Das Glück ist des Tüchtigen. Nach dem Spiel gegen den VfL Bochum konnten sich Fans von Hertha BSC mal wieder tief im Phrasendreschen ausprobieren. Vorangegangen war eine Mannschaftsleistung, die ob der grundverschiedenen Halbzeiten kaum zu erklären war. Auf eine der besten Halbzeitleistungen der letzten Wochen oder gar Saison folgte eine ziemlich ernüchternde zweite Hälfte gegen den Aufsteiger, die wie ein Schritt zurück wirkte.
Trainer Tayfun Korkut rotierte kräftig gegenüber der Niederlage gegen den FC Bayern München vor zwei Wochen. Zunächst stellte er das System zurück auf das alte 4-2-2-2. Die Innenverteidigung bildeten wie zu erwarten Neuzugang Marc Oliver Kempf und Kapitän Niklas Stark. Santiago Ascacibar und Vladimir Darida waren für die Zentrale zuständig, während Jurgen Ekkelenkamp und Myziane Maolida auf den Außen wirkten. Im Doppelsturm fanden sich Ishak Belfodil und Stevan Jovetic wieder. Dementsprechend brachte Korkut fünf neue Spieler im Vergleich zum Spiel gegen die Bayern.
Wir schauen heute auf die Neuzugänge, den Sturm, was sich für Alternativen gefunden zu haben scheinen und welche alten Probleme der Mannschaft immer und immer wieder das Genick brechen.
Marc Oliver Kempf: Niklas Starks gesuchter Partner
Tayfun Korkut hat mal wieder das getan, was er am liebsten tut. Ein Pärchen gebildet. Nämlich aus Neuzugang Marc Oliver Kempf und dem gestrigen Mannschaftskapitän Niklas Stark. Die rohen Zahlen des Innenverteidigers, der vor nicht einmal zwei Wochen vom VfB Stuttgart nach Berlin kam, lesen sich eigentlich eher mittelmäßig. 19 seiner 47 Pässe kamen nicht beim Mitspieler an, seine Zweikampfquote von 56 Prozent ist ausbaufähig.
Doch ordnet man diese Zahlen ein, lässt sich ein durchaus gelungenes Debüt sehen. Er konnte drei Aktionen klären und zweimal seine Gegner abfangen. Gerade in der ersten Halbzeit hatten er und Niklas Stark die Offensive der Bochumer gut im Griff, ließen nur sehr wenig zu.
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Die Kommunikation in der Verteidigung war höher als in den letzten Spielen. Kempf koordinierte zusammen mit Stark die Defensive und zeigte, dass er ein routinierter Bundesliga-Verteidiger ist. Er klärte etliche Bälle, die die Bochumer mit langen hohen Pässen in den Strafraum zu spielen versuchten. Das Innenverteidiger-Duo konnte sich gegenseitig Sicherheit verschaffen.
Doch wie die gesamte Mannschaft ließen auch sie in der 2. Halbzeit nach. Das Gegentor in der 48. Minute war auch eine Folge ihres inkonsequenten Handelns nach dem Seitenwechsel. Gerade Sebastian Polter machte der Verteidigung nach seiner Einwechslung das Leben schwer und konnte mit seiner ersten Aktion eine Fehlerkette der Berliner ausnutzen. Doch auch im nächsten Spiel gegen Fürth ist von diesem Innenverteidiger-Duo in der Startelf auszugehen.
Stevan Jovetic und Ishak Belfodil: Jovedil in guten wie in schlechten Zeiten
Ein Pärchen was sich bekanntlich seit vielen Monaten gefunden hat, ist das Sturmduo, bestehend aus Stevan Jovetic und Ishak Belfodil. Und nachdem dieses Duo aufgrund des verletzungsbedingten Fehlens von Jovetic und einer Corona-Infektion von Belfodil einige Wochen auseinandergerissen war, konnten sie gegen den VfL Bochum endlich wieder harmonieren.
Höhepunkt war selbstverständlich das Tor in der 23. Minute, als Jovetic einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum flankte und Belfodil mit dem Kopf ins Tor verlängerte. Doch viel mehr konnte der Algerier dem Spiel nicht beitragen. Er wurde von den Bochumern konsequent verteidigt, hatte kaum Möglichkeiten sein kreatives Spiel zu entfalten oder mit Torschüssen das gegnerische Tor wirklich in Gefahr zu bringen. Er gewann nur einen seiner sechs Zweikämpfe und verlor 16 Mal den Ball. 57 Prozent seiner Pässe fanden den Mitspieler. Nach 75 Minuten war für ihn Feierabend. Sein Tor half der Mannschaft entscheidend weiter, mehr konnte er leider nicht beitragen.
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Jovetic dagegen war im Sturm ein ständiger Unruheherd. Doch seine Abschlüsse wirkten oft überhastet oder mit zu viel Frust beladen. Nach 55 Minuten versuchten er und Ekkelenkamp sich mit einem Doppelpass, nach einer Stunde wurde der Schuss des Montenegriners von Soares blockiert. In der 64. Minute verzog er um einige Meter, eine weitere Minute später scheiterte er am Bochumer Torhüter Riemann.
Es war die aktivste Phase des Stürmers, dem im Abschluss allerdings klar das Glück fehlte. Auch er verzweifelte an der gut gestaffelten Verteidigung und gewann nur 36 Prozent seiner Zweikämpfe. Immerhin konnte er 71 Prozent seiner Pässe an den Mann bringen und damit viele Bälle im Angriffsspiel verteilen. Auch dieses Duo werden wir sehr wahrscheinlich in Fürth wiedersehen.
Vladimir Darida und Santi Ascacibar: Pärchenbildung in der Zentrale
Und auch bei den beiden zentralen Mittelfeldspielern scheint Tayfun Korkut ein Duo gefunden zu haben. Durchaus überraschend verzichtete der Trainer auf Suat Serdar und vertraute dem Tschechen und dem Argentinier. Beide spielten 90 Minuten durch, bewegten sich unfassbar viel und waren nahezu überall auf dem Platz zu finden.
Vladimir Darida spulte wieder einmal mit seiner unvergleichbaren Pferdelunge 13,34 km ab und zeigte vor allem zu Beginn der Partie seine Qualitäten in der Offensive. Nach vier Minuten prüfte er mit einem wuchtigen Schuss nach zu kurzer Klärung von Verteidiger Bella-Kotchap das erste Mal Keeper Riemann. Auch in den nächsten Minuten bemühte sich der Routinier das Offensivspiel anzukurbeln. 78 Ballkontakte zeigen sein aktives Spiel, zusätzlich brachte er 80 Prozent seiner Pässe an den Mann.
Doch auch seine Konzentration nahm im Laufe des Spiels immer mehr ab. 13 Fehlpässe unterliefen ihm, nur die Hälfte seiner Zweikämpfe konnte er gewinnen. Gerade am Ende der Partie wirkte er müde und ausgelaugt und dadurch unkonzentriert. Somit konnte er seiner Mannschaft in den späteren Minuten kaum noch den gewünschten Halt geben.
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Santiago Ascacibar dagegen machte das übliche: Kratzen, kämpfen, beißen. Er grätschte Gegenspieler ab, unterband Angriffe, aber auch er musste sich gerade wegen seiner Größe öfter geschlagen geben. Gerade die zweiten Bälle im Angriffsspiel konnte er selten in Kopfballduellen festmachen und somit wenig Druck von hinten aufbauen.
Nichtsdestotrotz hatte er mit 78 Ballkontakten ebenfalls einen enormen spielerischen Anteil, konnte 81 Prozent seiner Pässe zu seinen Mitspielern bringen und gewann sieben Tacklings. Sein Kampfgeist und unermüdlicher Einsatz sind immens wichtig für das Team. Auch wenn sein Offensivspiel nicht immer Früchte trug, konnte er sich nach 15 Minuten mit einem Volleyschuss, der denkbar knapp über das Tor flog, ausprobieren. Zusätzlich bereitete er zwei Torchancen vor.
Während auch die beiden gute Chancen haben gegen Fürth zu spielen, fiel die Leistung Jurgen Ekkelenkamps, der gegen Bochum etwas glücklos agierte, ab. Womöglich die Chance für Suat Serdar, zurück in die Startelf zu rücken.
Dongjun Lee und Fredrik André Björkan: Noch überfordert, aber mit Sturm und Drang
Neben Marc Oliver Kempf durften sich auch zwei weitere Wintertransfers zeigen. Dongjun Lee, der als einziger Spieler aus dem Kader Reisestrapazen und Spiele der Nationalmannschaft in den Knochen hatte, konnte sich auf Grund guter Trainingsleistungen für den Kader empfehlen. Er kam früher als gedacht für den unauffälligen Jurgen Ekkelenkamp nach 58 Minuten.
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Man merkte seine Motivation, er zeigte viel Engagement, doch Herthas erstem Südkoreaner der Vereinsgeschichte war anzumerken, dass die Bundesliga eine Umstellung für ihn bedeuten würde. Mehr als Ansätze gelangen ihm nicht. Immerhin bracht er vier seiner sieben Pässe an den Mann und gewann zwei Tacklings. Doch er verlor auch neun Bälle und konnte nur selten sein Tempo ausnutzen.
Als ihm eben jenes zu nutzen gelang, dribbelte er sich in der 80. Spielminute in den Bochumer Strafraum. Doch sowohl sein Zögern als auch seine mangelhafte Entscheidungsfindung in dieser Aktion beendeten den Angriff recht schnell. Es war ein Auftritt, der Neugier auf mehr weckt. Doch Lee wird noch einige Spiele benötigen, um mit dem körperlichen Spiel in der Bundesliga zurechtzukommen.
Fredrik André Björkan, der bereits gegen den FC Bayern München sein Debüt für Hertha BSC feiern durfte, bekam gegen Bochum nach 75 Minuten die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Ein spannender Spieler, der einen Offensivdrang hat und viele müde Abwehrketten vor Probleme stellen kann.
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Mit Wucht und Schnelligkeit auffallend, fehlt ihm aber häufig noch die Übersicht, um eine Aktion sauber zu Ende zu spielen. Neunmal war er am Ball, drei seiner sechs Pässe kamen an, er versuchte sich mit Flanken und gestikulierte und gab erste Kommandos. Es scheint, als hätte er gute Chancen, noch mehr Minuten zu bekommen.
Alex Schwolow: Es stehen unruhige Zeiten bevor
Er macht es sich immer wieder selbst kaputt. Vor dem Spiel gegen den FC Bayern München regnete es Lobeshymnen für Schwolow, der endlich seine gewünschte Form gefunden zu haben schien. Doch trotz seiner 14 Paraden gegen den Rekordmeister, versaute er sich das Spiel mit einem kapitalen Bock. Und nun selbiges gegen den VfL Bochum.
Sein Abklatscher vor die Füße von Stürmer Polter war sicherlich nicht so ein großer Bock wie vor dem Gegentor des abstaubenden Leroy Sanés, doch wieder einmal sah der Ex-Freiburger alles andere als gut aus. Auch beim Schuss von Pantovic nur wenige Minuten nach dem Ausgleichstreffer konnte er die Situation nur im Nachfassen beruhigen. Man muss ihm zugestehen, dass der Regen ihm das Spiel schwer machte und Torhüter allgemein bei solchen Wetterbedingungen ihre Probleme haben.
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Seine beste Aktion hatte er, als er gegen Sebastian Polter wach blieb und mit einem Ausflug aus dem Strafraum die Gefahr frühzeitig im Keim ersticken konnte. Doch Schwolow entwickelt sich immer mehr zum Unsicherheitsfaktor im Team. Es ist fraglich, wie lange sich das Trainerteam diese Fehler noch mit anschaut. Schwolow wäre es zu wünschen, Rückendeckung zu erhalten.
Doch ihm fehlen zunehmend die Argumente. Denn auch zum Aufbauspiel der Hertha konnte er nur wenig beitragen. Nur 42 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an. Sollte sich die Verletzungssituation bei Herthas Torhütern unter der Woche entspannen, könnte die Torhüterdebatte ein weiteres Mal entfacht werden.
Fazit: Zu wenig – der Druck wächst
Die 3.000 Zuschauer:innen im verregneten Berliner Olympiastadion sahen eine der besten ersten Halbzeiten Herthas in dieser Saison. Gerade der sich seit Wochen in guter Form befindende Maximilian Mittelstädt, der auch körperlich extrem gereift zu sein scheint, und der oft auch zurecht schwer kritisierte Myziane Maolida konnten über die Außen mit Hilfe eines technisch starken Stevan Jovetic für ein sehenswertes Angriffsspiel zu sorgen.
Doch sowohl bei den temporeichen Gegenstößen der Bochumer, als auch beim druckvollen Spiel der Westfalen im zweiten Durchgang zeigten sich Herthas Defizite im Defensivspiel. Die erste Halbzeit hätte eine große Entwicklung für die nächsten Spiele bewirken können. Einen riesigen Schritt in ruhigere Fahrgewässer.
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Doch die zweite Halbzeit war Ernüchterung pur und wieder einmal passt eine klassische Fußballphrase. Denn ein Spiel hat 90 Minuten und eben nicht nur 45. Die Leistung der Hertha zeigt leider auch, dass aktuell wenig über nicht-einstudiertes geht. Die Wechsel Korkuts, der hauptsächlich Offensivkräfte von der Bank aus brachte, fruchteten kaum, brachten wenig neue Ideen und verfielen schnell in den allgemeinen Trott des Teams. Sie sorgten nahezu für etwas Unsicherheit, da die Defensive durch das Verstärken der Offensive zunehmend an Stabilität verlor.
Was bleibt, ist ein Remis gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Sollte auch gegen Fürth kein Sieg errungen werden, kann es in wenigen Wochen in Anbetracht des Spielplans in Berlin lichterloh brennen.
Am Freitag steht für Hertha BSC der 21. Spieltag in der Bundesliga an. Nach einer Länderspielpause und einer Transferoffensive kommt es im Berliner Olympiastadion zum Spiel gegen den VfL Bochum. Die Westfalen spielen für einen Aufsteiger eine sehr gute Saison und liegen aktuell im Mittelfeld der Tabelle in relativ ruhigen Gewässern. Die Hertha, die mit nur einem Punkt aus drei Spielen und dem Ausscheiden im Pokal denkbar schlecht in das neue Jahr gestartet ist, steht unter Zugzwang, um nicht komplett in den Abstiegssog gezogen zu werden.
Hertha wird zu null spielen
Zwei Wochen sind vergangen, bis auf Neuzugang Lee hat niemand Zeit bei einer Nationalmannschaft verbracht und es ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Die Blicke sind geschärft und das Team wird fokussiert und mit freien Köpfen in das Spiel gegen den VfL Bochum starten.
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Gerade die Innenverteidigung um Kapitän Niklas Stark und Neuzugang Marc-Oliver Kempf wird ein Bollwerk sein und nur wenig zulassen. Im Tor steht mit Alexander Schwolow zur Not ein Mann, der zuletzt in guter Form war und seinen Fehler gegen den FC Bayern München vergessen hat und dadurch sämtliche Bälle halten wird.
Lee wird zur überraschenden Waffe
Neuzugang Dong-Jun Lee hat noch nicht viel Zeit mit seiner neuen Mannschaft verbracht. Dem Südkoreaner stecken noch ein wenig die letzten Tage mit der Nationalmannschaft in den Knochen, doch seine Trainingsleistungen ermöglichen ihn laut Trainer Tayfun Korkut einen Platz im Kader.
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Lee wird für die Schlussphase einige Minuten bekommen und mit seinem schnellen Tempo direkt für Gefahr sorgen und mit einem Jokertor dem Spiel seinen Stempel aufdrücken und dem Team entscheidend helfen – ähnlich wie Myziane Maolida im Hinspiel.
Hertha macht das Spiel und zieht Bochum zurück in den Abstiegskampf
Die Alte Dame wird das Spiel machen und das auch mit viel Offensivdruck. Stevan Jovetic und Ishak Belfodil werden wieder harmonieren und viele Chancen herausarbeiten. Suat Serdar wird mit seiner Kreativität und seinem Offensivdrang für das Einleiten dieser verantwortlich sein.
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Santi Ascacibar wird der Offensive den Rücken freihalten und fleißig abräumen. Die Hertha wird das Spiel mit Leidenschaft gewinnen und den VfL Bochum in der Tabelle überholen, zurück in den Abstiegskampf ziehen und sich selbst ein wenig absetzen.
Es sind einmal mehr wilde Zeiten in Berlin. Der Verein kommt kaum zur Ruhe und Fredi Bobic baut fleißig am Kader. Doch um entscheidend das Team umzubauen, müssen alte Strukturen aufgerissen und auch Mut bewiesen werden. An der Personalie des derzeit verletzten Kapitäns Dedryck Boyata wird schnell klar, dass bei Hertha BSC kein Spieler unersetzlich ist und jeder sich in der schwierigen Zeit beweisen muss. Fredi Bobic stellte deshalb zuletzt den gesamten Kader auf den Prüfstand. Sämtliche Vertragsgespräche liegen aktuell auf Eis und dabei gibt es eine ganze Menge an Spielern, deren Verträge 2022 bzw. 2023 auslaufen.
Wir haben uns mit den Kandidaten beschäftigt und wägen ab, bei wem eine Vertragsverlängerung sinnvoll wäre, wer in einer anderen Position im Verein passen würde und bei wem ein Transfer das sinnvollste wäre.
Niklas Stark – bis 2022
Niklas Stark ist einer der größten Namen im Team der Hertha. Der 1,90 Meter große Innenverteidiger ist seit 2015 dabei und absolvierte seitdem wettbewerbsübergreifend 189 Pflichtspiele für die Alte Dame. 168 davon in der Bundesliga. Er ist Führungsspieler und hinter Dedryck Boyata Vizekapitän. Der ehemalige Nürnberger ist stets Interviewpartner der Medien und Sprachrohr der Mannschaft. Unter dem ehemaligen Nationaltrainer Joachim Löw durfte er für die deutsche Nationalmannschaft debütieren.
Doch so schön das alles klingen mag, so sehr steht er auch in der Kritik. Seine Leistungen in dieser Saison sind durchwachsen. Sie schwanken zu sehr und auch die in den letzten Monaten sehr zähen Verhandlungen zeigen, dass weder die Verantwortlichen im Verein noch er selbst um jeden Preis eine Verlängerung anstreben. Auch weil der Anspruch von Niklas Stark mittlerweile einer ist, dem Hertha BSC nicht mehr gerecht werden kann. Um möglicherweise wieder Chancen zu bekommen, in der Nationalmannschaft spielen zu können, braucht er einen Verein, der regelmäßig um das europäische Geschäft spielt.
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Der Verein könnte bei einem Abgang weiter am Umbau der Hierarchie in der Mannschaft arbeiten und jüngeren Spielern, wie Marton Dardai und Linus Gechter, mehr Chancen einräumen. Sollte sich Niklas Stark in der Rückrunde nicht entscheidend entwickeln oder die Harmonie aus frühen Jugendnationalmannschaften mit Neuzugang Marc-Oliver Kempf verflogen sein, wäre eine Trennung im Sommer für alle Seiten ein sinnvoller Schritt.
Lukas Klünter – bis 2022
Im Sommer 2018 kam Lukas Klünter vom 1. FC Köln, wo er auf der rechten Abwehrseite, als einer der schnellsten Spieler der Liga, für Aufsehen sorgte. Zwei Millionen Euro zahlte Michael Preetz damals, um dem Team mehr Tempo zu verschaffen und den nach Leverkusen verkauften Mitchell Weiser zu ersetzen.
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Dreieinhalb Jahre später liest sich die Bilanz recht ernüchternd. In 49 Einsätzen in der Bundesliga bereitete er zwei Tore vor. Immer wieder bremsten ihn schwere Verletzungen aus, wie 2018 zu Beginn seines Engagements ein Muskelbündelriss oder zu Beginn der aktuellen Saison, als er sich am 4. Spieltag in Bochum an der Schulter verletzte und erst zur Rückrunde zurückkam. Seine Leistungen sind in nur seltenen Fällen eine Rechtfertigung für die Startelf.
Lukas Klünter wird dieses Jahr 26 Jahre alt und steht somit auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Wenn er das Bedürfnis hat regelmäßige Einsätze zu bekommen, sollte er sich nach einem neuen Verein umschauen. Auch um aus seiner Komfortzone zu kommen.
Kevin-Prince Boateng – bis 2022
Als gebürtiger Berliner und aus der Jugend stammender Herthaner genießt Boateng eine Sonderstellung im Verein, womit er auch gerne kokettiert. Im Sommer 2021 kam er ablösefrei nachdem sich Fredi Bobic bei ihm gemeldet hatte. Neben witzigen Social Media Content, wie Frotzeleien mit Athletik-Trainer Kuchno oder dem damaligen Union-Spieler Kruse, war er für Stimmung und Motivation zuständig. Er freundete sich mit Neuzugängen an, versuchte Davie Selke aus seinem sportlichen Tief zu helfen, motivierte beispielsweise Marco Richter vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, der prompt sehenswert das Siegtor erzielte. Zusätzlich spielt er bei jedem Spiel den Co-Trainer, gibt taktische Anweisungen und unterstützt auch dabei seine Mitspieler.
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Wenn er selbst das Spielfeld betritt, sieht man oft einen enormen Qualitätsanstieg. Er ist nicht mehr der größte Läufer, doch jede Aktion, die er am Ball hat, ist durchdacht und würde der Mannschaft riesig helfen, wären nur weitere Spieler auf seinem fußballerischen und taktischen Niveau im Team. Doch Boatengs Körper ist bei weitem nicht mehr der, den er noch vor ein paar Jahren hatte und ihn zum FC Barcelona oder Eintracht Frankfurt brachte. Von 20 möglichen Bundesligaspielen kommt er in dieser Saison auf zwölf Einsätze. Der längste Auftritt datierte vom 5. Spieltag gegen die Spvgg Fürth, als er eine Stunde durchhielt. Meistens ging es nicht über Kurzeinsätze hinaus.
Sollten sowohl Verein als auch Spieler mit der aktuellen Situation zufrieden sein, wäre eine Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr eine Option. Kevin-Prince Boateng stellt keinen Startelf-Anspruch, wäre für die Team-Chemie aber weiterhin ein Baustein. Aber egal, ob als Bundesligaspieler oder nicht, der Verein sollte sich bemühen, ihn in irgendeiner Form zu binden. Vielleicht wäre auch ein Platz im Trainerteam, wie ihn Vedad Ibisevic schon hat, möglich.
Peter Pekarik – bis 2022
Der Slowake wird im Oktober 36 Jahre alt und ist in seinem 10. Jahr für Hertha BSC. In der Zeit bestritt der Rechtsverteidiger 205 Pflichtspiele für die Berliner. 169 Spiele waren es in der Bundesliga. Nach so einer langen Zeit im Verein gilt Pekarik mittlerweile als Vereinslegende.
Nachdem er über viele Jahre seine Arbeit grundsolide verrichtete, sich nie beschwerte, wenn er für eine Weile auf der Bank Platz nehmen musste und in den letzten Jahren sogar mit Toren für Aufmerksamkeit sorgte, wirkt er zunehmend überfordert mit Gegnern, die auch nur etwas Tempo in ihrem Spiel haben. Doch es ist eher Herthas schwacher Transferausbeute in der Verteidigung zuzuschreiben, dass Pekarik bis heute immer wieder eine Alternative ist.
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Laut Fredi Bobic gilt er auch nicht als Lautsprecher im Team. Trotzdem könnte er mit seiner Erfahrung jüngeren Mitspielern weiterhelfen. Hertha braucht dringend einen starken Rechtsverteidiger für die Startelf. Peter Pekarik sollte höchstens nur noch Ersatz sein. Im Optimalfall hört der Routinier im Sommer mit seiner aktiven Karriere auf und bleibt dem Verein in einer anderen Funktion erhalten.
Der Teenager ist eine der großen Entdeckungen der Hertha in dieser Saison und ein Hoffnungsträger in den stürmischen Zeiten. Seine ersten Auftritte versprechen eine große Zukunft. Dafür braucht er Spiele, Spiele, Spiele. Diese würde er bei Bestätigung seiner Leistungen definitiv bekommen, vor allem wenn Hertha mit einer Dreierkette auflaufen sollte.
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Aktuell besitzt er noch einen Jugendvertrag, der per Option um zwei Jahre verlängert werden kann. Das Ziehen der Option gilt als sicher. Allerdings sollten die Verantwortlichen zeitnahe in Vertragsverhandlungen einsteigen, um dem Talent einen geeigneten, langfristigen Vertrag zu geben, nachdem man selbiges beim letzten Talent, Luca Netz, verschlafen hatte.
Nils-Jonathan Körber – bis 2022
In den letzten Jahren konnten sich keine Eigengewächse der Hertha auf der Torhüter-Position durchsetzen. Und danach sieht es auch weiterhin aus. Körber droht der Weg, den auch schon Dennis Smarsch und Marius Gersbeck gegangen sind. Als eigentlich große Talente auf der Torhüterposition, ohne Chance am Stammpersonal vorbeizukommen.
Körber, der in den Jahren bei Osnabrück seine Qualität zeigen konnte, kam für Hertha noch nicht einmal zum Zug. In der Hierarchie der Torhüter befindet er sich aktuell auf Platz vier hinter Alexander Schwolow, Oliver Christensen und Rune Jarstein.
Im Sommer könnte es auf der Position Bewegung geben. Schwolow steht in der Kritik und könnte den Platz als Nummer eins verlieren. Christensen gilt als starker Herausforderer. Fraglich ist, ob Jarstein nach seinen Corona-Nachwirkungen jemals wieder Bundesliga spielen kann. Wenn der Verein Körber einen gerechten Zweikampf mit Christensen ermöglichen würde, wäre eine Verlängerung denkbar.
Allerdings stehen zu viele Konjunktive rund um das Thema Torhüter bei Hertha. Eine Luftveränderung um endlich regelmäßig spielen zu können, wäre für Nils-Jonathan Körber das sinnvollste.
Ishak Belfodil – bis 2022
Der Algerier gehört zu den unterschätztesten Stürmern der Bundesliga. Das ist zumindest die Meinung von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann, unter dem Ishak Belfodil in Hoffenheim seine stärkste Saison in der Bundesliga gespielt hatte.
Zunächst wurde er als Paniktransfer abgestempelt und galt als Sinnbild für den unruhigen Transfersommer in Berlin. Fredi Bobic stattete ihn mit einem Einjahresvertrag aus. Belfodil wusste sich für das Vertrauen mit Leistung zu bedanken. Mittlerweile gilt er als einer der besten Spieler der Hertha. Die Zahlen fehlen zwar noch, aber wegzudenken aus dem Berliner Spiel ist er aktuell nicht.
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Insbesondere im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern, wie Stevan Jovetic oder Suat Serdar belebt er die Offensive der Herthaner. Eine Verlängerung um mindestens ein weiteres Jahr wäre sowohl für ihn, als auch für die Mannschaft eine schöne Sache und würde allen Beteiligten guttun.
Maximilian Mittelstädt – bis 2023
Maximilian Mittelstädt galt 2015 als großes Talent auf der linken Seite der Hertha. Pal Dardai setzte ihn damals sowohl in der Defensive als auch in der Offensive ein.
Doch die erhofften Leistungsexplosionen blieben aus und aus dem ehemaligen U-Nationalmannschaftsspieler entwickelte sich ein durchschnittlicher Bundesligaspieler. auf der linken Seite wechselte er sich praktisch ohne nennenswerten Konkurrenzkampf mit Marvin Plattenhardt ständig ab. Wettbewerbsübergreifend kommt er auf 128 Spiele für Hertha.
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Wäre Mittelstädt nicht aus der Jugend der Hertha und dadurch einen Welpenschutz genießen, wäre er wahrscheinlich schon früher auf dem Abstellgleis gewesen. Er strahlt weder nennenswerte Torgefahr aus, noch durchgehende Sicherheit in der Verteidigung.
Aber die Leistungen der letzten Wochen lassen aufhorchen und hoffen. Er scheint sich in den Monaten der Krise aus der Komfortzone begeben zu haben und zeigt mit seinem aktiveren Spielstil mehr Einsatz und Führungsstärke. Kann er diese Form in der Rückrunde bestätigen, sollte Fredi Bobic mit ihm Gespräche über eine Vertragsverlängerung führen.
Marvin Plattenhardt – bis 2023
2014 kam der Linksverteidiger vom 1. FC Nürnberg und arbeitete sich mit starken Leistungen von der 2. Mannschaft der Hertha bis in die deutsche Nationalmannschaft. 2017 gewann er mit einem aufstrebenden Team den Confederations-Cup, 2018 war er im Kader der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland. Beim ersten Gruppenspiel gegen Mexiko kam er sogar zum Einsatz.
Mittlerweile hat er 199 Pflichtspiele für Hertha BSC absolviert. Doch wie bei Maximilian Mittelstädt stagnierten seine Leistungen zum Teil über Jahre. Seit der Weltmeisterschaft 2018 ist er praktisch durchgehend im Formtief. Die Zeiten in den er einer der gefürchtetsten Freistoßschützen der Liga war und Vereine aus England zweistellige Millionenbeträge boten, sind lange vorbei.
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Er ist kein Führungsspieler und bietet der Mannschaft aktuell nichts, um sie voranzubringen. Trotz der schwachen Jahre von Hertha betonte der 30-Jährige öfter wie glücklich er in Berlin ist und dass er sich ein Karriereende bei Hertha durchaus vorstellen könnte. So sympathisch solche Aussagen sein mögen, so sehr zeugen sie auch von einer viel zu großen Komfortzone, in der sich Plattenhardt seit Jahren befindet. Für beide Seiten wäre es das Beste, sich im Sommer zu trennen.
Vladimir Darida – bis 2023
Seit seinem Wechsel vom SC Freiburg 2015 hat der Tscheche Höhen und Tiefen bei Hertha durchgemacht. Über 174 Mal lief er wettbewerbsübergreifend für Hertha BSC auf. Mal war er unumstrittener Stammspieler, mal litt er unter langfristigen Verletzungen, aktuell unter einem Formtief. Als Pferdelunge und Laufwunder hat Darida in den vergangenen Jahren einen bleibenden Eindruck hinterlassen und sogar den Bundesliga-Rekord mit den meisten Kilometern Laufleistung pro Spiel gebrochen.
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Doch trotz seines Alters und seiner langjährigen Teamzugehörigkeit ist Vladimir Darida kein Lautsprecher oder Führungsspieler, was auch Fredi Bobic schon kritisch angesprochen hatte. Bei den technischen Schwierigkeiten und der geringen Funktion für den Spielaufbau ist Darida keine Hilfe für die Startelf. Sollte sich Darida aber mit der Rolle des Ersatzspielers zufrieden geben und sich beispielsweise als eine Art Mentor um jüngere Spieler kümmern, spricht nichts dagegen, ihn bis 2023 zu behalten.
Sollte der 31-Jährige aber den Anspruch haben regelmäßig zu spielen, wäre ein Wechsel ratsam. Das Standing in der Bundesliga und im Ausland hätte er allemal. Aber auch er würde charakterlich für eine Position innerhalb des Vereins nach seiner aktiven Spielerkarriere in Frage kommen.
Stevan Jovetic – bis 2023
Sein Wechsel im letzten Sommer hat sich bezahlt gemacht. Mit fünf Toren ist er zusammen mit Marco Richter der torgefährlichste Spieler im Team. Ein großes Problem ist aktuell die daraus resultierende Abhängigkeit vom 32-jährigen Stürmer. Denn bisher konnte er in lediglich 11 der 20 Bundesligapartien mitwirken. Der Montenegriner ist extrem verletzungsanfällig.
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Doch ähnlich wie bei Ishak Belfodil und Kevin-Prince Boateng hebt sich seine Leistung vom Durchschnitt der Mannschaft ab. Ist er fit und in Form, ist er eine absolute Waffe und kann einem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Bei ihm steht man aktuell nicht unter Zeitdruck. Man sollte abwarten, wie sich seine Leistungen und der Körper in den nächsten eineinhalb Jahren entwickeln. Am Ende der nächsten Saison würde Jovetic auf die 34 Jahre zugehen.
Schön wären sowohl ein schönes Ende des Kapitels, als auch eine Verlängerung, sollte es sich für alle Beteiligten dann noch lohnen.
Davie Selke – bis 2023
Der mittlerweile 27-jährige Mittelstürmer lässt seit Jahren Bundesliganiveau vermissen. Auch die Leihe an seine alte Wirkungsstätte nach Bremen endete alles andere als erfolgreich.
In der aktuellen Saison kommt er auf wettbewerbsübergreifend 17 Einsätze, viele davon nur über wenige Minuten. Auch wenn man ihm Motivation und Einsatz nicht absprechen kann, fehlt ihm Qualität in Technik und Torabschluss. Erst zwei Saisontore sind ihm gelungen, eins davon im Pokal gegen den unterklassigen SV Meppen.
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Es ist bekannt, dass Fredi Bobic den ehemaligen U-Nationalmannschaftsspieler verkaufen möchte. Sollte nicht ein unerwarteter Qualitätsanstieg geschehen, wird das im Sommer 2022 auch geschehen.
Jonas Michelbrink – bis 2023
Mit seinen 20 Jahren gilt Jonas Michelbrink noch als Talent und genießt Welpenschutz. Bisher kam er unter Pal Dardai am Ende der Saison 2020/2021 zu zwei Kurzeinsätzen. Ansonsten spielt der Nachwuchsspieler regelmäßig für die 2. Mannschaft.
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Eine Verlängerung wäre denkbar, wenn man ihn für ein bis zwei Jahre verleihen würde, um ihm Spielpraxis zu ermöglichen. In einem Team, das kein stabiles Gerüst verfügt, dürfte er aktuell keine Chance auf Einsatzzeiten haben.
Rune Jarstein – bis 2023
Der Norweger kam in der Saison 2013/2014 zunächst als Ersatztorwart für Thomas Kraft. 2015 verdrängte er diesen und blieb über fünf Jahre Herthas unumstrittener Stammkeeper. Seine Leistungen zählten zwischenzeitlich zu den besseren der Liga.
2020 wurde er als Nummer eins von Alexander Schwolow abgelöst, den er in der Rückrunde unter den zurückgekehrten Pal Dardai wiederum verdrängte. Mit 179 Spielen für Hertha gehört er ins Regal der Torwartgrößen Christian Fiedler und Gabor Kiraly, die ebenfalls über viele Jahre das Tor in Berlin hüteten.
(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
Doch seine schwere Corona-Infektionen und die folgenden Nachwirkungen setzten ihm schwer zu und machen seit Monaten ein Comeback unmöglich. Mittlerweile befindet er sich im Aufbautraining, doch es darf bezweifelt werden, dass er jemals zu alter Form zurückkehrt.
Als mittlerweile 37-Jähriger befindet er sich im Spätherbst der Karriere. Als dritter Torhüter könnte er seinen Mitspielern den Rücken freihalten. Eine mögliche Anstellung nach seiner Karriere wurde schon häufiger besprochen. Sollten alle Beteiligten sich eine Zusammenarbeit vorstellen, wäre er 2023 ein Kandidat für den Posten des Torwarttrainers.
Eine in allen Belangen negative und leider auch denkwürdige Woche der Hertha geht mit einer deutlichen 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern München zu Ende. Nach dem Ausscheiden im Pokal gegen den Lokalrivalen aus Köpenick und einer lautstarken Aussprache mit Teilen der Fanszene stand das Spiel gegen den Rekordmeister im Zeichen des Engagements und der Schadensbegrenzung.
Gegen die Münchner wählte Trainer Tayfun Korkut eine deutlich defensivere Variante als zuletzt und stellte sein System auf ein 5-3-2 um. Aufgrund des Fehlens von Niklas Stark, der schon im Derby angeschlagen den Platz verlassen musste, rückte Marton Dardai in die Startelf. Es war der erste Auftritt, den das Hertha-Eigengewächs unter Tayfun Korkut bekam. Zusammen mit Kapitän Dedryck Boyata und dem Startelf-Debütanten Linus Gechter stellte er die Innenverteidigung. Peter Pekarik und Maximilian Mittelstädt kümmerten sich, wie zuletzt regelmäßig, um die Außenverteidigung. Vladimir Darida, Lucas Tousart und Suat Serdar sollten die Mitte dicht machen. Myziane Maolida und Ishak Belfodil waren die anzuspielenden Akteure im Sturm.
Wir schauen auf hoffnungsvolle Entwicklungen, ein Spiegelbild der Saison und das was der Hertha in der Offensive fehlt.
Maximilian Mittelstädt: Eine erkennbare Entwicklung
Maximilian Mittelstädt hatte zuletzt sämtliche Spiele über die volle Distanz bestreiten dürfen. So war es nach den zuletzt zu kräftezehrenden Wochen ihm zugestanden, dass er die letzte halbe Stunde des Spiels von der Bank aus betrachten durfte. Mit Frederik Andre Bjørkan ist seit neuestem nicht nur ein Konkurrent, sondern zunächst einmal eine sinnvolle Entlastung für den ehemaligen Juniorenspieler der Hertha, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive vorhanden.
Mittelstädt machte da weiter, wo er gegen Union Berlin aufgehört hatte. Er beackerte seine linke Seite, hatte aber mit Serge Gnabry allerlei zu tun und seine Schwierigkeiten. Er gewann nur drei seiner zehn Zweikämpfe. Beim 0:1 konnten er und Marton Dardai Corentin Tolisso nicht entscheidend am Abschluss hindern. Auch wenn man hier ganz klar Peter Pekarik in die Kritik nehmen muss, der exemplarisch in dieser Situation seine Probleme mit Robert Lewandowski und dem flankenden Kingsley Coman hatte.
(Photo by Maja Hitij/Getty Images)
Trotzdem konnte auch er seinen Stempel der Abwehr aufdrücken und machte es gerade Robert Lewandowski im Abwehrverbund nicht leicht. Drei Aktionen konnte er klären und im Verlaufe der Partie traute er sich zu drei Dribblings, von denen zwei gelingen sollten. In der 52. Minute hätte er seine durchaus engagierte Leistung mit einem Assist krönen können, doch Vladimir Darida konnte die Riesenchance zum Anschlusstreffer nach feiner Flanke von links nicht nutzen und setzte das Spielgerät aus kürzester Entfernung am Pfosten vorbei.
Maximilian Mittelstädt selbst, der mit 42 Ballaktionen wieder einen recht hohen Anteil am Spiel der Hertha hatte, hat in den letzten Wochen, so scheint es, eine Entwicklung durchgemacht. Der Welpenschutz ist vorbei und der Status als Eigengewächs der Hertha hilft nicht mehr viel. Auch wenn seine fußballerischen Qualitäten auf einem höheren Niveau limitiert sind, entwickelt er sich mehr und mehr zum Kämpfer des Teams und versteckt sich nicht mehr hinter anderen vermeintlichen Leitwölfen.
Linus Gechter: Solides Startelfdebüt
Der 17-jährige Linus Gechter hätte sich sicherlich angenehmere Gegner vorstellen können für seine ersten kompletten 90 Minuten Bundesliga-Fußball. Aber wie es jeder aus dem beruflichen Alltag kennt, ist ins kalte Wasser geworfen zu werfen, meist die beste Feuerprobe.
Im Dreiergespann mit Boyata und Dardai war ihm anzumerken, dass ihm der gemeinsame Auftritt in der Verteidigung Sicherheit verschaffte. Er konnte zwar bei keinem der Gegentore großartig eingreifen, vielleicht hätte er in der ein oder anderen Aktion Boyata unterstützen können. Er selbst war 47 Mal am Ball, was vor allem dem vorsichtigen Aufbauspiel der Hertha zuzuschreiben war. 64 Prozent seiner Pässe brachte er an den Mann, 15 Mal versuchte sich Gechter mit langen Bällen, nur vier kamen an. Diese Bälle waren meistens die letzte Möglichkeit, sich aus dem Pressing der Bayern zu befreien. Fünf Klärungsaktionen kamen hinzu.
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Dabei war seine Rettungstat auf der Linie in der 77. Minute nach einem feinen Lupfer von Serge Gnabry die spektakulärste. Auch der Offensive konnte er nochmal helfen, auch wenn die Aktion schon geklärt zu sein schien. In der 80. Spielminute wollte er mit einem langen Ball Stevan Jovetic und Jurgen Ekkelenkamp in Szene setzen. Verteidiger Dayot Upamecano bekam zwar den Ball, ermöglichte durch seinen schwachen Rückpass auf Manuel Neuer aber den Ehrentreffer.
Kurzum, Gechter macht seine Arbeit grundsolide und durfte nach dem Spiel sogar zum Interview antreten.
Alexander Schwolow: Ein Spiegelbild
Torhüter Alexander Schwolow hat es nicht leicht in Berlin. Immer wieder steht er in der Kritik und das auch oft zurecht. Doch in den letzten Wochen schienen sich seine Leistungen gefestigt zu haben. Gegen den VfL Wolfsburg zeigte er eine hervorragende Leistung, blieb sogar ohne Gegentor, im Derby konnte er auch immerhin zwei bis drei Großchancen vereiteln und bei den Gegentoren herzlich wenig eingreifen.
Das Spiel gegen die Bayern war seine nächste Chance, sich auszuzeichnen. Und das gelang ihm auch zunächst. Der Keeper bekam auch einiges zu tun, er wurde zu 14 Paraden gezwungen. Weltklasse waren dabei seine Aktionen gegen Lewandowskis Hackenabschluss in der 20. Minute und in der 36. Minute nach dem der Pole freistehend flach abschloss. Auch bei Distanzschüssen konnte er sich auszeichnen, wie in der 10. Minute gegen Kingsley Coman und Leroy Sané in der 47. Minute.
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Natürlich hatte er bei mehreren Aktionen gegen Thomas Müller auch ein wenig Glück, dass diesem das nötige Zielwasser fehlte, doch es schien so, als würde Schwolow ein weiteres hervorragendes Spiel abliefern. Zusätzlich war er 64 Mal am Ball und oft gesuchte Anspielperson im Spielaufbau bzw. der Ballsicherung. Doch den positiven Eindruck machte er selbst zunichte. Seinen viel zu kurzen Pass auf Linus Gechter wusste der wache Leroy Sané eiskalt auszunutzen, um auf 0:3 zu erhöhen. Sehr bitter und bezeichnend für die Hertha in diesen Tagen.
Eine engagierte Leistung und am Ende doch wieder ein brachialer Patzer. Und mittlerweile geschieht dies fast wöchentlich. Im Endeffekt war Schwolow nur ein Spiegelbild der gesamten Mannschaft in den letzten Wochen.
Ishak Belfodil, Jurgen Ekkelenkamp und Stevan Jovetic: Fit und in Form offensive Waffen
Er hat es mal wieder getan. Das dritte Saisontor Jurgen Ekkelenkamps und damit das dritte Tor als Joker des jungen Niederländers. Wie schon bei seinen ersten beiden Toren in der Hinrunde gegen Fürth und Frankfurt brauchte er kaum Eingewöhnungszeit und erzielte mit seiner ersten Aktion einen Treffer.
Sobald die beiden Spieler auf dem Feld stehen und im Fall von Stevan Jovetic mit Ishak Belfodil, der ein weiteres Mal einer der gefährlichsten und spielstärksten Spieler der Mannschaft war, harmonieren, ist in Herthas Offensive ein erheblicher Qualitätsanstieg zu bemerken. Ishak Belfodil hatte in der 21. Minute die Möglichkeit per Kopf den Führungstreffer zu erzielen, leitete in der 52. Minute die Großchance Daridas ein und bewies immer wieder seine technischen Fähigkeiten.
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Doch der besagte Qualitätsanstieg konnte im Endeffekt den Bayern nicht genug anhaben und war auch nur punktuell zu sehen. Zusätzlich fehlt der Mannschaft im Abschluss das nötige Glück. Im Abstiegskampf ist das zu wenig.
Fazit: Die Woche dringend abhaken und die Pause nutzen
Das Spiel gegen den FC Bayern München war ein Bonusspiel und offenbarte einen Klassenunterschied. Das 1:4 hätte durchaus noch höher ausfallen können, im Endeffekt kann man sich bei Torhüter Schwolow bedanken, dass nicht noch weitere Gegentore das sowieso schon sehr schwache Torverhältnis verschlechtern.
Die Mannschaft, das Trainerteam und die Vereinsführung müssen diese schwarze Woche dringend abhaken. Probleme mit den Fans, die Derby-Niederlage und die Situation in der Liga, nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen, stellen den Verein und das Team vor eine große Herausforderung. Man muss hoffen, dass der Schaden der letzten Tage nicht einen weiteren Tiefpunkt darstellt, sondern den endgültigen. Denn sollte es noch schlimmer um Hertha BSC werden, kann es zur unaufhaltsamen Abwärtsspirale führen.
Die Länderspielpause kann der Alten Dame guttun, um etwas zur Ruhe zu kommen und danach sich auf die wichtigen Spiele im Abstiegskampf vorzubereiten.
Es läuft die 85. Minute im Berliner Stadtderby und Hertha-Jungprofi Linus Gechter fällt nach einem unglücklichen Zusammenprall ungünstig zu Boden. Nach kurzer Behandlungspause geht es für ihn zwar weiter, doch diese Szene und der Auftritt Gechters zeigen gut, was das komplette Spiel der alten Dame beschreibt. Gegen Union Berlin zeigte man sich mit zu viel Respekt vor dem Gegner, über weite Strecken agil, aber glücklos. Und am Ende lag man leider am Boden.
Personelle Veränderungen, aber weiter 4-4-2
Trainer Tayfun Korkut musste verletzungsbedingt kurzfristig auf Jordan Torunarigha verzichten und kehrte somit zur altbewährten Innenverteidigung mit Niklas Stark und Dedryck Boyata zurück. Myziane Maolida und Jurgen Ekkelenkamp machten außerdem Platz für den nach seiner Gelbsperre zurückgekehrten Suat Serdar und den im zentralen Mittelfeld agierenden Lucas Tousart.
Wer die sowohl positiven als auch negativen Ausreißer in diesem ernüchternden Spiel waren und wer zumindest Leidenschaft zeigte, wollen wir hier nennen.
Suat Serdar: Der beste Herthaner
Wieder einmal war er der stärkste Spieler der Hertha. Auch wenn er wie seine Mitspieler wenig zu Beginn der Partie beizutragen hatte, war er es, dem es nach etwa einer halben Stunde gelang, das Zepter in die Hand zu nehmen und für die ersten offensiven Akzente zu setzen.
Im Verlauf des Spiels bereitete er zwei Torschüsse vor und scheiterte mit seinem Kopfball ans Außennetz in der 36. Minute relativ knapp. Er war 54 mal am Ball und brachte 73 Prozent seiner Pässe an den Mitspieler. Eine ordentliche Quote. Oft wirkte es allerdings, als wäre Serdar der einzige Spieler der Hertha, der in irgendeiner Form im Stande war Mittelfeld und Angriff miteinander zu verbinden. Sechsmal versuchte es Serdar mit einem Dribbling. Manchmal allerdings mit dem Kopf voraus durch die Wand. Immerhin konnte er vier davon erfolgreich abschließen, nur blieb die positive Wirkung für die Offensive zu oft aus.
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Doch sein Verdienst war es, dass Hertha zumindest kurz Hoffnung schöpfen konnte, als er im Zusammenspiel mit Ishak Belfodil im Strafraum das Eigentor von Rani Khedira erzwang. Das 2:3, welches er und die Mannschaft erzwingen konnten, ging ebenfalls auf seine Kappe, war allerdings in Anbetracht der gespielten Zeit viel zu spät.
Suat Serdar zeigte unheimlich großes Engagement, konnte das aber vor allem wegen der fehlenden Stärke seiner Mitspieler zu selten ausnutzen. In der 16. Spielminute kassierte er nach einer Grätsche gegen Baumgartl die einzige gelbe Karte der Hertha in diesem Spiel. Auch ein Zeichen, mit welcher Intensität ein Derby geführt werden kann oder eben nicht.
Maximilian Mittelstädt: Bemüht aber glücklos
Auf seiner linken Seite hatte Mittelstädt relativ viel Spielraum. Mit 110 Aktionen war er nach Dedryck Boyata der jenige, der die meisten Ballkontakte im Spiel hatte. Anmerken muss man allerdings, dass gerade die beiden sich den Spiel oft ideenlos zuspielten, ohne einen Angriff kreieren zu können.
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Im Gegenteil, das Unioner Pressing sorgte oft dafür, dass die Verteidigung mit langen Bällen schlimmeres verhindern musste, nachdem sie zu langsam hintenrum gespielt hatte. Ihm fehlte oft die Unterstützung auf der linken Seite, wie bei Öztunalis Angriff in der 50. Minute, als er unbedrängt in den Strafraum laufen und flanken konnte und so das Eigentor von Niklas Stark zum 0:2 erzwang. Mittelstädt selbst war bei dem Angriff viele Meter hinter dem Geschehen und konnte nach seinem offensiven Aufrücken nicht mehr ins Spiel eingreifen.
Auch beim 1:3 war er viel zu weit vom einschussbereiten Robin Knoche entfernt. Trotz allem ist die Passquote von Mittelstädt akzeptabel. 82 Prozent seiner Bälle kamen an den Mann. Sein Torschuss in der 87. Minute war schön anzusehen, ging aber leider knapp am Tor vorbei. Maximilian Mittelstädt ist bekanntlich kein Lautsprecher auf dem Platz, doch mit seinen Bemühungen gelang ihm es zumindest temporär das Team immer wieder mitzuziehen.
Ishak Belfodil: Der geniale Partner fehlt
Er ist Stürmer Nummer eins und kann jederzeit etwas bewirken. Doch sein oft so trauriges und verzerrtes Gesicht spricht Bände. Mit viel Einsatz und guter Technik konnte Belfodil mal wieder für Gefahr sorgen. Zehn seiner siebzehn Zweikämpfe gewann er, was für einen Offensivspieler okay ist. 74 Prozent seiner Pässe kamen an und mit 55 Aktionen war er einer der aktivsten Spieler in der Offensive. drei Schlüsselpässe gelangen ihm.
Er versuchte seine Mitspieler in Szene zu setzen, selbst für Gefahr zu sorgen, aber ein nennenswerter Abschluss sollte ihm nicht gelingen. fünf von sechs Dribblings waren erfolgreich. Seine Vorlage für Serdar, der nach 54 Minuten das 1:2 erzwang, gehört sicherlich zu einem seiner Highlights.
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Doch was nützt das größte Engagement, wenn die Mitspieler die Bälle nicht nutzen können? Wie in der 47. Minute, als sich Belfodil fein durch die Unioner Verteidigung dribbelte und zurück auf den freistehenden Vladimir Darida legte. Doch dieser bekam nur wenige Meter vor dem Tor freistehend, nicht annähernd den Ball auf das Gehäuse und schoss deutlich drüber. Eine Situation die recht bezeichnend für den Auftritt war.
Es fehlen neben Suat Serdar weitere Anspielpartner in der Offensive, die was mit dem Spielgerät anfangen können. Einer davon, ein gewisser montenegrinischer Stürmer, kann hoffentlich schon bald diese Lücke wieder ausfüllen.
Linus Gechter: Junge Unerschrockenheit
Zugegeben, das 17-jährige Abwehr-Talent hatte nicht so viel zu tun. Die Unioner, die ihr Angriffsspiel in der 2. Halbzeit nach dem 1:3 praktisch einstellten, stellten Gechter nur noch selten vor Herausforderungen. Er kam nach 58 Minuten für den angeschlagenen Niklas Stark in die Partie. Aber – und das ist für einen 17-Jährigen durchaus erwähnenswert – alles was in seine Richtung kam, konnte er recht souverän verteidigen.
Er warf sich in die Bälle, lief fleißig mit und blieb weitgehend fehlerfrei. 79 Prozent seiner Pässe kamen an den Mann und er versuchte mit sechs langen Bällen für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen. – davon kamen allerdings lediglich zwei an. Doch auch er selbst hatte Möglichkeiten. In der 61. Minute verlängerte er Daridas Ecke von der linken Seite. Suat Serdar verpasste freistehend am langen Pfosten den Ball. Erfolgreicher lief es in der Nachspielzeit, als Gechter mit seinem wuchtigen Kopfball nur knapp am auf der Linie klärenden Kevin Behrens scheiterte. Den Nachschuss brachte Suat Serdar zum 2:3 ins Tor. Allerdings kam dieses Tor viel zu spät.
(Photo by Maja Hitij/Getty Images)
Linus Gechter zeigte, was möglich ist, wenn man ihm Vertrauen schenkt. Er ist engagiert und geht – wie in der 85. Minute – dahin, wo es wehtut. Er ist durchaus in der Lage, einem Spiel den Stempel aufzudrücken. Trotz allem muss man aber auch zugeben, dass ihm Union das Leben nicht mehr wirklich schwer gemacht hatte. Er wäre eine Alternative, vor allem wenn Niklas Stark und Dedryck Boyata so spielen wie im Derby.
Beide hatten nicht die gewohnte Sicherheit und verschliefen oft – wie in der Anfangsphase bei Max Kruses Schuss nach wenigen Sekunden – das Spielgeschehen. Beide sahen bei keinem der drei Gegentore sonderlich gut aus und müssen zum Teil mit ihrem sehr schwachen Stellungsspiel die Tore auf ihre Kappe nehmen.
Fazit: Zu viel Respekt und Naivität bevor Hertha anfing Fußball zu spielen
Zwei von drei Derbys sind gespielt. Und auf dem Zettel stehen zwei Niederlagen. Das ist mehr als ernüchternd. Es tut weh in diesen Tagen Fan der Alten Dame zu sein.
Qualitativ war dieses Spiel sicherlich eine deutliche Leistungssteigerung zum Derby vor ein paar Wochen im Stadion an der Alten Försterei oder auch gegenüber den letzten beiden Bundesliga-Spielen in Wolfsburg und gegen Köln. Doch wie man die erste halbe Stunde verschlief, ist bedenklich. Es war Unions schwacher Chancenverwertung zu verdanken, dass man noch so lange im Spiel blieb.
(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
Schön zu sehen war, wie man sich zurück ins Spiel malochte, doch sobald bei Hertha zwei, drei oder mehr Spieler nicht ihre Topform erreichen, ist nur wenig zu holen. Zwei engagierte Serdars und Belfodils reichen nun einmal nicht, um Union Berlin in ihrer aktuellen Form zu stoppen. Und das schon gar nicht in einem Spiel, das kopftechnisch nochmal eine andere Bedeutung hat. Ohne einen sinnvollen Spielplan des Trainers kann es auch nur höchstens über individuelle Momente gehen.
Alles Punkte, an den Fredi Bobic dringend arbeiten muss. Das Transferfenster ist noch ein paar Tage geöffnet und die nächsten Gegner sind Bayern, Bochum und Fürth. Es muss etwas geschehen, wenn man nicht im tiefen Abstiegskampf versinken möchte.
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