von Yannik Dönnebrink | Sep. 6, 2022 | Bundesliga, Einzelkritik, Hertha BSC
Nach zuletzt spielerisch ordentlichen Auftritte gegen starke Gegner mit dürftiger Punkteausbeute stand Hertha gegen den FC Augsburg tabellarisch schon etwas unter Druck. Gegen die bis dato enttäuschenden Augsburger sollten so die ersten drei Punkte eingefahren werden. Knapp 1.300 Hertha Fans begleiteten unsere Alte Dame auf dieser Mission. Um auf diverse Probleme mit digitalen und personalisierten Tickets aufmerksam zu machen, bot eine Berliner Ultra-Gruppierung dabei im Auswärtsblock für 50 Cent eine „traditionelle Eintrittskarte“ zum Anfassen und Sammeln an. (Hertha ist auf diesen Zug bereits aufgesprungen und bietet gegen Aufpreis wieder sogenannte Sammlertickets für Heimspiele an.) Und so konnten die Auswärtsfahrer:innen nach einem verdienten Sieg neben drei Punkten auch die passende Erinnerung mit zurück in die Hauptstadt nehmen.
Wir blicken auf einige Herthaner beim so wichtigen ersten Saisonsieg.
Jonjoe Kenny – Der neue Peter Pekarik
Der britische Neuzugang ist der einzige Feldspieler Herthas, der in dieser Spielzeit noch keine Minute verpasst hat. Still und heimlich hat er so mit Peter Pekarik die Dauerlösung der letzten Jahre vergessen gemacht – und erinnert doch an ihn. Wie der Slowake verrichtet auch Kenny eher unauffällig seine defensiven Arbeiten und schaltet sich dosiert in die Offensive ein. So auch gegen Augsburg, wo er einige Tiefenläufe anbot oder bei Hereingaben von links auch mal auf den zweiten Pfosten nach innen oder an die Strafraumkante nachrückte und so etwas Unordnung in die Augsburger Defensive brachte.
In der 34. Minute gelang ihm nach einem abgewehrten Ball aus dem Rückraum der erste halbwegs gefährliche Berliner Abschluss. Mitte der zweiten Hälfte bot sich ihm gar die große Gelegenheit, halbrechts im Strafraum die Führung auszubauen. Sein Abschluss rauschte aber am langen Eck vorbei. Auch am Ende der Partie blieb Kenny noch wach und bewies in der 93. Minute Übersicht. Nach dem Beinahe-Eigentor Filip Uremovics legte Kenny den Ball lang in den Lauf von Davie Selke, der wiederum den passiven Augsburger Verteidiger links liegen ließ und sich zum entscheidenden Tor aufmachte.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Defensiv stellte Augsburg Herthas Rechtsverteidiger zugegebenermaßen kaum vor Probleme. Und doch wurden diese erkennbar. Der 25-Jährige leistet sich hin und wieder technische Unsauberkeiten, Unkonzentriertheiten im Stellungsspiel und eine zu passive Zweikampfführung. Gegen den FCA wurde dies noch nicht bestraft. Spannend wird es aber gegen spielstärkere Gegner. Dann dürfte auch Dodi Lukébakios unterstützende Defensivarbeit wieder vermehrt in den Fokus rücken, der sich in dieser Saison zwar durchaus bemüht, aber doch meist defensiv etwas zu naiv zeigt.
Alles in allem ist Hertha auf der rechten Defensivseite aber solide besetzt. Das drohende Überalterungsproblem und damit eine mittlerweile jahrelange Baustelle ist vorerst beseitigt. Neubesetzung Jonjoe Kenny ähnelt in seiner Spielweise dabei erstaunlich dem langjährigen Dauerbrenner Peter Pekarik. Und dürfte die leidige Diskussion über Herthas rechte Abwehrseite damit hoffentlich ad acta legen.
Herthas Flügelspieler – Endlich Flügel, aber kein Grund für Hertha abzuheben
Wie schon in den letzten Partien setzte Hertha-Coach Sandro Schwarz in der Startformation wieder auf die beiden dribbelstarken Flügelspieler Chidera Ejuke und Dodi Lukébakio. Und wie schon in den letzten Partien fanden beide gut ins Spiel. In mittlerweile gewohnter Manier stellten die beiden Außen ihre Gegenspieler im Eins-gegen-Eins regelmäßig vor Probleme, konnten die Aktionen aber schlussendlich nicht in Zählbares ummünzen. Es fehlt noch zu häufig an der gewinnbringenden Anschlussaktion, sei es ein Abschluss oder Pass in die Gefahrenzone.
Ejuke war in der 35. Minute mit einem Schlenzer aufs lange Eck schon nah dran. Sein Gegenüber Lukebakio wirkt insgesamt zwar noch zielstrebiger in seinen Aktionen, kam gegen die Augsburger aber zu selten in gute Abschlusspositionen. Dafür hatte er dann das nötige Quäntchen Glück bei seinem Kopfballaufsetzer zum Führungstreffer in der 57. Minute aus zentraler Position nach Plattenhardts Hereingabe von der linken Seite.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
Der Spielwitz der beiden Dribbelkünstler blitzte auch im Zusammenspiel mit dem eingewechselten Jean-Paul Boëtius einige Male auf. So etwa bei einem schlussendlich missglückten Hackenpass-Angriff kurz nach der Führung.
“Ausgerechnet” Marco Richter
In der 69. Minute kam schließlich Marco Richter gegen seinen Jugendverein in die Partie. Bereits in der letzten Woche hatte er gegen Dortmund bei seinem Comeback nach Hodenkrebs-Erkrankung beinahe für die Geschichte des Spieltags gesorgt. Doch seine Abnahme von der Strafraumkante klatschte nur gegen die Querlatte.
Gegen Augsburg kam Richter in einer Phase in die Partie, in der diese etwas vor sich hin plätscherte. Hertha riskierte nichts, der FCA wirkte ideenlos. Richter konnte das Spiel zwar nicht an sich reißen, zeigte sich aber typisch giftig. Der 24-Jährige war viel unterwegs und in ständiger Bereitschaft. Und so überraschte es nicht, dass er sich in der Nachspielzeit nach dem langen Ball auf Selke auf den weiten Weg aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum machte, um den Konter zum 0:2 zu veredeln und seine „Ausgerechnet“-Geschichte fertig zu schreiben.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
Hertha hat plötzlich Optionen in der Offensive
Lukébakio ist nach wie vor in guter Form. Ejuke zeigt weiterhin gute Ansätze. Und mit Richter steht eine zusätzliche Alternative bereit, die nach überstandener Erkrankung und dem Torerfolg nun mit ordentlich Rückenwind in die kommenden Wochen geht.
Sandro Schwarz’ Idee, über die dribbelstarken Außen die gegnerische Abwehrkette aufzubrechen, bleibt sichtbar und im Vergleich zu Herthas Offensivansatz der letzten Jahre spektakulär. Es dürfte dafür weiterhin das Duo aus Lukébakio und Ejuke gesetzt sein, die ihre Sache bisher gut machen, wenngleich ein wenig mehr Ertrag dabei rumspringen könnte.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
Spannend ist aber, dass man mit Richter und demnächst auch Jessic Ngankam zwei Alternativen in der Hinterhand hat, die deutlich abschlussorientierter, zentraler, wuchtiger und direkter agieren und dem Offensivspiel so eine komplett neue Ausrichtung geben können.
In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob die beiden vorerst gesetzten Flügelzauberer anfangen, Mittelstürmer Wilfried Kanga mit Flanken und Zuspielen zu finden. Oder ob es diesem sogar eher hilfreich sein könnte, wenn die wuchtigen Richter und Ngankam mit vorne ins Zentrum ziehen, die genannten drei die gegnerische Innenverteidigung beschäftigen und aus einem agilen zentralen Mittelfeld, etwa um Boëtius, gefüttert werden.
Nachdem die Außen jahrelang eine Problemzone waren, hat Hertha plötzlich wieder Möglichkeiten auf den Flügeln.
Und dann war da noch…
Arne Maier, der eine sehr unauffällige Leistung auf Augsburger Seite an den Tag legte. Das Ex-Hertha-Juwel verspielte in der 43. Minute einen der aussichtsreichsten Augsburger Angriffe vorschnell durch einen überhasteten Abschluss, bei dem er auch noch einen im Abseits stehenden Teamkollegen anschoss. Bezeichnend.
Marvin Plattenhardt, der offensiv wie defensiv eine eher unauffällige Leistung darbot. In Hälfte Zwei hatte er mit dem eingewechselten Ruben Vargas so seine Probleme. Seine zum Ende der letzten Saison unerwartet wiedergefundene Standardstärke ist auf ähnlich wundersame Weise wieder verflogen. Trotzdem bereitete der Hertha-Kapitän das 0:1 durch Lukébakio mit einer scharfen Halbfeldflanke vor und rechtfertigte so seine Aufstellung.
Filip Uremovic, der sich einige Male im Zweikampf leicht übertölpeln ließ und in einer dieser Situationen mit etwas Pech schon in der 23. Minute die rote Karte für eine Notbremse hätte sehen können. In der Nachspielzeit fabrizierte er beinahe ein Eigentor. So leitete er aber indirekt das entscheidende 2:0 ein. Mit Neuzugang Agustín Rogel und Youngster Linus Gechter nach überstandener Mandel-OP stehen in den nächsten Spiele zwei passable Alternativen in den Startlöchern, sollten sich Uremovics Unkonzentriertheiten nicht verflüchtigen.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
Lucas Tousart, der sich immer mehr zum heimlichen Anführer der Hertha mausert. Neben Ivan Sunjic, der als Zerstörer seine Sache ordentlich macht, aber spielerische Defizite offenbart und ab und an mit einem unnötigen Ballverlust gefährliche Kontersituationen heraufbeschwört, und Suat Serdar, der angesichts einiger unerklärlicher Fehlpässe sein augenscheinliches Potenzial mal wieder nicht ausschöpft, gibt Tousart im zentralen Mittelfeld den Takt vor.
Der Franzose räumt defensiv auf, stopft Löcher und schaltet sich auch in die Offensive ein, wenngleich seine Offensivbemühungen in diesem Spiel nicht von Erfolg gekrönt waren. Bei seinem sträflich freien Kopfballversuch in der 81. Minute dürfte Vedad Ibisevic für diese Woche eine Einheit am Kopfballpendel notiert haben.
[Titelbild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images]
von Marc Schwitzky | Sep. 6, 2022 | Hertha BSC, Podcast
Nicht schubsen, wir haben drei Punkte im Rucksack! Gegen den FC Augsburg ist Hertha BSC der so sehnlich erwünschte Dreier endlich gelungen. Wir erklären, weshalb Hertha nicht sein bestes Spiel gemacht hat, der Sieg aber dennoch verdient war und uns Mut macht. Außerdem sprechen wir noch über den Deadline Day und den nun feststehenden Kader.
Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit der neuen Folge und freuen uns über eure Kommentare. Euer Feedback ist sehr motivierend und freut uns immer am meisten.
Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr den Podcast mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten teilt. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.
00:00:00 Intro & Feedback
00:04:03 Hertha News
00:45:09 Spielanalyse
01:48:50 Ausblick
HIER GEHTS ZU UNSEREM DISCORD: https://discord.gg/CyzqXTN3Yp
SPOTIFY AUSWÄRTSFAHRT PLAYLIST: https://tinyurl.com/y9s79eqp
HERTHA BASE AUF YOUTUBE: https://tinyurl.com/58wm2n8r
(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
von Benedict Puls | Sep. 4, 2022 | Bundesliga, Drei Thesen, Hertha BSC, Vorbericht
Ein Punkt aus vier Spielen, dazu das Pokalaus. Schaut man sich das reine Ergebnis vom Saisonauftakt der Hertha an, könnte man durchaus von einem klassischen Fehlstart sprechen. Dennoch überwiegen rund um den Verein (noch) die positiven Stimmen, die den Blick eher auf die sportliche Entwicklung und den neuen Fußball richten, als auf die Resultate. Mit dem FC Augsburg kommt nun der erste Ligakonkurrent, gegen den es realistische Chancen auf einen Sieg gibt, doch ein Selbstläufer wird es natürlich keinesfalls.
Unsere drei Thesen zum Spiel in Augsburg
These 1: Plattenhardt darf erneut starten
Während der Sommervorbereitung wurde Herthas Relegationsheld Marvin Plattenhardt von Chefcoach Sandro Schwarz zum Kapitän ernannt. Eine durchaus überraschende Wahl, die unter den Fans mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Doch nicht nur die grundlegende Eignung von „Platte“ für dieses Amt ist zumindest diskussionswürdig. Mit der Entscheidung des Trainers kommt dem Linksverteidiger ein vermeintlicher Stammplatz zu. Denn was nützt ein Kapitän, wenn dieser nicht spielt? Genau das geschah jedoch aus gesundheitlichen Gründen in den Spielen gegen Frankfurt und Gladbach. Mittelstädt rückte in die Startelf und machte seine Sache ordentlich, seine Leistung wurde aufgrund eines groben Schnitzers, der zum Elfmeter für Gladbach führte, jedoch stark geschmälert.

Photo by Daniel Kopatsch/Getty Images
Und so durfte Plattendhardt gegen Dortmund wieder von Beginn an starten. Das Ergebnis war eine schwache linke Seite, von der auch die Flanke zum Siegtor der Gäste kam. Würde Schwarz rein nach Leistung aufstellen, ließen sich gute Argumente für eine Rückkehr von Maximilian Mittelstädt finden. Es ist allerdings zu erwarten, dass Marvin Plattenhardt erneut den Vorzug erhalten wird, die Kapitänsbinde ist dabei ein nicht zu vernachlässigender Grund. Sollte er jedoch eine weitere schwache Leistung im kommenden Spiel zeigen, könnte in die Diskussion um die linke Defensivseite bei Hertha neuer Schwung kommen.
These 2: Hertha verdoppelt die bisher geschossenen Tore
Gute Leistung, wenig Ertrag: Was sich über Hertha insgesamt sagen lässt, trifft insbesondere auch auf die Offensivabteilung der Alten Dame zu. Nach den sogenannten „expected Goals“ (grob vereinfacht: Wie viel Tore hätte ein Team basierend auf den Chancen im Normalfall geschossen) müsste Hertha schon vier Tore auf dem Konto haben. In der letztendlich zählenden Realität liegt man bei zwei. Die Anzahl der herausgespielten Chancen, wie der xG-Wert zeigt, ist im Vergleich zu deren Verwertung dabei das kleinere Problem.

Photo by Gerald Matzka/Getty Images
Doch eben diese Chancenverwertung ist dem Trainer in den meisten Fällen kaum anzulasten, da es hier zum Großteil auf die individuelle Klasse der Spieler ankommt. Insbesondere Dodi Lukebakio zeigt sich in der bisherigen Saison äußerst spielfreudig, an seinen Abschlüssen muss er jedoch noch feilen. Dafür legte er in der vergangenen Woche sogar Extraschichten nach dem Training ein. Hertha wird gegen den Fuggerstädter etwas kaltschnäuziger vor dem Tor sein und mindestens zwei Tore erzielen, was das Torkonto der Blau-Weißen damit verdoppelt.
These 3: Ein unterhaltsameres Spiel als gedacht
Bei vielen neutralen Fußballfans dürfte die Paarung „FC Augsburg – Hertha BSC“ wenig Vorfreude auf ein attraktives Spiel wecken. Die Duelle der vergangenen Jahre waren meist uninspiriert, destruktiv geprägt und mit wenig Spielfreude gesegnet. Doch dieses Jahr ist anders. Beide Teams gehen mit komplett neuen fußballerischen Ansätzen in die Saison. Während bei Hertha Gegenpressing mit schnellen, vertikalen Umschaltmomenten im Vordergrund steht, probieren sich die Fuggerstädter unter Enrico Maaßen an Ballbesitzfußball. Hatte man in der vergangenen Saison noch einen durchschnittlichen Ballbesitzanteil von 41,2%, liegt er in dieser Spielzeit schon bei 46,8%. Der Trend ist also zumindest rein statistisch erkennbar. Die zwei Mannschaften wollen somit einen deutlich aktiveren und offensiveren Fußball als in den letzten Jahren spielen, wenn auch mit unterschiedlichen Stilmitteln. Das Duell wird folglich deutlich spannender und unterhaltsamer, als der geneigte Fußballfan es erwartet.
[Titelbild: Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images]
von Lukas Kloss | Aug. 29, 2022 | Hertha BSC, Podcast
In dieser Folge sprechen wir leider über die nächste knappe Niederlage. Allerdings nehmen wir auch wieder Positives mit und sprechen über die noch immer vielen Veränderungen im Kader von Hertha BSC.
Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit der neuen Folge und freuen uns über eure Kommentare. Euer Feedback ist sehr motivierend und freut uns immer am meisten.
Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr den Podcast mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten teilt. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.
https://www.ardaudiothek.de/episode/sport/130-jahre-hertha-bsc-1-3/rbb24-inforadio/10684865/
https://www.youtube.com/watch?v=WwrIDGPr9v4
https://twitter.com/baires_jo
https://twitter.com/RJWerthmueller
https://open.spotify.com/show/68xQXd2jDlp7iPDHGuiW9h
#hahohe #podcast #herthabsc #bundesliga #herthabase
HIER GEHTS ZU UNSEREM DISCORD: https://discord.gg/CyzqXTN3Yp
SPOTIFY AUSWÄRTSFAHRT PLAYLIST: https://tinyurl.com/y9s79eqp
HERTHA BASE AUF YOUTUBE: https://tinyurl.com/58wm2n8r
(Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)
von Johannes Boldt | Aug. 29, 2022 | Bundesliga, Einzelkritik, Hertha BSC
Hertha BSC schafft im mittlerweile dritten von vier Spielen zum Bundesliga-Start nicht, etwas Zählbares mitzunehmen. Angesichts des anspruchsvollen Programms in gewisser Weise verschmerzbar. Fans, Experten, aber vor allem Spieler und Trainerteam wissen den Start einzuordnen, weshalb in Berlin weiter ungestört gearbeitet werden kann.
Gegen Borussia Dortmund kam eine Mannschaft ins Berliner Olympiastadion, die sich zum Saisonbeginn schwergetan hat, weshalb sich Herthas Team mit seinem Offensivspiel nicht zu verstecken brauchte. Im mit 62.142 gut gefüllten, aber bei Weitem nicht ausverkauften Olympiastadion, in dem Frank Zander mal wieder die Hymne “Nur nach Hause” live performte, wurde der BVB allerdings seiner Favoritenrolle gerecht, erarbeitete sich zahlreiche Chancen und konnte dank des ersten Tors von Antony Modeste im schwarz-gelben Trikot nach 32 Minuten als Sieger vom Platz gehen.

(Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)
Sandro Schwarz stellte sein Team wieder im 4-3-3-System auf und änderte zum Teil gezwungenermaßen, zum Teil gewollt auf drei Positionen das Personal. Das Tor sollte wieder Oliver Christensen hüten, auf der linken Seite der Verteidigung ersetzte Kapitän Marvin Plattenhardt Maximilian Mittelstädt, der sich mit seinem unglücklichen Auftritt in Mönchengladbach beim Trainer zunächst nicht für weitere Startelfeinsätze empfehlen konnte. In der Innenverteidigung ersetzte Marton Dardai den gesperrten Filip Uremovic, neben ihm verteidigte Abwehrchef Marc Oliver Kempf. Als Rechtsverteidiger lief wieder Jonjoe Kenny auf. Im defensiven Mittelfeld agierte der in den vergangenen zwei Spielen als Kapitän aufgelaufene Lucas Tousart, vor ihm Suat Serdar und der für Ivan Sunjic in die Startelf rotierte Jean-Paul Boetius. In der Offensive vertraute das Trainerteam wieder auf Chidera Ejuke und Dodi Lukebakio auf den Flügeln und Wilfried Kanga in der Sturmspitze.
In unserer Analyse schauen wir heute auf die etwas alleingelassene Offensive, zwei Enttäuschungen, ein Duo für die nächsten Spiele und die getätigten Wechsel.
Chidera Ejuke und Dodi Lukebakio: Ohne sie geht’s nicht
Die beiden Außenspieler machen aktuell einfach Spaß. Viel zu lange mussten Hertha-Fans auf geeignete Flügelspieler im Team der Hertha warten. Doch noch gelingt es ihnen nicht, ihre guten Leistungen auch in Zählbares umzumünzen. Gegen die Dortmunder gelang es Ihnen neben ihrer Schnelligkeit noch ein wenig mehr Flexibilität einzubringen, in dem sie sich auf ihren Flügelseiten abwechselten. Chidera Ejuke spielte sogar sein erstes Spiel für Hertha BSC über die komplette Distanz.
Der Nigerianer war mit Wucht, Wendigkeit und Schnelligkeit unterwegs, setzte zu ganzen zehn Dribblings an, von denen er acht erfolgreich beendete. Allgemein war Ejuke 64 Mal am Ball. Er verteilte 39 davon, 32 fanden den Adressaten. Er ging in 16 Zweikämpfe, von denen er neun für sich entscheiden konnte. Der 24-Jährige versuchte, so gut es ging, das Offensivspiel anzukurbeln und in die Hände bzw. an die Füße zu nehmen.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Mit Hilfe der zu kurz klärenden Dortmunder Verteidigung konnte er bereits in den frühen Anfangsminuten die erste große Chance der Hertha einleiten. Jonjoe Kennys Schuss lenkt der am jenen Samstagnachmittag glänzend aufgelegte Gregor Kobel um den Pfosten. Doch in der 21. Minute sah man auch bei Ejuke, Kanga und Lukebakio, dass die Abstimmung noch nicht optimal funktioniert. Die Überzahlsituation gegen die Dortmunder Verteidigung vertändelten sie leichtfertig. Generell musste sich Ejuke den Verteidigern zu häufig geschlagen geben. Ganze 20 Ballverluste musste er hinnehmen.
Dodi Lukebakio war gegen den BVB bemüht, aber weniger gefährlich und spritzig als noch eine Woche zuvor gegen Mönchengladbach. Auch er musste 16 Ballverluste verzeichnen, hatte im Vergleich zu seinem Partner Ejuke mit 38 Aktionen deutlich weniger Beteiligungen am Spiel und konnte auch nur einen Torschuss beitragen. Immerhin beendete er vier seiner sechs Dribblings erfolgreich, konnte sieben seiner dreizehn Zweikämpfe für sich entscheiden und spielte zwölf von neunzehn Pässen erfolgreich. So fungierte er immerhin in einigen Situationen als Ballverteiler. Der Belgier zeigte trotz fehlenden Glücks aber eine engagierte Leistung. Nach 75 Minuten musste er Platz machen für Marco Richter.

(Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)
Ihnen zusprechen muss man, dass die Verteidigung der Dortmunder zu den Besseren der Liga gehört. Nicht jede Partie können sie ihr Spiel entfalten. Wichtig wird allerdings in den nächsten Wochen sein, dass ihre Mühe belohnt wird. Doch dafür muss gearbeitet und das Glück erzwungen werden. Ohne die beiden Spieler erlahmt das Offensivspiel aktuell zu sehr, durch das Zentrum funktioniert nur selten etwas und die verteidigenden Gegner können sich immer mehr auf die beiden Schlüsselfiguren der Berliner einstellen. Wilfried Kanga ist bemüht, doch auch ihm fehlt noch sehr das Glück im Abschluss oder überhaupt die Chance sich in gefährliche Positionen zu spielen. Herthas Mittelstürmer hängt aktuell noch zu sehr in der Luft.
Jean-Paul Boetius: Enttäuschendes Startelfdebüt für Hertha
Der niederländische Neuzugang durfte nach zwei Einwechslungen sein erstes Spiel von Anfang an absolvieren und ersetzte Ivan Sunjic. Doch die Spieler der Borussia konnten Boetius praktisch durchgehend kaltstellen.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Er konnte gegen Dortmund weder für produktiven Ballbesitz sorgen, noch die Offensive mit seiner Kreativität unterstützen. Dinge, die dringend nötig gewesen wären, um das Angriffsspiel flexibler zu gestalten. Insgesamt spielte er 23 Pässe, von denen 15 ankamen. Die Hälfte seiner sechs Zweikämpfe konnte er für sich entscheiden. Doch 14 Ballverluste sprechen eine deutliche Sprache. Auch defensiv gelang es ihm nicht eine Hilfe für das Team zu sein. Ein enttäuschendes Startelfdebüt endete nach 55 Minuten, als er für Stevan Jovetic ausgewechselt wurde.
Marc Oliver Kempf und Marton Dardai: Ein Duo mit Zukunft
Marton Dardai durfte sich auf seinen ersten Startelfeinsatz in dieser Saison freuen. Er ersetzte den gesperrten Filip Uremovic. Der Youngster und Marc Oliver Kempf zeigten, dass sie in der Lage sind, die Abwehr zusammenzuhalten, auch wenn der BVB oftmals auch an sich selbst scheiterte. Kempf avanciert immer mehr zum Abwehrchef. Gegen Dortmund spielte er eines seiner besten Spiele im Dress der Hertha.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Er entschied fünf Tacklings für sich, klärte drei Bälle zum Teil in höchster Not, blockte vier Dortmunder Versuche und lief noch dazu dreimal dem Gegner den Ball ab. Er gewann acht seiner vierzehn Zweikämpfe. Für Kempfs Verhältnisse eine durchaus vernünftige Quote. Die wichtigste Aktion hatte er in der 72. Minute, als er nach Bellinghams Schuss den Ball hinter den bereits geschlagenen Oliver Christensen von der Linie kratzte. Kempf versuchte so gut es ging den Spielaufbau zu gestalten. Er spielte 32 von 34 Pässen erfolgreich zu seinen Mitspielern und versuchte sich mit zahlreichen langen Bällen, von denen immerhin vier ankamen. Doch ihm muss man eine Mitschuld am Gegentreffer zusprechen. Zum wiederholten Mal war er nicht nahe genug an seinem Gegenspieler – in diesem Fall Modeste – und konnte ihn entscheidend am Kopfball hindern. Nach 80 Minuten machte er aus taktischen Gründen Platz für Davie Selke.
Marton Dardai dagegen spielte über die gesamte Spielzeit. Zugegeben, seine Leistung kam nicht an die von Kempf ran, doch er unterstützte in der Defensive mutig und engagiert. Insgesamt rettete er in der Defensive dreimal. Im Aufbauspiel brachte er sich mit 30 erfolgreichen Pässen gut ein. Generell war er mit 53 Aktionen sehr aktiv. Seine Zweikampfleistung ließ arg zu wünschen übrig. Nur einen seiner drei konnte er für sich entscheiden. Und auch er leistete sich einen Schnitzer, der beinahe bestraft wurde. In der 25. Minute unterlief ihm ein übler Fehlpass, der schnelle Gegenangriff mitsamt Torschuss von Antony Modeste ging nur knapp nicht in die Torstatistik ein.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Dennoch, Marton Dardais und insbesondere Marc-Oliver Kempfs Leistungen, lassen sich sehen. Die Dortmunder waren ihnen zwar extrem häufig überlegen, aber zeigen sie diese Leistungen gegen Mannschaften, mit geringerer Offensivpower, kommt die noch mehr benötigte Sicherheit auch in deren Spiel an.
Marvin Plattenhardt: Ein großes Fragezeichen
Nach dem er verletzungsbedingt zuletzt zwei Spiele ausgefallen war und Maximilian Mittelstädt ihn nicht von seinem Stammplatz verdrängen konnte, durfte Marvin Plattenhardt wieder als Linksverteidiger auflaufen. Zurecht, schließlich ist er der Kapitän der Mannschaft. Aber dieser Punkt scheint auch das einzige valide Argument zu sein, weshalb er in der Hierarchie über Mittelstädt steht. Zugegeben, auch Mittelstädt brillierte nicht, doch passt er nachweislich wesentlich besser ins System von Sandro Schwarz. Marvin Plattenhardt hatte gegen Borussia Dortmund enorme Probleme. Insbesondere im Defensivbereich. Und sein direkter Gegenspieler war niemand Geringeres als sein ehemaliger Mitspieler Marius Wolf. Ein – mit Verlaub – Fußballer mit, abseits seiner Dynamik, beschränkten Fähigkeiten. Jemand, der von einem soliden Bundesligaverteidiger zumindest phasenweise unter Kontrolle gekriegt werden sollte. Doch Plattenhardt erstarrte regelrecht in einigen Aktionen vor Verzweiflung, weil er kaum Licht in der Verteidigung und Aufbauspiel sah.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Mit 71 Ballberührungen war der WM-2018-Teilnehmer einer der aktivsten Herthaner. Immerhin konnte er das Angriffsspiel dank seiner Stärke – Flanken – ein wenig ankurbeln. Vier Torschüsse bereitete er vor. Doch für viel Gefahr konnte er nicht sorgen. Immerhin schaffte er defensiv vier Klärungsaktionen und entschied zwei Tacklings für sich. Doch 17 Ballverluste auf so einer wichtigen Position sind ein Hilferuf. Plattenhardt ist es nicht gelungen, die Ausstrahlung eines Kapitäns zu verkörpern, für Sicherheit zu sorgen oder voranzugehen. Er schwimmt zu sehr mit, weil er aufgrund von Verletzungen und der eigenen Leistung viel zu viel mit sich selbst beschäftigt ist. Ein Umstand der vor der Saison bekannt hätte sein müssen.
Allgemein muss sich der Verein bezüglich der Position des Linksverteidigers stark selbst hinterfragen. Wie kann es sein, dass man über zwei Linksverteidiger verfügt, die sich seit etwa sieben Jahren in feiner Regelmäßigkeit abwechseln, nie aber so etwas wie einen Konkurrenzkampf beginnen? Auch Verpflichtungen, die jenen provozieren hätten können, schlugen fehl. Fredrik André Björkan verlässt nach nur einer halben Saison aufgrund fehlender Qualität wieder den Verein.
Kevin Prince Boateng, Marco Richter und Stevan Jovetic: Die Wechsel sorgen für Erfrischung
Sandro Schwarz wechselte während der Partie viermal. Bis auf Davie Selke konnten sie auch auf sich aufmerksam machen. Sie brachten Frische und Torgefahr mit und wurden gezielt, intelligent und nahezu ohne Verzweiflungstaten ins Spiel gebracht. Gerade Stevan Jovetic gelang es, wie schon in den Spielen zuvor, das Offensivspiel an sich zu reißen. Doch auch er scheiterte am starken Gregor Kobel. Man merkt Jovetic die Spielfreude an und sieht, welche Qualitäten noch in ihm stecken. Gegen Dortmund kam der letztjährige mit sechs Toren teaminterne Torschützenkönig nach 55 Minuten für Boetius in die Partie. Es kommt auf den körperlichen Zustand Jovetics an, wie viele Minuten er in der Lage ist, in den nächsten Wochen abzuspulen. Jede Sekunde, die er auf dem Feld steht, kann helfen. Bleibt zu hoffen, dass er entspannt bleibt und nicht wie letzte Saison in Frust verfällt.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)
Kevin-Prince Boateng wurde nach 75 Minuten für Suat Serdar eingewechselt. Sein Beitrag war vor allem das Zerstören der Dortmunder Offensive. In seinen paar Minuten zog er vier Fouls. Er pushte seine Mitspieler, wusste das Spiel in der Schlussphase anzuheizen und war immerhin noch zehnmal am Ball. Er spielt neun Pässe, von denen sieben den Mitspieler fanden. Auch wenn er offensiv nichts ausrichten konnte, merkt man ihn die Lust und Leidenschaft an. Sein Herz brennt für Hertha. Doch wie bei Jovetic stellt sich jedes Spiel die Frage, wie viel der Körper noch mitmachen kann. Allein bei seinen Kurzeinsätzen verzichtet er auf lange Läufe. Seine Qualitäten erfrischen das Spiel der Hertha enorm. Doch für die Punkte kann er allein nicht mehr sorgen.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Für Marco Richter hätte es zum großen „Ausgerechnet-Moment“ kommen können. Es wäre eine beinahe kitschige, aber so wunderschöne Geschichte gewesen. Nach 75 Minuten betrat er das Spielfeld für Dodi Lukebakio. Der vor wenigen Wochen vom Hodentumor genesene Richter betrat unter tosenden Applaus das Spielfeld und hatte in der 79. Minute die Möglichkeit seinen Nachmittag zu vergolden. Doch Richters Schuss aus der Distanz wurde einmal mehr vom hervorragend reagierenden Kobel an die Latte gelenkt. Marco Richter zeigte, wie viel er dem Offensivspiel geben kann. Es kann allen Beteiligten nur guttun, wenn er für einen gewissen Konkurrenzkampf in der Offensive sorgt. Bei seinem Kurzauftritt war er neunmal am Ball, spielte drei von vier erfolgreichen Pässen und gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe. Es war toll ihn wieder auf dem Platz stehen zu sehen.

(Photo by ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images)
Die wichtigen Spiele für Hertha kommen jetzt
Der Saisonstart ist, betrachtet man die Punkteausbeute, misslungen. Nur ein Punkt aus vier Spielen, ein Torverhältnis von 2:6, Derbyniederlage und das Aus im Pokal beim Tabellenletzten der 2. Bundesliga. Hertha steht nach vier Spieltagen auf einem direkten Abstiegsplatz. Doch ohne es schönreden oder nach Ausreden suchen zu wollen – die Niederlage gegen Dortmund hätte aufgrund des Chancenwuchers der Gäste viel höher ausfallen können – ist bis auf das Pokal-Aus nicht mit viel mehr zu rechnen gewesen. Im Gegenteil, der Punkt gegen Eintracht Frankfurt muss als Bonus gewertet werden.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)
Und die Fans, Spieler und Trainer scheinen genau das auch zu erkennen. Die Mannschaft musste im Sommer den dritten Umbruch in den letzten Jahren hinnehmen, ist noch in manchen Teilen in der Findungsphase, doch zeigt in vielen Bereichen mittlerweile Fortschritte. Herthas Konkurrenten sind in diesem Jahr nicht Union Berlin, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach oder Borussia Dortmund. Die wichtigen Spiele, in denen gepunktet werden muss, folgen jetzt. In Augsburg kann die Mannschaft nächsten Sonntag beginnen die Tabelle von hinten aufzurollen und den Fans, die sie seit Wochen großartig unterstützen, etwas zurückgeben. Nun zählen keine Ausreden mehr.
(Photo by Martin Rose/Getty Images)
von Johannes Boldt | Aug. 27, 2022 | Drei Thesen, Hertha BSC
Am vierten Spieltag der noch frischen Saison spielt Hertha BSC gegen Borussia Dortmund. Das letzte Heimduell zwischen den beiden ist bei den Herthanern noch in guter Erinnerung. Ein blendend aufgelegter Marco Richter avancierte letztes Jahr kurz vor Weihnachten mit seinem Doppelpack beim 3:2-Sieg zum Matchwinner. Heute treffen zwei Mannschaften aufeinander, deren Saison gegensätzlicher kaum laufen könnte und doch scheint auch in Sachen Stimmung ein gegenteiliges Bild zu herrschen. Was können wir also von diesem ungleichen Duell im zweiten Heimspiel in dieser Saison erwarten?
Hertha ist die bessere Mannschaft
Während die Dortmunder in keinem ihrer drei Bundesliga-Spiele überzeugen konnten, aber immerhin zwei von drei Spielen siegreich beendeten, ist bei Hertha das Gegenteil der Fall. Die Mannschaft von Sandro Schwarz wird auch gegen den BVB im gut gefüllten Berliner Olympiastadion ihr Spiel diszipliniert umsetzen und den Dortmundern einen heißen Kampf bieten. Über die starke Offensive wird Hertha genug Akzente setzen können, um dem Spiel einen Stempel aufzudrücken. Phasenweise wird die Alte Dame die Partie sogar dominieren. Nach dem Spiel wird es ein weiteres Mal positive Stimmen aus ganz Deutschland regnen. Die Mannschaft ist eine andere als im letzten Spieljahr und verdient sich das neue Ansehen.
Marco Richter bekommt Minuten und kann sich empfehlen
Gegen Borussia Mönchengladbach stand er bereits im Kader. Gegen Borussia Dortmund wird der Matchwinner aus der Vorsaison auf seine ersten Minuten in der Saison kommen. Und auch er wird sich mit seiner Schnelligkeit und Kreativität hervorragend ins Offensivspiel integrieren können und für den ein oder anderen sehenswerten Moment sorgen.

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
So spannend und interessant Herthas Offensive aktuell auch ist, Richter kann langfristig den Konkurrenzkampf ankurbeln. Ein weiterer Push für die Akteure, die neben dem Mannschaftserfolg selbstverständlich auch ihre eigenen Zahlen verbessern wollen.
Hertha gewinnt trotzdem nicht
Das Glück ist des Tüchtigen. Und die Hertha ist tüchtig. Ein weiteres Mal wird die Mannschaft zeigen, dass sie mit dem Abstieg in diesem Jahr nicht viel zu tun haben wird. Zeitweise werden sie die Dortmunder sogar an den Rand einer Niederlage bringen, doch am Ende hapert es wieder an der Effektivität vor dem Tor. Zum großen und befreienden Sieg wird es an diesem Spieltag noch nicht kommen, dafür ist die individuelle Dortmunder Qualität zu hoch.

(Photo by Lars Baron/Getty Images)
Doch ein weiterer Punktgewinn und viele Fortschritte im Lernprozess stehen am Ende auf der Berliner Habenseite. Aber keine Sorge, liebe Herthaner und Herthanerinnen: Der Befreiungsschlag wird kommen. Schon bald!
(Titelbild: Lars Baron/Getty Images)
Neueste Kommentare