Podcast #151 Kaderanalyse 2021

Podcast #151 Kaderanalyse 2021

Wir machen für euch eine Kaderanalyse. Dabei besprechen wir jeden Mannschaftsteil und schauen darauf welche Spieler aktuell zur Verfügung stehen, wie zufrieden wir aktuell mit ihnen sind und wo wir noch Handlungsbedarf sehen. Die aktuellen Hertha News dürfen aber dennoch nicht fehlen.

Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit der Folge und freuen uns über eure Kommentare. 

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Kaderanalyse als Text:

Hertha BASE Auswärtsfahrt Playlist:

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Podcast #150 Nur der BSC

Podcast #150 Nur der BSC

Wir sind zurück aus der Sommerpause und haben einen blau-weißen Strauß an Themen für euch mitgebracht. Es geht um das Projekt Goldelse, neue handelnde Personen bei Hertha BSC, Personelles im Profikader, Lars Windhorst, den neuen Spielplan, das Trainingslager und noch vieles mehr. 

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Boateng: Die Rückkehr des Königs

Boateng: Die Rückkehr des Königs

KPB. Drei Buchstaben, die Fan-Herzen höherschlagen lassen. Hertha bekommt eine Identifikationsfigur und Kevin-Prince Boateng nochmal die große Bühne. Was kann der neue alte Herthaner seinem Verein noch geben?

Zu welcher Leistung sich ein 34-jähriger, erfahrener Spieler aufraffen kann, konnte man in der Saison 18/19 an Vedad Ibisevic sehen. In 28 Spielen traf der Bosnier zehn mal und legte drei weitere Treffer vor. Doch in diesem Text geht es nicht um Ibisevic. Es geht um einen anderen 34-Jährigen. Es geht um einen verlorenen Sohn, der nach langer Reise zurück nach Hause kommt. Es geht um einen ehemaligen Straßenfußballer, der Hertha eine Portion Berlin verabreichen soll.

Die zwei Brüder

Manche würden Kevin-Prince Boateng für einen glücklosen Glücksritter halten. Ein Suchender, der in seiner Profikarriere für nicht weniger als 14 Vereine gespielt hat und selten mehr als 30 Spiele gemacht hat. Er konnte zwar einige Erfolge und Titel vorweisen, in Sachen Konsistenz blieb er aber immer hinter seinem nicht minder begabtem Bruder Jérôme zurück.

Zwei Brüder, beide in den Stahlkäfigen und Häuserschluchten Berlins aufgewachsen. Beide bei Hertha ausgebildet und zum Profi gereift. Beiden ist der Verein nicht groß genug, beide zieht es hinaus in die Welt. Doch während Jérôme bei Bayern den ersehnten sportlichen Erfolg gefunden zu haben scheint und sich ständig wieder ins Rampenlicht spielt, sogar Weltmeister wird, bleibt Kevin-Prince ein getriebener und rastloser. Nun, 14 Jahre nach seinem Abschied soll sich der Kreis schließen, seine Reise endlich zu Ende gehen. Die Erfahrung hat ihre Früchte getragen. Aus dem einstigen Prinzen ist so ein König geworden, der in der Stadt zurückkehrt, in der alles angefangen hat, und wo es auch enden soll.

Kevin Prince li. weist seinen jüngeren Bruder Jerome Boateng beide Hertha auf etwas hin

Die Gefährten

Dass es gerade jetzt soweit kommt, ist sicherlich kein Zufall. In Berlin warten zahlreiche Bekannte auf Boateng, allen voran seine ehemaligen Mannschafts- und Teamkollegen Pál Dárdai, Arne Friedrich, Zecke Neuendorf und Fredi Bobic. Während alle inzwischen die Stollenschuhe gegen die bequemen Buisness-Sneaker getauscht haben, will Boateng es nochmal auf dem Platz wissen. Ich habe es schon mal an anderer Stelle geschrieben:  Um Hertha zu helfen, verordnet sich Hertha eine Kur Hertha. In diesem Fall gibt es noch einen Berlin-Bonus mit drauf.

Hertha, so hat Fredi Bobic richtig festgestellt, spielt momentan nur um einen Titel: die Nummer eins in der Stadt zu werden. Derby-Siege sind das eine, Sympathie und Fankultur das andere. Während Union sich mit allerhand Neuzugängen eindeckt, die wenig bis gar keine Verwurzlung im Verein, geschweige denn der Stadt haben, hat Hertha hier einen echten Coup gelandet. Den Namen Boateng muss kein Hertha-Fan mehr lernen. Er sitzt tief verankert zwischen dem Text der Hymne und der Erinnerung an das Tor von Marcelinho gegen Freiburg.

Das Risiko

Bei aller Euphorie, bei allem Lob. Die Gretchenfrage bleibt: Was kann Kevin-Prince Boateng sportlich bei Hertha verbessern. Um das zu beantworten müssen wir uns verdeutlichen, dass Fußball auch mit dem Kopf gespielt wird und zwar nicht nur mit denen der Spieler, die gerade auf dem Platz stehen, sondern auch die die auf der Bank sitzen oder zuhause schmoren, weil sie im Kader nicht berücksichtigt wurden. Zum Anfang der letzten Saison gab es ein großes Leadership-Problem bei Hertha. Boateng kokettierte schon damals mit einer Rückkehr. Die damaligen Verantwortlichen lehnten ab. Das Problem erledigte sich allerdings nicht wie erhofft von selbst, sodass im Winter Sami Khedira als Stütze der Mannschaft verpflichtet wurde. Auch wenn der Weltmeister von 2014 nur acht Spiele im blau-weißen Dress absolvierte, war er zu jeder Zeit im Stadion und beim Training präsent. Den Anteil, den Khedira am Klassenerhalt hatte, er lässt sich nicht wegdiskutieren.

Sami Khedira (Juventus) Kevin Prince Boateng (Sassuolo) during the Italian Serie A match between Juventus 2-1 Sassuolo at Allianz Stadium on September 16 , 2018 in Torino, Italy. NOxTHIRDxPARTYxSALES. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY (85861648)

Boateng soll jetzt genau diese Rolle einnehmen. Der Leitwolf, der dem Rudel zeigt wo es lang geht, sie bei der Ehre packt und als verlängerter Arm des Trainers fungiert. Die Erfahrungen der letzten zwei Saisons haben uns nochmal vor Augen geführt, dass Geld und Talent alleine nicht ausreichen. Teure, hochbegabte Spieler mögen zwar das ein oder andere Tor schießen, gewinnen kann aber nur ein fest zusammengeschweißtes Team.

Über die von hohen Zäunen umrahmten Betonbolzplätze Berlins ranken sich viele Geschichten. Viele Spieler berichten stolz davon, dass man sich das Recht mitzuspielen teuer verdient haben müssen. Kevin-Prince Boateng muss sich nicht mehr verdienen mitzuspielen. Es sind die anderen Spieler, die sich verdienen müssen mit ihm zu spielen. Nicht für Geld, sondern für die Fans, für Hertha und für ganz Berlin.

[Titelbild: xEnricxFontcubertax/IMAGO]

Podcast #149 Saisonrückblick Hertha BSC 20/21

Podcast #149 Saisonrückblick Hertha BSC 20/21

Wir rekapitulieren die Saison 20/21 von Hertha BSC für die Nachwelt und sprechen außerdem über die Mitgliederversammlung am 30.5.2021. Leute, es wird wild! Vielen Dank, dass ihr mit uns durch diese verrückte Saison gegangen seid.

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Podcast #148 Dedication auf Deutsch

Podcast #148 Dedication auf Deutsch

Das Spiel gegen Hoffenheim hatte wenig sportliche Relevanz. Daher legen wir in dieser Folge den Fokus eher auf unsere News Sektion. Wir reden über das Karriereende von Khedira, das instagram live von Arne Friedrich, die Verlängerung von Cunha und die Gerüchte um Weiser.

Natürlich reden wir auch noch über das Spiel und was es noch einmal über den Zustand der Mannschaft aussagt. 

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Polish Kit League:

Nachruf Khedira:

Weiser zu Hertha:

Herthaner im Fokus gegen Hoffenheim:

Danke, Arne!

Danke, Arne!

Vom Performance Manager zum Interims-Geschäftsführer Sport. Arne Friedrich hat in dieser Saison alles für Hertha gegeben. Grund genug seine Leistung in diesem Artikel zu würdigen.

Der 3. Juli 2010 ist ein besonderer Tag für Arne Friedrich. Bei einem souveränen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien, trifft der Verteidiger zu seinem ersten und einzigem Länderspieltor. Die Freude ist ihm beim Torjubel anzusehen. Ich konnte mich damals nicht wirklich freuen. So gerne hätte ich gesehen, wie die Hertha-Legende dieses wichtige Tor macht, während er für die alte Dame spielt. Doch Friedrich hatte bereits einige Monate vorher klar gemacht, dass er in der zukünftigen Saison nicht das blau-weiße Dress tragen und stattdessen nach Wolfsburg wechseln wird. Zwei Millionen Euro für acht Jahre Leidenschaft und 288 Spiele. Ich bin ehrlich, ohne mich damals viel mit den Hintergründen und Zerwürfnissen auseinander gesetzt zu haben: Ich habe es Arne sehr übel genommen.

Die Zeit heilt alle Wunden

Mit der Zeit ist dieser Zorn verraucht. Es schien Wichtigeres zu geben. Herthas Weg in den letzten zwei Jahren war nicht immer eben und schön. Auf Höhen folgten Tiefen und während man selbst älter wurde, lernte man die Dinge ein wenig anders zu sehen und die Verdienste die einzelne Personen für den Verein erbracht haben mehr zu würdigen. Aus diesem Grund war ich auch extrem euphorisch, als ein gewisser J.K. Arne als Performance Manager aus dem Hut zauberte.

Die Professionalität, die Arne hier an den Tag legte war beeindruckend. Er war schließlich nie zuvor Performance Manager gewesen und hat sich nach seiner Karriere als aktiver Spieler alles selber beigebracht. Während nach und nach alle Klinsmann Vertrauten und Nachfolger entlassen wurden, stieg Arne vom Performance Manager zum Sportdirektor auf. Auch das ist sicher ein Zeichen für die Qualität seiner Arbeit. Nachdem Bruno Labbadia gehen musste und Dárdai als Nachfolger bekanntgegeben und das Trio Infernale durch Zecke Neuendorf komplettiert wurde, wartete eine Mammut-Aufgabe: Aus einem schlecht zusammengestellten, unerfahrenen und verunsicherten Kader musste schleunigst ein Team geformt werden.

friedrich hertha
Foto: nordphotox/xEngler/IMAGO

Theorie und Praxis

Glaubt man den Berichten und Insta-Stories, arbeite Arne hier wie ein Besessener. Zusätzlich zum Abstiegskampf übernahm er dazu sogar den Geschäftsbereich von Michael Preetz und fädelte die wichtigen Wintertransfers ein. Zwischenzeitlich musste er sogar das Training übernehmen und es würde mich nicht wundern, wenn er in der Zeit als alle Spieler in Quarantäne mussten, das ein oder andere Spinning-Bike selbst aufgebaut hätte.

In der Theorie war da ein 42-jähriger Ex-Spieler, ohne vorzeigenswerte Coaching- oder Funktionärserfahrung, der seinen Ex-Traditionsclub vor dem Abstieg und dem Spott der ganzen Liga retten musste. Die Chancen sahen schonmal besser aus. Doch Theorie und Praxis sind zwei unterschiedliche Dinge. Führt man sich Arnes Weg nach seiner aktiven Karriere vor Augen, stößt man auf Anekdoten, wie er in den USA zusammen mit Navy Seals trainierte und wie viel Kraft er aus der Bibel ziehe.

friedrich hertha
Foto: xMatthiasxKochx/IMAGO

Das mag vielleicht etwas befremdlich wirken. Die „Bild“ titelte am Anfang von Arnes Zeit als Performance Manager: „Hertha will Gegner versenken: Arne Friedrich plant Torpedo Training.“ Solche einseitigen Fokussierungen übersehen den wichtigsten Aspekt der Erfahrung, die Arne aus seinen USA-Kontakten mitgenommen haben dürfte: Wie man aus wildfremden Menschen eine Einheit schmiedet, die im Zweifel bereit ist, füreinander zu sterben. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint die Aufgabe, aus Herthas Mannschaft ein Team zu formen, wie ein Kinderspiel.

Erfolg

Es ist unnötig zu erwähnen, dass Arne, Pal, Zecke, der gesamte Verein und die Spieler geliefert haben. Sie sind ein Team geworden. Haben sich nicht von zwei Wochen Quarantäne und einem vollen Spielplan aus der Bahn bringen lassen, sondern haben die Zeit genutzt um stärker zu werden. Wer wieviel dazu beigetragen hat, das lässt sich wahrscheinlich nie ganz klären. Fest steht aber: Ohne diese magische Konstellation, ohne das hoch professionelle Auftreten des Vereins nach Außen und Innen: Der Abstieg wäre wohl sicher gewesen.

Hertha-Fan zu sein ist sicher eine Ehre, aber selten ein Vergnügen. Umso wichtiger ist es, dass es jemanden gibt, bei dem man sich sicher aufgehoben fühlt. Dem man abnimmt, dass alles gut wird. Für mich persönlich hat Arne Friedrich, unabhängig vom aktuellen Trainer, immer genau das ausgestrahlt. Vielleicht war seine Person, in Kombination mit den anderen schon genannten Faktoren, der Grund, warum ich nie ernsthaft um den Abstieg besorgt war, beziehungsweise, dass ich mir sicher war, dass wenn Hertha absteigt und Arne im Verein bleibt, Hertha ganz schnell wieder erstklassig spielen würde.

Identifikationsfigur

Was mag die Zukunft bringen? Der Verein sieht sich dem dritten Umbruch in drei Jahren gegenüber. Erst der Einstieg Tennors, dann das Personalchaos diese Saison und jetzt die Neuorganisation der sportlichen Geschäftsführung. Wird Arne Friedrich nach seiner zukünftigen Platz bei Hertha gefragt, hüllt er sich in nebulöse Andeutungen.

friedrich hertha
Foto: IMAGO

Der Eindruck, dass Arne in den jüngsten stürmischen Zeiten eine wichtige Konstante und Identifikationsfigur für den Verein, seine Fans und Spieler war, lässt sich allerdings nicht wegdiskutieren. Es ist das perfekte Fußball-Märchen. Drei Ex-Spieler, machen zwischen Espresso und Rotwein aus, ihren Verein zu retten. Würde man jetzt einen Cut machen, das Happy End dieser emotionalen Achterbahnfahrt wäre auf ewig konserviert.

Aber das will ich gar nicht. Ich will das nicht, weil ich darauf vertraue, dass Hertha und Arne zusammen Erfolg haben werden. Jetzt aufzuhören, wäre wie einen Marathon nach 100 Metern abzubrechen, weil man sich ja zumindest mal motiviert hat loszulaufen. Ich glaube, dass Arne das Zeug hat diesen Marathon mit Hertha zu laufen. Ich glaube, dass es Hertha gut tun würde diesen Marathon mit Arne zu laufen. Ich glaube, dass Arne Bock hat diesen Marathon mit den Fans zu laufen.

Um den ersten Satz aus Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Der Pate“ zu paraphrasieren: Ich glaube an Arne Friedrich.

[Titelbild: IMAGO]