu wollen und tritt sehr dominant auf. Doch Gladbach hält dagegen. Die Führung von Sixten Veit (14.) egalisiert Toni Polster (23.) und hinten spielt Gladbachs Torhüter Robert Enke sehr aufmerksam, sodass es mit einem 1:1 in die Pause geht.

Die zweite Halbzeit sollte dann dem Jubilar gehören. Per Direktabnahme erzielt Preetz nach 58 Minuten das 2:1. Per Flachschuss ins lange Eck macht er in der 80. Minute dann alles klar. Seinen 100. Einsatz in der Bundesliga krönt Preetz dann in der 89., indem er eine Flanke von Dariusz Wosz verwertet. Lupenreiner Hattrick.

mönchengladbach
Foto: Michael Cooper /Allsport

“Wir haben sehr konzentriert angefangen, gut kombiniert und sind auch zurecht in Führung gegangen. Nach dem Ausgleichstor haben wir Probleme bekommen, sind dann nach der Pause aber wieder besser ins Spiel gekommen. Entscheidend war, dass wir immer bemüht waren, über außen zu spielen”, so Trainer Jürgen Röber.


Und wie geht die Begegnung zwischen Mönchengladbach und Hertha am 26. Spieltag der Bundesliga-Saison 2021/22 aus? Unsere Drei Thesen zum Spiel könnt ihr hier lesen.


17. Dezember 1977: Hertha 2:1 Mönchengladbach

Ein Meisterschaftsrennen zwischen Rivalen — was für eine Ausgangslage vor dem 19. Spieltag der Saison 1977/78. Tabellenzweiter und amtierender Meister Gladbach steht nur zwei Punkte hinter dem amtierenden Pokalsieger 1. FC Köln.

Im Olympiastadion ist für Gladbach also der nächste Sieg im Rennen um den Titel eingeplant, doch Gastgeber Hertha spielt gut mit. Nach 13 Minuten trifft Karl-Heinz Granitza gar zur 1:0-Führung. Gladbach wird stärker, doch Torhüter Norbert Nigbur zeigt ein überragendes Spiel.

Erst in der 65. Minute treffen die Gladbacher ins Tor. Doch Jupp Heynckes´ Ausgleichstreffer kontert Hertha nur eine Minute später mit dem 2:1 durch Dieter Nüssing. Das Endergebnis vor 40.000 Zuschauern im Olympiastadion.

Fehlende Punkte, die Gladbach am Saisonende schmerzen sollten. Trotz Punktgleichheit wird Köln wegen des besseren Torverhältnisses (obowhl Gladbach am letzten Spieltag 12:0 gegen Dortmund gewinnt) Deutscher Meister.

[Titelbild: Stuart Franklin/Getty Images]