Hertha BSC – VfB Stuttgart: Jetzt nicht nachlassen

von | Apr 22, 2022 | Bundesliga, Hertha BSC, Pressekonferenz | 0 Kommentare

Drei klassische „Big Points“ im Abstiegskampf, das Traumtor durch Suat Serdar und ein Führungsspieler, der endlich auf dem Platz steht. Das letzte Wochenende lief aus Hertha-Sicht nahezu ideal. Durch den Sieg konnte die Mannschaft der „Alten Dame“ wieder auf einen Nicht-Abstiegsplatz klettern. Doch jetzt Nachzulassen wäre fatal, mit dem VfB Stuttgart kommt ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt nach Berlin. Ein Sieg ist für Hertha Pflicht.

Unser Artikel zur Pressekonferenz vor dem Spiel.

Die Punkte aus Augsburg veredeln

„Es war schön und natürlich wichtig für uns, dass wir in Augsburg gewinnen konnten“, resümiert Trainer Felix Magath auch heute noch einmal. Im direkten Anschluss er jedoch klar: „Diese drei Punkte zählen erst richtig, wenn wir auch Sonntag etwas gegen den VfB holen.“ Und auch Fredi Bobic pocht darauf, auf dem Boden und konzentriert zu bleiben: „Viele habe ich erleichtert gesehen nach dem Sieg, aber keinen habe ich jubelnd durch die Kabine oder nach Berlin rennen sehen.“ Der Sieg habe der Mannschaft und dem Verein gut getan, aber es müsse weitergehen. Der Abstiegskampf ist noch lange nicht entschieden, ein Sieg gegen Stuttgart wäre aber ein großer Schritt in die richtige Richtung für Hertha.

Never change a winning team

Auch wenn die gesamte Mannschaft ein geschlossenes und engagiertes Bild gegen die Fuggerstädter zeigte, ragte ein Mann etwas hervor: „Prince war natürlich ein ganz wichtiger Faktor für das Spiel, er hat die Mannschaft geführt und Struktur reingebracht“, so Magath. Für das kommenden Spiel spricht der Trainer daher auch eine Einsatzgarantie aus: „Selbstverständlich wird Prince auch übermorgen auf dem Feld hoffentlich wieder so Regie führen, wie er es in Augsburg getan hat.“ Zugleich zeigte sich der Übungsleiter vom Motto „never change a winning team“ generell angetan. Und ärgerte sich daher ein klein wenig über die Sperre von Marco Richter: „Ich hätte nichts verändern brauchen, wenn Marco nicht die fünfte Gelbe hätte.“

(Photo by Boris Streubel/Getty Images)

Es ist daher davon auszugehen, dass lediglich die Position von Richter neu besetzt wird und ansonsten die gleiche Elf wie gegen Augsburg starten wird. Es naheliegendes Szenario wäre, Mittelstädt auf die linke Flügelposition von Serdar zu schieben und diesen nach rechts zu beordern. Alternativ wäre auch ein Startelfdebüt von Youngster Anton Kade denkbar. Dass Magath kein Problem mit dem Reinwerfen junger Spieler, auch in wichtigen Spielen, hat, zeigte er mit Julian Eitschberger im Derby. Doch auch ein Einsatz von Jurgen Ekkelenkamp oder Vladimir Darida wären eine Möglichkeit.

Wer Richter definitiv nicht ersetzen wird sind Dong-Jun Lee und Myziane Maolida, beide fehlen verletzt. Nicht zur Verfügung stehen des Weiteren Alexander Schwolow, Lukas Klünter, Kelian Nsona und Stevan Jovetic.

„Rückkehr“ an alte Wirkungsstätte

Sowohl Felix Magath als auch Fredi Bobic besitzen eine nicht unerhebliche Vergangenheit beim kommenden Gegner aus Stuttgart. Da das Spiel jedoch in Berlin stattfindet, lässt sich lediglich metaphorisch über eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte sprechen. „Der VfB Stuttgart war rundherum, nicht nur sportlich, sondern auch privat die schönste Phase“, sinniert Magath. Er denke gerne an diese Zeit zurück, sie wäre ja auch eine erfolgreiche gewesen. Fredi Bobic ergänzt: „Stuttgart ist meine Heimatstadt, das ist natürlich immer etwas Besonderes.“ Viel Zeit für Sentimentalität bleibt beim Manager in der aktuellen Lage selbstverständlich jedoch nicht: „Sie sind unser Gegner und wir wollen die Punkte.“

hertha
(Photo credit should read IAN STEWART/AFP via Getty Images)

Aus sportlicher Sicht könnte sich am Sonntag im Olympiastadion ein interessantes Spiel entwickeln, stehen beide Kontrahenten für sehr verschiedene Ansätze. „Wir wissen, dass der VfB Stuttgart eine spielerisch gute Mannschaft mit schnellen Offensivleuten hat“, so Magath. Hertha auf der anderen Seite zeichnet sich eher durch ein kämpferisches Spiel aus, hat in Augsburg maßgeblich dadurch gewonnen. Der Trainer, der vor seinem 500. Bundesligaspiel als Chefcoach steht, erwartet in dieser Hinsicht sogar noch einmal eine leichte Steigerung gegen Stuttgart. Und gibt das Ziel gegen die Schwaben klar aus: „Wir werden mit allen Mitteln versuchen, drei Punkte hier in Berlin zu behalten.“

Sollte diese gelingen, läge man drei Spieltage vor Schluss mit vier Punkten vor Stuttgart und hätte eine gute Ausgangslage für das Saisonfinale. Und wer weiß, vielleicht kommen bei Klassenerhalt ja dann noch ein paar Spiele für Felix Magath dazu.

(Titelbild: Daniel Kopatsch/Getty Images)

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Benedict Puls

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