Drei Thesen zum Spiel: Hertha BSC gegen Union Berlin

Drei Thesen zum Spiel: Hertha BSC gegen Union Berlin

Flutlicht, ein neuer grüner Rasen und das Hauptstadt-Derby zur besten Sendezeit: Am Mittwoch empfängt die Hertha den Stadtrivalen Union Berlin zum DFB-Pokal-Fight im heimischen Olympiastadion.

Wie gewohnt präsentiert Hertha BASE dazu drei Thesen. Hinweis: Keine der Thesen beanspruchen eine Gültigkeit, jedoch basieren sie auf fundierten Argumenten. Auf geht’s, zur ersten – steilen – These.

Verliert Hertha, ist Union endgültig die neue Nummer Eins in Berlin

Aua. Jedem blau-weißen Fan wird dieser Satz im gleichfarbigen Herzen schmerzen. Leider ist die Aussage aber nicht unbegründet.

Zwar bestreiten die Köpenicker erst ihre dritte Saison im deutschen Fußball-Oberhaus – doch schon vergangene Saison beendete man die Spielzeit auf dem siebten Platz, und damit vor Hertha (Platz 14.). In der Saison 2019/2020 fiel lag man nur einen Platz hinter der Hertha, aus auf Tabellenplatz elf.

Doch in der vergangenen Saison, vor allem auch in dieser, spielt Union schlichtweg erfolgreicher. Auch das Derby in der Hinrunde konnte Union mit 2:0 gewinnen. Und nun hat Union die Hertha auch noch bei den Mitgliederzahlen überholt (40.725 zu 40.224). In den letzten zwei Jahren gibt es kaum ein Argument mehr, weshalb Union nicht die neue „Nummer Eins“ in der Stadt sein sollte – sportliche schon gar nicht.

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Lediglich ein einziges Argument spricht für die Hertha: Die jahrelange – auch trotz Abstiege – Bundesliga-Präsenz, die Union Berlin nicht bieten kann. Es ist auch kein schwaches Argument. Schließlich ist es bei weitem keine Selbstverständlichkeit, über Jahrzehnte – teils sogar erfolgreich – in der ersten Bundesliga zu spielen. Allerdings bemisst sich der Fußball selten an der Vergangenheit, sondern an der Gegenwart – und die dominiert Union Berlin.

Sollten die Köpenicker also auch noch ausgerechnet das Derby im DFB-Pokal gewinnen, kann durchaus von eine Ablösung in der Stadt gesprochen werden. Aus blau-weißer Sicht gilt es, dieses Schreckensszenario unbedingt zu verhindern!


Auf welche Duelle es im Derby ankommen kann, und warum der Verlust zweier Leistungsträger Unions dabei zu Herthas Vorteil werden kann, lest ihr hier.


Erst Union, dann Bayern – eine Niederlage im DFB-Pokal würde die Stimmung kippen lassen

Gegen den FC Bayern München darf verloren werden. Hertha-Fans werden gegen den Rekordmeister nie einen Sieg warten – es darf aber bitte gekämpft, geackert und gerackert werden. Demnach ist die Aussage nicht zu steil, dass es am Wochenende in der Bundesliga gegen Bayern wohl eine Niederlage geben wird.

Umso wichtiger ist ein Sieg im Derby gegen Union Berlin. Beide Spiele zu verlieren, würde die Stimmung bei den Fans und in der schnelllebigen Berliner Medienblase wohl vollends kippen lassen. Zumal die Niederlage um Rückrundenauftkagt gegen den 1. FC Köln weiterhin schmerzt – auch gegen den VFL Wolfsburg konnten die Berliner nicht überzeugen.

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Eine erneute Trainerdiskussion kann sich Hertha gegenwärtig eigentlich nicht leisten, zumal es unter Taifun Korkut spielerisch deutlich besser aussieht, als noch unter Pal Dardai. Sollte Hertha im Derby verlieren, würde vermutlich auch Fredi Bobic ins Kreuzfeuer geraten. Noch scheinen ihm fans und Medien Zeit zu geben, gerade was Transfers angeht – es scheint, als wolle man vor allem den Sommer abwarten.

Diesen Kredit behält er aber auch nur, wenn es sportlich „solide“ läuft – was bei einer Niederlage gegen Union schlichtweg nicht mehr der Fall wäre.

Boateng wird zum Derbyhelden!

Zum Abschluss zweier eher mürrischer Thesen, gibt es eine letzte und hoffnungsvollere Aussage: Hertha-Eigengewächs Kevin-Prince Boateng, der, mit der tätowierten Hertha-Fahne auf dem Herzen, wird das entscheidende Tor gegen Union Berlin im DFB-Pokal schießen!

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Bisher hat man sportlich noch nicht viel von ihm mitbekommen – umso mehr Zeit wird es langsam, oder? Dieses wunderschöne blau-weiße Szenario würde jeder Hertha-Seele gut tun. Der Fußball schreibt oft die kitschigsten Geschichten – Und wer weiß: Im Fußball, allen voran im Pokal, ist doch alles möglich.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Hertha gegen Union: Drei Schlüsselduelle

Hertha gegen Union: Drei Schlüsselduelle

Pokal, Mittwochabend, Stadtderby – Wat jibt’s Schöneres? Naja, ein volles Stadion zum Beispiel. Da das unter den derzeitigen Umständen leider nicht möglich ist, wird das Achtelfinale im DFB-Pokal zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union einzig und allein auf dem Platz entschieden. Auf welche Duelle es dabei ankommen kann, und warum der Verlust zweier Leistungsträger Unions dabei zu Herthas Vorteil werden kann, lest ihr hier.

Schlüsselduell 1: Darida und Ascacibar gegen Kruse

Unions Trumpf in der Offensive heißt Max Kruse. Neun Scorer gehen in der laufenden Bundesliga-Saison auf das Konto des Angreifers. Besonders seine 0,26 expected assists pro 90 Minuten unterstreichen seinen Wert. Dabei liegen Kruses Stärken gar nicht unbedingt nur im Spiel in Strafraumnähe, vielmehr sind es die Spielmacher-Qualitäten, die ihn auszeichnen.

3,65 progressive Pässe (Pässe, die den Ball dem gegnerischen Tor maßgeblich näher bringen) spielt Kruse pro Spiel. Besonders auffällig: Diese Pässe legen durchschnittlich eine Gesamtdistanz von 145 Metern zurück, in dieser Kategorie zählt er zu den 1 Prozent der gefährlichsten Stürmer weltweit. Kruse wird also dann stark, wenn er viel Platz und die richtige Anspielstation vor sich hat.

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(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Es wird also wichtig sein, Kruse frühzeitig zu stören, ihn an seinen gefährlichen langen Bällen zu hindern. Das wird die voraussichtliche Doppelsechs aus Darida und Ascacibar nur im Verbund lösen können. Dabei wird höchste Konzentration und Zweikampfstärke gefragt sein, denn mit seinen 76,2 Prozent gewonnenen Dribblings ist Kruse herausragend stark. Auch die Verteidigung muss gewarnt sein, denn Kruse liefert 3,96 schusskreierende und 0,76 torkreierende Aktionen pro 90 Minuten.

Kruse zu verteidigen wird also eine Aufgabe sein, die die gesamte Defensive beschäftigen muss, angefangen im Mittelfeld. Ein Vorteil könnte sich daraus ergeben, dass mit Taiwo Awoniyi der etatmäßige Sturmpartner Kruses fehlt, da er mit Nigeria am Afrika-Cup teilnimmt. Allein die Hälfte der Vorlagen Kruses in dieser Spielzeit waren für Awoniyi. An seiner Stelle könnte Sheraldo Becker spielen, der Kruses größtes Defizit, das Tempo, ausgleicht. Oder Kevin Behrens, der in der laufenden Pokalsaison schon auf zwei Treffer kommt.

Schlüsselduell 2: Belfodil und Maolida/Selke gegen Knoche

Nach dem offensiv ingesamt blassen Auftritt gegen den VfL Wolfsburg wäre Rotation im Angriff durchaus angebracht, allein die Optionen fehlen Tayfun Korkut durch den Ausfall von Stevan Jovetic weiterhin. Ishak Belfodil dürfte gegen den 1. FC Union gesetzt sein. An seiner Seite könnten erneut Myziane Maolida oder der zuletzt nur eingewechselte Davie Selke spielen. Zu tun haben wird es der Herthaner Angriff in jedem Fall mit Unions Robin Knoche. Der Abwehrchef der Köpenicker hat in dieser Saison noch keine Minute verpasst.

Eine Passquote von 81,4 Prozent, 1,95 abgefangene Bälle pro Spiel, 0,89 geblockte Schüsse. Knoche ist ein extrem souveräner Verteidiger, der vor allem deshalb so wichtig ist, weil er sich kaum Ausreißer nach unten erlaubt. In der Dreier-Innenverteidigung ist Knoche in der Mitte gesetzt.

(Photo by ANNEGRET HILSE/POOL/AFP via Getty Images)

Doch vereinzelt zeigten sich auch in dieser Saison, welche Mittel man gegen Knoche anwenden kann. Eintracht Frankfurt setzte ihn beispielsweise in der Liga im Aufbauspiel immer wieder unter Druck. Teils lief man Knoche mit zwei Mann an, zwang ihn zu Ballverlusten. Einen konnte Knoche nur noch mittels eines Fouls wieder gut machen, das ihm eine Gelbe Karte einbrachte. Auch der BVB demonstrierte, wie man zum Torerfolg kommen kann, indem man Flanken zwischen Knoche und einen seiner Nebenmänner brachte, wo die Abstimmung nicht immer passte. Abstimmungsprobleme zeigten sich auch gegen Bayern München, als Verteidiger Paul Jaeckel in einer Szene zu früh rausrückte, sich ausspielen ließ und Knoche anschließend kurz vor dem Sechzehner zu einem Foul greifen musste. Den fälligen Freistoß verwandelte Robert Lewandowski direkt.

Man kann die Dreierkette Unions um Abwehrchef Knoche also zu Fehlern zwingen, wenngleich sie insgesamt sehr stabil ist. Vorteil Hertha: Ähnlich wie in der Offensive, muss Unions Trainer Urs Fischer auch in der Innenverteidigung einen in der Hinserie sehr wichtigen Spieler ersetzen. Marvin Friedrich schloss sich vergangene Woche Borussia Mönchengladbach an, war vorher an der Seite Knoches gesetzt. Ob nun also Timo Baumgartl, Jaeckel, oder Neuzugang Dominique Heintz neben Knoche spielen wird – allzu oft wird die Dreierkette in dieser Konstellation noch nicht zusammengespielt haben.


Auch in unserer aktuellen Podcast-Folge sprechen wir natürlich über das Pokalderby. Darüber hinaus sind wir auf die Mitgliedersammlung und das Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg eingegangen. Hört gerne rein!


Schlüsselduell 3: Serdar und Richter gegen Khedira

Die Rollen Suat Serdars und Marco Richters können gegen den 1. FC Union sehr wichtig werden. Zwar spielen sie nominell auf den Außen, doch genießen alle Freiheiten, auch mal durch das Zentrum zu kommen. Das kann am Mittwoch ein wichtiges Mittel sein, denn Union ist im Zentrum anfällig. Während man auf den Außenverteidiger-Positionen über reichlich Auswahl verfügt (links Bastian Oczipka und Niko Gießelmann, rechts Kapitän Christopher Trimmel und Julian Ryerson), ist auf der Sechs Rani Khedira unangefochten.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Doch das Spiel des 27-Jährigen ist längst nicht fehlerfrei. Nur 1,24 erfolgreiche Tacklings gelingen Khedira auf 90 Minuten und bloß 1,29 abgefangene Bälle. Ebenfalls blockt Khedira pro Spiel durchschnittlich nur 1,76 gegnerische Pässe ab. Über das Zentrum und damit über ihn zu spielen, kann also ein effizienter Weg sein, um dem Unioner Tor näher zu kommen.

Dazu kommt, dass Khedira mit 71,7 Prozent eine deutlich ausbaufähige Passquote hat. Ihn im eigenen Ballbesitz zu Pässen zu zwingen, ist eine weitere Aufgabe des Herthaner Mittelfelds. Zu erwähnen bleibt jedoch Khediras Stärke in eigenen Dribblings, wovon ihm 81,8 Prozent gelingen.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Podcast #175 Massiv

Podcast #175 Massiv

Der Auftakt in die Pokalwoche ist leider nicht gelungen wie erhofft. In Wolfsburg erreichte Hertha BSC nur ein sehr zähes 0:0, welches von zwei heftigen Fehleinschätzungen begleitet wurde. Wir besprechen wie immer das Spiel, aber auch die Mitgliederversammlung vom Sonntag und alles, was sonst noch rund um Hertha BSC passiert ist.

Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns über eure Kommentare.

Teilt den Podcast gerne mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.

#hahohe #podcast #herthabsc #bundesliga #herthabase


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Hertha BSC gegen Union Berlin – Das Salz in der Suppe

Hertha BSC gegen Union Berlin – Das Salz in der Suppe

Das vergangene Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg kann je nach Betrachtungsweise positiv oder negativ ausgelegt werden. Doch klar ist: Diese Leistung wird im kommenden DFB-Pokalspiel gegen den Nachbarn aus Köpenick nicht reichen. Unsere Vorbesprechung mit Blick auf die Presskonferenz vor dem Duell mit Union Berlin.

Derby im Pokal – ein ganz besonderes Spiel für alle Beteiligten

Obwohl Fredi Bobic (50) in einem Interview mal zugegeben hat, selbst nicht die Geduld zum Kochen zu haben, scheint er dennoch kulinarische Grundzüge zu beherrschen. Zumindest kann man davon ausgehen, immerhin sprach er auf der Pressekonferenz gegen den Stadtrivalen im Achtelfinale des DFB-Pokals darüber: „Als Fußballer lebst du doch für solche Momente, genau das sind die Spiele, das ist das Salz in der Suppe“.

Doch nicht für die Spieler selbst, auch und vielleicht sogar vor allem für die Fans sind solche Spiele die Würze im sonst mittlerweile für einige fade gewordenen Fußballgeschäft. DFB-Pokal, K.O.-Spiele, Achtelfinale, Flutlichtspiel, der Traum vom Finale im eigenen Wohnzimmer und vor allem: Derby. All diese Begriffe lassen das Fan-Herz höherschlagen. Schon in den vergangenen Tagen haben sich wahrscheinlich bei dem ein oder anderen Anhänger der „Alten Dame“ Gefühle wie Aufregung, Vorfreude und Spannung aufgebaut.

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Doch wer sich an das erste von den drei Derbys in dieser Saison, das Hinspiel der Bundesligasaison erinnert, bei dem werden vermutlich auch andere Gedanken hochkommen: Hoffnungslosigkeit, Angst und Sorge. Hertha zeigte sich zwar durchaus engagiert, aber dennoch kraft- und ideenlos. Tayfun Korkut (47) hingegen beschäftigte sich nach eigener Aussage überhaupt nicht mit dem Duell von vor zwei Monaten. Er gibt sich vielmehr kämpferisch: „Es ist ein Derby, und ein Derby ist dafür da um es zu gewinnen“.

Der Übungsleiter erwartet daher auch ein sehr intensives Spiel. Er fordert von seinen Spielern, dass sie probieren sollen das Spiel in jeder Sekunde zu leben, mit allem was dazugehöre. Und auch von Bobic gibt es klare Worte: „Man muss den Pokal komplett annehmen, muss es mit vollem Herzen angehen“.

Union Berlin – für den Moment vor Hertha

Dass es der Gegner aus Köpenick nicht leicht machen wird in die nächste Runde zu kommen, ist selbstverständlich. Die Mannschaft von Urs Fischer spielt in diese Saison meist in einem kompakten 3-5-2 und setzt auf defensive Stabilität gepaart mit schnellen und vor allem sauber ausgeführten Kontern.

Und mit einem leicht neidischen Blick muss man als Hertha-Fan anerkennen, dass beim Stadtrivalen seit einiger Zeit sowohl sportlich als auch wirtschaftlich vorbildlich gearbeitet wird. Auch Trainer Korkut gibt zu: „Union macht es sehr gut in den letzten Jahren, das ist Fakt.“

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Allerdings stellt er im nächsten Satz eindeutig klar: „Trotz alledem, wenn man sich die Geschichte anschaut weiß man schon, wer die Nummer eins in der Stadt ist“. Gleichzeitig plädiert er dafür, dass man das immer wieder zeigen und beweisen müsse und Hertha diese Chance am Mittwoch habe.

Dass bei Union Topstürmer Taiwo Awoniyi (24) durch die Abstellung zum Afrikacup fehlt und Abwehrchef Marvin Friedrich (26) vor wenigen Tagen zu Borussia Mönchengladbach gewechselt ist, macht die Aufgabe zumindest etwas einfacher als sie es mit diesen zwei Spielern wäre.

Hertha-Kader fast in Bestbesetzung

Während bei Union also aktuelle und ehemalige Schlüsselspieler fehlen lichtet sich bei Hertha langsam das Lazarett. Mittelfeldmotor Suat Serdar (24) und Altstar Kevin-Prince Boateng (34) kehren nach ihren Gelbsperren in der Liga für das Pokalspiel zurück in den Kader.

Allerdings fehlt auch bei den Blau-Weißen mit Stevan Jovetic (32) der vermutlich beste Spieler weiterhin, bis zum Spiel am Mittwoch sieht es laut Pressesprecher Max Jung sehr eng aus. Rechtsverteidiger Peter Pekarik (35) und Ersatztorwart Oliver Christensen (22) können sich eventuell bis zum Duell freitesten, allerdings stehe dahinter momentan noch ein großes Fragezeichen.

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(Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Auf Nachfrage erklärt der Cheftrainer, dass Boyata zumindest eine Option für das Spiel sei. „Boyata war lange raus und hat nicht so viel trainieren können“ führt Korkut aus. Er habe sich in den vergangenen Tagen viele Gedanken bezogen zur Aufstellung gemacht, die finale Entscheidung falle dann morgen nach dem Abschlusstraining.

Basierend auf diesen Aussagen kann man also wohl davon ausgehen, dass Neuzugang Fredrik Bjørkan (23) im Kader stehen wird, ob es für einen Startelfeinsatz reicht ist allerdings zu bezweifeln.

Die E-Frage

Nahezu obligatorisch wurde auf der Presskonferenz vor dem Pokal-Kracher abschließend gefragt, ob man denn Elfmeter trainiert hätte. „Spannende Frage“, gibt Korkut, wohl mehr aus Höflichkeit als allem anderen, zu. „Man denkt immer, man kann alles trainieren. Aber bei einem Elfer gibt es so viele Sachen, die eine Rollen spielen: Der wievielte Schütze ist man? Wie ist man in dem Moment drauf? Der Druck, es gibt einfach ganz viele Aspekte“. Aber klar sei das Trainingsinhalt.

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(Photo credit should read SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images)

Besser wäre es jedoch, man kläre es vorher und käme gar nicht ins Elfmeterschießen. Anschließend schaut er kurz zu Manager Bobic rüber: „Hast du eigentlich mal einen geschossen, Fredi?“. Der schmunzelt und gibt dann zu: „Ja, aber nicht nur getroffen“.

Der Tisch für einen hochspannenden Pokalabend inklusive eines definitiven Gewinners sowie Verlierers ist also gedeckt. Nun liegt es an der Mannschaft, die Zutaten für eine wohlschmeckende Suppe in Form des Weiterkommens im Pokal bereitzustellen. Denn was nützt das beste Salz, wenn es nichts mehr zu würzen gibt?

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Herthaner im Fokus: Nullnummer vor dem Saisonhighlight

Herthaner im Fokus: Nullnummer vor dem Saisonhighlight

So richtig entscheiden konnte man sich am Samstagabend nicht: war das 0:0 gegen den VfL Wolfsburg jetzt ein Rückschlag oder eher eine leichte Verbesserung? Am Ende holt Hertha Auswärts immerhin einen wichtigen Punkt und hält den dünnen Abstand zum Tabellenkeller. Da bei dieser Partie gerade in der Offensive wenig passiert, werfen wir einen Blick auf Herthas Hintermannschaft.

Schwolow – Endlich wieder weiße Weste

Die Kritik an Alexander Schwolow wurde zuletzt etwas lauter. Zu viele Gegentore, zu wenig Spiele zu Null. Dabei hatte es Herthas Keeper diese Saison mit seiner Defensive nun wirklich nicht leicht und wurde immer wieder in Stich gelassen, wie auch am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen den 1. FC Köln.

Wahr ist: gerade die Konkurrenz auf dieser Position ist aktuell eher gering. Rune Jarstein trainiert noch individuell und Oliver Christensen fällt aufgrund einer Covid-19 Infektion aus. So saß am Samstag Nils Körber als Ersatzkeeper auf der Bank. Doch große Sorge sollte nicht aufkommen: Schwolow zeigte sich von Beginn an besonders aufmerksam und hellwach.

Foto: Stuart Franklin/Getty Images

Das extrem hohe Pressing des Heimteams zum Beispiel erkannte der Keeper früh und wechselte von kurzen zu langen Abstößen, um seine Mannschaft zu entlasten. Zudem war er bei den Wolfsburger Torchancen zur Stelle, erlaubte sich keine Fehler. Auch beim Rauslaufen, wie in der 80. Minute gegen Dodi Lukebakio, bleib er konzentriert.

Ganz besonders Schwolow sollte sich darüber freuen, dass am Ende Hertha endlich wieder zu Null spielte. Es war nur das dritte Mal diese Saison, dass der 29-Jährige mit einer weißen Weste ein Bundesligaspiel zu Ende bringen konnte. Nur in den Heimspielen gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) und Arminia Bielefeld (2:0) musste er nicht hinter sich greifen.

Maximilian Mittelstädt – „Under Pressure“

Bereits vergangenes Wochenende war Maximilian Mittelstädt bei uns im „Fokus“. Wie auch gegen Köln konnte der 24-Jährige in Wolfsburg Offensiv kaum Akzente setzen. Dieses Mal jedoch wurde er ganz besonders gefordert und musste gerade in der Anfangsphase hohe Konzentration und Nervenstärke beweisen.

Foto: Stuart Franklin/Getty Images

Die Offensive des VfL presste in den ersten 20 Minuten der Partie extrem hoch und lief Herthas Defensive früh an. Gerade Mittelstädt wurde von seinen Gegenspielern Baku und Steffen oft unter Druck gesetzt. Er durfte sich keinen Fehler erlauben. So ist es kein Wunder, dass er laut „Bundesliga.com“ der Spieler war, der am häufigsten unter Druck gesetzt wurde (ganze 48 Mal). Diesem Druck hielt Mittelstädt allerdings stand, gewann viele Zweikämpfe (17, bester Wert bei Hertha) und fing drei wichtige Bälle ab.

Im Ergebnis war die linke Seite der Blau-Weißen in der ersten Halbzeit deutlich weniger anfällig für Wolfsburgs Angriffe. Wie auch seine Mitspieler traute er sich im Laufe der zweiten Hälfte etwas mehr zu, hatte dabei jedoch genauso wenig Erfolg. Der Linksverteidiger lieferte insgesamt eine solide Leistung ab und hatte seinen Anteil daran, dass Hertha am Ende zu Null spielte.

Lukas Klünter – Einsatz in Notfalllage

Ob es viele gibt, die vor einigen Wochen darauf gewettet hätten, dass am 19. Spieltag Lukas Klünter in Herthas Startelf stehen würde, ist zu bezweifeln. Doch Herthas Personallage sorgte dafür: nach dem Wechsel von Deyovaisio Zeefuik und der kurzfristigen Covid-19 Infektion von Peter Pekarik stand nur noch ein gelernter Rechtsverteidiger zur Verfügung. Der 25-Jährige absolvierte im Auswärtsspiel in Wolfsburg die kompletten 90 Minuten.

Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er drei Monate aufgrund einer Schulter-Operation ausfiel, erst vor kurzem wieder ins Mannschaftstraining einstieg und sein letzter Startelf-Einsatz Mitte September war. „Ich kann meinem Körper in solchen Situationen nach Verletzungen vertrauen, auch nach dem Muskelbündelriss 2018 war ich recht schnell wieder fit“, sagte Klünter noch Anfang Januar zu seiner Rückkehr.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)

Dass die lange Verletzung nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist, merkte man allerdings zu Beginn der Partie. Herthas rechte Seite war besonders anfällig, gerade Jérôme Roussillon stellte Klünter vor großen Schwierigkeiten. Klünter selbst hatte Anfangs Probleme mit den Abständen, war oft ein Schritt zu spät oder zu weit vom Gegenspieler weg. Im Laufe der Partie steigerte er sich allerdings. So nahm Wolfsburgs Druck über die rechte Seite ab.

Der 25-Jährige hatte dann gegen Ende der Partie erneut Schwierigkeiten. Es war zu spüren, dass der Tank langsam leer wurde. So musste er öfter zu Fouls greifen und hatte am Ende Glück, nicht mit gelb-rot vom Platz zu fliegen. Mit 33,44 km/h war er immerhin der schnellste Spieler bei Hertha und ackerte unermüdlich auf der rechten Seite bis zum Abpfiff. Seine Rückkehr kommt zum richtigen Zeitpunkt, im Hinblick auf Herthas Personallage. Es bleibt zu hoffen, dass auch für Klünter die Rückrunde besser läuft als die Hinrunde.

Santi Ascacibar – Defensiv unermüdlich, Offensiv un-inspiriert

Wie die gesamte Mannschaft von Hertha BSC war auch von Santiago Ascacibar am Samstag offensiv wenig zu sehen. Zwar gab er zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Schuss per Direktabnahme ab, dies war aber die einzige Aktion, die einen Hauch von Torgefahr mit sich brachte. Auch konnte er seine Mitspieler in der Offensive kaum in Szene setzen und fokussierte sich auf die Defensivarbeit.

Dies gelang ihm recht ordentlich: zwei Bälle konnte er abfangen und zwei weitere klären. Besonders auffällig war jedoch seine Passgenauigkeit: 87% seiner 73 Pässe fanden den richtigen Mitspieler (Höchstwert bei Hertha). Auch wenn diese meistens nach Hinten gespielt wurden, konnte er damit immerhin das Spiel beruhigen und vermied unnötige Ballverluste.

Foto: Stuart Franklin/Getty Images)

In einzelnen Szenen zeigte er sich auch mal unkonzentriert und überhastet, wie in der 45. Minute, wo er mit beiden Beinen am Gegner vorbei grätschte und damit überspielt wurde. Auch bei Luftzweikämpfen konnte er in der Zentrale wenig Bälle behaupten – bei einer Körpergröße von nur 1,68m aber keine große Überraschung.

Der 24-Jährige Argentinier zeigte gegen Wolfsburg, warum er in solchen Spielen wertvoll sein kann. Es zeigte sich aber auch, dass das Duo Darida-Ascacibar im zentralen Mittelfeld nur sehr begrenzt dafür geeignet ist, durch die Zentrale eine Offensive anzukurbeln. Die Abwesenheit von Suat Serdar war dabei besonders stark zu verspüren.

[Titelbild: Stuart Franklin/Getty Images]