Drei Thesen für SV Werder Bremen vs. Hertha BSC

Drei Thesen für SV Werder Bremen vs. Hertha BSC

Hertha BSC konnte gegen den FC Schalke 04 seinen ersten Heimsieg feiern. Die Stimmung im und um den Verein ist gut, obwohl man sich alles andere als in ganz ruhigen Fahrgewässern in der Fußball-Bundesliga befindet. Am Freitag ist man beim SV Werder Bremen zu Gast, die nach einem sehr starken Saisonstart mittlerweile einige Punktverluste hatten und sich nun im tiefen Mittelfeld der Tabelle befinden. Die Bremer stehen zwei Plätze und vier Punkte vor Hertha auf Platz 11. Was können wir von Hertha erwarten? Unsere drei Thesen.

Vorne hui, hinten pfui

Uns erwartet ein wildes Spiel. Die Offensiven der beiden Mannschaften sind in dieser Saison voll in Fahrt (Bremen mit Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch) oder kommen es gerade (Hertha mit Wilfried Kanga). Während zu Beginn der Partie noch ein leichtes Abtasten zu erwarten ist, spielt man spätestens in der zweiten Hälfte mit offenem Visier. Niclas Füllkrug und Dodi Lukebakio wollen sich weiter bei ihren Nationalmannschaften für die Weltmeisterschaft empfehlen, die Verteidiger beider Mannschaften werden damit arge Probleme bekommen. Ein kleines Scheibenschießen findet statt.

(Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

Am Ende schießt Hertha drei Tore. Werder Bremen darf ebenfalls feiern, schießt aber zumindest nicht mehr Tore als Hertha. Ein spektakuläres Spiel, welches die Stärken und Schwächen des Teams eiskalt offenbart.

Wilfried Kanga wird immer wichtiger

Sein Treffer gegen den FC Schalke 04 war der dringend benötigte Brustlöser. Im Sommer kam er mit einer Empfehlung von wettbewerbsübergreifend 16 Toren aus der Schweiz von den Young Boys aus Bern. Bis letzte Woche tat sicher der Ivorer vor dem Tor in der Bundesliga schwer. Doch der Knoten ist geplatzt und gegen Werder Bremen wird er damit weitermachen, womit er gegen Schalke aufgehört hat. Mit dem Toreschießen.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Voll mit Selbstvertrauen, Robustheit, Ruhe vor dem Tor und einer Portion Zielwasser ausgestattet, wird er die Bremer Verteidigung durchgehend beschäftigen, mindestens ein Tor erzielen und ein weiteres seinen Mannschaftskollegen auflegen.

Hertha startet eine Serie

Hertha wird den zweiten Sieg in Folge feiern. Das gelang zuletzt im Endspurt der letzten Saison, als man den FC Augsburg und den VfB Stuttgart hintereinander besiegen konnte. Etwas, was nachträglich die Auszahlung der tollen Leistungen in den Vorwochen ist, die man gegen Mannschaften, wie Leipzig, Leverkusen oder Frankfurt gezeigt hatte, aber nicht zu Siegen ummünzen konnte.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Hertha ist in Fahrt und nutzt den Schwung, beginnt eine Serie und verliert bis zur WM-Pause kein Spiel mehr. Am Ende steht eine Niederlage (gegen Leipzig 2:3) in den letzten elf Spielen vor der Saison. Auf einem gesicherten Mittelfeldplatz überwintert man.

(Titelbild: Maja Hitij/Getty Images)

Herthaner im Fokus: Ein dreckiger Sieg für die Moral

Herthaner im Fokus: Ein dreckiger Sieg für die Moral

Tränen flossen bei Präsident Kay Bernstein, über 60.000 Fans verfolgten am Sonntagabend das Spiel von Hertha BSC und am Ende ließ sich die Mannschaft feiern, wie eigentlich seit Jahren nicht mehr. Dass es sich dabei lediglich um einen Sieg gegen den Tabellenletzten am 11. Spieltag handelte, kann man sich ob der vorangegangen Tatsachen eigentlich kaum vorstellen. Doch es war der erste Heimsieg der Hertha seit April, als man gegen den VfB Stuttgart in der letzten Saison eigentlich kurz vor dem Klassenerhalt stand. Der Rest ist bekannt. Gegen den FC Schalke 04 spielte Hertha eines der schlechtesten Spiele der Saison. Doch Arbeit und ein wenig Glück zahlten sich am Ende aus und brachten Hertha BSC zum zweiten Mal in dieser Saison drei Punkte ein.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Sandro Schwarz setzt auf den Doppelsturm

Hertha-Trainer Sandro Schwarz stellte seine Mannschaft im Vergleich zur knappen Niederlage in Leipzig offensiv ein wenig um. Im 4-4-2 spielten Stevan Jovetic und der in die Startelf zurückgekehrte Wilfried Kanga im Doppelsturm. Ließ sich der Montenegriner ins offensive Mittelfeld fallen, entwickelte sich das Hertha-Spiel in ein 4-2-3-1-System. Im Tor stand wie üblich Oliver Christensen, auch in der Verteidigung sah sich Schwarz nicht gezwungen etwas zu ändern. Marvin Plattenhardt auf links, Marc-Oliver Kempf und Agustin Rogel in der Innenverteidigung und Jonjoe Kenny auf der rechten Seite, bildeten diese. Für die Rückkehr Kangas musste Ivan Sunjic im defensiven Mittelfeld weichen. Der Kroate musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Lucas Tousart und Suat Serdar bildeten das zentrale Mittelfeld. Chidera Ejuke und Dodi Lukebakio sollten den Angriff über die Außen unterstützen.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Mit geballter Offensivpower ins Spiel gegen ein FC Schalke 04, welches als direkter Konkurrent tief im Keller steckt, unter der Woche im Pokal in Hoffenheim unter die Räder kam, nun aber auf den ominösen Trainer-Effekt hoffen durfte, nachdem Frank Kramer die Koffer packen musste und Matthias Kreutzer als Interimstrainer installiert wurde.

In unserer Analyse schauen wir auf arbeitende Spieler, einen Mr. Alibi, ein neues solides Innenverteidiger-Duo, ein laufendes, körperliches Wunder und die Torschützen.

Dodi Lukebakio: Arbeit ohne Ertrag

Die bisherige Saison war die Spielzeit des Dodi Lukebakios. Seit seiner Rückkehr aus Wolfsburg zeigt sich der Belgier wie ausgewechselt, sprüht vor Spielfreude und ist mit fünf Treffern aktuell Herthas Top-Torjäger. Auch ein Verdienst der ganzen Mannschaft. Zum Vergleich, letzte Saison war Stevan Jovetic am Ende der Spielzeit mit sechs Treffern Herthas Top-Torschütze. Doch so gut die Saison Lukebakios war, so unglücklich und etwas überspielt wirkend, war seine Vorstellung gegen den FC Schalke 04. Und dabei ist trotzdem zu betonen, dass es keinesfalls ein schlechtes oder gar lustloses Spiel vom Wirbelwind war, wie man es in der Vergangenheit öfter mit ansehen musste. Er spielte fast über die volle Distanz, eher er in den Schlussminuten für Marton Dardai ausgewechselt wurde. Beim Zeitschinden bettelte er förmlich um die gelbe Karte, die aber keine weiteren Konsequenzen hatte.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Insgesamt war Lukebakio an 50 Aktionen beteiligt. Immer wieder suchten seine Mitspieler ihn und im Vergleich zum deutlich blasseren Chidera Ejuke auf der anderen Seite, konnte er sich zumindest ansatzweise immer wieder ins Angriffsspiel einschalten. 22 seiner 31 Pässe fanden die Mitspieler, immerhin 71 Prozent. Drei Torchancen bereitete er vor. In der 5. Minute setzte er Wilfried Kanga im Strafraum in Szene. Dieser scheiterte jedoch aus kurzer Entfernung und spitzem Winkel an Alexander Schwolow im Tor. In der 26. Minute setzte sich Lukebakio gegen die Schalker Verteidigung sehenswert durch. Sein Zuspiel konnte Stevan Jovetic im Sturmzentrum allerdings nicht verwerten. Auch Marco Richter konnte nach Lukebakios Zuspiel in der 70. Minute unter Bedrängnis stehend den Ball nur am Tor vorbeischießen.

Doch beim Blick auf die weiteren Zahlen fällt das Problem auf, welches Lukebakio am Sonntagabend hatte. Er gewann nur vier seiner elf Zweikämpfe, hatte Schwierigkeiten sich gegen die aggressiven Schalker Verteidiger durchzusetzen und musste 19 Ballverluste hinnehmen. Oftmals fehlte ihm das Tempo, welches die Gegner durch geschicktes Zustellen verhindern konnten. Konnte er sein Tempo nutzen, fehlten allerdings auch schnell die Konzentration und die Präzision im Passspiel, wie in der 80. Minute, als sein Konter zum vorentscheidenden 2:0 hätte verwandelt werden müssen.

Es war nicht das beste Spiel Lukebakios, wenn auch kein schlechtes. Aber die Mannschaft scheint Fortschritte gemacht zu haben. Man ist nicht mehr gänzlich von den individuellen Leistungen einzelner Spieler abhängig, sondern weiß gemeinsam Lösungen zu finden. Dennoch, ein gut gelaunter Lukebakio in Topform hilft jeder Mannschaft enorm weiter.

Marvin Plattenhardt: Mr. Alibi

Über die vollen 90 Minuten plus Nachspielzeit war Marvin Plattenhardt gegen den FC Schalke 04 als Linksverteidiger und vor allem Hertha-Kapitän dabei. Und irgendwie auch nicht. Hätte er auf dem Spielberichtsbogen gefehlt, hätte das womöglich keinen großen Unterschied gemacht. Viel zu sehen gab es bei dem Auftritt von Plattenhardt nicht. Er war zwar 64 Mal im Ballbesitz, spielte 24 von 33 Pässe erfolgreich, aber konnte nicht wirklich etwas zum Spiel der Hertha beitragen. Offensiv setzte er keine Akzente, seine etlichen Halbfeldflanken gingen durchgehend ins Lehre oder wurden von der Schalker Verteidigung frühzeitig abgefangen. Seine Standards konnten keine Gefahr ausrichten und war etwas mehr Wiese vor ihm, versuchte er erst gar nicht mal einen Angriff über die Außen zu starten.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Er gewann nur vier seiner neun Zweikämpfe, hatte Schwierigkeiten mit der Verteidigung der – mit Verlaub – für Bundesligaverhältnisse höchstens durchschnittlichen Schalker Offensivspieler und ließ wieder zu viele Flanken zu. Es war alles mehr Alibi, als ernsthafte Hilfe für das Team. Ein Kapitän muss mitreißen können und seine Mitspieler trotz späten Gegentors weiter pushen. Diese Aufgabe übernahmen andere wie Lucas Tousart. Ein Kapitän sollte genauso die Situation und Emotionen nach dem Spiel lesen können und sich nicht in einem langweiligen Interview nach dem Spiel verlieren, was mehr wie die Einordnung eines unwichtigen Unentschiedens wirkte. Plattenhardt fehlt so viel um ein starker Kapitän zu sein. Genauso fehlt ihm viel um ein guter Linksverteidiger zu sein. Der Ersatz, Maximilian Mittelstädt, stünde bereit und hat schon lange mehr Chancen verdient.

Agustin Rogel und Marc Oliver Kempf: Solide Innenverteidigung

Bekanntlich gab es bei Hertha BSC in den letzten Jahren viele Duos oder Trios in der Innenverteidigung, die oftmals eine Baustelle war. Aktuell scheint sich ein recht solides Pärchen gefunden zu haben. Auch wenn Agustin Rogel und Marc Oliver Kempf zu Beginn der Partie gegen die Königsblauen Schwierigkeiten hatten, spielten sie sich zunehmend ein und strahlten im Laufe des Spiels immer mehr Sicherheit aus. Beide spielten am Ende durch.

Agustin Rogels wichtigste Aktion war wohl in der 78. Minute, als er im Strafraum zu einer risikoreichen Monstergrätsche gegen Schalkes Kenan Karaman ansetzte und diese auch erfolgreich durchführte. Allgemein weiß er mit seiner enormen körperlichen Präsenz zu gefallen. Insgesamt war er 72 Mal im Ballbesetzt, spielte 57 Pässe, von denen 44 bei seinen Mitspielern ankamen.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Viele Aktionen fanden dabei in der eigenen Verteidigung statt. Die waren meist clever und sinnvoll getimt, um der Mannschaft gegen eine aggressive Schalker Truppe Ruhe zu geben. Zweimal musste Rogel den Angriff des Gegners mit Fouls unterbinden. Für seinen Schubser gegen Marius Bülter wurde er in der 81. Minute mit gelb verwarnt. Rogel wirkt wie der säubernde LKW neben Abwehrchef Kempf. Insgesamt klärte er fünf Aktionen, lief drei Bälle von den Gegnern ab und setzte zwei erfolgreiche Tacklings.

Marc Oliver Kempf bemühte sich viel, beackerte seine Gegenspieler Simon Terodde und Sebastian Polter, hatte auch seine Probleme mit den Gegnern, aber wusste wie Rogel Ruhe ins Spiel der Mannschaft zu bringen. Insgesamt klärte er fünf Bälle aus dem Strafraum, setzte zu zwei Tacklings an und war 62 Mal im Ballbesitz. 69 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an, ebenso viel Prozent Zweikämpfe entschied er für sich.

(Photo by Marc Atkins/Getty Images)

Marc Oliver Kempf entwickelt sich immer mehr zum Abwehrchef und ersten Verteidiger. Auch wenn er immer wieder Probleme mit direkten Gegenspielern hat, weiß er die Abwehr zusammenzuhalten, ist kommunikativ und zeigt unermüdlichen Einsatz. Aus dem etwas überhastet und übermotiviert wirkenden Kempf ist ein verlässlicher Führungsspieler geworden. Vielleicht auch, weil er auf sich und seine Psyche genau hört und sich in schwierigen Zeiten Hilfe gesucht hat, wie er unter der Woche erzählte.

Stevan Jovetic: Das gewisse Etwas für Hertha

Einen extrem „schlauen“ Spieler nannte ihn Sandro Schwarz im Interview nach dem Spiel. Stevan Jovetic erlebt gerade so etwas wie seinen dritten Frühling. Der Offensivspieler hat bekanntlich immer wieder mit seinem Körper zu kämpfen, fällt gerne mal mit dem ein oder anderen Wehwehchen aus, doch seine spielerische Klasse ist für diese Mannschaft Gold wert. Während Jovetic in der ersten Halbzeit glücklos blieb, konnte er in der zweiten Hälfte seinen Beitrag leisten. Und zusätzlich entwickelt er sich zunehmend zum Laufwunder auf Darida-Niveau. Gegen Schalke wurde er kurz vor Schluss für dem wiedergenesenen Jean-Paul Boetius ausgewechselt und brachte es auf fast 12 km Laufleistung.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

59 Mal war Jovetic im Laufe der Partie am Ball. Er spielt 29 seiner 44 Pässe erfolgreich. 66 Prozent in der Offensive lassen sich dabei definitiv sehen. Insbesondere spielte er vier von fünf langen Bällen erfolgreich. Seine Zweikampfwerte von nur 36 Prozent fallen dagegen allerdings etwas ab. Er zeigte sich immer wieder in der Offensive, ohne, dass sich die ganz großen Chancen ergeben sollten. Die größte Möglichkeit hatte er in der 26. Minute, doch letztendlich schoss er sich relativ kläglich selbst an. Zusätzlich bereitete er zwei Torschüsse vor. Entscheidend dabei die 88. Minute, als er das Zuspiel von Lukebakio direkt weiterleitete und Wilfried Kanga auf die Reise schickte, der das Siegtor erzielen durfte.

Lucas Tousart: Der Hertha-Kämpfer mit dem Sonntagsschuss

Lucas Tousart spielen zu sehen, macht ja mittlerweile seit Monaten Spaß. Ein Spieler, der sich unermüdlich in jeden Zweikampf wirft, der Leidenschaft ausstrahlt und sich in Berlin mittlerweile wohl zu fühlen scheint. Auch wenn ihm die Berliner Currywurst leider nicht zusagt. Gegen Schalke ackerte er sich durchs Mittelfeld. Am Ende lief der Franzose wieder gute 12 km. 46 Mal war Tousart am Ball, verteilte seine Pässe 22 Mal erfolgreich. Insgesamt kamen 76 Prozent seiner Pässe an, zusätzlich entschied er 60 Prozent seiner Zweikämpfe. Er pushte und motivierte seine Mitspieler, gestikulierte viel und nahm die Mannschaft taktisch mit. Auch in der Defensive half er mit Tacklings, Klärungsaktionen und abgelaufenen Bällen aus. Seinen größten Moment hatte er kurz nach dem Seitenwechsel. In der 49. Minute zimmerte er mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz in die Maschen.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Sein Sonntagsschuss war ehrlicherweise alles andere als unhaltbar, doch mit Alexander Schwolow haben die Schalker aktuell einen schwer verunsicherten Torhüter in ihren Reihen, der nicht in der Lage war, den Ball festzuhalten. Lucas Tousart knüpfte gegen Schalke genau an seinen starken Leistungen der Vorwochen an.

Wilfried Kanga: Befreiungsschlag zum perfekten Zeitpunkt

Endlich! Der Knoten ist endlich geplatzt. Dem nimmermüden Wilfried Kanga gelang endlich der Befreiungsschlag. Kanga war seit Saisonbeginn bemüht und hat sich nicht aufgegeben, doch in den letzten Wochen wurden die Stimmen lauter, dass ein abschlussstarker Stürmer der Mannschaft fehlen würde. Und wie die Saison begann, so startete auch für Kanga das Spiel.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Der Ivorer zeigte sich immer wieder angriffslustig. Allein in den ersten fünf Minuten kam er bereits zweimal zum Abschluss, fand da allerdings jedes Mal in Schwolow nach schwachen Abschlüssen seinen Meister. Die hundertprozentigen Chancen sollten allerdings lange fehlen. Auch seine Durchsetzungskraft ließ ein ums andere Mal zu wünschen übrig. Nur vier seiner vierzehn Zweikämpfe gewann er. Neun von 16 Pässen kamen beim Mitspieler an, auch auf diese Weise versuchte er immer wieder das Angriffsspiel anzukurbeln. Seine Robustheit sollte letztendlich ausschlaggebend für den Siegtreffer sein. Fein von Jovetic in Szene gesetzt kämpfte er sich gegen Henning Matriciani durch und schob flach ins linke untere Toreck ein. Es folgte ein explodierender Jubel in der blau-weißen Menge der Ostkurve. Hoffen wir, dass es sich um einen Knotenlöser für die kommenden Aufgaben handelte.

Ein Pflichtsieg für die Hertha-Moral

Gut und sehenswert gespielt, am Ende aber nur einen Punkt gesammelt oder sogar verloren. Hertha konnte in den ersten Wochen der Saison nur eine geringe Menge an Punkten sammeln, von denen, die möglich gewesen wären. Gegen die Schalker spielte man weniger für die Galerie, sondern für die Punkte. Und das war wichtig. Denn ein Punktverlust hätte gegen den Tabellenletzten durchaus für einen Kipppunkt der Stimmung, sowohl innerhalb der Mannschaft, als auch bei den Fans sorgen können. Schließlich steht man trotz aller Schönheit im Abstiegskampf und ist auf jeden Sieg angewiesen. Kangas erstes Tor, der späte Zeitpunkt des Siegtreffers und insbesondere die Reaktion auf den späten Schalker Ausgleichstreffer, sind große Punkte für die Moral.

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Die Hertha muss sich nun auf das Auswärtsspiel in Bremen am Freitag vorbereiten und hat die große Möglichkeit sich weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen. Die Stimmung ist gut, Bernstein, Bobic und co. ist es gelungen, neben dem Platz eine angenehme Ruhe im Verein einkehren zu lassen, die Spieler und Trainer können in Ruhe arbeiten und die kommenden Chancen nutzen.

(Titelbild: Matthias Kern/Getty Images)

Podcast #212 Willy will’s wissen

Podcast #212 Willy will’s wissen

Der erste Heimsieg ist perfekt. Zugegeben, es war kein perfektes Spiel von Hertha, aber man hat sich für die letzten Wochen belohnt. Wir sprechen natürlich drüber, genauso wie über den VAR und Alexander Schwolow. Der Ausblick auf Bremen darf selbstverständlich auch nicht fehlen.

Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit der neuen Folge und freuen uns über eure Kommentare. Euer Feedback ist sehr motivierend und freut uns immer am meisten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr den Podcast mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten teilt. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.

00:00:00 Intro & Feedback

00:07:13 Hertha News

00:19:34 Spielanalyse

01:23:14 Ausblick

#hahohe #podcast #herthabsc #bundesliga #herthabase

HIER GEHTS ZU UNSEREM DISCORD: https://discord.gg/CyzqXTN3Yp

SPOTIFY AUSWÄRTSFAHRT PLAYLIST: https://tinyurl.com/y9s79eqp

HERTHA BASE AUF YOUTUBE: https://tinyurl.com/58wm2n8r

(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Thesen

Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Thesen

Nach einer Starken, jedoch nicht belohnten Aufholjagd gegen Leipzig geht es für die Hertha im Olympiastadion gegen den FC Schalke 04. Beide Mannschaften wollen sich aus dem Tabellenkeller verabschieden und sicherlich nicht weiter abrutschen. Es heißt Königsblau gegen Hauptstadtblau – und die Weiterführung einer alten Rivalität.

Unsere drei Thesen zum Spiel gegen den FC Schalke 04

These 1: Kein Unentschieden

Man kann davon ausgehen, dass beide Mannschaften sich mit einem Unentschieden nicht zufriedengeben werden. Hertha hat nach Leipzig eine sieglose Serie von sechs Partien zwar mit weitaus mehr Unentschieden, doch schon gegen Leipzig wollte Schwarz diese Serie nicht fortführen. Mit zwei Punkten mehr steht Hertha tabellarisch dazu besser da – ob die gute Stimmung rund um Schwarz und seinen Spielstill anhält nach einer Niederlage gegen Schalke? Man mag es bezweifeln. Wenn bei der Hertha der Haussegen nach einer Niederlage schiefhängt, so brennt es in Gelsenkirchen schon lichterloh.

Frank Kramer musste seinen Hut nehmen, ob der neue Trainer die Wende schafft? (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Trainer Frank Kramer wurde nach einer 1:5-Klatsche gegen Hoffenheim fünf Tage vorm Bundesligaspieltag gefeuert. Schalke steht mit fünf Niederlagen in Folge in der Krise. Sportdirektor Rouven Schröder gilt bei Fans immer mehr als ein Mann für Trainerverschleiß. Thomas Reis, Ex-Bochum Trainer, wird medial als Nachfolger gehandelt, hat aber noch einen Vertrag in Bochum. Der Sportvorstand sah vor Kramers Entlassung die Hertha als einen machbaren Gegner. Die Königsblauen Spieler wollen sicherlich einen guten ersten Eindruck hinterlassen bei ihrem neuen Trainer und die eigenen Fans von der Niederlagenserie erlösen. Ein Sieg muss her.

These 2: Schwarz und das Team mit “Urvertrauen”

„Das Urvertrauen ist riesig.“ Dieser Satz von Trainer Sandro Schwarz ging durch die nationale Sportpresse und wenn man die letzten Partien des Mainzers betrachtet, sieht man es der Mannschaft ebenso an. Man kann als Hertha-Fan mit Platz 15 sicherlich nicht von Euphorie-Ausbrüchen sprechen. Doch gegenüber der letzten Saison stürzt man nicht mehr in einen Strudel aus Gegentoren nach einem Rückstand. Man schafft es, sich zurückzukämpfen, bis zum Schluss noch auf den Ausgleich oder Sieg zu preschen und in manchen Spielen sogar dominierenden, ansehnlichen Fußball zu spielen. Von den Spielerleistungen ganz abgesehen, welche man als Fan erfreut wahrnimmt.

Stimmung auf dem Platz und auf der Tribüne stimmt in Leipzig (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Schwarz hat es geschafft, rund ums Olympiagelände eine Art positive Grundstimmung zu schaffen und dies auf die Mannschaft zu übertragen, von einem teils defensivmotivierten Lukebakio, einem nicht fehlerfreien, aber leidenschaftlichen Christensen zu einem glücklosen, aber torgefährlichen Ejuke. Schwarz und die Mannschaft werden mit diesem Urvertrauen ins Spiel gehen, dass es nicht nur eine Pressephrase darstellt.

These 3: 4-4-2 hält mit Jovetic & Kanga seinen Einzug

Etwas, was nach der Niederlage in Leipzig positiv hängen blieb, war die Umstellung auf das 4-4-2 mit dem Sturmduo aus Jovetic und Kanga. Unabhängig von Insiderberichten zeigte sich Trainer Sandro Schwarz sichtlich begeistert nach der taktischen Umstellung und seinem neuen Sturmduo. „Es hat mir gut gefallen. Sie haben sich beide sehr gut bewegt – gegen den Ball und mit dem Ball.“, erklärte Schwarz kurz nach der Niederlage. Dass Schwarz nach drei Gegentoren und der Unentschiedenserie umstellt, überrascht nicht.

Stevan Jovetic nach seinem ersten Saisontor gegen Leipzig (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Die Umstellung in der zweiten Halbzeit gegen Leipzig sorgte sichtlich für mehr Torgefahr. Jovetic, welcher seine spielerische Klasse und Erfahrung gegen Leipzig zeigte und sich mit dem ersten Saisontreffer belohnen konnte, sorgte stetig zwischen den Linien für gefährliche Szenen. Sein Gegenpart in Person von Kanga stellt dabei den wuchtigen Stoßstürmer da. Der Franzose, welcher mit seiner Physis eher tiefstehend Verteidiger rauszieht und sich via Kopfball gefährlich positioniert, wartet zwar auf seinen ersten Saisontreffer, konnte aber mit seinen Lattentreffer gegen Leipzig zeigen, dass er seinem Debüttor für Hertha immer näher kommt.

[Titelbild: Maja Hitij/Getty Images]

Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Schlüsselduelle

Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Schlüsselduelle

Manch Herthaner:in reibt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch die Augen, denn nach 10 Spielen stehen 8 Punkte und Platz 15 auf dem Papier und die Bude brennt immer noch nicht. Im Gegenteil – nahezu euphorisch wurde die 2:3-Niederlage gegen die Dosen gefeiert. Wir Fans predigen seit Wochen, dass diese Mannschaft endlich eine Identität hat und ansehnlichen Fußball spielt. Letztendlich bringt uns das aber nicht weiter und ewig wird diese gute Stimmung nicht anhalten, denn die Punkte brauchen auch wir. Dass jetzt ausgerechnet der sportlich angeschlagene S04 nach Berlin kommt, erhöht den Druck noch mal deutlich. Worauf kommt es am Sonntag an? Diese Duelle werden entscheidend sein.

Verletzungssorgen, fehlende Spielidee und Trainerentlassung

Viele Hertha-Fans hätten sich gewünscht, Ex-Trainer Frank Kramer noch ein Spiel auf der Schalker Bank zu sehen. Doch nach der 1:5-Niederlage im Pokal haben die Verantwortlichen die Reißleine gezogen und den Coach freigestellt. Ob das viel bewirkt, ist jedoch fraglich, denn die Mannschaft hat viele Baustellen, die so schnell nicht gelöst werden können. Vier der fünf etatmäßigen Innenverteidiger sind verletzt, die Kreativzentrale Rodrigo Zalazar fehlt mit einem Mittelfußbruch langfristig und Simon Terodde wirkt ohne passende Bälle wie ein Fremdkörper im eigenen Spiel. Nicht viel spricht für einen Erfolg der Gäste aus Gelsenkirchen.

Jovetic & Kanga vs. Yoshida & Kral

Stevan Jovetic gehörte vergangenen Samstag zu den positiven Überraschungen. Trotz einiger Unachtsamkeiten im Aufbauspiel machte der Montenegriner gegen Leipzig eine Riesenspiel und spulte mit seinen 32 Jahren stolze 12,2 Kilometer ab. Doch auch darüber hinaus war der Routinier enorm wichtig im Offensivspiel der Hertha, machte viele Bälle fest, verteilte diese und steuerte ein technisch sehr anspruchsvolles Tor zum 2:3 bei – definitiv Werbung für mehr Spielzeit. Wilfried Kanga, der weiterhin glücklos im Abschluss agiert, kam für die Schlussphase rein und harmonierte gut mit seinem neuen Sturmpartner. Trotz des fehlenden Tores machte unsere Nummer 18 ein gutes Spiel. Vielleicht tut es dem Ivorer gut, einen Partner an seiner Seite zu haben?

Laut Ligainsider starten am Sonntag beide, jedoch wird Jovetic die Rolle des Spielmachers oder die der hängenden Spitze einnehmen. Ein Spieler mit den Offensivqualitäten eines Jovetic hatte Kanga bis letzten Samstag nicht an seiner Seite. Die Hoffnung besteht, dass so der Knoten endlich platzt.

hertha

(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Einem dynamischen und technisch versiertem Sturmduo aus Kanga und Jovetic steht eine mehr als angeschlagene Innenverteidigung, bestehend aus Maya Yoshida und Alex Kral, gegenüber. Kral im Abwehrzentrum? Yoshida ist der einzige gelernte Innenverteidiger und muss zusammen mit dem Neuzugang von Spartak Moskau die Zentrale dichtmachen. Das wird eine große Herausforderung für die Knappen und gleichzeitig unsere Chance, die guten Leistungen in Punkte umzumünzen.

Ejuke & Dodi vs. Schalker Abwehr

Schalkes schwache Defensive ist auch für unsere Flügelzange von Vorteil. Wer hätte nach letzter Saison gedacht, wir würden unsere Außenbahnen als Waffe hervorheben? In der Statistik der meisten erfolgreichen Dribblings belegen Chidera Ejuke und Dodi Lukebakio Platz eins und Platz sechs. Darüber hinaus legte Ejuke bereits drei Tore auf und Dodi netze schon fünf Mal. Grund genug, für Schalke 04 nervös zu werden, wenn sowohl die Zentrale als auch die Außenverteidiger bisher jegliche Stabilität vermissen ließen.

hertha

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Ejuke und Lukebakio sind gut drauf, schnell, dribbelstark und in der Kombination auch torgefährlich. Sowohl für die Außenverteidiger Cedric Brunner und Thomas Ouwejan als auch für Yoshida und Kral wird es schwer, die beiden im Griff zu behalten. Die Flügelspieler sind aktuell schwer berechenbar, denn im Gegensatz zu den vergangenen Jahren variieren die Dribblings unsere Außen. Mal wird nach innen gezogen oder es geht mit Tempo die Linie runter – Arjen Robben kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Das Duell der Spielsysteme

Zugegebenermaßen läuft bei Schalke gerade so viel schlecht, dass sich die Suche nach drei Schlüsselduellen als schwierig herausstellte. Die wohl größte Schwäche sehen wir im fehlenden System. Ob 4-3-3, 4-4-2 oder zuletzt 4-5-1 – so richtig funktioniert, hat keins bisher. Der ständige Systemwechsel schadet darüber hinaus dem Rhythmus, verunsichert die Spieler und lässt einstudierte Angriffe praktisch unmöglich werden. Wer auch immer der kommende Trainer sein mag, auch er wird seine Idee vom Fußball vermitteln wollen, was einen weiteren Systemwechsel für die ohnehin schon verunsicherte Mannschaft sehr wahrscheinlich macht.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Ein Blick auf unsere Jungs zeigt ein anderes Bild. Plagten uns in den letzten Jahren ähnlich Probleme, agieren die Spieler unter der Leitung von Sandro endlich mit einem klaren Offensivplan. Unser Spiel lebt von einem stabilen Zentrum im Mittelfeld, viel Dynamik über die Außen und einem Stürmer, der in das Aufbauspiel integrierbar ist. Dabei schafft es die Mannschaft besonders übers Konterspiel, aber auch über den Ballbesitz gefährlich zu sein. Hier sehen wir einen klaren Vorteil für unsere Hertha.

Drei Punkte sind Pflicht!

Schalke ist der Hertha auf dem Papier deutlich unterlegen. Eine ungewohnte Situation für uns. In der Vergangenheit ist unsere Mannschaft in solchen Situationen oft eingebrochen. Aber die Leidenschaft und Moral, gepaart mit attraktiven Offensivfußball lässt hoffen, dass diese Zeiten vorerst vorbei sind. Hertha holt den ersten Heimsieg der Saison. Dieses Mal aber wirklich!

(Photo Friedemann Vogel – Pool/Getty Images)

Podcast #211 Fußballgott erhöre uns!

Podcast #211 Fußballgott erhöre uns!

Völlig euphorisiert nach einer Niederlage? Das gibt es aktuell nur bei Hertha BSC. Leider verpasst unsere alte Dame das erneute Remis in Leipzig, zeigt aber, dass die Entwicklung weitergeht und nachhaltig ist. Marc und Lukas besprechen dieses irre Fußballspiel, nach dem alle den Fußballball lieben und noch ein paar kleine News. Ein Update bei der Wohnungssuche gibt es auch.

Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit der neuen Folge und freuen uns über eure Kommentare. Euer Feedback ist sehr motivierend und freut uns immer am meisten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr den Podcast mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten teilt. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.

00:00:00 Intro & Feedback

00:12:17 Hertha News

00:19:23 Spielanalyse

01:07:11 Ausblick

#hahohe #podcast #herthabsc #bundesliga #herthabase

HIER GEHTS ZU UNSEREM DISCORD: https://discord.gg/CyzqXTN3Yp

SPOTIFY AUSWÄRTSFAHRT PLAYLIST: https://tinyurl.com/y9s79eqp

HERTHA BASE AUF YOUTUBE: https://tinyurl.com/58wm2n8r

(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Besucht unsere Webseite www.herthabase.de