Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Thesen

Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Thesen

Nach einer Starken, jedoch nicht belohnten Aufholjagd gegen Leipzig geht es für die Hertha im Olympiastadion gegen den FC Schalke 04. Beide Mannschaften wollen sich aus dem Tabellenkeller verabschieden und sicherlich nicht weiter abrutschen. Es heißt Königsblau gegen Hauptstadtblau – und die Weiterführung einer alten Rivalität.

Unsere drei Thesen zum Spiel gegen den FC Schalke 04

These 1: Kein Unentschieden

Man kann davon ausgehen, dass beide Mannschaften sich mit einem Unentschieden nicht zufriedengeben werden. Hertha hat nach Leipzig eine sieglose Serie von sechs Partien zwar mit weitaus mehr Unentschieden, doch schon gegen Leipzig wollte Schwarz diese Serie nicht fortführen. Mit zwei Punkten mehr steht Hertha tabellarisch dazu besser da – ob die gute Stimmung rund um Schwarz und seinen Spielstill anhält nach einer Niederlage gegen Schalke? Man mag es bezweifeln. Wenn bei der Hertha der Haussegen nach einer Niederlage schiefhängt, so brennt es in Gelsenkirchen schon lichterloh.

Frank Kramer musste seinen Hut nehmen, ob der neue Trainer die Wende schafft? (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Trainer Frank Kramer wurde nach einer 1:5-Klatsche gegen Hoffenheim fünf Tage vorm Bundesligaspieltag gefeuert. Schalke steht mit fünf Niederlagen in Folge in der Krise. Sportdirektor Rouven Schröder gilt bei Fans immer mehr als ein Mann für Trainerverschleiß. Thomas Reis, Ex-Bochum Trainer, wird medial als Nachfolger gehandelt, hat aber noch einen Vertrag in Bochum. Der Sportvorstand sah vor Kramers Entlassung die Hertha als einen machbaren Gegner. Die Königsblauen Spieler wollen sicherlich einen guten ersten Eindruck hinterlassen bei ihrem neuen Trainer und die eigenen Fans von der Niederlagenserie erlösen. Ein Sieg muss her.

These 2: Schwarz und das Team mit “Urvertrauen”

„Das Urvertrauen ist riesig.“ Dieser Satz von Trainer Sandro Schwarz ging durch die nationale Sportpresse und wenn man die letzten Partien des Mainzers betrachtet, sieht man es der Mannschaft ebenso an. Man kann als Hertha-Fan mit Platz 15 sicherlich nicht von Euphorie-Ausbrüchen sprechen. Doch gegenüber der letzten Saison stürzt man nicht mehr in einen Strudel aus Gegentoren nach einem Rückstand. Man schafft es, sich zurückzukämpfen, bis zum Schluss noch auf den Ausgleich oder Sieg zu preschen und in manchen Spielen sogar dominierenden, ansehnlichen Fußball zu spielen. Von den Spielerleistungen ganz abgesehen, welche man als Fan erfreut wahrnimmt.

Stimmung auf dem Platz und auf der Tribüne stimmt in Leipzig (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Schwarz hat es geschafft, rund ums Olympiagelände eine Art positive Grundstimmung zu schaffen und dies auf die Mannschaft zu übertragen, von einem teils defensivmotivierten Lukebakio, einem nicht fehlerfreien, aber leidenschaftlichen Christensen zu einem glücklosen, aber torgefährlichen Ejuke. Schwarz und die Mannschaft werden mit diesem Urvertrauen ins Spiel gehen, dass es nicht nur eine Pressephrase darstellt.

These 3: 4-4-2 hält mit Jovetic & Kanga seinen Einzug

Etwas, was nach der Niederlage in Leipzig positiv hängen blieb, war die Umstellung auf das 4-4-2 mit dem Sturmduo aus Jovetic und Kanga. Unabhängig von Insiderberichten zeigte sich Trainer Sandro Schwarz sichtlich begeistert nach der taktischen Umstellung und seinem neuen Sturmduo. „Es hat mir gut gefallen. Sie haben sich beide sehr gut bewegt – gegen den Ball und mit dem Ball.“, erklärte Schwarz kurz nach der Niederlage. Dass Schwarz nach drei Gegentoren und der Unentschiedenserie umstellt, überrascht nicht.

Stevan Jovetic nach seinem ersten Saisontor gegen Leipzig (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Die Umstellung in der zweiten Halbzeit gegen Leipzig sorgte sichtlich für mehr Torgefahr. Jovetic, welcher seine spielerische Klasse und Erfahrung gegen Leipzig zeigte und sich mit dem ersten Saisontreffer belohnen konnte, sorgte stetig zwischen den Linien für gefährliche Szenen. Sein Gegenpart in Person von Kanga stellt dabei den wuchtigen Stoßstürmer da. Der Franzose, welcher mit seiner Physis eher tiefstehend Verteidiger rauszieht und sich via Kopfball gefährlich positioniert, wartet zwar auf seinen ersten Saisontreffer, konnte aber mit seinen Lattentreffer gegen Leipzig zeigen, dass er seinem Debüttor für Hertha immer näher kommt.

[Titelbild: Maja Hitij/Getty Images]

Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Schlüsselduelle

Hertha BSC – FC Schalke 04: Drei Schlüsselduelle

Manch Herthaner:in reibt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch die Augen, denn nach 10 Spielen stehen 8 Punkte und Platz 15 auf dem Papier und die Bude brennt immer noch nicht. Im Gegenteil – nahezu euphorisch wurde die 2:3-Niederlage gegen die Dosen gefeiert. Wir Fans predigen seit Wochen, dass diese Mannschaft endlich eine Identität hat und ansehnlichen Fußball spielt. Letztendlich bringt uns das aber nicht weiter und ewig wird diese gute Stimmung nicht anhalten, denn die Punkte brauchen auch wir. Dass jetzt ausgerechnet der sportlich angeschlagene S04 nach Berlin kommt, erhöht den Druck noch mal deutlich. Worauf kommt es am Sonntag an? Diese Duelle werden entscheidend sein.

Verletzungssorgen, fehlende Spielidee und Trainerentlassung

Viele Hertha-Fans hätten sich gewünscht, Ex-Trainer Frank Kramer noch ein Spiel auf der Schalker Bank zu sehen. Doch nach der 1:5-Niederlage im Pokal haben die Verantwortlichen die Reißleine gezogen und den Coach freigestellt. Ob das viel bewirkt, ist jedoch fraglich, denn die Mannschaft hat viele Baustellen, die so schnell nicht gelöst werden können. Vier der fünf etatmäßigen Innenverteidiger sind verletzt, die Kreativzentrale Rodrigo Zalazar fehlt mit einem Mittelfußbruch langfristig und Simon Terodde wirkt ohne passende Bälle wie ein Fremdkörper im eigenen Spiel. Nicht viel spricht für einen Erfolg der Gäste aus Gelsenkirchen.

Jovetic & Kanga vs. Yoshida & Kral

Stevan Jovetic gehörte vergangenen Samstag zu den positiven Überraschungen. Trotz einiger Unachtsamkeiten im Aufbauspiel machte der Montenegriner gegen Leipzig eine Riesenspiel und spulte mit seinen 32 Jahren stolze 12,2 Kilometer ab. Doch auch darüber hinaus war der Routinier enorm wichtig im Offensivspiel der Hertha, machte viele Bälle fest, verteilte diese und steuerte ein technisch sehr anspruchsvolles Tor zum 2:3 bei – definitiv Werbung für mehr Spielzeit. Wilfried Kanga, der weiterhin glücklos im Abschluss agiert, kam für die Schlussphase rein und harmonierte gut mit seinem neuen Sturmpartner. Trotz des fehlenden Tores machte unsere Nummer 18 ein gutes Spiel. Vielleicht tut es dem Ivorer gut, einen Partner an seiner Seite zu haben?

Laut Ligainsider starten am Sonntag beide, jedoch wird Jovetic die Rolle des Spielmachers oder die der hängenden Spitze einnehmen. Ein Spieler mit den Offensivqualitäten eines Jovetic hatte Kanga bis letzten Samstag nicht an seiner Seite. Die Hoffnung besteht, dass so der Knoten endlich platzt.

hertha

(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Einem dynamischen und technisch versiertem Sturmduo aus Kanga und Jovetic steht eine mehr als angeschlagene Innenverteidigung, bestehend aus Maya Yoshida und Alex Kral, gegenüber. Kral im Abwehrzentrum? Yoshida ist der einzige gelernte Innenverteidiger und muss zusammen mit dem Neuzugang von Spartak Moskau die Zentrale dichtmachen. Das wird eine große Herausforderung für die Knappen und gleichzeitig unsere Chance, die guten Leistungen in Punkte umzumünzen.

Ejuke & Dodi vs. Schalker Abwehr

Schalkes schwache Defensive ist auch für unsere Flügelzange von Vorteil. Wer hätte nach letzter Saison gedacht, wir würden unsere Außenbahnen als Waffe hervorheben? In der Statistik der meisten erfolgreichen Dribblings belegen Chidera Ejuke und Dodi Lukebakio Platz eins und Platz sechs. Darüber hinaus legte Ejuke bereits drei Tore auf und Dodi netze schon fünf Mal. Grund genug, für Schalke 04 nervös zu werden, wenn sowohl die Zentrale als auch die Außenverteidiger bisher jegliche Stabilität vermissen ließen.

hertha

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Ejuke und Lukebakio sind gut drauf, schnell, dribbelstark und in der Kombination auch torgefährlich. Sowohl für die Außenverteidiger Cedric Brunner und Thomas Ouwejan als auch für Yoshida und Kral wird es schwer, die beiden im Griff zu behalten. Die Flügelspieler sind aktuell schwer berechenbar, denn im Gegensatz zu den vergangenen Jahren variieren die Dribblings unsere Außen. Mal wird nach innen gezogen oder es geht mit Tempo die Linie runter – Arjen Robben kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Das Duell der Spielsysteme

Zugegebenermaßen läuft bei Schalke gerade so viel schlecht, dass sich die Suche nach drei Schlüsselduellen als schwierig herausstellte. Die wohl größte Schwäche sehen wir im fehlenden System. Ob 4-3-3, 4-4-2 oder zuletzt 4-5-1 – so richtig funktioniert, hat keins bisher. Der ständige Systemwechsel schadet darüber hinaus dem Rhythmus, verunsichert die Spieler und lässt einstudierte Angriffe praktisch unmöglich werden. Wer auch immer der kommende Trainer sein mag, auch er wird seine Idee vom Fußball vermitteln wollen, was einen weiteren Systemwechsel für die ohnehin schon verunsicherte Mannschaft sehr wahrscheinlich macht.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Ein Blick auf unsere Jungs zeigt ein anderes Bild. Plagten uns in den letzten Jahren ähnlich Probleme, agieren die Spieler unter der Leitung von Sandro endlich mit einem klaren Offensivplan. Unser Spiel lebt von einem stabilen Zentrum im Mittelfeld, viel Dynamik über die Außen und einem Stürmer, der in das Aufbauspiel integrierbar ist. Dabei schafft es die Mannschaft besonders übers Konterspiel, aber auch über den Ballbesitz gefährlich zu sein. Hier sehen wir einen klaren Vorteil für unsere Hertha.

Drei Punkte sind Pflicht!

Schalke ist der Hertha auf dem Papier deutlich unterlegen. Eine ungewohnte Situation für uns. In der Vergangenheit ist unsere Mannschaft in solchen Situationen oft eingebrochen. Aber die Leidenschaft und Moral, gepaart mit attraktiven Offensivfußball lässt hoffen, dass diese Zeiten vorerst vorbei sind. Hertha holt den ersten Heimsieg der Saison. Dieses Mal aber wirklich!

(Photo Friedemann Vogel – Pool/Getty Images)

Podcast #211 Fußballgott erhöre uns!

Podcast #211 Fußballgott erhöre uns!

Völlig euphorisiert nach einer Niederlage? Das gibt es aktuell nur bei Hertha BSC. Leider verpasst unsere alte Dame das erneute Remis in Leipzig, zeigt aber, dass die Entwicklung weitergeht und nachhaltig ist. Marc und Lukas besprechen dieses irre Fußballspiel, nach dem alle den Fußballball lieben und noch ein paar kleine News. Ein Update bei der Wohnungssuche gibt es auch.

Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit der neuen Folge und freuen uns über eure Kommentare. Euer Feedback ist sehr motivierend und freut uns immer am meisten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr den Podcast mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten teilt. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.

00:00:00 Intro & Feedback

00:12:17 Hertha News

00:19:23 Spielanalyse

01:07:11 Ausblick

#hahohe #podcast #herthabsc #bundesliga #herthabase

HIER GEHTS ZU UNSEREM DISCORD: https://discord.gg/CyzqXTN3Yp

SPOTIFY AUSWÄRTSFAHRT PLAYLIST: https://tinyurl.com/y9s79eqp

HERTHA BASE AUF YOUTUBE: https://tinyurl.com/58wm2n8r

(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Besucht unsere Webseite www.herthabase.de

Weeste noch? Ali Daei – Rekordhalter mit Halt in Berlin

Weeste noch? Ali Daei – Rekordhalter mit Halt in Berlin

Von 1999 bis 2002 spielte ein Stürmer bei der Hertha, welcher mit seinen Länderspieltoren einen ganzen Kontinent einnehmen sollte. Es gab keine Rekorde und große Titel bei der Alten Dame. Doch nach 88 Profi-Einsätzen, zwölf Toren und einer unvergesslichen Champions-League-Nacht sangen die Hertha Fans seinen Namen. Unser Text zu “Mr. Goal”, Ali Daei.

Der Spiegel betitelte ihn als “der neue Held von Berlin” nach eben jenem glorreichen Champions-League-Partie. In dieser schien Ali Daei es allein zu schaffen, die Hintermannschaft Chelseas auszuspielen. Es sollte eine Nacht der Überraschung und die des Iraners werden. Keine drei Minuten dauerte das Spiel und Chelsea hatte mit Stürmerstar Gianfranco Zola einen Flachschuss auf Gabor Kiraly abgegeben. Dann fand eine Flanke von Mitspieler Tonny Sanneh Ali Daei im Sechzehner. 1:0 und als Hertha-Fan begann eine magische Nacht.

daei

Foto: Michael Cooper /Allsport

Es sollte mehr geben für Weltmeister Deschamps, Leboeuf und Desailly. Als Letztgenannter in der 70. Spielminute sich bei einem Pass verschätzte, war der quirlige Daei da. Er ließ erst Leboeuf am Boden zurück, Torwart Ed de Goeu erfolgslos herauskommen und schließlich Desailly den Ball aus dem Netz holen. Der 21. September 1999 – das Spiel des Ali Daeis. Doch wie fanden sich der iranische Stürmerstar und die Hertha?

Sichtung eines neuen Helden?

Nach einer herausragenden Asien-Meisterschaft sollte Daei mit Karim Bagheri als erstee Iraner der Bundesliga Arminia Bielefeld vor dem Abstieg retten. Nach einer vielversprechenden Saisonhälfte ging es mit einer Niederlagenserie und einem Eklat zwischen Star Stefan Kuntz und Trainer Middendrop zweitklassig weiter.

Nicht für Daei, welchen es mit sieben Toren zum FC Bayern München zog. In Konkurrenz gegen Namen wie Carsten Jancker, Alex Zickler und Giovane Elber gelangen Daei sechs Tore in 23 Partien. Für die Bayern zu wenig und so verloren die Münchner die Geduld am Mann aus Ardabil. Uli Hoeneß musste im Telefonbuch nicht weit suchen für einen Abnehmer. Mit Hertha-Manager Dieter Hoeneß fand sich dieser in der eigenen Familie. 5,2 Millionen Mark an die Bayern und “den neuen Held” zog es an die Spree.

Foto: Mark Thompson /Allsport

Es waren Namen wie Michael Preetz, Dick Van Burik und Sebastian Deisler unter der Regie von Trainer Jürgen Röber, welche Daei in Berlin erwarteten. Namen, die von uns Fans hochgehalten werden. Jeder von ihnen findet auf seine ganz eigene Weise seinen Platz in der Vereinsgeschichte. Daei kam mit seinen 1,92 Metern, etwas wenig Spielzeit und wenig Hoffnungen zur Hertha. Von Trainer Röber Anfangs noch für fehlende Verteidigungsarbeit gescholten, schaffte Daei die Wende.

Als Doppelspitze im Mittelsturm mit Michael Preetz schaffte Daei in der 1999/2000 Saison mit Sprungkraft seine Kopfballstärke auszuspielen. Schon in der Qualifikation für die Champions League brachte Daei die Hertha näher an die berühmte Hymne. Gegen Außenseiter Famagusta aus Zypern brachte Daei nach zwei Minuten per Kopfball den Favoriten auf Siegeskurs. Der Spruch “Er köpft so hart wie andere schießen”, kam nach dem Spiel auf. Die Weichen für eine magische Nacht waren gegeben.

Volksheld mit Rekorden

Für die Hertha sollten es insgesamt zwölf Tore in knapp vier Saisons werden. Keine überragende Quote im Vergleich zu Sturmpartner Preetz (50 Tore von 99 – 02) und doch hält Daei Rekorde, an die kein Hertha-Stürmer herankam. 1999 Asien Fußballer des Jahres, Welttorjäger 1996 & 2004 und bis letztes Jahr Rekordtorschütze der weltweiten Länderspieltore. 109 Tore in 149 Spielen ist eine Statistik, welche eher an Gerd Müller, Lionel Messi oder Christiano Ronaldo erinnert. Der Portugiese war es, der weltweit Schlagzeilen füllte, nachdem er Daei überholte. In seiner Heimat gilt Daei bis heute ein Volksheld und bis letzten Monat war der heutige Trainer beliebter Experte im Staatsfernsehen.

(Photo credit should read KARIM JAAFAR/AFP via Getty Images)

Die mysteriösen Todesumstände von Mahsa Amini lösten dies jedoch ab. Selten gab es im Iran solch eine Welle der Proteste und eine nie dagewesenen feministischen Bewegung. Die junge Frau wurde von der iranischen Sittenpolizei verhaftet, nachdem unter ihrem Kopftuch ihre Haarsträhnen zu sehen waren. Amini verstieß damit gegen die strengen Kleidungsregeln des Landes. Amini selbst verstarb in Polizeigewahrsam, wobei viele von Gewalteinwirkung seitens der Polizei ausgehen. Hunderttausend Menschen stellen sich auf den Straßen Irans gegen die Polizei und die Regierung. Während diese brutal gegen die Proteste vorgehen, meldeten sich Irans Fußballer.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Ali Daei (@alidaei)

Leverkusens Serdar Azmoun oder Ex-Bayern Spieler Ali Karimi gaben neben Daei via Social Media ihre Unterstützung bekannt und werden seitdem aus dem Staatlichen Rundfunk gestrichen. Daeis Pass wurde kurze Zeit nach seinen Äußerungen dazu noch eingezogen. Es war nicht das erste Mal, dass Daei politisch auftritt. Letztes Jahr schlichtete er einen Familienstreit und verhinderte so die Hinrichtung eines Mannes. Neben Charity Events löste er einen politischen Eklat aus, als er dem damaligen Präsidenten den Handschlag verweigerte. Ali Daei – ein Rekordbrecher sowie Volksheld.

Schon 1999 galt Daei als Hoffnungsträger der Nation, dies jedoch aus sportlicher Sicht. Nach der ersten erfolgreichen Saison samt Champions-League-Teilnahme folgten für Daei und die Hertha eher sportlich enttäuschende Jahre. Aus der Startaufstellung wurden Kurzeinsätze und mit 32 Jahren verabschiedete Daei sich nach Dubai.

Tage der Euphorie

Zurück in eine Septembernacht im Jahr 1999, in welcher Welttorjäger Daei Hertha-Träume aufgehen ließ. Im Iran war er eine Galionsfigur der nationalen Sportwelt, für Hertha-Fans strahlte er den Start in die Champions-League-Saisons aus und in der Hertha-Mannschaft kam nach der großen Überraschung gleich Ideen auf.

Die Überraschung war geglückt, und die Freude der Hertha überschwänglich. Deisler träumte von einem Punkt gegen AC Mailand und Preetz empfand das Olympiastadion als Festung für internationale Teams. Es sollten die Tage der großen Euphorie ausbrechen. Die Ergebnisse sollten neue Helden hervorbringen, Fanlieblinge erschaffen und die Ostkurve bis nach Barcelona tragen. Allein schaffte Ali Daei diese Atmosphäre nicht zu halten und doch war es sein Torriecher, welcher den Start für die erste Champions-League-Saison der Hertha angab.

Foto: Michael Cooper /Allsport

Der Iraner hatte nie die Spieleanzahl eines Lustenbergers, den Fanstatus von „Zecke“ oder eine Vereinsbindung wie Kiraly. Er ließ an diesem 22. September aber nicht nur tausenden Hertha-Fans ein Spiel nie vergessen, sondern brachte Hertha BSC ein Gefühl an Weltklasse, wenn auch nur für eine Nacht. Einer von uns (wenn auch nur kurz).

[Titelbild: Gary Prior /Allsport]

Podcast #210 Lars man standing

Podcast #210 Lars man standing

Wieder nur knapp am ersten Heimsieg vorbeigeschrammt, muss sich Hertha mit einer guten Leistung und einem Punkt gegen den Tabellenzweiten sicherlich nicht grämen. Wir sprechen über die erneut ansprechende Leistung gegen Freiburg, über das Statement von Lars Windhorst und auch noch kurz darüber, was wir uns in Leipzig ausmalen.

Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit der neuen Folge und freuen uns über eure Kommentare. Euer Feedback ist sehr motivierend und freut uns immer am meisten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr den Podcast mit euren Freund*innen, der Familie oder Bekannten teilt. Wir freuen uns über alle Hörer*innen.

https://twitter.com/junger_herr_/status/1465260902526201857?s=20&t=Wg3T87vZCK-7NuEK05OUQw

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/protesthilfe-snowflake-zugang-fuer-iranische-demonstranten-koennte-missbraucht-werden

https://www.ardmediathek.de/sendung/katar-wm-der-schande/staffel-1/Y3JpZDovL3dkci5kZS9rYXRhci13bS1kZXItc2NoYW5kZQ/1

00:00:00 Intro & Feedback

00:11:21 Hertha News

00:49:42 Spielanalyse

01:46:42 Ausblick

#hahohe #podcast #herthabsc #bundesliga #herthabase

HIER GEHTS ZU UNSEREM DISCORD: https://discord.gg/CyzqXTN3Yp

SPOTIFY AUSWÄRTSFAHRT PLAYLIST: https://tinyurl.com/y9s79eqp

HERTHA BASE AUF YOUTUBE: https://tinyurl.com/58wm2n8r

(Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

Hertha BSC – SC Freiburg: Drei Thesen

Hertha BSC – SC Freiburg: Drei Thesen

Nach all den Vorkommnissen der letzten zwei Wochen kann man durchaus fast vergessen, dass hier und da auch Fußball gespielt wird bei Hertha BSC. Und mit dem kommenden Gegner aus Freiburg wartet eine nicht gerade einfache Aufgabe. Dabei wären drei Punkte mit Blick auf die Tabelle wichtig, anderenfalls würde man den Anschluss ans Tabellenmittelfeld vorläufig verlieren.

Unsere drei Thesen zum Spiel gegen den SC Freiburg

These 1: Fanszene meldet sich erneut zu Wort

Am liebsten würde man sich rein aufs Sportliche konzentrieren. Doch die Causa Windhorst ist momentan leider einfach zu groß, als dass man darum herumkommen könnte. Ähnliches wird sich auch die aktive Fanszene in der Ostkurve denken. Nachdem bereits im letzten Spiel mehrere Banner und Plakate gegen den (Noch-)Investor präsentiert wurden, dürfte sich das im kommenden Heimspiel wiederholen.

Windhorst Banner

Am Mittwoch bot Lars Windhorst der Vereinsführung von Hertha BSC an, die seit 2019 erworbenen Anteile zurückzukaufen – und das zum damals gezahlten Preis. Eine Forderung, die so grotesk wie unrealistisch ist. Dementsprechend werden die Fans darauf nicht schweigen und den ein oder anderen deutlichen Spruch in Richtung des Mehrheitsanteilseigners äußern.

These 2: Rogel liefert gute Argumente für weitere Einsätze

Nachdem sich Filip Uremovic im vergangenen Spiel gegen die TSG Hoffenheim verletzt hat und zu Pause ausgewechselt werden musste, feierte Neuzugang Agustin Rogel sein Debüt im Herthatrikot. Mittlerweile steht fest, dass Uremovic auch für die nächsten Spiele ausfallen wird. Dementsprechend stelle Sandro Schwarz auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Breisgauer klar, dass Rogel starten wird. Der 1,91 m große Uruguayer lieferte in der vergangenen Partie eine mehr als solide Leistung ab. Er wirkte ruhig, konzentriert und abgeklärt, vor Augen bleibt beispielsweise sein starker Zweikampf gegen Georginio Rutter. Gegen die Gäste am Sonntag wird Rogel diese Qualität bestätigen und erneut positiv auffallen. Und damit weitere Argumente für weitere Spielminuten sammeln, selbst nach der Rückkehr von Uremovic.

These 3: Mindestens ein Herthaner feiert seine Torpremiere

Mit bisher lediglich acht Toren stellt Hertha gemeinsam mit dem VfL Bochum die bisher torärmste Offensive der Liga (wenn auch mit einem Spiel weniger). Dies lässt sich unter anderem damit begründen, dass sich bisher nur Dodi Lukebakio, Marco Richter, Suat Serdar und Lucas Tousart in die Torschützenliste eintragen konnte.

Tousart und Lukebakio

Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Chidera Ejuke und Wilfried Kanga hingegen warten noch auf ihren ersten Treffer. Beide Spieler haben ihren unbestreitbaren Wert für Herthas Offensivspiel, doch am eigenen Erfolg mangelt es noch. Gegen die Gäste aus Baden-Württemberg erleben wir allerdings eine Torpremiere. Ob das die genannten Offensivspieler oder nicht doch einer der beiden Innenverteidiger nach einem Standard sein werden, überlassen wir eurer Wahl.

Titelbild: Martin Rose/Getty Images