Hertha BSC gegen Union Berlin – Das Salz in der Suppe

Hertha BSC gegen Union Berlin – Das Salz in der Suppe

Das vergangene Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg kann je nach Betrachtungsweise positiv oder negativ ausgelegt werden. Doch klar ist: Diese Leistung wird im kommenden DFB-Pokalspiel gegen den Nachbarn aus Köpenick nicht reichen. Unsere Vorbesprechung mit Blick auf die Presskonferenz vor dem Duell mit Union Berlin.

Derby im Pokal – ein ganz besonderes Spiel für alle Beteiligten

Obwohl Fredi Bobic (50) in einem Interview mal zugegeben hat, selbst nicht die Geduld zum Kochen zu haben, scheint er dennoch kulinarische Grundzüge zu beherrschen. Zumindest kann man davon ausgehen, immerhin sprach er auf der Pressekonferenz gegen den Stadtrivalen im Achtelfinale des DFB-Pokals darüber: „Als Fußballer lebst du doch für solche Momente, genau das sind die Spiele, das ist das Salz in der Suppe“.

Doch nicht für die Spieler selbst, auch und vielleicht sogar vor allem für die Fans sind solche Spiele die Würze im sonst mittlerweile für einige fade gewordenen Fußballgeschäft. DFB-Pokal, K.O.-Spiele, Achtelfinale, Flutlichtspiel, der Traum vom Finale im eigenen Wohnzimmer und vor allem: Derby. All diese Begriffe lassen das Fan-Herz höherschlagen. Schon in den vergangenen Tagen haben sich wahrscheinlich bei dem ein oder anderen Anhänger der „Alten Dame“ Gefühle wie Aufregung, Vorfreude und Spannung aufgebaut.

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Doch wer sich an das erste von den drei Derbys in dieser Saison, das Hinspiel der Bundesligasaison erinnert, bei dem werden vermutlich auch andere Gedanken hochkommen: Hoffnungslosigkeit, Angst und Sorge. Hertha zeigte sich zwar durchaus engagiert, aber dennoch kraft- und ideenlos. Tayfun Korkut (47) hingegen beschäftigte sich nach eigener Aussage überhaupt nicht mit dem Duell von vor zwei Monaten. Er gibt sich vielmehr kämpferisch: „Es ist ein Derby, und ein Derby ist dafür da um es zu gewinnen“.

Der Übungsleiter erwartet daher auch ein sehr intensives Spiel. Er fordert von seinen Spielern, dass sie probieren sollen das Spiel in jeder Sekunde zu leben, mit allem was dazugehöre. Und auch von Bobic gibt es klare Worte: „Man muss den Pokal komplett annehmen, muss es mit vollem Herzen angehen“.

Union Berlin – für den Moment vor Hertha

Dass es der Gegner aus Köpenick nicht leicht machen wird in die nächste Runde zu kommen, ist selbstverständlich. Die Mannschaft von Urs Fischer spielt in diese Saison meist in einem kompakten 3-5-2 und setzt auf defensive Stabilität gepaart mit schnellen und vor allem sauber ausgeführten Kontern.

Und mit einem leicht neidischen Blick muss man als Hertha-Fan anerkennen, dass beim Stadtrivalen seit einiger Zeit sowohl sportlich als auch wirtschaftlich vorbildlich gearbeitet wird. Auch Trainer Korkut gibt zu: „Union macht es sehr gut in den letzten Jahren, das ist Fakt.“

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Allerdings stellt er im nächsten Satz eindeutig klar: „Trotz alledem, wenn man sich die Geschichte anschaut weiß man schon, wer die Nummer eins in der Stadt ist“. Gleichzeitig plädiert er dafür, dass man das immer wieder zeigen und beweisen müsse und Hertha diese Chance am Mittwoch habe.

Dass bei Union Topstürmer Taiwo Awoniyi (24) durch die Abstellung zum Afrikacup fehlt und Abwehrchef Marvin Friedrich (26) vor wenigen Tagen zu Borussia Mönchengladbach gewechselt ist, macht die Aufgabe zumindest etwas einfacher als sie es mit diesen zwei Spielern wäre.

Hertha-Kader fast in Bestbesetzung

Während bei Union also aktuelle und ehemalige Schlüsselspieler fehlen lichtet sich bei Hertha langsam das Lazarett. Mittelfeldmotor Suat Serdar (24) und Altstar Kevin-Prince Boateng (34) kehren nach ihren Gelbsperren in der Liga für das Pokalspiel zurück in den Kader.

Allerdings fehlt auch bei den Blau-Weißen mit Stevan Jovetic (32) der vermutlich beste Spieler weiterhin, bis zum Spiel am Mittwoch sieht es laut Pressesprecher Max Jung sehr eng aus. Rechtsverteidiger Peter Pekarik (35) und Ersatztorwart Oliver Christensen (22) können sich eventuell bis zum Duell freitesten, allerdings stehe dahinter momentan noch ein großes Fragezeichen.

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Auf Nachfrage erklärt der Cheftrainer, dass Boyata zumindest eine Option für das Spiel sei. „Boyata war lange raus und hat nicht so viel trainieren können“ führt Korkut aus. Er habe sich in den vergangenen Tagen viele Gedanken bezogen zur Aufstellung gemacht, die finale Entscheidung falle dann morgen nach dem Abschlusstraining.

Basierend auf diesen Aussagen kann man also wohl davon ausgehen, dass Neuzugang Fredrik Bjørkan (23) im Kader stehen wird, ob es für einen Startelfeinsatz reicht ist allerdings zu bezweifeln.

Die E-Frage

Nahezu obligatorisch wurde auf der Presskonferenz vor dem Pokal-Kracher abschließend gefragt, ob man denn Elfmeter trainiert hätte. „Spannende Frage“, gibt Korkut, wohl mehr aus Höflichkeit als allem anderen, zu. „Man denkt immer, man kann alles trainieren. Aber bei einem Elfer gibt es so viele Sachen, die eine Rollen spielen: Der wievielte Schütze ist man? Wie ist man in dem Moment drauf? Der Druck, es gibt einfach ganz viele Aspekte“. Aber klar sei das Trainingsinhalt.

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Besser wäre es jedoch, man kläre es vorher und käme gar nicht ins Elfmeterschießen. Anschließend schaut er kurz zu Manager Bobic rüber: „Hast du eigentlich mal einen geschossen, Fredi?“. Der schmunzelt und gibt dann zu: „Ja, aber nicht nur getroffen“.

Der Tisch für einen hochspannenden Pokalabend inklusive eines definitiven Gewinners sowie Verlierers ist also gedeckt. Nun liegt es an der Mannschaft, die Zutaten für eine wohlschmeckende Suppe in Form des Weiterkommens im Pokal bereitzustellen. Denn was nützt das beste Salz, wenn es nichts mehr zu würzen gibt?

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VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Drei Thesen

VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Drei Thesen

Der VfL Wolfsburg steckt seit Wochen in einer tiefen Krise. Die letzten sechs Bundesligaspiele verlor der VfL allesamt, wettbewerbsübergreifend sind es sogar schon acht Niederlagen in Folge. Der Stuhl des erst Ende Oktober verpflichteten Trainers Florian Kohfeldt wackelt gewaltig. Die Niedersachsen sind weit entfernt von ihrer gewünschten Tabellenregion, den internationalen Plätzen, und drohen im Abstiegskampf zu versinken. Spannend wird zu sehen sein, ob der verliehene Dodi Lukebakio nach seiner Corona bedingten Quarantäne zum Einsatz kommen wird und gegen Hertha für Torgefahr sorgen kann.

These 1: Hertha wird kein Aufbaugegner

In der Vergangenheit hatte man als Fan der Hertha oft das Gefühl lediglich ein Aufbaugegner zu sein und krisengebeutelte Vereine zurück in die Erfolgsspur zu führen. Diese Saison ist das anders. Gegen fast jede Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte konnte die Mannschaft von Tayfun Korkut punkten. Vier Siegen stehen zwei Remis gegenüber.

Ausgerechnet gegen den VfL gab es im Hinspiel eine Niederlage. Allerdings waren die Vorzeichen damals nicht vergleichbar mit den heutigen. Schließlich war die Mannschaft aus der Autostadt Champions-League-Teilnehmer. Hertha wird sich keine Blöße geben. Mindestens ein Punkt ist drin.

These 2: Konterfußball liegt Hertha

Der VfL Wolfsburg wird versuchen das Spiel zu machen. Mit ihrer individuell sehr starken Offensive haben sie auch jeden Grund dazu. Die Stürmer werden gesucht und in Szene gesetzt. Steht die Verteidigung um Niklas Stark und möglicherweise den wiedergenesenen Dedryck Boyata gut, kann Hertha mit  konzentrierten Umschaltspiel eiskalte Angriffe starten.

Die Konter können über schnelle und kreative Spieler, wie Marco Richter oder Myziane Maolida, geführt werden. Erwischt Davie Selke einen guten Tag ist er in der Spitze der optimale Anspielpartner und kann für Torgefahr sorgen.

These 3: Belfodil, der Joker

Sollten Davie Selke und Myziane Maolida nicht den entscheidenden Treffer erzielen können, schaffen sie es immerhin die Abwehrspieler des VfL Wolfsburgs sowohl physisch, als auch psychisch zu ermüden. für die letzte halbe Stunde wäre dann Ishak Belfodil eine Variante, die Tayfun Korkut auf der Bank hätte.

Nachdem der Algerier gegen den 1. FC Köln schmerzlich vermisst wurde, wird er nach seiner Quarantäne als Joker kommen, der schon müden nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzenden Wolfsburger Verteidigung das Leben schwer machen und das spielentscheidende Tor erzielen.

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Vor dem Wolfsburg-Spiel: Vorsicht vor Versprechen!

Vor dem Wolfsburg-Spiel: Vorsicht vor Versprechen!

Tayfun Korkut verspricht allen Hertha-Fans, dass individuelle Fehler in der Abwehr nicht mehr passieren werden. Schaut man sich Herthas größte Schwächen der vergangenen Jahre und die Fehlerquote an, ist das gewagt. Und: Vor dem Wolfsburg-Spiel hat Korkut die Qual der Wahl im Sturm. Dabei könnte doch alles so einfach sein …

Es ist wie in der Politik

In der Pandemie machen viele Politiker:innen gerade die Erfahrung, von zu abschließenden Aussagen und Versprechen eingeholt zu werden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und andere prominente Politiker:innen versprachen noch vor wenigen Monaten, dass es keine Impfpflicht geben werde und FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner ging im Wahlkampf mit dem Versprechen auf die Straße, dass ungeimpfte Menschen keinerlei Einschränkungen erfahren würden.

Das Virus ist mutiert, die Sachlage hat sich geändert, die Politik muss reagieren, ihre Versprechen brechen und einsehen, dass einige Aussagen voreilig getroffen wurden. Letztlich kann das in Politikverdrossenheit und Vertrauensverlust resultieren.

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Bei Hertha BSC geht es „nur“ um Fußball. Und doch sieht man in diesen Tagen einige Parallelen zwischen diesen politischen Fehlgriffen und den Aussagen von Hertha-Trainer Tayfun Korkut. Schon nach dem Köln-Spiel reduzierte er die Niederlage vielleicht ein bisschen zu sehr auf individuelle Fehler und wiederholte dann auch bei der heutigen Vor-Spieltags-Pressekonferenz: „Diese Fehler werden so nicht mehr passieren. Wir werden viel, viel stabiler stehen im nächsten Spiel.“ Schließlich sei es im Köln-Spiel nur um „Nuancen“ gegangen, die man im Training nun abschließend ausgebessert habe. „Keine großen Themen“, so Korkut.

Die Niederlage gegen Köln war symptomatisch

Insbesondere mit Blick auf Herthas teils löchrige Abwehrarbeit in den vergangenen Jahren ist das ein sehr gewagtes Versprechen. Denn die meisten Niederlagen hatten zwei systematisch verankerte Ursachen: Erstens mangelnde Überzeugung (uninspirierte Offensive, zu große Abstände zum Gegenspieler, teils abwesende Pressing-Arbeit, reaktives Spiel, etc.) und zweitens Präzision, also genau diese individuellen Fehler.

Das erste Gegentor im Union-Hinspiel, das 1:1 in der 97. Minute gegen Augsburg, das völlig desolate Abwehrverhalten in der ersten Hälfte im Stuttgart-Spiel liefern zumindest Hinweise darauf, dass Herthas Abwehrfehler doch etwas größer sind. Aber: Wir lassen uns gerne vom Gegenteil überzeugen und hoffen darauf, dass Korkut nicht wie einige Spitzenpolitiker:innen in wenigen Tagen analysieren muss, dass er seine Vorhersage revidieren muss.

Welches Pärchen stürmt gegen Wolfsburg?

Es gibt ja auf der anderen Seite auch durchaus gute Gründe, warum man Korkut Vertrauen schenken sollte. Seine Umstellungen in Herthas Offensive haben beispielsweise dafür gesorgt, dass das Team nun viel mehr Szenen im gegnerischen Strafraum hat. Viele konnten sich nicht vorstellen, dass Herthas Kader nach all den Dardai-Jahren auf eine Doppelspitze ausgelegt ist. Doch nach Korkuts ersten Spielen kann man fast festhalten, dass es fast egal ist, welches Pärchen da vorne spielt – in jedem Fall ist man gefährlicher, flexibler und agiler geworden.

Besonders aufgefallen ist allerdings die Paarung Jovetic-Belfodil. Diese wird am kommenden Wochenende allerdings nicht gemeinsam auflaufen, weil Stevan Jovetic immer noch an seinen Wadenproblemen leidet. Immerhin: Yshak Belfodil ist wieder genesen. Dass Korkut nun auf einen Ein-Mann-Sturm ausweicht, ist ausgeschlossen. Bei der heutigen Pressekonferenz philosophierte er vielmehr darüber, welches Pärchen denn am besten zum Gegner passen könnte.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Wie gewohnt, blieb der Hertha-Trainer hier aber vage, um nicht zu viel preiszugeben. Korkut wörtlich: „Ich habe noch nicht entschieden, wir haben da zum Glück Möglichkeiten. Ishak und Myziane sind sehr beweglich vorne, Davie ist eher ein zentralerer Stürmer.“ In jedem Fall sei er froh darüber, dass er in der zweiten Halbzeit einen „echten Stürmer“ einwechseln könne.

Die Zahlen der Hertha-Stürmer

Dabei könnte die Auswahl des Stürmer-Paares recht einfach sein – wenn man sich ausschließlich von Zahlen leiten lässt: Belfodil hat in den Profi-Ligen und Pokalwettbewerben Italiens, Frankreichs, Deutschlands und Japans sowie im Europapokal 64 Tore in 271 Spielen erzielt – rein rechnerisch schießt Belfodil also etwa 0,24 Tore pro Spiel, oder statistisch gesehen in jedem vierten Spiel ein Tor.

Myziane Maolida ist viel jünger, hat aber nach 2016 in 94 Profispielen in Frankreich und Deutschland elf Tore geschossen – eine Quote von etwa 0,12. Davie Selke hat in 254 Profispielen 58 Treffer erzielt – eine Pro-Tor-Quote von rund 0,22, also ähnlich wie Belfodil und ebenfalls besser als Maolida.

Natürlich spricht aber auch einiges gegen das Stürmer-Pärchen Selke-Belfodil. Belfodil hat in Verbindung mit Jovetic gezeigt, dass er von einem beweglichen, spielerisch kreativen Stürmer an seiner Seite profitiert. Diesen würde er wohl eher in Myziane Maolida neben sich haben.

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Podcast #174 Privatjet aufm Tennisplatz

Podcast #174 Privatjet aufm Tennisplatz

Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr und hoffen, dass euer Start in 2022 besser verlaufen ist, als der von Hertha BSC. Coronainfektionen und eine Heimniederlage zum Auftakt des neuen Jahres lassen wieder nichts Gutes erahnen. Benny, Marc und Lukas sprechen über das gestrige Spiel und alle Transfernews.

Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns über eure Kommentare.

Teilt den Podcast gerne mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.

https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2022/01/hertha-koeln-rueckrundenstart-fc-fussball-niederlage-analyse.html

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Herthaner im Fokus: Ernüchternder Jahresbeginn

Herthaner im Fokus: Ernüchternder Jahresbeginn

Wie schon im Hinspiel unterlag Hertha BSC dem 1. FC Köln zum Rückrundenstart mit 1:3. Ein ideenloser und auch blutleerer Auftritt sollte die Erwartungen nach dem positiven Jahresabschluss 2021 gegen Borussia Dortmund trüben. Wir blicken auf die Partie.

Aufstellung gegen Köln von Corona gezeichnet

Tayfun Korkut musste auf zahlreiche Leistungsträger verzichten. Kapitän Dedryck Boyata konnte sich zwar nach seiner Corona-Infektion freitesten, das Spiel gegen die Kölner kam für ihn allerdings noch zu früh, weshalb wie gegen Dortmund Niklas Stark und Jordan Torunarigha in der Startelf standen. Neben Deyovaisio Zeefuik und dem Neuzugang Fredrik André Bjørkan fehlte auch Ishak Belfodil wegen einer Corona-Infektion. Stevan Jovetic fällt wegen Wadenproblemen weiter aus. So kam es, dass Davie Selke und Suat Serdar für Jurgen Ekkelenkamp und Ishak Belfodil starteten.

Auch wenn dieses Spiel keinen Raum für Lobeshymnen bot, haben wir uns mit den einzelnen Spielern beschäftigt und versuchen auch das letzte bisschen an positiven Punkten aus dieser Partie zu ziehen.

Vladimir Darida: Glückliches Tor, beim Rest nur Pech

Es könnte alles so schön sein. Mit 12,84 km lief der Tscheche mal wieder am meisten. Keiner der Spieler von Hertha und Köln konnten ihm in dieser Statistik das Wasser reichen. Zusätzlich noch ein Tor per Freistoß aus großer Distanz und mit 86 Ballaktionen einer der aktivsten Herthaner.

Doch viel brachte all das nicht. Sein Freistoßtor war eher ein Zufall und dem Glück geschuldet, dass keiner der Leute, denen die Hereingabe galt, mehr an den Ball kam und diesen möglicherweise über oder neben das Tor bugsiert hätte. 81 Prozent seiner Pässe kamen an, was eine recht gute Quote ist. Doch wirklich das Spiel ankurbeln konnte er nur selten. Immerhin gelang es ihm, Maolida in der 28. Minute in Szene zu setzen, ehe dieser scheiterte.

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Bis zum Ende merkte man Darida seine Mühe an, doch sowohl in der 32. Minute, als er und Mittelstädt den Einwurf der Kölner, der den Angriff zum 0:2 einleiten sollte, verschliefen, als auch in der Nachspielzeit, als er sich selbst und den Ball nicht kontrollieren konnte und Jan Thielemann praktisch zum Tor einlud, gehörten zu seinen ganz dunklen Momenten in diesem Spiel.

Maximilian Mittelstädt: Viele Aktionen, aber auch ebenso viele Fehler

Wie erwartet bekam Maximilian Mittelstädt nach seinem guten Spiel gegen Dortmund wieder den Vorzug vor Marvin Plattenhardt und stand in der Startelf.

Und auch er konnte eine Statistik für sich gewinnen. Mit 103 Ballaktionen war er am häufigsten mit dem Spielgerät in Verbindung. 45 von 54 Pässen brachte er an den Mitspieler und er gewann zehn seiner zwölf Zweikämpfe. Mittelstädt wirkte ebenfalls bemüht, biss sich aber auf seiner linken Seite gerade in der Offensive die Zähne aus. Zu wenig Durchsetzungskraft und zu wenig Offensivpower sorgten dafür, dass er keine große Hilfe im Angriffsspiel war.

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Immerhin konnte er drei Mal den Ball in brenzligen Situationen klären und vier erfolgreiche Tacklings zeigen zumindest, dass er mit viel Einsatz dabei war. Doch auch er war in der 32. Minute an der Entstehung des Gegentreffers beteiligt und lies Florian Kainz unbedrängt flanken.

Myziane Maolida: Der Killerinstinkt fehlt

Ein weiteres Mal durfte sich Myziane Maolida in der Startelf präsentieren. Auf Grund der prekären Situation in der Offensive blieb Tayfun Korkut auch nur wenig Spielraum, weshalb er den Franzosen in den Sturm neben Davie Selke stellte.

In seinen 69 Minuten agierte er zwar motiviert, aber dennoch ziemlich glücklos. Im Gegensatz zu seinem Sturmpartner gelang es ihm aber zumindest Torchancen zu kreieren. Wie in der 5. Minute, als er im Strafraum aus halbrechter Position zum Schuss kam, den Ball allerdings deutlich am Tor vorbei setzte.

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Ein frühes Tor hätte Hertha sicherlich gut getan, wirklich nötig wäre es allerdings in der 28. Minute gewesen. Doch nachdem er von Vladimir Darida in Szene gesetzt wurde, verschoss er aus zentraler Position ziemlich kläglich. Torhüter Marvin Schwäbe hatte keine Probleme mit dem Ball und nur wenige Momente später gingen die Domstädter in Führung.

Maolida wirkte in den meisten Situationen überhastet, fehl am Platz und konnte kaum eine Bindung zum Mittelfeld aufbauen. Er gewann zu dem nicht einen seiner vier Zweikämpfe und musste später den Platz für Kevin-Prince Boateng räumen.

Niklas Stark und Jordan Torunarigha: Zu oft unkonzentriert

Die beiden Innenverteidiger hatten einiges zu tun und kamen mit den agilen und schnellen Kölnern oft nicht zurecht. Mark Uth konnte sich nach 20 Minuten mit Schnelligkeit durch die Berliner Defensive tanken und insbesondere Torunarigha konnte bei seinen Tempodefiziten keine Hilfe sein und von Glück reden, dass Uth knapp das Tor verfehlte. Anthony Modests Wucht machte ihnen ebenfalls regelmäßig zu schaffen. Kurz vor der Halbzeit setzte er sich gegen die beiden Innenverteidiger mustergültig durch und hätte das dritte Kölner Tor schießen können, scheiterte jedoch an Schwolow.

Starks Passquote von 82 Prozent und Torunarighas von 80 Prozent waren zwar einigermaßen okay, doch insbesondere an den langen Bällen kann man erkennen, dass es den Berlinern deutlich an Ideen mangelte. Torunarigha versuchte es sechs Mal, Stark sogar elf Mal, die Stürmer in Szene zu setzen. Beide waren mit ihren Versuchen kaum ertragreich. Trotz allem gelangen ihnen zusammen 20 Klärungsaktionen, womit sie oft für Ruhe sorgten. Torunarighas Zweikampfquote von 62 Prozent ist definitiv ausbaufähig und bei der Entstehung des 0:1 war sein Einsatz zu spät.

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Niklas Stark sorgte zudem für den kuriosesten Slapstick-Moment im Spiel, als er in der 67. Minute Schwolow mit einem viel zu hart geschossenen Rückpass zu einer Parade zwingen musste. Den folgenden indirekten Freistoß im Strafraum der Hertha konnte der Keeper sehenswert halten. Die Ruhe und Souveränität von Dedryck Boyata werden dringend gebraucht und aktuell schmerzlich vermisst.

Das Spiel gegen Wolfsburg kann richtungsweisend werden

Auch wenn das Team viele Ausfälle zu verkraften hatte, ist das ideenlose Offensivspiel nur schwer erklärbar. Hertha gelingt es nicht eine Serie und Konstanz aufzubauen. Auf gute Spiele folgen schwache. Und zu häufig sind es Spiele, die man überfordert und blutleer einfach hergibt.

Am Sonntag folgt das nächste Spiel. Dann gegen die tief in der Krise steckenden Wolfsburger. Es könnte richtungsweisend werden. Verliert man das Duell und die Konkurrenz punktet, würde man tief im Abstiegskampf stecken. Sollten die einstudierten Abläufe und das Zusammenspiel der Defensive und der Offensive, wie gegen Dortmund zuletzt, aber wieder funktionieren, wäre ein Sieg gegen den VfL allemal drin. Eigentlich ist dieser sogar Pflicht.

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Hertha BSC – 1. FC Köln: Drei Thesen

Hertha BSC – 1. FC Köln: Drei Thesen

Der 1. FC Köln zählt zu den positiven Überraschungen der bisherigen Bundesliga-Saison. Hielt man im vergangenen Jahr nur über den Umweg Relegation die Klasse, zeigt sich die Elf von Steffen Baumgart in dieser Serie grundverbessert. Die „Geißböcke“ rangieren im gesicherten Mittelfeld und dürfen sogar auf die Europapokal-Plätze schielen. Der gute Eindruck aus dem 3:1-Hinspielsieg der Kölner gegen Hertha BSC, Baumgarts erstem Liga-Spiel für seinen neuen Arbeitgeber, hat sich in den folgenden 16 Spielen bestätigt. Doch auch bei der „Alten Dame“ ist seitdem viel passiert. Grund genug, mit drei Thesen auf das anstehende Wiedersehen zum Rückrundenauftakt zu blicken.

These 1: Kein Tor für Modeste

Eng verknüpft ist der Kölner Aufschwung mit dem persönlichen Formhoch ihres Stürmers Anthony Modeste. Eigentlich galt der 33-Jährige als abgeschrieben, doch Baumgart setzte auf ihn und Modeste zahlte das Vertrauen mit elf erzielten Toren in der Hinserie zurück. Auf 0,67 expected goals + expected assists pro 90 Minuten kommt Modeste, was ihn zum torgefährlichsten Kölner macht.

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Ein Top-Stürmer in den gegnerischen Reihen: Schlechte Nachricht für die zweittoranfälligste Abwehr der Liga – möchte man meinen. Doch Herthas Abwehr bewies jüngst, dass sie es auch mit den besten Stürmern der Liga aufnehmen kann. Gelingt es der Abwehr um Niklas Stark, den Kölner Modeste mit genauso viel Leidenschaft und Disziplin zu verteidigen, wie man es bei Erling Haaland im letzten Heimspiel gegen den BVB getan hat, wird es Modeste schwer haben.

Davon ausgehend, dass die Abwehr ähnlich auftritt, lautet die erste These: Kölns Goalgetter Anthony Modeste wird gegen Hertha am Sonntag kein Tor erzielen.

These 2: Punkt(e) trotz Personalchaos

Die kurze Winterpause brachte der Bundesliga vor allem eines: Corona-Chaos. Reihenweise Spieler werden positiv getestet und müssen in Isolation. Auch bei Hertha wurde das Virus bei einigen Spielern festgestellt. Bei Linus Gechter und Ishak Belfodil zum Beispiel, die das Spiel definitiv verpassen werden. Auch auf Dedryck Boyata, Frederik Andre Bjørkan, Stevan Jovetic, Deyovaisio Zeefuik und Rune Jarstein muss Trainer Tayfun Korkut verzichten. Tendenz steigend.

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Doch auf der FC hat seine Probleme. Mit Modestes Sturmpartner Sebastian Andersson und dem zuletzt aufblühenden Kingsley Schindler fallen zwei Spieler krankheitsbedingt aus. Mit Ellyes Skhiri fehlt ein absoluter Leistungsträger, da er mit der tunesischen Nationalmannschaft beim Afrika-Cup in Kamerun weilt.

Hinzu kommt, dass Korkut zuletzt bereits eine schwierige Personalsituation zu bewältigen hatte, als er in der Englischen Woche zum Jahresabschluss zwischen dem Auftritt in Mainz und dem Heimspiel gegen Dortmund kurzfristig auf vier Spieler verzichten musste. Das Resultat: ein 3:2-Sieg mit der stärksten Saisonleistung. Daher die zweite These: Hertha wird trotz der Ausfälle punkten.


Wie Trainer Korkut das Spiel gegen Köln angehen will und wie Hertha mit der derzeitigen Corona-Situation umgeht, könnt ihr hier lesen.


These 3: Richter richtet’s

Unter Korkut hat sich in der Offensive ein Duo bewährt gemacht: Belfodil und Jovetic. Blöd nur, wenn gleich beide ausfallen. Müssen’s halt die anderen richten! Einer, dem das zuzutrauen ist, ist Top-Scorer Marco Richter (fünf Tore, eine Vorlage). Ohne die eingespielte Offensive wird seine Rolle umso wichtiger.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Dass er in den drei jüngsten Heimspielen drei Treffer erzielt hat, dürfte Richter Aufwind geben. Mit breiter Brust und wichtiger Rolle wird es auch auf ihn ankommen. Ein zusätzlicher Ansporn dürfte sein, dass ihm der 1. FC Köln noch auf der Liste an Mannschaften fehlt, gegen die er in der Bundesliga getroffen hat. Daher lautet die dritte und letzte These: Marco Richter wird am Sonntag sein Premieren-Tor gegen Köln erzielen.

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