Hertha BSC – TSG 1899 Hoffenheim: Drei Schlüsselduelle

von | Mrz 19, 2022 | Drei Schlüsselduelle | 0 Kommentare

Am Sonnabend steht es an: Das erste von acht Endspielen gegen den Abstieg. Zu Gast wird die TSG Hoffenheim sein. Aktuell ist das Team von Trainer Sebastian Hoeneß Tabellensechster, jedoch punktgleich mit dem Vierten RB Leipzig und damit mittendrin im Rennen um die Champions League-Plätze.

Mit welcher Formation und taktischer Einstellung Hertha die TSG empfangen wird, lässt sich nur schwer prognostizieren. Schließlich sollte Felix Magath erstmals an der Seitenlinie, sein Comeback nach über neun Jahren Bundesliga-Abstinenz und mehr als vier Jahre nach seiner letzten Trainerstation in China. Doch coronabedingt wird sich das verschieben.

Statt also zu mutmaßen, auf welche Herthaner es am Wochenende ankommen wird, lohnt sich vielmehr der Blick auf den Gegner. Bei den drei Schlüsselduellen für die Partie Hertha gegen Hoffenheim konzentrieren wir uns auf drei Hoffenheimer Schlüsselspieler, auf die auch Magaths Trainerteam Hertha vorbereiten sollte.

Schlüsselspieler eins: David Raum

Hoffenheim spielt im 5-3-2. Eine besonders wichtige Rolle nehmen die Außenverteidiger ein, die auf ihrer jeweiligen Seite als Schienenspieler sowohl offensiv als auch defensiv gefragt sind. Als wahrer Glücksgriff entpuppte sich in dieser Spielzeit auf der linken Seite der vor der Saison ablösefrei von Aufsteiger Fürth gekommene David Raum.

15 Vorlagen steuerte Raum als Linksverteidiger zum Früher Aufstieg bei. Dass er eine Liga höher bei Hoffenheim nahtlos daran anknüpfen kann, dürfte wohl selbst die kühnsten Optimisten unter den Hoffenheim-Fans überraschen. Doch Raum beweist seine Qualität in der Bundesliga Woche für Woche, steht in der laufenden Saison bereits bei neun Vorlagen und durfte im vergangenen Jahr sogar sein Debüt in der Nationalmannschaft feiern.

Ein Blick auf die Statistiken Raums unterstreichen seinen Wert für die TSG. 5,99 Flanken schlägt Raum durchschnittlich pro 90 Minuten. Er kommt dabei auch einen überragenden Wert von 0,34 Expected assists. Ebenfalls für einen Außenverteidiger herausragend: Raum hat durchschnittlich 4,22 schusskreierende Aktionen (top 2% im Liga-Vergleich) und sogar 0,59 torkreierende Aktionen (top 1%). Raum spielt überragende 2,66 Schlüsselpässe (top 2%), 2,32 Pässe in den Strafraum (top 2%) und immerhin noch 4,55 progressive Pässe.

Für Hertha wird es wichtig sein, den Flügelfokus der Hoffenheimer zu unterbinden und insbesondere Raum früh zu stören. Eine Aufgabe, die aller Voraussicht nach auf Peter Pekarik zukommen wird. Nicht nur gehört er zu den wenigen Spielern, die bei Magaths letzter Anstellung in der Bundesliga überhaupt schon in selbiger gespielt haben, in Wolfsburg haben die beiden sogar zusammen gearbeitet. Es deutet vieles darauf hin, dass der Rechtsverteidiger als verlängerter Arm von Magath auf dem Feld eine wichtige Aufgabe haben wird. Mit Raum als Gegenspieler kommt eine weitere anspruchsvolle dazu.

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Schlüsselspieler zwei: Andrej Kramaric

Als eine der beiden Spitzen agiert seit Jahren einer, der im besinnlichem Sinsheim Legendenstatus genießt: Andrej Kramaric. Der Kroate beweist in dieser Saison, dass es nicht nur auf Tore ankommt (steht bei vier Saisontoren), wenn du ein herausragend guter und mannschaftsdienlicher Spieler bist.

Kramaric ist in der Hoffenheimer Offensive das Gehirn und immer dann besonders wichtig, wenn es dem Team an Ideen mangelt. 1,99 Pässe ins letzte Drittel spielt Kramaric durchschnittlich, 1,45 in den Strafraum. Generell ist der Kroate sehr aktiv, kommt auf 32,92 kontrollierte Ballaktionen pro Spiel. 35,87 Passversuche auf 90 Minuten, 27,99 davon kommen an, verdeutlichen, wie sehr er am Spiel teilnimmt. Kramatic liefert 3,03 schusskreierende Aktionen und immerhin noch 0,45 torkreierende.

Kramaric ist kein klassischer Mittelstürmer. Ihn zu verteidigen ist nicht erst Aufgabe der Innenverteidiger, sondern muss schon im Mittelfeld losgehen. Seine durchschnittliche Schussdistanz von 15,6 Metern zeigt, dass Kramaric nicht erst bis vors Tor kommen muss, um Gefahr zu erzeugen.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Schlüsselspieler drei: Florian Grillitsch

Einer, der sich seit dieser Saison auf einer neuen Position eingefunden hat, ist Florian Grillitsch. Der gelernte defensive Mittelfeldspieler spielt inzwischen als zentraler Innenverteidiger in der Dreierkette und das herausragend.

Allen voran wegen seines zielgenauen Aufbauspiels. Seine durchschnittlichen 61,96 Passversuche (89,9% Passgenauigkeit) sind zwar durchaus noch ausbaufähig, doch bei Grillitsch sticht vor allem die Qualität der Pässe gegenüber der Quantität heraus.

0,77 Schlüsselpässe (Pässe, die unmittelbar zu einem Torschuss führen) spielt Grillitsch und sogar 0,96 in den Strafraum (beides top 2%-Werte im Vergleich der Innenverteidiger in der Bundesliga). 5,51 Pässe spielt der Österreicher ins letzte Drittel und 4,99 progressive Pässe. Deshalb kommt er auf einen für einen Innenverteidiger überragenden Wert von 2,11 schusskreierenden Aktionen pro 90 Minuten.

Die Defensiv-Statistiken von Grillitsch halten da nicht ganz mit, doch das können seine Nebenleute Kevin Vogt und Stefan Posch oder wahlweise Kevin Akpoguma und Benjamin Hübner auffangen. Das Ergebnis ist eine harmonierende Dreierkette.

Hertha sollte also davor gewarnt sein, dass Hoffenheim binnen weniger Stationen gefährlich wird, wenn Grillitsch in der Zentrale das Spiel eröffnet.

(Photo by UWE KRAFT/AFP via Getty Images)

[Titelbild: Alex Grimm/Getty Images]

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Bruno Sellschopp

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